Perspektiven mit Keramikkünstlerin Yamuna Valenta
Shownotes
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00:00:11: Wenn ich jetzt einen Spuk mache oder eine Calligraphie oder ein Stück Keramik, da steckt ja sehr viel Mühe und Hingabe dahinter.
00:00:18: Und es dauert ja auch bis man so einen Skill überhaupt entwickelt – das muss in den Körper übergehen!
00:00:29: Das mag ich sehr an meiner Arbeit, dass sich da richtig versinken kann.
00:00:34: Ja, das finde ich schön.
00:00:45: Ich spüre, dass der Meer ist als nur das was man im Augenblick sieht sondern dieses ganze was von Anfang Bis zum jetzigen Zeitpunkt war, ist darin eingespeichert.
00:00:58: In die, ich sag jetzt mal, deren Aderdinge und... Ich glaube das wahrzunehmen, dass zu spüren dessen Ästhetik zu erkennen und es zu schätzen.
00:01:06: Ich glaube darum geht's in Barbissabi.
00:01:14: Darum geht es auch in der heutigen Sendung um die Ästetik des Unperfekten.
00:01:20: Um veredelte Bruchlinien, um Scherben, die zu einem Kunstwerk werden.
00:01:27: Die Karamikkünstlerin Yamona Valenta arbeitet nach den Prinzipien und Techniken des japanischen Kinzugi, Urushi- und Vavisabi.
00:01:37: Wir besuchen sie in ihrem Atelier im achten Bezirk
00:01:40: in Nih.
00:01:48: Kaum wenn ich erinnere wird mir auch schon Tee angeboten.
00:01:58: Mit Tee und den passenden Schalen dazu sind wir mittendrin in der japanischen Tradition.
00:02:05: Und aus der heraus arbeitet ihr Mona Valenta.
00:02:09: Vier Jahre lang hat sie an der Kyoto University of Art & Design studiert und mit einem Doctor-of Fine Arts abgeschlossen.
00:02:18: Seit zwei Jahrzehnte lebt und arbeitet sie wieder im Wien, ist mittlerweile Mutter von zwei Kindern.
00:02:24: Wir sind hier in der Strotzegasse Nummer siebenundzwanzig.
00:02:28: Das ist ein ganz kleines Gassenlokal.
00:02:31: Viele Glauben, es ist ein Geschäftslokal.
00:02:33: Also es war früher mal eine Kreislerei und als ich in Japan war hat meine Motto das gefunden und für sich so hergerichtet.
00:02:42: mittlerweile ist sie gegenüber auf der anderen Straßenseite wo sie Gesangsunterricht gibt.
00:02:48: Ja ich bin momentan noch in Karrenst deswegen bin ich offiziell nur jeder zweite Woche da.
00:02:55: manchmal bin ich am Freitag auch da um zu arbeiten aber ich kann halt nur jede zweite Woche meinen Kurs geben eben weil ich in Kareins bin.
00:03:02: und jetzt so vom Volumen her von der Intensität geht es halt leider gerade nicht.
00:03:09: Ja, ich gebe keine Zugekurse,
00:03:11: stört das Krabsen
00:03:12: eigentlich.
00:03:14: Sonja magst du vielleicht nur die Sachen schleifen oder weniger ruhig?
00:03:20: Ja, vielleicht mit Skalpell, wenn du sie mit dem Skalpell machst und feucht machst dann ist nichts so.
00:03:26: Ja, nein das Polieren ist einfach laut.
00:03:28: Ich sehe eher so mit dem Stein auf den Porzellanen.
00:03:30: Das ist halt nicht ganz so... So wo war ich?
00:03:34: Ja es ist ein kleines Gassenlokal und es fährt immer da dreizehn Auffahrteilen.
00:03:39: vielleicht hört man die nach.
00:03:41: Es ist ganz klein, ich glaube es sind so dreißig Quadratmeter und es ist oben auf der Galerie.
00:03:45: Da arbeite ich normalerweise.
00:03:47: unten finden die Kurse statt.
00:03:48: Es gibt hier vier fünf kleine Tischchen.
00:03:51: drum Gebe ich auch nur Kurs in Vierergruppen, weil es nicht mehr Platz ist.
00:03:58: Es ist betreuungsintensiv diese Arbeit.
00:04:03: Wir haben eine kleine Toilette und eine kleine Küche.
00:04:05: Ich habe sogar eine Dusche.
00:04:08: Also ist eigentlich alles da!
00:04:10: Das ist ein bisschen japanisch eingerichtet.
00:04:12: Mein Mann hat das Interior gemacht also hier die Schotschi, die japanischen Skibetüren.
00:04:16: Dann haben wir einen kleinen Mini-Schrein von der Sonnengöttin Amaterasu.
00:04:24: Die beschützt uns, die Einrichtungsgegenstände sind glaube ich ganz wild durcheinander.
00:04:30: Es sind so kleine indische Tischen vom Lotus-Mübel.
00:04:35: Sie ist eine Freundin meiner Mutter und deswegen hat sie da immer, seit mal früher bei ihr gearbeitet.
00:04:39: und deswegen haben wir auch noch ein paar indische Möbeln, auch der Kasten und der Schreibtisch zum Beispiel.
00:04:44: Das Sessel sind von meiner Oma, die Klaptische vom Ikea.
00:04:53: Ja, es ist halt leider ein bisschen kühl auch im Winter.
00:04:56: Obwohl wir die Heizung voll aufgedreht haben, sind einfach verklaasst.
00:05:00: aber ja wenn man die gesocken an hat dann geht's gut.
00:05:03: Dann übersteht man den Winter und das sind alle mögliche Artifakte aus Japan da.
00:05:12: Geschirr Masken
00:05:16: Urushi-Objekte Drei Begriffe sind schon gefallen, die wir näher erklären müssen.
00:05:22: Beginnen wir mit Kinzugi.
00:05:24: Das ist die Reparaturtechnik, die sie von Fotos bestimmt kennen.
00:05:29: Oft sieht man zerbrochene T-Schalen oder österreichische Hefal, die wieder zusammengeklebt sind aber so dass die Bruchlinien nicht versteckt sondern betont werden sogar hervorgehoben und mit Gold veredelt.
00:05:46: Kin bedeutet Metall oder Gold Zuge zusammenfügen.
00:05:51: Zum Zusammenfügen verwendet man den Urushi-Lack.
00:05:55: Also, Urushi ist zum einen bezeichnet aus dem Baum der Urushibaum also gehört in die Gattung der Lackbäume.
00:06:06: es gibt auch verschiedenste Urushi Bäume also verschiedene Arten und diese Lack Bäume kommen vor ihrem ostasiatischen Raum also Japan Korea Teile von Vietnam, Taiwan und China.
00:06:21: Also eher im Norden.
00:06:22: Und dieser Baum wird ähnlich wie beim Kautschok, wird da die bisschen mehr Serinde angeritzt.
00:06:30: Es gibt auch verschiedenste Zeitpunkte an denen die Bäume angezapft werden also zwischen März-November.
00:06:41: Das ist ein Fahrer, das ist ungefallen.
00:06:44: Ist das Deins?
00:06:45: Okay, ihr musst aufpassen wie ein Bus.
00:06:50: Mein Fahrrad durfte dann auch im Atelier parken.
00:06:53: Den Bus in der Strotzigasse werden Sie im Laufe der Sendung einige Male zu hören bekommen.
00:06:59: Zurück zum Gespräch mit der Keramikkünstlerin Yamona Valenta die uns gerade erklärt was Urushi bedeutet.
00:07:07: Es ist gar nicht so umkompliziert.
00:07:10: Ein Hinweis darauf, wie komplex diese so einfach wirkende Technik des Kinzugi Reparierens ist.
00:07:17: Gut, wo waren wir?
00:07:17: Uhoshi!
00:07:18: Ja also der Uhoshi Baum, weil jetzt im Frühling steht er mehr am Saft und da hat dann der Lack, der auch Kleber ist, man kann das Synonym verwenden, hat.
00:07:29: dann was ist es sich?
00:07:34: November gibt es eher den zehnticken Lack, der nur noch so acht, neun Prozent hat.
00:07:38: Und diese verschiedenen Lackarten werden dann auch für verschiedenste Orushi-Verfahren angewendet.
00:07:47: Also Orushi ist zum einen der Baum und zum anderen die Orushitechniken, die mit diesem Lack oder Kleber gemacht werden.
00:07:59: Man könnte sagen, Orushi sind eine Studienrichtung auf der Uni beziehungsweise als Handwerk.
00:08:07: So wie es bei uns jetzt Keramik oder Stein gibt, dass man lernt, wie man mit diesem Material künstlerisch umgeht und welche Techniken sich daraus ergeben.
00:08:18: Ja die ältesten Uruschi-Atefakte sind ich glaube zwölf, dreizehntausend Jahre alt Ich glaub' die älterste geklebte Keramek mit dem uruschi Lack.
00:08:31: das ist nicht Kinzugi.
00:08:33: Also Kinzugi, Kin bedeutet Metall oder Gold und Zugi zusammenfügen.
00:08:39: Aber es wird jetzt nicht das Gold- oder das Metallpulver zum Zusammenfügen verwendet sondern man verwendete einen Lack mit diversen anderen Turmaterialien in Verbindung.
00:08:50: Und erst ganz zum Schluss kommt dann eben diese gold- oder metallpulverschicht drauf.
00:08:56: Diese Technik kommt aus der Markiertechnik die circa siebenhundert nach Christus sich in etwa entwickelt hat.
00:09:03: Die hat sich aber anders entwickelt als die Urushizugi oder Klebetechnik, wo man mit Uruscheben geklebt hat beziehungsweise die Laminiertechnik Kanshitsu.
00:09:17: Das heißt Trockenlack übersetzt.
00:09:19: Da ist eine Schicht Hanf drinnen.
00:09:23: wie beim Laminieren wird da ein Stoff also Stoff so wie Leinen oder eben Hanfphasen.
00:09:29: Mit denen kann man ganz tolle Skulpturen Anfertigen oder Alltagsobjekte, wie jetzt Miso-Suppen schüsseln.
00:09:38: Und über diesen Lack kommt dann Uruschi mit Reiskleber traditionell und gebrannter Tonerde.
00:09:45: Das wird dann eben schichtweise aufgetragen.
00:09:47: Wenn dann so zwischen zwanzig und dreißig Schichten übereinander sind kann man die Oberfläche schön gestalten mit dem Lack.
00:09:54: Hierfür wird dann die dekorative Technik Maquille bedeutet Streubild.
00:10:01: das wird dann drüber gestreut über den Lack und fügt sich dann
00:10:05: ein.
00:10:06: Das müssen Sie sich natürlich nicht alles merken, aber wir hören daraus das diese Arzt zerbrochenes zu reparieren viel aufwendiger und kunstvoller ist als mit dem Superkleber zwei Scherben wieder zusammenzupicken.
00:10:27: Durch diesen Reparaturprozess entstehen wahre Kunstwerker die stärker noch wertvoller und schöner sind als die heilen Ausgangsstücke.
00:10:37: Wir können diese Kunstform als Metapher für unseren Umgang mit den Scherben in unserem eigenen Leben verstehen.
00:10:52: Gedanken dazu habe ich im Büchlein Kinzugi, Mit Resilienz durch schwierige Zeiten gefunden.
00:11:03: Wie in der Kunst des Kinzugi bei der es eine Vielzahl an Arbeitsschritten gibt die jeweils mit langen Ruhephasen verdrocknen und Aushärten einhergehen brauchen auch wir Zeit und Geduld, damit unsere Wunden heilen können.
00:11:18: Wir müssen zur Ruhe kommen und die Dinge annehmen wie sie sind um mit unseren Verletzungen und Narben Frieden schließen zu können.
00:11:36: Unser Leben ist fragil und wir Menschen sind zerbrechlich.
00:11:41: Narben und Verletzung sind Teil unseres Lebens Wenn wir dies akzeptieren und vielleicht sogar die Wachstumsmöglichkeiten in unseren Krisen sehen kann uns unser Scheitern, Widerstandsfeger und Resilienter werden lassen.
00:12:12: Zurück ins Atelier von Yomona Valenta und zur Geschichte des Kinzugi.
00:12:18: Das erste dokumentierte Kinzugioobjekt kann man sich im Tokyo Museum of Arts anschauen.
00:12:24: Das ist eine hellgrüne Porzellanschale T-Schale, chinesische Tee.
00:12:29: Schale muss man dazu sagen.
00:12:31: die hat dem Shogun Ashikaga Yoshimasa gehört.
00:12:34: Der herrschte von XIVIX bis XIVII in Japan und war ein Fan, so könnte man sagen der chinesischen T-Zeremonie.
00:12:43: Die es so in Japan damals eben noch nicht gab.
00:12:47: Also Ashikaga Yoshimasa hatte seine Lieblingstschale die ist ihm aber zerbrochen Und wurde von chinesischem Handwerkern mit Metallklammern repariert.
00:12:57: Das fand er aber hässlich und hat japanische Künstler beauftragt sich etwas Schöneres entfallen zu lassen.
00:13:04: Und ich gehe davon aus, dass die Person, die das für ihn repariert hat sowohl diese Oroshizugitechnik beherrscht hatte.
00:13:11: Nur war das wahrscheinlich zu simpel und super nahe und deswegen hat er sie mit dieser makierstreutechnik kombiniert und hat eben weil es ja nicht dem Schogun diese Oroshi-Zugeschale geben konnte – das war eigentlich ein Affront!
00:13:29: Hatte vermutlich Das Goldpulver drüber gestreut und sie ihm dann so überreicht.
00:13:34: Und das war vermutlich die Geburtsstunde vom Kind zu gehen, wie gesagt es ist eine Geschichte ob es vielleicht andere Objekte abweismen nicht aber das ist zumindest so dokumentiert.
00:13:48: Und diese aus fourteenhunderts siebzeig oder sowas in Art also spätestens fünftens des Jahrhundertes.
00:13:55: und da dieser Ashikaga Yoshimasa auch als einer der drei Einiger des Landes galt, kam dann mit ihm die Higashiyama-Bunker in sich diese Epoche.
00:14:08: Higachiyama ist ein Berg oder ein Stadtteil von Kyoto.
00:14:12: das ist der Osten und da haben sie sich diese ganzen zähnputistischen Künste entwickelt.
00:14:19: weil man sich vorstellen das Land wurde dann geeinigt, dann musste man nicht nur irgendwie ganz viel arbeiten Reis abliefern, sondern konnte sich dann den Künsten widmen.
00:14:30: Ein
00:14:31: Zeitgenosse des Ashikaga Yoshimasa war auch der Senorikio und er ist ein zenbotsistischer Mönch und gilt als der Begründer der T-Zeremonie Sado.
00:14:43: Und so in diesem ganzen historischen Fahrwasser kam diese Keramikreparatur von Tierschallen auf.
00:14:52: Zeitgleich hat sich die Familie Raku entwickelt mit ihren Tierschalen mit den Raku-Tierschallen.
00:14:58: Es wurde ein bisschen modern oder in zur Tea-Zeremonie seine Kinzugi-Tierschale mitzunehmen, es wurde dann ein bisschen angegeben damit weil das ist ja eigentlich was Besonderes eine Tierschalle reparieren zu lassen bzw.
00:15:12: eine Tiersche alle anfertigen zu lassen die dann mitunter auch absichtlich runterzuschmeißen damit man eben so einen Prunkstück hat.
00:15:20: Das war natürlich nicht unbedingt im Sinne des Senorikios dass, ich sag mal nach, Wabi Sabi gelehrt hat.
00:15:29: Ja aber so hat sich das entwickelt historisch und ja nach wie vor werden T-Schalen repariert, Keramikobjekte repariert weil sie eben zum einen natürlich zu schade zum Wegwerfen sind und zum anderen weil diese Brüche als besonders ästhetisch und einmalig und wunderschön gelten.
00:16:15: Die Begriffe haben keine ganz eindeutige Bedeutung und jeder darf auch seine Art zu deuten beziehungsweise danach zu leben oder zu gestalten finden.
00:16:26: Wenn ich es halbwegs richtig verstanden habe, sind zum Beispiel Kinzugi oder Wasabi auch Haltungen eine Art und Weise wie ich die Welt deute und darin lebe.
00:16:37: Wabisabi könnte auch beschrieben werden als die Akzeptanz von Unvollkommenheit Die Schönheit von Dingen, die nicht dauerhaft, nicht vollständig, nicht markellos sind.
00:16:50: Wie zum Beispiel ein abgenutzter Ess-Tisch.
00:16:53: Er hat vielleicht Flecken und Schrammen aber genau die erzählen eine Unmenge an Geschichten wie auch die Falten in unserem Gesicht.
00:17:02: Wir können sie als Markel betrachten oder als Landkarte unseres Lebens.
00:17:15: Apropos Landkarten, Yamona Valente hat mehrere Jahre in Japan verbracht
00:17:20: denkt
00:17:21: gerne an diese Zeit zurück.
00:17:32: Ich habe immer mehr diesen Wald für mich erkundet und da waren das alte Gräber, von Moos überwachsene Bäume.
00:17:59: Und alter Bambus.
00:18:02: Immer wieder hab ich so kleine schöne Figuren gefunden.
00:18:05: Es war sehr mystisch dort.
00:18:08: Es ist auch bekannt ... Ich wurde nicht nur einmal abgewarnt von meistens älteren Leuten, dass es natürlich gefährlich ist, weil es gibt ja mittlerweile Berne.
00:18:20: Affen,
00:18:21: Wildschweine, alles ganz wilde Tiere.
00:18:25: Aber es spuckt dort auch ein bisschen sagt man und wenn man schaut in China, Hongkong Japan ist das ja so dass sie diese Tierkreiszeichen haben.
00:18:37: im Nordosten also da wo da.
00:18:40: was ist das Büffelratte Tiger?
00:18:42: so?
00:18:43: ich weiß jetzt nicht genau welche Uhrzeit eine Uhr glaube ich auf einmal Da kommen immer die bösen Geister rein und dort sind auch immer die Wohnungen am günstigsten.
00:18:51: Und dort bauen sie auch ganz viele Tempel.
00:18:53: Dann ist er relativ günstiger für mich, da hat es gewohnt!
00:19:00: Es war ganz lustig weil die Leute sind wirklich sehr abergläubisch und man erfährt dann immer ganz interessante tolle oder gruselige Geschichten.
00:19:12: Also ich fand die Gegend sehr atmosphärisch, weil es regnet ja auch sehr oft.
00:19:17: Es gibt den Mons Runi mal im Juni-Juli.
00:19:22: Es wächst sehr viel Moos und ist sehr feucht.
00:19:24: Das ist übrigens ein gutes Führruschi, weil das aushertet, also polymerisiert bei hoher Luftfeuchtigkeit.
00:19:30: Bei uns wird der Lack gar nicht trocken werden.
00:19:34: Darum habe ich einen Feuchttrank.
00:19:37: Ich fand halt diese Atmosphäre sehr schön und sehr friedlich!
00:19:41: Ich bin in einem Fahrradviel herumgefahren und auch zu Uni habe ich nicht lange gebraucht und es war seine Mischung aus komplett irgendwie so in meinem Wald, in einem atmosphärischen Wald dazu wohnen.
00:19:57: Aber mit fünf oder zehn Minuten zu Fuß war ich gleich an der EG, also am Bahnhof, eine kleine Bahnenpferde und da gibt's den vierundzwanzig Stunden Supermarkt Drogerie und alles was man braucht, Posts usw.
00:20:15: Das ist eine gute Mischung aus allem.
00:20:20: Die Lebensqualität war eigentlich ganz gut.
00:20:23: Was mir halt nicht so gefallen hat waren die Erdbeben.
00:20:26: Es ist schon recht gruselig wenn es ordentliche Erdbäben gibt und man evakuieren muss oder rauslaufen muss.
00:20:32: zumindest Und ich habe dort einen ganz guten Rhythmus für mich gefunden.
00:20:38: Ich war
00:20:39: alleine
00:20:40: und jetzt mit zwei Kindern und super viel Verantwortung, nicht einmal eine Minute allein am Klo sein ist es jetzt, schau ich da mit ein bisschen Wehmut auf diese Zeit zurück.
00:20:50: Aber so wie's war wirds auch nicht mehr sein, weil das Haus, wo ich gewohnt hab, wurde mittlerweile abgerissen.
00:20:55: Das sind jetzt tolle schöne Betonbrotten dort.
00:21:01: Ja, ich war mal dort seit dem Jahr zwanzig.
00:21:03: Ein bisschen traurig zu sehen, aber es war wirklich eine schöne Zeit.
00:21:30: Nach einigen Jahren Ausbildungen in Japan hat sie nun
00:21:34: einen Atelier in
00:21:34: Wien, in dem sie Workshops gibt und zerbrochene Lieblingsstücke für Menschen repariert.
00:21:41: Je nachdem rufen Sie an oder schicken mir Bilder dann kann ich mal das einschätzen wie viel Aufwand das ist.
00:21:48: Ich habe also diese Zentimeterregel, die bis zu einem gewissen Bruchteilanzahl eigentlich relativ genau ist.
00:21:55: Weil man muss ja mehrmals drüber gehen und wenn ich weiß wie komplex ein Bruch ist dann kann ich das ganz gut abschätzen.
00:22:03: Ja und da ist es natürlich auch eine Kostenfrage.
00:22:07: oft weil was sehr oft eben der Fall ist dass seine Reparatur den Materialwert einer neuen Anschaffung übersteigt.
00:22:17: Das sind sich zum Glück die meisten, die hierher kommen bewusst und die wollen das auch.
00:22:26: Es ist eigentlich ein Kunstwerk weil das Objekt so wie es dann ausschaut schaut ja nicht mehr so aus als wenn man es jetzt neu kaufen würde.
00:22:34: Und die meisten Objekte haben natürlich auch eine Geschichte.
00:22:41: Das sind die Erbstücke oder haben eine besondere Geschichte.
00:22:45: Oder einfach nur, weil es auch ästhetisch ansprechend ist und das Beste.
00:22:49: Und deswegen mache ich das auch, dass dieser Lack eben Lebensmittel echt ist.
00:22:56: Man kann die Objekte dann also meistens in sehr T-Schalen oder Tikkanern oder Teller dich reparieren.
00:23:03: Kann man dann ganz normal zum Essen oder Trinken verwenden?
00:23:11: Ja, finde ich auch gut und schön.
00:23:13: Also nur da in die Vitrine stellen und anschauen ist halt ja es auch gut.
00:23:17: aber dann könnte man sehr genau so mit irgendeinem anderen Kleber zampicken sag' ich mal.
00:23:21: Gut der hätte dann wahrscheinlich noch bedingt, aber diese mit Rusche geklebten Objekte halten eigentlich ziemlich lang.
00:23:28: also wie gesagt so.
00:23:30: Für Weise gibt's jetzt schon sechs, sieben, achttausend Jahre.
00:23:33: Längerhaltbar werden auf dieser Art Stücke mit den Menschen etwas Besonderes verbinden, die ihnen wertvoll sind zu denen es Geschichten zu erzählen gibt.
00:23:44: Es gibt schon einige, auch sehr emotionale.
00:23:47: Hatte mal eine Kundin, die hat dann das Objekt gehabt, das war eine Überraschung und sie hat ihn geweint und das hat mich dann auch irgendwie so berührt weil das war ein sehr emotionales Stück.
00:23:58: oder erst neulich eine Perle, die fast im ersten Jahrhundert war aus Rom von einer Goldschmiedin und zwar ist ein Stück abgebrochen Mich hinzu wie repariert und es ist der Hochzeitsring jetzt.
00:24:16: Und ja, solche Geschichten!
00:24:20: Ich finde das auch immer ganz spannend und schön wenn die Leute... also ich frag selten nach auf die meisten Erzählens gerne und ich find das auch ganz interessant und schön viel schichtig was die Geschichten von den Objekten sind.
00:24:36: Aber nicht nur für ihre Kunden und Kundinnen bringt ihr Monas Arbeit etwas Besonderes.
00:24:41: auch sie selbst
00:24:42: Liebt
00:24:43: ihr Handwerk?
00:24:44: So sehr, dass sie gelegentlich die Zeit vergesst und ganz darin versinkt.
00:24:48: Handwerklich habe ich jetzt einen Spuckmach oder eine Kollikaffee oder ein Stück Keramik.
00:24:53: Da steckt ja sehr viel Mühe und Hingabe dahinter.
00:24:58: Und es dauert ja auch bis man so einen Skill überhaupt entwickelt.
00:25:03: Wir sprechen da nicht nur von okay das mache ich jetzt mal, dann schaue mein Tutorial an und kann was sondern das muss in den Körper übergehen Wie wie zum Beispiel, wenn man ein Instrument spielt.
00:25:13: Der Körper hat ein Gedächtnis.
00:25:15: oder wenn man eine Choreografie übt das sind ja Abläufe von Bewegungen und okay meine ich so mit dem Körper im Tun dass man dann eben die Gedanken dann ausblendet weil man dann sehr im Moment ist in Prozess und so sehr im tun.
00:25:31: Man könnte auch sagen flow Ich glaube nur ich merk es nicht im Moment sondern immer.
00:25:36: erst manchmal kriegt er einen Anruf Es ist so viel Zeit vergangen dort.
00:25:41: Ja, Mona, wo bist du?
00:25:43: Wir haben doch gesagt ... blau-blau-blau-blau.
00:25:45: Und ich so, nein!
00:25:46: Ich habe es vergessen, weil ich mir keinen Wecker gestellt und ich war einfach so drinnen.
00:25:50: Und das mag ich sehr in meiner Arbeit.
00:25:53: Dass sich da richtig versinken kann.
00:25:57: Das finde ich
00:25:57: schön.".
00:25:58: Bevor wir gehen unterhalten wir uns aber noch mit Sonja die während des Gesprächs oben auf der Galerie, wo Mona auch normalerweise arbeitet gewerkt
00:26:07: hat.
00:26:08: Also ich sage immer, sie ist meine Praktikantin.
00:26:10: Das ist die Sonja!
00:26:11: Hallo!
00:26:13: Sonja was machst du gerade?
00:26:15: Ich repariere mein Hefe.
00:26:17: Das habe ich tatsächlich von Yamuna auch geschenkt bekommen und hab es dann zu Hause stehen gelassen unter einem Schrank.
00:26:24: Und wie ich zurückgekommen bin, ist der Schrank hinunter geflogen und das Hefe war kaputt.
00:26:30: Und ich war super traurig weil ich habe es dir keine Woche gehabt.
00:26:33: Aber glücklicherweise hatte Yamuna ja ein Kindzugestudio Und deswegen repariere ich auch gleich die Hefe, die ich von ihr geschenkt bekommen habe.
00:26:44: Jetzt haben wir ja vorhin gehört dass das ein langjähriger Prozess ist wo man viel Geduld brauchen muss.
00:26:49: Bei welchem Schritt bist du gerade und wie geht es dir da in Beziehung mit deinen beiden Hefeln?
00:26:54: Die jetzt eigentlich wunderschön ausschauen muss ich sagen!
00:26:56: Ja ich finde sie jetzt eigentlich auch schöner als vorher.
00:27:00: muss ich Messing, was er dann noch so eine Goldoptik hat.
00:27:07: Irgendwie das Ganze noch irgendwie veredelt und aufwertet.
00:27:13: Und jetzt ist es auch einfach super eigentlich künstlerisch aus, muss ich sagen.
00:27:21: Ich bin jetzt glücklicherweise beim allerletzten Schritt beim Polieren.
00:27:25: Wir haben jetzt beide vorher so gelacht und uns angeschaut weil diese Hefe glaube ich stehen seit einerinhalb Jahren hier.
00:27:32: Das war ein zum Geburtstag
00:27:33: geschenkt!
00:27:35: Und genau, also man hat ja mal mehr oder weniger Zeit und jetzt da bin ich wirklich sehr, sehr happy dass ich sie dann endlich mit nach Hause nehmen kann.
00:27:45: heute dann.
00:27:48: Wenn die Yamuna sagt das es ready ist...
00:27:51: Da zieht ihr das noch genau auf
00:27:54: den strengen Blick dann drauf, wo ob ich einen Schritt nochmal machen muss.
00:27:58: Zum Beispiel hier ja da sieht man dass der Unterlack ein bisschen durchkommt, da könnte man jetzt wenn man möchte natürlich nochmal drüber lackieren aber es ist voll funktional.
00:28:08: Also vielleicht nehme ich nur ein Hefel mit nach Hause heute?
00:28:11: Aber es will jetzt ganz was Besonderes für dich sein oder aus diesen...
00:28:15: Vorall also freue mich wirklich schon sehr darauf da das erste Mal draußen nicht trinken zu können und vielleicht werden wir die Hörte eigentlich noch ernen.
00:28:24: Ja, gut.
00:28:25: Ding braucht also Weile!
00:28:28: Was ich mir von dem Besuch bei Jamona mitnehme sind Worte wie Geduld, Wertschätzung, Nachhaltigkeit und Freude an Dingen mit Geschichten und Bedeutung.
00:28:39: Ich denke an Sachen – tatsächlich sind es oft auch Hefeu – die ich an besonderen Orten gekauft habe, die mich an etwas Schönes erinnern.
00:28:48: Ich passe sehr gut auf sie auf Aber falls doch mal etwas passiert, weiß ich jetzt wohin ich sie bringen kann.
00:28:56: Wenn Sie auch so ein Stück bzw.
00:28:58: Scherben daheim haben von denen Sie sich noch nicht trennen konnten – Ich verlinke den Kontakt zu Yamuna Valentai im Artikel zur heutigen Sendung.
00:29:07: Ebenso das Büchlein mit Gedanken zum Kind zugehen die zum Innerhalten Pausen machen und einen neuen Blick auf Wunden und Risse in unserem Leben inspirieren!
00:29:19: Mein Name ist Veronica Bonelli.
00:29:20: Das war die Sendung Perspektiven, Infos auf www.radio-classic.at.
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