Perspektiven: Die Bibel und die Frauen mit Irmtraud Fischer
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00:00:00: Es ist nicht so, dass wir nicht auf den Schultern von Frauen stehen würden.
00:00:05: Zwar durch die Jahrhunderte oder wir können fast sagen durch die Jahrtausende hindurch.
00:00:10: Da sie ist Irmdraud Fischer und wir sprechen über die Bibel – und somit auch über Kirche!
00:00:16: Irmdrottfischer isst Bibelwissenschaftlerin und hat sich zeitlebens dafür stark gemacht, die Stimmen der Frauen, die männlich geprägten Kirchen- und Wissenschaftskontext oft untergehen, höher und sichtbar zu machen.
00:00:29: Diese Frauen wurden vergessen gemacht.
00:00:33: Das ist in den Archiven verschwunden, diese Genealogie von Frauen die immer noch nicht intakt ist.
00:00:39: In dem Moment wo Männer wieder bestimmen was wichtig und was nicht wichtig ist werden diese Auslegungen immer wieder fallen gelassen und Frauen müssen wieder von vorne anfangen.
00:00:48: aber es muss uns klar sein dass wir nicht die Ersten sind.
00:00:51: Frauen kommen in der Bibel vor.
00:00:53: das ist nichts Neues Aber viele bedeutende Frauen und ihre Geschichten wurden und werden nach wie vor weniger erzählt, als die ihrer männlichen Prophetenkollegen zum Beispiel.
00:01:06: Ihren Aufgaben und Verantwortung wurde oft weniger Gewicht gegeben – und vieles auch einfach falsch übersetzt!
00:01:13: Wir werden dazu Beispiele hören... Hier im Drottfischer selbst hat sich als erste Frau in der Universität Grazin Theologie habilitiert.
00:01:23: Von sieben und neunzig bis zwei tausend vier hatte sie in Baum den Lehrstuhl für Altes Testament- und Frauenforschung inne.
00:01:31: Zuletzt war sie Professorin am Institut für Alttestamentliche Bibelwissenschafting Graz.
00:01:37: In diesem Jahr gehen zwanzig Jahre Arbeit an einem ganz besonderen Forschungsprojekt zu Ende, die Bibel und die Frauen.
00:01:44: Die Bibel & die Frauen ist ein Projekt eigentlich der ESWTR, der Europäischen Gesellschaft für Theologische Forschung von Frauen Und da war ich damals Anfang des Jahrtausends Präsidentin und habe dann mit der kommenden Präsidentin Adriana Valerio versucht auch ein Projekt zu entwerfen, wo möglichst viele Frauen zusammenkommen und miterbeiten können.
00:02:10: Es ist zwar ein Netzwerkprojekt auch – und zwar auch deswegen weil wir gesehen haben alle Lesenamerikanerinnen Aber in Europa selber ist der Norden Welt für sich und die romanischen Ländern auch.
00:02:25: Nachdem diese Gesellschaft ja von ganz Europa letzten Endes Mitglieder hatte und eben dadurch, dass die Präsidentschaft im Süden war dann auch klar war das mehr vom Süden dort teilnehmen werden.
00:02:37: Haben wir ihm ein Projekt dann auch gesucht wo wir möglichst viele einbinden können.
00:02:43: Und wir haben dann ein rezeptionsgeschichtliches Projekt.
00:02:47: Sie ist Historikerin also von daher ist es die Geschichte und ich bin Bibelikerin.
00:02:54: Wir machen eine Rezeptionsgeschichte, Bibel und die Frauen.
00:02:58: Und das hat ein mehrfachen Aspekt.
00:03:01: Einerseits gehen wir der Rezeption also der Geschichte, der Auslegung von biblischen Frauentexten oder Frauenfiguren nach und auf der anderen Seite möchten wir erforschen wie Frauen die Bibel gelesen haben.
00:03:19: Und das Dritte ist natürlich, es geht um genderrelevante Texte.
00:03:22: Also sei das jetzt rein und unrein zum Beispiel diese kultischen Zugänge nicht oder natürlich auch die Ämterfrage ist so ein genderrelevantes Thema nicht?
00:03:33: Diese drei großen Themenbereiche wollten wir bestücken und wir haben dann bald entworfen dass es eben einundzwanzig Bände sind wenn wir wirklich die grossen Epochen der Bibelrezeption bedienen wollen.
00:03:48: Und es war klar, das waren wir am Anfang Heismestritten.
00:03:52: Dass es nicht nur in Englisch rauskommen sollte.
00:03:56: Heute können Sie jeden Text in die KI hineingeben und der übersetzt den dann zumindest irgendetwas, aber damals war das einfach nicht möglich.
00:04:04: Und von daher war klar, wenn wir wirklich diese Barriere zwischen dem Norden und dem Süden einreißen wollen, dann müssen wir in mehreren Sprachen publizieren.
00:04:15: Wir haben uns dann entschlossen eben in Deutsch – das ist klar!
00:04:19: In Englisch muss man fast.
00:04:21: Und in Spanisch und Italienisch zu publiziere.
00:04:25: und haben dann auch Verlagshäuser gesucht, nachdem ich wirklich sagen muss, Kohlhammer ist mein Leib-und-Lebenverlag gewesen.
00:04:35: Kohl Hammer hat das gleich aufgenommen und hat dann auch dieses Enzyklopedie vorgesetzt – nicht weil es eine Enzyklobedie ist sondern weil es die Gesamtheit anzeigen soll, dass wir also eine gesamte Rezeptionsgeschichte
00:04:49: schreiben.".
00:04:49: Und diese ist nun nach zwanzig Jahren in deutscher Sprache abgeschlossen worden?
00:04:54: Ein Lebenswerk!
00:04:55: Ich habe auch andere Bücher geschrieben, nicht?
00:04:57: Also das ist schon klar.
00:04:58: Und mein Lebenswerk ist hoffentlich breiter als das aber es ist schon dadurch dass ich ja die Administration von Graz aus gemacht habe und viele Gelder eingeworben haben.
00:05:09: Das ist ein Drittmittelprojekt auf der Universität Graz noch immer.
00:05:15: Es würde ich schon sagen, dass er sein Lebenswerk isst.
00:05:17: Ja!
00:05:19: Was daran war Ihrem Trottfischer und ihren Kolleginnen so wichtig?
00:05:22: Warum?
00:05:23: sollten, mussten diese Inhalte in die Öffentlichkeit kommen.
00:05:27: Es gibt keine Rezeptionsgeschichte, die darauf Wert legt also auf die schlechte Frage wertlegt und in den meisten Fällen ist es einfach so dass man annimmt automatisch annimmt das die Bibel vor allem durch Männer ausgelegt wurde was ja die längste Zeit auch der Fall war aber nie wirklich ausschließlich der fall war.
00:05:48: Das Zweite ist, dass ein Ausschnitt eigentlich gemacht wird.
00:05:54: biblische Frauen sind im Normalfall nicht von Interesse.
00:05:57: Es ist Abraham, es ist Jakob...es sind die großen Männer und von daher Männer legen die großen Männer aus!
00:06:05: Und dem einmal konnte zugeben dass das schlicht und einfach eine Geschlichtsklitterung ist.
00:06:10: Das stimmt nicht.
00:06:11: was da als die Tradition ausgegeben wird.
00:06:15: Frauen haben immer die Bibel gelesen.
00:06:17: sie waren wohl auch bei der Verfassung biblischer Texte beteiligt.
00:06:23: biblische Texte haben, die davon reden, dass Frauen erstens einmal schreiben können und zweitens natürlich auch Texte verfassen.
00:06:30: Denken Sie an die großen Lieder der Miriann, der Deborah, Judith oder auch Marines also nicht?
00:06:37: Das sind die Texte, die Frauen in den Mund gelegt werden.
00:06:41: das würde man nicht tun wenn es nicht die Möglichkeit der Abfassung von Texten durch Frauen gegeben hätte
00:06:48: Dass Frauen es in männlich geprägten Gesellschaften schwerer haben hat, ihrem Drottfischer auch am eigenen Leiberfahren.
00:06:55: Also wenn man die erste ist da muss man eine Decke durchbrechen.
00:06:58: das ist einfach so.
00:07:00: Ich kann mich noch erinnern bei einem Kongress Das war der erste internationale Kongress auf den ich war im Löwen und Da hat mich dann ein Frankfurt Jesuit mit dem Sehr freundet war dann Schluss, also überhaupt keine Frage.
00:07:13: Der hat dann gesagt was hat eigentlich Marburg mit ihnen vor?
00:07:16: Sie haben ja ohne dies keine Leich Chance auf einen Lehrstuhl.
00:07:18: Also wozu habilitieren?
00:07:20: auf Deutsch gesagt?
00:07:20: Mein Marburg war damals mein Lehrer der das zugelassen hat einfach.
00:07:24: Ich habe dann darauf geantwortet.
00:07:26: ich möchte Ihnen die Ausrede ersparen dass es keine habilitierten Frauen gibt Einfach mal.
00:07:34: Es war klar, das wird schwierig aber es ist dann eigentlich.
00:07:38: ich habe nach drei Jahren, vier Jahre noch da hab ich ihn auf der Publikation, drei Jahre also nach der Publikation habe ich einen Leerstuhl gehabt und zwar nicht nur eben zur Leerstühlvertretung sondern tatsächlich einen ZV-Leerstuhler in Bonn und von daher war es eigentlich kann man sagen von den äußeren Dingen jetzt nicht unbedingt schwierig oder schwieriger als für Männer, kann man sagen.
00:08:05: Aber die Umstände, die einfach da sind – die kirchliche Akzeptanz und Ähnliches – das ist schon eine ganz andere Sache gewesen.
00:08:16: Ich habe jetzt einmal im Rückblick auf meine Karriere zu schauen geschrieben Damals hätte es vielleicht noch genützt, mit der Betonung auch vielleicht.
00:08:29: Ich behaupte nicht dass das wirklich so gewesen wäre.
00:08:32: Wenn man uns feministische Theologinnen die alle gutwillig waren wir waren keine wild gewordenen Feministinnen sondern wir wollten eigentlich was ändern und nicht drauf hauen.
00:08:44: aber wir sind eigentlich nicht akzeptiert geworden.
00:08:47: Man hatte Angst vor uns nur weil wir die Texte mal anders lesen.
00:08:51: heute ist das denke ich nicht mehr das Problem.
00:08:55: Also es ist auch von Kollegen weitgehend akzeptiert, dass das notwendig ist.
00:09:01: da kann ich eine schöne Episode erzählen.
00:09:03: der alte damals alte Otto Kaiser also der war damals siebzig als er im Redier ist und ich kam nach Marburg zu einer Lehrstuhlvertretung und der hat dann die Habil gelesen weil er das interessiert hat war natürlich überhaupt für ein feministischer Theologie überhaupt nicht überzeugt.
00:09:20: Und der hat dann gesagt, wenn das feministische Theologie ist, dann brauchen wir es.
00:09:25: Das haben wir nicht gesehen und hat meine Herr Bill in seine Reihe aufgenommen – die BZAW war damals von Rhein.
00:09:34: Da sieht man schon, dass auch Männer, die offen waren, kapiert haben, dass es so eigentlich nicht weitergehen kann.
00:09:42: Das würde ich sagen heute nicht mehr überall zu finden!
00:09:47: Also das Thema ist nicht vom Tisch.
00:09:50: Trotz aller Herausforderungen und etwaigen Schwierigkeiten, ihr am Drottfischer hat ihre Leidenschaft für Theologie und die Bibel nie verloren!
00:10:00: Ihr rat an junge Theologinnen?
00:10:02: Ich würde sagen, Theologie ist ein wirklich interessantes Studium weil man eben in so viele Aspekte eingeführt wird.
00:10:10: Man hat Rechtswissenschaft, man hat Philosophie, man haben Philologie, man habe Geschichte und Ethik.
00:10:17: Also das sind so viele aspekte.
00:10:20: langweilig wird einem dabei nicht also wenn man vielleicht nicht gerade nur die Vorlesungen hört sondern auch Bücher dazu liest oder Publikationen dazu liess nicht.
00:10:28: Das Studium ist ein wirklich interessantes Studium Denn bis hat zur Habilitation, dann soll man das auch tun.
00:10:39: Und ich denke, da wird man auch etwas finden, dass einem adäquat ist.
00:10:47: Es ist ein Durchkämpfen.
00:10:48: Das ist aber bei jeder Habilitation so weil es einfach lange dauert und man kann nie sicher sagen ob's dann tatsächlich in einem Lehrstuhl endet.
00:10:55: Aber trotzdem Es sind intakte Ansprüche, die die Frauen haben müssen.
00:11:01: Und nicht eben mit dem niedrigsten zufrieden sein sondern Männer steigen sofort zum höchsten auf.
00:11:07: aber Frauen sind dann immer mit der nächsten Stufe zufriedeng und ich weiß das von mir selber.
00:11:12: Ich habe auch immer gesagt ja die nächste Stufe möchte ich erreichen oder die nächste Stufe Aber ich denke man muss intakte Ansprüche haben.
00:11:21: Das würde ich den Jungen wirklich raten.
00:12:50: Oh
00:13:34: Sapienza, oh Weisheit!
00:13:37: Wir hören das Vokal-Ansorbel Luminosa.
00:13:41: Die Weiszeit begegnet uns im alten Testament als weibliche Gestalt.
00:13:45: von Frau Weisheid ist da die Rede.
00:13:48: Ebenso ist übrigens auch der sebräische Wort für Geist Ruach ein weibliches Wort.
00:13:55: Im Deutschen der heilige Geist.
00:13:59: Bei uns zu Gast ist heute die Bibelwissenschaftlerin Irmthrot Fischer, mit ihr sprechen wir heute über die Frauen in der Bibel und über nach wie vor wenig bekannte Frauen, die die Bibels schon früh auch ausgelegt haben.
00:14:13: Wie kommt es das Frauengefühlt?
00:14:15: weniger vorkommen oder dass ihre Auslegungen weniger berücksichtigt werden?
00:14:20: Auf der einen Seite sind patriarchale Kulturen schlicht auf Männer konzentriert.
00:14:24: Noch dazu, wo es ja die patriarchalen Kultur des alten Orients ist eine Kultur, wo einfach der Erstgeborene vor allem zählt, also der freie Mensch – von Sklaven reden wir überhaupt nicht, von unfreien nicht!
00:14:38: Also das Sagen hat den ältesten Freiemann in diese Position kommt eine Frau gar nicht weil sie mir von dem ältesten Erstgeborenen weitergeht.
00:14:48: Und das Zweite ist natürlich, wir haben auch dann eine selektive Auslegung.
00:14:55: Welche Texte werden gelesen?
00:14:56: Das haben wir ja bis heute in den liturgischen Texten.
00:15:00: Welchen Texte wird ausgewählt?
00:15:02: Welche werden für relevant erachtet?
00:15:05: Was ist spirituell für die Leute, die so etwas auswählen?
00:15:09: Relevant!
00:15:10: Wenn es immer nur Männertexte sind... aber in den Kirchen die Frauen sitzen.
00:15:14: Also das muss uns schon zu Denken geben, nicht?
00:15:17: Was passiert da?
00:15:18: Diese selektive Auswahl, die das was ohne dies viel weniger in der Bibel drinnen ist weil es eine patriarchale Gesellschaft ist wird viel weniger über Frauen erzählt als für über Männer und dann wird das noch einmal eingeführt könnte man sagen durch den Drichter der Auslegung unter sogenannten Bildung der Tradition geführt.
00:15:38: Und da etwa mal zu fragen tatsächlich historisch.
00:15:43: Das war auch ein Anliegen dieser Reihe, sodass wir heute sagen können also wenn ich das Ergebnis auf ganz kurz Zusammenfasse dann würde ich sagen Wir haben entdeckt dass zu allen Zeiten Frauen die Bibel gelesen haben und zwar ausgelegt haben auch Und wir haben gesehen dass sie zu allen Zeiten auch anders ausgelegt habe nicht alle Frauen aber es hat immer Frauen gegeben die die Bibeln Misogyn gelesen haben, also gegen Frauen gelesen und das nächste war.
00:16:13: Das ist auch natürlich dass diese biblischen Frauenfiguren, die durchaus anders ausgelegt wurden von Frauen als vom Groh der Männer nicht von allen.
00:16:25: beginnen wir mit dem Thema Übersetzung.
00:16:28: ein Lieblings Beispiel von ihrem Trottfischer
00:16:31: ist die Übersetzung von den Frauen, die am Eingang zum Offenbarungszelt ihren Dienst versehen.
00:16:37: Das haben wir zweimal.
00:16:38: Es ist eine ganz kurze Notiz nur, die untergeht und wenn wir das anschauen – das eine ist exodus-Achden-Treißig-Acht und das andere ist ein Samuel zwei-Zweiundzwanzig.
00:16:50: Und was diese Frauen tatsächlich getan haben wissen wir nicht weil es eine kurze notiz ist, die in einem anderen Kontext vorkommt.
00:16:57: Aber wie das übersetzt wird Diese Frauen halten sich vor dem Eingang zum Offenbarungszelt auf, dann plötzlich in der Übersetzung.
00:17:08: Aber im Text steht, dass sie am Eingangsum-Offenbarungszelt ihren Dienst versehen und die Vokabel mit der dieses Dienst versehnen gesagt wird ist genau dieselbe Vokabel der levitischen Priester.
00:17:23: Und der Eingang zum Offenbarungszelt dort, oder zum Tempel dann ja in ein Sammel ist es ja dann der Tempel bereits.
00:17:32: Das ist der Dienstort der Priester.
00:17:34: aber Frauen werden hinaus übersetzt und noch dazu sie halten sich einfach auf während Männer einen Amt wahrnehmen.
00:17:44: also damit wird das völlig unsichtbar gemacht.
00:17:47: Was Frauen da sind, nicht?
00:17:48: Also man muss wirklich am hebräischen Text nachkontrollieren was da übersetzt wird und zwar teilweise bis heute, bis in die heutigen Übersetzungen.
00:17:57: Wird es schlicht und einfach anders übersetzt ob der Subjekt weiblich ist oder ob das Subjekt männlich ist Und zwar wirklich frei nach Wilhelm Busch, also Schließtermesserschaft dass nichts sein kann, was nicht sein darf.
00:18:09: Also unterschiedliche Übersetzung von den selben Worten bei Männern oder Frauen.
00:18:15: Wie muss man Bibel überhaupt lesen und verstehen?
00:18:18: Wie geht man um mit so alten Texten in unserer Zeit?
00:18:22: Also das erste ist mal, dass man die Texte nicht historisch nehmen darf.
00:18:27: Sondern es ist narrative Theologie!
00:18:30: Wir haben im Alten Testament und auch im neuen Testament keine Argumentative Theologie, sondern wir haben Erzählungen.
00:18:44: Und diese Erzählungen wollen nicht minutiös wiedergeben, was war ohne KI und sonst die.
00:18:51: Sondern sie wollen Theologie machen!
00:18:54: Deswegen haben wir auch unterschiedliche Evangelien.
00:18:58: Ein oder dieselbe Geschichte wird unterschiedlich erzählt weil es eine unterschiedliche Gemeinde gibt für die ich ja erzähle Oder die zwei Schöpfungswege am Anfang.
00:19:08: Die schließen sich aus, entweder ist es so gewesen oder so gewesen.
00:19:12: Also beides zusammen kann nicht sein und da sieht man dass das zwei unterschiedliche Konzepte sind wie man eben erklärt wie die Welt geworden ist und was der Mensch in dieser Welt soll der Stellung des Menschen oder überhaupt das Sein, was der Mensch tun soll in dieser Welt.
00:19:31: Also von daher ist diese narrative Theologie eben ein Ausdruck dafür dass durch die Geschichte hindurch Menschen immer wieder versucht haben ihre Glaubenserfahrungen wenn man so will zu Papier zu bringen und die auch unterschiedlich sein konnte.
00:19:49: Das hat man ausgehalten.
00:19:50: es gibt sogar unterschiedliche Gesetzesregelungen zur einen oder selben Causa Das hat man auch ausgehalten, das in einem einzigen Buch festzuhalten.
00:19:59: Und man kann nicht manche Dinge dann hochstilisieren als ob das dann das Wichtige wäre und die anderen Texte alle nicht lesen!
00:20:07: Ein Beispiel wäre zum Beispiel Homosexualität, die ja so in der Form wie wir sie heute definieren.
00:20:13: In der Bibel gar nicht vorkommt.
00:20:14: aber es geht um gleichgeschlechtliche Liebe und da muss man dazusagen das ist in einer einzigen Gesetzes sammlung.
00:20:21: wird das problematisiert?
00:20:23: Die alten Gesetzes Sammlungen haben dies alle nicht Und wir haben Texte die Narrativ selbstverständlich davon erzählen dass man gleich geschlechtlich auch liebt Aber zu tun dann quasi die Bibel verbietet.
00:20:37: Homosexualität ist einfach ein Nonsens nicht.
00:20:42: Wir suchen uns da die Texte aus, die uns passen und die anderen lassen wir quasi – das geht eigentlich nicht!
00:20:49: Sondern wir müssen sagen ja es gibt das Heiligkeitsgesetz sieht das so... Aber das Heiligkeitsgesetz ist ein sehr spätes Gesetz.
00:20:56: Alle anderen kennen es nicht, wobei ganz ähnliche Gesetze die auch unter die Verbote fallen in den alten Gesetzestexten da sind – aber das nicht!
00:21:06: Zurück zu den Frauen
00:21:08: Zum Beispiel Miriam, der ja Prophetin ist bevor überhaupt das Profitieamt am Sinai eingesetzt wird.
00:21:15: Miriam die später dann ja genealogisch mit den Führungsfiguren mit Mose und Aron verknüpft wird Und auch da ist es ein Übersetzungsproblem nämlich Das wird ja häufig dann Miriam singt quasi mit den Frauen und sinkt ihnen vor.
00:21:35: Dieses Inan können wir nicht anders übersetzen im Deutschen, wir können nichts sichtbar machen dass das die männliche Form ist sprich für das ganze Volk und sie singt auch nicht, sondern sie antwortet.
00:21:46: Miriam antwortete für das Ganze Volk.
00:21:49: Dieses Innen ist die männliche Form und damit ist es nicht nur den Frauenkurren, den sie leitet, sondern Sie repräsentiert letzten Endes dort Israel und zwar in der typischen Aufgabe der Prophetie dass also auf das Wort oder auf die Rettung Gottes eine Antwort des Volkes erfahren muss.
00:22:10: in hymnische Theologie könnte man sagen.
00:22:13: Also indem sie Gott preist, dass hier die Rettung am Schilfen mehr geschehen
00:22:17: ist.".
00:22:18: Ihrem Drahtfischer hat übrigens ein ganzes Buch geschrieben über die Prophetin in der Hebräischen Bibel.
00:22:23: Es ist im Kohlhammer Verlagerschienen und heißt Gottes Künderinnen.
00:22:28: es geht um Prophetinnen wie Deborah oder Hulda.
00:22:31: Das Deuteronomium sieht die Profitie als das höchste der Ämter, weil es als einzigester Ämtern nicht von Menschen gemacht werden kann.
00:22:39: Es kann nicht weitergegeben werden sondern wird direkt von Gott ad hoc eingesetzt.
00:22:44: Das wahre Zusammenspiel ist, dass also sowohl die politische Leitung als auch natürlich die Presse schafft mit der Prophetie zusammenspielt.
00:22:53: das wäre das Ideal wie dort vorgestellt wird.
00:22:56: und dann heißt es eben einen wie dich oder mich.
00:22:59: das geht zweimal ja gesagt werde ich er aufstehen lassen.
00:23:04: und wer ist die nächste Figur in der hebräischen Bibel nach Mose?
00:23:08: Die nächste prophetische Figur ist Deborah eine Frau Und die letzte in der vorderen Prophetie ist Hulda.
00:23:15: Wenn also die erste und die letzte Figur eine Weibliches ist, dann heißt das überall dort wo Propheten im männlichen Plural steht – wir haben keinen geschlechtsnatralen Möglichkeit das auszurücken – ist eigentlich Propheten falsch übersetzt.
00:23:34: Man müsste dann….
00:23:35: ich habe die Übersetzung lang gewählt prophetisch begabte Menschen.
00:23:39: Das wäre die adäquate Übersetzung, um zu zeigen es können Menschen allergeschlechter sein.
00:23:45: Wir haben im alten Orient ja auch queere Menschen, die dort prophezeien nicht.
00:23:49: also das ist auch inzwischen erforscht.
00:23:51: in den letzten zwei zwanzig Jahren könnte man sagen
00:23:54: mehr im buch Gottes Künderinnen und noch mehr in dem Bänden Gottes Lehrerinnen und Gottes Streiterinnen.
00:24:04: zum schluss nach zum zweiten großen Aspekt im Projekt Die Bibel und die Frauen.
00:24:10: Wie und seit wann haben Frauen biblische Texte ausgelegt?
00:24:15: Ein Feld so im Drahtfischer, in dem es noch viel zu erforschen gibt.
00:24:19: Für mich zum Beispiel war ganz interessant das gezeigt wurde in diesem Band wo es um die christlichen Autoren der Antike geht dass wir ja zb Briefe von Kirchenvätern an Frauen haben aber wir haben die Briefer der Frauen nicht Und die sind natürlich in einer bestimmten literarischen Form gemacht.
00:24:43: Also es gibt ja einen diplomatischen Code, indem man sich bewegt.
00:24:47: also den muss man einhalten damit man sich bei Hof überhaupt benehmen kann.
00:24:51: nicht das ist bis heute so nicht.
00:24:53: wenn sie mal wer nicht macht dann haben wir das Problem amerikanischen Präsidenten, der zeigt nicht.
00:24:59: Aber im Normalfall bewegt man sich auf diesem Paket einfach in einer gewissen Sprachwahl.
00:25:06: und da haben wir dann die Frage eben dass eine Frau quasi bittet das ein Bischof ihr antwortet auf folgende theologischen Fragen.
00:25:15: Wir wissen nicht was sie geschrieben hat.
00:25:18: ihre Briefe sind nicht erhalten seine Antworten auf ihre Briefe sind erhalten.
00:25:26: Die These, und das ist meines Erachtens selbstverständlich so.
00:25:30: Dass wir damit rechnen können dass viele dieser Ideen die hier abgehandelt werden nicht von den Männern stammen sondern von Frauen stammen Und er nimmt das auf und diskutiert das.
00:25:43: Das heißt es ist ein intellektuelles Gespräch von dem man wir aber nicht wissen was die eine Seite eingebracht hat.
00:25:50: Aber wir können sehr wohl damit rechnen Frauen.
00:25:54: Das sind immer hochstehende Frauen, also das ist nicht die Frau auf der Straße, das ist ganz klar und das ist auch nicht die Sklavin sondern das sind Frauen bei Hofe beziehungsweise sehr wohlhabende Frauen der hohbaren Gesellschaftsschicht.
00:26:09: nur die waren überhaupt fähig eben auf diesem Niveau zu diskutieren.
00:26:12: das ist klar.
00:26:13: aber wir haben diese Reflexe haben wir in den Texten oder Das ist eines meiner Lieblingsdingen.
00:26:21: Das war in den allerersten Bänden nach Adriana Valeria, also die Hauptherausgewinne der italienischen Version von Bibel und Frauen im Neapolitanischen Fraunkloster Mitte des neunzehnten Jahrhunderts entdeckt dass es eine Frau gibt einen Nonne, die die gesamte Bibel kommentiert hat und das auch publiziert hat.
00:26:44: Jetzt muss man sich vorstellen, publizieren kann man nur wenn man Leserinnen hat Also wenn eine Leserschaft da ist, die auch da interessiert ist dran.
00:26:52: Sonst wird nach dem ersten Buch das Ganze eingestellt, wenn es niemand leset nicht?
00:26:56: Die hat die gesamte Bibel kommentiert zu einer Zeit als es eigentlich in Frauengrößern gar nicht erlaubt war die gesamten Bibel zu lesen noch dazu ohne Anleitung eines Mannes.
00:27:07: also Es hat viel mehr gegeben als wir heute uns vorstellen können weil dass einfach diese Wir nehmen das, was an Einschränkungen da war.
00:27:19: Das nehmen wir für ernst!
00:27:21: Aber dass diese Einschrankungen ja gekommen sind – weil man das nicht machte?
00:27:26: Das muss uns klar sein.
00:27:27: Das heißt, wir haben immer Frauen, die die Bibel
00:27:30: lesen.".
00:27:31: Und auch schon zum Beispiel im Mittelalter gab es Autorinnen und Autoren, die sich gegen frauenfeindliche Bibelauslegungen gewährt haben….
00:27:38: Es ist nicht so, dass wir nicht auf den Schultern von Frauen stehen würden.
00:27:44: Zwar durch die Jahrhunderte oder wir können fast sagen durch die Jahrtausende hindurch.
00:27:48: Womit wir wieder beim Zitat des Anfangs wären?
00:27:51: Wenn Sie mehr wissen wollen über diese uns tragenden Schultern dann empfehle ich die schon erwähnten Bücher von Ihrem Drottfischer und für alle, die sich wirklich vertiefen möchten.
00:28:02: Die einundzwanzig Bände von den Bibel- und Frauen sind auch im Kohlhammer Verlag erschienen.
00:28:08: Den Link gibt sie im Artikel zu heutigen Sendung mit Bibelwissenschaftlerin Irham Traut Fischer nachzuhören – ebenfalls über unsere Website
00:29:24: radioklassik.at.
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