In memoriam Gerlinde Horn
Shownotes
„Ich mag viele Menschen und besonders die, die ein bissl anders sind.“
Gerlinde Horn hat vor allem die Menschen in ihr Herz geschlossen, mit denen die wenigsten Leute etwas zu tun haben wollen: Gefangene und Haftentlassene.
„Es ist wie mit der Liebe, die fällt irgendwohin, man weiß nicht warum.“
Gerlinde Horn war Gefängnisseelsorgerin und hat vor rund 40 Jahren als Anlaufstelle für Freigänger und frisch aus der Haft Entlassene das Häferl in Wien gegründet, eine Art öffentliches Wohnzimmer, wo es ein Mittagessen, bei Bedarf Kleidung und Gespräche gibt.
Am 24. Juli 2026 ist Gerlinde Horn mit 84 Jahren verstorben und am 18. August, unter großer Anteilnahme, auf dem Evangelischen Friedhof Wien-Simmering begraben worden. In ihrer Geburtsstadt Klagenfurt wird am 21. August, um 18 Uhr, ein Gedenkgottesdienst gefeiert.
Im Gedenken an die evangelische Sozialpionierin bringen wir eine Sendung über das Häferl aus dem Jahr 2017, in der Gerlinde Horn nicht nur über das Häferl, sondern auch aus ihrem Leben erzählt. Zu hören ist auch ihr Nachfolger und damaliger Leiter des Häferls, der ehemalige Häftling Norbert Karvanek.
„Man soll nicht sagen, da kann man nichts machen und das is‘ halt so. Ich war immer der Meinung, man kann was machen und andere Leute dazu bewegen mitzumachen.“
Eine Sendung von Monika Fischer.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Einen guten Abend wünscht Ihnen Monika Fischer.
00:00:04: Gelindehorn sind besonders die Menschen am Herzen gelegen, mit denen die wenigsten Leute etwas zu tun haben wollen – Gefangene und Haftentlassene!
00:00:15: Sie war Gefängnisseelsorgerin und hat in Wien als Anlaufstelle für Freigänger und Frisch aus der Haft entlassen, das Heferl gegründet.
00:00:24: Eine Art öffentliches Wohnzimmer, wo es eine warme Mahlzeit
00:00:28: bei Bedarfkleidung
00:00:29: und Gespräche gab.
00:00:31: Gelinde Horn ist am XXV.
00:00:34: Juli mit vierundachtzig Jahren verstorben und vorgestern unter großer Anteilnahme auf dem evangelischen Friedhof Winsimmering begraben
00:00:43: worden.
00:00:44: Im Gedenken an die Sozialpionierin bringen wir heute eine Sendung über das Hefal aus dem Jahr zehntausend siebzehn.
00:00:52: Dafür habe ich Gerlinde Horn damals im Hefal im sechsten Bezirk getroffen und als starke, unerschrockene und sehr entspannte Frau kennengelernt.
00:01:03: was sie in dieser Sendung sagt beeindruckt mich noch heute.
00:01:08: In der Sendung ist auch ihr Nachfolger Norbert Carvanek zu dieser Zeit Leiter des Hefals zu hören.
00:01:19: An vier Tagen in der Woche hat das Hefal im sechsten Bezirk direkt bei der evangelischen Gustav Adolfkirche geöffnet.
00:01:29: Hier wird kostenloses Essen serviert, Suppe, Hauptspeise und Nachspeise.
00:01:34: Bei Bedarf wird Kleidung ausgegeben.
00:01:37: Man findet hier Beratung und Gelegenheit, zusammenzukommen und zu reden.
00:01:44: An normalen Tagen kommen zwischen zweihundertunddreihundert Gäste ins Hefal Obtachlose, sozial ausgegrenzte Haftentlassene und Freigänger.
00:01:56: Norbert Kavanek und Gelinde Horn haben einander vor fünfzehn Jahren im Hefal kennengelernt.
00:02:04: Gelinde horn hat das Hefal vor bald dreißig jahren gegründet und war lange Zeit Gefängnisseelsorgerin.
00:02:12: Eigentlich ein ganzes Leben, mehr als zwei Drittel meines Lebens.
00:02:17: Dass sie ihr Leben Heftlingen-und Hafte entlassenen widmen würde hätte sich Gelinde Horn als junge Frau nicht denken können.
00:02:24: in ihrer Jugend wollte sie etwas anderes.
00:02:27: Ich wollte eigentlich zuerst einmal nach Afrika Und deswegen bin ich sogar in eine geistliche Schwesternschaft eingetreten.
00:02:37: Aber die haben mich dort nicht hinlassen.
00:02:39: Vielleicht später hätten sie mich
00:02:42: gelassen.".
00:02:43: Die evangelische Schwesterngemeinschaft schickte die Kärmpnerin nach Wien, mit dem Auftrag sich um Ungarnflüchtlinge zu kümmern.
00:02:51: Da waren auch sechs Obdachlose und zwei Haftentlassene.
00:02:55: Ich hatte ein kleines Wohnzimmer und eine kleine Küche und eine Dusche Und im Gemeinde haben vierzig Leute am Boden geschlafen, die haben sich alle bei mir getuscht und gekocht.
00:03:09: Dann gab es dann gleich wie das E-Mails.
00:03:12: der Norbert weiss das auch.
00:03:14: Es kommt aus so einer Gruppe gleich ein Chef heraus.
00:03:18: Der war eigentlich der Boss.
00:03:21: Er konnte Deutsch und Ungarisch und ich habe mich um nichts kümmern brauchen wegen Ordnung.
00:03:26: Der hat das gemacht, wenn man keine Streit da rein gehabt.
00:03:31: Die Ungarn sind dann, entweder haben sie irgendwo Arbeit gefunden.
00:03:36: Einige sind noch in Amerika weiter.
00:03:39: Einer ist zum Beispiel zu den Vielharmonikern gekommen, ein paar Geiger bei den Vielharmonykern.
00:03:45: Andrasch Hofer ist nach Paris der ist inzwischen dort Universitätsprofessor.
00:03:51: also viele haben es geschafft, viele aber das ist an ihnen gelegen Sie sind schon von Zuhause.
00:03:59: so gekommen Waren wieder andere Leute wie heute die Flüchtlinge.
00:04:05: Das sind ja unsere Nachbarn, andere
00:04:08: Voraussetzungen.".
00:04:10: Unter den Ungarnflüchtlingen traf Gelinde Horung zum ersten Mal Haftentlassene.
00:04:15: Damals fing sie an Besucher im Gefängnis zu machen.
00:04:19: Bei diesen Besuchen gehe es in erster Linie ums Dasein und ums Zuhören.
00:04:24: Da zählt nur der Augenblick mit jemandem nach Viertelstunden reden Der kann mit mir reden, ich komme von draußen und gehe wieder nach draußen mit den ganzen Psychologen und mit niemandem was zu tun da drinnen.
00:04:41: Was mir erzählt wird geht hinaus weil es sagt leichter mal jemand die Kind den umbringen.
00:04:49: Sagt er das an einer Psychologin?
00:04:52: Ist ein Problem!
00:04:55: Und damals, wie ich angefangen habe, waren überhaupt keine Frauen im Gefängnis.
00:05:01: Das war schon ... Wir haben die Leute gesagt, dass das behagt ihnen so, wenn da eine Frau durchs Haus
00:05:09: geht.".
00:05:10: Dass Frauen die Atmosphäre in Gefängnissen positiv beeinflussen hat Norbert Kavaneck selbst erfahren.
00:05:17: Ich hab selber ein bisschen Haftefahrung über die Jahre hinweg und tatsächlich hab ich sowohl diese Phase erlebt, wo es nur männliche Justizwochbeamte gegeben hat und dann die Phase, wo sie gemischt waren.
00:05:31: Und tatsächlich hat sich der Umgang zwischen Häftlingen- und Justizwachbeamten in eine sehr positive Richtung entwickelt.
00:05:40: Also reine Männergesellschaften sind immer ein Katastrophen.
00:05:44: Ich war einen Heimern, einen Jungtheimern im Gseunheimern – ich kann das echt bestätigen!
00:05:49: Ein Schulen, wo nur Jungs waren, reine und seitdem eben weibliche Justizwochbeamte auch im männlichen Bereich eingesetzt wird, hat sich da das einfach sehr zum Positiv
00:06:01: verändert.
00:06:02: Ich glaube ich habe meinen Beitrag geleistet dass Frauen sehr wohl drinnen sein können weil am Anfang haben sie wahnsinnige Angst gehabt.
00:06:11: die Anstaatsleiter was dort sein wird ein hat mir gesagt ich bin froh um halb sechs wenn sie wieder draußen sind haben Angst gehabt aber es war überhaupt keinen Grund.
00:06:23: Ich habe mich sicher gefühlt, sie war anständig zu mir.
00:06:27: Es hat nie jemand ordinaire geredet im Gegenteil.
00:06:33: Der hat den anderen ermahnt, wenn ich anwesend war, dass er nicht so zu reden hatte.
00:06:39: Das ist es jetzt überall üblich!
00:06:42: Ich habe ihnen die Haare geschnitten.
00:06:45: Mehr noch?
00:06:46: Du hast sie bei dir baden lassen?
00:06:47: Ja einen anderen Freigänger hat irgendwo den Tag verbracht und um halb sieben am Abend ruft er mich an.
00:06:58: Ich habe ihn nicht zu beaufsichtigen gehabt, aber um halbs sechs hätte er zurück sein müssen und um Halb Sieben hat er angerufen.
00:07:05: Ja, er geht jetzt nicht zurück.
00:07:07: Er ist da in einem Lokal und ganz blutig Und dann wollte man nichts sagen was ist?
00:07:13: und ich hab gesagt die verspreche dich dir ich hole dich und ich rufe vorher nicht die Polizei weil ich wäre verpflichtet.
00:07:21: Dann habe ich ihn geholt war er wirklich blutverschmiert und der andere auch.
00:07:25: Und die Kellnerin war froh, dass jemand die Zeche zahlt und mit einem verschwindet.
00:07:31: Und dann bin ich zu uns nach Hause und mein Mann war nicht zuhause... Und er war so besoffen, dass sie sich ausziehen halt lassen und in die Badewanne setzen.
00:07:41: Dann habe ich viel Schaum hinein, wollte eine Zigarette und einen Kaffee, das hab' ich ihm dann auch noch gemacht.
00:07:47: Als mein Mann heimgekommen hat gesagt, du kannst nicht ins Badezimmer, da sitzt jemand in der Badewanne.
00:07:53: Aber er war ja schon gewohnt!
00:07:54: Und dann war er so ein bisschen ausgenüchtert und ich hab damals schon so große Söhne gehabt, gell?
00:08:00: Ich hab' ein bissel gewandkultem Frisch angezogen.
00:08:03: So geht's, gehen wir zurück... Nein, er geht nicht zurück.
00:08:07: Ich habe gesagt, oh ja wir gehen jetzt zurück und bin mit ihm bis vor die Tür vom Gefängnis gegangen, da haben wir angeleitet und dann ist er rein.
00:08:19: Und dann war eigentlich alles in Ordnung.
00:08:21: Er hat aber nicht gesagt wo er war weil es er lieber in den Keller ging.
00:08:27: und dann haben sie mich nächsten Tag angerufen ob ich weiß was war hab ich gesagt ja bei mir zum Ausnüchtern.
00:08:35: Dann musste ich zur Anstaltleitung und wurde mir gesagt, ich werde jetzt angezeigt und gesagt bitte schön, zeig es mich an.
00:08:45: Soll er woanders herum randalieren oder soll ich ihn baden und zurückbringen?
00:08:51: Ich kann ihn ja nicht versprechen!
00:08:53: Ich rufe ihn nicht an.
00:08:55: Das ist ja auch Vertrauensbruch.
00:08:57: das kann ich nicht machen.
00:08:59: Er hätte mir nicht gesagt wo er ist.
00:09:02: aber es ist dann eh alles wieder
00:09:14: Was im Gefängnis der Keller ist, erklärt Norbert Kawanek.
00:09:18: Der Keller.
00:09:19: in der Umgangssprache heißt sie Korrekturzelle.
00:09:24: Da wird man dann eingesperrt wenn man gegen die Hausordnung verstößt.
00:09:29: In Somberg zum Beispiel war das eine Zelle die abgesehen darf und Die Fenster vergittert wurden und die Türe mit einer Stahldürre versehen waren.
00:09:39: dazwischen noch zwei Gitter, sodass man nicht zum Fenster gelangen kann.
00:09:44: Und auch nicht zur Tür wobei die Wahrstelligkeit außerhalb war in dem Raum.
00:09:50: Es hat ein Betonbank geben, wo man am Abend einen Matratzen gekriegt hat.
00:09:57: Damit der Korrekturlink nicht zu bequem ist.
00:10:01: Das ist der Keller!
00:10:03: Aber
00:10:04: zum Glück war er nicht lange drinnen, weil die dann gewusst haben, wo er war.
00:10:08: Im Nachhinein war ich noch froh, dass ich das gemacht habe, weil ein halbes Jahr später war er je tot.
00:10:14: Man war erst neun, dreißig Jahre alt.
00:10:17: Drogen über Dosis... aber ich glaube, er wollte da nie mehr leben.
00:10:24: Dann war ich auch noch mehr froh ...dass ich ihn nicht betrogen habe mit... Und in Wirklichkeit bekommt man letztendlich durch Respekt von den Beamten.
00:10:37: Also, es ist immer besser
00:10:40: so.".
00:11:02: Gelinde Horn ist Mutter von fünf Kindern und mit dem ehemaligen Superintendenten der Evangelisch-Luterischen Kirche in Wien verheiratet.
00:11:11: Ihre Familie hat ihr Engagement immer mitgetragen.
00:11:17: Obwohl er nicht so ausschaut.
00:11:18: Aber ja, war da sehr großärztes, hat das öfter niemand bei uns übernachtet.
00:11:29: Das war ein Gewohnt und die Kinder waren auch schon soweit.
00:11:34: Die haben das irgendwie verstanden.
00:11:37: Irgendwann wollte Gelinde Haaren aber ihren Kindern die vielen fremden Besucher in ihrem Zuhause nicht mehr zumuten?
00:11:45: Das kann ich nicht weitermachen, weil ich kann das ihnen nicht antun.
00:11:50: Dass da immer Leute zu uns kommen und mir war es auch zu viel muss ehrlich
00:11:56: sagen.".
00:11:57: Gelinde Horn versuchte nun eine neue Idee umzusetzen – sie wollte einen Ort schaffen wo Haftenglassene gerade dann Hilfe finden wenn Sie sie am nötigsten brauchen nämlich unmittelbar nach der Freilassung.
00:12:11: Die Idee ist schon dreißig Jahre, weil ich eben mit Freigängen viel zu tun gehabt habe.
00:12:16: Und ich hab mir gedacht wo sollen die hingehen?
00:12:19: Geld haben sie fast keins.
00:12:22: oder wenn sie entlassen werden und mich kennen Sie dann können es da herkommen.
00:12:28: Dann brauchen wir auch einen Raum.
00:12:30: Ich habe erst einen Raum gehabt in der großen Neugasse.
00:12:33: Da haben sie mich hinausgeschmissen und dann bin ich da her, und da habe ich gewusst dass die Frau hier gewohnt hat.
00:12:39: Die war die Kirrendienerin.
00:12:42: Die Gemeinde war früher mehr reich, die hatten eine Kirrendinerin.
00:12:46: Einen Küster oben... Und die hat man hier wohnen lassen bis zu ihrem Tod.
00:12:52: Die ist dann verstorben.
00:12:56: und dann habe ich diese Räume bekommen Und dann haben wir das saniert.
00:13:03: Die Räume bei der evangelisch-luterischen Gustav Adolfkirche bedurften einige Renovierungsarbeiten.
00:13:10: Ja, ich war allein und da waren meine Kinder mitgeholfen.
00:13:13: Da waren hundert Kubikmetermisterinnen.
00:13:17: Neun Container haben wir mal entrümpelt und ich habe Hundertzwanzigtausend Schilling geerbt von einer Verwandten von mir.
00:13:26: Und ein befreundeter Architekt hat gesagt, na du wirst es schon schaffen!
00:13:31: Und dann wird so.
00:13:32: jetzt fangen wir an.
00:13:34: und wie es in Trümpel war und einigermaßen hergerichtet ist war noch Katastrophe draußen mit Herd und mit Alim.
00:13:41: Dann habe ich von einer Frau die ich nie kennengelernt hatte, die hat mich für diesen Zweck sechshundertachzig tausend Schilling hinterlassen.
00:13:52: Ich habe ihn nicht kennengelernt.
00:13:53: Er konnte in einer Zimmerkuchel wohnen?
00:13:55: Ja, entweder er hat es hier eine Erbschaft gemacht und war allein stehen.
00:14:00: Hat aber vielleicht irgendwie ein Schicksal in ihrem Leben gehabt, dass er einen Bezug bekommen hat da her.
00:14:06: Und ich konnte mich gar nicht bei ihr bedanken weil das war im Testament.
00:14:10: Dann habe ich gesagt so jetzt schaut's.
00:14:15: Da konnte man wirklich renovieren mit dem neuen Boden unter Boden alles neu.
00:14:42: Nürnbart kommt mit einem Freund hier rein und trinkt ein Kaffee.
00:14:48: Und dann bist du eigentlich sehr... Ich hab gesagt, ich brauche jemanden zum Boot holen.
00:14:53: Ich habe es anders in Erinnerung.
00:14:54: Ja!
00:14:55: Ich war immer so ein Job beim Christbaumverkauf im Fachrehmild.
00:15:01: Mit dem habe ich mir bei Gemann gespült und das haben wir immer ins Café ausgehauen.
00:15:04: Irgendwann ist ihm das Geld ausgegangen oder er hat gesagt, was?
00:15:08: Geh mal ins Heferl bei Gemmann spülen, weil da ist der Café recht billig.
00:15:12: Damals noch nicht wusste, was das ist.
00:15:14: Da fragte mich wofür der Künstler der heute ... Ich war immer zuverlässig.
00:15:18: Und ich bin halt
00:15:19: kommend und
00:15:19: guert drauf, und irgendwie habe ich sie gefreut gehabt... ...ich bin da verabredet mit Michael.
00:15:25: Er war ja schützling von dir!
00:15:27: Und er ist jetzt hierher und wir sind ins Reden gekommen.. ..und im Gespräch, wo ich erkannt hab was der Herr Linde da macht oder was er am Backhandes
00:15:36: macht und
00:15:37: wie ich sage, das hab ich schon erwähnt, ich hab auch auf Erfahrung bin aber nicht über diese Schiene da hergekommen Und haben wir auch schon gedacht, dass jetzt das Zahnstück am Stammtisch-Deppertag hergeht.
00:15:48: Das macht nichts.
00:15:49: Das ist eine sehr gute Gelingheit und da waren eben das Brot rein, weil sie jährlich gesucht hat der Brot drin.
00:15:54: Wir haben Frieden beim Dienstag, Donnerstag und Samstagbrot vom Ströckholt.
00:15:58: Das haben wir uns mit der Gruppe geteilt.
00:16:01: Den Großteil davon haben wir ins Flüchtlingshaus in die Grenzen gebracht worden, aber es werden noch nicht zu Verleitung.
00:16:04: Da ist sehr viel Brot übergeblieben.
00:16:07: Teilweise warmes Brot?
00:16:09: Das werde ich nie vergessen!
00:16:11: Ja und so bin ich da eingegutscht...
00:16:13: Hineingerutscht und zum ersten Mal in seinem Leben dabei geblieben, ist Norbert Karvaneck beim Heferl.
00:16:20: Ich war halt so ein bisschen einer der nirgends wo lang gebliebene ist.
00:16:26: Und was mich da gefesselt hat Was ich mittlerweile erkenne das ist ein bisschen eine Grede von mir gibt Menschen Sinn und Anerkennung.
00:16:36: Du wirst von allen Problemen weniger haben.
00:16:39: Und genau das habe ich daher nicht gefunden.
00:16:41: Es war sinnvoll
00:16:43: Und
00:16:43: irgendwann haben wir es auch die Anerkennung kommen, obwohl die da in der Pfarrgemeinde wussten, woher ich komme.
00:16:48: Also das ist ja beim Gefängnis war, dass ich rauf war... Das hat irgendwo Karole gespielt und so bin ich halt immer weiter reingutscht.
00:16:59: Ich habe schon Jobs gehabt, wo ich wirklich gutes Geld verdient hab.
00:17:03: Also ein gutes Geld im Sinne von viel!
00:17:05: Hat mich eigentlich glücklich gemacht.
00:17:07: Bin dann drauf gekommen, ich kann nur für Geld alleine nicht arbeiten.
00:17:13: Das funktioniert so.
00:17:17: Es ist ein bisschen Schuldabtragen, es ist ein wenig gesellschaftskritik.
00:17:26: Ich halte das, was ökonomisch auf der Arbeit passiert für komplett verfehlt.
00:17:33: Es sind ein bisschen Selbstbefeuerung... ...es ist ein Menge Spaß!
00:17:39: Weil ich arbeite nur mit Menschen zusammen, ich arbeide nur mit Ehrenamt und Zivilden.
00:17:44: Ich arbeite nur mit Menschen zusammen, die das was sie tun wollen.
00:17:48: Was Besseres kann da gar nicht passieren!
00:17:52: Wie kennt man nicht vorstellen in einer normalen Firma zu bearbeiten?
00:17:54: Mit Leuten, die für Geld arbeiten, weil es auf einem Lütz unterhalten haben... Das ist Glück, das ist großes Glück.
00:18:02: Das ist
00:18:03: unbezahlbar.".
00:18:12: Norbert Kavaneck hat von Gelinde Horn die Leitung des Seefalls übernommen.
00:18:18: Also bereiten wir unsere Gäste, so heißen wir Speisen nicht aus wie Servieren.
00:18:26: Wir bemühen uns träginglich zu sein, so heißt es super Hauptspeise nach Speise.
00:18:30: Das dank Wiener Tafel momentan lückenlos.
00:18:35: und darüber hinaus gibt's kulturelle Veranstaltungen.
00:18:39: Aber wir haben einmal im Monat die Schreibinteressen.
00:18:40: das macht der Franz Blauer, also der ehemalige Leiter der Schreibwerkstätte vom Augustin.
00:18:45: Das ist ein sehr interessantes Konzept, das er laut immer an Literaten nennt.
00:18:49: Der erste Teil ist in den Literaten gewidmet und zu einem Övre wird dann ein Interview, dann gibt es ein Buffet und dann gibt's einen zweiten Teil die Rache des Publikums.
00:18:58: Da lesen dann D oder singen oder machen was anderes dazu bei und schreib Interessen wobei Essen großgeschrieben wird.
00:19:05: also jeder der nur kommt zum Konsumieren, also zum Zuhören bringt halt etwas fürs Buffet mit.
00:19:11: Einige Jahre lang war im Hefal eine Mahlgruppe sehr aktiv.
00:19:15: Es gab Diskussionsveranstaltungen und einiges mehr.
00:19:18: Das Angebot im Heval verändert sich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Zivildienen und den vielen Ehrenamtlichen.
00:19:27: Das Hefal ist aus sich ständig verändener Fleckelteppich.
00:19:31: Ich bin jetzt seit fifteen Jahren dabei und habe bewassen mit wieviel tausend ehrenamtliche Gold.
00:19:37: Manch einer länger, manch einer kürzer.
00:19:39: Lebenssituationen verändern sich, man verliebt sie.
00:19:41: Man findet schon beim Ausland was auch immer.
00:19:44: Eigentlich sind wir keine soziale in Richtung sondern das ist ein Freundeskreis.
00:19:48: Es war ja da unglaublich viel Leid mit.
00:19:50: Manch einer jede Woche, manch einer bei den Flohmärkten.
00:19:54: Manche an sich nur einmal im Jahr ab dem Sack aus dem Fest.
00:19:56: Da steht man die Sepanierer und der Christian hinterm Zopfen bis ich genau einmal im Jahr.
00:20:03: Das ist eine gewachsene Geschichte.
00:20:05: Jetzt haben wir wieder Kumpelmanden.
00:20:07: Floritzlöft war total lustig.
00:20:10: Am Morgen zum Beispiel habe ich ein soziales Kochen, da kommt die Gruppe Glücksbringer, die nennen wir so, weil sie kommen von der Klassenlotterie, seine Bürogemeinschaft und der ganze Liebe, die mittlerweile auch Freunde geworden sind.
00:20:20: Nächste Woche habe ich zwei Schüler dort, die vierzehn Stunden Sozialstumm machen im Rahmen ihrer Ausbildung zur Schule.
00:20:27: Wochenende habe ich die Vienna Quiz Church dort, dem machen alle zwei Monate das soziale Kochen.
00:20:32: also es passiert ist nicht viel.
00:20:35: Genau, wir haben die meinützige Leistung herin.
00:20:38: Das war heiß und fräher hat man auch wenn man Geldstoffen kriegt und dann baut ihn dazu ein kennen.
00:20:42: Dann hat man eine Satzerestaffe antreten müssen und das ist natürlich eine blöde Geschichte.
00:20:47: Wenn es zwar einen Job hast aber nicht genug Geld damit du die Stoff zahlen kannst weil dann verließt den Job wenn du ins Gefängnis musst.
00:20:53: Insofern kann man Sozialstunden ableisten Und da sind wir sehr beliebt weil wir heute am Wochenende aufhaben und das für Berufsbedingungen natürlich vom Vorteil ist.
00:21:03: Gelinde Horn gehört zur Gruppe der Golden Girls im Heferl und kümmert sich unter anderem um den Flohmarkt.
00:21:11: So verschieden die Menschen, die sich im Heverl engagieren auch sind – es klappt einfach!
00:21:16: Das Ganze hier ist eigentlich ein sehr geordnetes Chaos.
00:21:22: Es ändert sich immer, es kann morgen ganz anders sein und trotzdem funktioniert's.
00:21:28: Und ich glaube das gefällt den meisten Leuten.
00:21:30: Sie kommen kochen da, niemand bestimmt über ihr Kochen und sie sind lustig miteinander.
00:21:38: Und ich glaube das gefällt den Leuten.
00:21:41: es wird zu wenig vorgeschrieben.
00:21:43: Wir nennen uns erstens einmal Management bei Bauch und zweitens einmal jeder nach seinen Bedürfnissen und jeder noch seine Möglichkeiten und wir haben vielleicht zu unseren Mitarbeitern sehr unterschiedliche Mitarbeiter.
00:21:57: auf der anderen Seite haben wir Leute die auch selbst am uns betroffen sind.
00:22:01: Beziehungsweise schon meine Gäste waren die Eevee, zum Beispiel.
00:22:04: Die Eeveee war eine Leinerzieherin von einem Puppen oder einer Mädel.
00:22:07: Umgarin!
00:22:08: Beide haben einen guten Weg begangen.
00:22:11: Einer ist Anwalt und der andere ist Ärztin oder umgekehrt – das weiß ich nicht genau.
00:22:15: Haben schon Enkelkinder... Und die Eevieee hat irgendwann einmal gemerkt als Gast dass wir im Stress und so ist sie halt eine Grutsch.
00:22:23: Auf der anderen Seite haben wir aber auch berufstetige Leute, beziehungsweise Leute die schon pensioniert sind, z.B.
00:22:28: die Monika, die kommt immer am Donnerstag, deshalb pensioniere ich die Zahnärztin bis zu mir gekommen und habe die Nation gehabt, die verkauft.
00:22:36: mir geht es nicht schlecht.
00:22:37: Ich würde gern was zurückgeben, kann's mich brauchen.
00:22:41: Am Sonntag kommt immer der Donner, das ist ein Telekom-Mitarbeiter, war ziemlich lang freigestellt, ist aber der Typ Walden.
00:22:49: Man glaubt's ja gar nicht, aber die meisten wollen ja was tun.
00:22:52: Ist ja nichts so das die meisten nix tun wollen und Gott dafür haben wollen, sondern die meisten entwickeln.
00:22:55: was tun gibt Menschen Sinn und Anerkennung.
00:22:58: Was ich gesagt habe... Und da damals war er freigestellt und nach einem halben Jahr war es ein Garten einfach Piccobella und der hat nicht mehr gewusst, dass er machen soll und dann ist auch jetzt wie eine Darfel gegangen über die Wiener Darfel oder uns kennengelernt.
00:23:08: Da waren wir so begeistert.
00:23:09: mittlerweile ist er wieder eingestellt bei der Telekom und kommt trotzdem jeden Sonntag zu mir und hilft doch halt mit!
00:23:16: Das Schöne ist ja dann auch Leute, die kommen.
00:23:20: Der eine hat den Rechtsanwaltskanzlei und kommt mit seiner Kanzlei hoch.
00:23:25: Und da gibt es dann wieder ganz andere Leute und das harmoniert aber so.
00:23:30: Das ist das Schönen dran!
00:23:32: Das ist eine ziemliche Miskulanz, die es uns ausmacht.
00:23:36: Bei uns hat das sowas Unmittelbares.
00:23:38: Da ist jeder ohne Maske.
00:23:39: Da is man einfach so wie man is'.
00:23:42: Unter den Gästen im Häferl geht es nicht immer so harmonisch zu.
00:23:46: Das gehört auch dazu, das muss so sein!
00:23:49: Ohne unsere schwierigen Gäste wollen wir... Das wollen wir nicht, wir brauchen schwierige Gästchen.
00:23:55: Galinda Horn hat durch all die Jahre im Häferl und als evangelischer Gefängnisseelsorgerin bei Schwierigkeiten immer ihr Glaube geholfen.
00:24:04: Ich würde das auch als nichtgläubige Kommunistin machen wahrscheinlich aber was mir geholfen hat das alles leichter zu ertragen.
00:24:16: Das muss ich schon sagen, die Schwierigkeiten oder die schwierigen Menschen für mich ist dann immer und wir haben ja auch oft nicht Flüchtlingen zu tun eine Zeitung haben überhaupt welche hier gewohnt so als Notquartier Die Essen dann, die ist nicht und das nicht.
00:24:33: Also es ist oft nicht so leicht, gell?
00:24:35: Und untereinander, wenn sie aus verschiedenen Ländern kommen, vertrunken sie sich auch nicht... ...und für mich ist dann immer, denk mal, wir sind alle Gottes Kinder!
00:24:45: Dann halt ich das Leichter aus – und der Norbert auch.
00:24:51: Der Glaube an sich spielt für mich keine Rolle.
00:24:53: Christliches Sozialjahre ist ja wohl.
00:24:55: Und die christliche Sozialjahr ist in unseren christlichen sozialen Politikern ins Herz gelegt.
00:25:01: Sie sollten sich ein bisschen informieren, wie das so funktioniert.
00:25:06: Für Norbert Carverneck sind es Sinn und Anerkennung die er im Hefel gefunden hat und die ihn dort halten.
00:25:15: Für Gerlinde Horn ist es die Zuneigung zu den Menschen.
00:25:19: Nach Afrika ist sie übrigens doch noch gekommen.
00:25:22: Neun Jahre lang reiste sie jährlich nach Ghana und sammelte unter anderem für den Bau einer Mädchenschule Geld- und Sachspenden in Österreich.
00:25:30: Mama Linda, wie sie in Ghana genannt wurde hat aber während dieser Zeit das Hefal und seine Gäste nie vernachlässigt.
00:25:40: Das ist so wie mit der Liebe, die fällt irgendwo hin.
00:25:44: Man weiß nicht warum.
00:25:47: Ich mag einfach diese Leute, ich mag viele Menschen und halt die Besondersten ein bisschen anders sind.
00:25:55: Und es lohnt sich ja auch.
00:25:58: Manchmal lebe ich ein bissel ... In zwei Welten.
00:26:01: Über meinen Mann bin ich dort und da eingeladen, bei irgendwelchen Events und so.
00:26:07: Bin ich sehr ungern hingegangen aber im Nachhinein bin ich froh dass ich doch hingegangen bin weil da gibt es Geld.
00:26:16: Ganz zu berechnet bin ich nicht, aber ich denke mal das lohnt sich dass die dann auch ein bisschen was tun können.
00:26:24: Und es ist ja so, weißt du?
00:26:26: Wenn man so etwas erzählt... Es bewegt ja andere Leute.
00:26:30: Man soll nicht sagen da kann man nichts machen und das ist halt so.
00:26:34: Nein!
00:26:34: Man kann was machen.
00:26:35: Ich will immer der Meinung, man kann was Machen.
00:26:38: Man kann etwas Machen und man kann andere Leute dazu bewegen mitzumachen.
00:26:58: Eine Sendung über das Hefal in Memoriam Gelinde Horn.
00:27:03: Sie war eine beeindruckende Frau, die viel bewegt hat.
00:27:06: Für Engagement ist sie mit dem Kärntner Menschenrechtspreis geehrt worden.
00:27:13: Am vierundzwanzigsten Juli ist Gelinderhorn gestorben.
00:27:16: Vorgestern wurde sie auf dem evangelischen Friedhof in Simmering beigesetzt, morgen Abend
00:27:22: um
00:27:22: achtzehn Uhr wird er ein Gedenk-Gottesdienst gefeiert in der Johanniskirchen Klagenfurt – der Geburtsstadt von Gelinderhorn.
00:27:31: Das Hefel besteht übrigens weiterhin und serviert einen frisch gekochten Dreigangmenü kostenlos an alle die Bedarf haben.
00:27:41: Gelinde Horn hat mehrere Bücher geschrieben, Lyrik und Prosa.
00:27:46: Einen Link zu den Büchern finden Sie auf radioklassik.at im Artikel zu dieser Sendung in Memoria Gelinde Horne.
00:27:57: Monica Fischer verabschiedet sich.
00:27:58: – ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend mit dem weiteren Programm von Radioklassikt Stefans Dom!
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