per- Kulturausflug Karten auf den Tisch Langversion Podcast
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00:00:00: Wir haben uns überlegt, wir würden gern was zur Entdeckung der Welt machen.
00:00:04: Das war so die große erste Idee und dann haben wir uns überlegt wie gehen wir davor?
00:00:08: Was gehört da eigentlich alles dazu?
00:00:11: Sehr sind wir zum Beispiel alle mit Karten in Kontakt.
00:00:14: also ein Punkt warum wir das auch machen wollten ist dass wir in der Stiftsbibliothek eine große Landkartensammlung haben, eine große Sammlung zu Geografie und zu Kartografie Und es hat uns irgendwie allen Vieren gleich gefallen.
00:00:27: das Thema Schauen wir mal was dort in den Regalen ist und starten los.
00:00:32: Und haben dann gemerkt, das Thema ist einfach riesengroß!
00:00:36: Macht Germanistin Christina Jacke neugierig.
00:00:39: Sie ist wie angesprochen eine von vier die für die aktuelle Ausstellung Karten auf dem Tisch, die in der Salaterena des Stiftes Gloster Neuburg zu sehen ist verantwortlich zeichnen.
00:00:49: Und der wird uns heute im Kulturausflug widmen, zudem sie Stefan Hauser begrüßt.
00:00:55: Zur Gestaltung der Ausstellung gehören weiterst die Bibliotkarinnen Idid Kapeller, Maria Anna Schoderböck und Herbert Grammer vom Stiftsarchiv.
00:01:04: Zurück zu Christina Jacke.
00:01:06: Wenn man über Weltbilder nachdenkt, über wie zeige ich die Welt auf einer Karte?
00:01:10: Was ist eigentlich eine Karte überhaupt?
00:01:11: Das gehört dann noch dazu zu diesem Bereich Erklärung der Welt oder Abbildung der Welt dass es einfach wahnsinnig vielfältig ist.
00:01:20: Und wir haben dann gesagt, okay, wir müssen einen Fokus finden und der Fokus für uns war – wir schauen was hat die Chorherren hier interessiert?
00:01:28: Was ist hier gesammelt worden?
00:01:29: Was für Interessenschwerpunkte können wir aus der Sammlung
00:01:32: ablesen?".
00:01:33: Fünf Bereiche sind es dann geworden.
00:01:35: Interessanterweise lautet der erste
00:01:37: am Ziel!
00:01:38: Man kann einmal ganz leicht nachdenken, was eigentlich so ein Ziel von einem Weg oder einer Reise ist.
00:01:43: Hier natürlich in Kloster Neuburg ein großes Thema Das Pilgern, also Pilgerziele und Reiseziele sind im ersten Bereich.
00:01:51: Mir ist dazu nun von Maria Anna Schoderböck
00:01:54: Es geht um Reiseziele bzw.
00:01:56: vor allem auch Pilgerziele und da habe ich zwei Orte besonders herausgenommen, das ist einmal Klosterneuburg – wir sind in KlosterNeuburg.
00:02:03: Wieso ist Kloster Neuburg vielleicht ein attraktives Ziel?
00:02:06: Vor allem auch Pilgerziel!
00:02:07: Und dann ein ganz großer Fokus wird auch Jerusalem sein wo wir noch ganz viele verschiedene Karten zu unterschiedlichen Zwecken haben.
00:02:15: Genau und hinter mir sehen Sie schon eine Stiftsansicht zu Front Leichnam, wie viele Besucherinnen das Stifter an so hohen Kirchenfesten begrüßen kann.
00:02:26: Aber auch nicht nur Kirchenfeste sondern Kloster Neuburg als Ausflugsziel für Spazierfahrten.
00:02:32: da hätten wir hier zum Beispiel den Reisewagen, den ein Künstler gemalt hat seine Geliebte und ihn hat dieser Reisewagen nach Kloster-Neuburg gebracht.
00:02:40: Genau dann gehen wir schon weiter weil Großer Fokus natürlich für Grostenauberg ist der heilige Leopold, wenn es ums Pilgern geht.
00:02:49: Da haben wir hier so ein bisschen einen Sammelsurium also einmal eine Handschrift aus dem Kanonisationsverfahren des heiligen Leopolds.
00:02:56: Eine wichtige Begründung für die Heiligsprechung war unter anderem dass das auch schon im Mittelalter, also schon im fünften Jahrhundert fest etabliert war.
00:03:03: und da gibt's in dieser Hand schrift sind über zwei hundert Zeuginnen Aussagen, die von Wundern berichten, die mit dem heiligem Leopolt zu tun haben.
00:03:10: Auch auf das Pilgarnhenen Zwei Münzen, das eine ist eine Nachbringung von einem Pilgerabzeichen.
00:03:16: Das auch im fünften Jahrhundert schon existiert hat, dass Pilger und Pilgerinnen bekommen haben wenn sie hierher gepilgert
00:03:22: sind.".
00:03:23: Es folgt ein Sammelsurium an Souvenieren, das seine Pilgereise auch heute abbildet!
00:03:29: eine Schale aus Jerusalem oder auch vor allem die Jakobsmuschel, die das quasi den Ursprung dieser Pilgerabzeichen darstellt.
00:03:36: Das Grab des Heiligen Jakobs soll in Santiago de Compostela sein und der Legende nach ist ein Leichnam dort von Muscheln überseht gewesen an dem Strand gespült worden und deshalb ist die Muschel bis heute ein Pilgerzeichen nicht nur auf dem Jakobsweg sondern allgemein für da gab es dann Löcher hinein und das ist dann an die Kleidung genäht worden.
00:03:55: Und hier haben wir ein Gästebuch aus der Stiftsbibliothek, dann auch die Stifts-Bibliothik.
00:04:00: Jetzt nicht als Pilgerort aber für Besucherinnen war natürlich mich auch attraktiv und sie befindet sich in einer Klausur und deshalb war das vor allem auch den Adelshäusern vorbehalten, hier die Stiftbiblothek zu besuchen.
00:04:12: und hier ist eine Seite aufgeschlagen.
00:04:14: man sieht Marie Prinzessin von Bayern, die Schwester von Sissi hat zum Beispiel mit Refinnen Hofdamen und dem Obersthofmeister die Bibliotheke besucht.
00:04:23: Wir haben auch eine sehr große Postkartensammlung und Ansichtskartensamlungen, die Sie hier sehen.
00:04:29: Das sind Originale in Kopie, die kann man dann auch lesen damit man die Vorder- und Rückseite sieht beginnen bei den Korrespondenzkarten im Jahrhundert wo wirklich teilweise auch Treffen für denselben Tag noch ausgemacht wurden weil die Post einfach so schnell zugestellt worden ist dass wir sagen konnte treffen uns heute um neunzehn Uhr und dann hat man das am selben Tag
00:04:48: erhalten.".
00:04:49: Damit sind ja schon Ausstellungsmäßige in Jerusalem.
00:04:52: Dazu erzählt Bibliothekarin Maria Anna Schoderböck.
00:04:55: Sie sehen hier beim Durchgehen einige Jerusalem-Ansichten, es gibt natürlich einerseits das irdische Jerusalem wie sie auf den Karten dargestellt ist auch hier aber auch das himmlische Jerusalem, wie es in der Bibel schon beschrieben ist als der Ort für die Christen.
00:05:09: nach der Apokalypse soll das der Ort sein wo wir.
00:05:13: Hier haben wir das irdische Jerusalem auf einer besonders seltenen Landkarte.
00:05:18: Laut Quellen gibt es nur vier weitere Exemplare und eines haben wir eben in der Stiftsbibliothek gefunden.
00:05:24: Diese Karte ist gewestet,
00:05:25: d.h.,
00:05:25: Westen ist oben, man steht quasi auf dem Ölberg und schaut auf die Stadt hinunter.
00:05:30: Die Stadt selbst ist sehr akkurat gemalt.
00:05:32: hier Rundherum sind ganz viele Bibel-Szenen gemalt.
00:05:37: Sie finden David und Goliath, Adam und Eva oder Judas am Baum hängend.
00:05:42: also da kann man wirklich sehr lange vor dieser Karte verbringen und findet immer wieder neue spannende Details Und vielleicht noch kurz zum Konzept der Ausstellung auch Karten.
00:05:52: auf dem Tisch heißt der Titel und wir haben das auch tatsächlich wörtlich genommen.
00:05:55: Also es liegt in jedem Bereich eine Karte Auf dem Tisch die man entweder mit freiem Auge oder auch mit der Lupe dann betrachten kann um sich das genauer anzuschauen.
00:06:04: In einer Vitrine sind Pilger am Denken aus Jerusalem ausgestellt.
00:06:08: Es gibt zum einen hier einige Kirchenmodelle, die der Grabeskirche und anderen in Jerusalem nachgeahmt sind ein Kruzifix eine Dornenkrone, die in Jerusalem geweiht wurde aber auch dieses Kästchen mit heiligen Erden und es gestaltet sich quasi wie so ein Sammelpass.
00:06:23: Sie sehen am Deckel sieht man sind korrespondierend zu den Fächern.
00:06:27: unten steht wo Also stehen Orte aus Jerusalem und an diesem Ort konnte man dann Staub oder kleine Erden, Steinchen aufsammeln und mit nach Hause nehmen.
00:06:39: Diesen Erden wurden auch heilende Kräfte nachgesagt.
00:06:42: also da hat man von seiner Pilgerfahrt das mit nachhause genommen.
00:06:45: Und nebenbei der Zettel der hier aufliegt sind sogenannte Schluckbildchen.
00:06:49: Das ist wirklich immer dasselbe Marienbild.
00:06:52: Da konnte man sich einfach eines abschneiden oder reißen und schlucken und das soll auch Heilende kräfte gehabt haben Genau.
00:06:59: Und zum Abschluss haben wir hier noch ein paar andere Reisen, nämlich zwei Rom-Wahlfahrten.
00:07:06: Wir haben hier einen sixunddreißigseitigen Brief von den Schwestern Elyse und Marie Kuppelwieser die im Umfeld von einem Chorherrn waren und deshalb ist das eben im Nachlass.
00:07:17: im Stiftsarchiv zu finden und sie schreibt da, welche Kirchen Sie besucht haben in Rom aber auch auf der Reise hin und nach Hause.
00:07:25: Und sie haben auch als besonderes Highlight an einer Messe teilgenommen die der Papst geleitet hat.
00:07:31: Sie beschreibt auch den Papst selber und vielleicht darf ich da kurz den einen Satz vorlesen ein lauter Jubel in allen Sprachen brachlos.
00:07:39: Ich glaube dass sich nie solch einen Freudenruf hörte.
00:07:42: Ich habe ihn mir viel übler aussehend erwartet.
00:07:44: Er ist ein magerer Alter her, aber die Farbe ist frisch!
00:07:47: Also sie hat anscheinend schon Negatives vom Papst gehört und war dann doch überrascht dass er noch so jugendlich aussieht.
00:07:54: Und daneben hätten wir noch das Agnes Brünnel.
00:07:58: also Sie sehen hier einen Stich vom Agnesbrunnel am Hermannskogel.
00:08:01: Sie kennen vielleicht den Agnes-Brunnen, den gibt es noch heute.
00:08:03: Da gab es die Legende, dass die Äste ein Marienbild formen und dann wurde dort tatsächlich ein Marinenbild aufgehängt.
00:08:10: Und dann ist man dort wirklich scharenweise hingepilgert aber das ist dann irgendwie ein bisschen zu sehr ausgeartet.
00:08:16: also in der Stiftschronung steht Das war abergläubisches Treiben da wurden Fahnen feil geboten und sonstiges und deshalb hat man dann tatsächlich auch mit Hilfe vom Erzbischof das ist das Schreiben hier veranlasst, dass dieser Baum gefällt wird.
00:08:31: Bild ist abgenommen worden in einer Kirche gebracht, der Baum ist gefällt worden und die Quelle zugeschüttet.
00:08:36: Das hat die Leute aber nicht abgehalten dort hinzukommen und deswegen gibt es heute noch den Agnespronen, der dann einiger Jahre später errichtet worden ist.
00:08:44: Wir kommen zum zweiten Bereich der Ausstellung in den wunderbaren Gewölben des Salatarina von Stiftlos der Neuburg um.
00:08:50: zu Bibliothekarin Edith Kapella.
00:08:53: Es geht um die Wege.
00:08:55: Sie erwähnt einen weiteren Heiligen, der sich auf den Weg gemacht hat
00:08:59: Den heiligen Koloman Der für die Region natürlich auch besonders wichtig ist, für Niederösterreich.
00:09:05: Weil er sein Materium in Stockarao erlitten hat.
00:09:08: Er war nämlich ein Iroschotte der auf dem Weg ins heilige Land war also ein klassischer Pilger eigentlich.
00:09:16: Aufgrund seiner fremden Sprache und seiner fremen Kleidung ist er als Spion identifiziert... Also fälschlicherweise als Spionen identifiziert worden eben um die Gegend um Stockaraoh herum Und man hat ihn dann letztlich gefangen genommen, man hat den gefoltert und schließlich auch hingerichtet.
00:09:35: Er hat also sein Materium erlitten aber wie das für Heilige so üblich ist – es haben sich natürlich wunder rund um seinen Grab bzw.
00:09:44: rund um sein Todesort zugetragen – er wurde an einem Baum aufgehängt und dieser Baum hat zu Grünen begonnen beispielsweise.
00:09:53: Der Leichnam ist nicht verwesten und hat weiterhin geblutet.
00:09:57: Einige weitere Dinge haben sich hier noch zugetragen.
00:10:00: Sie sehen, er ist genauso wie Jakob als Pilger gekennzeichnet.
00:10:03: Er hat den Pilger Hut und einen Stab in der Hand.
00:10:06: Und im Falle von Koloman trägt er noch den Strick für sein Materium als Attribut.
00:10:12: Diesen Stab, den er in der hand hat... Können Sie, also nicht genau diesen Stab aber einen Vergleich waren können sich hier auch in der Vitrine sehen.
00:10:20: Das ist ein Pilgerstab aus dem siebzehnten Jahrhundert.
00:10:23: Sie sind hier zwanzig Bibelszenen hineingeschnitzt beginnend mit Maria Verkündigung bis zu den Wundern Christi.
00:10:31: das ist sehr
00:10:32: kunstfertig
00:10:33: hinein geschnitzen.
00:10:34: Sie können hier wirklich die Szenen nachvollziehen.
00:10:37: Also quasi ihr wird das Pilgern so richtig mit der Andacht noch vergnüpft.
00:10:44: Ja, und ein Stab hilft Ihnen natürlich wenn Sie weite Wege zurücklegen wollen.
00:10:49: Sie können sich darauf abstützen und sie können vielleicht auch länger durchhalten als wenn Sie keinen dabei haben.
00:10:55: Wir kommen zu einer Karte die besonders weite wege aufzeichnet.
00:11:00: Edith Capella führt zu dieser aus.
00:11:02: Das ist ein Faximile der sogenannten Tabulopeutingarianer.
00:11:07: Eine sehr berühmte Karte, die im zwölften Jahrhundert – also das Original da – die Karte auf die dieses Faximele zurückgeht, ist im zwälften Jahrhunter entstanden und ist eben eine mittelalterliche Kopie einer spätrömischen Straßenkarte.
00:11:26: D. h., die wurde von römischen Kurierrädern wahrscheinlich verwendet um die Wege zu finden und das Besondere daran ist, dass sie sieben Meter lang war aber nur dreiunddreißig Zentimeter hoch.
00:11:39: Die konnte man also rollen der Länge nach und Sie sehen es hier bei diesem Bild.
00:11:43: Der Herr Scheib, der diese Edition erstellt hat, der hat sie noch in den Händen in gerollter Form.
00:11:51: Wir schauen uns das Ganze in voller Größe an oder sogar ein bisschen vergrößert.
00:11:58: Wir haben diese Tabula Peutingeriana, die ihren Namen übrigens von Conrad Peutinge trägt.
00:12:05: Dem sie im fünften Jahrhundert in die Hände gefallen ist
00:12:08: hier
00:12:10: etwas vergrößerter Form abgebildet und Sie sehen hier unten im Süden Nordafrika und Sie sehn darüber Europa nämlich bis zur Donau im Norden.
00:12:22: Das war das römische Reich.
00:12:24: Darüber war dieses Gebiet sozusagen nicht verzeichnet.
00:12:27: deswegen ist es hier nicht dargestellt.
00:12:30: Sie finden hier
00:12:31: auch Wien
00:12:33: mit Domona beispielsweise und sie sehen,
00:12:36: dass
00:12:37: die gesamte Landmasse ist quasi einfach in der Höhe zusammengequetscht.
00:12:41: Sie haben hier den italienischen Stiefelsalab gesagt und das spannende ist, dass man sich trotz dieser ungewöhnlichen Darstellung durchaus darauf zurechtfindet.
00:12:51: wir vergleichen das einfach mal mit einem klassischen Überkopfnetzplan der Wiener Linien.
00:12:57: so sieht die Stadt nicht aus Und trotzdem finden sich alle zurecht, weil es geht eben darum wo sich die Wege kreuzen.
00:13:05: Es geht darum wie die Relationen zueinander sind und so können sie auch bei diesen ungewohnten Darstellungen ihren richtigen Weg finden.
00:13:14: Apropos!
00:13:15: Ihren richtigen weggefunden haben im neunzehnten Jahrhundert auch Dreikluster Neuburger Augustina Kohrherrn.
00:13:21: Wir haben hier zwei dieser drei Chorherren ausgestellt bzw.
00:13:25: Fotografien von ihnen, denn diese beiden haben auf dieser Reise Tagebuch geführt und haben ihre Erlebnisse dabei festgehalten.
00:13:32: Und ein Highlight in diesen Tagebüchern ist dass sie mit der sehr neuen Pferde-Eisenbahn von Welsen nach Linz gefahren sind und ihre Gedanken dazu festhalten.
00:13:43: Und während Maximilian Fischerkopf vollkommen begeistert von dieser Fahrt in der Pferdeeisenbahn ist, ist Albin Bukowski doch sehr zurückhaltend und sagt einfach nur nein eine fahrende Herberge!
00:13:56: Nicht nur Männerreisten sondern auch Frauen.
00:13:59: als Beispiel Ida Pfeiffer ein österreichische Weltreisende die als erste europäische Frau das Innere der Insel Borneo durchwärte.
00:14:07: Ida Pfeiffer war eine Wienerin aus dem neunzehnten Jahrhundert und das Besondere ist, dass sie alleine als Frau sehr weite Reisen unternommen hat.
00:14:17: Ihre erste ging ins heilige Land aber sie ist später auch nach Südamerika reist.
00:14:21: Nach Skandinavien und Island, nach Asien also.
00:14:25: sie hat wirklich mehrere Weltreisen sogar unternomen vollkommen auf sich allein gestellt, organisiert war dann auch auf ihrer Reise quasi unbegleitet.
00:14:36: Sie hat sich zwar immer sehr bescheiden selbst dargestellt, hat geschrieben es sind ja nur Notizen die ich mir mache aber im Endeffekt war sie schon eine Forscherin und hat das nicht als Forschungsergebnisse verkauft.
00:14:50: Warum wissen wir heute überhaupt dass sie gereist ist?
00:14:56: ihre Notizen im Tagebuchartiger Form festgehalten und diese nachher publiziert.
00:15:01: Und zwar in den ersten beiden Auflagen ihrer ersten Reise noch nicht unter ihrem Namen, sondern die sind anonym gehalten, da steht nur eine Reise einer Wienerin in das heilige Land.
00:15:10: Ab der dritten Auflage fand sie sich dann schon auf den Titelblättern weil zuerst die männlichen Verwandten noch sehr zurückhaltend waren und das doch verhindert haben dass ihr Name darauf steht.
00:15:23: Aber nachher hat sich das offenbar so durchgesetzt, so etabliert dass sie ihren Namen aufs Titelplatz setzen konnte.
00:15:30: Und ich möchte jetzt nur eine kurze Passage daraus vorlesen.
00:15:33: Männer hätten Ursache zu bedenken ob ihr Körper die Mühen aushalten könne und ob ihr Geist den Mut habe dem Klima der Pest den Plagen der Insekten der schlechten Nahrung usw.
00:15:45: kühn die Stirne zu bieten.
00:15:47: und dann erst eine Frau So ganz allein, ohne alle Stützer hinauszuwandern in die weite Welt.
00:15:53: Ach das wäre unmöglich!
00:15:55: Dies war die Meinung meiner Freunde – ich konnte nichts als meinen festen unabänderlichen Willen
00:16:01: entgegensetzen.".
00:16:02: Wir bewegen uns in der Ausstellung Karten auf den Tisch.
00:16:05: Weltbilder im Wandel in der Salaterena von Stiftlos der Neuburg weiter.
00:16:10: Jedes Jahr fasziniert dabei, wie die Objekte in den Raum eingepasst werden.
00:16:15: Wer schon öfter diese Jahresausstellung besucht hat weiß was ich meine denn die Räumlichkeiten geben den Ort vor mit denen sich dann die Kuratorinnen im wahrsten Sinne des Wortes einarbeiten.
00:16:25: Wir kommen zu Stiftsarchivmitarbeiter Herbert Grammer und dem dritten Bereich
00:16:30: Der sich mit der Grundlage von Kartieren beschäftigt.
00:16:34: also ausgehend davon dass jede Karte gemacht werden muss sind Entscheidungen zu treffen.
00:16:39: Das betrifft die Projektion.
00:16:42: was steht im Zentrum, was an der Peripherie?
00:16:45: und im Gegensatz zu einem Text muss alles vergegenständlich und konkret fassbar werden.
00:16:50: Formen, Farben und Zeichen lenken auch unseren Blick Und wir haben das an einem sehr konkreten Beispiel aus dem Ausgangspunkt genommen Ukraine-Grig aus The New York Times und aus sozialen Medien, wo verschiedene Expertenkarten auch geteilt haben wie das Hochdynamische Geschehen Kriegsgeschehen zu Beginn.
00:17:13: Zweiundzwanzig, wo gut gegenüberzustellen ist wieder unterschiedlicher Einsatz von Farben der dicke der Striche und die flächigen Zeichnungen ganz unterschiedliche Interpretationen zulassen und unbewusst uns leiten im Lesen solcher Bilder.
00:17:31: Und apropos der Kriegsberichterstattung, das ist der Einsatz von Karten.
00:17:36: Ist hier nichts Neues?
00:17:37: Wir sehen das schon im neunzehnten Jahrhundert.
00:17:40: Das ist ein sehr wichtiges Medium um die Bevölkerung und die breite Masse über unübersichtliches Geschehen wie Kriegsverläufe zu unterrichten.
00:17:50: Hier haben wir ein Beispiel aus einer wenigen Jahre bestehenden Wiener Zeitung das Wiener Telegrafen, der hier auch fast die gleiche Region den Beginn des Grimmkriegs
00:18:01: kartiert.
00:18:02: Ein wichtiger Aspekt einer Karte ist die Projektion – also die Übertragung des dreidimensionalen Globuses in eine flache zweidimensionale Karte.
00:18:11: Herbert Grammer zeigt ein Beispiel.
00:18:13: Einer der wirkmächtigsten sind die sogenannte Mercata-Projektionen und werden dann noch eine andere Weltkarte dazu sehen, die mit einer Evakuation auf dem Schiffsverkehr ab dem sechzehnten Jahrhundert verwendet worden Die Pole, Polenten die Gebiete dort verzehrt darstellt weil es in der Regel darum ging die Entfernungen Maßstabsgetreu anzugeben und hat dafür einen Kauf genommen dass diese Projektion Flächen verzehren.
00:18:40: Sie kennen vermutlich das aus dem Schulatlas und wir haben hier eine interaktive Karte eingefügt.
00:18:46: und aus aktuellem Anlass zeige ich Ihnen hier Grönland.
00:18:49: Das liegt sehr nahe am Nordpol und erscheint ja riesengroß auf der Karte, wenn Sie das in Richtung Equator ziehen sehen sie eigentlich die tatsächliche Größe.
00:18:57: Ist es wirklich sehr klein und auch wenn wir das vielleicht wissen im tagtäglichen Verwenden von digitalen Diensten schreibt sich das doch in unser Bewusstsein ein dass diese verschiedenen Größenverhältnissen.
00:19:10: heute ist es mit digitalen Karten keineswegs ein Problem Orte Koordinaten genau zu finden.
00:19:18: aber genauso müssen digitale Karten auswählen hervorheben und vieles weglassen, damit sie überhaupt gelesen werden können.
00:19:26: Und ein Problem ist es Dinge die nicht so einfach zu vereinteutigen sind irgendwie klar darzustellen.
00:19:34: Hier noch eine Gegenüberstellung beispielsweise in Google Maps aus verschiedenen Ländern Bezug auf den Kashmir-Konflikt.
00:19:41: Im indischen Internet ist Kashmir Teil von Indien, im pakistanischen und auch in vielen anderen der Welt die Kashmeregion mit strichlierten Grenzen und zeichnet und markiert so etwas wie ein Gebiet das nicht genau geklärt ist wo es hingehört.
00:19:56: Wir sehen je nach Standpunkt wird hier eine andere Wirklichkeit angeboten Breiten und Längen gerade ein mathematisches Konstrukt.
00:20:06: für die Unterteilung des Klobus hat sich dann Naturräumliche Wälzelsong wieder eingeschrieben, in dem einfach zufällig Grenzen gezogen werden wie nach Breitengraden.
00:20:15: Hier noch ein ganz eines Beispiel von vielen zwischen Kanada und den USA Und das hat auch Ernst Miesgang einer der wenigen künstlerischen Leihgaben dieser Ausstellung versucht.
00:20:25: auch diese Zufälligkeit von Grenzen die aber durch ihre Darstellungen, die so vereinteutigt wären auf Karten, projiziert dass er so eine Schimmel Pilz angesetzt hat auf einer historischen Landkarte eigenmächtig eine Wirkung entfaltet.
00:20:41: Es geht weiter im Bereich Karten und Stiftsarchivmitarbeiter Herbert Grammer Im
00:20:46: weiteren Folge geht es auch darum, die Himmelsrichtungen auf Karten- und Ausschnitte des Publikums damit zu konfrontieren, dass unser Bild von der Welt entstanden ist durch Konvention und Verbreitung von Karten in der westlichen Welt.
00:21:01: Finden wir die typische Darstellung das Norden oben ist und Europa in der Mitte.
00:21:08: Dem wollen wir ein Beispiel gegenüberstellen.
00:21:11: Aus den Neunzehntiebzigerjahren, in Australien hat sozusagen einen Gegenentwurf gemacht.
00:21:16: Down Under kann man hier als Bezeichnung für Australia nicht mehr verwenden weil es befindet sich mittig im Norden und hat auch alle Bezeichnungen umgedreht.
00:21:25: Und als Beispiel wie sehr wir unseren Wahrnehmung an Karten bestätigen oder herausfordern können.
00:21:32: Was
00:21:33: eine gängige Meinung heute ist das mein Mittelalter immer geglaubt hatte eher dass er flach Aber das war eigentlich nicht so vermutlich.
00:21:40: Gibt es heute mehr Leute, die glauben dass die Welt flach ist als unter den Hirnlehrten im Mittelalter und man hat sich nämlich damals schon an sehr vielen verschiedenen Projektionen bemüht.
00:21:52: ein Beispiel hier aus dem späten siebzehnten Jahrhundert sogenannte Plane-Kloben also zwei Erdkreise werden dargestellt.
00:21:58: einerseits die neue Welt und die alte Welt
00:22:01: das hat
00:22:02: sehr gut gepasst haben wir auf zwei runden Kreisen untergebracht Und man hat ja auch schon dieses Problem genau beschrieben, dass mit dieser Übertragung von drei ins zweidimensionale es bei irgendeinem Faktor zur Verzerrung kommt.
00:22:15: Das ist eines jetzt bei der Fläche, bei den Entfernungen oder der Winkeltreue.
00:22:20: Wir kommen zu besonderen Exponaten im Bereich Karten
00:22:23: Die älteste original ausgestellte Karte aus einer Kosmografie frühen, sechzehnten Jahrhundert.
00:22:30: Denn in dieser Zeit sind auch durch die Verbreitung von Drucktechniken enzyklopädien und Kosmographien entstanden, die sozusagen das gesamte Wissen der Welt versammeln und die Welt als ganzheitlich erklären wollen und immer begleitet mit so schönen bunten Faltkarten.
00:22:46: Und Sie sehen auch an – es sollte man sagen – die Form des Klobus angedeutet werden durch diese ovale Form.
00:22:53: Dieses Exemplar stammt von Georg Reisch, einem Kateusermönch.
00:22:57: Es ist in vielen Sprachen übersetzt worden und einer seiner Schüler war Martin Walze Müller der Enzyklübedien herausgegeben hat und auch Karten angefertigt hat.
00:23:08: und unter anderem auf einer seiner Karten findet sich für die neue Welt, die er schon verzeichnet hat, der Name Amerika durch die Verbreitung seiner Karten und sich auf dieser Name schlussendlich verfestigt für diese neue Welt.
00:23:22: Das zeigt auch, wie welche Macht vom Karten aus gehen kann.
00:23:27: Ein weiterer Standard den wir seit dem neunzehnten Jahrhundert von Karten kennen ist der Nullmeridian, der mit Greenwich festgelegt worden ist in einer kolonialen Logik heraus.
00:23:36: Es gibt aber natürlich durch die Epochen hindurch ganz verschiedene Null-Meridiane.
00:23:41: ein solches Beispiel aus dem achtzehnte Jahrhundert finden wo der Meridian durch Wien geht.
00:23:49: Also, Wien befindet sich genau in der Mitte dieser Karte.
00:23:52: Der Meridian taucht auch noch teilweise im neunzehnten Jahrhundert auf, also ist er eher lokal verwendet worden.
00:23:59: Das Interessante an dieser Projektion ist dass sie auf den Nordpol konzentriert.
00:24:05: Es ist eine sogenannte stereografische Projektion.
00:24:08: Sie sehen auch das.
00:24:09: auf dieser Kategorie versucht wird das Unentdeckte irgendwie greifbar zu machen.
00:24:16: Viele Linien laufen einfach aus, zu dem Zeitpunkt hat man noch nicht gewusst welche Gegenden sich hier genau befunden haben und das leitet dann gleich auf den vierten Bereich
00:24:25: über.".
00:24:26: Und damit sind wir wieder bei der Germanistin und Mitkuratorin Christina Jackel.
00:24:30: Es geht um Reisen an die Polare!
00:24:33: Als ausführliches Beispiel erwähnt sie nun die österreichisch-ungerische Nordpol Expedition von.
00:24:41: Diese Nordpol-Expeditionen, das waren eben zwei Kommandanten Peier und Weibrecht die mit einem Schiff in den Norden gefahren sind um dort die Region eigentlich wissenschaftlich zu erkunden und zu kartografieren usw.
00:24:55: Und sie sind gleich nach ein paar Monaten im Eisstecken geblieben.
00:24:58: damit hat man gerechnet, man hatte Proveant dabei für drei Jahre ist aber stecken geblieben und hat dann den ersten Winter dort überstanden, hat dann im Sommer gehofft dass sich das Eis öffnet.
00:25:10: Das ist nicht passiert.
00:25:12: sie sind steckengeblieben.
00:25:14: Wasser haben sie gesehen, Sie haben versucht das Eis aufzusägen und aufzusprengen.
00:25:18: Das hat auch nicht funktioniert und es war klar, Sie müssen noch ein Winter bleiben.
00:25:22: Dann sind Sie noch einen Winter geblieben und im nächsten Jahr hat sich das gleiche Bild wieder abgezeichnet und das Eis hat das Schiff schon so gehoben gehabt.
00:25:31: Also Sie haben keine Möglichkeit gesehen als eben das Schifffaufzugeben mit kleinen Booten.
00:25:37: Man sieht hier diesen Moment wo Sie das Schiffs verlassen mit diesen kleinen Segelbooten, die allerdings alle einzelne je vier Tonnen gewogen haben.
00:25:46: Voll mit voller Beladung.
00:25:47: Die haben sie ziehen müssen über das Eis.
00:25:50: Sie waren vierundzwanzig Mann ursprünglich.
00:25:52: Einer ist am Schiff gestorben an Tuberkulose also noch dreiundzwanzig, die dann in drei Teams diese Schiffe gezogen haben als immer eines gezogen zurückgegangen, nächstes geholt und haben am ersten Tag geschafft einen halb Kilometer.
00:26:04: Also es war so dass da noch einer sogar noch zurück gegangen ist zum Schiff noch was geholt hat, was er noch vergessen hat.
00:26:11: Und das war natürlich zermürbend können Sie sich vorstellen aber sie haben es trotzdem weiterbetrieben und sind.
00:26:18: dann nach Monaten des Zins kam ein ganz fürchterlicher Moment in dieser Expedition weil das Eis auf dem sie gezuselsehenden im Festland gegangen sind aufm Eis das Eis zurückgedriftet ist und sie nach drei Monaten das Schiff wieder gesehen haben und es waren nur noch drei Kilometer entfernt.
00:26:34: Und dann haben sie sich entschieden, was tun wir jetzt?
00:26:37: Gehen wir weiter, gehen wir zurück.
00:26:39: Sie haben sich entschlossen nicht umzudrehen und sind weitergezogen immer in die gleiche Richtung, haben ein wirklich offenes Wasser gefunden nach einer Weile und wurden tatsächlich vor einem russischen Lachsfischerboot gerettet.
00:26:52: bevor sie allerdings losgezogen sind vom Schiff und des Schiffs verlassen haben und hier kommen wir zu unserer zweiten speziellen Leihgabe hat Karl Weibrecht, einer der Kommandanten anscheinend Vier.
00:27:07: Man weiß es nicht genau Flaschenposten deponiert Sie sind ja an einer Landmasse angefroren gewesen An Franziose-Flande sie entdeckt und benannt und kartiert haben Und er hat diese Flaschepost deponierte auf der eben steht.
00:27:22: Das Schiff ist festgefroren.
00:27:24: Wir müssen's jetzt verlassen.
00:27:25: Es geht uns gut.
00:27:26: nur eine ist gestorben.
00:27:27: Sie haben momentan drei Kranke aber Diese Flaschnpost wurde hundert Jahre später gefunden Wie auch draufsteht, man solle es bitte der österreichischen Admiralität retunieren.
00:27:38: Das ist zwar nicht die Admiralität geworden aber die Akademie der Wissenschaften in Wien und dort wurde sie auf bewahrt bis jetzt und wir durften sie uns ausbargen.
00:27:48: Vielleicht noch ein Satz dazu?
00:27:49: Es ist wirklich... das ist einfach eingeschlagen!
00:27:52: Die Leute waren so fasziniert wie die gekommen sind.
00:27:54: Das war ein Triumph natürlich dass die alle wieder da waren Und man sieht das wirklich.
00:27:59: Wir haben zum Beispiel sehr Zeitungsplacht gefunden in der Schublade, einfach so.
00:28:04: Und da sind zwei Referenzen drauf auf diese Nordpol-Expedition.
00:28:08: Sie kamen aus dem März.
00:28:14: Wir haben einmal eine Werbung für Gefreursalbe.
00:28:16: Gefreuresalbe war offensichtlich ein großes Thema.
00:28:20: Da steht auch darauf, die ist so gut und sogar unsere Nordpolfahrer haben dabei gehabt!
00:28:23: Und hier, das ist ja mein Favorit.
00:28:26: Ein Fest beim Heurigen eine Nacht am Nordpol wo sogar als ganz großes Highlight-Andenken vom Nordpol dann versteigert werden oder verschenkt werden und Die ganze Expedition wurde auch wie zum Beispiel die Vorgängerexpedition, es war Deutsche sofort als Spiel herausgegeben.
00:28:45: Man konnte das quasi dann zu Hause nachspielen und man sieht da was passiert, dass z.B.
00:28:49: das Begräbnis von diesem einen auf dem Schiff verstorben ist
00:28:53: usw.,
00:28:54: also man hat unsere Anleitung dazu, auf jedem Feld kriegt man Teil der Geschichte mit.
00:28:58: Wir kommen zum abschließenden Teil der Ausstellung Karten auf den Tisch.
00:29:01: dieser beschäftigt sich mit der Erklärung der Welt.
00:29:04: Hier wollen wir nochmal so zusammenfassen und zeigen, dass es diese Bestrebungen die Welt als Erganses zu begreifen.
00:29:12: Also den Kosmos, die Welt Gott natürlich in dieser ganzen Geschichte zu begreifen als eine Einheit.
00:29:20: Die Idee ist sehr alt aus der Antike.
00:29:23: Die hat sich gezeigt vor allem in Enzyklopidin.
00:29:26: Man hat jetzt wirklich versucht das ganze Wissen aufzuschreiben.
00:29:29: Zwei dieser Enzyklobedien haben wir hier stehen oder
00:29:32: drei eigentlich...
00:29:33: Und zwar, das ist das älteste Exponat, dass wir in der Ausstellung haben.
00:29:37: Es ist tausend Jahre alt, circa
00:29:40: eine
00:29:41: Ethemologie von Isidor von Sevilla, die eben unter anderem auch diese zwei Karten drin hat.
00:29:47: Wir haben sie hier ein bisschen größer – da sieht man sie größer!
00:29:50: Das ist quasi eine Urkarte, muss man sagen.
00:29:53: Eine sogenannte TO-Karte, weil wir haben einen T in der Mitte und ein O rundherum.
00:29:59: Und das ist quasi die einfachste Darstellungsform der Welt indem man die drei Kontinente einteilt mit diesem T und diesen Umschlungen von diesem allumfassenden Ozean.
00:30:12: Und hier, das zeigt im Prinzip das Gleiche interessanterweise in einer viereckigen Darstellung ein bisschen schwieriges aber es ist auch drei geteilt und zwar ist es dreigeteilt mit den drei Söhnen Noas die nach der Sinnflut mit ihren Familien dort quasi die Kontinente besiedelt haben.
00:30:30: Also Jaffet war in Europa, Sam war in Asien und kam in Afrika.
00:30:36: Und das ist ja... Eine Erzählung, die mittlerweile sehr populär war und die dann in dem Moment wo man draufgekommen ist ob es gibt noch an mindestens einen großen Kontinent unterwohnen auch schon Leute.
00:30:47: War das ein Anlass zur Diskussion?
00:30:50: Und ich dachte wie sind die da eigentlich hingekommen wenn Noah doch nur drei Söhne hatte?
00:30:53: also man hat sich an dem noch bis ins sechzehnter Jahrhundert sehr abgearbeitet an diese Idee.
00:30:59: Bis zum fünften November ist die Ausstellung, Karten auf den Tisch, Weltbilder im Wandel in der Salaterenagalerie des Stifts Gloster Neuburg zu sehen.
00:31:08: Infos unter www.stift-glosterneuburg.at.
00:31:13: Als letzte Karte, die wir hier auch für den Tisch ausgewählt haben dieses kleine unscheinbare Zettelchen das eigentlich ganz zufällig noch ganz am Schluss in einem Nachlass aufgetaucht ist, den wir noch nicht aufgearbeitet hatten.
00:31:27: Es ist eine Karte, ein Nachdruck einer Karte eigentlich die in einem Atlas erschienen ist und zwar von dem gleichen Herrn hergestellt der auch diesen Atlas mit Grönland trüben gemacht hat.
00:31:39: Der hat den ganzen Atlas nur mit allegorischen Karten gemacht.
00:31:42: also er hat alle möglichen Tugenden Eigenschaften usw.
00:31:45: von Menschen in eine Topografie eingebettet und wir haben hier die Karte vom Reiche des Wissens wo wir die Einzelnen Wissensgebiete haben also das Recht, die Philosophie, die Medizin und so weiter.
00:31:59: Und er gibt dann – ich sage immer das Beispiel weil es so gut finde – man hat das rechtler Eiland und ganz unten muss man zuerst vorbei oder zerschält vielleicht am Kapter ersten Instanz.
00:32:12: Es ist sehr witzig, sehr feiner Humor und zeigt dass Karten eben sehr viel mehr können als uns nur von Anachbiefeln.
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