Lebenswege: Die Werte-Managerin.
Shownotes
**Christiane Wenckheim **ist 16 Jahre alt, als sie eines spürt: Sie will einmal viele Menschen führen. Der Weg dorthin führt sie vom Kinderzimmer voller Kanarienvögel über Hotels in der Schweiz und den USA und einen eigenen Würstelstand in Wien bis an die Spitze der Ottakringer Getränke AG.
Im Gespräch erzählt sie, wie sie das Familienunternehmen verändert hat und warum christliche Werte für sie mehr sind als ein Leitbild. Sie erklärt, wie Führung gelingt: Wenn Menschen nicht nur als Arbeitskräfte, sondern in ihrer Ganzheit wahrgenommen werden – mit Körper, Verstand und Gefühl.
Offen spricht Christiane Wenckheim auch über eine schwere Lebenskrise: das Burnout, das sie als Vorstandsvorsitzende und Mutter zweier kleiner Kinder traf. Sie erzählt, was sie aus dieser Zeit gelernt hat und warum sie heute dankbar darauf zurückblickt.
In dieser Episode geht es um:
- Führung jenseits klassischer Hierarchien
- Traumgruppen statt Abteilungsdenken
- christliche Werte als Kompass für wirtschaftliche Entscheidungen
- Burnout als Wendepunkt
- den Mut, Menschen ganzheitlich zu führen
Eine Sendung von Gerlinde Petric-Wallner.
Transkript anzeigen
00:00:14: Ich hatte als sechzehnjährige eine Vision, dass ich ganz, ganz viele Menschen einmal führen werde.
00:00:19: Das war für mich klar, wie ich Sechzehnt war.
00:00:27: Unsere christliche Haltung die wir einnehmen in unserem Unternehmen – das ist glaube ich etwas was uns schon auszeichnet und auch besonders
00:00:36: macht.".
00:00:41: Eine Sendung von Gelinda Petri-Schwalner Bier & Religion.
00:00:48: Wie das zusammenpasst zeigt Christiane Wenkheim.
00:00:52: Sie ist die Aufsichtsratschefin der Otterkringer Getränke AG in Wien und ist damit eine der wenigen Frauen im ganz Österreich in so einer Position.
00:01:01: Und sie ist als Unternehmenschefin eine, die Wert auf Werte liegt – christliche Werte!
00:01:09: Und die Wert darauf legt den ganzen Menschen ins Unternehmen zu holen mit Körper, Geist und Seele Die gerne neue Wege geht, Dinge ausprobiert.
00:01:18: Vor allem in Sachen Kommunikation etwa wenn sie Traumgruppen einführt und dann der Fabriksarbeiter neben dem CEO sitzt.
00:01:28: Sie ist eine die schon als Kind wusste was er einmal unbedingt machen wird und die heute dankbar auf ihre größten Krisen im Leben zurückblickt.
00:01:37: Etwa auf ihr Burnout damals als Vorstandschefin und als Mutter von zwei Kindern.
00:01:45: Wie war Ihre eigene Kindheit?
00:01:47: In welche Welt ist Christiane Wenkheim hineingewachsen.
00:01:50: Ich bin eine echte Wienerin, habe einen Vater der aus Ungarn geflüchtet ist, also einen Flüchtlingsvater, der dann mit zehn Jahren hergekommen ist und einem Mutter die aus Niederösterreich kommt – also eine Wiener Mischung!
00:02:03: Aber selber bin ich hier aufgewachsen und in die französische Schule gegangen, wenn zwei Sprache kommt ja liebe Wien sehr Menschen glauben, dass ich im Turm der Otterkringer Brauerei ihrer Bunsel meinen Haar runterlasse.
00:02:17: Aber das ist nicht der Fall!
00:02:18: Ich bin im Viertel mit circa aufgewachsen und immer noch dort war viele Jahre allerdings im Ausland in Amerika, Südamerika oder London unterwegs in der Schweiz und bin wieder in Wien gelandet weil es so schön
00:02:31: ist.".
00:02:35: Auch wenn sie nicht direkt in der Otta-Kringer-Brauerei aufgewachseneist, so bekommt sie doch schon früh vom Unternehmen mit.
00:02:43: Und ein ziemlich typisches Mittelkind, eine Vermittlerin zwischen verschiedenen Parteien.
00:02:49: Das ist eine meiner Kernerollen in der Familie aber auch im Unternehmen.
00:02:54: und ja ich bin als Kind sehr oft mit meinem Vater bei Tisch gesessen, er hat uns neue Produkte gebracht und hat uns erzählt wie die Etiketten sich entwickelt haben.
00:03:05: In der Brauerei war ich nicht so oft aber ein paar Mal war ich schon da und da kann ich mich noch erinnern.
00:03:09: früher haben wir das Bier eine offene Gehrung gehabt.
00:03:13: es muss man sich wie eine riesengroße Badewanne vorstellen.
00:03:15: und dann kamen diese Schaumkronen die Meter hoch waren.
00:03:18: Ich war ja ein kleiner Zwerg und bin neben diesen Schaumbronen, die größer waren als ich vorbeimarschierten.
00:03:23: Das hat irrsinnig nach Gehrungen gerochen Und ja, das ist so ein Bild.
00:03:28: Das werde ich nicht vergessen in meinem Leben wie ich da neben diesen Bottichen auf und abgelaufen bin.
00:03:32: Aber sonst war ich nicht zu viel da.
00:03:34: Mein Vater war hier Geschäftsführer Wir waren nur eine Minderheit Meine Mutter war erstes Unternehmen kommt von meiner Mutterseite.
00:03:43: Sie war eigentlich eine Munderheitsaktionärin Und mein Vater war in der Geschäftsführung.
00:03:48: Frühe übt sich Christiane Wenkheim selbst als Unternehmerin in ihrem Kinderzimmer, dass sie sich mit zwei Geschwistern und Zickvögeln teilt.
00:03:56: Ich
00:03:56: habe schon als Kind ein kleines Unternehmen gestartet und so habe ich eine Kanarien-Zucht gehabt – ich habe in meinem Endstadion siebzehn kanarienvögel gehabt!
00:04:05: Und für mich war das extrem spannend weil natürlich eine besondere Sorte von Kananvogeln züchten wollte nämlich die besonders rosa sind Und da war die Kunst, sie wirklich ganz rosa zu machen.
00:04:15: Also zu schauen, dass Sie wirklich ganz, ganz roso sind.
00:04:18: Weil dann waren Sie besonders wertvoll und ich habe einen Riesenspaß gehabt mit meiner Kanarienfuhrlgruppe.
00:04:24: und wenn Sie Babys bekommen haben, da hab' ich mich schon als zwölf, dreizehn, vierzehnjährige wahnsinnig damit beschäftigt im Verkauf war ich glaube nicht so gut weil ich dann doch sehr gehangen bin an meinen Vögeln.
00:04:38: Das war sicherlich ein großes Hobby das ich hatte Und es war richtig strategisch und hier in Otterkring gab's eben einen Kanalenvogelspezialisten.
00:04:46: Da bin ich auch immer wieder hingegangen, habe mich weiter gebildet bei dem und so.
00:04:50: Also das war sehr spannend!
00:04:53: Es
00:04:54: hat mich so fasziniert die Augen der Vögel.
00:04:57: Ich war aber ganz fasziniert von diesen Tieren, weil sie halt zu viel können.
00:05:00: Die können schwimmendeilweise enden, die können fliegen und gehen.
00:05:05: Also ich fand das toll, dass Wesen so multifunktional sein können.
00:05:09: Und das hat mich immer faszineert an diesen Tiern.
00:05:12: Sonst war ich sehr still und introvertiert, habe viel gelernt und einen sehr engen Freundeskreis gehabt vom Freundinnen.
00:05:20: Also, ich war eher ein zurückgezogenes Kind.
00:05:22: tatsächlich Ich habe das dann über die Lauf der Jahre sehr verändert durch meine Aufgaben.
00:05:33: Christiane Wenkheim kommt ans Lisée, ein französischsprachiges Gymnasium in Wien und maturiert dort.
00:05:39: Es ist sechzehn Jahre alt als ihr klar wird wohin sie ihr Weg einmal
00:05:43: führt.
00:05:48: Ich bin mit Sechzehnten Praktikum im Hotel Schwarzenberg damals was noch offen gemacht Und mich hat das sehr fasziniert.
00:05:54: und er hat mir meinen Vater gesagt, magst du nicht in die Hotelfachschule gehen?
00:05:57: Der Hotel direkt auf dem Schwarzenberg war ein Freund von ihm.
00:06:00: Er hat mir diese Möglichkeit gegeben und dann hat er mir gesagt ja kann ich für die Hotellfachschulen Losan empfehlen.
00:06:05: Ich habe mir gar nichts anderes angeschaut.
00:06:07: Mir war klar, dass ich eigentlich Hotelfach vorwärten möchte.
00:06:10: Ich hatte als sechzehnjährige eine Vision, dass sich ganz viele Menschen einmal führen werde.
00:06:15: Das war für mich klar wie ich Sechzehnt war.
00:06:18: Ich wusste zwar nicht in welchem Bereich, aber ich wollte ganz viele Menschen führen.
00:06:22: Das war für mich irgendwie so im Kopf von meinem Spirit und das habe ich wahrscheinlich dann ohne es wirklich präsent zu haben verfolgt in meiner
00:06:32: Karriere.".
00:06:37: Christiane Wenckheim will an eine Hotelfachschule in der Schweiz – dennoch das ist ein Traum von ihr, Hoteldirektoren zu werden!
00:06:47: Danach bin ich ein Jahr nach London gegangen, weil ich auf die Schule in der Schweiz gewartet habe.
00:06:51: Ich hab dann einen Sekretärinnencollege gemacht und natürlich währenddessen nicht Sekretäal-College gemacht, aber ich mich sehr für Kunst interessiert und bin in den Pausen in der Sekretäl-Collese.
00:07:00: Das hat mich ja nicht so wahnsinnig interessiert!
00:07:02: Aber ich wollte halt lernen wie man schnell auf der Maschine tippt und wie man also da geschwindig wird mit zehn Fingern.
00:07:10: Zwischendurch bin ich immer gelaufen und habe mehr Kunstausstellungen, Führungen angeschaut.
00:07:14: Die Museen angeschauen in London.
00:07:17: Es war ein großes Hobby und eine Liebe von mir – die Malerei vor allen Dingen.
00:07:22: Heute auch die zeitgenössische Malerei.
00:07:25: Und dann bin ich gegangen nach Amerika.
00:07:29: Nach meiner Schule in der Schweiz, also zuerst war ich in der Schweizer Hotelfachschule und bin dann gegangen nach Amerika wo ich drei Jahre gearbeitet habe für Ritz-Kalten-Hotelgruppe.
00:07:39: Heute haben wir ja einen in Wien an Ritz Kalten.
00:07:42: Damals war das noch am Start diese Hotellgruppen eine ganz besondere und wir haben halt unglaubliches Service gemacht und wirklich waren so die Vorreiter in Amerika von Tophotellerie sehr dreißig oder vierzig Jahre her Und das war wirklich spannend.
00:07:58: Ich habe ganz viel von den Amerikanern gelernt, auch vor allen Dingen sich Dinge zuzutrauen und mutig zu sein.
00:08:08: Sich etwas zutrauen, Mutig zu seien, Neues auszuprobieren – all das nimmt sie aus ihren Auslandsaufenthalten
00:08:14: mit!
00:08:21: Ja ich bin so eben dann in die Schweiz gekommen, hab dort vier Jahre studiert und eben nach Amerika war noch ein Jahr.
00:08:28: zwischendurch in zwei Phasen in Südamerika, in Argentinien.
00:08:31: Ich habe auch dort sehr viel über Kulturen gelernt, diese verschiedenen Kulturens zu erleben.
00:08:40: Wie ich in Amerika war auf Hawaii gewesen ist noch einmal ganz eine andere Welt – alles im Hotel immer eigentlich.
00:08:47: In Washington DC war auch ganz was anderes, in Pentagon City.
00:08:50: Ich habe wirklich viele verschiedene Kulturene gesehen und habe dadurch glaube ich sehr viel Toleranz für Anderssein und anderen Menschen gelernt mehr bis heute geblieben, dass man halt andere Gedanken haben kann.
00:09:04: Dass man anders sein kann und dass das in Ordnung ist, dass es eigentlich eher befruchtend ist und dass uns das weiterbringt wenn wir eben diese Diversität akzeptieren und sozusagen auch als Stärke sehen und als Kraft sehen.
00:09:25: Es gibt eine berühmte Geschichte, die ich immer bei mich vorträge mache erzählen und es ist sehr lustige Geschichte.
00:09:30: Da war ich in Amerika und war im Restaurant einen Abend im Fine Dining, wo man so in diesem eleganten Restaurant hat beobachtet wie ein Kellner von Tisch zu Tisch geht und das war ungefähr eine Autostunde entfernt vom Hollywood.
00:09:44: also der ging von Tisch zur Tisch und hat dort wirklich sich unglaublich ins Zeug gelegt.
00:09:48: bei jedem Tisch und nach der Schicht habe ich ihn beiseite genommen und gesagt du erklär mir mal bitte Was tust du da auf diesen Tischen?
00:09:55: Was ist dein
00:09:57: Konzept?".
00:09:58: Und dann sagte er mir, weißt Du ich möchte Hollywood Star werden und deshalb über ich eine Szene auf jedem Tisch.
00:10:05: Ich werde das werden!
00:10:06: Und ich habe mir gedacht wow das hat mich so wahnsinnig beeindruckt und eigentlich habe ich diesen Spirit den der hatte sehr stark mitgenommen.
00:10:14: Du arbeitest einfach konsequent an deinen Dingen und dann gehst Du Deinen Weg und traust Dir einfach zu einen großen Traum zu haben.
00:10:22: Und das, glaube ich, war so ein bisschen mein Traum.
00:10:25: War halt wirklich viele Menschen zu führen und an dem bin ich dran geblieben ohne dass ich es mir jetzt dauernd vorgesagt habe aber ich glaube das ist dann in mir
00:10:33: gewesen.".
00:10:36: Es sollte noch einige Zeit dauern bis Christiane Wenkheims Traum tatsächlich Wirklichkeit wird.
00:10:42: Als sie nach den vielen Erfahrungen im Ausland wieder nach Österreich zurück kommt macht sie sich selbstständig und eröffnet einen Würstelstand in Wien bis eines Tages ihr Vater auf sie zukommt und um Hilfe bittet, denn ihm war die gesamte Marketingabteilung der Otterkringer Brauerei ausgefallen.
00:11:01: Naja, das war so dass mein Vater ja damals dann schon mit meinem Onkel gemeinsam einen Deal gemacht hat.
00:11:08: Dass sie sich sozusagen meinen Vater die Industrien übernommen hat, mein Onkel Dimobilien und so haben sie ihre Wege getrennt und das war dann die Möglichkeit zu sagen jetzt können ja die Kinder vielleicht wenn sie wollen auch hereinkommen Obwohl er das eigentlich nie wirklich wollte, glaube ich.
00:11:28: Aber in der Notsituation habe ich ihm halt angeboten, du, ich helfe dir
00:11:32: aus.".
00:11:33: Und da hat er gesagt ja dass es schon eine... also da bin ich der Dankbar weil wie gesagt die ganze Marketingabteilung ausgefallen war.
00:11:39: und dann hab' ich gesagt Ja, das mache ich aber ich mach's nur für zwei Monate, weil ich hatte zu dem Zeitpunkt einen Würstelstand Ich war ja Würstellstandlerin dann, wie ich nach Österreich zurückgekommen habe, ich selbstständig meine Würstellstände gehabt Ich war Unternehmerin und das wollte ich halt weitermachen.
00:11:55: Und so haben wir es in der Verblieben, dass ich da nur einmal
00:11:57: aushelfe.".
00:11:58: Zwei Monate lang hilft Zirem Vater aus – geht dann wieder zurück zu ihrem eigenen Business!
00:12:04: Bis der Vater sie widerfragt….
00:12:06: Warum bleibst du nicht
00:12:08: da?
00:12:12: Ich weiß nicht, ob ich die ganze Dimension und Breite der Sache wirklich bewusst gemacht habe.
00:12:22: Aber ich hab mir gedacht, ich kann... ...ich habe eine Chance mit meinem Vater zu arbeiten.
00:12:25: Ich kann ihn noch mal von einer ganz anderen Seite kennenlernen.
00:12:28: Das hat mich irgendwie schon auch berührt muss ich sagen weil wir kannten ihn wenig, weil er halt sehr viel gearbeitet hat.
00:12:34: Und das war eine Chance für mich um.
00:12:38: dann habe ich mir gedacht ich habe dieses Unternehmen gerne ich komme da gerne her also würde ich das wirklich gerne machen und habe das halt gewagt.
00:12:48: Hätte ich die ganze Dimension davon gesehen, aber das siehst du ja nicht.
00:12:52: Das ist natürlich schrittweise ... weiß ich nicht.
00:12:54: vielleicht hätte ich dann was anderes gemacht?
00:12:56: Vielleicht auch nicht!
00:12:57: Ich bin sehr glücklich dass ich es im Endeffekt so entschieden
00:13:00: habe.".
00:13:00: Drei
00:13:06: Jahre lang arbeitet sie für ihren Vater Englbert Wenkheim in Marketing – und lernt viel
00:13:12: von ihm.
00:13:17: Ein unglaubliches Markenverständnis hat einen unglaublich strategischen Nase gehabt Praktik auch gehabt wird, die Unternehmen führt.
00:13:25: Das habe ich mir wirklich versucht maximales zu lernen von ihm und hab zum Glück diese Chance gekriegt und er hat mich wirklich machen lassen.
00:13:34: Er hat einen unglaublichen Freiheit in meinem Vater.
00:13:37: Auch durch seine Flucht glaube ich sieht der halt auch ähnlich wie dieser Amerika-Erlebnis.
00:13:42: Er hatte uns ja alle nach Amerika geschickt weil er immer selber zeugte Amerika und die Freiheit und so.
00:13:47: Ich konnte mich wirklich gut einbringen von Anfang an.
00:13:49: Ich glaube ich wäre nicht geblieben wenn es anders gewesen wäre Aber ich konnte auch wirklich viel lernen und das muss ich sagen, dass hat er toll gemacht.
00:13:58: Er ist einundneunzig und wir reden immer noch immer wieder übers Geschäft und er lasst mir sehr viel Freiheit und unterstützt mich sehr.
00:14:03: Also es ist schon für mich ein großer Mentor gewesen in meinem Leben
00:14:07: ja.".
00:14:12: Im Jahr zweitausend wird Christiane Wenkheim von ihrem Fahrt an den Vorstand berufen.
00:14:16: Sie löst damit ihren Fahrt als Vorstand der Brauerei ab, der in den Aufsichtsrad wechselt.
00:14:21: In siebzehn Jahren lang wird sie im Vorstand bleiben, später auch als Vorsitzende.
00:14:27: Wird neues ausprobieren?
00:14:28: Wird die Brauerei nach außen hin öffnen Sie zu einem Veranstaltungs- und Partyort machen?
00:14:36: Ich hatte schon viele Ideen.
00:14:37: nicht alle sind wirtschaftlich erfolgreich gewesen aber in Summe haben wir eine gute Reise gemacht und stehen heute als Brauerei schon als Teil.
00:14:46: also meine Vision war ja Brauereyei Stefan Sturm und Riesenrad und das war für mich so die Vision.
00:14:52: diese drei sind so die Kernmonumente der Stadt Wien.
00:14:57: und ja, das war mir sehr wichtig.
00:15:00: Und an dem habe ich intensiv gearbeitet.
00:15:02: Ja und dann bin ich nach siebzehn Jahren, hab' ich gefunden so... Ich glaube nach sieben Zehn Jahren ist die Zeit auch dass jemand anderen noch frische Gedanken hereinbringt in die Firma und hab da meinem Vater empfohlen, dass er einen Wechsel vornimmt.
00:15:19: Christiane Wenkheim will aus der Firma aussteigen, beginnt mit über fünfzig nochmals zu studieren.
00:15:25: Change Management in Paris – Veränderungsmanagement.
00:15:28: Wenn Organisationen sich verändern was passiert dann mit den Menschen?
00:15:32: Sie macht einen Master.
00:15:34: Als sie fertig ist kommt wieder einmal ihr Vater auf sie zu.
00:15:37: Willst du nicht meinen Posten übernehmen?
00:15:40: An der Spitze des Aufsichtsrats?
00:15:42: Das hat mich schon nochmal fasziniert.
00:15:46: Zum einen weil es auch ein bisschen kindertauglicher war, muss man auch klar sagen ich zwei kleine Kinder hatte und ich damit ein bisschen mehr Zeit für meine Kinder hatte.
00:15:55: Weil in der Brauerei war das schon schwierig mit zwei kleinen Kindern und jeden zweiten Tag Bier trinken gehen mit den Kunden.
00:16:03: Das ist meine Herausforderung und so hat sich das eigentlich sehr gut ergeben.
00:16:08: dass es einerseits eine wirklich neue Herausforderung ist die ganze Gruppe sozusagen aus dem Aufsichtsrat zu begleiten, war für mich eine sehr spannende neue Herausforderung und habe ich mutig angenommen.
00:16:23: Ich habe aber gesagt es ist sehr wichtig für mich dass meine Geschwister das auch positiv sehen und die waren eigentlich beide sehr unterstützend und sind bis heute noch und da bin ich schon sehr dankbar.
00:16:36: Da habe ich schon viel Glück muss ich sagen.
00:16:45: Gerade in ihrer Zeit als Vorständin und Mutter von zwei Kindern kommt Christiane Wenkheim an die Grenze des Schaffbaren.
00:16:56: Da waren sie noch ganz klein, das war für mich schon sehr herausfordernd.
00:17:01: Ich hatte wirklich viel Hilfe, da muss ich sehr dankbar sein.
00:17:04: Das hat mir meine Position ermöglicht, dass ich mir Hilfe hole.
00:17:07: Und das war sicherlich ein Schlüssel dafür, dass das überhaupt möglich
00:17:12: war.".
00:17:15: Denn auch Hermann ist viel beschäftigt, führt ein eigenes Immobilienunternehmen.
00:17:21: Ich muss sagen, ganz ehrlich.
00:17:22: Ich habe auch einen Burnout gehabt in der Zeit natürlich weil das tatsächlich mit dem Beruf, den man am Abend ausgehen Kinder nachher zu Hause.
00:17:32: also das wurde dann tatsächlich ein bisschen zu viel.
00:17:35: ich hab Panikadaken bekommen.
00:17:37: Das ist allerdings ein Glück weil du das auch wieder mit Therapie und deshalb habe ich sehr viel an mir selber gearbeitet sehr viel mich hinterfragt sehr viel sozusagen mein Leben nochmal in Frage gestellt, meinen Entführungsstil infrage gestellt und habe mich eben auf diese Reise der Self-Awareness wie sagt man das selbst Bewusstseins also des bewussten Lebens sozusagen entschieden.
00:18:02: Und ich glaube das hat mich auch zu einer besseren Führungskraft gemacht und hat mich eben die Reise geschickt auch dieses Change Management zu machen.
00:18:11: ja ich hab dann noch zu Meditieren begonnen Ich habe mit Sport begonnen.
00:18:14: Also ich habe wirklich versucht mein Leben ein Stück anders zu managen und so sehen.
00:18:22: Und mich selbst auch ein Stück anders zu sehen, aber das war schon eine Reise sag ich dazu.
00:18:27: Ich bin aber unglaublich dankbar für diese Reise.
00:18:30: heute habe ich gar keine Panikattack mehr zum Glück und es waren zu glück nur eine Phase von.
00:18:35: man hat auch zwei Jahre gedauert Aber das ist natürlich ein Prozess aber es ist ein Prozesse, aus dem ich glaube gestärkt herausgekommen bin.
00:18:45: Deshalb bin ich so dankbar dafür, weil ich hätte mich vielleicht nie in Frage gestellt, wäre das alles so weitergegangen und hätte meinen Führungsstil nicht verändert.
00:18:52: In Richtung mehr Menschlichkeit, mehr zuhören, mehr mit den Menschen arbeiten.
00:18:57: als ich wäre vielmehr matriach hingeworden, glaube ich, als ich es heute vielleicht
00:19:01: bin.".
00:19:04: Zwei Jahre lang dauert ihr Burnout – zwei Jahre lang arbeitet sie dennoch weiter!
00:19:10: Ohne Medikamente wäre das nicht möglich gewesen, sagt Christiane Wenckham
00:19:13: heute.
00:19:19: depressiver hätte ich es tatsächlich nicht geschafft.
00:19:24: Ich rede auch sehr offen darüber, weil ich mir denke gerade so Menschen wie ich in meiner Position die eigentlich das sieht man ja das ist unbezwingbar aber sie sind eben nicht so... Das ist auch eine Reise und ich glaube dass soll Menschen Mut machen, dass das kein Versagen ist sondern dass das eigentlich ein Lernprozess ist.
00:19:44: Ich habe als solches gesehen und wahrgenommen Und bin unglaublich dankbar für diesen Lernprozess.
00:19:49: Wie gesagt, er hat mich zu mehr Verständnis an meiner Person, mehr Verstandnis auch und sozusagen empathie für andere gebracht ja?
00:19:59: Für Situationen von anderen Menschen und für mein Verständnis, für besseres Zuhören als Mensch und ich glaube für Mehrachtsamkeit in Summe.
00:20:10: Daher ist so ein Prozess möglicherweise sogar einen Lebensräten da wenn man das so sagen kann.
00:20:22: Was Christiane Wenkheim entschweren, Situationen auch hilft ist eines.
00:20:27: Ihr Glaube!
00:20:28: Ein Grundvertrauen im Leben gegenüber
00:20:30: – Gott Gegenüber
00:20:32: und es ist etwas das ihren
00:20:34: Alltag prägt.
00:20:38: Also ich bin als Kind ja schon immer in die Kirche gegangen mit meinen Eltern, mache das auch weiter, bin auch sehr froh dass ich einen Ehemann habe der auch sehr gläubig ist.
00:20:48: er wollte Papst werden als junger Mann Und daher gehen wir gemeinsam in die Kirche, haben einen Lieblingspriester bei den Jesuiten.
00:20:57: In der Kapelle um zwölf Uhr am Sonntag ist uns irgendwie ein Anliegen weil er einfach sehr bodenständig und pragmatische Predigten macht.
00:21:07: das gefällt mir irgendwie und ja und deshalb ist es für uns so ein Sonntags Highlight dass wir weiter pflegen und wie sich das im meinen Alltag einbringt.
00:21:17: ich glaube die Achtsamkeit der Umgang mit Menschen Die Würde des Menschen, dass mir das wichtig ist, dass wir am Ende des Tages eine gute Beziehung mit anderen Menschen ganz ein großes Anliegen sind und auch Gutes zu tun in der Welt.
00:21:34: Also durch unser Unternehmen Menschen Gutes zutun und nicht zu schaden.
00:21:39: Das ist glaube ich einfach Gutes Zutun für die Umwelt, für die Menschen.
00:21:45: Ich glaube es ist schon etwas was mich antreibt und worauf ich auch sehr stolz bin, dass unsere Unternehmen das auch tun
00:21:52: und tun können.
00:21:53: Die christlichen Werte sind nicht nur ihr persönliches Fundament sondern auch das des Unternehmens der Otterkringer Getränke AGGI.
00:22:00: Die Unternehmengruppe hat eigenständige Tochterunternehmen die Ottergringer Brauerei für Slauer Mineralwasser und den Getränkekroßhändler Delfabru Collaric.
00:22:10: All das ist in Hand einer Familiengruppe – und folgt einer gemeinsamen Vision!
00:22:15: Den Prozess dazu hat die Aufsichtsratsvorsitzende Christiane Wenkheim bewusst gestaltet.
00:22:21: Was mir ein ganz großes Anliegen war, ist die Familie.
00:22:24: da habe ich sehr gestaltet weil die Familie sozusagen von fünf Personen auf fünfzehn angewachsen ist und dadurch auch sehr viele Cousins dazugekommen sind und meine Geschwister.
00:22:44: Und in diesem Sinne habe ich gewusst, hier müssen wir eine Vereinbarung treffen untereinander wie wir zusammenarbeiten und das habe ich dann sehr gestalterisch mit einer Beraterin gemeinsam initiiert dass wir einen Prozess brauchen der in einem Familienunternehmen Familienkarte heißt wo du Mission Vision die Werte sehr stark transportierst.
00:23:20: Wir haben diese Mission und Vision.
00:23:23: Wir wollen Freude und Getränke machen, wir wollen das Familienunternehmen weiter behalten gemeinsam – das war uns ein großes Anliegen!
00:23:30: Wir wollen den Menschen im Mittelpunkt stellen, wir werden miteinander füreinander da sein und das Gemeinsammachen meiner Mutter hat dann sehr stark auch die christlichen Werte eingebracht weil wir als Familie auch sehr katholisch sind und sehr gläubig sind und uns das ein großes anliegen ist sozusagen diese Werte in unserer Organisation zu transportieren.
00:23:55: Und ich finde, das ist auch ein ganz wichtiger Teil unserer persönlichen Mission innerhalb unserer Gruppe – es eben diese Wärte mit dem Vorstand zu teilen aber auch mit unseren Geschäftsführern und dieser Karte ist allen bekannt.
00:24:10: Auch mit unseren Werten, auch mit unserem christlichen Fundament auf den wir agieren wollen und unsere christliche Haltung, die wir einnehmen in unserem Unternehmen.
00:24:21: Das ist glaube ich etwas was uns schon auszeichnet und auch besonders macht.
00:24:35: Im Prinzip dass der Mensch im Mittelpunkt steht das die Achtung der Menschen, die Wertschätzung der Menschen total wichtig ist Die sozusagen treue, die Loyalität, die Wahrheit, die Ehrlichkeit.
00:24:47: diese Werte sind natürlich wichtig Aber im Prinzip ist es auch, dass wir ein Stück glauben und geführt sind.
00:24:57: Dass auch wir begleitet sind und dass wir auch ein Stück vertrauen dürfen das was wir hier tun auch das Richtige ist und gutes für die Gesellschaft und für die Umwelt und sich dafür einzusetzen, dass es so bleibt.
00:25:18: Das ist sicherlich eine der großen Stärken ist, dass dieses Grundvertrauen und dieser Glaube auch an das sich Dinge fügen.
00:25:28: Wenn du nicht superhektisch sofort immer auf Lösungen drängst sondern wenn du eben diese Geduld hast die Dinge ein Stück abzuwarten einen stück natürlich gestalterisch abwarten nenne ich das jetzt mal dann denke ich ist da sicherlich eine der großen stärken auch zu glauben dass es gut wird.
00:25:48: ja die hoffnung die wir hier jetzt in Zeiten wie diesen, glaube ich mehr als dringend brauchen.
00:26:01: Irgendwann werde ich einmal viele Menschen führen – das war Christiane Wenkheim schon als Kind bewusst!
00:26:08: Heute steht sie an der Spitze einer Unternehmensgruppe, die dir seit genau siebenhundertfünfundsiebzig Beschäftigte zielt.
00:26:14: Auch ihre Art zu führen fußt auf Christianewenkheim's christlicher Wertehaltung und einer ganzheitlichen Sicht auf den Menschen im Unternehmen.
00:26:26: Ja, das ist so ein vielseitiges Konzept.
00:26:29: Führung ist ganz stark die Menschen in ihrer vollen Persönlichkeit in unsere Unternehmen kommen zu lassen – also als Erganzer nicht nur mit einem Teil von sich zu uns kommen zu lasern.
00:26:43: Das ist für mich glaube ich eine der Schlüssel aber auch eine These über das geschrieben.
00:26:47: wie schaffen wir es in unseren Organisationen Menschen ganzheitlich hereinzubringen?
00:26:52: auch mit ihren Emotionen, auch mit Ihren Gefühlen.
00:26:55: Auch mit denen nicht nur mit ihrem logischen Denken sondern eben in einer Balance mit beiden weil ich sehr stark überzeugt bin das Unternehmen aber auch Menschen aber auch ganze Teams gut funktionieren wenn sie gut balanciert sind im beiden Bereichen.
00:27:12: Und ich glaube, das ist für mich sozusagen mein größtes Ziel in der Führung.
00:27:18: Ist die Menschen ganzheitlich hier in die Organisation zu bringen?
00:27:21: Dass sie uns auch... Weil dann sprechen Sie, sagen Sie, reden Sie die Elefanten im Raum an und trauen sich.
00:27:28: Dann gibt es da auch eine gewisse Sicherheit, dass du hier gewünscht bist als Mensch, als wer du bist.
00:27:38: kommt da viel mehr Input, dann kommen viele kreative Ideen.
00:27:42: Dann darf auch das Unmögliche möglich werden und das glaube ich ist dann besonders.
00:27:47: Wie sieht das im Unternehmensalter konkret aus?
00:27:50: Ich meine jetzt um ein radikales Beispiel zu nennen damit sich diesen Raum öffnet wo wir uns überall bewegen dürfen mit der kreativen Seite ist dass ich eine Traumgruppe organisiert habe innerhalb unserer Organisation Und mit dieser Traumgruppe haben wir Träume besprochen, die wir in der Vor Nacht gehabt haben über die Organisation und haben unglaublich uns ausgetauscht über was diese Träime bedeuten könnten für unsere Organisation.
00:28:17: Also solche Gespräche auf einer ganz anderen Ebene zu führen mit den Leuten.
00:28:22: das versuche ich halt vorzuleben durch solche Aktionen damit man sieht dass der Raum eigentlich viel größer ist wo wir uns bewegen können als das klassische Management.
00:28:40: Menschen aus dem Lager, die waren überhaupt die ganz kreativen und die Oberträumer aber auch CEOs auf Geschäftsführer.
00:28:47: Also wir hatten wirklich eine Punkterei von zwanzig Kollegen und Kolleginnen, die sich wirklich total gefreut haben da dabei zu sein.
00:28:54: War toll!
00:28:59: Was wird zum Beispiel auch machen was ich
00:29:01: wirklich grandios
00:29:02: finde persönlich?
00:29:06: Wir machen ganz spezielle Aufsichtsradsitzungen.
00:29:09: Unsere Aufsichtssitzungen laufen so ab, dass wir einen Teil der Aufsicherheitssitzung auf einem Tisch halten.
00:29:17: Ein Tisch ist ein interessantes Medium.
00:29:20: Da können sich die Leute teilweise verstecken hinterm Tisch.
00:29:24: Wenn die Hände nicht am Tisch um sind, sind sie gar nicht wirklich da.
00:29:29: sehr viel an einem Tisch.
00:29:30: Menschen setzen sich auch immer in gleichen Positionen hin und hier machen wir den kontrollierenden Teil, also Aufsichtsrat hat ja immer einen kontrollierendem Teil wo du halt Kontrolle hast über die Zahlen, Datenfakten und den absolvieren wir am Tisch mit Unterlagen usw.
00:29:45: Und dann gehen wir dem zweiten Teil der Aussichtratssitzung wo wir mehr Diskussion wollen beraten tätig sein wollen als Aufsichtrat in ein Sesselkreis ohne Tisch.
00:29:56: Das ist wirklich ganz erstaunlich, was dann völlig anderes kommt.
00:29:59: Du kriegst plötzlich den ganzen Menschen herein und du kriegest den ganzen Aufsichtsrat mit seinem ganzen Wissen in einen Raum Und das macht wirklich einen riesen Unterschied muss man klar sagen
00:30:09: Wie können wir anders miteinander reden um so besseren Ergebnissen zu kommen?
00:30:20: wie miteinander umgehen sodass der Mensch in seiner Ganzheit wahrgenommen wird und sich als ganzheitlich leben kann nicht nur im privaten sondern auch in der Arbeit?
00:30:30: Genau das liegt Christiane Wenkheim besonders am Herzen.
00:30:35: Und da ist halt bin ich beseelt davon, dass wir eben die Menschen ganzheitlich hereinbringen in die Organisationen.
00:30:41: und wenn wir das schaffen dann beginnen sie ja den Sinn selbst zu suchen für sich und dann können Sie ja der sein, der sie sind und schaffen es hoffentlich ihr ganze Sich weil dann können sie auch gestalten und das ist so wichtig glaube ich.
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