Die Gartenfärberin.
Shownotes
Schon als Kind hat **Sue Ivan **von einem Garten geträumt. Denn ausgiebiges Grün gibt es in ihrer Kindheit in Linz nur bei Ausflügen aufs Land. Später studiert und arbeitet sie in Wien, wird Projektmanagerin und Webdesignerin, arbeitet an einem Forschungsinstitut. Bis ihre Sehnsucht nach mehr Grün so groß wird, dass sie sich auf die Suche macht. 2009 kauft sie gemeinsam mit ihrem Mann ein Haus mit Garten mitten in Pfaffendorf im Weinviertel, nahe der tschechischen Grenze. Anfangs soll es ein Wochenendhaus werden, heute lebt sie das ganze Jahr über darin.
Aus dem vormals zugepflasterten Innenhof ist ein grünes Meer geworden: Hibiskus, Riesenbuchs, Apfelbaum, Herbsthimbeere… Eine Holzbiene fliegt von Blüte zu Blüte, Rusty hockt im Gebüsch und schnurrt. „Wenn sie sich wohlfühlt, dann macht sie das“, sagt Sue Ivan. Was für Katzen selbstverständlich ist, gilt auch für Hühner: Denn Rusty ist eine ihrer beiden Hühnerdamen. Vier Kaninchen gibt es außerdem – und ganz viel Platz in Werkstätten für Sue Ivans Leidenschaft: handgefärbte Wolle.
Mit der Akribie einer Forscherin, einem Gespür für Ästhetik und einer Freude am Tun geht Sue Ivan an ihre Woll-Farb-Kunstwerke heran. In ihren handgefärbten Wollsträngen finden sich die Farben ihres Gartens wieder.
Gestaltung der Sendung: Gerlinde Petric-Wallner. (DaCapo)
Links Buch und Blog von Sue Ivan
Haltbarmachen im Glasumdrehen (Löwenzahn Verlag) https://haltbarmachen.at/
Handgefärbte Wolle | Positive Ease Yarns
https://www.instagram.com/positive_ease/
Gestaltung der Sendung https://www.gerlindewallner.at/
Transkript anzeigen
00:00:00: Wer in der Stadt lebt, kennt sie mitunter.
00:00:02: Diese Sehnsucht nach Mergrün.
00:00:05: Sue Ivan hat aus dieser Sehensucht ein neues Zuhause gemacht.
00:00:09: Sie lebt mittlerweile nicht mehr in Wien sondern in einem kleinen Ort im Weinviertel und sie hat ihren Job gleich mit verändert von der Projektmanagerin und Webdesignerin zur Wollferberin.
00:00:24: Irgendwann
00:00:32: war noch mal, keine Ahnung in welchem Alter das war.
00:00:34: Ich bin ja auf die Idee gekommen und hätte gerne einen Garten.
00:00:36: In dem Jahr zwei Tausend Neuen haben wir dann doch Zufall dieses Haus eben gefunden.
00:00:45: also wir haben glaube ich zwei Jahre lang gesucht und wollten halt mehr oder weniger ein Wochenende ins
00:00:51: Haus.
00:00:56: Ich finde es
00:00:57: einfach faszinierend welche Farben die Natur einfach
00:01:01: sich
00:01:01: da ausdenkt und solche Inspirationen sind total wichtig für das was ich mache.
00:01:09: Die Gartenferberin.
00:01:12: Eine Sendung von Gelinde Petritsch-Valner.
00:01:18: Ankunft in Pfaffendorf.
00:01:22: Es ist ein sonniger September Tag, der Wind weht in dem kleinen Ort im Weinfiertel nahe der tschechischen Grenze.
00:01:28: Zweihundertsechsundrassig Menschen leben hier.
00:01:31: Einer von ihnen ist Sue Ivan.
00:01:42: Das Tor zur Straße schließt sich hinter uns.
00:01:47: Vor uns liegt eine Welt, die unsere Köpfe überragt.
00:01:50: Blumen, Büsche, Bäume – sie alle sprießen in die Höhe!
00:01:54: Eine Lillaherbstane Monae, den voller Blüte steht.
00:01:58: ein zartroser Hibiscus der gerade am Verblün ist.
00:02:02: Ein Apfelbaum, der über und über mit grün-hoten Äpfeln behängt ist.
00:02:06: Seine Äste biegen sich über den Holzweg, der vom Tor zum Haus führt Einen grüner Bogen.
00:02:13: Es ist als ob er willkommen sagt Und noch jemand sagt willkommen.
00:02:20: Die Rusty schnurrt gerade!
00:02:22: Die Schnurren.
00:02:23: der Rusty ist keine Katze, sondern ein Huhn.
00:02:26: Fühlt sich wohl?
00:02:28: Gleich neben dem Eingang beginnt ihr eingezäuntes Gehege.
00:02:31: Zu finden ist darin auch ein Häuschen für die Nacht.
00:02:34: Wenn sich Rusty wohl fühlt dann schnurt sie, erzählt Sue Ivern.
00:02:39: Rusty wird noch einige Male an diesem Tag schnorren.
00:02:51: Also wir sind da jetzt.
00:02:52: ich sage da zur Vorgarten.
00:02:55: Unser Garten ist sehr verwinkelt und hat so unterschiedliche Gartenbereiche.
00:03:00: Da ist eben das Gartentor, links und rechts davon gibt
00:03:07: es die Wildnis.
00:03:09: Es wuchert den Zoo Evans Garten
00:03:11: grün
00:03:12: über Grün!
00:03:13: Das war nicht alles so geplant, aber sonst ist er schon entwickelt.
00:03:16: Also das ist zum Beispiel ein Kirschbaum.
00:03:19: Wenn ich wusste heute wie groß der wird dann hätte ihn wahrscheinlich nicht dahergesetzt.
00:03:25: Der hätte kleiner bleiben sollen, aber das wollte er nicht.
00:03:28: Dem gefällt's
00:03:29: da.".
00:03:30: Auch der Eichblatt-Hotensier gefällt es hier – ebenso dem Riesenbuchste den Vögeln an Versteck bietet!
00:03:36: Ein Tausend Zweihundert Quadratmeter um fast der Gartensamthaus Scheune Werkstätten Kaninchenbau.
00:03:43: Nachdem sein alter Bauernhof ist mit Stallungen und Scheunen so ist halt auch ein großer Teil verbaut.
00:03:49: Dann gibt's neben einem Vorgarten noch einen Innenhof mit Garten und ein Gemüsegarten hinter der Scheune.
00:03:56: Seit über fünfzehn Jahren wohnt Sueyvern hier, gemeinsam mit ihrem Mann Alex, der unter der Woche in Wien ist.
00:04:02: Eine Stunde braucht es circa von hier nach Wien.
00:04:05: Wie wir da eingezogen sind war ja dieser Innenhof hauptsächlich mit diesen Steinplatten belegt am Boden.
00:04:12: Es gab einen Baum eine Hochstammrose Und den Marillenbaum gab's und sonst glaub ich Ja und diesen einen nicht Flieder da noch.
00:04:25: Aber es war halt ein typischer Innenhof für das Feinviertel, also mit Steinplatten am Boden und so einen Arbeits-Innenhof Und wir haben alles die Steinplaten entfernt
00:04:37: und
00:04:38: sozusagen die Erde gelockert, Beete gebaut und neue Sträucherbäume.
00:04:47: Eigentlich war das Hausamtgarten im Pfaffendorf ja als Wochenendehaus gedacht Dass zu Ivan hier mal das ganze Jahr überleben wird, dass sich auch selbstständig arbeiten wird als Färberin von Wolle.
00:05:00: All das war damals beim ersten Betreten des Hauses noch weit weg.
00:05:04: Aufgewachsen ist zu Ivan in einem Zuhause ganz ohne Garten mitten in der Stadt.
00:05:09: Ich bin in Linz geboren und aufgewachsen bis zur Natur.
00:05:13: Es waren klassische Familie mit zwei Kindern ein Puppein Mädchen.
00:05:18: Wir haben in einer Wohnung gewohnt Wohnsiedlung mit einem Innenhof, wo wir Kinder spielen konnten.
00:05:27: Aber es gab in der Nähe Kleingartensiedlung.
00:05:33: Da bin ich immer erst nicht gern durchgegangen aber bin eigentlich schon in der Stadt aufgewachsen im städtischen Umfeld und habe eigentlich immer schon irgendwie den Wunsch gehabt nach einem Garten.
00:05:47: Das war ein lange Hektarwunsch!
00:05:50: An den Wochenenden konnte ihre Sehnsucht nach Meergrün zumindest etwas gestillt werden.
00:05:55: Meine Eltern sind mit uns immer am Wochenende in die Umgebung gefahren, ins Mühlviertel, in die Wälder dort oder wie Heidelbeeren sammeln.
00:06:06: Wir sind dann auch sehr viel zu den Großeltern aufs Land im Hinterwüsterreich also sprich hierher ins Weinviertell und nach Kloster Neuburg.
00:06:13: da gab es auch einen Garten.
00:06:15: Also das hat sie dann sozusagen am Wochenend schon ergeben dass ich da für draußen war.
00:06:20: Nach der Schule geht Suivan studieren nach Wien, zuerst Sprachen – wofür sie ein Talent hat.
00:06:25: Aktuell bringen Sie sich gerade denisch selbst bei.
00:06:28: Dann schwenkt sie um auf Psychologie, lebt anfangs in einer Wohnung der Großmutter in Kloster Neuburg bis zu ihrem ersten Job.
00:06:36: Dann zieht sie ganz in die Großstadt!
00:06:39: Suivan wird Projektleiterin in einem Marktforschungsinstitut in Wien.
00:06:43: Plan Studieren führt Gruppendiskussionen durch, analysiert sie, trägt die Ergebnisse vor.
00:06:49: Aber ich bin sozusagen eine unruhige Seele.
00:06:54: Mir ist es dann irgendwie nach zweieinhalb Jahren, da war man ein bisschen immer dasselbe.
00:07:01: Ich habe dann einfach eine neue Herausforderung gesucht und dann bin ich Usability Engineer geworden.
00:07:10: Die haben jemanden gesucht der vorzugsweise Psychologie Studium als Hintergrund hat und haben mir dort beworben.
00:07:17: Es geht darum, dass man digitale Oberflächen, also User-Interfaces so optimiert, dass sie einfach leicht zu bedienen sind.
00:07:26: Sie
00:07:26: bringt sich dort selbst HTML und JavaScript bei.
00:07:30: Und ich bin dann ziemlich reingekippt und habe mir gesagt eigentlich, ich mag das lernen und betreiben.
00:07:37: Das war so ein bisschen die Phase eh schon Internetboom nicht ganz am Anfang, sondern eher gegen Ende.
00:07:44: Aber ich habe das dann für mich entdeckt und gesagt, mach super.
00:07:48: Das macht mir Spaß!
00:07:49: Ich werde
00:07:49: Webdesigner!".
00:08:05: So Ivan lässt sich nicht gerne schublatisieren, erfindet sich lieber neu – und bringt sich wenn die Neuge an ist, die Dinge auch einfach mal selbst bei will am liebsten alles auf einmal machen.
00:08:15: Projektmanagement-Webtesign Es wird noch einige Jahre dauern bis sie vom Webdesign zum Wolle färben kommt.
00:08:22: Vorerst landet es in einer Agentur und von dieser in der nächsten lernt in einer der von ihren heutigen Mann Alex Kennen, bekommt die Platzende Internetblase hautnah mit, verliert ihren Job macht sich selbstständig mit ihrem Mann und landet schließlich an einem Forschungsinstitut.
00:08:42: Da war ich dann elf Jahre lang da ging es um Telekommunikation und die haben ein EU-Projekt bei einer Ausschreibung den Zuschlag bekommen und da ging's darum dieses EU Projekt zu leiten.
00:08:55: Ja, und dann habe ich dieses EU-Projekt geleitet.
00:08:58: In Summe waren es dann zum Schluss fortyneine Partner, Universitäten oder ein paar Firmen in ganz Europa.
00:09:04: War wirklich großes Ding!
00:09:06: Groß und erfolgreich – so beschreibt sie das Projekt im Nachhinein.
00:09:10: Groß und erfolgreich und spaßig Und grau.
00:09:16: So grau dass da diese Sehnsucht in ihr wieder aufkommt.
00:09:20: Das hat sich in der Zeit extrem verstärkt weil ja die Wohnung Im Sintenbezirk, in der ich gewohnt habe das wurde sukzessive alles grün rundherum immer weniger.
00:09:33: Also gab es teilweise so Mauerbegrünungen bis ganz hoch hinauf die wurden entfernt und Bäume wurden geopfert und neue Häuser dort gebaut usw.
00:09:45: Und wo ich gearbeitet hab am Techt geht in Wien.
00:09:49: da gibt's sehr viele Hochhäuser und sehr viele Bauten.
00:09:52: Da ist halt sehr viel Asphalt gewesen.
00:09:55: Es ist der Start ihrer Suche nach diesem Sehnsuchtsort im Grünen.
00:09:59: Ein Immobilien-Sucher-Gent wird eingerichtet, gemeinsam mit ihrem Mann immer wieder Häuser besichtigt – ohne Erfolg!
00:10:06: Bis sie zwei Jahre später auf eine Anzeige in Pfaffendorf im Weinviertel stößt.
00:10:18: Die Zeit hat man dann, wenn man angestellt ist auch nicht immer so und die Lust und die Energie.
00:10:30: Aber ich habe mir gedacht okay machen wir es heute bitte schon!
00:10:38: Und in der Sekunde wo wir angekommen sind war es für mich schlagartig klar so wow das ist schon mal eine Kandidat.
00:10:48: Das war mehr oder weniger Liebe auf den ersten Blick.
00:11:01: Wir haben draußen geleutet am Garten da und sind davor gestanden das hat geregnet.
00:11:07: dann ist irgendwie der Besitzer gekommen mit einem großen Regenschirm den ganzen Weg entlang und ich habe sofort irgendwie so ein heimeliges Gefühl hier gehabt.
00:11:18: Vielleicht liegt es auch an dem wunderschönen Flieder, den wir schon gesehen haben.
00:11:21: Dann haben wir uns das halt alles angeschaut.
00:11:24: Ich meine, es ist ja eine große Entscheidung.
00:11:29: Vor allem ziemlich still und deswegen haben die Markerin und die Besitzerin, die haben glaubt, dass wird eh nix.
00:11:36: Die sitzt da immer noch still herum.
00:11:39: Ich hab das einfach nur auf mich wirken lassen und so gespürt, wie gefällt mir das?
00:11:44: Keine mal das vorstellen.
00:11:46: Ja oder nein?
00:11:48: Und dann habe ich schon gewusst zu ja.
00:11:50: Das für mich passt
00:11:51: das.".
00:11:58: Wie dem Auto am Weg zurück nach Wien fragt sie ihren Mann was er vom Haus denkt.
00:12:09: Es ist typisch ... Wir hätten ein klassischer rationaler Mann so sachlich durchgegangen.
00:12:15: Das passt eigentlich, das passt eigentlich.
00:12:16: Steckt außen gibt's auch.
00:12:20: Und jetzt zum Schluss gekommen, das passt auch alles.
00:12:24: Und dann hat er gesagt ich würde es nehmen!
00:12:30: Dann haben wir angerufen, also ist es so ein Stunden später... ...dann haben wir die Maglerinnen angerufen und die hat gedacht so aha es gibt noch Fragen.
00:12:38: Wir haben gesagt na wer nimmt man's?
00:12:40: Was?!
00:12:43: Also sie war sehr überrascht dass wir uns das so schnell zugesagt haben.
00:12:59: Das Haus samt Gartenflächen wird gekauft.
00:13:02: Ein Wochenendhaus soll es sein.
00:13:04: Am allerersten Wochenende, das sie gemeinsam dort verbringen ist für Sue Ivan eines klar.
00:13:14: Wir gehen gleich einmal in die nächste Gärtnerei und loslegen!
00:13:19: Ich glaube es war schon relativ späteres Frühjahr vor der Frühsommer und ich habe dann noch so eine Zucchini-Jungpflanze gekauft.
00:13:31: Normalerweise hat die schon ein bisschen früher ausgesetzt aber ich hab dann sofort angefangen Und da war so ein bisschen eine Kompost Erde, da würde ich das reingesetzt und habe sofort zum Gärtnern angefangen.
00:13:44: Eine Zucchini zieht als erste Pflanz in den Garten ein.
00:13:47: Es gibt solche die Buschförmig wachsen und solche die einfach einen elendslangen Teil ausbilden.
00:13:54: der Meter lang wird So eine Waders.
00:13:57: Die hat dann gleich mal alles mögliche in den Beschlag genommen Aber ihre gut getragen.
00:14:03: Das hatte es einfach angefangen.
00:14:06: nochmal
00:14:06: Aus der einen Pflanze sind Hunderte geworden.
00:14:09: Aus dem einen Wochenende ist ein ganzes Zuhause geworden.
00:14:13: Mittlerweile lebt Suivan das ganze Jahr über hier in Pfaffendorf im Weinfiertel.
00:14:17: Ich
00:14:19: gehe mal
00:14:20: durch die Scheune.
00:14:21: Suivang geht in Richtung Scheune, ein riesiger Raum es zu sehen mit offenem Dachraum.
00:14:31: Es geht weiter in den hinteren Gartenbereich
00:14:37: Ja und das ist der Gemüsegarten!
00:14:40: Es wird immer wilder hier.
00:14:42: Eine Fülle breitet sich vor einem Aus.
00:14:44: Paradiser vom klassischen Roten Cocktail-Paradisan, bis hin zu selteneren schwarzroten Sorten wie der Indigo Rose.
00:14:51: Ein Beet mit grünem Spargel ist zu sehen – dazwischen immer wieder Bären!
00:14:55: Eine Feige, die so groß ist, dass sie wie ein kleiner Feigenwald aussieht.
00:14:59: Es wuchert und wächst hier im Gemüsegarten von Suevern.
00:15:03: Da hinten habe ich Braumbergen gepflanzt.
00:15:06: Das sind jetzt.
00:15:06: leider Geht die Saison dem
00:15:08: Ende zu?
00:15:09: Sieht nach einer guten Ernte aus,
00:15:10: oder?
00:15:10: Wahnsinn heuer.
00:15:11: Was besonders toll!
00:15:12: Wirklich toll.
00:15:14: Vor allem die Bären haben es ihr angetan.
00:15:16: Es sind ihre Lieblingspflanzen im Garten von der Josterbäre bis zur Herbst-Hinwähre.
00:15:21: Für den Hausgarten gibt's ja unzählige Sorten, die man ausprobieren kann.
00:15:25: Aus ihren Ernteverfolgen und ihrem Gartenblock im Internet hat sich übrigens auch ein Buch entwickelt – Haltbar machen im Glasumdreh.
00:15:34: Mit Tipps und Rezepten zum Einkochen und Fermentieren.
00:15:39: Zurück zum Innenhof!
00:15:41: Da kommen wir jetzt zu unserem
00:15:43: Hohen.
00:15:45: Und Rusty kommt auf Sue Ivan zugelaufen,
00:15:48: das ist die Rusty.
00:15:49: Die Pixel
00:15:50: liegt da hinten?
00:15:51: In einem extra Gehege ist noch eine Hühnerdame zu finden, Pixel genannt.
00:15:56: Sie ist nicht übersehen auch weil ihre Frisur beeindruckt.
00:16:00: Auf dem Kopf trägt sie ein blondes Federbüschel Als wäre sie eben frisch aus dem Frisörsalon gekommen.
00:16:07: Das ist unsere Doris Day, sagt Suivan.
00:16:11: Sie ist ein Zuldala-Hun, das ist eine Rassehun.
00:16:14: Es ist eine sehr alte Rasse.
00:16:18: Von dem Hund sagt man, es war das Lieblingshorn von Kaiser Franziose weil es so gut schmeckt.
00:16:23: Wir essen's aber nicht!
00:16:26: Fünf Hühner hatten Suivan und der Mann früher.
00:16:28: heute gibt es noch Pixel und Rusty.
00:16:31: Suivan nimmt hohen Rusty hoch.
00:16:33: Sie isst ein Legehohn.
00:16:35: Pro Tag legt sie ein Ei.
00:16:42: Sag doch mal was!
00:16:47: Also so ein zu trauriges Hund wie die Rusty hatten wir überhaupt noch nie und wir verwöhnen euch halt unsere Hühner, die kriegen Mehlwürmer und Obst und Gemüse und Pippa-Pot.
00:17:02: Dass Sue Ivan ihren Garten, die Hühne und Kaninchen, die Blumen und Bäume nicht nur am Wochenende betreuen und sich daran erfreuen kann liegt daran dass sie sich selbstständig gemacht hat.
00:17:14: Sie arbeitet nicht mehr in Wien wie früher sondern färbt hier in Pfaffendorf Wolle und hört dabei mit Untermusik wie dieses Stück von Warren
00:17:23: Williams.
00:17:27: Es war kein leichter Sprung, es war so schon lange überlegen und immer hat er dann gedacht ja... ...es wird sich irgendwie ausgehen.
00:17:42: also ich war ja schon ein bisschen älter als ich den Sprung gewagt habe und hab mir gedacht ja irgendwie werde ich das schon schaffen.
00:17:48: Sueyvern ist aus den Sprungens Neue wagt.
00:17:52: Zuvor war sie im Webdesign und als Projektmanagerin in Wien tätig, zuletzt an einem Forschungsinstitut wo es darum ging das Förderwesen für Projekte zu betreuen.
00:18:02: Wie ist Sueyarn vom Forschungsbereich zur Wollfärberei gekommen?
00:18:06: Ich habe schon immer gerne gestrickt.
00:18:08: ich weiß dass ich dann als Studentin eigentlich wieder das aufgenommen hab.
00:18:13: aber das war in Zeiten noch vor dem Internet.
00:18:18: Ich war dann nicht so wirklich gut.
00:18:20: Also die Ergebnisse waren ja nicht so befriedigend und dann habe ich es einfach wieder ein bisschen aufgegeben.
00:18:26: Ja, über das Internet ist dann einfach so viel Information auf einmal verfügbar
00:18:31: gewesen.".
00:18:32: Über YouTube-Video sind auch kompliziertere Poloverstrickprojekte plötzlich schaffbar.
00:18:37: «Stricken ist ein unglaublich technisches Ding, was man nicht glaubt.
00:18:42: von der Konstruktion her eines Kleidungsstücks.
00:18:45: Da gibt es ganz, ganz viel zu beachten und zu lernen.
00:18:49: und mit dem Internet.
00:18:51: Also das habe ich mir halt alles über YouTube mehr oder weniger beigebracht damals.
00:18:56: Und dann ist die Leidenschaft wiedergekommen.
00:19:00: Das was es früher nicht gab kam dann auf einmal dass Leute angefangen haben hauptsächlich Frauen Wolle zu färben und kommerziell anzubieten.
00:19:14: Und noch etwas bemerkt zu Ivan.
00:19:16: Diese Wolf-Ferberinnen können von ihrem Tun tatsächlich leben?
00:19:29: Auch das hört zu Ivan gern, The Dynamics with Misery!
00:19:33: If you give me one more chance werden sie gleich singen wenn du mir noch eine Chance gibst.
00:19:39: Dann haben wir gedacht, ich probiere es jetzt einfach.
00:19:51: Über das AMS bewirbt sie sich für eine Start-up-Förderung Bekommt sie und baut ihr eigenes Wollfärbebusiness auf Nennt sich Positiv Ease Was ihre handgefärbte Wolle von anderen am Markt unterscheidet.
00:20:06: Ganz einfach gesagt ist es einfach eine bestimmte Form von Ästhetik Wenn man selber gerne Wolle kauft und ich bin auch ein Wall-Kauf-Chunky, dann ist mir immer auf der Suche nach der Wollee, die einem besonders anspricht von der Ästhetik her.
00:20:20: Ob es jetzt sozusagen vom Material her ist oder hauptsächlich auch von der Farbe... Es gibt halt sehr viele, die machen das sehr, sehr bunt!
00:20:28: Und ich bin nicht so der bunte Mensch.
00:20:31: Also knallig oder greller ist nicht so ganz mein Mediä.
00:20:37: Ich mag halt irgendwie eine besondere Ästhätik.
00:20:40: Mit dieser Ästhetik möchte ich halt auch die Frauen, die das sonst nirgends so finden ansprechen.
00:20:45: Auf dem Social-Media-Kanal Instagram präsentiert zu Ivan ihre handgefärbten Schätze.
00:20:51: Es sind ärtige Farben, die da zu sehen sind.
00:20:53: Farben wie sie auch in ihrem Garten vorkommen.
00:20:56: Auf einem der Fotos ist etwa eine Zwiebel zu sehen.
00:20:59: Sie liegt in einer Silberschale.
00:21:01: Daneben sind reife dunkle Weintrauben trappiert Darunter?
00:21:05: Merino Wollstränge in eben diesen Farben Dunkles Weintrauben beeren rot, helles Zwiebelschalen braun.
00:21:13: Herbstfarben im Wollkleid.
00:21:16: Ich finde es einfach faszinierend welche Farben die Natur sich da ausdenkt.
00:21:22: Also wir hatten früher mal ein Hun.
00:21:25: Die war grau und hatte so einen orange Grauverlauf.
00:21:30: Das war wirklich wunderschön.
00:21:33: Und solche Inspirationen Die sind total wichtig für das, was ich mache.
00:21:39: Ästhetisch und romantisch sieht ihr Positiv-Ease Instagram Auftritt aus.
00:21:44: Wenigerromantisch ist die Farbearbeit an sich.
00:21:47: Im Grunde ist es einmal wirklich körperlich anstrengende Arbeit.
00:21:52: Man muss sie selbst schützen vor diesen Dämpfen, vor der Hitze.
00:21:57: Ich trage eine Aske im Gesicht.
00:22:00: Das ist relativ schwer.
00:22:02: Eine Halbmaske, aber so diese großen Dinge, wie man links und rechts hat... die Aktivkohlefilter.
00:22:08: Dann trage ich auch noch eine Stirnlampe, damit ich besser sehen kann.
00:22:13: Zwei Behandschuhe, das Ganze wird sozusagen erhitzt und es entstehen sehr viele Dämpfe.
00:22:18: Es ist heil, es ist irgendwie anstrengend.
00:22:21: Man steht die ganze
00:22:22: Zeit.".
00:22:22: Und dennoch – sie kann sich nichts Schöneres vorstellen.
00:22:26: Hört am liebsten Podcasts?
00:22:28: Ozeanrauschen mit Grillenzirpen oder klassische Musik während sie färbt!
00:22:33: Wenn man dann so in diesen Flow hineinkommt wo man dann die Farben sieht und sich da irgendwie ein bisschen damit spielt.
00:22:41: Und sie dazu irgendwas anhört, dass man halt sozusagen in dieses, was nicht mein Zeit, in diesem Zustand gerät, wo man sich dann total auf das fokussiert.
00:22:51: Das ist schon super!
00:22:52: Also das genieße ich sehr.
00:22:54: Es ist halt wirklich spannend beim Wolle-Ferben Wenn die Wollee nass ist Dann ist es logischerweise dunkler.
00:23:02: Man kann nicht ganz genau hundertprozentig sagen, wenn man den nassen Vollstreng vor sich hat wie es nachher sein wird.
00:23:09: Das ist jetzt nicht so gut geworden.
00:23:11: dann lasse ich's trocknen und wickel die Wolle an dem er seinen Traum.
00:23:14: Sehr super!
00:23:16: Gefärbt wird mit speziellen Farben.
00:23:18: Sie nennen sich Säurefarben weil sie einfach mit der Säüre fixiert werden möglichst ökologisch.
00:23:25: Mir ist sozusagen Intensität von einer Farbe ist mir auch wichtig
00:23:31: Hier in einem Raum mit Blick in den Innenhof Färb zu ibern.
00:23:42: Große Töpfe stehen auf Heizplatten, in den Kästen gibt es verschiedene Behälte mit den Farben drin.
00:23:48: Das sind die Grundfarben aus denen alles dann gemischt wird.
00:23:51: Was ihr abseits vom Färben an sich noch Spaß macht und wichtig ist, ist die Ästhetik der zusammengestellten Farben – die verschiedenen Farbverläufe Und wie die fertige Wolle dann präsentiert wird.
00:24:03: Da kann ich mich total ausleben.
00:24:05: Also ich muss mich immer zurückhalten, dass ich nicht zu viele Stunden vor dem Computer verbringe und irgendwie Fotos aussuche und bearbeite.
00:24:13: Mir macht das wirklich Spaß!
00:24:14: Seit zehnt siebzehn ist Sue Ivern als Wollferberin selbstständig – ob sie von Beginn an davon leben konnte?
00:24:21: Ich habe ein bisschen vorher gebaut und habe schon vorher Werbung gemacht bevor er mein erstes Job-Update gemacht hat.
00:24:27: Und da gab es schon so eine Einwartungshaltung und Vorfreude Und das hat eigentlich gut funktioniert.
00:24:34: und dann ist es wieder ein bisschen eingeschlafen.
00:24:37: Dann haben wir gedacht, vielleicht funktioniert's doch nicht
00:24:41: so.".
00:24:41: Durch Zufall entdeckt sie danach im Internet den Aufruf einer Strikdesignerin – die Designerin plant ein Strickprojekt und möchte gerne Vorschläge für verschiedene Farbkombinationen von Wolle.
00:24:59: ein bisschen herumgespielt und das wirklich mit ganz viel Liebe und ganz viel Zeit mir da gegeben.
00:25:09: Und habe es dann gepostet, und es hat dann irgendwie eingeschlagen.
00:25:13: Also sie hätte es dann geripostet und war ganz von den Socken... ...und damit war's dann gegessen eigentlich!
00:25:22: Also dann kamen so viele Leute, wurden auf mich aufmerksam und auf meinen Account.. ..und jetzt hat man halt unglaublich einen Auftrag gegeben.
00:25:30: Ich habe dann dieses Set, das ich da gefärbt hab
00:25:34: und
00:25:35: kam mit der Nachfrage gar nicht nach.
00:25:38: Drei
00:25:38: Wochen lang färb zu Ivan durch um die Bestellungen erfüllen zu können.
00:25:43: Ihre Wolle schickts in die ganze Welt – von Japan bis in die USA!
00:25:48: Wenn ihr nicht gerade Zolländerungenschwierigkeiten bereiten?
00:25:51: Ich habe einen unbeträchtlichen Teil meiner Arbeit in den USA geliefert und jetzt mit den Terries, mit den Zollen Wird das wahrscheinlich mal für die nächsten Jahre wegfallen, schätze ich.
00:26:04: Das wird sich weisen aber das ist schon nicht ohne.
00:26:08: Brexit war auch ein ziemlicher Einschlag also es hat ziemliche Wellen geworfen.
00:26:13: ja man muss sagen von den Schwankungen im Markt nicht gefeiten
00:26:18: und dennoch so.
00:26:19: iwan ist glücklich darüber dass alles so gekommen ist wie es gekommen ist mit dem haus samt garten in Pfaffendorf im Weinviertel Mit ihrem Wollfärbe-Business, mit Rusty und Pixel ihren beiden Hühnern.
00:26:34: Und den Vierkaninchen – mit dem Hibiskus und all den Bären feigen Paradisern.
00:26:53: Was ich besonders gern mag ist wenn so das Morgenglicht durch Blätter durchscheint oder durch Blüten durchscheint.
00:27:01: Das ist einfach die Ästhetik, die Stimmung, die Farben... ...das spricht mir an!
00:27:10: So diese Wechsel von Licht Und Schatten sind für mich sehr, sehr ansprechend.
00:27:13: Deswegen habe ich auch gerne Bäume und Sträucher.
00:27:16: Es gibt kleine Verstecke und Nischen... ...und einfach das sozusagen wenn es alles sprüht vor Leben.
00:27:31: die Insekten gibts, die Schmetterlinge, die Vögel, die Skädlinge – alles!
00:27:37: Aber es ist immer irgendwas los und man erlebt sehr viel unterschiedliches.
00:27:47: Die Rusty schaut gerade ganz zufrieden rein.
00:27:50: Was sie jetzt das hat, was die gerne hat?
00:27:52: Eine Herde!
00:27:57: Sie ist sehr glücklich.
00:28:00: Der Kunde ist jetzt ein bisschen schnuren.
Neuer Kommentar