Perspektiven mit Autor Steve Heitzer
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00:00:00: Ich hoffe, Sie haben ein bisschen Zeit und Ruhe zur Verfügung.
00:00:03: Denn das Motto für die nächsten dreißig Minuten lautet so...
00:00:08: Langsamer zu werden ist ja auch ein wichtiger Aspekt in meinem Buch!
00:00:11: Wir können die Dinge nicht anschauen, wir können nicht besser hinschauen wenn wir uns eine Zeit nehmen.
00:00:17: also das ist unbedingt notwendig.
00:00:20: Sie hören Steve Heizer erst Theologe, Achtsamkeitslehrer Vater, Pädagoge und Begründer eines Kindergartens.
00:00:31: Die gesammelte Erfahrung aus all diesen Bereichen seines Lebens steckt in seinem neuen Buch, der Schatz im Kinderzimmer wieder Alltag mit Kindern in die Tiefe des eigenen Lebens führt.
00:00:43: Alle, die jetzt denken das betrifft sie nicht weil keine Kinder oder schon große Kinder ich lade Sie ein trotzdem dran zu bleiben!
00:00:53: Ich habe auch keine Kinder und trotzdem sehr profitiert zum einen trotzdem mit Kindern zu tun habe und wie wir alle auch ein inneres Kind haben.
00:01:06: Vielleicht nennen sie es nie so, aber kennen werden sie es.
00:01:10: Unbeschwertheit, Lust am Spielen, aber auch schwer steuerbare Wutanfälle oder andere starke Emotionen die uns gelegentlich überfallen, die haben was mit inneren Kindanteilen zu tun Und, wie wir mit denen umgehen ist durchaus entscheidend.
00:01:29: Auch dafür können wir von Steve's Ansatz lernen.
00:01:34: Vor allem aber wird Steve als gelassene Ausstrahlung, Ehrlichkeit und seine Einladung mit der Geschwindigkeit ein bisschen runter zu gehen und genauer hinzuschauen sie anstecken – da bin ich mir fast sicher!
00:01:48: Mir ist es jedenfalls nach jedem Gespräch mit ihm so ergangen.
00:01:51: Das ist eigentlich meine Erfahrung dass wir im Alltag mit Kindern ständig auf Dinge stoßen, die wie sonst im Leben auch haben.
00:02:04: Konflikte, Meinungsverschiedenheiten... Wir stoßen irgendwo an!
00:02:12: Wir wissen nicht genau was unsere Aufgabe ist und Kinder haben halt die Eigenschaft das sie sehr direkt sind, dass sie sehr vehement sein können, auch noch sehr um sich selbst kreisen.
00:02:29: Das ist auch etwas, was mich seit gestern irgendwie so ein bisschen beschäftigt und ich glaube sie müssen das ja?
00:02:37: Das ist eine dieser Dinge die wir mit Kindern irgendwie ständig erleben und die uns oft wahnsinnig machen dass sie nur ihre Sachen im Kopf haben.
00:02:48: aber ich denke das hat die Natur so eingerichtet.
00:02:52: damit müssen wir klar kommen Aber es ist nicht ihre Schuld.
00:02:56: Das gehört zu ihrem Leben, zu ihrer Lebensphase und dann stoßen wir auf uns und merken dass wir vielleicht auch manchmal so ähnlich sind.
00:03:07: also Wir kommen mit Kindern den Konflikten nicht aus Den Störungen das was wir Störung nennen Und wir müssen uns mit ihnen beschäftigen Soll mit den Kindern, also auch mit den Störungen.
00:03:23: Und meine Erfahrung ist im Nachhinein eigentlich nach so vielen Jahren dass es ausgerechnet diese Störung waren die wir so schnell immer gern weg machen würden wo wir am meisten lernen.
00:03:37: ich sage immer im Liegestuhl am Swimming Pool mit einem Long Drink.
00:03:43: das ist gemütlich und alles und erholsam und das brauchen wir aber lernen.
00:03:48: tun wir dort nicht zu viel.
00:03:50: Wir lernen am meisten, wenn es gerade schwierig ist.
00:03:54: Wir wollen nicht immer was lernen – das auch!
00:03:58: Aber die Erfahrung zeigt mir im Alltag mit Kindern habe ich am meisten gelernt wo ich angestanden
00:04:04: bin.".
00:04:05: Okay also raus aus dem Liegestuhl direkt rein in den Alltag.
00:04:11: Ich möchte Ihnen eine Erzählung aus dem Kindergartenalltag von Steve zu Gehör bringen, die er ein wenig ausführlich erzählt.
00:04:18: Auf die wir in weiterer Folge dann noch einmal zurückgreifen werden und die schon ganz viel zum Ausdruck bringt vom Wesentlichen seiner Botschaft.
00:04:26: Eine Geschichte, die ich immer wieder erzähle ist mit den Kindergärten im Nebenraum höre zwei Kinder, die nach mir rufen, wie soll mal kommen?
00:04:37: Der Noel stört!
00:04:39: Wieder Mal... in Klammern.
00:04:41: Und ich habe aber gerade was anderes zu tun und eigentlich gar keine Lust, mich jetzt da wieder drumzukümmern.
00:04:48: Aber ich merke es ist meine Aufgabe.
00:04:50: muss ich rüber gehen schauen.
00:04:51: Was ist da los?
00:04:52: Ich komme rüber sehe das.
00:04:55: die beiden Jungs Riesenberg von Holzklötzen.
00:04:59: sie haben gerade etwas gebaut und sind eigentlich schon dabei aufzuräumen.
00:05:03: nur der Noel stört!
00:05:05: Was macht er?
00:05:06: Er liegt auf diesen Holzklötzen drauf und sie können die Klötze nicht wegräumen.
00:05:13: Ich war an dem Tag auch nicht besonders gut drauf, also mein Verhalten war im Nachhinein alles andere als das was ich von mir erwarten würde pädagogisch nicht besonders sinnvoll.
00:05:27: Ich habe halt zwinglich gesagt es soll ja weggehen, Sie wollen da aufräumen Er geht aber nicht weg.
00:05:33: und ich sage es noch einmal.
00:05:35: Beim dritten Mal steht er dann doch auf, und ich denke mir okay, er geht weg, aber er geht nicht weg sondern er legt sich wohin vor das Regal wo die Jungs die Klötze rein räumen sollten.
00:05:51: Und ich denk mir jetzt reicht's Ja und gehe hin zu ihm und sagt Ich muss sie da jetzt wegziehen ja Dann nehmen so.
00:05:58: also ich habe ihn jetzt nicht voll weggezerrt, aber ich habe gesagt jetzt muss da weg.
00:06:05: Die wollen aufräumen.
00:06:07: Ja die Situation war irgendwie gelöst ja aber ich hab schon gemerkt das war jetzt also ich war nicht zufrieden und er hat sowieso auch mit Kampf reagiert.
00:06:20: also er hat sich gewährt natürlich wollte dann nicht weggezogen werden.
00:06:24: immer wieder habe über diese situation nachgedacht Und dann so mit meinen Sätzen, die man dann findet und in der Elternbildung, in der pädagogischen Bildung immer wieder sagt.
00:06:37: Habe ich irgendwann einmal versucht für mich selber anzuwenden?
00:06:42: Jetzt für diese Situation!
00:06:44: Ich habe eben in dieser Situation selber gemerkt, er hat seinen Ärmeln gekaut, die waren total nass.
00:06:51: Er war an dem Tag einfach auch nicht gut drauf... ...und hab mir einfach gefragt Was wäre eigentlich adäquat gewesen?
00:06:59: Oder wo ist denn da schon der Fehler passiert bei mir.
00:07:04: Und der erste Fehler war, dass ich überhaupt keine Lust gehabt habe auf das einzulassen.
00:07:08: Das ist ja auch was, was uns immer wieder passiert.
00:07:11: Aber wenn ich mit Kindern arbeite und auch in einer Familie ... Wir müssen da sein!
00:07:19: Gut es gibt schon Leute sagen Ja wir überlassen das einfach den Kindern.
00:07:22: Die machen sich das schon selber aus.
00:07:23: aber das ist nicht mein mein Ding.
00:07:26: als Pädagogik kann ich das sowieso nicht machen.
00:07:29: Und ich habe mich irgendwann gefragt, wenn ich jetzt rüber gehe was wäre jetzt adäquat gewesen?
00:07:38: Und mir ist klar geworden es ist dieses Beschreiben der sich immer wieder eine der wichtigsten Skills im Alltag mit Kindern beschreibt.
00:07:49: Ich hätte eigentlich nur beschreiben müssen was da ist nämlich Der Noel, der liegt da auf dem Bauglötzen.
00:07:57: Und dann ist man eigentlich von hätte sagen können tut das nicht weh?
00:08:02: Der liegt auch die bauglöze.
00:08:04: Das muss ich jetzt einmal ausprobieren.
00:08:06: und dann stelle ihn mir vor ich hätt mich dazu gelegt Hätten so den anderen Jungs gesagt Probiert es zusammen aus Ja was wäre dann passiert.
00:08:17: Dann hat man erstens gemerkt Da geht's nicht darum bei dem Noel dass er stört sondern er hat vielleicht das Bedürfnis da irgendwie dabei zu sein, deswegen liegt da mitten drin.
00:08:30: Das ist sicher eine Spur aber dieses Liegen auf den Klötzen, das hat eigentlich was Stimulierendes.
00:08:38: Das kann man sich vorstellen wie Fakir der auf seinem Nagelbrett liegt und umso mehr wenn man sich anschaut wie die Geschichte weitergegangen ist.
00:08:49: weil warum legt der sich vor des Regal hin?
00:08:54: Meine These ist, weil jedes Mal wenn die Jungs ein Klotz ins Regal räumen wollen müssen sie quasi sich halb auf ihn drauf legen um die Klötze überhaupt in das Regal zu bringen.
00:09:10: Und wenn ich mir den Noel anschaue wie ich den auch sonst erlebt habe dann passt es einfach zu dem Bild.
00:09:16: ja Weil was der macht, wenn Kinder von einem Rutschbrett runterrutschen bei uns im Bewegungsrahmen das in den Sprossenwand eingehängt ist.
00:09:26: Dann rutscht er auch einmal auf aber dann bleibt er unten liegen und will dass die Kinder ihn reinrutschnen.
00:09:35: Er liebt es einfach Genauso wie wenn Kinder über ein Hügel sich runterkullern lassen.
00:09:40: Das genügt ihm nicht sondern er möchte über die anderen drüber kullen.
00:09:44: Es ist einfach ein sehr körperliches Kind.
00:09:47: Und all diese Dinge übersehe, wenn ich diese Störung sozusagen nur schnell schnell wegmachen will.
00:09:55: Aber wenn ich nur beschreibe was da ist der liegt auf den Holzkürzen drauf dann habe die Chance überhaupt zu erkennen um was könnte es da gerade gehen?
00:10:06: plus ich komme aus dieser sozialen Dynamik raus dass dieser Noel immer der ist er stört.
00:10:13: und wenn anderen Jungs mir darauf einsteigen, dann werden sie merken da hat eine Idee dazu.
00:10:23: Das ist nicht einfach nur Stören sondern das ist vielleicht irgendwas Spannendes was der macht.
00:10:30: Also das ist so Geschichte die habe ich schon oft mit Pädagoginnen besprochen auch wenn es um diese Körperlichkeit von Kindern geht auf die wir immer wieder stoßen und mit der wir nicht wissen was man anfangen sollen.
00:10:44: Wir alle haben damit zu tun
00:10:46: und
00:10:46: es ist so wichtig, genauer hinzuschauen was machen die Kinder.
00:10:49: Wenn es Probleme gibt oder Störungen ist unser Anliegen es in den Griff zu kriegen oder noch besser es wegzumachen.
00:10:59: Die Erfahrung klärt Steve Halzer das funktioniert leider meistens nicht.
00:11:04: Ich habe in der Begleitung von einer Mutter in einem Workshop, die immer wieder von ihrem Kind erzählt das beißt Vier Jahre und es ist ja nichts Ungewöhnliches, das einzige Kind hier auf dieser Welt beißt.
00:11:20: Aber als Mutter ist man natürlich total betroffen und denkt sich um Gottes Willen.
00:11:26: Und wenn es immer wieder passiert dann kriegt man noch mehr den Stress.
00:11:31: wir müssen das wegmachen der muss verstehen dass das nicht geht.
00:11:37: Das ist doch unser Impuls und unser Not, vor allem wenn wir in dieser Beziehung als Eltern dazu sind.
00:11:46: Und je öfter sie von dieser Situation erzählt hat, ist mir dieser Satz aufgestiegen der für mich jetzt wichtig geworden ist zu ihr zu sagen Rechne damit, dass es wieder passiert!
00:12:02: Das ist ein Wunsch an den Experten.
00:12:05: Was kann ich machen, damit er das nicht mehr tut?
00:12:09: Und dann haben wir die Vorstellung... Wir könnten dem Kind sagen oder drohen.
00:12:15: Oder keine Ahnung irgendwelche Konsequenzen androhen, damit es das nicht wieder tut.
00:12:21: So läuft's aber nicht!
00:12:23: Wir sind in der Erziehung, in diesem alten Konzept von Erziehungen immer noch dabei herauszufinden wie wir unsere Kinder im Griff kriegen und ihr Verhalten in den Griff bekommen.
00:12:36: die Antwort drauf ist, wir kriegen es nicht in den Griff.
00:12:39: Es ist viel wichtiger genauer hinzuschauen was passiert denn da eigentlich?
00:12:46: Wir werden vielleicht gar nicht verstehen warum.
00:12:49: ja das ist nicht ausgemacht dass wird es immer herausfinden.
00:12:53: aber mein Satz ist rechend damit dass es wieder passiert und der Zusatz ist mach ein Forschungsprojekt daraus.
00:13:01: wann passiert das in welchen Situationen?
00:13:04: sei nah dran um herauszufinden, wann ihm das passiert.
00:13:08: Ich habe mir das angeschaut mit der Mama auch in der Gruppe.
00:13:12: Und natürlich weiß sie hat sich schon eine Anhaltspunkte.
00:13:18: Manchmal muss er aufs Klo.
00:13:19: Da hat er aber keine Zeit und baut so viel Spannung aus dass er nur noch beißen kann.
00:13:26: oder es kommt ihnen jemand zu nahe oder ist es zu laut oder zu viel los oder er möchte eigentlich heim oder wie immer.
00:13:34: Aber sein einziger Ausweg ist zu beißen, weil das ist das Einzige was ihm zur Verfügung steht.
00:13:40: Und deswegen geht es viel mehr darum genauer hinzuschauen was passiert hier eigentlich anstatt uns immer nur Gedanken zu machen.
00:13:48: wie kriege ich das weg?
00:13:50: Weil wenn ich genauer hinschaue dann sehe die Stellschrauben Dann sehe ich wie diese Dinge zusammenhängen und Was wir dafür tun können.
00:14:02: und das jetzt der Unterschied damit er nicht mehr beißen muss.
00:14:08: Also es geht nicht darum herauszufinden, wie wir ihn beibringen, damit er niemand beißt, sondern die Frage ist eigentlich eher was können wir tun verändern in der Umgebung?
00:14:20: Auf welche Dinge können wir achten, damit ihr niemand beißen
00:14:22: musst?".
00:14:24: Und dasselbe gilt nicht nur für die Probleme und Störungen, die unsere Kinder verursachen, sondern auch für uns.
00:14:31: Da ist ja so viel Bemühen da!
00:14:33: Also die Eltern, mit denen ich arbeite oder auch die Pädagogen-Pädagoginnen.
00:14:38: Die wollen es ja gut machen und die wollen es anders machen!
00:14:42: Die wollen viel achtsamer mit Kindern arbeiten leben – was bedeutet das?
00:14:50: Viel bewusster damit umgehen?
00:14:53: in welcher Situation steckt dieses Kind gerade?
00:14:56: Und warum verhält sich's jetzt so wie sich's
00:15:00: verhält?!
00:15:01: Aber genau das können wir ja für uns auch umlegen.
00:15:05: Auch wir verhalten uns so, wie es uns gerade geht!
00:15:09: Auch wir kennen das, dass wenn wir uns schlecht verhalten dann hauen wir noch eine auf uns drauf.
00:15:16: Dann sind wir wütend weil wir wüten sind.
00:15:19: Dann schämen wir uns, weil wir uns schäme.
00:15:22: Also da geht dieses Spirale nach unten los.
00:15:25: Deswegen empfehle ich immer an mir selber sozusagen Ich bin genervt, oder ich bin unrund.
00:15:34: Oder ich fange an, Leute irgendwie blöd anzureden, mich zu fragen was brauche ich denn gerade?
00:15:42: Das wäre die entscheidende Frage.
00:15:45: Nicht wie kriege ich das weg!
00:15:47: Weil ich muss ja ein Gefühl dafür kriegen, was ist denn da gerade los?
00:15:51: Auch da wieder ein konkretes Beispiel dass vielen hier nicht unbekannt sein wird.
00:15:57: Eine Mutter wendet sich ans Stiefheizer mit der Frage
00:16:00: Und wie schaffe ich es mit meinem Kind, nicht zu schreien?
00:16:05: Immer wieder bin ich über diese Frage gestolpert und mit meinen Schlüsselwendungen im Kopf hat das für mich so geklungen eben.
00:16:19: Wie kriege ich mich in den Griff?
00:16:23: Dann ist mir klar geworden... Wir müssen dann auch fragen!
00:16:28: Wieso schreit sie
00:16:29: denn?!
00:16:30: Mir war einfach klar, die Mama ist einfach überfordert.
00:16:35: Völlig überforderd!
00:16:37: Und es kann ja jetzt nicht darum gehen so wie du sagst ihr jetzt ein paar tolle Tipps zu geben und schon gar nicht wie sie das Schrei in den Griff kriegt sondern wir müssen uns dieses Schrein anschauen.
00:16:54: was ist das für eine Schrei?
00:16:56: Für mich war klar dass das der Hilfeschrei.
00:16:58: Das habe ich auch so gesagt.
00:17:02: Also, es kann nicht darum gehen das Schreien wegzukriegen sondern wir müssen uns einmal fragen wieso schreist du mit deinem Kind?
00:17:11: Und wenn ich mir deine ganze Liste anschaue dann ist ja offensichtlich dass du einfach überfordert bist.
00:17:17: Das heißt was ist es für ein Schrei?
00:17:20: Es ist eine Hilfe Schrei und es kann niet darum gehen wie du das Schrei wegkriegst.
00:17:28: Sondern wir müssen unsere Fragen Was kannst du tun?
00:17:32: und vielleicht noch viel wichtiger?
00:17:33: Was kann ein Andere für dich tun, damit du nicht mehr schreien musst.
00:17:38: Das ist so ähnlich wie bei den Beisen.
00:17:44: Und ich erlebe das!
00:17:45: Es sind so viele Eltern, die so bemüht sind aber wir stecken alle in so einem Druck drinnen Und es kann jetzt nicht sein, dass das mit dieser schönen achtsamen Erziehung quasi da so noch obendrauf kommt und zusätzlich zugemacht.
00:18:03: Sondern wenn dann muss das ein Schlüssel sein um sein Leben überhaupt anzuschauen.
00:18:10: Achtsamkeit hast ja nur sich bewusst machen was gerade los ist und um das geht's.
00:18:16: Also es heißt wir müssen uns dafür öffnen unser ganzes Leben in den Blick zu nehmen bestmöglich zu machen und jetzt sind die Kinder auch noch da.
00:18:28: Und das macht man jetzt auch noch möglichst gut, sondern... Das ist vielleicht die Chance jetzt zu merken, hey!
00:18:34: Ich bin so wie mein Leben eigentlich gerade aufgesetzt ist, eigentlich völlig überfordert.
00:18:40: Wir müssen da was ändern.
00:18:43: Ich muss an meinem Setting etwas verändern.
00:18:47: Und ich bin ein bisschen auf Nadeln gesessen weil ich nicht wusste, wie es ihr damit geht und dann habe ich ja nochmal eine E-Mail geschrieben.
00:18:53: Nein, ich war es total dankbar dafür.
00:18:57: Und sie hat noch an dem Abend ein Gespräch, ein sehr intensives Gespräch mit ihrem Mann geführt um zu schauen was Sie verändern können wo Sie Entlastung herbringen und eine Putzfrau wollte sich auch noch schauen.
00:19:11: Hat sie Einer gesehen?
00:19:11: Also das waren nur paar Zeilen!
00:19:13: Ich war echt baff wie sie es wirklich also annehmen können und wie sie erste Schritte setzt um ihre Situation zu verändern.
00:19:23: Apropos achtsame Erziehung.
00:19:25: Achtsamkeit ist geradein, wenn ich das so sagen darf.
00:19:29: Wird aber leider oft missverstanden und zur Selbstoptimierung missbraucht.
00:19:34: Wir müssen an uns selber arbeiten, wobei der Mikrof-Arbeit schon gar nicht so gern mag.
00:19:39: Aber wir müssen auf uns selber hinschauen!
00:19:41: Und das ist auch etwas was ich immer wieder sage des Geniale an der Achtsammkeit, weil man sich richtig versteht es dass wir hier gar nichts tun müssen.
00:19:50: Wir müssen alle dann uns herum werkeln.
00:19:54: Wer hat das gesagt?
00:19:55: Fritz Pearls, klar.
00:19:56: wie war es also?
00:19:58: wenn wir glauben wir müssten uns verändern Dann rufen wir eine eine Gegenkraft auf die sich dagegen wehrt.
00:20:09: Wenn das stimmt dann geht's eigentlich darum nur immer wieder zu bemerken was welche Muster laufen.
00:20:16: ab jetzt ist es wieder so Und immer wieder, das ist die Geniale an der Achtsamkeit.
00:20:24: Immer wieder seine Muster zu bemerken sich bewusst zu machen und je öfter wir sozusagen um sie so ein bisschen spirituell zu beschreiben mit diesem Licht der Achtersamkeit da drauf leuchten, desto mehr können wir davon ausgehen dass sich die Dinge von selber verändern.
00:20:46: Satz, ich habe den für mich so komprimiert was so sein darf wie es ist kann sich verändern.
00:20:54: Es gibt einen ähnlichen Satz der lautet ein bisschen anders aber ich finde das noch mal prägnanter.
00:20:58: also was so seien darf wie's isst?
00:21:01: Es darf mir gerade schlecht gehen!
00:21:02: Ich darf gerade gestresst sein!
00:21:04: Ich durfte gerade Angst haben.
00:21:07: wenn es so sein dürfe und ich es zulassen kann erst dann kanns gehen.
00:21:15: Ein gutes Tool sozusagen für so eine Art achtsamen Umgang miteinander ist, beschreiben.
00:21:22: Beschreiben ist im Grunde eigentlich das wie John Kabatzin Achtsamkeit definiert wahrnehmen was gerade passiert während es passiert ohne zu urteilen.
00:21:35: Also wir versuchen möglichst unsere Interpretationen, unsere Urteile wegzulassen, loszulassend und nur zu beschreiben was gerade passiert.
00:21:45: Und das ist im Grunde nichts anderes als Achtsamkeit sich bewusst machen!
00:21:52: Der Nohe liegt da auf den Klötzen.
00:21:55: Du hast jetzt eine richtige Wut, stimmt's?
00:21:58: Wenn Kinder einen Wutanfall haben ja... Da brauche ich nicht mit ihnen irgendwas inhaltlich besprechen, brauchst du gar nicht mehr auseinandersetzen und in diese Frage einigen wer ist schuld?
00:22:13: Wer hat angefangen.
00:22:14: Sondern es geht darum diese Emotionen wahrzunehmen zu beschreiben und den Kindern damit sozusagen Worte dafür zu geben für Gefühle die sie vielleicht noch gar nicht so richtig benennen können je kleiner sie sind auch damit passiert ist.
00:22:34: Name it and you'll tame.
00:22:36: it heißt im Englischen so schön, also benenne es und dann zähmst du es auch, dann nimmst du ihnen die Macht.
00:22:46: wenn wir merken dass wir Angst haben können wir ganz anders damit umgehen.
00:22:49: das brauche ich dir als Psychologin nicht erklären.
00:22:53: aber das eine der wunderbaren Aspekte von beschreiben dass wir machen sonst bewusst Und alles was uns bewusst ist, mit dem können wir arbeiten.
00:23:02: Was uns nicht bewusst ist... Das steuert uns!
00:23:06: Das wirkt und das reitet uns aber wir können es nicht greifen weil man nicht wissen was es ist.
00:23:13: Aber sobald wir es uns bewusst machen und dazu dient dieses Beschreiben.
00:23:17: Beschreiben und sich einlassen.
00:23:21: Ich mache auch keine Achtsamkeitsübungen mit Kindern.
00:23:24: Die Kinder leben ja sowieso im Hier und Jetzt, das haben sie uns voraus.
00:23:30: Und Sie sind auch nicht so sehr im Kopf sondern Sie sind im ganzen Körper.
00:23:35: also wir brauchen viel mehr dieses wieder unseren Körper zu spüren was ein Riesenteil ist eine ganz Nachzumkeitsbewegung.
00:23:46: ich versuche eher auf ihre Bedürfnisse zu antworten und auch mit einzusteigen, Ami einzulassen.
00:23:55: Das ist vielleicht auch noch... Also wenn schon als Übung dann würde ich uns als Eltern- und Pädagoginnen empfehlen uns bei allem was wir zu tun haben im pädagogischen Settel genauso wie Zuhause uns manchmal für den Moment ganz einzulassen.
00:24:19: Kinder lieben es in der Schneeballschlacht mit uns zu gehen, ja?
00:24:23: Kinder liemen es mit uns zur Balken!
00:24:26: Kinder liegen es wenn wir einmal in eine Rollenspiel mit ihnen einsteigen.
00:24:32: also es gibt so viele Möglichkeiten uns ganz einzunlassen.
00:24:37: Wir glauben immer wir haben keine Zeit und die Kinder haben ständig das Gefühl Und was dann passiert ist, wir sind immer nur mit so einer viertelten Aufmerksamkeit bei ihnen.
00:24:51: Dann brauchen wir uns nicht wundern, dass sie nie genug kriegen wie viele sagen, mein Kind kriegt nie genug!
00:24:56: Das wird ständige Aufmerksamkeit von mir und ich kann mir vorstellen wenn wir ab und zu am Tag für ein paar Minuten ganz einlassen, ganz präsent sind.
00:25:09: das ist Achtsamkeit.
00:25:11: Dann haben die Kinder etwas davon weil wir dann auch unsere Sorgen und To-Do's einmal in den Hintergrund treten lassen können.
00:25:21: Und dann passiert Kontakt, und dann werden wir satt!
00:25:25: Weil Beziehung spürbar wird.
00:25:27: Beziehungen statt Erziehung – auch ein vielleicht gängiges Flaggwort, das Steve Halzer im Buch auf seine Art beleuchtet.
00:25:35: Wir könnten jetzt noch übers Handy sprechen oder über Bestrafen und Belohnen Beides übrigens nicht so zielführend, aber lesen Sie das gerne nach.
00:25:47: Zum Schluss muss ich hier auf Radioklassik Stefansdom den Theologens die Pfeizer natürlich noch eines fragen.
00:25:54: Es gibt dieses bekannte Zitat aus dem neuen Testament in dem Jesus sagt, werdet wie die Kinder?
00:26:01: Wie meint er das?
00:26:05: Vielleicht so... es gibt was Größeres!
00:26:11: Kinder sind eigentlich immer ohnmächtig.
00:26:14: Also als Kind zu leben ist es nicht so einfach, weil man ist völlig abhängig und wir Erwachsene je älter wir werden das größer wird die Illusion Wir sind mächtig Und wir vergessen dass unser Leben sehr zerbrechlich ist, sehr kostbar ist Und dass es was vieles, was größeres gibt und das wir eigentlich nur in dieser Verbindung wirklich gut leben können.
00:26:46: Wenn wir uns in diesem Netz des Großen Ganzen nennen wie es Gott, nennen wir es die Schöpfung... Es ist gar nicht so wichtig wie wir's nennen wenn wir uns da aufgehoben fühlen.
00:27:02: Das könnte ein wichtiger Aspekt sein von dem abgesehen von dem, dass der Kind im Hirn jetzt lebt sich nicht so viele Gedanken macht.
00:27:10: und also da gibt es noch viele andere Aspekte.
00:27:14: Jesus sagt das ja auch im Zusammenhang mit dem Rangstreit der Jünger, wo sie sich darüber unterhalten wer von ihnen der Größte ist ja und welchen Platz einnehmen wird in dem Reich dass sie immer eigentlich nur als vielleicht als politisches Reich und Jesus immer noch als politischen Messiers in dem Sinn, dass er die Römer rausschmeißt und eine neue politische Ordnung etabliert.
00:27:40: Also in diesem Kontext sagt Jesus das ja.
00:27:43: also dieser Wettkampf um die besten Plätze, um den meisten Einfluss.
00:27:49: Und da ist es gut auf das Kleine zu schauen und den Kindern auch zuzuschauen wie sie ihre Sachen machen Wenn Kinder vertieft sind Das ist völlig egal.
00:28:02: Also wenn man nicht... Was leider auch passiert, früh anfangen Sie quasi auf unsere Belohnungen.
00:28:09: Es sind ja nicht nur die Strafen, die eigentlich abzulehnen sind sondern Belohnung ist ja nur die Kehrseite davon.
00:28:17: Wenn Kinder vertieft sind dann machen sie ihre Sachen nicht um irgendjemandem zu gefallen oder um besser zu sein wie jemand anderer.
00:28:25: Sie machen sich einfach aus Freude und im Flow Und das ist die eigentliche Motivation, sein Leben zu leben.
00:28:39: Auch das ist sicher ein Aspekt, der vielleicht wichtig ist mit dem wieder wie ein Kind zu
00:28:44: werden.".
00:28:45: Etwas, dass Steve Halzer selbst – wie mir scheint – immer wieder gut gelingt.
00:28:51: Wenn Sie es genauer wissen wollen, dann empfehle ich Sein Buch Der Schatz im Kinderzimmer Wie der Alltag Mit Kindern in die Tiefe des eigenen Lebens führt erschienen im Tirolia-Verlag.
00:29:02: Einen Link dazu und natürlich auch zu Homepage, zu Veranstaltungen, Workshops mit Steve Heizer finden Sie auf unserer Website radio-klassik.at.
00:29:12: Dort können sie die Sendung nachhören.
00:29:15: anderen, die es interessieren könnten vielleicht weiterleiten.
00:29:19: Mein Name ist Veronica Bonelli und ich empfehle Ihnen Dazu passend eine Senderei im Juni, die ich gestalten darf mit dem Überthema Körper, Seele und Geist wie diese drei zusammenhängen und miteinander verbunden sind.
00:29:36: Infos dazu auch auf der Website www.sivisnesradio-classic.at.
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