leb- 260327#Judith Gahleitner_Podcast
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00:00:00: Mein Name ist Yurit Galaita.
00:00:03: Ich bin sechsundfünfzig Jahre alt, bin in Niederösterreich geboren in einem ganz kleinen Ort in Wulzeshofenweiler-Anderteyer.
00:00:12: Bin nach wie vor ein Niederostreich aber jetzt im südlichen Niederöstreichenbezirk Mödlinge.
00:00:18: Bin von Beruf sowohl Lebens- und Sozialberaterin als auch Radiologietechnologin in einer Ordination in Wien.
00:00:28: Ja, als Lebens- und Sozialberaterin bin ich selbstständig in verschiedensten Bereichen.
00:00:33: Also ich habe meine Schwerpunkte sind eben unter anderem Trauerbegleitung, Paarberatung und die Psychoinkologie.
00:00:42: Umfassender in der Begleitung von Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen geht es kaum mehr.
00:00:48: Judith Galleitner steht für so viele Bereiche, die wir in unserem Alltag zu bewältigen haben.
00:00:54: Zu den heutigen Lebenswegen begrüßt sich Stefan Hauser Und bevor Judith Galeitner näher darauf eingeht, schildert sie wie das alles gekommen ist.
00:01:04: Sie stammt aus einer Ärzte- und Lehrerfamilie und ist in der Nähe von Mistelbach aufgewachsen.
00:01:10: Ich habe soziales Engagement immer miterlebt.
00:01:14: Meine Mama war zwar größtenteils mit uns vier Kindern alleine, hat aber immer irgendwie Energie freigemacht und Zeit gefunden um andere Menschen zu unterstützen.
00:01:25: Eine Zeit lang habe ich überlegt auch Medizin zu studieren, habe auch kurze Zeit studiert, hab aber dann beschlossen, ich sattle um.
00:01:36: Damals hieß es zur Röntgenassistentin gemacht.
00:01:40: Und das war aber vorher schon in der Pubertät so, dass mir prinzipiell der Tod interessiert hat.
00:01:46: Mir war damals schon klar auch – ich meine klar, das versteht jedes Kind.
00:01:50: irgendwann endet jedes Leben!
00:01:53: Meistens kriegen wir das Kind schon mit, wenn Haustiere z.B.
00:01:56: versterben und die Großeltern versterbten.
00:02:00: Aber Jugendliche haben angefangen ein Buch zu lesen über Nahtoderlebnisse.
00:02:08: Was ist der Tod?
00:02:10: Was passiert da genau?
00:02:11: Wissen wir es nicht?
00:02:12: Das Einzige, was wir nachlesen können, ist von diesen Nahtoderlebnissen nur, wie es weitergeht.
00:02:20: Welche Erkenntnisse zieht man daraus?
00:02:35: dass so friedlich da drinnen klingen, für mich war das überhaupt nicht erschreckend.
00:02:55: So zufrieden und friedlich habe ich ihn da gesehen und ich war ja Kind damals.
00:03:03: Was ich damals schon auch gemerkt hab ist... ...das was wirklich wehtut, ist dann die Lücke, die der Mensch hinterlässt.
00:03:11: Das hat sich dann wieder bestätigt bei den Großmüttern dann auch und beim zweiten Großvater.
00:03:16: Diese Lücke Schwierig, also es ist schwierig manchmal damit umzugehen mit dem Feelen des Menschen.
00:03:26: Mit dem Tod selber.
00:03:28: vor dem habe ich persönlich jetzt auch gar keine Angst aber wie die meisten Menschen vor den Schmerzen eventuell vorher.
00:03:37: und wie wird das Sterben so sein?
00:03:39: Judith Gauleitner startet mit dem Studium der Medizin sattelt aber um und wird Radiologie Technologin.
00:03:47: Damit ist sie an der Schnittstelle von Medizin, Technik und Patientenversorgung tätig.
00:03:53: Aber... Meine Suche ging immer weiter!
00:03:55: Ich wollte immer direkt mit Menschen zusammenarbeiten was ich ja im Röntgen auch mache.
00:04:01: aber das ist der Kontakt sehr kurz und somit ist es nicht gut möglich eine gute Verbindung zu den Menschen aufzubauen weil ein Mammografeter bin in fünf Minuten fertig in Wahrheit Und haben mir auf die Suche gemacht und bin gekommen, also theoretisch wusste ich hier schon einiges über Suspits.
00:04:21: Wo es überall Suspids gibt und palliativ Medizin und bin gestoßen auf den Lebenstrauern-Sterbebegleiter der Voraussetzung ist damit man im Suspitz mitarbeiten darf.
00:04:32: Dann habe ich geschaut wo gibt diesen Kurs damals ja noch was ein bisschen schwieriger herauszufinden wo wird welcher Kurs veranstaltet?
00:04:39: heute gehen Sie Internet.
00:04:40: das war damals nicht ganz so oder etwas länger gebraucht.
00:04:43: Ich habe im Kardineuil Könighaus diesen Kurs gemacht und habe dann begonnen in dem mobilen Caritas Hospiz.
00:04:52: Für mich war klar, dass ich ehrenamtliche Mitarbeiterin sein werde weil als Radiologie-Technologin habe ich keine Möglichkeit irgendetwas hauptamtlich im Hospiz Team zu tun.
00:05:06: Also ehrenamtlich, das heißt ich habe es zusätzlich zu meinen normalen vierzig Stunden gemacht und hatte ganz, ganz tolle Begegnungen.
00:05:15: Das mobile Caritasusbeatz betreut die Menschen zu Hause.
00:05:19: Das Team des Betreuts war damals super Spitzenklasse.
00:05:25: also wir Ehrenamtlichen wurden sehr gut betreuten hatten eine Supervision die Ärzte waren toll die hauptamtlichen Schwestern Seelsorger wunderbar.
00:05:37: Also gleich meine erste Patientin, die insgesamt eineinhalb Jahre sogar betreut habe.
00:05:43: Die war alleinstehend jetzt beide Kinder im Krieg verloren.
00:05:47: Die wurden deportiert, der Mann ist gestorben.
00:05:50: sie war alleine hatte Leberkrebs und hat eigentlich Ansprache und Beschäftigung gebraucht.
00:05:56: Ich bin mit ihr einkaufen gegangen hab mir ihre Lebensgeschichte angehört.
00:06:01: Wir haben viel geredet wir haben viel gelacht auch Und wir haben Fotosortiert zum Beispiel.
00:06:09: Sie hat dann irgendwann beschlossen, sie legt sich einen Hund zu und mit dem Hund auch spazieren gegangen.
00:06:15: Und wie gesagt nach einem halben Jahr ging die Betreuung zu Hause nicht mehr.
00:06:20: Dann kamen sie in ein stationäres Hospiz.
00:06:24: Spannend war auch genau zu der Zeit, wo ich das erste Mal schwanger bin.
00:06:28: Ich bin bei ihr im stationären Hospiz gesessen.
00:06:31: Sie war sterbend Ich schwanger.
00:06:36: Wir haben gedacht, wirklich so nahe können Leben und Tod beieinander sein.
00:06:42: Und es war schön.
00:06:43: Sie konnte in Ruhe entschlafen.
00:06:46: War wunderbar umsorgend im stationären Hospiz.
00:06:49: Die wird jetzt noch ganz liebes Foto von ihr zu Hause hängen.
00:06:54: Alle Betreuungen waren natürlich nicht so lang.
00:06:56: Das war meine erste und meine längste Betreuung.
00:07:00: Manche waren auch nur ganz kurz.
00:07:04: Also meine Tätigkeit war die Menschen beschäftigen, zuhören, teilweise einkaufen gehen.
00:07:14: Das war aber wirklich nur teilweise aus dem Leben erzählen lassen.
00:07:20: Manche Patientinnen haben es auch genossen wenn ich von meinem Leben erzählt habe.
00:07:24: da kam was von draußen.
00:07:26: leben war eine sehr, sehr gute Zeit.
00:07:30: Ich habe nur dann meine zwei Kinder bekommen und habe immer wieder zwischendurch auch im Hospiz gearbeitet.
00:07:37: Und irgendwann habe ich es einfach zeitlich nicht mehr hinkriegt ehrenamtlich noch dazu, im Hospi zu arbeiten – insgesamt von zwölf
00:07:45: Jahren.".
00:11:26: Für die Balance im Leben in Beziehungen und in der Arbeit, dafür steht Judith Galeitner, die sie in den Lebenswegen hören.
00:11:35: Nach ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Hospizbegleitung Geht es für Sie nach der Geburt Ihrer Tochter in die Lebens- und Sozialberatung?
00:11:44: Diese bietet sich auch gegenwärtig an.
00:11:46: Also als Lebens-und Sozialberater dürfen wir Menschen in allen Krisen des Lebens begleiten, und deren gibt es viele!
00:11:55: Unsere Grenzen sind medizinische Diagnosen – das heißt ob sie jetzt psychisch oder körperlich sind, eher körperlicher weniger, aber psychische Diagnose Endet unser Tätigkeitsbereich, da übergeben wir an die Psychotherapeutin.
00:12:11: Aber es gibt ganz viele Menschen, die keine Diagnosen haben.
00:12:16: und wo es Krisen im Leben gibt – sei es jetzt Ehe-Krise, finanzielle Krise – wo will ich überhaupt in dem Leben hin?
00:12:23: Was ist mein Sinn des Lebens?
00:12:25: Trauer gehört dazu.
00:12:27: Krisen können wir alle in jeder Form.
00:12:32: Dann geht's um gute Begleitung!
00:12:35: Meistens kommen Menschen zu mir, die schon länger mit irgendwas hadern.
00:12:40: Also es ist auch eine große Hürde jemanden fremden Menschen anzurufen dem was erzählen aus dem eigenen Leben womit man Schwierigkeiten hat weil was wir gut machen das erzählt man doch viel lieber und wir wollen uns ja auch als gut und nett und lieb darstellen oder präsentieren, das fällt uns einfach ohne viel leichter.
00:13:04: Aber dann zu jemandem wildfremden Gehen und sagen dessen, dass es echt mehr Problem ist.
00:13:09: Das ist eine riesengroße Hürde!
00:13:12: Und das braucht so seine Zeit auch bis es reift.
00:13:15: Es gibt so diesem Vergleich des Rates Leidens.
00:13:17: Das muss einfach das leiden, muss ein gewisses Maß erreicht haben damit wir was tun.
00:13:23: Das bei jedem Menschen unterschiedlich.
00:13:25: der Leidendruck ist unterschiedlich den wir aushalten, aber das dauert.
00:13:29: Das ist meistens ein Prozess.
00:13:31: Manchmal wird man auch von Mitmenschen geschubst und sagt du holt ihr Unterstützung?
00:13:36: Such dir jemanden!
00:13:37: Aber prinzipiell sind es meistens Dinge die die Menschen schon länger mit Sicherung schleppen.
00:13:43: Viele kommen durch einen Tipp einer anderen Person zu Judith Galaitner.
00:13:48: Sie hat aber auch eine eigene Website mit der Adresse www.juditgalaitner.at wo sie auch ein Kontaktformular ausfügen können und sich ihre Adresse- und Telefonnummer findet.
00:14:00: Diese lautet Null, sechs, sieben, sechs, neun, sieb, drei, acht, drei zwei
00:14:06: eins.
00:14:06: Und schon nochmal anzurufen ist schon immer super!
00:14:09: Ich habe mal ganz, ganz toll... Wenn es möglich ist, nehme ich mir kurz Zeit oder ich rufe dann eben zurück für ein kurzes Gespräch.
00:14:18: aber das ist jetzt kein langes Gespräch, weil vieles kann ich dann erst mir anschauen wenn ich den Menschen kennenlernen.
00:14:28: Weil erstmal gebe ich keine Ratschläge, zweitens ist jeder Mensch ganz individuell.
00:14:35: Jeder Mensch ist spannend.
00:14:36: Wir haben jede unsere ganz persönliche Geschichte und aus dem heraus schauen wir was möglich ist in der Situation.
00:14:44: Also das ist eigentlich immer so wenn Menschen anrufen bei Dann machen wir uns relativ schnell an Termin aus.
00:14:50: Ich nehme dann Zeit, ein, eineinhalb manchmal auch zwei Stunden.
00:14:54: Es kommt auch ganz auf das Thema an also bei Paaren eher etwas länger Zeit meistens einmal zum Kennen lernen so eine Stunde und dann schaue ich ja mal worum geht es überhaupt?
00:15:05: Das heißt Mach nicht nur zu Hause mein Beratungsraum auf, sondern auch Raum für alles.
00:15:12: was ist eigentlich da.
00:15:13: Worum geht es überhaupt?
00:15:15: Wer ist der Mensch, der da ist?
00:15:18: und ganz wichtig ist das für mich.
00:15:20: Also es gibt so diese Einteilungen von drei verschiedenen Beratungssettings.
00:15:25: Das eine ist der Fachmann, da gehen wir hin zum Steuerberater, zum Installateur, das ist der Fachmann oder die Fachfrau und holen uns seine Expertise befolgen sie oder holen unseren zweiten Rat hier nach dem.
00:15:38: Des Anderes ist Arzt-Patientengespräch, das gefällt noch ein bisschen größer.
00:15:43: Der Arzt ist der und der uns auch gleich redet, eventuell wohin begleitet und gleich was macht.
00:15:53: In der Beratung ist es anders.
00:15:55: Ich habe natürlich schon viel an Ausbildung und viel an Wissen aber den Menschen selber kenne ich nicht.
00:16:01: Ich gehe mit ihm gemeinsam.
00:16:03: Das heißt wir schauen.
00:16:05: am besten ist natürlich wenn der Klient aufgrund meiner Fragen selber dann auf einen Lösungsvorschlag kommt Weil der viel leichter zum Umsetzen ist, es ist ja seine Idee gewesen.
00:16:20: Und so gehen wir gemeinsam und ich begleite, leite schon ein bisschen.
00:16:27: wie gesagt gezielte Fragen führen auch manchmal in eine bestimmte Richtung.
00:16:32: Der Vorteil ist halt dass ich als komplett außenstehender Fragen stellen kann die sie manchen Menschen noch nie vorher gestellt haben.
00:16:41: Zum Beispiel hat meine Klientin erzählt, sie fühlt sich so verlassen jetzt.
00:16:46: Ihr Mann ist verstorben und sie fühlte sich so verlassen.
00:16:49: Und ihr habt dann, nachdem sie mir die Situation näher erklärt hat und über die Beziehung etwas erzählt hat, habe ich sie gefragt, kennen Sie das?
00:16:57: Ist es alleine gelassen auch von irgendwo?
00:17:01: Da war man plötzlich an einem Punkt der ihr selbst nicht bewusst war... gab eine bestimmte Situation in der Kindheit und das hat sie voll dran erinnert, sie wurde jetzt wieder alleine gelassen.
00:17:16: Manche Fragen stellen sich viele Menschen nicht.
00:17:19: Meinungsverschiedenheiten sind in Beziehungen normal aber die Art des Umgangs entscheidet über die Beziehungskwalität denn wir sind unterschiedlich und dass auch in der Wahrnehmung um zu Ansichten zu Themen des Lebens.
00:17:34: Also wenn mir jemand erzählt in meiner Beziehung, wir streiten nie und das passt alles.
00:17:37: Und da wäre er hellhörig.
00:17:39: Ich denke mal, es kann nicht sein!
00:17:40: Wir sind einfach unterschiedliche Persönlichkeiten und prinzipiell Streiten.
00:17:45: Es kommt nur auf die Heftigkeiten, auf die Häufigkeit an aber Streiten zeugt Reibungen, Wärme – ja?
00:17:51: Das ist auch was Gutes und wir wachsen ja alle durch Streits eher in Bezug auf Diskussionen und Unterschiedlichkeiten.
00:18:00: Diese Unterschiedlichkeiten haben auch Vorteile.
00:18:03: Das Beste ist natürlich, wenn wir gemeinsam – also als Paar – gemeinsam durchs Leben gehen und uns an der Hand nehmen.
00:18:10: Und uns in schwierigen Situationen nicht auslassen, sondern versuchen gemeinsam durchzugehen.
00:18:17: Was ich mir anschaue, ist die Dynamik, die dieses Paar entwickelt hat.
00:18:23: Die Streit-Dynamik.
00:18:25: Die meisten erzählen nämlich auch, es geht dann nicht mehr um ... Das ist ja aus dem Brot für die Kinder oder es beginnt bei dieser bekannten Zambastartube.
00:18:38: Aber das sind alles nur Auslöser, sondern jedes Paar hat eine bestimmte Dynamik in dem sie sich befindet, so eine Streitdynamik und je öfter das passiert desto explosiver ist auch diese Mischung.
00:18:54: Zum Beispiel diese klassische Situation, die Frau ist zu Hause mit den Kindern.
00:19:00: Die Kinder sind anstrengend der Haushalt gehört gemacht.
00:19:03: Die ist ziemlich erledigt am Abend.
00:19:05: Da Mann natürlich auch.
00:19:06: Der war ja auch den ganzen Tag arbeiten.
00:19:10: beide werden vom anderen weniger Wert geschätzt und gesehen, weil es einfach so in ihrem Hamsterrad und im Eigtag drinnen sein können wir alle.
00:19:22: Und aus dieser Not heraus sozusagen passiert's manchmal zum Beispiel bei der Frau dass sie eigentlich möchte sie gesehen werden für das was sie den ganzen Tag getan hat.
00:19:34: ein bisschen Anerkennung für das war sie den Ganzen da getan hat.
00:19:40: Leider sind wir Menschen da ein bisschen komisch und formulieren das oft nicht in Bitten oder sehr Wertschätzung, sondern sehr oft kommen Vorwürfe.
00:19:53: In einem Buch ist es so gut beschrieben diese Du-Du-Pistole du machst nicht!
00:19:57: Und du sollst!
00:20:00: Das ist ein Angriff.
00:20:01: wie reagieren wir auf Angriff?
00:20:03: entweder mit Gegenangriff oder mit Verteidigung?
00:20:06: So läuft es sehr oft ab.
00:20:33: Ja, der Alltag kann Paare auffressen.
00:20:37: da Routine, Kinder, Beruf und Haushalt oft die Energie rauben und die Beziehung in den Hintergrund drängen.
00:20:45: Das führt häufig zur Distanz, Lustlosigkeit und nebeneinander herleben.
00:20:50: Judith Gleitner, Experten für Paarberatung sagt
00:20:55: Wenn wir auch wirklich darauf achten dass die Paarbeziehungen nach wie vor besteht und dass sie gut besteht.
00:21:01: Wenn man da unten links was ankommt, das wird bezeichnet als Elternpaar Dilemma.
00:21:05: Zuerst ist alles wunderschön, rosa-rote Brille und wunderbar!
00:21:09: Und wir heiraten, es läuft alles so wunderbar und toll – die Krönung kommt jetzt noch ein Kind.
00:21:15: Die ganze Aufmerksamkeit liegt natürlich beim Kind.
00:21:18: Alles wird durcheinander gewürfelt.
00:21:21: Nichts ist mehr wie vorher.
00:21:22: wieder der Schlafrhythmus oder das Essen oder die Finanzen Noch die Aufteilung des Haushalts, es gibt fast nichts was gleich bleibt.
00:21:30: Die ganze Aufmerksamkeit liegt beim Kind und wenn wir nicht aktiv auch auf die Paarbeziehungen achten, auf den Umgang miteinander dann kann sie im Alltag eng werden.
00:21:44: das stimmt ja Aber das liegt an uns und wir können jederzeit die Steuer wieder umdrehen.
00:21:50: Und so wie einen Scheinwerfer den Fokus genau wieder dorthin legen und sagen, wer ist der Mensch eigentlich, den er mir geheiratet hat?
00:21:59: Den ich eigentlich liebe!
00:22:00: Zeige ich es ihm eigentlich früher.
00:22:04: Meistens ist es so, dass am Anfang Geschenke, Liebe Worte und Augen leuchten wenn der Andere kommt.
00:22:13: Irgendwie geht es leider verloren, aber es liegt an uns um das wieder zurückholen.
00:22:18: Ob wir dieses Leuchten in den Augen kriegen und einfach nur mehr sagen schön dass du da bist
00:22:22: zum Beispiel.
00:25:57: Judith Görleitner ist Beraterin für viele Lebenssituationen.
00:26:02: Sie bietet auch paar Beratungen an professionelle kurzzeitige Unterstützung für Paare in Krisen oder schwierigen Phasen Um Kommunikation zu verbessern Konflikte zu lösen und Beziehungsmuster zu klären.
00:26:17: Kann man von Erfolge- und Misserfolg reden, wenn man ein paar Beratungen anspruch nimmt?
00:26:23: Dazu sagt sie!
00:26:24: Also wenn man Erfolg bezeichnet als die Beziehung wird besser – ja es gibt auch Menschen, die drinnen sich.
00:26:34: Freunde bleiben nach einer Trennung ist möglich erfordert aber ehrliche Absichten emotionale Distanz und Zeit.
00:26:45: Also meistens habe ich dann keinen Kontakt mehr zu dem Paar, das heißt die kann ich nicht genau sagen.
00:26:51: Aus meiner privaten Erfahrung funktioniert es meistens nichts.
00:26:55: Manchmal funktioniert sehr gut wenn's um ein Elternpaar geht, die als Vater und Mutter als Eltern nach wie vor funktionieren obwohl sie geschieden sind dass sie als Team, als Vater und Mutter für die Kinder nach wie vor da sind.
00:27:11: Also insofern als Freunde könnte man sagen ja aber sonst eher weniger.
00:27:17: Judith Gleitner hat im täglichen Ton mit allerlei Problem von Menschen zu tun.
00:27:23: Wie schafft sie es aber persönlich davon Abstand und Distanz zu gewinnen?
00:27:28: Meine Klienten dürfen bei mir alles abladen – bei mir im Raum Aber ich nehme's nicht persönlich Bei mir im Raum, es ist eigentlich ein relativ kleiner Beratungsraum wo viel viel viel passiert und da darf alles passieren.
00:27:41: Da darf auch theoretisch während einer Trauerbegleitung, wenn es der Anlass so will, einfach gelacht werden, wenn wir dafür tun werden, es darf alles sein!
00:27:51: Es wird auch sehr sehr sehr viel abgeladen.
00:27:55: also eine Klientin von mir hat irgendwann gesagt, Judith du bist der beste Abstellplatz für mich Genau, aber ich persönlich nehme es nicht.
00:28:04: Das hilft dem Klienten nicht und mir schon gar nicht – meiner Familie auch nicht!
00:28:10: Ich nehme's nicht, ja?
00:28:12: Es gibt... Manchmal für mich auch Situationen, es gibt Beratungen.
00:28:16: Es gibt Lebenssituationen wo ich immer denke das ist wirklich ganz schwierig.
00:28:21: dann gehe ich auch in super Vision.
00:28:24: Wer sich für sich selber die Frage stellt brauche ich überhaupt Beratung für mein Leben?
00:28:28: Ich komme eh mit allem klar und löse es dem beziehungsweise der gibt die Expertin folgendes mit auf den Weg
00:28:37: Also brauchen so geht's ein bisschen plakativ würden viele Menschen Weil jeder von uns irgendwann auf Schwierigkeiten stößt oder in Lebenssituationen gerät, die sehr schwierig sind und wo es gut ist sich Unterstützung zu wollen.
00:28:57: Es gibt viele Menschen auch, die wunderbar durch alles alleine durchmarschieren oder sehr enge soziale Kontakte haben und mithilfe der Freunde-Familie da durchgehen.
00:29:12: Problem oder die Erkrankung zum Beispiel, der Tod sich da abspielt ist es manchmal ganz gut sich externen Unterstützung zu holen.
00:29:21: Es gibt viele Krisen auch im Arbeitsbereich in der Paarbeziehung, auch im Struktur finden.
00:29:28: also meine älteste Klientin ist siebenundachtzig und da geht's um das Thema Einsamkeit.
00:29:38: Ich muss meinen Körper immer wieder neu kennenlernen, weil er verändert sich.
00:29:43: Was machen die Kinder?
00:29:45: Was machen Die Enkelkinder?
00:29:46: Wie hat sich die Welt verändert?
00:29:48: Ich bin dort Ansprechpartner und die Klientin lässt ganz viel immer da diese eine Stunde.
00:29:55: Und sie ist dankbar.
00:29:55: von ihrer Kindheit kommt da viel aus der Kriegszeit!
00:29:58: Und die Kinder wollen das schon nie mehr hören, die haben das ja schon tausendmal gehört... Auch tausendmal erzählen, für mich ist es okay.
00:30:06: Es ist Erleichterung und es geht um Linderung der Einsamkeit.
00:30:10: Also es gibt ganz viele Lebenssituationen wo Lebens- und Sozialberater weiterhelfen können.
00:30:17: Wer kennt das nicht?
00:30:18: Dass einem vielleicht manchmal alles über den Kopf wächst!
00:30:22: Ein zu vieler Stress kann ins Burnout führen.
00:30:26: auch dazu bietet Judith Galeitner Beratung.
00:30:29: Wir leben so ein Sozialberator dürfen in der Burnout-Prävention arbeiten und nachher im Burnout.
00:30:36: direkt dürfen wir nicht.
00:30:37: Das sind die Ärztin, die da arbeiten dran?
00:30:40: Das schwierige Burn out in der Prävention ist halt hauptsächlich das ein Zeichen möglichst direkt und gut ins Burn Out zu laufen.
00:30:50: Und der Anführungszeichen ist dass wir uns selbst nicht mehr spüren.
00:30:54: Wir gehen über die Grenzen drüber.
00:30:56: Das heißt wenn jemand schon einmal spürt Jetzt, klar, ich brauche Unterstützung.
00:31:03: So kann ich nicht weiter
00:31:04: tun.".
00:31:05: Ist das schon mal der erste Superschritt?
00:31:08: Weil die, die es nicht spüren, laufen sowieso direkt dorthin und kommen auch nicht zu mir.
00:31:13: Aber die, sie merken, ich schlafe nicht mehr gut.
00:31:18: Dass es nicht gut schlafen ist auf den Kriterien.
00:31:21: Ich schlaf nicht mehr.
00:31:23: Ich merke ... Meine Familie hat gesagt, ich komme überhaupt nicht mehr zur Ruhe.
00:31:29: Das schauen wir uns dann an.
00:31:31: Ich lerne den Menschen kennen und frage ganz, ganz viel ab.
00:31:36: Und dann geht es darum welche Motivation steckt in diesem Weitertum?
00:31:42: Warum steigt Dieser Mensch immer über seine Grenzen drüber, über die körperlichen und über die mentalen Grenzen besteigt immer so seine Grenze.
00:31:53: Was lässt ihn laufen?
00:31:54: Was steckt eigentlich wirklich darunter?
00:31:57: Ihr habt die Erforderung gemacht mit normalem Zeitmanagement, Energie-Management kommen halt wirklich weiter.
00:32:03: Niemand ist blöd!
00:32:04: Wir wissen alle das wir Pausen einhalten sollten.
00:32:07: Also was zog in niemandem.
00:32:09: Weil es wissen wir alle ja... Sondern es geht darum Was steckt tief in diesen Menschen drunter?
00:32:17: Was motiviert ihn, über die Grenzen darüber zu gehen und sich eigentlich selbst kaputtzumachen.
00:32:23: Was ist der Punkt?
00:32:26: Will ich nach wie vor meiner Familie beweisen oder meinem Vater beweisen?
00:32:30: Ich kann es!
00:32:31: Ich schaffe es!
00:32:32: Ist das der Perfektionismus?
00:32:34: Was ist es was da wirklich druntersteckt?
00:32:36: Das lässt dich manchmal auf ein- oder zwei Sätze herunterbrechen Und da frage ich ganz, ganz viel und irgendwann sind wir dort.
00:32:45: Themenwechsel Die Diagnoseprostkrebs ist für die Betroffenen ein einschneidendes Erlebnis.
00:32:53: Die Welt steht still der Boden wird unter den Füßen weggezogen Zwischen der medizinischen Versorgung und der Unterstützung durch das Umfeld tut sich manchmal eine Lücke auf die wederärzte Therapeuten oder Familie und Freunde ausfühlen können.
00:33:10: Judith Galatner begleite der krankte Frauen als psychosoziale Beraterin.
00:33:16: Als Radiologie-Technologin, deren Schwerpunkt auf der Mammografie liegt, arbeitet sie seit dreißig Jahren im Röntgen und kennt viele Ängste und Sorgen rund um das Thema.
00:33:27: Ich bin ja eben auch nach wie vor Radiologie-Technologin.
00:33:31: Das heißt, ich fertige Röntgenbilder an und mein persönlicher Schwerpunkt ist dort die Mammografie.
00:33:37: D.h.,
00:33:37: ich arbeite seit zweiunddreißig Jahren unter anderem mit Frauen, die Brustkrebs hatten.
00:33:48: Teilweise erlebe ich es mit wenn sie die Diagnosen kriegen.
00:33:53: Ich sehe die Bilder schon vor mir – ich bin aber nicht der Arzt!
00:33:57: Prinzipiell dieses Thema beschäftigt mich seit zweiunddreißig Jahren.
00:34:02: Prinzipiell das Thema Brustkrebs, ja?
00:34:04: Ich hab's immer wieder auch so erlebt gerade wenn schon noch mal was war dann sind die Frauen eher nicht nervös bei der Mammografie und da braucht es sehr viel Einfüllungsvermögen dass sich die Frauen das sozusagen gefallen lassen, weil angenehm ist.
00:34:22: keine Mammographie, das ist mir vollkommen klar.
00:34:25: Und ich durfte eben in einem Lehrgang der Psycho-Onkologie, dürfte ich teilnehmen oder doch ein halbes Jahr gedauert.
00:34:33: In meiner Funktion als Radiologeetechnologin durfte ich das.
00:34:37: Ich kann es Gott sei Dank kombinieren mit meinem Wissen aus Lebens- und Sozialberaterinnen, mit der Trauerbegleitung, mit meinem medizinischen Wissen wobei ich mich medizinisch gar nicht einmische.
00:34:51: Diagnosen in keine Therapien goa nix, das bleibt alles bei den Ärzten.
00:34:56: Mir geht es darum wie geht's den Patientinnen?
00:35:00: Sie dürfen bei mir wenn sie bei mir sind wütend sein auf alles.
00:35:07: Sie dürfen sich über die Familie ärgern was ja im Familienkonstrukt darf man das nicht rauslassen.
00:35:16: Und auch die Angehörigen dürfen zu mir kommen.
00:35:19: Angehörtige von Krebserkrankten dürfen in die Beratung kommen, also dürfen ist der für überhaupt jeder!
00:35:27: Aber... Die brauchen sie ja oft auch Unterstützung.
00:35:30: Wie gehe ich damit um mit dieser Unmacht, mit dieser Machtlosigkeit?
00:35:34: Ich muss zuschauen wie mein geliebter Mann, meine geliebte Frau, meinen Kind vielleicht leidet.
00:35:42: Da geht es dann in der Beratung darum welche Emotionen sind da.
00:35:46: Das sind meistens Ärgerwut, Schuld, Schuldgedanken... Da kann man ganz viele Emotion und bei mir dürfen alle
00:35:57: da sein!
00:35:58: psycho-onkologische Beratung, Trauerbegleitung, Paarberatung und einiges mehr.
00:36:05: Darüber haben Sie heute in den Lebenswegen erfahren!
00:36:08: Wenn sie mit Judith Galeitner in Kontakt treten möchten, dann sehen Sie nochmals auf Ihre Homepage www.judithgaleitna.at verwiesen.
00:36:17: Abschließend gibt sie motivierende Gedanken mit auf den Weg.
00:36:22: Also meiner Meinung nach ist es nach allen Krisen in welcher Art?
00:36:29: die auch immer gestaltet sind, wieder möglich ein wirklich glückliches Leben zu führen.
00:36:35: Es wird anders sein.
00:36:38: Lebensfreude zu finden klingt manchmal schwierig ist möglich und Unterstützung zu holen ist eine Stärke.
00:36:50: zu sagen ich kann einfach nicht mehr kommen bitte irgendwer weiter aus.
00:36:54: das ist stärker Und wir schauen gemeinsam, welche Ressourcen stecken in jedem Menschen drinnen und es gibt keine aussichtslosen Situation.
00:37:05: Aber wenn sie im Moment so ausschaut – das ist mir vollkommen klar – es gibt Situationen die schauen komplett ausweglos aus aber es ist immer irgendwo was sichtbar und wenn man schon einmal einen Schritt in eine Richtung geht dann eröffnen sich andere Wege auch mit dem Leben wieder.
00:37:25: schön Ja.
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