per- 260526#Klosterneuburger Diskurse

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00:00:00: prägen Religionen Kulturen, die Macht sozialer und religiöse Hierarchien.

00:00:07: Diese Frage reicht weit über einzelne religiösere Traditionen hinaus.

00:00:13: Sie berührt Grundfragen unseres Zusammenlebens Wie formen Glaubensvorstellungen gesellschaftliche Strukturen?

00:00:24: Wo gibt sie Halt, Identität und Orientierung?

00:00:30: Und wo können Sie auch Grenzen ziehen oder Machverhältnisse verstärken?

00:00:35: Und nicht zuletzt, welche Rolle spielen religiösen kulturellen Prägungen für unsere Verständnis von Würde Gerechtigkeit und Zusammenhalt.

00:00:45: Wir freuen uns sehr heute Abend drei Persönlichkeiten bei uns zu haben die aus unterschiedlichen Lebens- und Erfahrungswelten auf dieser Frage blicken Aus Afrika Indien und dem Nahe Osten ebenso wie aus ihrer akademischen praktischen Arbeit.

00:01:05: Diese Vielfalt an Perspektiven ist kein Zufall, sondern Ausdruck dessen was die Kloster Neuburger Diskurser ausmacht ein ehrlicher respektvoller Austausch über das was uns bewegt.

00:01:20: ich lade Sie ein sich auf diesen Dialog einzulassen Ofen aufmerksam und mit der Bereitschaft auch ungewohnte Sichweisen zu hören.

00:01:47: Diese gab es am achtzehnten Mai im Stiftlos der Neuburg.

00:01:58: Heute in den Perspektiven, zu denen sie Stefan Hauser begrüßt, hören Sie eine Zusammenfassung Lisa und damit gleich zur Moderatorin des Abends Monika Slogg.

00:02:08: Sie ist Leitende Redakteurin der Kooperationsredaktion der Kirchenzeitungen Österreichs.

00:02:14: Ich möchte mit einer intimen Frage an die Herren hier im Saal beginnen.

00:02:21: Ich beruhige Sie, sie brauchen nicht Antworten.

00:02:24: Sie geben kein Handzeichen, ich will kein Ja oder Nein

00:02:27: hören.".

00:02:28: Die Frage lautet sind

00:02:30: Sie

00:02:31: beschnitten?

00:02:33: Sind Sie besnitten?

00:02:34: Warum stelle ich diese Frage?

00:02:36: Ich nehme an dass die meisten von Ihnen mit Nein antworten würden.

00:02:41: manche hatten vielleicht medizinische Gründe.

00:02:44: das ist nicht selbstverständlich!

00:02:49: Christen, die ersten Nicht-Juden, die sich zum Christentum bekannten oder jünger Christi wurden als Erwachsene beschnitten weil sie dem Juden Jesus nachgefolgt sind.

00:03:06: Es kam zu einer validablen Auseinandersetzung zwischen den Aposteln.

00:03:12: es gab verschiedene Gruppen und Parteien und wer sich durchgesetzt hat wissen Sie Es war die Gruppe, die gesagt hat nein wir werden es denen, die dazu kommen wollen nicht unnötig schwer machen.

00:03:26: Das war aber ein harter Schritt weil man musste auf ein kulturell für das Jugendthum sehr wesentliches Merkmal verzichten.

00:03:34: und dass Christentum stellt sich diese Frage wie jede Religion in der Welt immer wieder was von den kulturellen Üblichkeiten Traditionen, die uns wichtig sind

00:03:48: Ist

00:03:49: zentral?

00:03:50: Was gehört zu uns, worauf können wir nicht verzichten und was ist manchmal verzichtbar zur Gunsten eines anderen

00:04:00: Gutes?".

00:04:01: Und damit zu Hintergründen zu den Persönlichkeiten am Podium bei diesen Glusteneuburger Diskursen.

00:04:08: Das ist Pater Anthony Aurokian erst Ordenspriester aus Indien und Dogmatik Professor an Pontifical Institute in Bangalore Abu Jemun Qasho, syrisch-autodoxer Theologe mit Wurzeln im Tu'abdin einer historischen Kernregion des syrischen Christentums in der Südostürkei.

00:04:28: Last but not least, Schwester Brigitte Reit, Ordensfrau mit mir als dreißig Jahre Erfahrung in der demokratischen Republik Kongo und diese beginnt mit einer ausführlichen Differenzierung.

00:04:40: Bevor ich aber beginnen möchte, will ich etwas vorausschicken.

00:04:45: Ich war dreiunddreißig jährige im Kongo Und wenn ich auf Heimaturlaub gekommen bin, alle drei Jahre oder jetzt auch seit ich wieder zurück bin, werde ich oft gefragt wie war das für dich?

00:04:55: Oder wie ist es für dich im Kongo.

00:04:58: Ich werde jetzt Vorträgen eingeladen und danach habe ich immer das Gefühl... ...ich bin dem nicht gerecht geworden.

00:05:05: Also ich kenne das Land.

00:05:06: Das Land ist ja riesig groß, zwei Kilometer Quadratmeter.

00:05:16: Es ist so vielfältig und schichtig.

00:05:20: Und ich habe nur einen kleinen Teil vom Kongo kennengelernt, auch wenn ich viele Jahre dort war.

00:05:24: Ich war hauptsächlich im Kongo Becken in Urwald und in Kinshasa aber ich habe auch noch einen kleinen Teil.

00:05:30: also wenn ich heute vom Kongor rede bitte sagen Sie nicht dann So ist es im Konga oder so ist das in Afrika?

00:05:38: Das sind Erfahrungen die ich gemacht habe allgemein gültig sind, weil es schon gar nicht für ganz Afrika.

00:05:46: Das möchte ich vorausschicken!

00:05:49: Wir kommen da ganz viele Geschichten oder AHA-Erlebnisse.

00:05:54: Das erste war zum Beispiel dass sich Junge wie in der Pfarrer wo ich gearbeitet habe, junge Seminaristen mit ihrem Vornamen angeredet haben Victor Simon.

00:06:07: und dann hat mich Jemand zu Seite geholt und hat gesagt, Entschuldige Brigitte hier macht man das nicht so.

00:06:14: Man darf eine Person nie mit ihrem Vornamen direkt anreden.

00:06:17: Ich werde immer Yaya dazu sagen.

00:06:20: Yaya heißt großer Bruder oder große Schwester.

00:06:23: Oder Papa für Männer, Mama für Frauen aber man spricht die Menschen nicht direkt mit ihrem Namen an.

00:06:29: Das war für mich schon... Es ist Ausdrück der Höflichkeit!

00:06:33: Und das war für me so... Also ich musste ganz viel lernen oder auch mit meinem Namen.

00:06:40: Ich habe in Kinshasa studiert und an meinem Geburtstag bin ich in den Hörsaal gekommen, und ich hab auf der Tafel ganz lieb gezeichnet und Bonn Anniversaire sehr reit!

00:06:51: Also herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstagsschwesterreit!

00:06:55: Und ich war echt betroffen... wieso nennen sie mich jetzt plötzlich Schwester Reit?

00:07:00: Ich bin immer nur sehr Brigitte.

00:07:01: also warum?

00:07:02: Warum SchwesterReit?

00:07:06: Bösen Spiel gemacht, aber innerlich habe ich gedacht.

00:07:08: Ich war ja die einzige Weiße im Institut.

00:07:11: Es war eine Art Respekt Aber auch Distanz.

00:07:15: Dann hab' ich dann später doch einmal gefragt Warum habt ihr mich da eigentlich Schwester Reit genannt?

00:07:19: Und dann haben sie gesagt Ja Das ist doch dein Name.

00:07:23: Nein, das ist mein Nachname Das ist mein Familienname Weil mein Name ist Brigitte.

00:07:29: Ihr Brigitte das ist dein Vorname, aber dein Name Ja, ich habe keinen anderen Namen.

00:07:35: Ich heiße Brigitta Reit.

00:07:37: Brigitte Reit?

00:07:38: Aber du musst doch deinen Namen haben!

00:07:41: Ich hab sie überhaupt nicht verstanden.

00:07:43: und dann haben Sie gesagt, nein wir hier, bei der Geburt bekommen wir unseren Namen.

00:07:48: Das ist unsere eigene Name und er wird auch wirklich nur mit ganz viel Respekt ausgesprochen und oft gar nicht.

00:07:55: Und dann ist der Nachname, das ist oft ein Name, der in der Familie üblich ist.

00:07:59: Entweder von väterlicher Seite oder mütterlicher Seite und wenn sie getauft werden, dann ist das ihr christlicher Vorname.

00:08:07: Du musst ja auch deinen Namen haben!

00:08:09: Ich habe gesagt nein bei uns... Ist der Vornamen?

00:08:11: Das ist der christliche Name und der Nachnamen, das is der Familienname.

00:08:15: Das war für mich so eine Haarerlebnis dass es einfach... In der Kultur im Kongo einfach anders ist, dass die ja ganz lange schon irren... Also eben der eigene Name ist ganz was wichtiges und der auch immer eine Bedeutung hat.

00:08:29: Eine besondere Bedeitung, der in der Sprache verstanden wird!

00:08:33: Und das christlichen Vornamen sind ja dann später dazugekommen.

00:08:36: Partei Antonia Rockham, Ordenspriester aus Indien und Dogmatikprofessorin Bangalore unterstreicht zu seiner kulturellen Identität.

00:08:45: Einer Frage, die ich mich sehr beschäftigt hatte Wie ich in Indien war, dann wie ich hier war, wenn nicht wieder in Indie bin.

00:08:55: Bei uns die Christen werden bis heute politisch als unsere Identität wieder als Minderheits bezeichnet.

00:09:05: Sie spielen Minderheizpolitik.

00:09:09: Der Grund ist wir sind Christen.

00:09:12: Unsere Identität in unserem eigenen Land Ist nicht im erster Linie politisch gesehen auch Minderheits.

00:09:24: Dort spielt Religion wichtiger Rolle, wie ich nach Österreich gekommen bin.

00:09:31: Das ist ein katholisches Land aber hier meine Identität ist Kultur bezogen nicht unbedingt religiös bezogen.

00:09:39: Ich bin als Inder genannt.

00:09:42: Diese Frage hat mich sehr beschäftigt Wenn ich zurückkehre.

00:09:48: der Grund warum das in Indien wir eine Identität haben ist sehr religios geprägt zum Beispiel Hinduismus.

00:09:57: Hinduismus hat ein ganz anderes Gottesverständnis und auch eine ganz andere Anthropologie.

00:10:06: Und daraus stammende Sachen, die uns... Wenn wir unten sind, wir akzeptieren das alles okay nachdem ich hier intensive zehn Jahre im Stift in Floridstor von Hitzing an der Uni stark gelebt habe dann die Frage taucht wieder auf Wer bin ich?

00:10:26: Was bestimmt meine Identität.

00:10:30: Bestimmt die Kultur meiner Identität oder Religion?

00:10:33: Walter Anthony sagt, er trage zwei Schuhe mit unterschiedlichen Größen was seine Identität anlangen.

00:10:40: Aho Shemong Khashou ist syrisch-autodoxer Theologe Mit Wurzeln im Turabdin einer historischen Kernregion des syrischen Christentums in der Südostürkai ist der nächste.

00:10:51: Also Torabdin wo ich her komme das ist eine christliche Region in Südosten der Türkei, wo mehrere christliche Dörfer da gab es, wo ich noch ein Kind war.

00:11:02: Aber diese christlichen Dörfern und Städte waren absolut umgeben natürlich von Muslime – in diesem Fall ethnisch betrachtet Türken eher Kurden.

00:11:13: Und da hatten wir auch mit unterschiedlichen Sprachen zu tun, mit Kurdisch, mit Türkisch sogar mit Arabisch zu tun gab es auch Jesiden, was Religionsangeht in unmittelbarer Nachbarschaft sogar in meinem Dorf.

00:11:26: Gabs drei Familien die zu dieser jesidische Tradition gehören.

00:11:34: Jetzt aus diese christliche Tradition zu kommen und gleichzeitig zu sehen man ist im Geben von Muslime natürlich Wie es jetzt richtig gehört haben in solchen Ländern, auch im Nahen Osten insgesamt.

00:11:47: Religion ist die Identität und bei uns für syrische Christen diese Identitätsfrage drückt sich aus mit dem gleichen Begriff ob jetzt ethnisch ist sprachlich oder religiös ist das heißt syrisch.

00:12:00: Syrisch hat alle Bedeutungen erst jetzt durch unsere Auswanderung hierhin.

00:12:05: da kommt so ein Spalt im Sinne des Nationalismus weil hier wird man ja gefragt Ja wer bist du?

00:12:11: Ja, wir sind syrisch.

00:12:13: Ja Christ!

00:12:13: Aber ethnisch wer bist du?

00:12:15: Und da kommen nur in Strudel.

00:12:16: einige sagen Assyrer, andere sagen Syrer, Andere sagen Kaldäer und andere sagen... Da kommen viele Fragen aus dieser Region wo auf einmal irgendwo unterschiedliche Begriffe verwenden können.

00:12:27: aber dort vor uns eigentlich war wer Christ geworden war und in diese Sprache spricht und in dieser Sprache auch die Liturgie feiert.

00:12:36: schon drückt schon eine eigene Identität aus.

00:12:40: Jetzt als syrischer Christ nach damals mit dreizehn Elf Jahre nach Deutschland zu kommen, in die Schule in Deutschland zu gehen.

00:12:48: Da bin ich jetzt auch in die katholische Gottesdienste gegangen.

00:12:52: bei einer heiligen Messe da habe ich ein Sonne-Koraha-Erlebnis gehabt.

00:12:56: Ich sehe das ist komplett andere Liturgie, die ich nicht verstehe.

00:13:00: Ja?

00:13:01: Erstens natürlich werden sie nicht nur auf Arame richtig Sprache Jesu aber auch die Liturgieselber ja ist anders!

00:13:09: Die Musik ist anders.

00:13:11: Jetzt nachher natürlich durch Studium und Vergleiche, da sieht man eine gewisse Kernelemente die eigentlich identisch sind.

00:13:17: Aber so als Teenager-Jungsschüler noch sieht man noch nicht... aber eine Sache ist bei mir AHA-Blissen geblieben.

00:13:26: Als zum Konsekrationen von Brot und Wein kam.

00:13:31: Ich saß hinten in der Kirche und der Präster hat das konseqriert.

00:13:37: Da habe ich einfach geschaut und das war auf Deutsch.

00:13:39: Ich könnte inzwischen ein bisschen verstehen Ah, es ist doch das Gleiche.

00:13:45: Anders andere Formen, andere Liturgie aber eigentlich es geht um das gleiche.

00:13:55: Für uns syrische Christinnen in dieser christlichen Dörfer sind eingehaucht durch das christliches Spirit und die haben ihre Gestalt dort aufgenommen anders bildlich ausgedruckt für mich Christentum eine Sache, die sich jetzt entsprechend der Möglichkeiten darstellt.

00:14:16: Zum Beispiel ein Maler benutzt die Farben, die er hat und nur mit dieser Farbe kann er das ausdrucken was ihm bewegt.

00:14:28: und da kommt natürlich an unterschiedlichen Orten durch die Geografie, durch das Klima, durch alles rum dran, unterschiedliche Formen nicht zuletzt in der Architektur kommen zum Ausdruck.

00:14:40: aber es geht ja Gerade Bar Hebreus bei uns, wenn ich das als Letztes erwähnen darf hier.

00:14:46: Er ist genau vor achthundert Jahren geboren, zwölfhundertzechs und zwanzig und zwölfehundertsechzig ist er gestorben einer der besten Gelernten des letzten Jahrtausend bei uns.

00:14:59: Und er hat genau auf den Inhalt geschaut.

00:15:03: Auf den Inhalte geschaut sagt er diese Inhalt dieses spirituelle Inhalt Das muss irgendwo geistige Dimension haben.

00:15:11: wie sich das ausdruckt die formen das eine andere Sache.

00:15:15: Und deswegen hat er viel Wissen auch von anderen Kulturen, von Indischen sogar Persischen Arabischen und Griechischen und hat viele Texte aus dieser Sprache übersetzt in Syrischen und damit auch seine sowohl medizinische, theologische historische Bücher verfasst und geschrieben.

00:15:33: Das ist beantragt für

00:15:33: mich.".

00:15:34: Moderatorin Monika Slok bringt nun die Debatte auf den Missionsbegriff und den Umgang des Podiums damit ins Spiel.

00:15:42: Die Missionare haben den Ruf, dass sie missionieren.

00:15:47: Und missionieren hat auf Deutsch einen etwas negativen Beigeschmack als ob man eben die eigene Weltanschauung den anderen überstülpen oder aufträngen möchte.

00:16:01: Sie sind damit wahrscheinlich auch in Kontakt gekommen mit diesen Vorurteilen.

00:16:06: Wie gehen Sie denn da mit um?

00:16:07: Was sagen Sie denn wenn diese Ängste oder vielleicht auch Erfahrungen an sie herangetragen werden?

00:16:14: Vielleicht fange ich beim Partei-Internit diesmal

00:16:27: an.

00:16:46: Damals war es noch möglich, direkt zu missionieren.

00:16:52: Ich bin ein Christ wegen spanischen Missionare.

00:16:57: Franz von Zawa hat uns missioniert.

00:17:00: damals war es einfach komisch Wasser traufe ich dich ab heute bis du Christ.

00:17:07: Das hat gegeben und deswegen heute mein Dorf ist auch nach ihm genannt.

00:17:16: Im Süden Indien, besonders in Tamil Nadu hat es sehr stark gewirkt.

00:17:21: Das Christentum in Tamilnadu ist gut angekommen.

00:17:27: im Süden der Indien und besonders in meinem Bundesland ist dank Franz-Franz-Zaver und auch viele Esüten.

00:17:35: Die Esüte haben damals so viel getan Gutes und so viele Schulen usw.

00:17:44: Aber wie unsere unsere Orden nach Indien gekommen ist, die Situation hat sich schon geändert.

00:17:52: Es war ihnen nicht einfach auf Mission direkt einzugehen.

00:17:57: und daher was haben sie gemacht?

00:18:00: Sie waren an einem Ort für gewisse Jahrhunderte bis vor fünfzig sechszig Jahren Differenzösen und sie durften nicht.

00:18:10: aber für sie sind als Missionare in Indien, sie sind nach Indie gekommen aber sie könnten nichts wirken.

00:18:19: Daher, dass die Mission ist eingeschlafen und noch schwieriger ist es heute.

00:18:26: Zum Beispiel wir betreiben Schule Wir betreiben auch Kinderheime

00:18:33: usw.,

00:18:35: bei uns auch der Begriff Mission Heute ist fast ein Schimpfwort.

00:18:40: Aber als Missionare was machen wir da?

00:18:43: Wozu sind wir da?

00:18:44: Warum sind wir geweiht?

00:18:46: Uns wird im Priesterseminar gelehrt.

00:18:48: Wir sollen auf Mission gehen, besonders auf diese Region und so weiter.

00:18:54: Aber wir können nichts machen heute direkt auf

00:18:56: Mission.".

00:18:57: Das hat den Hintergrund dem dominierenden Hinduismus Indians.

00:19:12: Sie werden systematisch alles kontrollieren und alle Schüler werden kontrolliert, z.B.

00:19:20: seit dem Jahr zwei Tausend vierzehn bis.

00:19:24: die Bischöfe in Indien haben uns ein Schreiben geschickt.

00:19:31: laut diesem Schreiben neunhundertundzwanzig Kontos sind eingefroren.

00:19:37: das damit Geld kommt nicht von außen weil Sie wollen nicht, dass wir Schule betreiben.

00:19:44: Weil sie glauben dadurch, wir werden die Kinder missionieren und christliche Werte geben was nicht dem Hinduismus entspricht.

00:19:53: Sie wollen das Land wieder ins Hinduismus... Was ist Hinduismus?

00:19:56: Wieder in diesem Kastensystem.

00:19:59: Das Nicht alles ist für alle!

00:20:02: Eine Anthropologie, die besagt, dass nicht jeder Mensch ist gleich geboren.

00:20:08: Einer ist aus dem Kopf des Brahmanen geboren einer von Brust, einer von hier und einer von Fuß.

00:20:15: Es gibt eine Gruppe die wir heute dalitzenen.

00:20:18: Die gehören gar nicht zu dieser Schaffungsgeschichte.

00:20:24: Und sie wollen das zurückführen!

00:20:26: Das ist die Ideologie, wozu Christentum ein Hindernis

00:20:31: ist.".

00:20:32: Über drei Jahrzehnten lebt und arbeitet Schwester Brigitte Reit.

00:20:36: Sie ist Missionarin Christia aus der Oststeiermark in der Demokratischen Republik Kongo.

00:20:41: Ich bin sicher nicht zu missionieren in den Kongo gegangen, aber ich wurde missioniert.

00:20:46: Also ich wollte das Wort Akkulturation jetzt reinbringen als ich wurde hineingenommen oder ich bin eingetaucht in die Kultur im Kongo und in ihre Art und Weise dort den Glauben zu leben, den Glauben zu

00:21:03: feiern.".

00:21:03: Und da geht hierzulande ab dass in der Liturgie zu wenig Gesang vorkomme?

00:21:11: Also ich wurde hineingenommen in eine andere Kultur und verändert.

00:21:16: Zum Beispiel allein diese, die Kleidung, die ich heute trage, ich habe extra die afrikanische Ornenskleidung angezogen Das war der Kategor... Und das komme ich gleich auf Inkulturation.

00:21:27: D.h.,

00:21:28: der Glaube wird so gelebt wie es den kulturellen Gegebenheiten und Elementen entspricht Und da ist im Kongo ja ganz, ganz viel gearbeitet worden dazu.

00:21:39: Es gibt den so genannten Rit-Sairois oder Rittkongolais also den kongolesischen Rittus und die Messe zu feiern.

00:21:47: Das ist glaube ich eine Ausnahme was sich so gehört habe aber das wird ganz... Also der Kongo ist sehr voran fortgeschritten.

00:21:56: zum Beispiel Kardinal Malula Der erste afrikanische Erzbischof von Kinshasa.

00:22:00: er hat eine Ordensgemeinschaft gegründet und er hat gesagt Die Schwestern dieser Gemeinschaft sollen so gekleidet sein wie die afrikanischen Frauen.

00:22:09: Und das war ihm die Iputta, also dieses Tuch dass die Frauen tragen und passende Oberteil dazu und ein Kopftuch weil in der damaligen Kultur was so eine Frau gebunden ist hat einen Kopftuchen getragen.

00:22:25: Das war wirklich... Das war revolutionär, weil die bisherigen Ordensgemeinschaften waren internationale Gemeinschaft und die haben das europäische Ordenskleid getragen.

00:22:39: Und heute tragen fast alle auch die internationalen Gemeinsschaften das kongolesische Ordenschleid.

00:22:44: Also ein Beispiel für die Inkulturation.

00:22:46: Der syrisch-autotoksetiologe Ahu Shemun Kasho schildert zu seinen Erfahrungen was Mission und Inkulturation anlangt – und das sind eher harte Erlebnisse!

00:22:56: Ich meine, bei uns geschichtlich zu betrachten.

00:22:59: Das syrische Christum war sehr aktiv missionärisch.

00:23:02: Sie hatte sich in den ersten Jahrhunderten, ersten Jahrtausend weit verbreitet, weit mehr als das katholische Christum hier in Europa und außerhalb von Europa, weil entlang der Seitenstreis sei es in der Golfregion, sei es im Katar, sei ist in Indien, sei is in China, Zentralasien überall gab schon syrisches Christen Meinen, den Kirchen und auch Kloster gegründet.

00:23:28: Einer der bekanntesten ist ein Turfan.

00:23:31: Das war die Geschichte.

00:23:32: aber diese Geschichte hat sich sehr langsam stark verändert mit dem Islam und das nicht direkt in der siebte Jahrhundert und dachte Jahrhunderte sondern eigentlich sehr stark.

00:23:45: dann erst ab dem elften zwölften Jahrhunder hat sich stark verändert wo wir diese aktive Missionierung die vorher betreiben könnten nicht mehr real war Sondern umgekehrt, man erlebte es dass jetzt Christen konvertieren und Islam annehmen aufgrund von Drangsalien.

00:24:03: An Grund von verfolgenen Massakern.

00:24:06: ja und eine der großen natürliche Massakeren das wir erlebt haben Das war... ...Ninzehundertfünfzehn wo fast zwei Drittel von unserem syrische Christen und andere Christinnen in heutige Kleinausien Türkei da ums Leben kam Und dann für die Generation von meinen Großeltern und auch Eltern, das war nur die Frage eigentlich zu überleben, zu schweigen.

00:24:30: Man könnte darüber nicht reden.

00:24:32: Also missionarisch war es vielleicht nur missionärisch im Sinne der verbale Art und Weise des Lebens, sondern unser Leben selber als Christen hat unsere Christentum widerspiegelt.

00:24:51: Angriff genug für alle anderen, die uns anders gesehen haben.

00:24:55: Ahoji Mokasso geht nun auf den Beginn ein wo die Frage nach der Beschneidung gestellt wurde.

00:25:00: Im türkischen Militärdienst mein Vater selber hat er mir erzählt, wo er da angefangen hatte als dann die Herren dort erfahren haben dass er Christ kam Dokumente zu ihm und sagte jetzt gehst du ins Krankenhaus.

00:25:17: Er sagte nein.

00:25:18: Er wusste genau worum es geht.

00:25:20: Der hat so gesagt Sie können mich hier töten, aber da gehe ich nicht hin um beschnitten zu werden.

00:25:27: Weil eben Beschneidung ist drückt aus natürlich eine andere Religion, eine andere Identität.

00:25:34: und das wird man jetzt.

00:25:37: diese Herausforderung wo wir gerade als Christen auch als Märtyrerkirche bezeichnet werden, wo immer wieder vor dieser Frage stand die Identität unsere Glaube nicht zu leugnen Das war eine eigentlich der Kernfragen, die wir hatten und auch die selbstverständliche Frage wo jeder wusste wie man darauf reagiert und agiert und antwortet.

00:26:01: Ich meine wenn wir jetzt uns hier in Erwässlich-Kultur fragen ja aber man kann ums zu überleben.

00:26:07: man kann eventuell leugnen und da kommt natürlich die die Erzählung von Petrus zum Ausdruck wo er Jesus leugnet Und trotzdem zum Fels wird aber durch eine enorme Bekehrung und Buse, diese Buse drückt sich ja immer wieder aus bei uns.

00:26:24: Das drückt den gesamten Theologischen, wenn ich jetzt Theologisch aufarbeiten, hier kurz zu sagen darf?

00:26:30: Weil im deutschen Sprache wir sagen Verantwortung übernehmen also Antwort geben.

00:26:37: In der arameische Sprache auch in den orientalischen anderen ist eigentlich gefragt werden wenn wir gefragt werden.

00:26:46: Und unsere Aufgabe ist ja, wir sind Gefragte!

00:26:49: Ja?

00:26:49: Natürlich als Gefragter müssen wir also das sagen... Wir sind prinzipiell angesprochen und diese Ansprache im religiösen Kontakt ist von Gott.

00:26:57: Wir sind von Gott gefragt eine Verantwortung zu übernehmen für unser Leben und für unsere Gesellschaft und auch unserer Mitmenschen.

00:27:06: Und dieser Verantwortung durchsieht natürlich durch das christliche Bild sehr stark aus wo alle Menschen gleich sind und die Feindesliebe Bist du feindeslebe?

00:27:15: Ist nicht eine abstrakte Sache, die irgendwo nur in gewissen Fälle vorkommt.

00:27:20: Das war für uns ein realer Alltagsleben!

00:27:24: Die gehe ich damit um... Wenn man als Christ damals gezogen wurde und rund dann vor dieser Herrenstande, man wusste, man hat keine Möglichkeit sich irgendwie verbal zu rechtfertigen könnte aber überhaupt ihren Meinung zu ändern.

00:27:41: Schweigen was sagen geduldig sein Ertragen.

00:27:46: Dies sehr kein passiver Widerstand, so auch Schemmunkascho.

00:27:50: Ich denke es ist eine Art Sinn des Lebens zu erfahren in solchen Situationen und ich denke in diesem Glaubensbewusstsein ist irgendwo immer noch her der Sache zu sein.

00:28:02: Wir dürfen nicht das Bild von Jesus vergessen wo er auch gefragt wird ja weißt du nicht dass sich hier über dein Leben entscheiden kann?

00:28:10: Und dann jesus schweigt auch!

00:28:13: Du kannst über mein Leben entscheiden.

00:28:17: Also diese Ebenen und dieser spirituelle Dimension des syrischen Christums ist noch mal nicht nur monastisch.

00:28:25: Auch die Gebete waren nicht nur Monastisch, sondern für uns Christen wir sind morgens Mittag und abends auch so ein Gottes ins gegangen.

00:28:33: Die Stundengebete waren von jedem gedacht, nicht nur vor die Ordensfrauen oder Ordensmännern.

00:28:38: also das Christum beseelt das gesamte Leben gesalten Alltag und strukturiert der für uns auch unser Alltag unter unserer Jahreskreis mit den Festen, die damals verbunden waren.

00:28:49: Und das drückt sich dann im Alltag auch anders aus als die anderen, die nicht dementsprechend

00:28:54: leben.".

00:28:54: Im Anschluss an den Einblick, den Partner Anthony Arrakiam, Ordenspriester aus Indien sowie Dogmatik-Professor in Bangalore gab wie auch Ao Shemokasho, syrisch-autodoxer Theologe sowie die Missionarin Christi Schwester Brigitte Reit – sie ist zu über drei Jahrzehnten in der Demokratischen Republik Kongo.

00:29:15: Da gab es noch ausführlich Zeit für Nachfragen des Publikums.

00:29:18: und so weit unsere Zusammenfassung der Podiumsteilnehmer bei den vergangenen Losterneuburger Diskursen.

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