per- 260714#Todsünden allgemein_Uchtmann

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00:00:00: Guten Tag meine

00:00:01: Damen und Herren, willkommen

00:00:02: in diesem Hörbuch.

00:00:03: Ich hoffe Sie hören mich bereits über den

00:00:05: Kopfhörer oder über die Lautsprecher?

00:00:08: Ja funktioniert alles!

00:00:10: Na dann können wir ja loslegen.

00:00:13: Mein Name ist Daniel Uchtmann.

00:00:15: ich bin Kunst Historiker und arbeite im Kunsthistorischen Museum in Wien.

00:00:19: mein Büro das finden sie direkt unter der ägyptisch orientalischen Sammlung.

00:00:25: Also um

00:00:25: ganz genau zu sein, ich sitze unmittelbar unter der Mumie eines Mannes mit gut erhaltener Wicklung.

00:00:33: Ja das ist tatsächlich so!

00:00:35: Aber natürlich ist es auch ein kleiner Scherz den ich gerne

00:00:38: mache.".

00:00:39: Das ist dann Ausschnitt aus dem Podcast zum Buch die sieben Todswünden, sieben Kunstwerke, siebem Menschen und eine Reise beides erschienen bei Sisycrant.

00:00:50: Dazu kommen wir noch vertieft... Das ist eine Einführungssendung in diese Totsünden und den kommenden Wochen des Sommers werden Sie dazu an einigen Dienstagen weiteres hören.

00:01:01: Zu dieser Sendung begrüßt sich Stefan Hauser, sie soll als eine Art Einführung in die Reihe dienen.

00:01:07: Protagonist ist eben Daniel Uchtmann der seit mehr als einem Vierteljahrhundert im Kunsthistorischen Museum in der Kunstvermittlung tätig ist.

00:01:16: Ich stelle mal aus dem Nordwesten Deutschlands Kleinen Landkreis namens Emsland.

00:01:22: Das ist relativ nah an der holländischen Grenze kurz vor der Nordsee.

00:01:26: Was führte Ihnen nach Wien?

00:01:27: Glücklicherweise

00:01:28: erst mal das Studium, die Europäische Union hat mir durch das Erasmusprojekt wie vielen anderen auch einen Auslandsaufenthalt ermöglicht.

00:01:38: mittlerweile bin ich jetzt schon mehr als die Hälfte meines Lebens hier in Österreich und empfinde es nicht mehr als Ausland aber sobald ich den Mund aufmache merkt man natürlich dass sich anderer Provinienz bin.

00:01:49: Auch nein, das ist überhaupt nichts Schlimmes!

00:01:51: Ich bin halt nicht von hier sozusagen aber es macht ja

00:01:57: nix.

00:01:59: Mein Büro im Kunsthistorischen Museum ist unterhalb der ägyptischen Sammlung und unterhalb eines Sakophages und diese Sakophage wiegen viele, viele Tonnen.

00:02:09: Das heißt ich befinde mich da in einem Arbeitsplatz, worüber mir ständig die Gefahr droht.

00:02:16: Dass mir ein Sackgefark auf dem Kopf fällt.

00:02:19: aber nein so schlimm ist es nicht.

00:02:21: Aber ich über mir sind ja tausende alte

00:02:23: Artefakte.".

00:02:24: Wie entstand nun Daniel Uchtmann's Suche nach den sieben Todsünden?

00:02:28: Ich beschäftige mich nun schon seit vielen Jahren mit Kunst und auch der Vermittlung von Kunst Und da stellt man schnell fest, dass alles was die alten Meister manchmal auch meisterinnen so gemalt haben.

00:02:41: Was sie so gemacht haben das ist alles noch sehr aktuell.

00:02:45: Das heißt die Geschichten die in und auf den Bildern dargestellt werden seien sie nun biblisch oder mythologisch oder aus der Zeitgeschichte heraus.

00:02:54: Die haben immer noch Parallelen zu unserer heutigen Zeit.

00:02:57: es geht um Gefühle Es geht um Moral in einem anderen Gewand, als wir es heutzutage gewohnt sind.

00:03:05: Aber diese Dinge sind sehr aktuell.

00:03:08: und gerade die sogenannten sieben Todsünden eben die Moral mit der man sich so beschäftigt das wird schon da dargestellt und das sind Dinge, mit denen wir uns heute auch noch auseinandersetzen müssen.

00:03:19: deswegen hat es mich sehr interessiert gerade die Aktualität in den alten Meistern zu zeigen.

00:03:24: Die

00:03:24: sieben Todshünden, auch Hauptlaster genannt sind ein zentrales ethisches Konzept der Römisch-Katholischen Kirche.

00:03:31: Sie beschreiben Grundhaltungen die zu schwerwiegendem Fehlverhalten verleiden.

00:03:36: Ursprünglich im vierten Jahrhundert von Mönchen als Laster Katalog entwickelt umfasst das System heute sieben Eigenschaften Hochmut, Überheblichkeit und Eitelkeit im Kategismus als die Schlimmste aller Todsünden gewertet.

00:03:51: Habgier, unersättliche Gier nach Besitz und Geld, Wollust, zügelloses sexuelles Verlangen, Zaun, unbeherrschte Wod-und-Rachsucht, Völlerei, Maßlosigkeit bei Essen und Trinken, Neid, Missgunst ging über dem Erfolg und Eigentum anderer!

00:04:10: Drehkeit, Faulheit, Gleichgültigkeit oder geistige Drehkheit.

00:04:15: Gibt es die alle heute noch?

00:04:17: Daniel Uchtmann sagt...

00:04:19: Absolut!

00:04:20: Zum Beispiel einer der schlimmsten Todsünden ist der Zorn.

00:04:24: Man muss nur einen Fernseher einschalten, sein Handy einschaltet, die Nachrichten lesen und dann sieht man schon wie viel Zornes auf der Welt gibt.

00:04:31: Jeder Krieg ist immer Produkt von Zorn bringt neuen Zorn neue Wut hervor.

00:04:37: Zorn ist sehr störerisch Und das ist ganz, ganz aktuell.

00:04:42: Oder denken wir an Gier und Neid Hochmut Trägheit usw.

00:04:48: Sowohl im Kleinen als auch im alltäglichen Leben haben wir glaube ich öfters mal damit zu tun wenn wir es uns eingestehen und das erkennen.

00:04:54: aber auch am Großen in der Politik gibt es immer wieder all diese Dinge.

00:04:58: Und es gibt sie auch hinter Vermengung einiger?

00:05:01: Manches bringt anderes hervor also Hochmut.

00:05:03: gerade in der biblischen Geschichte vom Turmbau zu Babel ruft Gottes Zorn hervor.

00:05:09: Beziehungsweise haben die Menschen auch Angst vor Gott bekommen, denn sie in ihnen steckt noch die Erinnerung dass es mal die Sinnflut gab und sie trauen Gott nicht mehr.

00:05:21: Und wenn man sünde theologisch betrachtet ist das die Entfernung von Gott.

00:05:26: Und die Menschen bauen sich zwar einen Turm, um Gott irgendwie nahe sein zu können.

00:05:30: Sie bauen sich den Turm und in den Himmel kommen zu können aber im Wirklichkeit entfremden sie sich.

00:05:36: Ja nein, die Sünden sind sehr miteinander verwoben.

00:05:40: aus Neid entsteht Gier usw.

00:05:43: Wie hält es denn Daniel Uchtmann mit der Gretchenfrage?

00:05:47: Ich bin katholisch.

00:05:50: dort wo ich herkomme ist man so eingekreist von protestantischen Gebieten.

00:05:55: Dadurch war es irgendwie auch besonders katholisch, auch in der Erziehung.

00:05:58: Nicht durch meine Eltern aber im Religionsunterricht oder im Kirchenunterricht.

00:06:04: Ja ich bin katholisch und glaube spielt für mich durchaus eine Rolle

00:06:08: her.".

00:06:08: Durch seine Tätigkeit im Wiener Kunsthistorischen Museum hat sich auch das Interesse von Daniel Uchtmann an den sieben Todsünden entwickelt und bekräftigt.

00:06:18: Da gibt es das Kunstwerk den Michael's Altar von Sheradavid entstanden um fünfzehn Zehen Aber fünf Jahrhunderte später entwickelt sich das Thema bei Daniel Uchtmann.

00:06:29: Das ist während der Corona-Pandemie passiert und zwar sind zwei Menschen auf mich zugekommen, mit denen ich das Buch auch realisiert habe – Andreas Fischer und Boris Boroftschnig.

00:06:43: Die sind zusammen eine kleine Firma ein Verlag einer Firma für Wissensvermittlung, Wissenzmanagement Und die beiden sind mit der Idee auf mich zugekommen, ein Podcast zu machen.

00:06:56: Einfach über bestimmte Kunstwerke im Museum ohne einen bestimmten Übertitel zu haben und ich habe da zum Beispiel auch über den Turmbau Zubabel von Peter Bräugel dem älteren gesprochen.

00:07:08: und dann entstand gemeinsam die Idee was größeres auszumachen.

00:07:11: Die sieben Todsünden lagen wir schon länger irgendwie im Hinterkopf und da hab' ich den Vorschlag gemacht darüber etwas zu machen.

00:07:18: Und um jetzt nicht

00:07:19: nur

00:07:19: im Museum zu sein, was durchaus natürlich sehr lohnend ist.

00:07:22: Aber auch um zu zeigen welche Aktualität diese Dinge heute tatsächlich haben, ist die Idee geboren aus dem Museum heraus in die Welt zu gehen und Menschen zu finden, die vielleicht über die ein oder andere Todsynde etwas zu sagen

00:07:39: haben.".

00:07:40: Den verschiedene Proponenten beschreiben die Todsünden.

00:07:43: Es sind Begegnungen von Daniel Uchtmann quer über die Welt verteilt.

00:07:48: Wir haben beratschlagt, welche Art von Beruf zum Beispiel könnte zu einer Todsinde passen.

00:07:55: Jetzt ging es aber die ganze Zeit nicht darum Menschen zu finden denen wir die Todsünde vorwerfen würden sondern dass sie sozusagen aus ihrem beruflichen Umfeld daraus eine Expertise dafür haben etwas darüber sagen können.

00:08:09: und so haben wir ein bisschen recherchiert.

00:08:10: zb bei der Gier geht's darum das wir eine ehemalige Oberstaatserwältin aus Deutschland gefunden haben, die sich mit dem Cum-Ex-Skandal auseinandergesetzt hat bzw.

00:08:24: diesen Skandal juristisch überhaupt erst ins Rollen gebracht hat.

00:08:27: und da geht es um Gier.

00:08:29: Das heißt sie kann wirklich auf erster Hand auch über kriminelle Machenschaften sprechen was die Gierenmenschen auslöst und welche Folgen das hat in diesem Fall jetzt auf weltweiten Niveau, weil da wirklich viele Milliarden Euro verloren gegangen sind.

00:08:45: Das wäre ein Beispiel.

00:08:47: oder beim Neid zum Neid habe ich eine Wiener Strafrechtsanwältin getroffen Dr.

00:08:55: Astrid Wagner die in vielen ihrer Fällen mit Neid zu tun hat.

00:09:00: Neid hat oft ganz schlimme Folgen zb bei Eifersuchtsmorde den eigenen Partner oder die Partnerin anzugreifen zu verletzen, oder sogar zu ermorden.

00:09:13: Darüber spreche ich mit ihr.

00:09:15: Also beim Neid geht es jetzt nicht darum, dass mir die Kleidung eines anderen besser gefällt, die ich nicht habe sondern wirklich um ganz substanzielle Dinge.

00:09:24: Sagten diese angefragten Personen gleichzu?

00:09:26: Die haben alle tatsächlich sofort gleich ja gesagt.

00:09:30: Natürlich wollten sie erst mal wissen worum es geht.

00:09:33: Dann hatten wir in vielen Fällen entweder ein persönliches Treffen, wenn es sich um Menschen handelt die hier in Wien oder in Umgebung waren.

00:09:41: Oder wenn sie woanders waren haben wir uns online über den Computer getroffen und kurz über das geplante Projekt gesprochen aber es waren alle grundsätzlich begeistert und waren froh mitmachen zu

00:09:51: können.".

00:09:52: An dieser Stelle ein Ausflug in die Musik.

00:09:55: Die Sieben Todshünden wurden von Kurt Well vertont.

00:10:00: In Paris entstanden diese, wohin kurzweil vor den Nationalsozialisten geflüchtet war.

00:10:05: Ursprünglich wollte der Schriftsteller Jean Cocteau als Texte engagieren – doch die hatte zu viel zu tun!

00:10:12: Also holte sich weil er Neut Berthold Brecht mit dem er schon in Berlin zusammengearbeitet hat.

00:10:18: Die sieben Todshünden wurden ja letztes gemeinsames Projekt.

00:10:22: Hier eine Aufnahme mit der Radiophilharmonie des NDR gesungen von Meso-Sopranistin Brigitte Fassbender.

00:10:29: Das Werk des Nuhrführungs in Paris stattfand zeichnet den moralischen Verfall der gespaltenen Persönlichkeit Anna auf ihrer Reise durch amerikanische Großstädte nach, wobei jede der sieben Todsünden eine Station ihres Lebens markiert – im Folgenden der Prolog.

00:11:32: Dort hinfahren wir zurück, über heute als morgen.

00:11:43: Lieber heut als morgen!

00:11:46: Wir sind aufgebrochen vor vier Wochen

00:11:50: Nach den großen Städten unser Glück zu versuchen.

00:11:55: Im sieben Jahre das geschafft.

00:12:00: Dann kehren wir zurück Aber lieber schon in sechs.

00:12:11: Uns warten unsere Eltern und zwei Brüder in Luciana.

00:12:16: Ihnen schicken wir das Geld, dass wir verdienen.

00:12:20: Und von dem Gelder soll gebaut werden ein kleines Haus!

00:12:25: Ein Kleines Haus am Mississippi in Louisiana?

00:12:30: Nicht

00:12:30: wahr aber, Anna.

00:12:40: Deine Schwester ist schön, ich bin fast verrückt Ich bin bei Verstand.

00:12:51: Wir sind eigentlich nicht zwei Personen In den Perspektiven heute.

00:13:47: eine Einführung in die Umsetzung der sieben Todsünden, mit denen sich der Kulturvermittler Daniel Uchtmann, der im Wiener Kunsthistorischen Museum arbeitet für ein Buch und den Podcast dazu auseinandergesetzt hat.

00:14:00: Mit viel hintergründigem und etlichen Reisen zu Proponenten fürs Buch und das Hörbuch.

00:14:06: Ja da geht viel Urlaub drauf!

00:14:09: Also innerhalb meines beruflichen Umfeldes konnte ich das überhaupt nicht realisieren.

00:14:14: Ich saß viel, wie jetzt auch hier bei Ihnen in einem Studio.

00:14:17: Hab eingesprochen immer irgendwie abends oder am Wochenende.

00:14:22: Das ganze Projekt hat ungefähr zwei Jahre einen Anspruch genommen und im Grunde ist es eine Reise die wir da unternommen haben zu dritt Andreas Fischer ihres Berufsschnick und ich.

00:14:34: nachdem wir das grundsätzliche Projekt festgesetzt haben festgesteckt haben nach dem wir wussten mit wem wir uns treffen und sprechen werden haben wir das Ganze organisiert.

00:14:44: Und gleich einer der ersten Fahrten ging sehr, sehr weit, nämlich ans andere Ende der Welt nach Japan, nach Tokio wo wir eine Rastlerin getroffen haben.

00:14:55: Tekla Kai Shauri, eine Wienerin die sich seit einiger Zeit damals in Tokio niedergelassen hatte und ein Star geworden ist im Bereich des Damen Restlings etwas was mir völlig fremd war wohl auch weiterhin bleiben wird.

00:15:11: Und da ging es um die Maßlosigkeit, weil dieser Job einfach maßlos ist.

00:15:15: Den sie da macht.

00:15:16: und als wir sie angefragt haben hat sie auch gleich gesagt ich bin bestens dafür geeignet weil das alles so over the top ist und maßlost ist und er hat sich gefreut dass wir dann nach Tokio gekommen sind.

00:15:28: also das war alles auf viel Aufwand in der Organisation.

00:15:31: Wir sind viel gereist.

00:15:33: Dafür habe natürlich Urlaub genommen.

00:15:35: Es war ja auch sehr schön andere Orte zu sehen, vor allem in Japan oder wir sind nach Deutschland gereist.

00:15:40: Wir sind nach Graz gefahren in die Schweiz und es hat ungefähr zwei Jahre einen Anspruch genommen.

00:15:47: Wie finanziert man so ein Mammutprogramm?

00:15:50: Grundsätzlich steckt man selber was hinein.

00:15:52: aber wir hatten eine sehr großzügige Unterstützung von der Wirtschaftsagentur Wien die uns da in diesem Projekt unterstützt haben.

00:15:59: Das heißt Sisi Grant, der Verlag mit dem ich das gemacht habe – Verlag für Wissensjournalismus hat bei der Wirtschaftsagentur Wien angefragt.

00:16:08: aber ansonsten fließt natürlich viel an Zeit!

00:16:12: auch ein bisschen an Geld da in so einem Projekt hinein.

00:16:14: An Ort und Stelle wurden Audiointerviews gemacht, schon im Hinblick darauf dass ein Hörbuch erscheint denn es ist ein zweiteiliges Projekt.

00:16:22: Es gibt das gedruckte Buch zu den sieben Todshünden von Daniel Uchtmann um dann die Audioausschnitte wie ein Hürbuch, in das wir nun eintauchen.

00:16:32: Bevor wir beginnen möchte ich mit Ihnen kurz klären was Sie von mir unter diesem Hörbuch erwarten dürfen.

00:16:39: Wie Sie ja schon wissen beschäftige ich mich hauptberuflich mit Kunst Und den Titel dieses Hörbuchs, die sieben Todsünden, kennen Sie ja auch.

00:16:48: Ich würde mir an Ihrer Stelle jetzt wahrscheinlich eine kunsthistorische Abhandlung über eben jene sieben Sünden erwarten.

00:16:56: Nun ich muss Sie warnen genau das ist dieses Hürbuch nicht zumindest nicht ganz.

00:17:05: Natürlich wird es auch um Kunst gehen doch in den letzten zwei Jahren habe ich mich auf einer Reise begeben Eine Suche nach den sieben todsünden Nicht in der Kunst allein, sondern auch im Leben außerhalb dieser Museumsmauern.

00:17:22: Was Sie hier hören werden ist mein ganz persönlicher Reisebericht.

00:17:28: Denn ich bin von Wien aus um die halbe Welt gereist, um Menschen zu treffen, die mir helfen diese sieben Laster besser zu verstehen – nicht theoretisch, sondern ganz konkret!

00:17:41: Wir begegnen einem Extremtaucher, der die Grenzen des Möglichen sprengt.

00:17:46: dann gibt es eine einzige Geschichte, die

00:17:47: gefährlich ist.

00:17:48: Nämlich dass du ausflippst

00:17:50: weil Panik unter Wasser tötet

00:17:51: dich.".

00:17:53: Einem Kriegsreporter der dem Zorn der Welt ins Auge

00:17:56: sieht.

00:18:01: Einer Staatsanwältin, die der Gier der Finanzwelt den Kampf ansagt.

00:18:11: Ich war bei einem Zen-Meister der in der Stille der Schweizer Berge die Trägheit des Geistes überwindet.

00:18:17: Das heißt einfach sitzen,

00:18:19: nur sitzen!

00:18:20: Das ist unsere Hauptübung

00:18:22: ohne Irgendwann

00:18:22: etwas zu

00:18:23: arbeiten.".

00:18:25: Ich begegnete einer Strafverteidigerin, die die Täter der schrecklichsten menschlichen Taten vertritt.

00:18:30: Und mein Ziel, um es auf den

00:18:32: Punkt zu bringen,

00:18:33: ist, die Mordanglage zum Kippen zu bringen.

00:18:37: Einer Wrestlerin,

00:18:38: die als Star in Tokio die Kunst der Maßlosigkeit lebt.

00:18:42: Du bist die Beste, du bist

00:18:43: der Stärkste.

00:18:43: Du wirst

00:18:44: von nichts Angst haben und haust den allen in die

00:18:47: Goschen.".

00:18:49: Und ich sprach mit einer Pastorin, die in ihren Gottesdiensten von Sexualität predigt.

00:18:55: Der Mensch ist ja als sexueller Mensch unterwegs – das heißt er ist auch unterwegs im Kirche als sexueller Mensch.

00:19:03: Achim Schlöffel Wolfgang Bauer Annebroer Hilker Wania Palmas Astrid Wagner Tecla Kaishauri und Katharina Pike.

00:19:14: Von all diesen Menschen werden sie hier hören, und ja natürlich wird es auch um Kunst gehen!

00:19:21: Zu jeder dieser Sieben Sünden und Begegnungen habe ich je ein Kunstwerk ausgewählt, das uns wiederum etwas Neues dazu erzählen kann – denn das ist es was sich an Kunst mag.

00:19:34: Sie kann Jahrhunderte alt sein und trotzdem in ihrer Erzählung an Aktualität nichts verloren

00:19:40: haben.".

00:19:41: Und wenn Sie mich nun fragen, warum gerade die Todsünden – die sieben Todsinden als Ausgangspunkt?

00:19:48: Dann will ich Ihnen auch gerne diese Frage beantworten.

00:19:52: Ich würde behaupten, dass uns kaum etwas mehr berührt als unsere eigenen Laster!

00:19:57: Als Hochmut, Gier, Wollust, Zorn, Maßlosigkeit, Neid und Trägheit.

00:20:04: Darin steckt wirklich alles was doch heute die Charts der Streamingdienste

00:20:09: dominiert.".

00:20:11: Dabei unterscheidet sich

00:20:12: eine Netflix-Serie kaum von einem Bild von Hieronymus Bosch aus dem Jahr fourteenhundertneunzig.

00:20:19: Denn damals wie heute sind wir fasziniert von den Abgründen des Menschseins und damals, wie heute entstehen diese Werke oft mit einem moralischen Anspruch – sie sollen uns warnen, uns bessern!

00:20:34: Doch zugleich befriedigen Sie unsere Lust, uns an diesen Lastern zu ergötzen.

00:20:39: Ja und wenn ich ehrlich bin, hat mich auch eine große Portion des Letzteren der Lust dazu gebracht diese Reise anzutreten.

00:20:52: Auf dieser Reise

00:20:53: war ich auch nicht alleine unterwegs.

00:20:55: Iris Boroftschnick und Andreas Fischer die man landläufig als Producer bezeichnen würde waren von Anfang an mit dabei.

00:21:03: Mit ihnen ist die Idee geboren Und wir haben es gemeinsam durchgezogen.

00:21:09: Ja und weil so eine Reise über zwei Jahre hinweg einiges ändert, habe ich irgendwann zwischen dem verloren sein in der beginnende Nacht der Schweizer Berge.

00:21:20: Tokiota Karaoke-Bars,

00:21:24: dem Kölner Karneval ...

00:21:27: Und den Sicherheitsschleusen im Landesgericht Krems begonnen, sie meiner Abenteuerfreunde zu nennen.

00:21:33: Denn das sind Sie geworden!

00:21:36: Sie werden die beiden auch hier im Hörbuch immer wieder hören.

00:21:40: Das hier ist Iris.

00:21:41: Der Himmel

00:21:42: ist schön, so dunkel...

00:21:45: Und das ist Andreas!

00:21:46: Wir

00:21:46: Kinder haben immer gedacht was tut da Michael Jackson jetzt?

00:21:50: Was

00:21:50: tut der Michael

00:21:52: Jackson

00:21:52: in dem Moment?

00:21:54: Ja und damit würde ich sagen sie sind vorbereitet.

00:21:57: So macht Daniel Uchtmann neugierig auf mehr.

00:22:00: An dieser Stelle der Hinweis wir werden in den Sommermonaten immer wieder auf eine der Todsünden mit denen sich Daniel Uhtmann beschäftigt In den Perspektiven stoßen.

00:22:09: Infos dazu finden Sie auf radioklassik.at und der Auto hat sich theologische Expertise dazu geholt mit der Moraltheologin Angelika Walzer.

00:22:19: Wenn

00:22:19: man sich als Kunsthistoriker mit den großen Werken der Kunstgeschichte beschäftigt, dann führt über kurz oder lang kein Weg an ihnen vorbei – Den sieben Todsünden.

00:22:30: Ich muss zugeben, lange Zeit war der Sündenkatalog hinter diesen Bildern für mich nicht mehr als in die Jahre gekommene mittelalterliche Paragrafen.

00:22:41: Ein historisches Konzept – ein literarischer Topos faszinierend in seiner ikonographischen Vielfalt mit dem ich aber persönlich wenig anfangen konnte!

00:22:52: Bevor ich mich mit diesem Hörbuch und dem dazugehörenden Buch beschäftigt habe.

00:22:57: Also ich weiß nicht, ob ich es Ihnen schon gesagt habe.

00:22:59: Es gibt auch einen Bildband zu diesem Hörbuch.

00:23:02: also bevor ich mich für dieses Projekt mit der Theologie hinter den sieben Todsünden beschäftigt habe wusste ich eigentlich sehr wenig über Sie und wie sich herausstellte sogar noch weniger als ich zu Beginn zu Glauben schien.

00:23:17: Deswegen suchte ich vor meiner Reise um Rat bei der Theologin Angelica Walzer die an der Universität Salzburg einen theologischen Lehrstuhl innehat.

00:23:28: Und es zeigte sich, dass schon meine erste Annahme überhaupt zu wissen, wo der Ursprung dieser sieben Laster liegt?

00:23:35: Also das diese Paragrafen auf Papst Gregor den Großen im sechsten Jahrhundert zurückgehen eigentlich schon falsch war!

00:23:43: Ich habe was mitgebracht... Du hast mir die Frage gestellt, woher eigentlich dieser Todshündenkatalog kommt letztendlich.

00:23:52: Jetzt ist es so also in die klassische Zusammenstellung.

00:23:56: da muss ich jetzt mal schauen dass sich das nicht alle in die richtige Reihenfolge kriegt, die ist nämlich wichtig Hochmord Habgier Wollust Zorn Füllerei Neid und Treckheit.

00:24:10: Die geht auf Gregor den Großen zurück Also sechstes Jahrhundert.

00:24:15: Aber das ist ein Katalog, der auf einen noch älteren zurückgeht.

00:24:20: Gregor der Große gehörte zu den vier großen theologischen Autoritäten der katholischen Kirche.

00:24:27: Er war zwischen fünfhundertneunzig und sechshundertvier Papst.

00:24:31: Er hat diese sieben Todsünden wie wir Sie heute kennen vereinheitlicht und zur Popularität verholfen aber er hat sie nicht erfunden.

00:24:40: Die Überlegungen dahinter gehen auf einen Mönch namens Evagrios Ponticus zurück.

00:24:46: Und da habe ich jetzt eben was mitgebracht, nämlich die allererste Vorlage quasi für diese ganzen Sündenkataloge, die stammt von Evacrius Ponticos.

00:24:58: das ist ein Mönche der in vierten Jahrhundert gelebt hat, er ist threehundert neunundneinzig verstorben und in der egyptischen Wüste gewesen, in diesen sogenannten Kellia.

00:25:14: Ich weiß nicht, ob die dir was sagen?

00:25:16: Das ist in der Nähe von Alexandrien und das sind diese... Städte von Mönchen.

00:25:23: Also da waren an die sechshundert Mönche manchmal zusammen, die dort in so Steinbehausungen jeder für sich gewohnt haben also ganz einsam grundsätzlich mal für sich.

00:25:35: es gab wohl gemeinsame Bezugspunkte zum Beispiel Am Sonntag, da gab's kurzes Gespräch.

00:25:42: Da gab es Eucharistie und so... Aber grundsätzlich mal war jeder Mönig alleine also die Anachoreten Und Evarios Pontikos war einer der ganz großen Wüstenväter und der ist derjenige auf den... Also er hat eine Schrift verfasst Die heißt über die acht Gedanken das sind noch acht wo er im Prinzip beschreibt die Anfechtungen sozusagen der Münche in der Wüste.

00:26:15: Und das ist der Katalog auf den sämtliche andere Kataloge im Lauf der Geschichte dann

00:26:20: zurückgehen.".

00:26:21: Man muss dazu wissen, Evagrios Ponticus war kein Wüstenaskeet von Geburt an – ganz im Gegenteil!

00:26:29: Bevor er in die Wüste kam, war er ein gefeierter Theologe in der Hauptstadt Constantinople.

00:26:35: Ein Mann dem alle Türen der Macht offen standen.

00:26:39: Doch dann verliebte er sich und seine Biografie nimmt eine Wendung, die einer italienischen Oper um nichts nach steht.

00:26:46: Soweit der Auszug aus dem Hörbuch des Sieben Todsünden von Dani Luchtmann erschienen bei Ciccan Und wir wehnt werden uns das manchen in der Folge mit diesen Beschäftigten, in diesem Format.

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