per- 260818#Todsünden_Neid

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00:00:00: Zu den Perspektiven begrüßt sie Stefan Hauser.

00:00:04: Wir gehen heute in unserer Reihe, in den Sommermonaten thematisch weiter mit den Sieben Todsünden und da steht heute die Befassung mit dem Neid auf dem Programm.

00:00:15: Der Kulturvermittler Daniel Uchtmann ist im Wiener Kunsthistorischen Museum tätig hat sich intensiv mit den Todsünde auseinandergesetzt – sie hören ihn dazu in jeder Ausgabe!

00:00:27: Uchtmann hat das Buch die sieben Todsünden geschrieben bzw.

00:00:31: recherchiert, dass bei Sissigrand erschienen ist – sieben Kunstwerke, sieben Menschen und eine Reise!

00:00:38: Dazu gibt es auch das Hörbuch aus dem wir dankenswerterweise die Original-Töne für diese Sendung verwenden.

00:00:45: Alle Sendungen können Sie kurz vor mit dem Podcast der Perspektiven hören.

00:00:51: Das Hörbuch bei SissyGrant bittet jeweils das ganze Interview.

00:00:57: Was sind die sogenannten Sieben-Totsünden?

00:01:00: Gehr, Dreckheit, Zorn, Hochmut, Neid, Wollust und Maßlosigkeit.

00:01:06: Der Wüstenvater Evagrius Ponticus erlebte im vierten Jahrhundert erfand das Konzept der sieben Totsünden nicht direkt sondern erstellte einen Katalog aus acht grundlegenden Lastern – die Achtlasterlehre!

00:01:21: Er verstand diese als böse Gedanken, die von Dämonen gesandt wurden um Mönche in der Wüste von der inneren Ruhe abzulenken.

00:01:30: Und heute geht es ihm um den Neid.

00:01:32: Daniel Uchtmann mit einer Einführung

00:01:35: Der Neid!

00:01:37: Lateinisch Invidia wörtlich mit bösem Blick betrachten.

00:01:43: Der neidische kann den Anblick des Glücks oder des Erfolgs nicht ertragen.

00:01:49: Nachdem ich für den Hochmut buchstäblich für sie in den Erbiss getaucht bin, bleiben wir gleich dort.

00:01:55: also metaphorisch.

00:01:57: Wir tauchen in die Untiefen der menschlichen Abgründe.

00:02:02: Denn ich muss Sie warnen – dieses Kapitel hat es in sich!

00:02:06: Denn der Neid ist nichts für Zart-Beseitete, er ist wohl die brutalste dieser sieben Sünden.

00:02:13: Neid muss ich Ihnen wahrscheinlich nicht erklären….

00:02:17: kennen wahrscheinlich alle dieses empörende Gefühl, das einen überkommt wenn ein anderer etwas sein Eigen nennt dass wir selbst gerne hätten oder besser gesagt von dem wir glauben dass es eigentlich nur uns selbst zustehen sollte.

00:02:33: Dabei begegnet uns der Neid in unterschiedlichen Gewändern Als Missgunst verkleidet, will er nicht nur haben was der andere besitzt.

00:02:42: Nein!

00:02:43: als Draufgabe liegt in ihm sogar der Wunsch nach der Zerstörung des Glücks des Anderen.

00:02:49: Der Neid zeigt sich aber auch als Eifersucht.

00:02:53: Die Eifversucht fängt da an wo der Neid die Welt der Dinge verlässt und seinen Besitzanspruch auf Beziehungen Menschen und ihre Emotionen erhebt.

00:03:03: Das berühmteste Beispiel für die zerstörerische Kraft der Eifersucht, so Daniel Uchtmann.

00:03:09: Ein Versuch nimmt er eben heute aus.

00:03:11: als Auslegung für Neid ist vermutlich die Bibelgeschichte von Kein und Abel.

00:03:16: Kein ein Ackerbauer ist neidisch auf seinem Bruder Abel einen Hirten weil Gott Abels Opfer wohlwollender annimmt als sein eigenes.

00:03:28: diese Zurückweisung Die göttliche Zurückweisung schürten kein eine tödliche Eifersucht, die letztendlich biblisch gesprochen zum ersten Verbrechen eines Menschen gegen einen anderen führt.

00:03:41: Zum Grudermord – die Eifversuch als Mordmotiv.

00:03:46: Das wird uns bis zum Ende dieses Kapitels noch einige Male begegnen.

00:04:01: Dante hat dieses Bild in seiner göttlichen Komödie aufgegriffen.

00:04:06: Im Fegefeuer lässt er die neidischen mit zugenähten Augen umherwandern, eine grausame Strafe für ihren neidischem Blick und ihre moralische Blindheit.

00:04:17: In der Kunst hat sich überhaupt über die Jahrhunderte eine sehr eindringliche und oft grausamme Symbolik entwickelt, um diese Sünde darzustellen.

00:04:28: Man griff dabei auf antike Beschreibungen etwa von Ovid zurück und schuf die Figur der Invidia, eine hagere ausgemärgelte Frauengestalt, die an ihrem Herzen nagt.

00:04:42: Ein brutales Bild dafür, dass der Neid am Ende immer den Neidenden selbst am meisten zerfrisst.

00:04:49: Dass die Invidia weiblich dargestellt wurde ist natürlich kein Zufall!

00:04:54: Wenn man sich alte Kunst ansieht Da muss man sich auch immer die Zeit, in der diese Werke entstanden sind, vergegenwärtigen.

00:05:02: Und ich erzähle Ihnen hier nichts Neues wenn ich sage – unsere Denk- und Bildtraditionen sind sehr stark von Männern geprägt!

00:05:11: Die großen Tugenden Stärke, Vernunft, Gerechtigkeit wurden dem Männlichen zugeordnet, während die unkontrollierbaren Emotionalen und als moralisch schwach empfundenen Laster gerne als weiblich kodiert

00:05:26: wurden.".

00:05:27: Für die Darstellung des Neides hat sich aber nicht nur ein Geschlecht, sondern auch eine Farbe etabliert – Grün.

00:05:35: Seit Shakespeare in Othello vor dem eifersüchtigen grüneugigen Monsterwahrnte ist diese Farbe mit dem Neid verbunden.

00:05:45: Die Idee dazu ist aber noch viel älter!

00:05:48: Schon die alten Griechen sahen eine grünliche Haut als Zeichen von Krankheit, als Folge einer Überproduktion von Galle ein körperlicher Ausdruck für die Säure, die die neidische Seele von innen zersetzt.

00:06:04: Was den Neid auch auszeichnet ist das er meistens im Heimlichen agiert – der neidige Mensch neidet meistens am Verborgenen, in den Gedanken und hinter verschlossenen Türen bis der Neid aus dem Menschenförmlich herausplatzt und sich meistens gegen das nahe Umfeld entlädt, gegen Nachbarn Aber auch sehr oft gegenüber den eigenen Partnerinnen, wie wir noch hören werden.

00:06:31: Denn für dieses Kapitel habe ich eine Frau begleitet die beruflich genau dorthin gerufen wird wo der Neid seine zerstörerischste Arbeit vollendet hat und auf sein Urteil wartet.

00:06:44: Ich treffe die wohl bekannteste Und auch umstrittenste Strafverteidigerin in Österreich.

00:06:50: Wenn sie in Österreich leben Werden Sie ihren Namen mit Sicherheit schon gehört haben.

00:07:05: Sie

00:07:18: liebt es im Mittelpunkt zu stehen und von den dunklen Seiten zu erzählen.

00:07:23: So viel ist klar!

00:07:25: Aber sie ist auch eine Person, die wirklich in jedem einen Menschen sieht.

00:07:30: Selbst der grausamste Mörder bleibt in ihren Augen ein Mensch – er isst für sie mehr als seine Tat!

00:07:37: Und eine solche Person kann man sich für ein modernes Verständnis von Recht und Ordnung, von Vergebung und Guße, von Resozialisationen und Haftstrafe nur wünschen oder?

00:07:53: Der Prozess.

00:07:55: Ich war mit Astrid Wagner im Studio verabredet, um ihre Erfahrungen als Strafverteidigerin über den Neid oder wie sie hören werden vor allem über seine tödlichste Abwandlung die Eifersucht zu sprechen.

00:08:08: Doch vorher hat sich noch eine andere Gelegenheit ergeben.

00:08:13: Sie hatte mir am Vorgespräch erzählt dass in wenigen Tagen ein Prozess startete bei dem ich sie live erleben könnte.

00:08:22: Eine Mutter hat ihr Kind gequält Wochenlang in eine Hundebox eingesperrt und fast verhungern lassen.

00:08:31: Dr.

00:08:32: Wagner meinte, das sei eine gut Gelegenheit um ihre Arbeit und das Gericht besser zu verstehen.

00:08:39: Und wie ist bei ihr die Waage zwischen Sympathie ... Also haben wir uns auf den Weg gemacht – Sie wissen schon!

00:08:46: Das bewährte Team Iris, Andreas und ich.

00:08:50: Hat sie überhaupt so was wiegen?

00:08:55: An einem nebligen Frühlingstag auf in das beschauliche Städtchen Krems an der Donau, um selbst ein bisschen diese fremde Luft zu schnuppern.

00:09:04: Die sich hinter alten Mauern und Sicherheitsschleusen versteckt.

00:09:14: Wir fahren in Kremns entlang einer bekannten Kulturmeile vorbei am Museum für Moderne Kunst Und dann an einer ewig langen Mauern mit Stacheldrahtzaun.

00:09:34: Das ist die Justizanstalt Stein, in der einige der schwersten Verbrecher Österreichs untergebracht sind.

00:09:45: Viele davon kennt Astrid Wagner persönlich.

00:09:48: Wir fahren am Gefängnis vorbei Denn ein paar Straßen weiter findet sich das Landesgericht Krems.

00:09:59: Wir sind früh da, etwa eine Stunde vor Beginn und damit sind wir nicht die einzigen.

00:10:10: Wie ist es?

00:10:11: Es steht drei Stunden kostenlos parken.

00:10:15: Wir betreten mit unseren Akkreditierungen das Gebäude, schauen uns kurz um und trinken Automatencafé.

00:10:30: Dann gehen wir wieder raus.

00:10:35: Es ist acht Uhr morgens.

00:10:38: Wie würdest du die Stimmung beschreiben?

00:10:42: Also hier draußen, ein nebeliger Frühlingstag ... Die Vögel zwitschern drinnen hat so eine ... Tatsächlich eine Amtsatmosphäre.

00:10:56: irgendwie das ganze Gebäude hat schon was Kaltes.

00:11:01: es ist irgendwie sehr ruhig aber der Auflauf an Medien den man jetzt so ermählich mitbekommt Er lässt er ahnen, dass es hier um was Großes geht und was viele Menschen mobilisiert.

00:11:14: Das Interesse auf sich

00:11:16: zieht.".

00:11:16: Und dann sehen wir unser erstes Kamerateam von einem Privatsender bei dem Astrid Wagner regelmäßig Gast in einer Reality-Show ist – und stellen uns zu ihnen.

00:11:26: Das Timum Daniel Uchtmann lässt sich von Astrid Wagner Hintergründe zum an diesem Tag zu verhandelnden Fall erläutern.

00:11:35: Ja, also heute findet ein Schurgerichtsprozess statt gegen meine Mandantin und eine Datbeteiligte und es geht eben darum dass ein damals zwölfjähriger Bub ja kann man sagen monatelang gequält wurde teilweise in einem Hundebox gesperrt wurde hungern musste.

00:11:54: das ganze ist so lange gegangen bis sich das Kind bereits in Lebensgefahr befunden hat Und erst da ist meine Mandantin sozusagen, ich sag's, es war eine Ort Wahn.

00:12:04: Sie hat das unter einer völligen Realitätsverzehr rumgelitten.

00:12:08: Das steht auch im psychiatrischen

00:12:10: Gutachten.".

00:12:11: Da ist der Schuppen von den Augen gefallen und hat sich dann im Hilfe geholt.

00:12:17: Das wäre am nächsten Tag zu spät gewesen, deshalb ist sie nicht nur angeklagt wegen Quellens- und Vernachlässigen eines Unmündigen sondern auch wegen Versuchtenmordes.

00:12:32: Ich werde heute für drei Tage angesetzt.

00:12:36: Heute halte ich ein Plädoyer.

00:12:38: Aber es ist so, dass morgen dann Zeugen sind und am Donnerstag, möglicherweise erst am Donnersdag überhaupt das Urteil sein wird mit Schlussblöder, Jesen usw.

00:12:49: Und mein Ziel, um es auf den Punkt zu bringen, ist die Mordanklage zum Kippen zu

00:12:55: bringen.".

00:12:56: Die Mord-Anklage zum Kippen zu bringen?

00:12:59: Das ist das Ziel von Frau Wagner – also nicht Richtung Unschuld zu argumentieren sondern zu sagen, das war kein Mordversuch!

00:13:08: So ist es oft bei Fällen von Frau Wagner.

00:13:11: Es geht nicht um Freispruch, die Menschen sind schuldig.

00:13:15: Das ist völlig klar!

00:13:17: Es geht um das Ausmaß der

00:13:18: Strafe.".

00:13:26: Man muss mit dem Programm herunterfahren und dann sozusagen ganz sachlich auf der juristischen Ebene hier agieren.

00:13:35: Das ist schon meine Erfahrung, es hat Verfahren gegeben, wo ich mich emotional ein bisschen mehr verstrickt habe noch.

00:13:42: Und das ist gar nicht so gut.

00:13:43: Am besten ist man, wenn man möglichst wenig Emotionen hat zumindest am Tag des Verfahrens, des Prozesses.

00:13:49: Was

00:13:50: wünscht man einer Anwälte kurz vor der Verhandlung?

00:13:55: Durchaus!

00:13:56: Kann man wünschen, viel Erfolg.

00:13:57: Ich wurde mir auch schon gewünscht, sogar viel Glück und so weiter.

00:14:01: Der Prozess hat ja doch viele Wellen geschlagen, auch international.

00:14:05: Es ist ein sehr einmaliger Fall und das berührt halt sehr viele Menschen, weil es irgendwie alltäglich wiederum anmutet.

00:14:12: Eine ganz normale Familie eine ganz normale Frau und sowas.

00:14:16: Das berührt mehr als wenn das jetzt ein Messer stechender Amokläufer wäre, weil das ist außerhalb jeglicher Realität.

00:14:24: In der Folge berichtet Daniel Uchtmann, wie der Gerichtstag abläuft.

00:14:29: Man sieht Fotos, Videos den Anwalt des Kindes anwält in Wagner die die Angeklagte dem Saal ist verdreht.

00:14:36: Zum Urteilen das Landesgericht Gräms verurteilte die Hauptangeklagten die damals drehandreißigjährige Mutter wegen versuchten Mordes Geblins- und Freiheitsentziehung zu zwanzig Jahren Haft unter Unterbringungen in einer forensisch therapeutischen Einrichtung.

00:14:51: Damit Wetter mit den Todsünden, denn in jeder Ausgabe dieser Reihe beschäftigt sich Kunstvermittler Daniel Uchtmann aufgrund seiner Profession im Kunsthistorischen Museum Wien mit einem bildnerischen Werk das zu besagten Todsünde

00:15:07: passt.

00:15:08: Das Kunstwerk zum Neid In der Gemäldegalerie.

00:15:12: im Kunsthistorischen Museum gibt es ein Bild, das auch einem Schriftstück von Frau Wagner entsprungen sein könnte Das Haupt der Medusa von Peter Paul Rubens gemalt um sixteenhundertdreizehn.

00:15:26: Es ist so eindrücklich gewaltvoll, dass man davor stehen bleiben muss und kaum wegsehen kann.

00:15:33: Das Gemälde zeigt das abgeschlagene Haupt der medusa.

00:15:37: Die Augen rollen Der Mund steht offen Blut rinte aus der Halswunde.

00:15:43: Gleichzeitig windet sich ihr schlangen Haar züngelt und verschlingt sich ineinander.

00:15:49: Die Tote hat die Augenverschreck weit aufgerissen, sie start ins Leere.

00:15:56: Dabei ist die Geschichte der Medusa sehr tragisch.

00:15:59: Medusa war eine von drei Schwestern den sogenannten Gorgonen.

00:16:05: Zwei von ihnen waren unsterblich – Medusa aber nicht!

00:16:09: Sie war von unglaublicher Schönheit.

00:16:12: Vor allen Dingen ihr Haar war besonders ansprechend und hatte menschliche Männer wie auch Götter verzaubert.

00:16:20: Dann wurde sie zum Opfer eines schrecklichen Verbrechens, sie wurde vom Meeresgott Poseidon vergewaltigt und das ausgerechnet auf dem Altar im Heiligtum der Göttin Palas Athene.

00:16:34: Da Athene sich nicht am Götterkollegen rechen konnte hat sie sich am ohnehin schon unschuldigen Vergewaltigungsopfer Medusa gerecht.

00:16:43: Sie kriegt immer mehr drauf sozusagen.

00:16:46: es wird immer schlimmer.

00:16:48: Sie wird weiter bestraft, wofür sie nun wirklich nichts konnte.

00:16:52: Sie wird

00:16:53: verwandelt.".

00:16:54: Statt ihres schönen Haars sprießen ihr nun Schlangen aus dem Kopf!

00:17:00: Für Menschen vergangener Jahrhunderte waren Schlangen vielleicht noch viel schlimmer als für uns heute.

00:17:06: Ich bin jetzt auch kein großer Fan von Schlangen aber die Schlange war damals noch mehr Sinnbild des Teufels – das Bösen der Versuchung schlechthin.

00:17:15: Denken Sie an die Schlangen im Paradies?

00:17:18: Man wusste auch nie, sind diese Schlangen jetzt giftig?

00:17:22: Sind sie tödlich?

00:17:23: Und als ob das nicht schon reichen würde, geht es noch weiter.

00:17:28: Sie bekommt einen tödlichen Blick!

00:17:31: Jeder der ihr in die Augen schaute musste zu Stein erstarren.

00:17:36: Das bedeutet vollkommene Isolation, absolute Einsamkeit.

00:17:42: Sie kann sich niemanden wirklich wieder nähern – sie muss immer alleine

00:17:46: bleiben.".

00:17:47: Das macht sie wütend, das macht sie vielleicht auch wahnsinnig rachsüchtig.

00:17:53: Aber die ganze Geschichte beruht auch auf Neid und Misskunst.

00:17:57: Denn es war der Neid der Göttin Palas Athene gegenüber der Schönheit der Medusa, der sie zu dieser Bestrafung trieb.

00:18:06: Die Göttinnen – manchmal auch Götter – sind in griechischen und römischem Mythologie sehr oft neidisch vor allen Dingen auf die körperliche Schönheit.

00:18:18: All diese schrecklichen Folgen beruhen eben auf diesem negativen Gefühl, es nicht aushalten zu können dass jemand anderes vielleicht schöner ist als ich und die Bestrafung ist geradezu maßlos.

00:18:33: Was den Neid, die Missgunst-und-die-Eifersucht ausmacht ist das sie ihre Energie nicht nach innen sondern immer noch außen richten.

00:18:42: Sie brauchen an gegenüber ein Opfer.

00:18:46: Ihr Antrieb ist ihre absolute Selbstgerechtigkeit.

00:18:50: Eine tiefsitzende Überzeugung, dass einem etwas zusteht was andere haben.

00:18:56: Ja und die Rache für diese unerfüllte Begierde kann einen schonmal den Kopf kosten!

00:19:01: Die letztendliche Qual, die Medusa durch die Göttin zukommt, ist die das Athene einen Helden beauftragt die Meduser zu töten – Persäus.

00:19:10: Dazu bekommt Persuis Geschenke von der Göttine Geflügelte Schuhe um fliegen zu können, eine Tarnkappe um unsichtbar zu werden und einen glänzenden Schild.

00:19:21: Er erreicht den Ort an dem die Medusa haust.

00:19:25: Dieser Ort ist umgeben von Statuen zur Stein gewordener Menschen wie ein Skulpturengarten im Grunde genommen.

00:19:33: Er kann sich ihr nähern weil sie schlief und er unsichtba war Und selbst wenn sie wach gewesen wäre, hätte er seinen glänzenden Schild als Spiegel benutzen können um sich zu orientieren und ohne ihr direkt in die Augenblicken zu müssen.

00:19:48: Soweit ein Ausschnitt dass der Auslegung zum Kunstwerk das Haupt der Methose von Peter Paul Robens das Daniel Uchtmann für die Todsünde Neid ausgewählt hat.

00:19:59: Im Interview mit der Strafverteidigerin Astrid Wagner wird unter anderem das Thema der Femizide angesprochen Und damit sind wir wieder beim Buch und seinem aktuellen Interview dazu.

00:20:12: Die Tötung von Frauen oder Mädchen aufgrund ihres Geschlechts ist die extremste Form geschlechtsbezogener Gewalt, die meist im sozialen Nahraum durch Partner- oder Expartner erfüllt wird und ihren Ursprungen tief verankerten Machtstrukturen hat.

00:20:28: Beziehungstatten

00:20:29: Es geht eben um sogenannte Beziehungstaten.

00:20:32: Heute spricht man vornehmlich von Femiziden wenngleich es auch, also er versucht auch andersherum eine Rolle spielt.

00:20:41: Ich habe schon Fälle gehabt wo eben eversüchtige Frauen sozusagen Repartner attackiert haben aber ich muss sagen da muss sich fast ein bisschen ausholen weil das tatsächlich ein eher seltenes Phänomen ist.

00:20:55: Also das ist schon zu beobachten dass wenn Frauen töten ihre Partner dann ist es meistens, weil sie sozusagen sich nicht anders zu helfen wissen.

00:21:08: Weil sie aus der Beziehung ausbrechen können.

00:21:12: anders also das sind eher die flüchtenden Frauen, weil Sie eben aus der beziehung heraus wollen und es nicht schaffen den Partner loszuwehren während beim Männern tendenziell tatsächlich eben dass eine ort Besitzdenken ist.

00:21:25: ja da sind auch Männer die sich sehr definieren über die Partnerschaft.

00:21:30: Das sind ich schwache Männer, die auch die Frau brauchen um sich zu definieren.

00:21:36: und wenn dann die Frau aus der Beziehung ausbricht, dann zieht es diesen schwachen Männern tatsächlich den Boden unter den Füßen weg und spielt zu einem männlichen Gehirn schon ein bisschen so die Rolle.

00:21:50: Also da ist irgendwie so der Gedanke, was ich nicht haben kann, dass da auch keine andere haben.

00:21:55: Und das ist schon ein sehr männliches Denken.

00:21:58: Das männliche Selbstwertgefühl wo man sich sozusagen über den anführenden Besitz der Partnerin aufwertet.

00:22:06: Haben Sie das Gefühl aus Ihrer Erfahrung, dass Männer schneller zur Waffe greifen, schneller Gewalt anwenden oder schneller morden?

00:22:14: Ja, also ich muss immer dieses Bild wiederholen und das hat sich tatsächlich bewahrheitet.

00:22:18: Es ist im tatsächlichen der gefährlichste Ort in einem Haus, in einer Wohnung, es sind tatsächlich die Küche und ich kann wirklich nur in Trennungssituationen paaren.

00:22:28: Also wenn es eben tatsächlich zu kritischen Situationen kommt, dann kann ich diesen Paaren eben nur raten Wenn es zu Diskussionen kommt bitte nicht in der Küche Weil dort kommt es tatsächlich bei den normalen biederen Menschen, die jetzt keine Waffen zu Hause haben.

00:22:45: Das hat man üblicherweise ja dann in unseren Breitengraden doch nicht.

00:22:48: Da gibt's halt maximal Messer und die liegen dann in der Küche herum.

00:22:52: Und da habe ich das wirklich schon mehrfach erlebt eben zum Glück nicht aber miterlebt durch das Lesen von Akten wie ganz normale Männer angepasst und richtig bieder dann plötzlich eskalieren Und das sind

00:23:10: Bruchteile

00:23:10: von Sekunden.

00:23:12: Die Frau sagt, also er sagt dann noch einmal wollen wir uns nicht noch einmal versuchen?

00:23:16: Nein ich will nicht mehr und du wirst mir Unterhalt zahlen müssen und so weiter und

00:23:20: sofort.".

00:23:21: Und der geht tatsächlich zum Küchenschrank und hat das Fleischmesser da und fünfzig Messerstiche und eine Explosion.

00:23:30: Sagt Strafverteidigerin Astrid Wagner im Hörbuch zu den sieben Todswünden von Daniel Uchtmann.

00:23:36: Im Weiteren geht es um Dramaturgyn vor Gericht.

00:23:39: Wie läuft ein Prozess im Gerichtssaal ab?

00:23:42: Sie spricht von weiteren sehr harten Fällen, die sie selber vertreten hat oder die sie mitverfolgt hat.

00:23:47: Warum ihr das schreiben über Fälle, die sich dann verfremdet?

00:23:50: Wichtig ist, über ihren Kontakt zu Mandanten und das untereinander der Anwälte was diese Fälle anlangt.

00:23:58: Daniel Uchtmann fragt sie... Das

00:24:00: ist eine Konkurrenz unter Ihnen und den Kolleginnen um den interessantesten, krassesten Fall?

00:24:07: Na ja, Konkurrenz würde ich jetzt nicht sagen.

00:24:09: Weil ich sehe mich schon irgendwie ein bisschen als Unikat jetzt.

00:24:13: Jeder ist anders.

00:24:14: Jeder hat seinen Stil, würd' ich sagen es.

00:24:17: Er hat auch jeder die Fälle, die zu ihm passen oder zu ihr passen.

00:24:22: Also ich mach natürlich auch Drogendelikte und so weiter.

00:24:25: aber ich würde mich jetzt nicht unbedingt als die Drogenanwältin bezeichnen.

00:24:29: Stärke ist glaube ich der Schurgericht, meine Stärke auch die Rhetorik.

00:24:34: Meine Stärke sind die Psychologie und die Empathie mit den geschworenen Kontakt aufzunehmen, ein Narrativ vielleicht zu präsentieren.

00:24:44: Das ist halt so.

00:24:44: meine Stärkung.

00:24:45: Und das haben zum Beispiel wenn jemand hauptsächlich jetzt mit Trogendelikten zu tun hat, ist ja dass er nicht zu gefordert.

00:24:53: Aber ein bisschen gebe ich dazu bei den auch unter den Strafverteidingern natürlich.

00:24:58: Es stehen alle irgendwo auch wieder in einem Konkurrenzverhältnis.

00:25:02: Aber jeder hat halt so seine Spezialitäten, es gibt zum Beispiel Stoffverteidiger beim Kollegen, ich nenne jetzt keinen Namen, das ist ganz erlustiger und der sagt immer ah du mit deine Mordgeschichten, na sapper, das Letzte was ihr machen wird!

00:25:13: Lass mich in Ruhe mit dem, der redet also kein Interesse nicht?

00:25:17: Der macht halt eher Drogen und jetzt macht allerdings IS-Terror ja bis ane zu ohne würde ich sagen

00:25:26: Ja, man muss ja auch erstmal mit solchen Dingen fertig werden können.

00:25:29: Das führt uns wieder zum Anfang des Gesprächs zurück.

00:25:31: Sie müssen ja ... Mit all dem was sie sehen und hören und den Menschen, denen sie da verteidigen, das müssen die auch mit sich vereinbaren.

00:25:40: Und sie wissen ja vermutlich immer dieser Mensch ist wirklich Schuld!

00:25:43: Was ist das Maximum, was sie da herausholen können?

00:25:47: Naja, da kann man schon sehr viel machen nicht.

00:25:49: also da kann er eben dass er vielleicht keinen Wort bekommt.

00:25:52: Dass es nur ein Totschlag wird Wesentlich weniger Straftrum oder eben dann so blöd das jetzt klingt ein Mielesurteil.

00:25:58: Manchmal kann es ja durch einen Freispruch sein, hat sie auch schon gegeben dass jemand wirklich schuldig ist und schuldigt ist.

00:26:04: Habe ich auch schon erreicht muss ich auch sagen Es gibt Fälle...

00:26:07: Und da waren Sie überzeugt die Person ist unschuldig?

00:26:10: Ja das war wirklich unglaublich auf jeden Fall.

00:26:12: Ich meine es ist nicht groß in den Medien gewesen aber das war ein Filipino der hat an anderen Niedergestochen.

00:26:18: Ich glaube er hat etwas überlebt Aber der wurde erst bei der Polizei vernommen.

00:26:23: Ein Mensch, der nur Tagalog heißt die Sprache.

00:26:27: Ich bin jetzt mit hundert Prozent sicher, also die philippinische Sprache und er ist mit einem afrikanischen Englisch-Stolmetscher.

00:26:35: und da waren natürlich Hunderttausend Fehler und alles wurde verwechselt rechts links messer hin und her und ist dann freigesprochen worden weil er war es eben dann doch nicht.

00:26:43: ja Also immer wieder gibt's natürlich sowas aber man kann wahnsinnig viel erreichen und man glaubt gar nicht das wichtigste wenn es um die Ganz schweren Sachen geht, also wirklich die Hardcore-Abteilung sozusagen.

00:26:57: Da geht es halt schon darum dass man eine lebenslange Strafe vermeidet weil lebenslang ist ganz was anderes.

00:27:05: Also da ist ja der Schnitt ist heute mal zwanzig bis fünfundzwanzig Jahre in Österreich Und wenn jemand nur unter Anführungszeichen eine Zeitstrafe von beispielsweise zwanzig Jahren bekommt, hat er ja wesentlich früher schon die Möglichkeit.

00:27:19: Dann kann er noch zwölf Jahre schon Ausgänge bekommen also nach der Halbstrafe.

00:27:23: Also da kann man schon sehr viel erreichen.

00:27:26: Wenn man an die Resozialisierungsmöglichkeit dieser Person glaubt?

00:27:30: Ja ich muss auch sagen das habe ich dann so gelernt dass es eigentlich immer Hoffnung gibt.

00:27:35: Es ist interessant, dass man lernt Mandanten.

00:27:39: Man lernt von jedem Menschen was, also ich bin halt jemand der von jedem was lernt ja

00:27:45: und

00:27:45: auch ehrlich gesagt von den Mandanten Und da gibt es auch wirklich Menschen.

00:27:51: Da habe ich auch ein erlebt.

00:27:52: er war dann auch schon über sechzig Also verurteilt wurde und hab einen relativ mildes Urteil muss ich auch sagen erwirken können.

00:28:01: mein er hat sich auch gut dargestellt nicht Aber der hat dann sehr bald zum Rechnen angefangen, wann die aus den Entlassungen sein wird.

00:28:07: Das muss dazu sagen, war noch in Akademika ja ein Tötungsdelikt und irgendwie habe ich mir auch gedacht oder denke mal ist es toll dass der trotz allem so sich nicht aufgegeben hat.

00:28:20: man kann also ich glaube das ist das Wichtige im Leben dass man immer irgendwas mitnehmen kann von jedem dass wir immer von jeden kann man was lernen und sogar eben von Straftätern.

00:28:29: So wird ein Auszug aus dem Hörbuch Die Sieben Todsünden und dem Kapitel Neid entstanden mit dem gleichnamigen Buch von Daniel Uchtmann bei SisiGrant.

00:28:39: Informationen dazu gibt es im Internet unter www.sisi-grant.com.

00:28:44: slash wachs slash d minus sieben minus todsünden.

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