Michael Ludwig
Shownotes
Wo kühlt sich Michael Ludwig im heißen Wiener Sommer ab? Welche Orte in der Hauptstadt mag er besonders gerne und was bedeutet ihm der Stephansdom? Der Bürgermeister besucht uns in unserem Studio nächst dem Dom und spricht mit Monika Fischer über seinen Glauben, sein Treffen mit Papst Leo XIV. und darüber, ob man sich in der Politik treu bleiben kann. Michael Ludwig ganz persönlich.
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00:00:01: Im heutigen Sommergespräch ist der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig zu Gast.
00:00:11: Es ist ein bewusst nicht politisches, sondern persönliches Interview in dem der Bürgemeister über seinen Glauben seine Kindheit und über Enttäuschungen spricht – und darüber ob man sich in der Politik treu bleiben kann!
00:00:26: Das Interview hat Monika Fischer vergangenen Mittwoch am Tag der Sonnenfinsternis geführt.
00:00:31: Bürgermeister Michael Ludwig, willkommen bei Radio Klassik Stefans Dom.
00:00:36: Hören Sie eigentlich gerne klassische Musik?
00:00:40: Ich möchte mich zuerst herzlich für die Einladung bedanken und ich höre sehr gerne klassisch Musik – sehr oft auch auf Radio Klasik als ein Radiosender der es verstanden hat, ein ganz spezielles Segment im Radiobereich zu betreuen.
00:00:54: Und ich denke das ist mit dem Grund, dass es viele treue Zuhörerinnen und Zuhörer gibt!
00:00:59: Worüber wir uns natürlich sehr freuen.
00:01:01: über unsere treuen Hörerinnen und Hörern, Herr Bürgermeister.
00:01:05: Es ist Sommer es ist sehr heiß.
00:01:08: gerade spielen wir nicht so weil wir in einem klimatisierten Studio sitzen.
00:01:12: In unserem Büro spüren wir die Hitze sehr wohl.
00:01:16: wie schauts denn im Büro aus?
00:01:18: das Rathaus ist ja ein denkmalgeschütztes Gebäude.
00:01:21: kann man da klimatisieren?
00:01:23: Sie haben völlig recht, da.
00:01:24: das Rathaus ist ein denkmalgeschütztes Gebäude.
00:01:28: Hat viele Vorteile aber gerade im Sommer auch den Nachteil dass große Fenster sich aufheizen und es natürlich auch wiedergegeben wird.
00:01:37: Wir haben allerdings mittlerweile den Vorteil, dass wir teilweise an der Fernkelde angebunden sind.
00:01:43: Das ist ein neues Prinzip, das wir in Wien ausbauen wo es uns gelungen ist ausgehend von der Innenstadt schon einige größere Gebäuden anzubinden, wie zum Beispiel das Allgemeine Krankenhaus und auch andere Einrichtungen wo sich viele Menschen aufhalten.
00:01:59: Beim Rathaus gelingt es nur teilweise weil wir haben insgesamt ein thousand zweihundertfünfzig Räume.
00:02:06: also es ist nicht alles gekühlt aber überall dort wo sich mehr Menschen auf halten also insbesondere in den Veranstaltungsräumern die ja auch im Sommer intensiv genutzt werden gelingt sie doch ein paar Grad runter zu kühlen.
00:02:20: pro Jahr in etwa ein tausend Veranstaltungen im Wiener Rathaus.
00:02:25: Das ist nicht nur das Zentrum für Politik und Verwaltung, sondern auch die Möglichkeit für viele Wienereinnen und Wienern und Gäste, die zu uns in die Stadt kommen, das Gebäude zu benutzen.
00:02:35: Und von daher nutzen wir das auch im Sommer sehr intensiv und versuchen mit der Fernkehle ein wenig regulierend
00:02:42: einzugreifen.".
00:02:43: Wo halten Sie sich denn sonst gerne auf?
00:02:46: Der große Vorteil in Wien ist ja, dass wir sehr viele Grünflächen haben.
00:02:50: In etwa die Hälfte des gesamten Grundgebietes in Wiedern ist Grünraum oder sind Wasserflächen – vierzehn Prozent werden landwirtschaftlich genutzt!
00:03:00: Wir sind eine Millionenstadt mit einem sehr großen Anteil an Grünrahmen und wir haben insbesondere eine Besonderheit für viele Metropolen auch völlig.
00:03:11: unverständlich ist.
00:03:12: Nämlich, dass wir dreiundsechzig Kilometer freien Zugang zu Naturwasser haben.
00:03:18: Etwas was ja sogar in den Sehengebieten schon mittlerweile keine Selbstverständlichkeit mehr ist, ist die in einer Metropole Wien-Wien die Möglichkeit sich abzukühlen das man ohne Eintritt Naturwasser benutzen kann und der Gänze dazu haben wir noch achtunddreißig städtische Bäder verschieden ausgerichtet in unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden.
00:03:42: Und von daher ist es eine gute Möglichkeit auch die sommerliche Hitze in einer Großstadt wie Wien zu nutzen, sich in der Natur abzukühlen und die Stadt zu genießen.
00:03:54: Wo machen Sie das am liebsten?
00:03:56: Wenn ich ja Gelegenheit habe meiner Freizeit ein paar zu benutzen dann ist es sicher das gehen sehr häufig.
00:04:04: Das ist ein, wie ich meine auch europaweit einmaliges Bad das ganz unterschiedliche Bedürfnisse abdeckt.
00:04:10: Also es gibt Teile da kann man sehr viel Spaß mit vielen Menschen haben und es gibt aber auch Teile wo man sich zurückziehen kann und wo man eigentlich direkt in der Natur auch am Wochenende fast ganz ruhig und alleine das Bad genießen kann.
00:04:26: Und dann gibts natürlich auch viele Flächen die ich sonst gerne nutze.
00:04:31: wenn ich eine Stunde mehr Zeit habe gehe ich sehr gerne im Achfeldkanal spazieren.
00:04:36: Das ist ein sehr gut gelungenes Projekt der Renaturierung, wo anderen für sich eine Zuleitung der Donau genutzt worden ist um das Markfeld zu bewässern schon vor vielen Jahren.
00:04:47: Ich war damals Bezirksrat und wir haben in Floridsdorf damals durchgesetzt dass das nicht eine Verrohrung ist, wo nur das Wasser transportiert wird sondern das würde die Gelegenheit benutzen einen Naherholungsgebiet neu zu schaffen und das ist auch gelungen gibt es viele Menschen, die dort wandern, laufen, Rad fahren und die Natur genießen.
00:05:08: Und mittlerweile gibt's viele Tiere, die sich dort angesiedelt haben.
00:05:11: Also ist ein schönes Zeichen, dass man auch in einer Millionenstadt renaturierte Flächen schaffen kann und vieles auch der Natur wieder zurückgeben kann und den Möglichkeiten, den Menschenmöglichkeiten bieten, Freizeit zu
00:05:24: genießen.".
00:05:25: Zu welchen Orten in Wien haben sie noch so eine besondere Beziehung?
00:05:31: Es gibt natürlich viele Gebiete gerade als Wiener Bürgermeister, die ich in Wien besonders schätze.
00:05:37: Aber weil wir uns wie ein unmittelbarer Nähe des Steffansdoms befinden ist der Steffansturm sicher ein besonderer Ort, ein Kraftort Nicht nur das Wahrzeichen für Wien, ich würde glauben auch für ganz Österreich.
00:05:50: Auch deshalb weil nach dem Furchtbahnbrand im April-Mapril-Ninz in fünfundvierzig alle Bundesländer zusammengeholfen haben den Steffansdom wieder aufzurichten und es gibt ja viele deutliche Zeichen auch ihm Steffanstom die darauf verweisen wie sehr sich auch alle Bundes Länder bemüht haben dieses gemeinsame Wahrzeichens wieder zu errichten und ich finde das ein schönes Symbol dafür dass wir ein Land sind in Österreich, das insbesondere in Krisenzeiten zusammensteht.
00:06:19: Also von daher ist der Steffans Dom natürlich spiritueller Kraftort und Zentrum der katholischen Kirche aber darüber hinaus für viele Menschen auch einen Ort an dem man sich aufrichten kann.
00:06:30: Ein Symbol.
00:06:32: in vielerlei Weise.
00:06:33: würden Sie sich eigentlich als religiös bezeichnen?
00:06:38: Würde ich mich so bezeichnern immer natürlich auch ein Mensch, der zweifelt und auch um den eigenen Glauben ringt.
00:06:47: Aber ich denke es macht Sinn sich mit Themen zu beschäftigen die über unsere Endlichkeit hinausgehen und von daher sehe ich mich nicht nur als religiöser Mensch sondern bin ja auch Teil der katholischen Kirche und nutze meine Funktion als Wiener Bürgermeister auch um alle Religionsgemeinschaft in Wien zu organisieren.
00:07:07: Ich habe einen Religionsrat eingerichtet Und ich bin sehr dankbar, dass auch Kardinal Schönborn hier auch sehr aktiv mitgewirkt hat.
00:07:15: Um deutlich zu machen, dass wir eine Stadt des Friedens, des Miteinanders sind und dass wir über Religionsgrenzen in Weg zusammenarbeiten wollen.
00:07:24: Ich denke das gelingt uns deutlich besser als anderen Teilen der Welt und von daher ist es etwas was für Wien steht Und ich bin wie gesagt mit einem Kardinal und vielen anderen, die auch in der katholischen Kirche hier mitwirken.
00:07:36: Sehr dankbar dass uns es gelingt dieses Klima zu schaffen!
00:07:41: Diese Zusammenarbeit mit Kardinal Christoph Schönborn wird jetzt fortgesetzt mit seinem Nachfolger dem neuen Erzbischof von Wien Josef Grünwidl.
00:07:50: Wie gut kennen Sie denn den neuen Wiener Erzbeschiff schon?
00:07:54: Ja ich habe ein Erzbschiff Josef Grünwidl, nicht nur kennengelernt sondern auch sehr schätzen gelernt.
00:08:00: Ich bin überzeugt dass es gelingen wird diese sehr gute Zusammenarbeit die ich mit Kardinal Schönborn gehabt habe über viele Jahre vorzusetzen.
00:08:09: also wir sind uns glaube ich persönlich sehr nahe und haben das Tu-Vert ausgetauscht und ich bin ja über viele jahre Schirm hier gemeinsam mit Kardinall Schönborn des Wiener Steffans Doms ist uns da viel gelungen wie zum Beispiel die Sanierung der Riesenorgel und viele andere Renovierungsschritte.
00:08:26: Und ich bin sehr zuversichtlich, dass gerade auch diese besondere Menschlichkeit für die Erzbischof Josef Grünwidl steht – das es da gelingen wird, viele Menschen anzusprechen sich im Rahmen der katholischen Kirche zu engagieren.
00:08:41: Mit Tom Faratoni-Farber sind Sie auch gut bekannt?
00:08:44: Was verbindet sie beide?
00:08:46: Ich habe mich verbindet mit Tom Faradoni- Farber vor allem Das Bemühen Menschen für die katholische Kirche zu interessieren, die vielleicht sonst dieses Interesse über den traditionellen religiösen Weg nicht finden würden.
00:09:00: Ich glaube das ist die Stärke des Dompfarrers, dass also das Standbein in der katholischen Kirche hat aber das Spielbein entteilen der Gesellschaft, die Vielleicht sonst nicht so für die Katholisch Kirche reichbar sind.
00:09:13: und es ist immer sinnvoll, dass man beides miteinander verbindet denn wir wollen ja uns nicht nur in einem Dom zurückziehen, sondern wir wollen ja hinausgehen in die Welt.
00:09:25: Wir wollen mit den Menschen im Dialog sein und auch Menschen dafür gewinnen sich auch im Rahmen der katholischen Kirche zu engagieren.
00:09:31: Und ich glaube er hat viele Menschen getauft, verehrlicht, die sonst vielleicht den Weg zur katholischen Kirche nicht gefunden
00:09:40: hätten.".
00:09:41: Dummfahrer Farber wird bald in Pension gehen und möchte aber dann weiterhin für die Menschen da sein.
00:09:47: Es gibt ja Gerüchte, dass er vielleicht ein Büro im Rathaus bekommt.
00:09:51: Was wissen Sie darüber über dieses Gerücht?
00:09:54: Also ich bin sicher sehr interessiert auch die persönliche Zusammenarbeit weiter zu pflegen.
00:09:59: in welcher Form das ist, glaube ich noch un- ausgesprochen aber da ist natürlich sehr viel... weiß und auch bereit ist, das zu erzählen in der Öffentlichkeit.
00:10:11: Auch über Medien zu erzähln ist sicher ein Vorteil den man nutzen sollte um die katholische Kirche in Zukunft auch in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen zu positionieren.
00:10:22: Herr Bürgermeister kommen wir mal ein bisschen auf die Klischees zu sprechen, die es über Wien gibt.
00:10:30: Da gibt's sehr viele.
00:10:31: Gibt's eines wo sie sagen ja das trifft schon zu?
00:10:34: So sind die Wienerinnen und Wienern, wenn man das so ein bisschen verallgemeinern darf.
00:10:39: Naja ich glaube dieses Klischee, dass man gerne über alles ranster ist, glaube ich nicht ganz unbegründet.
00:10:46: Allerdings, wenn dann außenstehende Wien kritisieren, sind dann die allermeisten WiennerInnen ja doch wieder bereit ihre Stadt zu verteidigen oder zu vertreten.
00:10:59: Aber dieses Ranzen hängt vielleicht immer auch damit zusammen, etwas verbessern möchte.
00:11:04: Das ist ja auch was Gutes, wir sind ja eine der lebenswertesten Städte weltweit.
00:11:09: es ist uns in den letzten Jahrzehnten so viel gelungen.
00:11:12: Wir haben so viele Krisen auch überstanden und haben das positiv umgesetzt Und ich bin ja einem Lebensalter wo ich ein bisschen zurückblicken kann.
00:11:21: Ich kenne noch die Stadt wie sie vor vierzig fünfzig Jahren ausgesehen hat zum Teil vor sechszig Jahren Und da ist schon sehr vieles gelungen, nicht dass alles perfekt wäre und es jetzt noch nicht vieles zu machen gäbe.
00:11:35: Aber man darf schon auch stolz zurückgeblicken das die Wienerinnen und Wienern schon sehr viele vorangebracht haben.
00:11:42: Das auch im Dialog mit den anderen Bundesländern.
00:11:44: erfreulicherweise leben ja viele Menschen aus andere Bundesländer bei uns in Wien fühlen sich auch hier wohl und von daher freue ich mich sehr, dass wir nicht nur Bundeshauptstadt sind sondern auch einer der wichtigsten Metropolen in der Europäischen Union.
00:12:01: Wir sind mittlerweile die zweitgrößte Stadt im deutschsprachigen Raum, wir sind die fünftgrößten Stadt in der europäischen Union – wir haben eine Bedeutung, die weit über die Rolle der Hauptstadt Österreichs hinausgeht.
00:12:11: Es sind mehr als vierzig internationale Organisationen In Wien beheimatet von der UNO über die internationale Atomenergiebehörde, die OPEC viele Einrichtungen, die Friedensschaffende Maßnahmen setzen.
00:12:26: Darauf können wir stolz sein und das muss man auch immer pflegen.
00:12:28: Das passiert nicht von selbst um da.
00:12:30: ich denke dass es wichtig ist dass wir auch die Möglichkeiten die Wien in der Zukunft hat auch entsprechend nutzen und wir sind auch der Wirtschaftsstandort in Österreich der auch als Motor fungiert wird.
00:12:48: Wir haben das Einzige Bundesland in den letzten drei Jahren mit einem Wirtschaftswachstum.
00:12:58: Also wir ziehen auch die Wirtschaft in Österreich und was auch ein Zeichen dafür ist, dass die Wienerinnen und Wieners sehr tüchtig fleißig sind und dass wir gutgehende Unternehmen haben.
00:13:08: Und es ist uns gelingt, gemeinsam die Stadt mit den Sozialpartnern und vielen anderen Einrichtungen hier voranzugehen.
00:13:15: Das möchte ich auch als Wiener Bürgermeister für die Zukunft erhalten und ausbauen.
00:13:19: Michael Ludwig vielleicht schauen wir uns ein bisschen an woher sie kommen?
00:13:22: Ihre Familiengeschichte, ein anderes Wienercliché sagt ja oder früher hat man so gesagt jeder echte Wienern hat eine bümische Großmutter.
00:13:30: Ich weiß nicht wie das für ihnen ist.
00:13:32: Ja also wir sind glaube ich sehr bunt zusammengesetzt aus verschiedenen Teilen Österreichs und darüber hinaus.
00:13:39: Aber ich komme eher aus wirtschaftlich behängteren Verhältnissen, meine Mutter war eine Alleinerzieherin, hat in der Fabrik gearbeitet, ist noch ein Putzen gegangen, hat dann die Heimatbeit nach Hause gebracht am Wochenende, hat sich dann in einem Wirtshaus ausgeholfen und ich habe schon sehr frühzeitig auch begonnen zu arbeiten, ich glaube ab zwölf oder dreizehn Jahren als sogenannte Kramanzer in einem Gasthaus, also wo man die Tische abräumt um den Kellnerntag der Arbeit zu erleichtern.
00:14:09: Und von daher kenne ich auch die Entwicklung vieler Teile in Wien, wo es früher auch in den inneren Bezirken noch Kleinindustrie und Gewerbe gegeben hat.
00:14:19: Wir haben damals wie Kind war im siebten Bezirk gewohnt.
00:14:23: Da sind noch Kleinfabriken gewesen.
00:14:26: meine Mutter hat in einem Gründerzeithaus gearbeitet.
00:14:28: das war eine Fabrik auf Drehstock aufgeteilt.
00:14:32: Das Unternehmen ist mittlerweile auch in Wien noch tätig, aber ein international tätiges Unternehmen.
00:14:36: Also man sieht wie aus kleinen Betrieben in Wyn große internationale Unternehmungen geworden sind.
00:14:43: Aber da hat sich eben viel in Wynn geändert und wie ich meine durchgehend zum Positiven.
00:14:49: also Ich bin kein Mensch der die Vergangenheit erklärt Sondern ich sehe schon dass es im Wesentlichen für alle meisten Menschen nicht für alle Und man muss immer hinschauen Ganz besonders dort, wo es Menschen schlecht geht.
00:15:02: Aber in Summe gesehen gibt es einen Aufstieg einer ganzen Generation über viele Jahre hinweg das sich nicht nur im Materien geäußert hat sondern auch in vielen Formen des Zusammenlebens.
00:15:14: Es war jetzt eine lange Zeit das aufbauen und es ist eigentlich vieles immer besser geworden.
00:15:20: ich würde noch gerne von Ihnen wissen wie waren Sie denn als Kind?
00:15:25: Ja, ich glaube, ich war ein sehr ruhiges Kind eigentlich.
00:15:28: Auch ein Kindes in der Lage war sich ruhig mit sich selbst zu beschäftigen.
00:15:31: Ich habe eine Schwester die immer gerne mit anderen Kindern unterwegs war aber ich habe mich stundenlang alleine beschäftigen und spielen können.
00:15:38: also ich war eigentlich ein Kind das auch in derlage war sich sehr fokussiert auf Dinge zu konzentrieren.
00:15:45: Ich war ein mittelmäßiger Schüler glaube ich.
00:15:48: Ich habe immer in meiner ganzen Schule und Studienzeit parallel gearbeitet, egal ob beim Bauessenpanschinen verlegt oder bei der Postbackel geschupft oder im Sommer Brief ausgetragen.
00:16:00: Also ich habe alles Mögliche gemacht um auch meine Schulzeit und meine Studienzeit zu verdienen und von teuer habe in Arbeit immer auch etwas sehr Erfüllendes gesehen und nicht etwas nur belastendes.
00:16:12: Das macht ja nicht immer Spaß, egal welche Arbeit man hat.
00:16:15: aber im Summe gesehen habe ich Arbeit immer als etwas Wertvolles in der Gesellschaft gesehen.
00:16:19: Und wann haben Sie beschlossen?
00:16:22: Sie möchten Politiker werden?
00:16:24: Ja eigentlich war das nicht so ein konkreter Beschluss sondern es hat sich langsam daraus ergeben dass ich begonnen hab auch ausgehend von meiner Schulzeit Verantwortung für andere zu übernehmen Als Klarsensprecher in der Schule oder später als Mitarbeiter, in einer S-Bösektion in Floridsdorf.
00:16:44: Wo ich ehrenamtlich die Anliegen anderer Menschen betreut habe und so ist es dann langsam gewachsen.
00:16:52: Sie heißt als ehrenamtlicher Mitarbeiter über viele Jahre Als Bezirksrat, wo man dann schon in einem Mandat tätige ist als Bundesrat Gemeinderat Landtagsabgeordneter Mitglied der Stadtregierung, Stövertretender Landeshauptmann und Bürgermeister- und Wiener Landeshauptmann.
00:17:08: Das hat sich über viele Jahre eigentlich entwickelt und unabhängig davon ob man eine hauptberufliche Tätigkeit an der Politik anstrebt heute das für wichtig dass man bereit ist auch ehrenamtlich Funktionen zu übernehmen und Interessen anderer Menschen zu vertreten.
00:17:26: Was hat sich dann anders herausgestellt, als Sie es vielleicht vorgestellt haben in Ihrer politischen Berufslaufbahn?
00:17:33: Über viele Jahre sind sie ja hineingewachsen das Ganze.
00:17:36: Aber wahrscheinlich hat man vorher von einem Beruf, den man ausübt schon eine Vorstellung und dann ist manches doch anders.
00:17:43: Naja, es hat mich schon interessiert wie funktioniert das Zusammenleben von Menschen, wie funktioniert Politik – das ist ja im Wesentlichen ist ja das Organisieren des Zusammenlebens von Menschen.
00:17:55: Und ich habe auch Politikwissenschaft und Geschichte studiert, es ist natürlich immer interessant, Theorie und Praxis miteinander zu vergleichen.
00:18:02: Man sieht dann auch entsprechende Konsequenzen, dass was man in Büchern nachliest bei Seminaren hört und dann in der Praxis persönlich erfährt ist dann nicht immer kompatibel und von daher ist es interessant zu sehen, wie sich manches heute in der Realität anders erleben lässt.
00:18:22: Aber ich kann nur allen auch jungen Menschen raten und zwar jetzt unabhängig wo und wie sie sich engagieren – sich zu engagieren!
00:18:30: Das Zusammenarbeiten mit Menschen ist etwas ganz Wichtiges und Wertvolles.
00:18:36: Es bringt Enttäuschungen, bringt aber auch viele schöne Momente.
00:18:39: Kann man sich in der Politik immer treu bleiben?
00:18:43: Ja, das kann man.
00:18:44: Ich halte es für ein schweres Gerücht, dass man quasi immer genötigt ist gegen den eigenen Willen vorzugehen.
00:18:51: Das kann ich sagen habe ich nie gemacht.
00:18:55: Ich habe immer versucht dafür einzutreten.
00:18:58: so wie ich das auch sehe hat mir nicht immer einen Blass beschert – auch jetzt nicht!
00:19:03: Ich erinnere mich an das immer auch laufend also nicht nur in der Vergangenheit Aber dazu muss man auch stehen, schadet einem auch nicht.
00:19:10: Ihr überlebt eigentlich dass wenn man Konsequenz seinen Weg geht den argumentieren kann und nicht zum Schaden anderer Menschen macht das es dann auch später von vielen akzeptiert wird und nachträglich auch als richtig eingeschätzt wird.
00:19:23: also dass man sich da in der Politik ständig verleugnen muss heute für einen Gerücht und heut ich eigentlich für eine Feigheit von jenem die immer etwas vorschieben um nicht für die eigene Meinung einstehen zu müssen.
00:19:34: Und gibt es auch Freundschaft in der Politik?
00:19:35: Kannst du sowas geben?
00:19:37: Gibt es ganz viel Freundschaft.
00:19:39: Es gibt auch Enttäuschungen, aber es gibt auch viel Freundschaft.
00:19:42: Auch das ist ein Gerücht finde ich, dass man in der Politik nur mit Distanz mit anderen umgeht oder dass man so quasi immer betrogen und belogen wird – da stimmt nicht!
00:19:53: Also ich habe unglaublich viele Freundschaften erlebt in der Politik.
00:19:57: Viele sehr geradlinige sympathische offene Menschen und dann gibt's halt ein paar andere auch.
00:20:02: Das ist natürlich so.
00:20:05: Von daher bin ich ja ein großer Anhänger des Philosophen Viktor Frankl, der einmal gesagt hat es gibt zwei Rassen von Menschen und das teile ich auch diese Einschätzung nämlich die Anständigen und die Unanständigen.
00:20:17: Und so teile Ich im Wesentlichen auch einen Großteil der Menschheit ein.
00:20:21: Das geht dann über Parteigrenzen hinweg?
00:20:23: Absolut!
00:20:24: Ich arbeite mit sehr vielen Menschen aus anderen Parteien sehr gut zusammen und ich arbeite nicht mit allen gut zusammen, die aus meiner eigenen Gesinnungsgemeinschaft kommen.
00:20:34: Wie bleibt man denn, wenn man so ein hohes Amt ist, innerhart wie sie als Bürgermeister?
00:20:38: Wie bleibt einen trotzdem mit den Menschen in Kontakt.
00:20:42: Also mit dem Menschen und das geht in die täglichen Entscheidungen.
00:20:45: Er vermeint natürlich mit unglaublich vielen Veranstaltungen.
00:20:48: also ich bin ja sehr viel unterwegs jeden Tag.
00:20:52: Viel Lebenszeit, großen Micsitzungen... auf sehr zermürbend, zeitraubend sind.
00:20:57: oder der Großteil ist natürlich mit dem Kontakt mit Menschen verbunden.
00:21:03: Ich glaube man muss sich nur schützen, sich selbst schützen vor zu viel Zynismus oder dass man sich heute nur formal mit Menschen ausrichtet und kommuniziert und nicht die wirklichen Interessen heraus hört.
00:21:17: also man muss ein offener Mensch bleiben Was natürlich immer auch die Gefahr von Verletzungen mit sich birgt, das muss man sich auch eingestehen.
00:21:24: Nicht jeder Kontakt mit anderen Menschen ist immer nur freundlich und manches gerade in einer politischen Funktion ist auch damit verbunden dass man von vielen Jahren gesehen wird nicht nur als der Mensch der Mann ist sondern auch das Bild das man abgibt in der Öffentlichkeit.
00:21:43: Man steht ja sehr oft an Man steht für die Politik insgesamt, man steht für eine Partei.
00:21:48: Man entsteht für eine bestimmte Funktion und das muss einem bewusst sein.
00:21:53: Und nicht jede Kritik, die bei einem Aufschlag richtet sich an den Menschen sondern sehr oft an das Bild, dass man vermittelt oder die Funktion, die man ausübt.
00:22:02: Da muss man lernen umzugehen und man muss sich hüten zu zynisch zu werden, sondern man muss weiter ein offener Mensch bleiben.
00:22:09: Wie gehen Sie damit um?
00:22:09: Wie schaffen sie das gut zu ... Ich möchte nicht sagen überwinden aber... gut mit sich umzugehen da auch?
00:22:16: Ja, freulicherweise habe ich unglaublich viele positive Kontakte.
00:22:20: Wenn es einmal einen nicht so angenehmen gibt dann hilft das sehr dass man wieder sehr viele positive Begegnungen hat.
00:22:27: also ich glaube man muss immer ein bisschen in der Balance bleiben.
00:22:30: für einen selber ist ja auch ein Mensch und ich finde es nicht sehr gut die generelle öffentliche Diskussion die generell Öffestimmung eigentlich sich ins negative dreht, auch durch mediale Berichterstattung und ich sehe eigentlich in politischen Mitbewerbern immer den Menschen primär und versuche niemanden absichtlich Schaden zuzufügen oder emotional negativ zu beeinflussen.
00:23:00: Aber es gibt schon so eine generelle Stimmung jetzt in der öffentlichen Diskussion wo ich sage vielleicht sollte man sorgfältiger miteinander umgehen Also mal so nichts machen, was dann selber auch nicht angenehmes.
00:23:15: Nach diesem Kantchenprinzip sollte man eigentlich mit anderen umgehen – mit dem kategorischen Imperativ.
00:23:21: Diese goldenen Regel ja?
00:23:22: Ja!
00:23:23: Jetzt haben wir von einem ein bisschen nicht zu schönen Seiten Ihres Amtsgeräters, aber was machen Sie denn besonders gern?
00:23:28: gibt es eine Aufgabe, die sie besonders gerne mögen als Wiener Bürgermeister?
00:23:32: Naja alles das, was mit Menschen zu tun hat.
00:23:34: also wenn ich zum Beispiel goldene Hochzeitsbare Einlade in den Festa des Wiener Rathaus, als Menschen die fünfzig Jahre, sechszig Jahre.
00:23:43: Fünfundsechzig Jahre!
00:23:44: Siebzig Jahre...fünfund siebzig Jahren miteinander verheiratet sind und dann bei mir bei einer Jause im Wienern Festzolle dann gemeinsam dieses Jubiläum begehen das ist schon was sehr Besonderes und Schönes.
00:23:59: oder wenn wir in der Aktion rein ins Rathhaus Kinder- und Jugendliche einfach eine Stadt der Kinder machen lassen, wo die Kinder im Rathaus sich eine Stadt errichten.
00:24:10: Oder Erwachsene ohne Eltern und dort beispielsweise alle Dinge, die es auch sonst in einer Stadt gibt wie einen Gemeinderat oder eine Stadtregierung ein Arbeitsamt, eine Fahrschule, ein Restaurant einrichten und das auch betreuen.
00:24:25: Und wenn ich dann das letzte Mal mit dem neu gewählten Bürgermeister wird jeden Tag ein Bürgemeister oder Bürgmeisterin gewählt Mit dem zwölfjährigen Bürgermester durch Hallen und Räume gehe er und mir dann begutachte, was da alles aufgebaut worden ist.
00:24:39: Und ich infrage aber wieder kandidiert am nächsten Tag und der mir sagt nein!
00:24:45: Warum nicht?
00:24:45: Sagt er, ja wir alle wollen was von mir als Bürgermeister.
00:24:48: Aber man gedacht ja gut okay kommt man nicht unbekannt vor.
00:24:52: also ich finde es interessantes Kinder dann so ein bisschen spielerisch Demokratie lernen und Arbeitswelt lernen und das ist eine großartige Aktion die Wien extra macht.
00:25:01: also jene Abteilung in der Stadt Wien die sich um Kind und Jugendarbeit kümmert und das funktioniert sehr gut Und die kommen auch zu mir zum Interview haben einen eigenen Radiosender einen eigenen Fernsehsender eine eigene Zeitung und interviewen mich dann als Bürgermeister.
00:25:16: Also das sind ja sehr geschäftig unterwegs, und da sieht man dass die kommenden Redakteurinnen, Redakteure vielleicht auch bei Radio Klassik dann schon freizeitig herangebildet werden genau.
00:25:28: Ja was würden Sie denn gerne verbessern in Wien?
00:25:33: Natürlich muss man immer dorthin schauen wo Menschen besondere Herausforderungen haben egal ob das materiell ist oder gesellschaftspolitisch und da ist uns viel gelungen.
00:25:43: Ich glaube, dass wir auch ein gutes soziales Netz haben aber natürlich nicht für alle gleichzeitig und es gibt natürlich noch viel Notwendigkeit zu tun.
00:25:53: Wir haben in den letzten Jahren viele Menschen aus anderen Ländern zu uns bekommen die entweder geflüchtet sind aus verschiedenen Gründen und da sehe ich auch noch viel Potenzial.
00:26:04: also ich lade ja auch beispielsweise alle neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern ins Rathaus ein.
00:26:11: Das letzte Mal waren das sechshundert Personen aus fünfundsechzig verschiedenen Nationen.
00:26:16: Ich frage dann immer, woher kommen sie?
00:26:18: Und was machen Sie beruflich?
00:26:20: Da sieht man da gibt es unglaubliche tolle Biografien die so bewusste Österreicherinnen und Österreicher, bewusster Wienerinnen geworden sind.
00:26:30: Aber ich glaube, es gibt noch ein großes Potenzial des zu heben ist.
00:26:33: Es gibt viele junge Menschen aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, die man noch besser ausbilden sollte.
00:26:40: In er noch bessere Möglichkeiten geben sollte weil es wir auch brauchen werden.
00:26:44: Die demografische Entwicklung zeigt ganz stark dass viele der geburtenstarken Jahrgänge jetzt in Pension gehen und das einfach ein Drittel weniger nachkommt.
00:26:54: Und wenn wir insbesondere in den personennahen Dienstleistungsaufgaben die Aufgaben obdecken wollen in der Pflege, im Gesundheitsbereich aber natürlich auch in der Pädagogik.
00:27:07: Dann wird es notwendig sein dass wir noch mehr Menschen für diese Berufe interessieren.
00:27:11: also da gibt es zweifellos einiges zu tun.
00:27:15: ich habe auf einen Schwerpunkt gesetzt als statt Wien gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien für die Ausbildung in technischen Berufen mit dem Schwerpunkten Frauen für Technische berufe zu interessieren weil mit den Herausforderungen der Digitalisierung, der künstlichen Intelligenz noch stärker umgehen müssen und dass wir nicht nur aus beruflichen Gründen sondern auch aus gesellschaftspolitischen Gründen uns mit dem Thema Künstliche Intelligenze beschäftigen müssen.
00:27:43: Ich habe mich sehr gefreut das der Babs sich mit diesem Thema beschäftigt hat in der letzten Enzykliker über einen Tag später bei ihm im Raum.
00:27:52: ich habe auch die Gelegenheit gehabt mit ihm darüber zu sprechen und habe die Gelenkheit benützt, ihn darauf aufmerksam zu machen dass wir in Wien seit vielen Jahren unter dem Titel Digitalen Humanismus einen Schwerpunkt setzen der sich eins zu eins mit den Inhalten der Inzüge erdeckt.
00:28:10: Das hat ihn sehr interessiert.
00:28:11: ich hab das dann verbunden auch mit einer Einladung nach Wien.
00:28:14: Ich hoffe, dass dieser Einladungen mein Sprechen wird und Wien behehren wird.
00:28:23: Aber gerade dieses Thema ist eines, wo ich glaube dass wir intensiv gemeinsam weiterarbeiten sollten.
00:28:30: Wie im Übrigen auch zum Thema Religionsfrieden ein zweites Thema das sich bei diesem Gespräch den Papst ans Herz legen konnte und wo ich auch darauf erweisen konnte, dass insbesondere die Zusammenarbeit mit Kardinal Schönborn eine sehr befruchtende und wirksame war Und dass wir da in Wien, glaube ich auch im internationalen Vergleich eine doch Bionierarbeit leisten.
00:28:55: Herr Bügermeister, heute ist Sonnenfinsternis, werden sich die anschauen und wenn ja wo?
00:29:00: Ich glaube nicht.
00:29:01: Weil erstens habe ich mir keine Brille besorgt, die notwendig ist um die Sonnenfinsternis ohne Augenschäden zu beobachten und wir haben das in Radioclassik anhören wie es war.
00:29:14: Es ist wichtig dass man auch gezielt zuhören lernt nämlich wie man attraktive optische Phänomene akustisch vermittelt bekommt.
00:29:21: also ich freue mich schon wenn ich dann in Radioklassik die Beschreibung hören werde.
00:29:25: Das werden wir machen und wir freuen uns, wenn Sie zuhören.
00:29:28: Ja herzlichen Dank für das Gespräch und den Besuch bei unserem Studio!
00:29:31: Ich danke
00:29:32: für die Einladung und für den wirklich sehr guten Kaffee.
00:29:34: komme gerne
00:29:53: wieder.
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