Die Villa Beer
Shownotes
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00:00:00: Vor fast hundert Jahren hat die Familie Beer beschlossen, in Wienhitzing ein Haus zu bauen.
00:00:06: Sie beauftragte den Architekten Josef Frank und seinen Kollegen Oskar Vlach – die entwickelten einen Gesamtkonzept Samt-Einrichtung & Gartengestaltung.
00:00:18: Ein Jahr später zog die Familie in ihre Villa Beer ein!
00:00:24: Es ist ein einzigartiges Haus mit unterschiedlichen Raumhöhen und ineinandergreifenden Ebenen, mit geschwungenen Treppen farbenfrohen Möbeln und Vorhängen.
00:00:35: Verspielt aber nicht verschnörkelt sondern klar und pur weit und atmend.
00:00:42: Große Fenster öffnen die Villa und holen den Garten mit seinen hohen Bäumen herein.
00:00:48: An sonnigen Tagen fällt das Licht durch die alten, welligen Glasschreiben.
00:00:53: Es fliert und tanzt auf den weißen Wänden.
00:01:08: Die letzten Jahrzehnte dämmerte das Architektur Juwel seinem Verfall entgegen – bis ein Mann namens Lothar Trerenberg es entdeckte, kaufte, aufwendig sanierte und im Frühjahr für alle zugänglich machte.
00:01:26: In dieser Sendung erzählen uns Lothar Trierenberg und Katharina Eckhardt, beide führen die Geschäfte der Willerbär von der spannenden Geschichte des Hauses.
00:01:36: Musikalischen Mietern und davon was dieser Ort heute sein kann und soll.
00:01:44: Klaviermusik von Antonia Patzek hier rummer Arvo Perth und Erich Satie begleiten uns nicht zuletzt weil im Zentrum der Wille Bär schon immer ein Flügel gestanden ist aber auch weil in diesem Haus zu sein sich so anfühlt, wie z.B.
00:02:02: Satis Gymnopädi Nummer eins klingt.
00:02:05: Mein Name ist Monika Fischer – schön das Sie zu hören!
00:03:45: In der Wenzgasse Nummer zwölf im dreizehnten Bezirk steht die Villa Bea in einem großen Garten.
00:03:52: Ihre Straßenseite ist unauffällig zurückhaltend.
00:03:55: Einziger Blickfang ist ein rundes Fenster, das an das Bullauge eines Schiffs erinnert
00:04:01: Weil das Spann in dem Haus ist, dass die Straßenfassade relativ geschlossen fast abweisend gerade ist.
00:04:07: Sehr wenig Spiel hat außer die vielen unterschiedlichen Fenster und zum Gartenhin des Hauses eine komplett ein ganz anderes Gehabe hat.
00:04:15: Eine ganze große Offenheit eigentlich.
00:04:17: Sagt Lothar Trierenberg.
00:04:20: In dem viergeschossigen Bau mit acht hundert Quadratmetern Fläche hat er mehrere Lieblingsplätze.
00:04:27: Einen mag er ganz besonders
00:04:29: Ganz persönlich.
00:04:30: Ich spiele sozusagen hobbymäßig ein bisschen Klavier und es ist das Wunderbarste in dem Haus, alleine zu sitzen und Klavier zu spielen.
00:04:38: Das ist schon immer wieder magisch an diesem Ort zu sein und das gehört sicher zu meinen Lieblingsorten.
00:04:46: Man braucht es gar nicht toll spielen können.
00:04:47: ich kann wirklich ganz wenig aber es mir ganz egal.
00:04:50: Es ist so ein Wunder und außerdem fällt einem viel mehr ein wenn man hier spielt weil er es auch anregt.
00:04:56: Aber ich sage jedem, der ein bisschen Klavier spielt, weil er die Traut seit sich mal hinspiele.
00:04:59: Ein paar Töne, wenn man das sofort spürt oder erlebt und deswegen glaube auch dass das bewusst oder unbewusst sehr gut gesetzt ist dieses Klavier und schon eine Bedeutung hat.
00:05:34: Das Klavier hatte in der Villa Bär von Anfang an einen besonderen Platz.
00:05:39: Und viel Musik ist hier erklungen, zeigt Schlotertrehenberg – der Geschäftsführer und Gründer der Villa-Bär Foundation.
00:05:47: Wir wissen dass die Frau Bär Pianistin war ausgebildete und auch Klavierunterricht gegeben hat und das hier im Haus wohl stattgefunden hat.
00:05:55: Und das Klavier so wie es Josef reingeplant hat steht im Zentrum im Herzen des Hauses in einer Zwischenetage unsichtbar für das Publikum im Erdgeschoss aber hörbar und es ist eine ganz wunderbare Situation zu musizieren.
00:06:09: Und wir gehen davon aus, dass es damals auch Hauskonzerte gab mehr als wir erneiligend.
00:06:14: Wir wissen, daß es eine Freundschaft von Jose Frank zu Ernst Grenek vor allem gab, aber wir schätzen zu all den Musikern dieser Zeit war das ein Kulturleben was hier stattfand.
00:06:24: Ja, und natürlich kam dann Richard Tauber und Jan Geburt am Matheegger.
00:06:28: Da muss Musik in dem Haus sehr groß gewesen sein.
00:06:31: Richard Taurer hat den Flügel dann im Salon getragen weil er dort sichtbarer war.
00:06:36: Da haben wir ein Foto gefunden.
00:06:38: also es scheint immer Musik ein wichtiger Faktor gewesen zu
00:06:41: sein.".
00:06:42: Mehr über die Opern- und Operrettenstars, die ihn der Villa Berg gewohnt haben erzählt uns Klo Tatrierenberg später.
00:06:50: jetzt hören wir eine Aufnahme mit Richard Tauer.
00:06:54: Freunde das Leben ist lebenswert, aus Franz-Lehas-Operette Giuditta.
00:07:56: Die Geschichte der Villa Baer beginnt im Jahr neunzehnhundetneinundzwanzig.
00:08:01: Die Familie Baer hat neunzentneunundzwantig den Architekten Jose Frank mit seinem Kollegen aus Gavlach gebeten ein Haus für sie zu bauen.
00:08:09: So viel wissen wir!
00:08:11: Es ist schade dass wir ganz wenig über die Entstehungsgeschichte des Hauses wissen außer dass offensichtlich dieser Auftrag vergeben wurde Und das Haus dann in der Zeit von neunzehnundzwanzig bis neunzentdreißig, in einem Jahr geplant und errichtet wurde.
00:08:26: Wir wissen den Einzugstermin der Familie Bay am September neunzent dreißig.
00:08:31: Leider konnte diese Familie die zum jüdischen Bürgertum in Hitzing zählte und eine Gummibahnhandel hatte wahrscheinlich nur Handel keine Produktion und zwar für Gummi Sohlen, die damals gerade modern wurden weil sie leiser und nerven schonender sind als Ledersohlen und Halsparer.
00:08:49: Er konnte nur sehr kurz in dem Haus wohnen, weil die Firma wurde dann fusioniert mit Semperit.
00:08:54: Und der Herr Baer hat dann, in den Posten verloren als Geschäftsführer dieser Abteilung und hatte noch nicht mehr genug mittelnde Kredite für das Haus, der er aufgenommen hatte zurückzuzahlen.
00:09:08: Das Haus wurde dann vermietet, weil ein Wohnrecht hat die Bank den Baers noch eingeräumt.
00:09:14: Als Mieter kam als erstes Richard Tauber mit seiner Frau Diana Napier Hat ihn im Haus gelebt, angeblich immer wenn er in Wien war und auf Tournee war sind die Bärs wieder eingezogen.
00:09:25: Also wir gehen davon aus nach der aktuellen Forschungslage dass es so House-Sharinger Form wie Wova.
00:09:31: später hat Janke Buhrer und Martha Eckert hier gewohnt und sogar im Dach geschoss das ist auch verbrieft persönlich sozusagen Marcel Pravi.
00:09:40: Da gibt's ein Interview von Marcel Bravi wo er vor dem Haus steht und erzählt dass er da gewohnten hat vor.
00:09:46: Es war eine lustige Gesellschaft, an die das Haus vermietet wurde.
00:09:49: Aber letztlich hat die Versicherung, die die Kreditgeberin war gesagt, jetzt geht es nicht mehr, Wohnrecht ist vorbei und das Haus wird übernommen von der Versicherungsgesellschaft, die Bärs mussten ausziehen und ihm folgen natürlich Flüchten, weil es war eine jüdische Familie und stand sicher auch wirtschaftlich aufgrund der antisemitischen Situation unter Druck Und sind dann in die USA emigriert, mussten die mittlere Tochter zurücklassen, die aufgrund einer Kinderlehmungserkrankung in Amerika kein Visum erhalten
00:10:23: hat.
00:10:24: Was damals üblich war das Menschen mit einer Beeinträchtigung nicht nach Amerika konnten.
00:10:29: Die Tochter Liesl-Bär war Fotografin, er war damals zwanzig und hat mit Drude Fleischmann zusammengearbeitet in irgendeiner Form oder Begelernt am Schluss in einer Sammelwohnung gelandet, im zweiten Bezirk glaube ich und depotiert worden.
00:10:46: nochmal die Trostzi-Netz.
00:10:47: Und dort ist es aus der Nähe von Millebär.
00:10:50: Das ist die traurige Geschichte der Familie Bär, die wie gesagt nur anderthalb Jahre ungefähr in dem Haus wirklich gelebt hat.
00:11:40: Das ist wieder Richard Tauber hier mit Wien durch Stadt meiner Träume von Rudolf Sijinski.
00:11:47: Richard Taurer hatte die Villa Bär eine Zeit lang gemietet.
00:11:51: Die Familie Bär selbst hat ihre Villa nur sehr kurze Zeit bewohnt, hat Lothar Trierenberg erzählt.
00:11:58: Mit den Nachkommen der Familie haben er und sein Team Kontakt aufgenommen.
00:12:03: Wir haben natürlich in der Forschung über das Haus versucht alle Fäden aufzunehmen und weiter zu verfolgen Die Nachkommen der Familie Bär, der ältesten Tochter.
00:12:12: Da gibt es eben Nachkommen und der Enkel, der Margarete Bär lebt tatsächlich wieder im Baden.
00:12:17: Der ist auch in seiner Pension von Schottland zurück nach Österreich weil diese alten Verbindungen offensichtlich tragfähig sind und seine Kinder wiederum leben in Schottlern und zu denen haben wir Kontakt und nicht ein Neffen.
00:12:29: also es gibt eine Handvoll Bär Nachkommen zu den wir in Austausch stehen.
00:12:35: Das Schöne ist, wir haben ein paar original Fotos bekommen aus der Zeit vor allem über die ganze Familie und drei Bilder auch, die vor dem Haus hier aufgenommen wurden.
00:12:43: Was uns restauratorisch wieder sehr geholfen hat wenn man bei jedem Detail irgendwas erkennt was wir gesucht haben.
00:12:51: Es ist aber die Datenlage sehr dünn.
00:12:55: Aber das Schöner ist dass eben der Kontakt der Familie auch untereinander durch das Haus wieder ein bisschen zustande kommt und beflügelt wird.
00:13:03: Die Villa Bär verbindet heute die Verstreuten Nachkommen der Familie Bär.
00:13:09: Lothar Trerenberg hat die Renovierungsarbeiten angesprochen, die waren sehr umfassend und er selbst hat sich in diese Arbeiten mit Begeisterung und viel Liebe zum Detail eingebracht.
00:13:22: Am Beispiel der Fenster wird deutlich wie sorgfältig er und alle Beteiligten dabei vorgegangen sind.
00:13:29: Die Fenster sind für mich so eine ganz entscheidende Geschichte.
00:13:32: also Die Fenster in der Villa Bär sind zu hundert Prozent die alten Metallfenster, Doppelkastenfenster mit Metallrahmen erhalten.
00:13:40: Mit allen Mechaniken.
00:13:42: aber es hieß in einem Bericht aus der Nachrichtszeit dass alle Scheiben kaputt gegangen sind durch Bomben, Einschläge und Druckwellen und deswegen nicht mehr alt und original sind.
00:13:52: Und wir hatten schon ein Konzept alles Scheiben dadurch zu ersetzen und Isoliergläser einzubauen unsichtbar Aber eben modern und kurz bevor Glaser begonnen hat, die Scheiben zu entfernen.
00:14:04: Da habe ich noch mal Stopp gerufen und gesagt wir schauen uns das nochmal an weil diese Aussage ist nur eine Aussage und nicht belegt.
00:14:11: Und der Glasrestaurator den wir dann gebeten haben hat innerhalb einer halben Stunde festgestellt Die meisten Scheiben sind original aus dem neunzehntreißig niemals ausgeglasst.
00:14:20: Damit haben wir das Projektfenster nochmal neu gedacht und gesagt Wir behalten die alten Gläser nehmen sie raus renovieren die Rahmen setzen die Gläse wieder ein Das heißt, keine zusätzliche Wärmesolierung.
00:14:31: D.h.,
00:14:32: das Heizsystem nochmal umdenken und die gesamte Bauphysik neu berechnen.
00:14:36: Es hat einen Riesenratenschweif hinter sich gezogen.
00:14:38: Der Glas hat gesagt ich kriege diese Scheiben nicht raus ohne sie zu zerstören.
00:14:42: Wir haben gesagt bemüht euch drum!
00:14:44: Sie haben sich einen Spaß draus gemacht und die Mitarbeiter haben es jedes Mal gefeiert wenn sie eine Scheibe gerettet haben.
00:14:49: Es war dann so wunderbar ein wirklicher Spiel zwischen den Möglichkeiten.
00:14:54: Und so haben wir... Tatsächlich mehr als die Hälfte der Scheiben in dem originalen, gezogenen Glas.
00:14:59: Und warum ist das so entscheidend?
00:15:00: Das ist so gewählt wie man es kennt bei alten Gläsern und das macht eine komplett andere Optik der Spiegelung der Fenster von außen.
00:15:08: Das war vielleicht nicht gewollt von Frank, aber es war das Glas was damals zur Verfügung war.
00:15:12: D.h.,
00:15:13: das war schon mitgedacht in der Architektur.
00:15:15: und das Allerschönste ist wenn die Sonne hineinscheint dann sind die... wie sagt man?
00:15:19: Nicht Schattenwürfel sondern das Sonnenlicht an den Wänden hat eine unglaubliche Lebendigkeit durch diese Wellung des Scheiben und da fallte mir erst auf wie öd das Sonnennicht ist wenn's durch normale Scheiben fällt.
00:15:30: Und das sind so wunderbare Momente wenn ich das jetzt sehe.
00:15:32: zum Glück kann man das gerettet weil davon lebt nun mal auch der Charakter eines Hauses dieser Zeit.
00:16:02: Sie hören eine Komposition von Jeruma Springwalds, interpretiert von Jerun van Veen.
00:16:09: Wir nehmen jetzt den Faden der Geschichte der Willer-Bär in Wienhitzink wieder auf.
00:16:15: Wie ging die Geschichte nach der Familie Bär weiter?
00:16:17: Die Bank hat also die Versicherung das Haus übernommen und hat zur Versteigerung angeboten um das Geld zu bekommen.
00:16:24: Es wollte niemand haben.
00:16:26: Da kam dann eine Familie, nämlich Familie Pöschmann.
00:16:28: Nee, Frau Hertha Pölschmann hat das entdeckt und war sofort verliebt in dieses Haus.
00:16:35: Dieses Haus ist was Besonderes und hat es dann mit ihrem Mann erworben.
00:16:40: Der hat gleich gesagt, du bist Wahnsinnig!
00:16:41: Das können wir uns nicht
00:16:42: leisten.".
00:16:42: Und so ist diese Geschichte des zu wenig Geldes für das Haus weitergegangen... ...und ich möchte da niemanden unrecht tun.
00:16:49: aber in meiner Analyse dieser Zeit war's auch mit den Pölchmanns so dass sie jetzt nie wirklich so viel Mittel hatten, das Haus zu betreiben und zu erhalten wie es notwendig wäre.
00:16:59: Und haben dann auch später das Haus an die Engländer vermietet nach dem Krieg also englische Geheimdienstwahrerinnen vermietet hergeben müssen was auch immer.
00:17:08: aber in den Jahren nach fünfundfünfzig das Haus auch vermietet und geteilt in die Einheiten für die verschiedenen Familienteile die Kinder.
00:17:15: So wie das Haus gedacht war wurde es fast nie benutzt und das hat ganz viel mit finanziellen Mitteln zu tun.
00:17:21: Und so hat auch die Familie Böschmann alle Renovierungen oder Umbauten, Küchen eingebaut und so weiter.
00:17:27: So minimalistisch gemacht das die Substanz erhalten geblieben ist.
00:17:31: Das hat das Haus gerettet.
00:17:32: also Geld mangel rettet auch es fehlt sondern das Geld um was zu erneuern wäre.
00:17:39: aber es wird doch nichts zerstört.
00:17:41: Die haben sich mit sehr viel Liebe bis zum Jahr achtum das Haus gekümmert zu erhalten.
00:17:47: Es wurde in den Sieben und Achtzig unter Denkmalschutz gestellt, auch im Sinne des damaligen Sohns, der Udo Böschmann, der hier gewohnt hat.
00:17:54: Der hat das schon eben auch geliebt und gewusst, dass es was Besonderes ist.
00:17:59: Aber es war ihm nie zu dode saniert worden aber natürlich dann nicht der Keller trocken gelegt, was vielleicht gut gewesen wäre.
00:18:06: Und in dieser Situation haben wir es dann vorgefunden – es war davor unmittelbar zwanzig.
00:18:12: Fünfzehn Jahre gab's einen Rechtsstreit Familie Böschmann wollte verkaufen, hat es verkauft.
00:18:17: Es war eine komplizierte Geschichte, stand fünfzehn Jahre leer und sollte privat genutzt werden vom letzten Eigentümer von Herrn Dr.
00:18:26: Stromeyer.
00:18:27: Das ging wegen diesem Rechtsstreit nicht und das er das Haus dann am Schluss erhalten bis zu
00:18:30: uns.".
00:18:32: Lodert Rehrenberg hat die Villa Beer zufällig entdeckt.
00:18:36: Ich bin durch einen lustigen Zufall oder lustig spannenden Glücksfall, Schicksalsfall keine Ahnung zu dem Haus gekommen.
00:18:42: ich bin hier aufgewachsen in der Nähe und kannte das Haus nicht.
00:18:46: Ich habe mich nie wirklich für die Architektur dieser Zeit speziell interessiert.
00:18:50: Ich fand es immer schön aber nicht so dass ich dem nachgegangen wäre.
00:18:54: Und hab im Büro des Jahrhunderts und gefunden in der Wiedner Hauptstraße.
00:19:00: An diesem Haus steht eine Gedenktafel für den Designer und Architekten Jose Frank ... der in diesem Haus gewohnt hat, in seiner Wiener Zeit bis zu hier.
00:19:09: Und über diese Gedenktafel habe ich gesagt... ... spannend Jose Frank weiß ich viel zu wenig, schauen wir mal nach was er so gemacht hat.
00:19:15: und dann bin ich draufgekommen der hat etwas Tolles nicht gemacht.
00:19:18: den Hitzigen wo ich um die Ecke wohne nämlich die Villa Baer und haben mir gedacht sehr tolles Haus das es sowas gibt oder gab Und wusste nicht, dass es leer steht und zu verkaufen ist.
00:19:28: Ein Tag später haben wir das auch noch rausgefunden.
00:19:31: Dann kam ich sehr schnell in das Haus mit dem damaligen Eigentümer und war sofort überzeugt.
00:19:36: hier möchte ich etwas machen und möglichst vielen Menschen das Erlebnis zur Verfügung stellen soll ein Haus zu spüren.
00:19:52: Wie spürts sich dieses Haus an?
00:19:55: Wie Freiheit und Zuhause gleichzeitig geerdet und leicht Wie diese Musik von Arvopert wird vor Anna Maria arrangiert und gespielt von Christopher Sietzen auf der Marimba.
00:20:30: In der Villa Bär zu sein ist zuerst Staunen, Staunend darüber was Architektur kann und wie sehr ein Haus das eigene Empfinden und Wohlbefinden beeinflusst.
00:20:43: Ein Aufenthalt in der Villa Beer weckt die Entdeckerfreude.
00:20:47: Es gibt so viel zu erkunden, wohin führt diese Stiege?
00:20:51: Was ist hinter dieser Türe und wie sieht den Raum von hier oben aus?
00:20:56: Die verschiedenen Raumhöhen, die langen Sichtachsen und die hohen Fenster zum Garten vermitteln Weite – und gleichzeitig ein wohliges Zuhause-Gefühl.
00:21:08: Überall gibt es Plätze, die zum Verweilen einladen.
00:21:11: Der großzügige Ärger, der sich tief in den Garten hineinschiebt.
00:21:16: Die Sitzecke hinter dem Bullauge wo der Flügel steht.
00:21:20: Der geräumige Salon oder das kleine Zimmer, dass auf halber Höhe über diesen zu schweben scheint.
00:21:28: In der Villa Bär möchte man bleiben.
00:21:30: Sich hinsetzen und in den garten schauen Ein Buch lesen oder Klavier spielen Das alles kann man seit März dieses Jahres.
00:21:39: Was uns wichtig ist beim Besuch dieses Hauses, ist dass es auch für unsere Gäste wenn sie jetzt öffentlich wird immer noch soweit das möglich ist als Wohnhauserleber bleibt.
00:21:49: Dass man herkommen kann sich vielleicht aufs Sofa setzen kann mit einem Buch und beim Fenster hinaus schauen.
00:21:55: Das ist möglich im Rahmen von Zeitfenstertickets die am Wochenende buchbar sind Samstag und Sonntag.
00:22:01: Ich sage immer für Leute die vielleicht schon alles wissen oder gar nicht so viel wissen wollen und einfach nur diese Räume genießen
00:22:07: Katharina Eckhardt leitet den Betrieb und das Programm der Villa Beer.
00:22:12: Führungen werden zu verschiedenen Themen angeboten.
00:22:15: Während der Woche, am Wochenende gibt es dann auch geführte Besuche von unserem Vermittlungsteam die sich dem Thema der Architektur des Hauses widmen unter Geschichte aber auch in Schwerpunktführung einem Textildesign von Josef Frank ganz ein wichtiger Aspekt seines Werks oder dem jüdischen Hitzing und der jüdische Geschichte der Bauherrnfamilie.
00:22:36: Konzerte und andere Kulturveranstaltungen sollen in der Villa Baer auch Platz finden.
00:22:42: Wir freuen uns wahnsinnig auf ein kulturelles Programm im Haus, also es ist im Zentrum dieses Hauses.
00:22:48: Manchmal habe ich das Gefühl des Hauses quasi drumherum gebaut worden.
00:22:52: Steht ein wunderschöner Bösendorferflügel – einen Konzertflüggel, den wir hoffentlich bald
00:22:57: bespielen
00:22:57: werden.
00:22:58: Die Akustik im Haus ist fantastisch!
00:23:01: Wo ich das erste Mal hier jemanden am Klavier spielen gehört hab, ist mir wirklich kalt über den Rücken gelaufen.
00:23:06: Es war so berührend weil die Akustika in diesen Räumen so fantastisch ist.
00:23:11: Es werden ganz feine Konzerte werden, weil wir nicht mehr als achtzig Personen ins Haus lassen dürfen.
00:23:17: Der Flügel und die Position des Flügels spielt ganz eine wesentliche Rolle.
00:23:21: das Musikzimmer ist so konzipiert dass die Spielende durch das große ikonische Runde Fenster nach außen blickt eventuelles Publikum quasi im Rücken hat, also sehr kontemplativ spielen kann und das Publikuum nimmt sie visuell gar nicht wahr.
00:23:40: Sondern nur die Musik ist ein sehr schöner Aspekt.
00:23:44: Also dieses Zimmer funktioniert in beide Richtungen sehr intim und gleichzeitig dann sehr öffentlich für die großen Räume des Hauses Und insofern ist es für uns eben ganz wichtiger Aspekt auch dieses Klavier wieder zum Erklingen zu bringen.
00:23:59: Das nächste Konzert mit Werken von Arnold Schönberg findet Ende Juli statt, es ist bereits ausgebucht.
00:24:07: Auf willerbär.win-programm finden Sie alle derzeit geplanten Veranstaltungen.
00:24:14: Die Willer Bär lädt auch zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung und Erforschung.
00:24:19: ein
00:24:19: Wichtiger Aspekt ist uns im Programm auch die Wissenschaft.
00:24:24: Wir möchten gerne Wissenschaftler einladen, sich mit diesem Thema rund um die Architektur von Josef Frank und um die Zeitgeschichte.
00:24:34: und die soziale Haltung von Josef Frank, die ganz viel Rolle spielt auch in seinem architektonischen Schaffen.
00:24:42: Das kann man hier im Haus auch sehr gut nachvollziehen.
00:24:44: Die Dienstbotenräume sind ausgestattet in einer Qualität wie das überhaupt nicht üblich war.
00:24:52: also es sind sehr hochwertige sehr schöne Zimmer mit ein paar Dezimmer dass gleich in der gleichen Qualität ausgestattert ist wie die Familie.
00:25:02: Das war offensichtlich sehr wichtig, auch beim Eingang kann man das sehen.
00:25:06: Es gibt einen Einggang.
00:25:07: der ist fast mobilisiert mit einem Rundbogen für die Dienstboten und es war eigentlich üblich dass das zu dieser Zeit eher entweder von unten oder von der Seite war.
00:25:17: also schon da setzt er auch so ein Zeichen.
00:25:21: In eigenen Gästezimmern im obersten Stockwerk der Villa Baer kam man sogar übernachten sagt Katharina Eckhardt.
00:25:29: Wir haben drei Gästezimmer die sowohl für die Research-in-Residence-Programme gedacht sind oder Artists in Residenzprogrammen gedacht sind, aber auch vermietet werden außerhalb dieser Programme.
00:25:42: Und dann kann man hier eine Nacht verbringen und fühlen wie es sich anfühlt in den dreißig Jahren gewohnt zu haben also diese Räume so ganze vierundzwanzig Stunden genießen.
00:25:52: vielleicht auch ein kleines Abendessen ausrichten oder einen Abend mit Freunden hier.
00:25:56: das wäre unser Wunsch das zu ermöglichen.
00:26:00: Die Gästezimmer sind bunt und fröhlich dank der Textilentwürfe von Josef Frank, dem Architekten der Villa Beer.
00:26:07: Die wurden eingerichtet mit Möbeln von Svensktens eine schwedische Herstellerfirma die Entwürfel von Josefrank bis heute in Manufakturen im Kleinen in Schweden nach wie vor produziert.
00:26:20: so sind sie auch zu kaufen Und die Eigentürmer Stiftung von Svensk Tandy Bayer Foundation hat uns diese Möbel zur Gänze zur Verfügung gestellt, was uns natürlich riesig freut.
00:26:36: Das ist, wenn man bei einer Familie zu Besuch ist oder in den Dreißiger Jahren in einem Zimmer zu Gast war.
00:26:43: Da gibt es einen Waschbecken in den Zimmern aber keine angeschlossenen Badezimmers.
00:26:47: Es gibt für alle Gäste ein Bade-Zimmer zu teilen und auch eine kleine Küche und ein kleines Speisezimmer.
00:26:54: Wunderbar ist das, dass man von dieser Ebene direkt auf die Dachterrasse hinaus kann und im Sommer vielleicht ein Glas Wein oder einen Apparativ auf der Terrasse nehmen kann – in diesen wunderbaren Garten hinaus
00:27:05: schauen können!
00:27:07: Das steht schon auf meiner Wunschliste, eine Übernachtung in der Villa Bär.
00:27:29: Was wünschen sich die beiden Geschäftsführenden der Villa-Bär Foundation Katharina Eckhardt und Lothar Trierenberg für dieses besondere Haus?
00:27:42: Was wir uns wünscht ist dass die Menschen hier hereinkommen und diese Räume sie berühren das sie spüren können was eben gute Architektur ausmachen kann Und dass wir in die Welt hinaus tragen können, noch mehr auch was Josef Franke konzipiert hat und warum diese Räume so gut funktionieren.
00:28:03: Wir hoffen, dass sie auch damit das Haus verlassen nicht nur beeindruckt von den Räumen zu sein sondern die Zeitgeschichte und den zeitgeschichtlichen Kontext, der damit verbunden ist mitnehmen und so ein kleines Licht auf diese Zeit und diese Umstände damit werfen können.
00:28:23: Also wirklich als Reflexionsfläche das Haus zu benutzen um diese wesentlichen Dinge zu thematisieren.
00:28:32: Ich wünsche mir dass das Haus durch den neuen Besucher zum Leben erweckt wird und nicht nur besichtigt wird.
00:28:38: Im Sinne eines Museums.
00:28:40: eben keine Musialisierung, sondern eine Lebendigwertung des Hauses was schwierig ist wenn man erst Führungen macht weil das ist trotzdem ein sehr künstliches Setting aber dadurch dass man auch verweilen kann dass wir viele Veranstaltungen planen am Abend, Abendessen gesetzte Essenpräsentationen natürlich Kulturveranstaltungslesungen Musik aber auch wissenschaftliche Formate Und ich erlebe jetzt schon bei jedem Treffen, was ist.
00:29:04: Es passiert jedes Mal etwas Neues und anderes... ...und es fühlt sich schon sehr richtig an dass die Leute hier schnell ein Stück weit zu Hause sind.
00:29:11: Also ich sag's jetzt mal übertrieben auch wenn sie nur durchgehen!
00:29:14: Das ist mir so wichtig das es eben nicht eine reine Besichtigungsmaschine wird sondern jeder soll ein bisschen andocken.
00:29:23: Die Menschen die hier übernachten dürfen werden das sicher auch nochmal beflügeln dieses Gefühl.
00:29:27: Das ist bewohnt und man ist hier privat zu Gast.
00:29:29: also Ich sage auch zu den neuen Kollegen, die es gerade eingelernt werden für diese Führungen zu machen.
00:29:36: Die Menschen, die du durchs Haus führst müssen am Schluss nicht genau wissen ob du nicht vielleicht doch da gewohnt bist und das sollte sozusagen das Ziel sein!
00:29:43: Und was ich mir wünsche ist dass viele Menschen kommen und nachher so freudig wie gerade eine Kollegin von ihnen hinausgehen und sagen Das wird mich dem ganzen Tag und in den nächsten Jahren begleiten dieses Gefühl was ich hier hatte und wenn das passiert dann ist es tatsächlich das was mir wichtig ist.
00:30:02: Dieses Gefühl begleitet auch mich seit meinem Besuch in der Villa Bär.
00:30:07: Und seither frage ich mich, wie würde unsere Gesellschaft unser Miteinander aussehen wenn wir alle in solchen Räumen leben dürften?
00:30:17: Probieren Sie es aus!
00:30:18: Verbringen sie Zeit in der villa bär und spüren sie nach was das mit ihnen macht.
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