Der Rosenkavalier in Graz

Shownotes

Regisseur Philipp M. Krenn spricht über seine Inszenierung.

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00:00:03:

00:00:12: Herzlich willkommen meine Damen und Herren, zu dieser Ausgabe unserer Senderei in Kooperation mit der Oper Graz.

00:00:18: Im Zentrum steht dieses Mal der Rosenkavalier von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal eine Erfolgsproduktion die derzeit an der Oper Gratz zu erleben ist.

00:00:31: Regie führt Philipp M. Krenn.

00:00:33: Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Chefdirigenten Vasiles Christopoulos, alternierend mit Marius Burghardt.

00:00:42: Zu Wort kommt in dieser Sendung Regisseur Philipp Encrenn, der nach Peter Elthwasch schlaflos in der Spielzeit XXIII-XIV nun wieder eine Arbeit an der Oper Graz abgeliefert hat.

00:00:58: Werden wir Sofia Winick kennenlernen, sie gibt alternierend mit Anna Brull den Octavian.

00:01:05: Ganz wichtig zu Beginn!

00:01:07: Wann können Sie das nächste Mal den Rosenkavel hier an der Uppergatze erleben?

00:01:12: Übermorgen am Mittwoch dem dritten Juni, dann am mittwoch den zehnten Juni – am Samstag den dreizehnten Juli, am Freitag den neunzehnten juni und zum letzten mal in dieser Spielzeit am freitag, den sechsundzwanzigsten Juni.

00:01:28: Nicht versäumen, kann ich nur sagen.

00:01:32: Fangen wir doch gleich musikalisch an mit den ersten drei Minuten aus diesem wunderbaren Werk.

00:01:39: Promierenmitschnitt Vasiles Christopoulos leitet die Grazer Philharmoniker.

00:04:47: Rosenkavalier Ander Opa Graz – Komöde für Musik in drei Aufzügen aus dem Jahr elevenhundert.

00:04:54: Richard Strauss in Zusammenarbeit mit Hugo von Hofmannsthal.

00:05:00: Ein Live-Mitschnitt von der Premiere am neunten Mai, Oper Graz, dirigiert von Vassilis Christopoulos.

00:05:07: Der meinte im Vorfeld...

00:05:15: Das spricht für die Qualität unseres Ensembles, dass der Studienleiter Günter Frumann seit Jahren so gut

00:05:38: pflegt.

00:05:39: Wir haben auch in der vergangenen Spielzeit zum Beispiel die Trojanne von Héctor Berlioz mit

00:05:46: nur einem

00:05:47: Gast besetzt und sonst ausschließlich aus dem Ensemble.

00:05:52: das ist natürlich eine Ehre für das Opernhaus.

00:05:58: Ziemliche Seltenheit weltweit,

00:06:03: glaube

00:06:03: ich.

00:06:04: Soweit, Dir.

00:06:05: Vasiles Christopoulos.

00:06:07: Schauen wir nun auf die Regie-Seite dieser Produktion!

00:06:11: Mein Gespräch mit dem Regisseur Philipp M. Krenn habe ich mit einer durchaus provokanten Frage begonnen – nämlich was er denn anders macht als etwa Regisseure Otto Schenk?

00:06:29: Das ist wirklich eine große Frage vor allem.

00:06:32: Also mich ehrt schon mal, dass mein Name im selben Atemzug für Otto Schenk erwähnt wird.

00:06:38: also das finde ich schonmal... Also Otto Schenke ist natürlich der kleine Ikone in Vernetzungen und im Schauspiel.

00:06:52: Man muss aber auch sagen, dass Otto Schänk in einer anderen Zeit inszeniert hat und gelebt hat Und was er damals als Schauspül um die Oper reingebracht hat war einfach damals ein komplettes Know-Wohn.

00:07:01: Wir sind da schon viel, viel weitergekommen.

00:07:03: Wir sind es heute mittlerweile

00:07:06: fast

00:07:07: gewohnt, sag ich mal, dass Sängerinnen auch Darstellerinnen sind und die manchen Stücken natürlich mehr sind an.

00:07:15: Und Rosencavalier gerade bei diesem unglaublich tollen Text der einfach so wahnsinnig fantastisch vertont wurde ist das ein Geschenk für mich als Regisseur Darin mich aufzuhalten, zu arbeiten.

00:07:30: Weil dieses Timing mich so fasziniert.

00:07:33: Also diese Vernetzungen und das ist alles von der Musik klein in welche Richtung es gehen soll.

00:07:40: Ich glaube was ich anders mache ist tatsächlich dass jeder Instiniose ein Kind seiner Zeit.

00:07:48: Das heißt wir lesen heute ganz anders zwischen den Zeilen als wenn man's früher gemacht hat.

00:07:54: Früher meine ich jetzt auch schon Autoschenkzeiten.

00:07:56: Da meine ich nicht nur, glaube ich, auch Jahrhundertwende-Zeiten wo man sagt da könnte das Stück ungefähr ein Sittel sein.

00:08:01: Ich glaube das mache ich anders.

00:08:02: Das was ich zwischen den Zeilen lese ist dann bisschen anders.

00:08:05: Aber wenn es mir gelingt wie Autoschenk einen Timing zu schaffen auf der Bühne Dann kann ich sehr stolz sein auf mich

00:08:12: Im Gespräch mit Regisseur Philipp Krenn Auf einer der Probebühnen der Oper Graz.

00:08:17: Unmittelbar hinter uns stand das Bett ohne dass ja eine Rosenkavalier-Inszenierung kaum auskommt.

00:08:27: Wie hat er sich denn gefühlt, wie war die Reaktion als ihm Intendant Ulrich Lenz den Rosenkvalier angeboten hat?

00:08:34: Toll!

00:08:35: Ich kann nur sagen einfach toll, also wie Ulich Lenz auf mich zugekommen ist und der sehr einfach ein starker Kenner ist auch was Stücke brauchen und welche Stücke zum Menschen passen.

00:08:49: Der hat so gesagt Du bist, du bist so ein musikalischer Regisseur und du kommst vom Schauspiel.

00:08:56: Ich glaube

00:08:57: das ist das Stück für dich ja auch wenn man oft so das Gefühl hat dieser Rosenkavalier ist so festgefahren weil es alles vorgegeben ist... ...ist aber nicht wirklich!

00:09:06: Also ich würde die Frage gerne nochmal beantworten zu was mache ich anders?

00:09:11: Zu Otto Schenk ich mach's noch beweglicher.

00:09:17: also das ganz große Ding dass wir machen werden ist vor allem dass ich das Gefühl habe, dieses Stück errinnt und fließt dahin in diesem dreiviertel Tag.

00:09:25: Also oft im Dreivierteltag!

00:09:27: Es... es... ...es fließst dorthin und so ein Raum wird.

00:09:30: die Zeit ist zwar passifall aber trotzdem dieses zeitmäßige Dieses... Das ist so... Man schwimmt zu durch und ist in den Klängen so drinnen.

00:09:40: Und

00:09:41: genau das hab' ich, das Gefühl is auch das was ich gerne mit dem Raum machen möchte.

00:09:45: Das heißt wovon wir uns komplett verabschiedet haben ist Die klassische Setzung zu sagen man hat den ersten Akt in einem Raum, dem zweiten Akt in einen Raum und der dritten Akt in ein Raum.

00:09:55: Und das gibt uns auf der Bühne die Möglichkeit viel mehr zwischen den Welten hin- und herzuwandern.

00:10:02: Was war Ihre Grundidee beim Konzept?

00:10:05: Was war

00:10:05: für Sie klar,

00:10:06: weil sie

00:10:07: nicht irgendwelche Anhaltspunkte oder wo sie immer gesagt haben wenn ich das mal machen kann, möchte ich unbedingt das oder dass unbedingt nicht.

00:10:14: Also zum eine muss ich sagen Ich bin kein Regisseur der Konzepte in der Schublade hat sondern Ich bekomme ein Stück und dann setze ich mich damit auseinander.

00:10:22: Also, ich habe mich tatsächlich nie mit Rosenkavalier so stark auseinandersetzt wie seitdem ich es angeboten bekommen habe.

00:10:28: Du!

00:10:29: Was mich so unglaublich interessiert im Rosenkavallee oder was mich auch so fasziniert ist das gerade der Hoffmannstalm mit dieser Idee einer Rosenübereichung etwas gesetzt hat wo... Ich komme selber aus Wien.

00:10:44: Ich bin in Wien aufgewachsen.

00:10:45: Wie ich bin Wiener.

00:10:48: Wo man von außen gesagt bekommt Ist das bei euch Tradition oder war das Tradition?

00:10:53: Nein, die haben es geschafft, etwas zu installieren, dass als Tradition daherkommt.

00:11:00: Und das finde ich unglaublich faszinierend!

00:11:03: Dass man so zusammensammelt aus verschiedensten auch Epochen, wie er zusammen gesammelt hat sei jetzt die Levé.

00:11:10: Dass man das als Thema hernimmt, dass aber einer Marschalinen gibt also keinen männlichen Herrscher Unglaublich viele Themen zusammengenommen aus verschiedenen Epochen, also auch in verschiedenen Zeiträumen und daraus ein eigenes Stück kreiert hat.

00:11:23: Und es kommt aber daher als müsste es so sein – das war's so in der Zeit!

00:11:28: Das ist es aber nicht und das finde ich schon mal faszinierend zum einen.

00:11:31: Zum Zweiten ist dass ich das Gefühl habe, viele Themen die da angesprochen sind werden in dem Stück Grundthemen, die sich bis heute nicht aufgelöst haben.

00:11:41: Auch wenn wir uns das gerne an die Fahnen heften... So heute in die Welt hinaus sehe und sehe, wie manche Einflussreiche Menschen durch die Welt gehen und sich auf offiziellen Paket bewegen.

00:11:56: Dann erinnert mich das sehr stark an gewisse Situationen, die es im Rosenkavalier gibt.

00:12:04: Das zeigt mir, dass dieses Stück so unglaublich zeitlos ist!

00:12:10: Wir sind schon einen guten Schritt weiter, aber wir sind bei Weitem noch nicht so weit, wie wir glauben... Umgang ist zwischen Männern in Führungs-, in Liederpositionen mit anderen Menschen um sich herum.

00:12:30: Und da möchte ich jetzt nicht nur sagen, nur Frauen – nein!

00:12:35: Mit den Menschen, dass dieser Mensch so nichts erzählt.

00:12:38: Das bewegen sicher Menschen auch heutzutage am Parkett noch durch die Welt und ich glaube komischerweise ohne den Namen auszusprechen fällt uns allen derselbe Mensch ein Wo man sagt, das gibt's nicht.

00:12:48: Ich dachte wir sind da längst drüber!

00:12:49: Wir sind da irgendwie weiter als Gesellschaft?

00:12:52: Sind wir aber nicht... Insofern funktioniert dieses Stück nach wie vor in unserer heutigen Zeit und das finde ich irrsinnig spannend.

00:13:00: Da baue ich weder was drauflegen, da baue wieder etwas zu überstülpen oder einen Was ja oft das Problem der Regie ist.

00:13:07: warum macht man denn das heute noch Ja?

00:13:10: Was machen Sie denn anders?

00:13:11: usw.

00:13:12: Das braucht man gar nichts weil es ist einfach so in unserer Zeit auch verhaftet Und das finde ich einfach spannend, anders zu denken oder neu zu denken.

00:13:18: Oder mit dem Weg den wir schon gegangen sind auch mit meinen singenden Menschen auf der Bühne anders zu danken und neu zu tanken zwischen Zeilen neu zu dicken.

00:13:28: Das ist eine unglaublich schöne Aufgabe gerade.

00:13:31: Schauen wir doch auf die Besetzungsliste, der wie Regisseur Philipp Krän so schön gesagt hat Singendemenschen dieser Produktion.

00:13:40: Als Marschalin kehrt die gefeierte ungerische Sopranistin Polina Pastirczak zurück an die Oper Graz, als Sophie das ehemalige Assemblmitglied Tetyana Mius.

00:13:51: An ihrer Seite Publikumsliebling Wilfried Zellinka als Ochs von Lerchenau.

00:13:57: Übrigens, Wilfred Zellinker wurde mit dem Karelböhm Interpretationspreis des Landes Steiermark ausgezeichnet und zählt seit vielen Jahren zu den prägenden Künstlerpersönlichkeiten der Oper GraZ.

00:14:10: Den Octavien singen alternierend Anna Brull und Sophia Winnig.

00:14:14: Sophia werden wir in dieser Sendung noch hören!

00:14:18: Herr von Farninal, Ivan Orescanin beziehungsweise Markus Butter, Corinna Kolla die Leitmetzerin, Nera Mujic als Anina Und den Sänger geben alternierenden Yuri Jobrano und Mario Lerchenberger.

00:14:36: Wie schaut es mit seinem Produktionsteam aus?

00:14:39: Frage an den Regisseur Philipp M. Krenn

00:14:42: Der Momin Hinrichs, der macht Bühne.

00:14:44: Das ist ein toller Bühnenbildner mit dem ich schon ein paar Sachen gemacht habe und mit denen auch noch vieles weitermachen werde, der ein unglaublich tolles visuelles Auge hat und gerne sich in Welten rein denkt – das macht es zuerst nicht toll!

00:15:00: Ich misse es einfach sehr wichtig, weil ich die Welt gern gemeinsam und das Konzept gerne gemeinsam erbauen, in welche Richtung gehen wir.

00:15:06: Ich könnte überhaupt damit umgehen dass mir jemand eine Bühne auf die Bühnen stellt oder einfach etwas auf die bühne stellt und darin müsste ich mich bewegen.

00:15:11: Das kann ich gar nicht.

00:15:13: Weiteres an der Seite habe ich Eva Desika Eine unglaublich erfahrene Kostümbildnerin Die schon länger Theater macht als...ich weiß es nicht.

00:15:24: Ja, bei mir stimmt es sich ganz weiter.

00:15:25: Dadurch dass ich als Sänger knappe schon als Kind auf der Bühne gestanden bin habe ich auch eine ähnlich lange Bühnenerfahrung aber sie macht länger Kostüme als ich im Job bin so nach dem Motor.

00:15:33: Eine unglaublich erfahrene Person die alle Theaterhäuser dieser Welt glaube ich schon bespielt hat.

00:15:38: und dann haben wir noch an der Seite das Team von Two Frames Das ist Thomas Achitz und Sarah Kreuz Die gemeinsam Videos machen.

00:15:49: Genau, die waren auch in Schlafluss, die hab' ich quasi daher geholt nach Graz Und deswegen haben Sie jetzt auch den Wotscack mitgearbeitet.

00:15:55: Den habe ich auch schon viel gemeinsam gemacht, ein paar Seffel habe ich mit ihm gemeinsam gemacht und schlaflos eben an der Obergrat.

00:16:00: Habe ich mit Thomas Achitz schon gemeinsam gemacht.

00:16:02: Er ist ein junger Videodesigner, der einfach toll auf den Welten eintaucht und Konzepte gemeinsam denkt.

00:16:10: Was ist Ihr ästhetisches Konzept

00:16:12: jetzt bei diesem Riesenkabel?

00:16:14: Also unsere Idee ist tatsächlich dass wir einen Rosenkabel in unserer Zeit spielen weil es einfach noch immer so so unglaublich aktuelle ist, man glaubt das nicht.

00:16:23: Und ich glaube... Das finde ich einfach wichtig auch zu sehen und zu zeigen.

00:16:29: Vor allem ich glaube dann kann man auch in ein Stück wirklich eindringen wenn es mich betrifft oder uns betrifgt, wenn es uns als Gesellschaft betrifbt und nicht auf ein musiales Bild sieht ja?

00:16:41: Ich habe schon klar gemacht wie viel Respekt ich vor Autoschenk habe aber das war nochmal eine andere Zeit.

00:16:48: da war vor allem Rosenkavelier, er hat etwas geprägt.

00:16:51: Rosenkavelli muss schön sein.

00:16:53: Das sind aber ganz viele Themen die gar nicht schön behandelt werden.

00:16:57: Die sind irrsinnig tiefgründig und man dann im Arschstall ihn denkt, die einfach ihr Vergangenheit aufarbeitet.

00:17:04: Merkt das sie... dass die Zeit so unglaublich schnell vergeht.

00:17:09: Wenn ein Wimpern schlagman sich zurück und man weiß gar nichts mehr.

00:17:14: also es geht uns ja allen so!

00:17:17: Ich wäre mir davor zu sagen, das ist ein weibliches Thema und deswegen ist es die Marschallie.

00:17:21: Nein!

00:17:21: Das geht mir ganz genau so.

00:17:24: Jetzt bin ich in der Hälfte meines Lebens angekommen und plötzlich hält man es so inne... Und schaut zurück, welche Träume hatte ich?

00:17:36: Wo bin ich tatsächlich hingekommen?

00:17:37: Was hat das aus mir

00:17:38: gemacht?!

00:17:39: Was hat denn die Person, die ich damals als junger Mensch war ... Und die Person, die ich jetzt bin und später vielleicht auch mal sein werde – die alte Riesel.

00:17:47: Was haben denn die miteinander zu tun?

00:17:49: Vor allem in der Gesellschaft, in der sie aufgewachsen ist und sich bewegt.

00:17:56: Das finde ich unglaublich spannende Themen!

00:17:58: Vor allem wenn man dann in dieser Dreierkonstellation von Mascherlin, ihrem jungen Liebhaber den Octavien und dann der vermeintlichen Braut die der Ochs sicher außerwählt hat.

00:18:10: Der Sophie, wenn man in diesen drei- vier ex Verhältnis plötzlich drinnen ist... Die Marshallin erkennt sich ja in der Sophie wieder!

00:18:20: Das isst ja nicht irgendein Mädchen sondern das ist das was ihr passiert ist als Kind.

00:18:29: Sie wurde auch einfach verheiratet.

00:18:32: Die wurde da auch nicht viel gefragt wen sie heiraten soll und dann hats halt den damals Marshall oder einen jungen Militärmenschen geheiratet, der dann noch gut Karriere gemacht hat und jetzt Feldmarschall ist.

00:18:48: Dieses Draufschauen auf sein junges Ich-In-Wahrheit, das interessiert mich an diesem Stück enorm!

00:18:55: Die Sophie und die Marschallin haben viel mehr miteinander zu tun als es jetzt mal auf den ersten Blick glaube ich klar wird.

00:19:01: Und was machen Sie mit dem Ochs?

00:19:06: Na ja, Poultern – das ist ja so eine Geschichte auch.

00:19:09: Unangenehmes Benehmen oder sich auf offiziellen Paket unangenehm benehmen, hat er nicht nur mit Poltern zu tun.

00:19:15: Das läuft ja oft auch auf einer Ebene ab die eigentlich charmant und grad deswegen so unangenem ist, wo man dann leicht in etwas reinkommt wie, weil er nur das Kompliment gemeint.

00:19:29: Weil er nur höflich... Was ist denn für Kaprizensschädel?

00:19:37: Wo es uns sofort umgedreht wird!

00:19:39: Und das finde ich aus unserer heutigen Sicht doch schon sehr spannend.

00:19:43: Also wir sind da nicht drüber, wir sind dann nicht hinweg und ich finde, da müssen wir einfach immer wieder hinschauen.

00:19:48: Und... Wir als Gesellschaft müssen dahin schauen!

00:19:52: Fordert uns Regisseur Philipp M. Krenn auf der Rosenkavalier Anna-Oper Graz am dritten, zehnten, dreizehnten neunzehnten und sechsundzwanzigsten Juni zu erleben.

00:20:08: Beginnt seit Fast immer um achtzehn Uhr, außer am Freitag den neunzehnten Juni schon um siebzehn uhr dreißig.

00:20:15: Ich glaube in den Rosenkavelären Graz von uns muss man deswegen sehen weil wir tatsächlich nochmal ganz genau hinschauen diesen Rosenkavalier.

00:20:24: Es ist eine unglaublich spannende Geschichte die ich aus Regisseur auch erzählen werde und kann mit einem enormen Tiefgang Und das ist das Spannende mit einer Musik, die sowieso berauschend ist.

00:20:43: Also für die Bibliomusik brauchen wir gar nicht reden!

00:20:44: Die Musik ist einfach... Das ist eine der Opern, das ist eine Der Top-Opern, dass es eine der schönsten Musiken, die man überhaupt erfahren kann und wir haben einfach ein unglaublich tolles Ensemble.

00:20:57: Das ist ja fast ausstich vom Ensemble besetzt.

00:21:00: Es sind nur rollende Büs, ausschließlich inklusive mir.

00:21:08: Tolle Sache, wir denken jetzt gemeinsam dieses Stück.

00:21:11: Und ich glaube diesen Rausch dieser Wiener Musik mitzubekommen – mit diesem Rausch der Geschichte, die da vorangetrieben wird!

00:21:18: Ich glaube sie darf man sich echt nicht entgehen lassen auf unserer Drehscheibe, die wird zum Glühn gebracht.

00:21:22: Soweit das Gespräch mit Regisseur Philipp M.

00:21:26: Krenn.

00:21:27: Sophia Winig singt alternieren mit Anna Brull die Rolle des Octavian.

00:21:32: Sophia erleben Sie am zehnten, dreizehnten und neunzehnten Juni Auf der Bühne, der Oper Graz.

00:21:39: Ja ich bin Sophia Winnig, komme ursprünglich aus München war aber lange in Wien und bin seit der letzten Spielzeit zusammen mit Gliedrunner Oper GraZ.

00:21:53: vorher war ich an der Volksoper im Osrambel zwei Jahre und davor am Theater in der Wien wo ich auch mit unserem tollen Regisseur Philipp Krennen arbeiten durfte.

00:22:04: Auch für Redis Glück haben wir damals gemacht, vor fünf Jahren war

00:22:08: das.

00:22:09: Sängerin und Regisseur kennen einander also immer von Vorteil.

00:22:14: Sophia Winnig macht mit dem Octavian ihre erste Straussrolle.

00:22:19: War es eine Traumohle?

00:22:21: Wie war denn das Gefühl beim Einstudieren?

00:22:24: Wahnsinnig aufregend!

00:22:26: In der ersten Probe konnte ich gar nicht glauben dass Diese Partie wirklich singen darf.

00:22:32: ich mit so tollen Leuten.

00:22:33: So einem tollen Ensemble hier in Graz und ich glaube, ich kann es immer noch nicht ganz glauben weil das ist so eine tolle Partie und erfordert natürlich viel Arbeit aber das macht mich schon sehr

00:22:48: glücklich.

00:22:49: Denkt sie manchmal daran welche großartigen Sängerinnen bereits den Octavien gesungen haben?

00:22:55: Ja gute Frage darüber habe ich mir gar nicht so Gedanken gemacht.

00:23:00: Ich meine, alle Rollen wurden schon von tollen Leuten irgendwie gesungen.

00:23:04: Und ich sehe das eher als Inspiration und nicht dass sich das jetzt reproduzieren muss.

00:23:10: Es ist eher etwas wo ich einfach sehr glücklich bin, dass ich das machen darf und neu erfinden darf vielleicht.

00:23:26: Ja also es war wahnsinnig schwer ganz zu beginnen wenn man damit beginnt Aber das ist eine Rolle, die ich wirklich früh begonnen habe und mittlerweile fühlt sich es einfach wahnsinnig gut an.

00:23:38: Also es ist total bequem und es wird dann spannend natürlich mit der ganzen Szene, mit der ganze Bewegung, mit dem Orchester dass das am Ende dann zusammen kommt und es ist natürlich wahnsinn nicht lang!

00:23:56: Ich glaube es ist vielleicht die längste Partie für Mirze-Supran wenn ich mich nicht irre.

00:24:01: Das wird natürlich spannend, das Ganze am Stück dann wirklich zu singen und zu spielen.

00:24:06: Und da durchzuhalten bin ich gespannt wie es dann läuft.

00:24:10: Wie erlangt man diese Kondition die erforderlich ist für diese große Partie?

00:24:15: Man hat ja schon viel Zeit und das kommt dann mit den Proben eben... Natürlich wäre es nicht schlecht nebenbei irgendwie Sport zu machen und fit zu bleiben aber das kommt eigentlich im Laufe der Proben, da kommt die Kondi

00:24:31: Eigentlich unvermeidbar das Thema, wenn mir eine Mesosopranistin gegenüber sitzt.

00:24:36: Hosenrolle?

00:24:37: Diese Frage wird ganz oft gestellt.

00:24:40: ich habe irgendwie noch immer keine passende Antwort dazu gefunden.

00:24:45: Ich finde es super weil man heutzutage total weggehen kann von Geschlechtern und dass gar keine Rolle mehr spielt.

00:24:55: Ich hab das Gefühl

00:24:56: Hosenrollen sind immer sehr starke Figuren mit einer starken Präsenz.

00:25:00: und wenn man einen Mann spielt, was heißt das eigentlich?

00:25:07: Also bei uns ist es ja nicht ein Mann.

00:25:10: Vielleicht auch keine Frau, das ist nicht festgelegt.

00:25:13: Das war damals Biofemit Philipp auch so.

00:25:19: Und da spielt eigentlich keine Rolle.

00:25:22: Ich glaube es ist eine Energiesache, eine Präsentsache aber es ist egal welches Geschlecht Das jetzt ist.

00:25:29: Wobei natürlich muss man schon genau hinschauen in bestimmten Szenen, wie man das jetzt richtig spielt.

00:25:37: Das heißt Sie ändern auch nichts an Ihrem Gang?

00:25:38: Manchmal würde ich das Gefühl, dass Frauen mitnehmen.

00:25:42: Doch doch, das schon!

00:25:44: Ich habe das Gefühl ich gehe schon anders.

00:25:45: Ich glaube wenn man flache Schuhe hat und eine Hose anhört geht man automatisch anders.

00:25:51: Doch dann geht

00:25:53: es schon

00:25:56: anders.".

00:25:59: Abwechselnd mit Anna Brull in der Rosenkavalier-Inszenierung.

00:26:03: Ja, so Octavien ist meine absolute Traumrolle wie für viele Mezzos.

00:26:08: Es hat eine Fülle und so eine Kraft, so eine Dramatik.

00:26:15: Ich bin sehr dankbar, dass ich das in dieser fantastischen Produktion singen darf.

00:26:21: In dieser Spielzeit ... habe ich Itamante in Idomineo gespielt, das war auch eine Hosenrolle.

00:26:28: War auch nicht so festgelegt.

00:26:30: und dann was ganz anderes Diana Dream in Bernstein's On The Town.

00:26:37: Das hat auch sehr Spaß gemacht!

00:26:39: Und letzte Spielzeit habe ich Cosi, Cosifan Tute, Dora Bella gemacht und Hermia in Midsummer Night's Dream.

00:26:48: Genau, das waren die Highlights.

00:26:50: Ich finde es ist ein wahnsinnig tolles Level musikalisch und die Künstlerinnen, RegisseurInnen, die eingeladen werden sind wirklich top.

00:27:00: Es ist ein super angenehmes Arbeiten tolles Kollektiv.

00:27:05: es ist nicht so groß es auch nicht so in Haus wenn man jeden Tag spielen muss wie es in vielen Häusern der Fall ist.

00:27:12: das heißt die Qualität leidet da nicht darunter und man kann richtig tief reingehen.

00:27:20: Das macht mir hier wahnsinnig viel Spaß und man ist auch nicht so abgelenkt von vielen Reizen in Graz, weil es einfach sehr überschaubar ist.

00:27:28: Man kann ein Stadtpark bisschen spazieren und sich dann sehr auf die Arbeit fokussieren und ein bisschen

00:27:35: runterkommen.".

00:27:36: Sophia Winnig fühlt sich wohl in der Stadt Graz und am Opernhaus Graz.

00:27:43: Sprechen wir noch ein bisschen über diese... Rolle mehr als nur eine Rolle der Oktavian im Rosenkavalier von Richard Strauss und Hugo von Hofmanns Tal.

00:27:55: Mittlerweile eine Traumrolle, wie wir erfahren haben – von Sophia Winig?

00:28:00: Es war ein Weg bis dorthin!

00:28:02: Jetzt wo ich singe und wo ich damit angefangen habe mich damit zu beschäftigen ist es eine Traumerolle geworden und ich glaube alle anderen Rollen danach zu singen wird ganz komisch sein oder zu spielen weil das so unglaubliche Musik und auch Oper mit so einer Intensität und Kraft.

00:28:27: Und alles andere danach könnte schwierig werden, das habe ich von einem Kollegen gehört die Octavien gesungen hat dass danach irgendwie die anderen Partien nicht mehr ihr so viel gegeben haben wie der Octavian.

00:28:43: Ich glaube, das ist so eine wahnsinnige Rolle auch körperlich, emotional, musikalisch von der Ausdauer her.

00:28:53: Es gibt ein paar Momente die sind wirklich zeitlos und wie von einer anderen Welt.

00:28:59: Das finde ich an dem Rosenkavalier so fantastisch!

00:29:03: Und es ist einfach verrückt, also ein verrücktes Stück... Was ist verrückt?

00:29:12: Es gibt völlig verrückte Osama und Scenen mit diesen ganzen Menschen, die dann auf der Bühne sind.

00:29:17: Und dann Momente wie Duette und das derzeit am Ende wo die Zeit völlig stehen bleibt.

00:29:26: Die wir wirklich von einer anderen Welt

00:29:30: irgendwie sind.

00:29:31: Ende erster Akt mit den Marschernen dieser

00:29:35: Abschied,

00:29:35: das berührt mich immer sehr.

00:29:37: Es ist irgendwie sehr menschlich geschrieben.

00:29:39: Man kann sich da auch hineinversetzen.

00:29:43: und natürlich, dass der Zett am Ende die beiden Duette mit Sophie ganz schwer sich dazu entscheiden.

00:29:54: Sie müssen keine Lieblingsstelle auswählen.

00:29:56: hören sie sich am besten den ganzen Rosenkavalier an Ander Opa Graz noch zu erleben im Juni am dritten, zehnten, dreizehnten neunzehnten und sechsundzwanzigsten Juni.

00:30:08: Danke fürs Zuhören, sagt Marion

00:30:18: Eige.

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