per- 260713#Sommergespräch Emil Brix
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00:00:00: Ich begrüße zum Sommergespräch Botschafter Emil Briggs.
00:00:04: Er war jahrzehntelang Diplomat für die Republik Österreich und der Anderem in Großbritannien als Botschaftotätik wie auch in Moskau.
00:00:14: Botschafta Briggs, ich möchte Sie eingangs mit einem Zitat konfrontieren das Sie sich erkennen.
00:00:18: es stammt von Friedrich dem Großen und lautet Diplomatie ohne Waffen ist wie Musik ohne Instrumente.
00:00:27: Können Sie dem etwas abgewinnen?
00:00:29: Zunächst einmal grüß Gott und danke für die Einladung!
00:00:32: Friedrich Dems, im Großen kann ich immer was abgewinnen weil der Diplomat tatsächlich eine Unterstützung braucht durch das, was wir normalerweise harte Macht bezeichnen.
00:00:44: Das kann heutzutage sein Militär, das kann heizutage auch wirtschaftlich gemacht werden.
00:00:48: Es können Rohstoffe sein, es können Pipelines sein, all das braucht ein Diplomat.
00:00:52: Allein ist er verloren im Grunde nur jemand, der eine Botschaft weiter trägt.
00:00:58: Darum heißt er auch so.
00:01:00: Die Botschaft, die von irgendjemandem, der die Macht hat an einen anderen gebracht werden soll.
00:01:06: und da braucht man Leute dazwischen.
00:01:09: In früheren Zeiten, selbst über den Siegesmund von Herberstein einmal ein bisschen geforscht, der im sechzehnten Jahrhundert Österreicher Botschafter gewesen ist – der Haftburger Botschafta – und nach Moskau unterwegs war um dort Frieden zu schaffen!
00:01:24: Und zu schauen, dass man Verbündeten hat und da mal liegen Zahn.
00:01:28: Der hat ein halbes Jahr gebraucht bis er hingekommen ist.
00:01:31: Weil er natürlich mit Pferden dort unterwegs gewesen ist und unterwegs noch andere Kriege hätte lösen sollen im Polen usw.
00:01:39: Das heißt der Botschafter ist im Grunde der, der darauf schauen muss die Mächtigen zusammenkommen.
00:01:45: Das ist natürlich im positiven Sinne das Beste.
00:01:49: jetzt kann man aber auch sagen... Wenn der diplomatische Weg scheitert beginnen Kriege.
00:01:55: Ja, so ist es auch.
00:01:58: Deswegen muss man sich auf solche Situationen vorbereiten.
00:02:00: Da genügt's nicht nur möglichst viele Menschen in einer Botschaft zu haben um Informationen zu kriegen über das was gerade international passiert sondern da braucht's auch so etwas und ich nehme das böse Wort gerade bei Ihnen den Mund, da braucht´s Abschreckung.
00:02:17: Abschreckung heißt ja nichts mehr als anderes Vor allem auch militärisch nach Möglichkeit ein bisschen stärker sein als das Gegenüber, damit der nicht auf die Idee kommt einen Krieg zu beginnen.
00:02:31: Das Problem ist nur dass der dann für sich auch sagt, aha, dies sind militärische etwas stärker als ich,
00:02:38: d.h.,
00:02:38: ich muss noch aufrüsten!
00:02:40: Ich muss auch ein bissel stärker sehen.
00:02:41: da kommt man in eine Spirale hinein in einen Krieg führen kann.
00:02:47: Und das ist die Aufgabe auch, das Diplomaten zu schauen, dass diese Spirale nicht entsteht, sondern man sagt okay wir verstehen, dass man für die eigene Sicherheit sich verteidigen muss, also militärisch auch verteidigungsbereit sein muss.
00:03:01: aber auch die Menschen müssen verteidigungspereit sein für ihre eigene Gesellschaft.
00:03:04: Aber es muss so in einem Verhältnis sein, dass nicht automatisch eine Grießsituation führen kann oder muss.
00:03:11: Das ist eine Kernaufgabe der Diplomaten.
00:03:13: Allerdings sind wir im Zeitalter Botschaft Abricks der Aufrüstung.
00:03:18: Die Staaten Europas sind gefordert, weil Amerika-Distanz auslebt zu NATO.
00:03:27: Auch Österreich ist damit befasst sein Militärbudget zu erhöhen auch in Zeiten... von Sparbudgets, also eigentlich geht es genau in diese spieralen Richtung.
00:03:38: Das ist ja eigentlich ein Sommerinterview und wir sollten irgendwie leicht über die Dinge sprechen.
00:03:43: Er ist in der gegebenen Situation nicht ganz einfach.
00:03:46: Ich glaube ich bin immer der feste Überzeugung dieser Satz wenn du den Krieg vermeiden willst dann bereite dich auf ihn vor ist ein richtiger Satz.
00:03:56: Das ist ein absolut richtiger und notwendiger Satz.
00:03:58: Alles andere, da gibt es viele Beispiele in der Geschichte, führt dazu dass Kriege ausbrechen.
00:04:05: Denken beginnt das vor dem Zweiten Weltkrieg an die Epismenpolitik von Neville Chamberlain, den Briten, der hier ganz glücklich war, dass er mit Hitler einen Übereinkommen treffen konnte.
00:04:15: Er hat alles nichts genutzt!
00:04:17: Es ist schon notwendig, die jeweils eigene Bevölkerung klar zu machen... bereit ist, die eigene Gesellschaft für richtig und gut zu halten.
00:04:27: Da muss man sie auch verteidigen können – das ist ein entscheidender Punkt!
00:04:30: Und Diplomatie hin oder her, da kommen auch wir Diplomaten nicht darum
00:04:36: herum.".
00:04:38: Sprechen jetzt im Sommer darüber, aber die Themen sind natürlich welche, die hart sind.
00:04:45: Ich habe ein Zitat von Ihnen gefunden, Botschafter Bricks – das haben Sie in der österreichischen Tageszeitung gesagt – Europa steht auf der Speisekarte der Raubtiere!
00:04:57: Das ist beängstigend.
00:04:58: Ich hab dieses Bild bewusst gewählt weil ich es auch so... Mit Sorgebeobachte.
00:05:04: Auf der einen Seite die Sorge, dass die Raubtiere tatsächlich vorhanden sind.
00:05:08: Das heißt hier hat ein wenige Große sich nach machtpolitischen Kalkül versuchen die Welt aufzudeilen in Einflusszonen zu errichten und die anderen keinen Platz haben.
00:05:20: Die zweite Sorge ist das wir Europäer eigentlich nicht wissen Wollen wir von dieser Speisekarte runter?
00:05:27: Und wollen wir selber ein Raubtier werden oder wollen wir gefressen werden?
00:05:30: Gibt es einen Weg dazwischen?
00:05:32: Kann das sein, dass man einen Weg findet?
00:05:34: Dass man weder zu den Bösen die anderen fressen gehört noch zu denen die auf der Speisekarte stehen.
00:05:41: Offen gesagt, die Welt macht im Moment nicht den Eindruck!
00:05:44: Die Welt macht die Momente den Eindruck, dass man sich entscheiden muss wie man agiert.
00:05:48: Ich spreche mich immer dafür aus das Europa versuchen muss bei den Großen dabei zu sein unter anderem weil wir so viel Erfahrung gemacht haben mit Konflikten auseinandersetzungen, dass wir oft auch uns bemüht haben in Europa um Frieden und aufarbeiten die Kolonialvergangenheit Europas.
00:06:07: Das heißt Europa ist eigentlich vielleicht einen Schritt weiter in der Frage, wie geht man als großer um mit anderen?
00:06:14: Als die derzeit aktuell ganz großen.
00:06:16: Da mag vielleicht ein bisschen ein Utopist sein wenn ich sage Europa traue ich es besser zu auch an diesem Speisenkarte herunterzuspringen und zu denen gehören die auch Weltpolitik machen.
00:06:29: aber wir sind noch gar nicht dort.
00:06:31: Europa ist, muss man ehrlich sagen nicht den besten all der Zustände.
00:06:35: Es gelingt uns nicht eine Meinung zu haben.
00:06:37: zur fundamentalen Frage die wir haben würde ich mir natürlich wünschen dass hier Österreich noch ein bisschen aktiver ist in dem was wir.
00:06:44: und wir haben jetzt einen ab nächsten Jahr zwei Jahre einen nicht ständigen Sitz im Sicherheitsrat.
00:06:51: Der ist zwar das Sicherheitsrad ist derzeit nicht gerade sehr funktional weil die großen Mächte kein Interesse haben haben Sicherheitsrat, aber dennoch hat man die Möglichkeit Einfluss zu nehmen an Informationen zu bekommen stärker auch in Österreich selber darauf zu schauen dass man versteht wie wichtig die globalen Entwicklungen sind.
00:07:12: Wir haben ja Tradition gehabt das wir eigentlich immer nur gesagt haben naja da wo der Tellerrand aufhört das reicht dann schon!
00:07:18: Wir sind die Insel des Eligen und wir brauchen daher keine uns nicht Gedanken machen was sonst auf der Welt passiert.
00:07:24: Lange vorbei, lange vorbei und ich kann Ihnen sagen sowohl aus meiner Zeit als aus Großbritannien als auch aus Russland.
00:07:32: Es spielt eine Rolle wie Österreich auftritt was wir da tun?
00:07:35: Auch als kleiner Staat was wir dort tun?
00:07:37: In Großbritanien bin gefragt worden von damaligen Kabinettschef des Premierministers Cameron Als ich Botschafter war, bin ich zitiert worden ins Kabinett-Office und gefragt worden Ja wie ist das eigentlich?
00:07:52: Wieso werden unsere Geißeln in Nordafrika die britischen Geißeln immer umgebracht?
00:07:57: Und ihnen ist es gelungen eine österreichische Geißl einfach so heraus zu bekommen.
00:08:01: Die Frage war natürlich der Hinterstand Wie viel Lösegeld haben sie bezahlt damit der Österreicher frei wird?
00:08:08: Die International hat man sich darauf verständigt, man macht das nicht.
00:08:11: Man sagt keine Lösegeld weil das kann ja nur wieder so mehr Geiseln Namen führen.
00:08:15: Mein britisches Gegenüber wollte mir das überhaupt nicht glauben dass wir nichts bezahlt haben.
00:08:19: ich habe ein treuherziger angeschaut Wir haben kein Löse Geld bezahlt und dann konnte ich nicht mehr an mich halten.
00:08:26: denn wie gesagt vielleicht hat es mit der unterschiedlichen Außenpolitik von Großbritannien und Österreich zu tun Dass der Österreicher freigelassen wurde und der Brite umgebracht wurde.
00:08:35: Immer wieder steht auch die Debatte über die Zeitgemäßheit der Neutralität Österreichs, immer während der Neutralität an.
00:08:46: Welche Meinung Botschafter Bricks haben Sie dazu?
00:08:49: Meine Meinung hat sich über die Jahre entwickelt, muss ich sagen.
00:08:53: Also in der Zeit als es fast zu einer Frage des NATO-Beitritts gekommen wäre im Jahr zweitausend als auf deiner Seite damalige Bürgermeister Helmut Zilck Sie fühlen das Auto sich ausgesprochen hat, aber auch der andere Seite.
00:09:08: Auch Wolfgang Schüssel als Bundeskanzler eigentlich dafür gewesen ist, war ich strikt dagegen und wir sind mit der Neutralität sehr gut gefahren.
00:09:16: Ich weiß zwar nicht gegenüber wem wir jetzt neutral sein sollen weil es gab ja nicht mehr die Ost-West auseinandersetzung Aber lasst uns dieses bewährte Instrumentarium behalten und macht sie uns schon Sinn.
00:09:28: Das hat sich dann geändert was ich gemerkt habe dass die Neutralitet uns weder schützt militärisch nicht schützt.
00:09:35: Und zum Zweiten das Problem hat, dass wir uns sparen.
00:09:38: eine ordentliche Diskussion über was ist österreichische und was ist die österreichliche Identität?
00:09:43: Weil wie gesagt haben ja die Neutralität ist unser Identitätsmerkmal da braucht man nichts mehr anderes.
00:09:49: das ist schon so und das kann nicht genug sein.
00:09:52: Da habe ich dann begonnen zu sagen Bitte nein, es kann uns schaden in der Situation.
00:09:57: Die Sicherheitslage hat sich völlig geändert.
00:09:59: Wir brauchen Partner die uns nicht nur beschützen weil sie rund um uns liegen und wir daher nicht wirklich angegriffen werden können.
00:10:06: da stimmt ja nicht mehr.
00:10:08: Inzwischen erfolgen die Angriffe ja nicht mit Panzern Und auf der anderen Seite brauchen wir auch für uns selbst etwas anderes was uns ausmacht.
00:10:16: also nur zu sagen wir sind neutral.
00:10:19: Es gibt Situationen wie diese russische Kriege der Ukraine, da darfst du nicht neutral sein.
00:10:25: Und da hat Österreich Gott sei Dank von Anfang an das auch sehr deutlich gemacht.
00:10:29: und wenn es so ist dann sollte man sagen, da muss man auch in dem was man tut seinen Verhalten ändern und ist politisch schwierig weil wir haben die FPÖ mit diesem Thema Neutralität Politik machen möchte und letztlich damit überhaupt nicht patriotisch ist im Gegenteil zu dem, was sie sagen.
00:10:49: Aber man soll jetzt
00:10:50: diskutieren.".
00:10:50: Das heißt es gab eine Situation wo ich gesagt habe die einzige Sicherheitsarchitektur die es gibt in Europa, die verlässlich ist, ist die NATO.
00:10:58: Und daher würde es vielleicht Sinn machen dort anzufragen ob die bereit wären Österreich aufzunehmen.
00:11:04: Ich habe damals übrigens gehört von den Seiten der NATO naja bitte Das Bundesheer ist ein Witz, das Österreichische.
00:11:11: Solange er nicht mehr macht es braucht man gar nicht reden darüber.
00:11:15: Wo stehe ich heute?
00:11:16: Ich stehe heute in einer Situation wo ich sage Neutralität allein genügt uns sicher nicht aber Es ist nicht der Moment wo wir den NATO beitreten müssen.
00:11:26: Aber wir müssen schauen dass wir unser Bundesheber besser ausrüsten.
00:11:29: Wir müssen schauen wie junge Männer und Frauen für Österreich begeistern damit sie auch sagen Okay, ich bin bereit für diese Form der Gesellschaft.
00:11:38: Für dieses Land einmal einzutreten!
00:11:40: Also es braucht einen vernünftigen modernen Patriotismus.
00:11:43: Botschafter Emil Pricks heute im Sommergespräch auf Radio-Klassik Stefan Stamm.
00:11:48: Herr Botschafer Pricks, Sie waren da in dem Jahr zweitausendfünfzehn Bootschafter für die Republik Österreich in Russland.
00:11:54: Das heißt sie haben Vladimir Putin auch kennengelernt vielleicht auch in einem persönlichen Gespräch.
00:12:01: Er ist eigentlich heute einer Jener Person mit dem negativsten Image und das ist jetzt noch freundlich ausgedrückt, sozusagen auf der Welt sind.
00:12:12: Wie haben Sie Putin wahrgenommen?
00:12:15: Und aus Ihren Kenntnis von damals hat sich der verändert in zehn Jahren.
00:12:22: Ja ich habe natürlich als Botschafterin Moskau mehrfach Gelegenheit gehabt mit Vladimir Putin auch im kleinen Rahmen zu sprechen und ich habe ihn dann auch noch getroffen weil er letztes Mal in Wiegewesen ist, im Kunsthistorischen Museum.
00:12:38: Ich neige nicht dazu zu psychologisieren.
00:12:41: Ich glaube nicht dass man Führungsfiguren psychologisch zerlegen muss um dann herauszufinden warum.
00:12:46: was passiert in der Welt.
00:12:48: aber eines kann man schon sagen alle die behaupten Putin hat sich verengelt oder ist verrückt geworden oder ich weiß nicht was man da als Verschwörungstherin hat denen würde ich sagen Ich habe das nicht so erlebt.
00:13:01: Ich hab ihn immer so erlebt, wie er jetzt auch wahrgenommen wird als jemand der sehr kühl kalkuliert, der nicht aus sich herausgeht.
00:13:10: zumindest macht er nicht den Eindruck dass er bereit ist aus sich rauszugehen der bestens informiert ist über alles was passiert und es hat sich glaube ich nicht geändert nur die...was sich geändert hat ist natürlich diese große Wendepunkt dass der Krieg, den er begonnen hat im Februar, von dem er überzeugt war offenbar.
00:13:31: In ein paar Tagen werden seine Soldaten in Kiev sein und damit das Regime gestürzt und damit ist es vorbei, dass das schiefgegangen ist.
00:13:38: Diese Scheitern wird auch selbst nicht mehr los und das spürt man jetzt.
00:13:43: Und der zweite Punkt ist – auch das habe ich mir oft gedacht Er macht einen sehr selbstsicheren Eindruck, wenn man so eine Medien sieht und wie er sagt, die russische Position.
00:13:55: Aber ich habe ihn immer eher unsicher erlebt als diese eine Situation war, als eine Maitareidrote mit seinen Söldnern Richtung Moskau gezogen ist.
00:14:09: Vorher sind schon über zwei Jahre oder vielleicht drei Jahre her hat Putin sofort eine Pressekonferenz gegeben, die im russischen Fernsehen übertragen wurde.
00:14:18: Da war er derart ängstlich!
00:14:22: Als wenn er sich fürchten würde, dass er im nächsten Moment aufgehängt wird und das war überhaupt nicht realistisch.
00:14:28: Es war eigentlich klar, dass es da nicht zu einem Militärputsch wirklich kommen würde, der erfolgreich ist.
00:14:34: aber warum das so ist?
00:14:36: Das hat mit der russische Geschichte zu tun.
00:14:39: In Russland in der Geschichte und das schreiben auch die russischen Historiker, die wissen russische Politiker hat man oft nicht den Eindruck dass irgendetwas sich bewegt in der Gesellschaft oder in der Politik.
00:14:50: Und über Nacht kann es anders sein.
00:14:52: Das Revolutionen brechen ohne Vorankündigung aus in Russland.
00:14:56: Und das weiß Putin ganz genau.
00:14:58: Deswegen hat er dort so ängstlich gewirkt in diesem Fernsehen weil er noch nicht wusste was jetzt passiert gerade in dem Moment.
00:15:05: Es gibt ja seit dem Zweiten Weltkrieg unzählige Kriege.
00:15:11: Uns fallen natürlich derzeit zwei ein, das ist der Konflikt Russland-Ukraine, dieser Angriffskrieg als auch jener Israels und USA mit dem Iran.
00:15:22: aber es gab kein Ja wo eigentlich nicht irgendeinen Konflikter auf der Welt gab.
00:15:28: einen kriegerischen Papst Franziskus und nun auch Papst Leo Prangern das auch immer wieder an in öffentlichen Ansprachen, sei es bei Mittagsgebieten oder Generalaudienzen.
00:15:39: Oder wenn sie irgendwo vor größeren Institutionen oder eben auch Vertretern beim heiligen Stuhl von Republiken sprechen?
00:15:48: Welche Rolle sehen Sie denn und welche diplomatische Rolle kann den auch im Papst einnehmen?
00:15:54: Natürlich!
00:15:55: Jeder Papst ist eine öffentliche Person Selbst in jenen Bereichen, wo es keine katholischen Mehrheiten gibt.
00:16:01: in den Staaten ist die Autorität des Babs etwas, das man nicht ignorieren kann.
00:16:06: Was aber nicht der Fall ist, ist dass der Babs tatsächlich beeinflussen kann politisches Verhalten von Staaten.
00:16:14: Das eine unserer Tatsachen ist heute auch, dass moralische Autoritäten kaum mehr umgesetzt wird in politisches Handeln.
00:16:23: Das ist die moralische Autorität des Babses, wenn ein Hinweis darauf das Kriege etwas sind was die Menschheit verhindern muss dass wir im Frieden verpflichtet sein müssen wird nicht umgesetzt von anderen in politisches handeln sondern bestenfalls Kopfnicken zur Kenntnis genommen.
00:16:40: und man hört immer ein bisschen zu.
00:16:42: Sogar Trump und Wenz fahren nach Rom, freuen sich wenn sie den Babs treffen dürfen aber ihr Verhalten ändern sie deswegen gar nicht.
00:16:51: Das war nicht immer so.
00:16:52: das war vermutlich die Geschichte der Bibste sehr komplizierte.
00:16:57: Aber sagen wir mal in dem Jahrhundert war es noch relativ klar wie Autorität des Babs sieht.
00:17:01: was ich gesagt hatte konnte man davon ausgehen dass im bestimmten Staaten auch das Verhalten ändert der jeweiligen Regierung.
00:17:09: Es ist vorbei, was kann die Kirche?
00:17:11: Was soll die Kirchen in so einer Situation tun?
00:17:14: ich denke und das wissen glaube auch die Päpste auch der jetzige Papst Leo dass nicht mehr so entscheidend ist was der Papst ist und ob alle seiner Fahne folgen sondern entscheidende ist was denken denn die Gläubigen?
00:17:25: Das heißt der wichtigere Kontakt der Päppste heute scheint mir mit den Gläuben ins richtige Gespräch zu kommen Und bei Ihnen diese Notwendigkeit zum Frieden, diese Notwendigkeit aktiv zu werden auch gegen Kriege zu deponieren und nicht so sehr selber mit der Fahne herumzulaufen.
00:17:44: Nicht einmal mit der weißen Fahnen, ich habe den Papst Franziskus ein bisschen... auf österreichische Medien kritisch beurteilt, weil er verlangt hat.
00:17:52: Es ist keine Schande die weiße Fahne zu heben und den Ukranien irgendwie nahegelegt hat sie sollen einfach kapitulieren.
00:17:59: Das habe ich für falsch gehalten aber auch nicht nur deswegen weil ich finde das wäre gefährlich für Europa gewesen sondern auch weil es geht ja gar nicht darum dass hier jemand eine weiße fahne schwingt von einer Seite sondern es geht darum dass wir Strukturen haben die zum Frieden uns bringen.
00:18:15: Die große Diskussion die dahinter steht In der Geschichte der Kirche ist ja immer die Frage, kann es einen gerechten Krieg geben?
00:18:22: Und das ist ja seit, glaube ich, Augustinos heftige lange Diskussion.
00:18:26: Der letzte Papst hat versucht hier einen Klagenkurs gegen die These des Gerechten Krieges einzunehmen.
00:18:35: Ander jetziger Papst hatte sich da teilweise angeschlossen.
00:18:37: aber letztlich ist es noch eine offene Frage.
00:18:40: Aber ich denke wir sind uns einig Botschafter pricks wenn ich angegriffen werde habe das Recht und die Pflicht, mich und mein Volk zu verteidigen.
00:18:50: Ich habe auf jeden Fall das Recht, mich zu verteiden wenn ich angegriffen werde.
00:18:54: Die Pflicht ist individuell natürlich... Da muss ich selber entscheiden.
00:18:59: Zerteilige ich mich oder laufe ich davon?
00:19:02: Aber wenn ich in einem Staat bin Teil eines Staatsfolges bin dann hab' ich die Pflecht auch nach der Verfassung dafür zu sorgen dass dieses Staat weiter existiert mit allen Möglichkeiten, die die Verfassung vorsieht und so weiter.
00:19:17: Deswegen ist es auch schwer zu sagen verurteile ich jetzt Israel, weil sie sich verteidigen gegenüber ihren Nachbarn – das ist ständig angreifen seit der Gründung Israels.
00:19:27: Das sind ja auch die Diskussionen, die wir haben.
00:19:29: Die Frage ist nur wenn ich mich verteidige wie verhältnismäßig ist die Art, wie ich mich verdeide?
00:19:36: Welche Mittel setze ich ein?
00:19:38: Ist das verhältnismäßig, was Israel im Glaserstreifen getan hat und tut oder ist es nicht.
00:19:42: Das sind diese Fragen die da entstehen.
00:19:45: aber dass es als Staat eine Verpflichtung geht diesen Stadt zu verteidigen ist für mich unzweifelhaft.
00:19:54: Wir haben einen Sommergespräch auf Radio-Klassik Stephansdom mit Botschafter Emil Pricks.
00:19:59: er war Botschauter unter anderem in Großbritannien wie auch in Russland.
00:20:04: Ein paar persönliche Fragen an sich stellen auch Herr Botschafter Bricks, Sie müssen seit einigen Jahren mit einer gesundheitlichen Einschränkung leben.
00:20:13: Da sind während des Urlaubs, in den Nähmungserscheinungen aufgetreten, das Rückenmark schwoll an.
00:20:20: wie geht es Ihnen heute?
00:20:21: Es ist schon so lange her dass man sich versucht das zu organisieren in der neuen Situation.
00:20:26: Und natürlich zunächst war für mich auch als Katholikas, das glaube ich ja die Frage warum hat mich das betroffen?
00:20:34: Warum trifft mich das?
00:20:35: Warum lässt es Gott zu?
00:20:37: Aber ich denke da gibt's keine Antwort darauf.
00:20:39: Das ist ja klar und... Ich habe vor kurzem aus dem Vortrag von Wieserschreiner gehört, den Genetiker, der versucht hat Evolutionen und Glauben und Christendom zusammenzubringen Und er hat gesagt, naja der Gott ist eigentlich sehr grausam gegenüber Einzelnen damit er dann insgesamt einen Fortschritt erzielen kann.
00:21:03: Das ist alles von dem was da passiert.
00:21:06: Er hat das Beispiel gebracht der Bockenepidemien in Europa im Mittelalter die es nur in Europa gab aber nicht in anderen Teilen der Welt die Millionen ungebracht haben.
00:21:15: Gott hat das zugelassen sozusagen Aber heute dazu führt dass Zehn bis zwölf Prozent der europäischen Bevölkerung gegen HIV automatisch geschützt sind.
00:21:28: Während in anderen Teilen der Welt dieser Schutz nicht verhandeln ist, die Dese ist zu sagen.
00:21:33: er hat zugelassen dass es hier diese individuellen Opfer gegeben hat damit vielleicht ... insgesamt die große Gruppe dann in einer besseren Situation ist.
00:21:44: Ob mich das beruhigt, in meiner Krankheit?
00:21:46: Nein!
00:21:47: Aber ich habe es interessant gefunden, dass das passiert.
00:21:49: Ein bisschen kompliziert alles zu organisieren aber ... Ich muss sagen... Es geht schon.
00:21:56: Also ich bin froh, dass es nur eine körperliche Einschränkung ist und keine andere.
00:22:02: Das hat mich auch nicht abgehalten.
00:22:03: davon bis vor einem dreiviertel Jahr nach vollberufstätig zu sein habe ich auch jetzt zwar noch ehrenamtlich aber doch zwei Stellen, wo ich als Präsident aktiv bin und die mich sehr beschäftigen.
00:22:18: Eine dieser Funktionen betrifft die Forschung in Österreich – da sind sie Präsident der österreichischen Forschungsgemeinschaft – und der Standard Österreich gilt ja immer irgendwie ein wenig benachteiligt was Forschung anlangt.
00:22:32: Was ist da ihr tun?
00:22:33: Und vielleicht ihre Strategie?
00:22:35: Die österreichische Forschungsgemeinschaft ist ja nicht die Idee einer Selbsthilfe!
00:22:39: der österreichischen Forscher und Forscherinnen.
00:22:41: Sie ist gegründet worden von Erhard Busseck, schon in den späten siebziger Jahren.
00:22:47: Und die Idee war das, dass die Forschern-Forscherinnen selbst Beiträge liefern wie Forschungspolitik passieren sollte – gute Forschungpolitik in Österreich, was gefördert werden sollte usw.
00:22:59: Das ist bis heute Ein offener Auftrag.
00:23:02: Wir sind immer noch, in Österreich ist ja ein Land das unterdannengläubig ist, das erwartet dass die Wissenschaftsministerin sagt was gut ist und wir sagen dann Hurra.
00:23:11: Ja, wir sagen Ronin jetzt wie man weniger Hurra muss ich dazu sagen.
00:23:15: aber letztlich gibt es noch diese Einstellung des Gutekampfes von oben.
00:23:18: Und zwar nicht vom Gott sondern nur von der Regierung soweit ihr auch oben bist.
00:23:23: Dagegen möchte die Forschungsgemeinschaft auch sagen, es gibt aus den Forschern heraus selbst gute Überlegungen wie man organisiert die Forschung.
00:23:34: Welche Schwerpunkte man setzen soll.
00:23:37: Ob es wichtig ist, junge Forscher möglichst gut zu binden?
00:23:40: Wie soll die Struktur an Universitäten aussehen?
00:23:42: Soll man wirklich alles haben – Universitäten, Fachhochschulen, private Universitäten und pädagogische Hochschulen?
00:23:49: Das sind ja die großen offenen Fragen.
00:23:51: Jetzt haben wir das Problem, dass sowieso die Pinsché-Situation nicht so ist, dass auch die Universitäten am Beitrag leisten müssen zu dieser Sanierung.
00:23:58: Und wir haben uns als Forschungsgemeinschaft bisher Nicht sehr deutlich geäußert dazu, aber es ist natürlich klar.
00:24:06: Man kann nichts Forschung in Österreich ohne Verlust und Schaden reduzieren weil das auch wieder auf die Gesinnung und auf das Eintreten der Menschen für diesen Staat eine Rolle spielt.
00:24:19: Wenn man nicht Bildung investiert dann hat man den Eindruck dass Staat macht etwas falsch.
00:24:24: Das sagen wir auch deutlich.
00:24:29: Wie sieht der für Sie aus?
00:24:31: Man kennt sie.
00:24:33: Sie haben, muss man sagen, glücklicherweise immer Zeit für Medien und Interviews.
00:24:39: Wären Sie sich da jetzt ein wenig zurücknehmen?
00:24:41: können Sie sich erholen?
00:24:43: Was haben Sie geplant?
00:24:44: Ich möchte eigentlich diesen Sommer immer dazu verwenden nachzuholen was man unter dem Jahr oft nicht die Zeit hat das heißt auch bestimmte Dinge die Zeit brauchen etwas Theater gehen nach zu holen.
00:24:57: Ich habe das Glück, dass ich im Sommer die meiste Zeit südlich von Wien bin.
00:25:01: Südlich vom Wiener Neustadt genauer zu sein und da gibt es von Reichenau angefangen bis zum Sämmering jede Menge hervorragenden Theateraufführungen.
00:25:09: Das heißt, das steht auf meinem Terminplan für diesen Sommer.
00:25:14: Dann stehen auch die Salzburger Felsspüle jedes Jahr für drei bis vier Tage am Termin-Plan.
00:25:20: Die muss sich zugeben!
00:25:23: Ich kann immer ein Zimmer buchen im Schloss Leerbolzkron, wo ich damit den besten Blick, den es in Salzburg gibt.
00:25:30: Ja, in einem Park eigentlich dort.
00:25:31: Ich genieße das – ich leiste mir sonst nicht sehr viel an Urlaub aber diese drei-, vier Tage mache ich immer und ansonsten steht Lesen am Programm.
00:25:41: auch da ist etwas was.
00:25:43: erstens einmal will ich jedem sagen, es gibt nichts anderes als Lesen.
00:25:46: Das ist nun einfach, dass was dem Menschen eigen ist, dass er das kann und verarbeitet kann, sollte es auch tun.
00:25:53: Ja, jetzt weil es hundertster Geburtstag von Ingeberg Bachmann war ist das ja wieder in allen Medien auch entsprechend rauf und runter dargestellt worden.
00:26:03: Ich analysiere das weniger – ich lese einfach gern!
00:26:06: Und ich würde jeden auffordern, auch zu lesen.
00:26:09: Im einen Fall bin ja von der Ausbildung historiker,
00:26:11: d.h.,
00:26:11: ich habe mein ganzes Leben lang immer dorsche Arbeiten gelesen, Selbstbücher geschrieben und hab sehr viel mit wissenschaftlicher Literatur zu tun gehabt.
00:26:19: Also, ds heißt die Beleteristik ist ein bisschen kurz gekommen.
00:26:22: Das kann ich jetzt hervorragend nachholen und das tue ich auch.
00:26:25: Ich bedanke mich für dieses Gespräch, für die Zeit, die Sie uns geschenkt haben und wünschen Ihnen alles Gute!
00:26:33: Ich danke für die Einladung und wünsche Radio Klassik natürlich alles Gutte.
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