Oper für alle

Shownotes

Französische Barockopern finden sich viel zu selten auf unseren Spielplänen. An der Oper Graz ist ab 11. April Jean-Philippe Rameaus Castor et Pollux zu erleben. Bernhard Forck leitet die Produktion und schwärmt im Gespräch mit Marion Eigl über diese ganz besondere Musik, beginnend bei der ätherisch schönen Arie Tristes apprêts der Télaïre, die Sieglinde Feldhofer singen wird. Die Sopranistin hat sich sofort in das Werk und die Inszenierung von Nanine Linning verliebt.
Voller Begeisterung proben derzeit auch Agnes Zenz und Robert Nemes die Operette Die drei Musketiere von Ralph Benatzky.Beide sind Mitglieder der Theaterakademie LebensGroß, die Lina Hölscher gegründet hat und leitet. Regie bei diesem inklusiven Musiktheaterprojekt führt Georg Schütky. Ab 16. April heißt es: Eine(r) für alle, alle für eine(n)!

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00:00:03:

00:00:11: Voller Begeisterung wird derzeit an der Oper Graz die Operette Die Drei Musketiere von Ralf Benatzke geprobt.

00:00:20: Regie bei diesem inklusiven Musiktheaterprojekt führt Georg Schütki.

00:00:25: ihn habe ich gemeinsam mit Lina Hölscher, die die Theaterakademie lebensgroß gegründet hat und leitet zum Gespräch getroffen.

00:00:34: Zwei Mitglieder der Theaterakademie Agnes Zentz und Robert Nemes werden ihre Eindrücke schildern.

00:00:40: Mehr dazu im zweiten Teil dieser Sendung, zu der Sie Marion Eigel herzlich begrüßt!

00:00:45: Abenden wir uns zum nächsten bevorstehenden Premiere von Jean-Philippe Ramos ober Castori Pollux zu.

00:00:53: am elften April ist es soweit an der Opa Graz.

00:00:58: Die musikalische Leitung hat Bernhard Fogg.

00:01:01: Ihnen kennen viele vornehmlich als Geiger, er ist unter anderem langjährige Konzertmeister in der Akademie für alte Musik Berlin.

00:01:09: Der Spezialist für das Barocke- und klassische Repertoire widmet sich zunehmend auch dem Dirigieren.

00:01:15: Ramos Castorepolux führt ihn nun zum ersten Mal nach Graz.

00:01:20: Viel zu selten stehen französische Barockopern auf unseren Spielplänen.

00:01:26: Also es ist ein bisschen mehr geworden, es war lange Zeit... wirklich absolut in Deutschland gar nicht vorhanden.

00:01:32: Wendern war das in Frankreich, aber auch da hat die Opa ja über zweieinhalb Jahre irgendwo vergessen.

00:01:40: sehr schnell man ist.

00:01:41: ich bin immer erstaunt rückwirkend wie schnell die Geschichte bestimmte Sachen vergisst.

00:01:47: und aber dann hat Ramon jetzt natürlich eine richtige Renaissance erlebt würde ich sagen.

00:01:53: und Castor und Pollux zählt schon zu den Opern, die ein bisschen häufiger jetzt aufgeführt werden.

00:02:00: Platé als lustige, als einzige Opera Comique quasi und die tradituliere Castor oder auch Ipolite Arrissie.

00:02:09: Hitzigerweise da hat er nur es gar nicht.

00:02:11: obwohl es wunderbare Musiker so wahnsinnig viel Stoff und daher die Opern ja vier oder fünf mal überarbeitet hat findet man ist das eigentlich Stoff für drei Opern mindestens die da drin sind.

00:02:23: Aber es hat natürlich auch immer mit der Geschichte und der Dramaturgie zu tun.

00:02:26: Und Castor & Pélux ist schon in heutiger Zeit ein zeitloses Sygé, eine zeitlose Geschichte die man heute gut erzählen kann und

00:02:37: soll.

00:02:38: Die französische Oper ist ja Oper-und Tanz gleichzeitig.

00:02:43: Das heißt sie ist gespickt von Tanzmusik, die auch die Arien beeinflusst.

00:02:49: Manchmal geht der Tanz direkt in die Ari über.

00:02:53: Da gibt es natürlich eine unglaubliche Leichtigkeit und rhythmische Kraft und Lebendigkeit.

00:02:58: Und dann gibt es unfassbar schöne, melancholische tragische Momente.

00:03:05: also der zweite Akt dieser Chor dieser Beginn die Trauer auf den getöteten Kastor und das ist so unglaublich schön.

00:03:14: und dann kommen die Terrarier ihren liebsten Ballon mit wie er das französischen Baroque oder vielleicht überhaupt Trist des April.

00:03:22: und von dieser Schwermut, von dieser Melancholie die aber nichts Schweres hat, die trotzdem schwebt.

00:03:32: Gibt es eine ganze Menge in dem Stück?

00:03:33: Das ist auch einfach der Geschichte natürlich geschuldet und es ist harmonisch so reizvoll und so spannend.

00:03:39: da merkt man einfach dass Ramon eben Musiktheoretiker war bis er Opernkommunist wurde.

00:03:43: mit fünfzig hat er seine erste Oper geschrieben.

00:03:46: Da galt man damals wahrscheinlich schon als Halbtod oder so, ich weiß nicht.

00:03:49: Da hat er eine Opernkarriere gestartet bis es über achtzig geworden ist und hat über zwanzig Bühnenwerke geschrieben.

00:03:54: Bis dahin kannte man ihn als exzellenten Chamberlisten und Organisten und eben als Musiktheoretiker.

00:03:59: Und der hat das musik theoretische System unser System von Tonartenbeziehung gefügen, Tonika und so.

00:04:06: Hat ja irgendwie nochmal neu geordnet.

00:04:08: Das Ganze auch auf der Basis der Gestirren.

00:04:11: also Musik ist hier auch Mathematik.

00:04:13: Also es hat doch was philosophisch ist und was mathematisches, was naturwissenschaftlich ist.

00:04:19: Und darin bewegt er sich so fantastisch, so frei – das sind so bewegende Momente in dieser Opa!

00:04:25: – und sie ist gar nicht lang.

00:04:29: Normalerweise muss man immer permanent kürzen damit man wenigstens auf dreieinhalb Stunden kommt, nicht auf fünf.

00:04:35: Ich glaube mit Pause werden wir maximal zweiundhalb Stunden pro Abend.

00:04:38: Wir haben kaum gekürzt.

00:04:40: Er hat ja selbst reformiert.

00:04:42: Wir machen die zweite Fassung Prologue weggelassen.

00:04:45: Es fängt gleich mit der Handlung an, es gibt nicht noch eine Vorhandlung und er hat das Ganze sehr... Er badet nichts aus!

00:04:51: Er macht nichts wo man denkt, dort ist aber genug.

00:04:54: eigentlich die zwei schönsten Liebestuette einmal zwischen den beiden Brüdern.

00:04:59: Das ist ja auch eine enige Liebe diese zwischen Castor und Pollux Und die zwischen Castors und Terrier.

00:05:06: Die beiden anderen liebenden sind extrem kurz Und so wunderschön.

00:05:14: Aber leider sind es in dem Moment, wo man merkt wie wunderschönes ist und sie eigentlich schon wieder verwalten.

00:05:19: Also er badet da überhaupt nicht auf.

00:05:20: Man muss die Momente auskosten.

00:05:24: Es ist wirklich ein großes Vermögen das auch zu arbeiten mit den Sängern und dem Orchester

00:05:29: zusammen.".

00:05:30: Bernhard Fock über Ramos-Opa Castori Poulyx, die er gerade an der Opa Graz mitten Grazer Philharmonikern einstudiert – am elften April ist Premiere!

00:05:42: Selbst Barockorchester-Deutsche haben nicht so wahnsinnig oft französische Burgmusik gespielt.

00:05:47: Es ist eine ganz, ganz andere Sprache.

00:05:49: Er hat nichts mit der Brocksprave Italien oder Deutschlands zu tun.

00:05:54: Der Komponist, der am ehesten in diese Sprachlinie eingefunden hat war Telemann, der sich in allen Stilen auskannte und das kopiert hat.

00:06:01: Aber es ist ja nicht umsonst gibt's diesen großen Streit zwischen Italien und Frankreich... über die Jahrhunderte.

00:06:08: Und bis heute ist es so, dass man französische Sänger, die in Frankreich großes da sind, kennt man bei uns gar nicht.

00:06:14: so oder umgekehrt auch.

00:06:15: Also das ist ein bisschen eine andere Welt, eine andere Sprache.

00:06:18: was ich aber ganz ganz toll finde muss ich sagen wie offen und wie bereit sich alle beteiligen also jetzt die Solisten aber auch das Orchester wie wir zusammen versuchen diese Sprache zu finden.

00:06:30: und und es ist anders.

00:06:32: Das braucht ein bisschen Zeit Sehr viel Spaß.

00:06:35: Es bedarf sehr großer Feinheit, aber es bedarf er großer Gelassenheit um diese Musik entstehen zu lassen.

00:06:41: Man darf auch nicht zuviel wollen und muss sie auch leben lassen.

00:06:44: Das ist französische Lebensgefühl ist offensichtlich ein anderes.

00:06:48: Und wenn wir dann mit unserer deutschen Genauigkeit kommen sind wir schon falsch!

00:06:51: Aber wie ist man fein und speziell in der Sprache genau ohne pedantisch zu sein?

00:06:59: Also die Dinge lieben zu lassen das ist eigentlich... Richtig anspruchsvoll fürs Orchester zu spielen.

00:07:06: Es gibt extrem virtuose Passagen, es gibt rhythmisch völlig verquere Geschichten wo man sich erst mal rein finden muss und dann gibts die schönste Ewigkeit und Klänge die einfach stehen.

00:07:19: also man hat eine breite

00:07:21: Palette.".

00:12:27: Da war sie nun die vielleicht schönste Barockopern-Arie über die Bernhard Fogg auch vorhin gesprochen hat Triste Sabré aus Ramos Castori Pollux.

00:12:38: Wir hörten Serbinde Wiel und Lisan Bassadeur unter Alexi Kosenko.

00:12:44: An der Oper Garts singt die Rolle der Telayir Sieglende Feldhofer.

00:12:49: Ich finde es eine Wohltat für die Stimme, ich find's wunderschön lyrisch zu singen also eben gerade Telayer, die so viel ... Leid und aber auch Leidenschaft in sich trägt, also ich finde das hat Ramos so fantastisch komponiert.

00:13:04: Manchmal spürt man richtig ihren Schmerz in der Melodie und das ist natürlich meisterhaft wenn ein Komponist das schafft!

00:13:10: Ich habe absolut gar keine Erfahrung mit Barock-Opa und schon gar nicht mit französischer Barock Opa was mich aber gar nicht davon abgehalten hat damit voller Begeisterung reinzugehen und wir haben ja mit dem Bernhard Falk einen wirklichen Spezialisten an unserer Seite der uns da auch durchführt.

00:13:25: Also ich muss sagen, ich habe mich sofort verliebt.

00:13:27: Als die Anfrage kam von mir den Danten ob ich das machen will hab ich mich reingefuchst und habe mich reingehört Und ich dachte oh mein Gott was ist das für eine Welt, die ich so noch gar nicht entdeckt habe?

00:13:39: Ich liebe es überall, das muss ich ganz ehrlich sagen Es hat so eine Tiefsinnigkeit, so eine Feinfühligkeit und gerade auch meine Rolle der Telayir ist so besonders so schmerzvoll auch und gleichzeitig so lebensfrohend leicht.

00:13:53: Und irgendwie ich identifiziere mich dann schon sehr oft mit Rollen, weil man hat ja viele Facetten in sich selber die man dann auch in Rollen wiederfindet.

00:14:00: aber bei Tellerir ist es im Moment besonders dass sie mich da wieder finde.

00:14:04: Es gibt eben die zwei Halbbrüder Castore Polyx Die beide in mich verliebt sind.

00:14:09: Ich bin ja es ist schon mal spannend ein Liebesdreig.

00:14:12: Eigentlich bin ich Polyx versprochen und Castor will auch die Liebe aufgeben für seinen Bruder.

00:14:17: Dann sieht er Pollux, wie sehr wir uns lieben und verzichtet wiederum auf mich damit sein Bruder glücklich ist.

00:14:23: Also es ist ein bisschen hin- und her.

00:14:25: dann wird Castor leider stirbt im Kampf.

00:14:29: Dann trauere ich um ihn da auch diese große berühmte Arië die man kennt von Ramotris Sabré Die ehrlich gesagt für mich auch immer.

00:14:36: beim Singen werde ich oft von Gefühlen übermannnt.

00:14:39: also ich hoffe dass das dann auf der Bühne besser ist.

00:14:41: bei den Proben merke ich wie nahme das dann doch geht.

00:14:44: Castor landet in der Unterwelt und Pollux der eigentlich jetzt mit mir glücklich sein könnte, beschließt aber Kastor aus der Unterwelt zurückzuholen und auf seine Unsterblichkeit zu verzichten.

00:14:54: Also es ist eine wahnsinnig spannende Geschichte!

00:14:57: Es geht halt vor allem auch um Geschwisterliebe und romantische Liebe.

00:15:00: und was siegt?

00:15:01: In dem Fall zieht die Geschwistersliebe – man weiß nicht genau, was mit Teller hier am Schluss wirklich passiert.

00:15:07: also das bleibt so ein bisschen in der Schwebe gibt es Interpretationsspielraum für jeden einzelnen Besucher.

00:15:13: Das kann man sich dann überlegen, aber ja ich finde einfach die Geschichte schon so spannend und toll und absolut empfehlenswert, finde

00:15:20: ich.".

00:15:21: Mein Siegel in der Feldhofer ist die Tellair in der Produktion Castore Pollux von Jean-Philippe Rameau, dirigiert von Bernhard Fogg ab elften April an der Oper Graz als Castor Sebastien Monti den Polluk singt.

00:15:35: Nikita Ivaseczko.

00:15:37: Es ist eine besondere Produktion, weil Nanine Linnig die Regie macht.

00:15:40: Die hier schon bei Hoffmanns Erzählungen den Julieta-Akt gemacht hat.

00:15:44: Es hat eine ganz besondere Ästhetik... Mich damals schon so fasziniert hatte.

00:15:48: ich durfte ja die Antonia machen Das war ein anderer Akt mit dem Puppen was auch besonders war.

00:15:53: Ich war damals schon ganz verliebt in diese Ästhetik von Nanine Linning und auch von der Gostüm-Bildnerin.

00:15:58: es kommt ja wieder das gleiche Team Das geht mit der Musik auf jeden Fall.

00:16:29: dass da stellt, was man gerade sagt.

00:16:32: Sondern es ist oft in Bewegungen, Rückzug vorwärts.

00:16:36: also ich finde absolut spannend!

00:16:37: Ich habe so auch noch nie gearbeitet glaube ich und ich liebe es total und versuche halt dem zu entsprechen.

00:16:44: Gleichzeitig haben wir wunderschöne fließende Kostüme mit ganz besonderen Stoffen die auch

00:16:50: im Licht

00:16:50: reflektieren Und ich bin total gespannt wie das Ergebnis dann ist und find's eigentlich schade, dass sich nicht mal von draußen alles sehen kann.

00:16:58: Also natürlich die Akte, wo ich nicht dabei bin, werde ich mir auf jeden Fall anschauen.

00:17:01: Ich glaube es könnte eine ganz, ganz besondere Ästhetik werden auch die Kombination aus dieser französischen Barockopa und diesen Tanzelementen-Video also... Ich glaub das könnte wirklich toll werden!

00:17:11: Ich freue mich riesig drauf!

00:17:13: Sie glänzt der Feldhofer ab Elftnapril in Ramos Gastoripolyx im Juni dann wieder als Antonia zu erleben.

00:17:22: in der Wiederaufnahme von Hoffmanns Erzählungen Seit dem Jahr eight ist die Sopranistin Ensemblemitglied der Oper Graz.

00:17:32: Ich komme ja eigentlich auch aus der Oststeiermark, also nicht weit weg von hier, aus Sankt-Kartreien am Hauenstein.

00:17:38: Also wir haben wirklich nur als sechshundert Einwohner da passiert nicht viel.

00:17:42: Definitiv viel los ist bei der inklusiven Musiktheaterproduktion Die Drei Musketiere.

00:17:49: Auch hierfür wird aktuell an der Oper Grags geprobt.

00:17:54: Wir hören nun ein Gespräch, das ich mit dem Regisseur Georg Schütki mit Lina Hölscher von der Theaterakademie Lebensgroß und mit zwei Mitgliedern der Theater Akademie Agnes und Robert geführt habe.

00:18:09: Ja wir haben vor zweieinhalb Jahren hier im Opernhaus unseren ersten Aufschlag machen dürfen – mit The Bagels Opera, dem Urstoff der Drei-Kroschen-Opa und haben da eigentlich die große Frage nicht nur inhaltlich, sondern auch direkt architektonisch gestellt.

00:18:26: Wem gehört eigentlich die Opa?

00:18:28: Wer besucht sie und wer und wessen Geschichten werden hier eigentlich erzählt?

00:18:33: Wir sind damals auf sehr großes Echo gestoßen hier in diesem Haus.

00:18:38: Nicht nur in den Vorstellungen, sondern ich glaube auch im gesamten Organismus eines Opernhauses, dass es in so einem großen Gebäude der Oper nicht nur Platz sondern auch ganz viel Bedarf und Lust daran gibt.

00:18:50: Auch andere Menschen als sonst auf der Bühne zu sehen und hier arbeiten zu lassen.

00:18:55: Und ich glaube diese Reise haben wir jetzt über die letzten zweieinhalb Jahre immer in engem Kontakt zum Haus und mit der Dramaturgie hier fortgeführt und wurden eben eingeladen Nun, als vollständige Produktion des Opernhauses hier die drei Musketiere aufzuführen.

00:19:11: Die drei musketierter seiner Berette von Ralf Benatski in Berlin-Uhr aufgeführt und bringt eigentlich alles mit was dieses Genre so kann

00:19:19: nämlich

00:19:20: alle Formen von Bewegung Musik

00:19:22: Kunst

00:19:22: Sprache und Bild und natürlich vor allem Abenteuer.

00:19:26: in dem Fall es ist eine Abenteueroparette.

00:19:30: für mich ist das eigentlich ganz logisch dass man dieser Form der Operette in diesem gemeinsamen Versuch etwas noch hinzufügt, nämlich neue Formen von Spiel und Musik.

00:19:43: Und wir versuchen wirklich mit allem was die Oper kann.

00:19:47: Wir haben einen Orchester dabei, wir haben professionell ausgebildete Sängerinnen dabei und wir versuchen hier mit all denen die noch nie auf einer Operngühne gestanden sind aber eben ganz neue eigene Formen performativer Qualität und Kunst auf die Bühne bringen, eigentlich uns an einer Neustöpfung dieser Genres.

00:20:07: Und ich glaube das hat sowohl das Genre verdient als auch haben wir als Truppe das verdient.

00:20:12: Wir können nur sagen es macht eine Menge Spaß oder?

00:20:16: Auf jeden Fall!

00:20:20: Mit Herzgeweig!

00:20:22: Genau.

00:20:22: und die Theaterakademie von Lebensgros gibt es jetzt ziemlich genau seit dieser Backers-Opera, da hat die Agnes Zenz auch schon mitgespielt.

00:20:30: Robert Nemes kam danach dazu und die beiden sind jetzt seit Jahrzehnteinzehn in der ersten Ausbildung für Bühnendarstellerinnen mit Behinderung

00:20:39: in den Österreich

00:20:40: bei Lebensgroß.

00:20:42: Und ihr seid jetzt im dritten Jahr.

00:20:44: Das heißt auf einer Opernbühne hat zwar nur Agnes gestanden aber du hast schon auf vielen anderen Bühne

00:20:50: gestanden

00:20:50: Robert zum Beispiel dem Schauspielhaus

00:20:54: und

00:20:55: bei

00:20:55: der Kunstuniversität.

00:20:56: Und

00:20:57: auch beim Sturriatenprojekt mit Georg zusammengemacht.

00:20:59: Unteratmes?

00:21:01: Genau, also ihr seid jetzt wie ich finde schon sehr erfahrene Ünendarstellerinnen geworden.

00:21:08: Es ist aber trotzdem immer schön neue Projekte natürlich auch mit unserem geliebten Georg zu machen die uns inhaltlich aber auch

00:21:18: formal

00:21:19: und Genre betreffend herausfordern.

00:21:22: dass mit einem Orchester zu arbeiten, zum Beispiel ist für dich ganz spannend.

00:21:26: Kannst du uns darüber was erzählen

00:21:28: Agnes?

00:21:28: Ja also mit einer Chester jetzt schon etwas Neues hätte ich gesagt.

00:21:33: Ich habe

00:21:33: noch nie mit

00:21:34: dem Orchester überhaupt geprobt.

00:21:37: Der ganze

00:21:37: Körper

00:21:38: fängt an zu vibrieren sich in der Licht und will

00:21:40: die Hügel springen

00:21:42: zur Musik tanzen und Musik ist sowieso mein Lieblings-Ithol.

00:21:50: Wenn ich

00:21:51: auch selber Musikalist

00:21:52: bin, dann spürt man das ja

00:21:54: auch.

00:21:55: Auch

00:21:55: als Orchester

00:21:56: zu singen!

00:21:57: Das war für

00:21:57: mich auch das

00:21:58: erste Mal gewesen aber

00:22:00: es war auch sehr befreiend...

00:22:01: ...für mich überhaupt in eine neue Welt hinein zu blicken und hineinzuhören.

00:22:07: wie klingt diese Welt mit Orchester.

00:22:11: Sagt Agnes Zenz?

00:22:12: Sie ist Teil der inklusiven Musiktheaterproduktion Die Drei Musketiere und Agnes ist genau wie Robert, Mitglied der Theaterakademie Lebensgroß.

00:22:24: Die drei Musketieren ab sechzehnten April an der Oper Graz.

00:22:29: Regie führt Georg Schütki.

00:22:31: Ich habe die Bearbeitung hauptsächlich übernommen, aber ich würde sagen es ist eigentlich eine Ausrommelleistung.

00:22:35: Weil wir über die Workshops und kleinere Rollen arbeiten schon ganz viel Material darüber.

00:22:40: wie würde einer darstellen?

00:22:42: Wie würden Roberta und Agnes jeweils ihre Rollen haben hier die Kardinäle hin sitzen und hier ist Manon die geliebte eines Musketiers und eigentliche Strippenzieherinnen.

00:22:53: im Hintergrund muss man sagen.

00:22:55: Und ich durfte die O-Töne, die wir improvisativ in den Workshops gemacht haben in den ersten Proben dann auch wirklich direkt mit in die Bearbeitung des Textbuches, des Originaltextbuches mit einfließen lassen.

00:23:07: Was zu einer ganz tollen Form geführt hat finde ich wenn man hört... Beides, man hört diese Operette wie sie war aber man hört auch im Text uns jetzt.

00:23:18: Das Stück ist unter Titel mit Musik von damals und heute und ich glaube wir haben das auf jeden Fall in diesen Chagons irgendwie den wir im Textbuch gefunden haben ganz gut übersetzen können was uns jetzt natürlich auch viel leichter macht weil wir quasi eine Natürlichkeit im Text bereits vorhanden haben im Material die wir sonst irgendwie mühsam erarbeiten müssten.

00:23:41: Ja, also wir müssen bis Ostern fertig sein.

00:23:43: Weil wenn wir dann aus den Osterferien zurückkommen, dann ist schon Klavier-Hauptprobe.

00:23:47: Also wir müssen jetzt schon Gas geben.

00:23:48: die Bühne steht das ist toll hier.

00:23:50: Wir dürfen mit dem Studio der Opergras auf der Studiobühne eigentlich komplett durchproben in unserem Originalbühnenbild und ich würde sagen wir sind so zur Hälfte durch.

00:24:00: ja

00:24:00: es ist natürlich für mich eine

00:24:02: wahre

00:24:03: Herausforderung auch eine Ehre

00:24:08: Eine

00:24:09: Intrigante und im Grunde genommen sehr starke Person verkörpern

00:24:15: zu dürfen.

00:24:17: Vor allem,

00:24:18: wenn

00:24:19: ich so wie viele andere

00:24:22: im

00:24:22: wahren Leben ja eigentlich eher, sagen wir mal Nobo die sind also zumindest Ich Bin Nicht Soes ist sozusagen diese immer wiederkehrende Transformation Ja Diese Reise in eine

00:24:41: macht

00:24:41: Person immer wieder aufs neue, herausfordernd.

00:24:46: Wunderbar!

00:24:48: Aber natürlich auch sehr ... Ressourcen

00:24:52: vordernnt.".

00:24:53: Robert Nemes, er spielt die Kardineelin im Stück – den Onkel von Mano.

00:24:59: Musikalische Leitung bei den drei Musketieren hat Stefan Bernhuber.

00:25:03: Lina Hölscher hat die Projektleitung der Theaterakademie Lebensgross.

00:25:08: Sie hat diese gegründet und entwickelt und die Finanzierung gesucht.

00:25:12: Menschen mit Behinderungen

00:25:13: haben in der Gesellschaft ja eine bestimmte Position, eine bestimmten Schublade...

00:25:19: Ja richtig!

00:25:20: Und ich finde das total schön wie du es gerade beschrieben hast

00:25:23: dass

00:25:24: für euch was total wertvolles ist, dass man auch mal in einer Machtposition gehen kann.

00:25:29: Auf jeden Fall!

00:25:30: Und was auch bei Agnes ist.

00:25:32: also Agnes wie ihr schon gehört habt liebt Theater und Musik und alles was kreativ ist.

00:25:36: sie schreibt auch selber Und ich bin so froh, dass ich dir seit drei Jahren diese Ausbildung und diesen Beruf der Bühnen Schauspielerinnen anbieten darf.

00:25:47: Weil das ist wie für die Agnes gemacht... ...und sie hatte die fünfundzwanzig Jahre davor in ihrem Leben das als Hobby gemacht!

00:25:56: Und es ist auch total legitim das als hobby zu machen.

00:25:58: aber du bist eine ist es eine Berufung bei dir, wie ich finde.

00:26:02: Und ich finde das total schön dass ihr euch inzwischen auch als Schauspielerinnen von Beruf begreifen dürft und dass das Publikum das auch so wahrnehmen darf.

00:26:13: und dann ist es natürlich für uns und für Menschen mit Behinderungen auch total schön diesen Zuspruch auf einer Bühne zu bekommen was das mit euch mit euren Selbstbewusstsein macht mit eurer Selbstwirksamkeit in eurem sonstigen Leben.

00:26:28: Die Agnes

00:26:29: fährt aus Pölau, mit dem öffentlichen Verkehr seitdem sie die Bergers Opera gespielt hat ist jetzt im Kurzzeitwohnung und will langsam ausziehen von daheim weil als Schauspielerin muss man flexibler in Graz wohnen und reagieren können auf die Aufträge!

00:26:43: Und es ist wirklich

00:26:45: so

00:26:45: schön was Kunst bewegen kann.

00:26:48: Ich würde es direkt auch ergänzen dass das auch aber auf beide Seiten wirkt, also dass auch unser Dasein und unser Hierwirken können.

00:26:56: Natürlich auch das kriegen wir ganz viel gefeedbackt vor allem auch irgendwie von den Sängerkolleginnen ohne Behinderung.

00:27:01: Das ist auch auf diese Seite ein sehr sehr lohnendes Unterfangernis weil einfach Umgang aufeinander achten vielleicht auch Bedürfnisse Rücksicht nehmen und darin geschult sein einfach jeden Prozess und jedem institutionellen Vorgang letzten Endes gut tut.

00:27:17: Und ich glaube, dass das auch etwas ganz Tolles ist was wir hier gemeinsam in beide Richtungen einfach erleben dürfen.

00:27:22: Dass einfach gemeinsam wachsen und aufeinander achten vielleicht den einen Moment mehr sich Zeit nehmen Dinge so zu erklären dass sie verstanden werden können letztlich kein Vorgang ist der exklusiv dem inklusiven Bereich vorbehalten werden muss sondern auch einfach institutionell überall wirksam sein kann.

00:27:39: unsere gesellschaft verlernt das oder hat es verlernen.

00:27:41: also diese thema

00:27:43: zeit

00:27:44: sich Pause nehmen, dass es uns gut geht wenn wir miteinander arbeiten.

00:27:48: Das sind Sachen die wir von euch total lernen können

00:27:51: und das hilft

00:27:52: alles.

00:27:53: Und trotzdem bin ich so streng

00:27:55: auf der Probe.

00:27:56: Nein

00:27:57: du bist ein Wunderbarer!

00:28:00: Süß auch.

00:28:06: Süss ist er auch.

00:28:09: Ich denke, es hat sich sehr gut mitgeteilt wie toll die Probenatmosphäre ist.

00:28:16: Georg Schütki, Regisseur, Projektleiterin der Theaterakademie Lebensgroß Lina Hölscher und zwei Mitglieder Agnes Zenz und Robert Nemes Ralf Benatz geht i drei Musketiere ein Spiel aus romantischer Zeit mit Musik von gestern und heute ab sechzehnten April An der Oper Graz.

00:28:40: Einen klitzekleinen Probenausschnitt können wir noch präsentieren?

00:28:47: Super!

00:28:48: Die drei Musketiere Dachdaño, Aramis und Portos an der Oper Gratz alle Vorstellungen finden in entspannter Atmosphäre statt.

00:28:58: Begleitend zu der inklusiven Produktion LED am neunzehnten April ab die Diskussionsveranstaltung Oper für Alle Alle für OPA dazu eine über Rahmenbedingungen, Chancen und Herausforderungen von inklusive Musiktheater zu diskutieren.

00:29:16: Alle Infos finden Sie auf der Website opaminusgraz.com.

00:29:22: Danke fürs Zuhören sagt Mario Neige.

00:29:24: bis zum nächsten

00:29:33: Mal!

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