per- 260728#Todsünden - Trägheit

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00:00:00: Wir begeben uns heute wieder zu den sieben Todsünden mit Daniel Uchtmann.

00:00:05: Er ist Kulturvermittler im Wiener Kunsthistorischen Museum.

00:00:09: Uchtman hat das Buch geschrieben bzw recherchiert, dass bei Sissi Grant erschienen ist.

00:00:15: Sieben Kunstwerke, sieben Menschen und eine Reise!

00:00:19: Und dazu gibt es auch ein Hörbuch aus dem wir freundlicherweise die Originaltöne für diese Sendung verwenden.

00:00:26: Alle Sendungen bei uns können Sie in kurzformem Podcast der Perspektiven hören.

00:00:32: Das Hörbuch bei Sissigrant bittene jeweils das ganze Interview.

00:00:37: Zur Sicherheit die Aufzählung der sogenannten sieben Todsünden, Gier, Trägheit, Zorn, Hochmut, Neid, Wollust und Maßlosigkeit.

00:00:47: Heute geht es um die Trägheit und damit zu Daniel Uchtmann

00:00:55: Gestatten Sie, dass dieses Kapitel mit einer Beichte beginnt.

00:00:59: Also mit meiner!

00:01:01: Als es um die Gier ging konnte ich noch mit fester Stimme behaupten das sie mich weitgehend kalt lässt.

00:01:07: Bei der Trägheit der AXEDIA sieht diese Sache allerdings grundlegend anders aus.

00:01:13: Ich weiß nicht welches Bild sie vom Leben eines Kunsthistorikers haben.

00:01:18: Vermutlich keins aber wenn dann wahrscheinlich ein recht romantisches viel andächtige Betrachtung, vielektüre, viel tiefsinniges Nachdenken über die ganz große Kunst.

00:01:30: Ich würde Ihnen gerne bestätigen das genau so mein Alltag aussieht dass ich hier unter meiner Mumie sitze und unablässig nur die erhabensten und bedeutendsten Gedanken wählte.

00:01:41: Die Realität?

00:01:42: Nun ja!

00:01:44: Nehmen wir gestern als Beispiel – ich wollte einen Vortrag über die Lichtdramaturgie bei Michelangelo Merisida Caravaggio vorbereiten.

00:01:53: Das ist der mit diesem unglaublich dramatischen Licht.

00:01:56: Denken Sie nur an seinen David und Goliath, wo die Figuren förmlich aus tiefster Schwärze hervorzuspringen scheinen!

00:02:04: Doch gegen elf Uhr sprang auch bei mir etwas aus tiefsther Schwärz heraus ein bleierne lähmender Unwille.

00:02:13: Ich gehe davon aus dass sie dieses Gefühl kennen – sofern sie keine Maschine sind….

00:02:18: ich meine diesen plötzlichen inneren Streik bei dem man einfach gar nichts mehr tun will.

00:02:23: Und jetzt zu meiner Beichte!

00:02:26: Ich habe mir nämlich ein ganz, ganz schlechtes Hobby angewöhnt um diesen inneren Streik etwas angenehmer zu gestalten.

00:02:33: Es nennt sich TikTok.

00:02:35: Der Algorithmus dieser App kennt mich mittlerweile vermutlich besser als ich mich selbst oder er hat mich einfach brillant dressiert.

00:02:43: Wer weiß das schon?

00:02:44: Mein Feed besteht jedenfalls fast ausschließlich aus Hundevideos Labradore Golden Retriever, Mepsa und so weiter und sofort.

00:02:54: Und so sitze ich dann und scrolle mich durch meinen

00:02:57: Unwillen.".

00:02:58: Der Wüstenvater Evagrius Ponticus erlebte von dreihundertfünfundvierzig bis drehundertneunundneinzig erfand das Konzept der sieben Todsünden nicht direkt sondern erstellte einen Katalog aus acht grundlegenden Lastern.

00:03:12: Er verstand diese als böse Gedanken die von Dämonen gesandt wurden um Mönche in der Wüste abzulenken.

00:03:21: Auf ihn bezieht sich Daniel Uchtmann dann auch im Gespräch mit der Moraltheologin Angelika Walser.

00:03:28: Wie mir die Theologin, Angelika Walzer erzählte hat Evargrius di Axedia diesen erstickenden Überdruss diese existenzielle Lustlosigkeit auf eine Weise zu Papier gebracht, die also zumindest mir... naja hören Sie selbst!

00:03:46: Darf ich?

00:03:48: Das

00:03:48: ist jetzt original.

00:03:49: Eva-Cris Pontikos, das Auge des überdrüssigen Start dauernd die Fenster an und sein Geist stellt sich Besucher

00:03:57: vor.

00:03:58: Die Tür knarrt und Jena springt auf.

00:04:01: Er hört eine Stimme und spät aus dem Fenster Und er geht von dort nicht weg bis er lahm geworden

00:04:08: sich setzt

00:04:10: Liste übertrüstige.

00:04:11: dann gähnt er viel Er reibt sich die Augen und streckt die Hände aus.

00:04:18: Und indem er die Augen vom Buch abwendet, starte er die Wand an.

00:04:21: Dann wendet er sie wieder ab und liest ein wenig.

00:04:24: Und in dem er das Buch durchblättert, forscht er nach dem Schluss der Ausführungen.

00:04:30: Er zählt die Blätter und bestimmt die Zahl der Hefte.

00:04:33: Er bemäkelt die Schrift und die Ausstattung.

00:04:36: Und zuletzt klappt er das Buch zu und leg den Kopf darauf und verfällt ihn einer nicht allzu tiefen Schlaf.

00:04:42: Denn der Hunger weckt schließlich seine Seele wieder auf... Und sie geht dann erneut ihren eigenen Sorgen nach.

00:04:49: Zu jeder Todsünde beschäftigt sich Daniel Uchtmann auch mit einem Kunstwerk, das uns in einem Arbeitsplatz im Wiener Kunsthistorischen Museum ausgestellt ist.

00:04:59: Natürlich findet sich die AXEDIA auch in der Kunst!

00:05:03: In der Ekonografie der Sieben Todsünden – wie es sich seit dem Spätmittelalter entwickelt hatte – wurde Trägheit häufig durch Schlaf Lehre oder Desinteresse dargestellt.

00:05:15: Man sieht Figuren, die sich abwenden, in sich zusammensinken, sich stützen oder gar dösen – die Augen halb geschlossen, die Geste passiv.

00:05:26: Besonders beliebt war auch die Darstellung der Aksedia als Frauengestalt oft mit gesenkten Kopf, die sie stützt oder an einem Tier lehnt, einem Esel zum Beispiel dem klassischen Attribut der Trägerheit.

00:05:41: Ein Bild, das ich persönlich sehr gerne als Beispiel in Verbindung bringe ist Marktbauern von Joachim Bökelar aus dem Jahr fifteenhundertsechzig.

00:05:52: Gerade weil das Motiv der Trägheit erst auf den zweiten Blick zu entdecken ist.

00:05:59: Betrachtet man das Bild sieht man drei bäuerliche Figuren die auf dem Markt ihre wahren Pfeil bieten Hühner Eier Butter.

00:06:07: doch mal merkt schnell dass dies ein ziemlich unanständiges Bild ist.

00:06:12: Es ist auf jeder nur erdenklichen symbolischen Ebene aufgeladen mit sexuellen Anspielungen.

00:06:18: Der Bauer in der Mitte sitzt dort mit provokant gespreizten Beinen, zwischen ihnen baumelt seine Geldtasche mit Lederschnüren am Gürtel befestigt.

00:06:28: Man versteht sofort worauf hier angespielt wird die Form des Beutels wie gesagt genau zwischen den Beinen.

00:06:38: Im Buch Die Sieben Todsünden von Daniel Uchtmann ist dieses Gemälde abgebildet und es liegt dazu ein, seine Interpretation mitzuleben.

00:06:47: Vor ihm steht ein Butterstollen – Butter die in einer Form gepresst wurde.

00:06:53: Diesen Stollen nennt man im niederländischen Motte.

00:06:57: Das ist zugleich die Bezeichnung für das Insekt, dass sich selbst verbrennt wenn es dem Licht zu nahe kommt.

00:07:02: Also der Gefahr zu nahekommt und ein gängiger Begriff für eine leichtlebige junge Frau, die vielleicht leicht zu haben ist.

00:07:11: Daneben sehen wir Rahm den man nur durch Melken gewinnt.

00:07:15: Melken war ein unkranksprachlicher Begriff dafür, dass herausziehen von Geld und einen Krug Seiteantike ein Symbol für das weibliche Geschlecht, genauer für den Uterus.

00:07:28: Und dann gibt es noch Eier im Überfluss – ganze Körbe voll mit Eiern!

00:07:33: Das Zeichen für Fruchtbarkeit und Potenzial schlechthin.

00:07:38: Auf den ersten Blick sieht man also fleißige Marktbauern.

00:07:42: Auf den zweiten mit dem symbolischen Wissen, dass die Menschen vor vierhundertfünfzig Jahren mühelos abrufen konnten, empuppt sich das Bild als eine riesige fast schon komikhafte Sauerei.

00:07:54: Anzüglicher geht es im Grunde nicht!

00:07:56: Aber und jetzt kommt die entscheidende dritte Ebene – Es gibt hier keine Verführung oder Liebe.

00:08:04: Wenn wir den Figuren in die Augen schauen sehen wir, dass sich niemand ansieht.

00:08:09: Keiner hat Blickkontakt zum anderen.

00:08:11: Alle starren, teilnahmslos ins Leere.

00:08:13: Aller Austausch ist rein mechanisch.

00:08:16: Jede Geste wirkt einstudiert und lustlos.

00:08:20: Weiter hinten im Bild sitzt noch eine ältere Frau... ...die über die Szene wacht!

00:08:25: Vielleicht ist sie die Mutter der Frau?

00:08:28: Vielleicht ist Sie die Ehefrau des Bauern?

00:08:30: Vielleicht aber auch eine Kupplerin, jene Figur, die in der Kunstgeschichte so oft als Personifikation der Trägheit dargestellt wird.

00:08:38: Denn sie handelt nicht aus Leidenschaft Sondern aus Berechnung.

00:08:43: Sie liebt nicht, sie begehrt nicht – sie verwaltet das Begehren anderer!

00:08:48: Und genau das macht sie zu einer idealen Verkörperung der geistigen

00:08:52: Trägheit.".

00:08:52: Sobald

00:08:52: ein Auszug aus der Auslegung von Daniel Uchtmann zum Gemälde Marktbauern.

00:08:58: Zur Trägzeit kommt er nun wieder mit Moralthiologin Angelika Walzer über Iwagrius Ponticus zu sprechen.

00:09:11: sind mächtiger als beide.

00:09:13: Das sind die Tränen der Mönche, von denen mir manchmal sogar meine Studierenden erzählen.

00:09:18: In Salzburg kamen ja Benediktiner-Mönche und die lassen also die Benediktine erlassen ihre Leute ausbilden bei uns.

00:09:25: Und diese Träne der Möhnchen das ist ein ganzes Schriftum in der Mystik dass sich jemand von diesem Überdruß von dieser Lauheit befreien kann indem er weint weil irgendwas in ihm vollkommen unrund ist.

00:09:39: da habe ich mir gedacht sehr, sehr feinssinnig und da ist wahrscheinlich bis heute was dran.

00:09:47: Nämlich an.

00:09:48: Zum Weinen braucht man erst mal einen Grund aber wenn das der Grund ist über den man weint dann befreit man sich durch das Weinen davon.

00:09:55: Ja davon geht er aus dass hat er so erfahren.

00:09:59: offensichtlich und er ist ja also er ist ein gefragter Beichtvater gewesen sind viele Leute zumgekommen und da greift er offensichtig auf Erfahrungen zurück.

00:10:09: damit zum Proponenten für die totzünde Trägheit Und dazu macht sich Daniel Uchtmann in die Schweiz auf.

00:10:20: Das Nichtstun hat

00:10:49: für mich so einen hohen Stellenwert.

00:10:52: Und darum brauche ich wahrscheinlich, bin ich deswegen so fasziniert von einem System das dich mit Filtrarar einleitet und mit Formen und jetzt dumm man es hier verbeugen vor diesem Kisten und dann dummen wir es noch in die andere Richtung verbeugnen.

00:11:06: und dann setzt man es so hin und es gibt mir etwas was ich tun kann um nichts zu tun

00:11:14: den Geist in Schach zu halten.

00:11:16: Das ist das Ziel, dass Vanja Palmas in seinem Leben gesucht hat und ja vielleicht sogar gefunden zu haben scheint – Palmas!

00:11:24: Ja falls Ihnen der Name bekannt vorkommt dann haben Sie nicht geirrt.

00:11:28: Vanja stammt tatsächlich aus einer Familie, der man sagen wir mal nicht gerade leere Körbe unterstellen würde.

00:11:36: Der österreichischen Textildynastie Palmas.

00:11:39: Als Sohn des Hauses war der Weg von Hans so sein bürgerlicher Name eigentlich vorgezeichnet.

00:11:45: Er sollte irgendwann einen Teil des Unternehmens übernehmen und er war schon dabei, das Modegeschäft für sich zu erlernen und führte eine Boutique in Voralberg.

00:11:54: Lebte also ein man könnte sagen anständiges gutbürgerliches Leben.

00:12:00: aber das änderte sich schlagartig als

00:12:03: Ein paar Millionenstel Gramm eines Pilzderivates dass man auch unter LSD kennt hat mich völlig aus diesen Bahnen geworfen hat mich da in der Hinsicht, bin ich ein typischer Vertreter einer ganzen Generation natürlich.

00:12:17: Ich habe mich dermaßen verwirrt und befreit zugleich, dass ich auf jeden Fall auch ein Aussteiger wurde.

00:12:23: Ich hab mein Studium abgebrochen.

00:12:26: Ich bin aus der Boutique rausgelaufen.

00:12:29: Meine Haare sind immer länger geworden an meinem Bart und meine Kleider und ich bin dann irgendwann als Iogi in den Salzburger Alpen Von der Hütte oben gelandet.

00:12:40: Als

00:12:40: Kunsthistoriker kann ich nicht anders, Ich sehe das sofort als ein Gemälde Ein Stillleben Flämisch in seiner Detailfülle Im Vordergrund der junge Hans Palmers Umgeben von diesem erstickenden Überfluss.

00:12:53: Die Töpfe sind voll die Auslagen prächtig Aber die Blicke leer Genau wie auf unserem alten Marktbild.

00:13:02: Und dann kommt dieser eine Pinselstrich Der das ganze Stillleben zerreißt Dieses Erlebnis mit ein paar Millionsteln Gramm eines Pilzderivats, wie er es nennt.

00:13:13: Auf den Überdruss folgt eine fast manische Ruhellosigkeit.

00:13:17: Er durchquert Amerika auf einer Harley, lebt in Aschrams, stürzt sich ins Leben bis diese Energie in einen Neue Art von Stille mündet – zehn Jahre im Zähnkloster von Tassayara in der grünen Abgeschiedenheit der kalifornischen Berge und erst dann Als er diesem Gemälde seines alten Lebens wirklich ganz entstiegen war, malt das Schicksal eine neue Wendung in das Bild.

00:13:44: Sein High School sweetheart wie er sie nennt tritt wieder in sein Leben und diese menschliche Beziehung holt ihn aus der Abgeschiedenheit des Zen-Mönchsseins zurück.

00:13:55: es ging raus aus Kalifornien zurück nach Europa mit Frau Kind und dem Entschluss die Stille die er gefunden hatte für andere zugänglich zu machen

00:14:05: Zuerst im Pinzgau, dann am Felsendor in der Schweiz.

00:14:08: Die Stiftung Felsentor wurde Ninzeneinundneinzig vom Zehn-Priester Vanja Palmers und dem Benediktiner Mönchbruder David Steindlrast ins Leben gerufen.

00:14:18: Ihr Ziel war – und ist es an diesem speziellen Ort eine Stätte der Begegnung zu schaffen?

00:14:24: Begegenung mit Menschen, Tieren, der Natur sich selbst und letztlich mit dem großen Geheimnis welches viele und keine Namen hat!

00:14:34: Dort kommt man eigentlich nur zu Fuß hin.

00:14:37: Deine Luchtmann macht sich mit Andreas und Iris von Sissigrand, die das Projekt Todshünden betreuen auf den Weg!

00:14:44: Ja was soll ich sagen?

00:14:46: Also nach fast zwei Stunden bergauf stolpernd durch die Fensternis haben wir dann erfahren dass man eigentlich mit einer Bahn nach oben fahren kann.

00:14:55: ein kleines Detail das bei der Planung irgendwie verloren gegangen ist.

00:14:59: aber dann haben wir es geschafft.

00:15:02: jetzt haben wir's geschafft.

00:15:04: Ich bin immer noch sehr außer Atem,

00:15:06: aber das

00:15:07: große Haus liegt

00:15:08: vor uns.

00:15:09: Das licht es an!

00:15:11: Es wirkt sehr einladend der Mond scheint dazu.

00:15:17: So eine Wille mitten auf dem Berg.

00:15:22: Unfassbar und ich fürchte jetzt heißtes Steh sein alle schlafen schon Wir finden den Eingang in der Küche steht Essen für uns bereit Und dann hieß es Schlafengehen jeder in sein eigenes Zimmerchen Ausgestattet mit einem karigen kleinen Bett, einem Schreibtisch und einem Fenster ohne Vorhänge das dem Blick auf die Vollmondnacht freigab.

00:15:53: Das war nun also das Kloster.

00:15:55: Vor mir lagen drei Tage ohne Fleisch, ohne Bier aber dafür mit täglicher Meditation.

00:16:04: um fünf Uhr dreißig in der Früh.

00:16:08: Ohne ein Wort!

00:16:10: Ohne Vorbereitung, ohne zu wissen was ich da eigentlich tun sollte holte mich dieser Gong aus dem Schlaf.

00:16:16: Ich zog mich an, wusch mich und lief den anderen einfach hinterher.

00:16:22: die würden schon wissen was zu tun sei.

00:16:27: über einen steinigen Weg ging es zu einem anderen Haus das sehr viel weniger nach schweizer Alpen und Villa aussah sondern nach japanischen Tempel.

00:16:38: dunkles Holz geschwungene Giebel alles im morgendlichen Regen.

00:16:49: unten zogen wir die Schuhe aus.

00:16:51: dann stiegen wir hoch in den oberen Stock Warteten schweigend im Vorraum, bis ein Priester uns hereinbart.

00:16:58: Wir breiteten unsere Matten aus und knieten nieder mit dem Gesicht zur Wand.

00:17:06: dann dreißig Minuten lang

00:17:16: nichts.".

00:17:17: Dann die Begegnung mit Vanja Palmers am Felsentor ist geht um die totzünde Trägheit.

00:17:34: irgendwie uns durchschwindeln können.

00:17:38: Wenn der Leidensdruck wirklich stark genug ist, dann sind wir häufig bereit irgendwas zu tun und aufzurütteln oder aufzuwachen.

00:17:49: Da wiederum scheint mir – das ist ja auch irgendwo ein Paradox – dass wir anhalten müssen.

00:17:56: Es ist gerade die Beschäftigkeit Du hast gesagt, Trägheit des Geistes.

00:18:04: Das ist ein gutes Wort.

00:18:05: Die

00:18:06: können doch Erschlaffung der Seele sagen?

00:18:11: Ich habe auch gelesen überfluss, überflüss, das schwingt ja auch übertruss irgendwie mit.

00:18:19: Wenn man die groben Bedürfnisse abgedeckt hat, wenn man zu essen und zu schlafen hat und alles das, dann wird man eben etwas träge.

00:18:30: Das mag auch einer der Gründe sein, wo die Askese einkommen.

00:18:34: Also, wo man bewusst diesen Komfort

00:18:41: wegnimmt.".

00:18:42: Dane Luchtmann bringt eine Frage

00:18:44: ein...

00:19:00: Wobei, wenn die Zeit schnell vergeht ist im Allgemeinen ein gutes Zeichen.

00:19:07: Wenn ich schon wieder einen Tag vorbei, dann war es meistens ein guter Tag.

00:19:11: Wenn die Zeit lang ist und sie nicht aufhören will ... Ich denke mal oft, zwischen bin ich ein alter Mann.

00:19:21: Die Jahrzehnte sind schnell gegangen aber die Tage sind oft lang!

00:19:31: Das heißt, die Zeit zu halten wäre jetzt gar nicht das Problem.

00:19:34: Sondern dass sie vorübergeht ist ein gutes Zeichen?

00:19:37: Ich würde so sagen!

00:19:40: Alles eine Frage der Balance.

00:19:43: Auch bei der Beschäftigkeit oder der Faulheit und auch bei den anderen natürlich diese Völlerei kann es sein Problem sein aber das Essen ist eigentlich was Wunderbares.

00:19:58: Das ist eine der großen Freuden, die wir haben.

00:20:02: Im richtigen Maße!

00:20:03: Wenn man es übertreibt dann wird's zum Problem.

00:20:08: Ich denke auch bei der Aktivität oder wie viel Impuls wir geben sollen können müssen und wieviel wir einfach geschehen lassen.

00:20:17: Und zurück

00:20:18: im

00:20:19: Allgemeinen in unsere Kultur viel zu zielgerichtet glaube ich.

00:20:32: dass wir die Welt gestalten und in den Griff bekommen wollen.

00:20:38: Ja, natürlich braucht es ein bisschen von dem aber sehr viel Leben auch.

00:20:45: Es ist mehr ein Schauen was mir geschenkt wird gerade, mehr das Empfängliche.

00:20:51: Das ist in der Meditation schauen was zu uns kommt.

00:20:54: Wir machen uns, wir öffnen uns, durchlesen wir empfangen.

00:21:01: In der Feldrausen müssen wir meistens agieren, da müssen wir irgendwie wollen was.

00:21:05: Wir müssen was machen und gehen raus und tun das.

00:21:10: Aber es braucht glaube ich beides.

00:21:11: Das ist wie eine Art, man muss ausatmen.

00:21:13: Man kann nicht nur das eine oder das andere machen.

00:21:17: Manchmal ist das angesagt dann wieder das andere.

00:21:22: Was insofern für die Trägheit ganz interessant ist, weil sowohl schon Frühen Wüstenväter aus dem sechsten Jahrhundert, wie auch modernere Theologen sehen in der Ignoranz im Überdruß und der Trägheit des Herzens eine Verflechtung von Begehren und Zorn.

00:21:41: Das ist genau das was da bei euch auf dem Zettel steht.

00:21:44: Was ich doch sehr interessant finde einerseits hasst man das was man hat?

00:21:49: Obwohl man eigentlich zufrieden die viele Menschen zufrieden sein können mit dem, was man hat.

00:21:55: Und auf der anderen Seite kommt dann der Neid dazu und der Hass und der Zorn für das, was mal nicht hat.

00:22:00: Das ist eine Inbalance.

00:22:03: Kommst du in deinem Leben zu einer Balance?

00:22:07: Also ich denke es ist ein lebenslanges Bemühen.

00:22:11: Es ist nicht etwas, dass man einmal erreicht und dann haben muss.

00:22:17: Eine kleine Geschichte, die mir immer gefällt... einer unserer Vorfahren.

00:22:24: Er hat ihn den Vogelmeister genannt, weil er die letzten zwanzig Jahre in einem Baum gelebt hat.

00:22:30: Wir haben schon auch eine komische Typen in unserer Vorgeschichte.

00:22:34: Als

00:22:34: spirituelles Zentrum bemüht man sich beim Schweizer Felsendor in Lehre und Praxis um ein harmonisches Verhältnis zwischen Menschen, Tieren und dem gesamten Ökosystem.

00:22:46: Ja, die Veranlagung das was einem die Familie mitgebt.

00:22:49: Die Gene, die Erziehung auch die religiöse Erziehungen da sind ja alles Dinge mit denen man leben muss und die man vielleicht unter Umständen überwinden kann.

00:23:01: Und der Begriff Bewusstsein Stufen.

00:23:04: Was bedeutet das für euch?

00:23:06: Für dich?

00:23:08: Muss ich daran arbeiten mein Bewusst sein auch im alltäglichen Leben ständig erweitern zu können Auch eine andere eine andere Distanz einzunehmen und aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten?

00:23:21: Es gibt unser historisches Selbstem das, was wir jetzt gerade besprochen haben.

00:23:27: Genetisch und als Prägungen in diesem Leben.

00:23:31: Und jeder hat das sehr individuell, seine eigene Geschichte ist es historische.

00:23:36: Dann haben wir offensichtlich auch Zugang zu einer tieferen oder grundlegenden.

00:23:49: Da ist immer noch Bewusstsein da, wenn alles das wegfällt.

00:23:55: Das sind dann vielleicht die, man kann sagen mystischen Momente wo wir über das persönliche ganz klar hinausteigen, wo es nicht mehr das Wichtigste ist sondern wo wir mehr uns identifizieren, ein Perspektivenwandel vielleicht?

00:24:15: Wo wir uns mit dem Ganzen identifzieren können.

00:24:18: Das ist der ganze Prozess, von dem wir Teil sind.

00:24:26: Und man könnte sagen in gewissen Hinsicht dieser Prozesse in uns sich seiner selbst bewusst wird.

00:24:36: und das sind dann so mystische Momente, da sind wir berührt überwältigt auch oft mit Erfurcht oder es ist ganz anders als was wir hier im kleinen historischen Selbst normalerweise uns identifizieren.

00:24:58: Es ist sehr, alle mystiken allen Traditionen haben damit gerungen wie man das übersetzen kann oder was es genau ist oder wie man darüber reden kann.

00:25:10: aber eine reife Person für mich ist jemand der beides wie wir nicht membrane beides in Beziehung sein können.

00:25:18: also wenn wir wenn wir unsere alltäglichen Sachen machen, unsere Zähne putzen und kochen und abwaschen.

00:25:27: Dass wir auch wissen dass wir Teil eines Riesen geschehen sind das Ganze.

00:25:35: Dass ein Detailaster gibt so ein schönes Cartoon eine langweilige Szene wo Feierabend offensichtlich unratlich auf der Straße liegt.

00:25:45: die Leute warten müde auf die Busstation Und unten steht dann die Köpfschnitz.

00:25:52: Die Milchstraße, klammerte Teilansicht.

00:25:56: Also wir sind in unserem täglichen Kleinen, da sind wir wirklich Teil des Ganzen.

00:26:01: und also dass man das nicht vergessen, dass wir ein Teil von einem Riesen geschehen sind.

00:26:14: Und zugleich wenn wir uns in diese großen Welten begeben, auch wissen das wir in dieser relativem Welt leben und dass wir hier leben müssen.

00:26:24: Und dass wir Aufgaben haben, dass wir uns hier bemühen müssen.

00:26:27: Dass wir unsere Beziehungen pflegen müssen.

00:26:31: Das wir nicht abtriften in eine abgehobene

00:26:34: Welt.".

00:26:35: So werden Auszug aus dem Hörbuch die sieben Todslünden und dem Kapitlträgheit daraus entstanden mit dem gleichnamigen Buch bei Sisi Grant.

00:26:57: Das Gehirn denkt.

00:26:59: Es denkt und denkt, das konnte ich ganz gut beobachten.

00:27:04: Abends bei der Meditation auch am nächsten Morgen.

00:27:09: Vanya hat so kluge, so schlaue Dinge gesagt so viel Anlass gegeben, hier weiter nachzuforschen.

00:27:16: Ein unfassbar sympathischer und kluger Mensch der mich wirklich mitgerissen hat auch mit seiner ruhigen Freude.

00:27:23: nur die Praxis hier das Stillschweigen, die Atmosphäre dem konnte ich wirklich nichts abgewinnen.

00:27:31: Ich weiß nicht ob diese Welt etwas für mich ist.

00:27:40: Ja heute ist der abreisetag von unserem kleinen Ausflug hier in die Schweiz zum Felsentor

00:27:47: Und

00:27:47: wir hatten heute Morgen noch eine Meditation, bei der man ja ganz auf seine Gedanken zurückgeworfen wird.

00:27:57: Die mir eigentlich gar nicht haben soll.

00:27:58: Man soll sich ja freimachen von Gedanken.

00:28:01: Wenn aber der Prozess am Anfang und jetzt ist es ja auch schon wieder das Ende, wenn der Prozesse am Anfang dafür sorgt dass einem... Dass man sich selbst bewusst darüber wird was man gerade so fühlt.

00:28:13: dann habe ich ein Problem.

00:28:17: Warum?

00:28:20: Heute wurde ich... selbst ein bisschen aggressiv.

00:28:23: irgendwie bin noch nicht zur Ruhe gekommen ganz im Gegenteil, es hat mich aufgeregt aber ich könnte mir vorstellen dass das nach ein paar Tagen Wochen oder Jahren vielleicht besser wird.

00:28:40: ist ja ein Prozess und wie ich gelesen habe einen sehr langen Prozess.

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