per- 260519#Bauernkriege_2025_26_Religion

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00:00:00: Im Fokus steht dabei das fünfhundertste Jubiläum der großen Bauernaufstände im deutschsprachigen Raum, der Jahre fifteen-fünfundzwanzig und fünfzehnsechsundzwantzig sowie der vierhundertster Jahrestag des oberösterreichischen Bauangricks von sechzehnzechsund zwanzig.

00:00:25: So finden bei der Kommunale in Obelstreich, in siebenundzwanzig Gemeinden über hundertdreißig Veranstaltungen, Lesungen und Radtouren statt.

00:00:34: Die zentrale Ausstellung Bauernkrieg XVI-XVI Zwischengeschichte und Fiktion im Schlossmuseum Linz beleuchteten Aufstand.

00:00:42: vom Mai bis zur Niederlage im November XVI XXVI an der Uni Salzburg sowie dem Karl Schwarzenberg Haus gab es Fachtagungen, die den sogenannten großen Bauernkrieg und dessen gesellschaftliche Parallelen zur heutigen Zeit wissenschaftlich und historisch aufarbeiteten.

00:01:00: Die historischen Bauerngriege, die von XVIV-XIV bis XVVI in weiten Teilen Mitteleuropas tropten, gelten als die größte Volkserhebung vor der französischen Revolution.

00:01:12: Sie forderten gesellschaftlichen Gleichheit, den gerechten Zugang zu Ressourcen sowie die Freiheit der

00:01:18: Meinungsäußerung.".

00:01:19: Wir beschäftigen uns heute in den Perspektiven, zu denen sie Stefan Hauser begrüßt.

00:01:25: Um die Bahnbefreiung des Jahres fünftzehn fünfundzwanzig.

00:01:29: Die Bahnen nahmen die Schrift Martin Luthers von der Freiheit eines Christenmenschen zum Anders ihres Aufwuchs.

00:01:36: Dabei wollte Luther nichts mit dem Aufstand zu tun haben und da kommt die Person von Thomas Münzer ins Spiel.

00:01:44: aber Münzer ist er anders eher bezahlt aber in der Folge mit seinem Leben.

00:01:49: Der evangelische Theologie und Altbischof Michael Böncker analysierten Münzers Verhalten, und zieht Analogien in die Gegenwart.

00:01:58: Mehr in der folgenden Sendung!

00:02:20: Sie kämpften für eine gerechtere Welt und scheiterten am Ende.

00:02:23: Von XVIV-XVIII bis XVII-XVI zogen die Bauern in den Krieg gegen den Adel.

00:02:30: Inspiriert von den Veränderungen, die die Reformation mit sich brachte beriefen sich die Bauern in West- und Süddeutschland auf Gottes Gesetzung Agrarechte und Freiheit der Unterdrückung durch Adelige und Grundbesitzer zu fordern.

00:02:44: Doch der Versuch endete in einer politischen Katastrophe.

00:02:48: Also die Frage nach den Ursachen des sogenannten Bauernkriegs.

00:02:52: Man kann noch darüber nachdenken, wie die Bezeichnung Krieg überhaupt zu verstehen ist.

00:02:57: Weil das ja sehr ungleich war.

00:02:59: So hat sich das eingebürgert dieses Ereignis als Brauankrieg zu bezeichnen.

00:03:04: Die Frage nach den Ursachen ist gar nicht so einfach weil es ein ganzes Bündel von Ursachen gewesen

00:03:09: ist."

00:03:10: Sagt der evangelisch-lutterische Altbischof der Kirche Augsburger Bekenntnisses und Theologe Michael Böncker.

00:03:17: Es gibt vor allem, und das beschreiben wir die Historikerinnen auch sehr genau eine Veränderung in den Arbeitsbedingungen unter denen die bäuerliche Bevölkerung damals gestanden ist.

00:03:29: von der reinen Subsistenzwirtschaft.

00:03:32: wird es immer mehr zu einer Marktwirtschaft, dass was Bauern produzieren auch das, was sie an Arbeitszeit zur Verfügung stellen können.

00:03:39: Die Transportleistungen, zu denen sie verpflichtet waren und die Frontdienste und das alles, wird plötzlich eine marktförmige Ware.

00:03:46: Es entsteht so etwas wie der Frühkapitalismus – und man produziert plötzlich Flachs!

00:03:51: Kein Bauer braucht für den Eigenbedarf Flachss.

00:03:55: Aber für den Handel war er notwendig.

00:03:57: Und diese Veränderungen sind so massiv, dass die Bauern regional sich zusammen tun – es ist ein regionales Ereignis, beginnt da im schweizerischen Südwestdeutschen Raum und setzt sich dann fort bis nach Thüringen aber nicht bis in den Norden Deutschlands oder auch nicht in andere Länder außer Österreich.

00:04:15: Das ist so ein Ausreißer.

00:04:16: noch Österreich herein.

00:04:17: Beginnt diese Aufruhr-Empörungs... Bewegung, Aufflehnungsbewegungen die sich hauptsächlich gegen die Grundbesitzer richtet.

00:04:25: Und die zwölf Artikel von Memmingen vom März fünft und fünfundzwanzig sind glaube ich ein sehr eindrucksvolles Dokument immer noch.

00:04:31: Um das Jahr fifteenhundert besteht die Bevölkerung zu achtzig Prozent aus Bauern.

00:04:36: Zu drei Prozent als Adel.

00:04:38: der Rest der Bevölkerung sind Steter.

00:04:40: Die größte Bevölkerungsgruppe muss die Last des Staates tragen.

00:04:44: Die Bauern finanzieren mit ihren Abgaben den Adel und die Geistlichkeit haben aber gleichzeitig kaum politische Rechte.

00:04:52: Dann verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation, nach vierzehn Fünfzig erholt sich die Bevölkerung von der großen Pest – das heißt, die Bevölkerungszahl wächst!

00:05:01: Da es aber nicht mehr zu verteilen als früher gibt werden die Leute ärmer.

00:05:05: Missernten verschärfen noch die Lage.

00:05:08: trotzdem verlangende Herrschenden weiterhin hohe Abgaben von den

00:05:11: Bauern.".

00:05:12: Die Bauern müssen also einen großen Teil ihrer Ernte um ihres Verdienstes abgeben und außerdem noch Dienste, zum Beispiel Handwerkliche Arbeiten leisten.

00:05:21: So bleibt ihnen nur wenig zum Leben.

00:05:24: Besonders belastend ist die sogenannte Abgabe im Todesfall.

00:05:27: Wenn ein Bauer stirbt muss seine Familie das beste Gewand und das beste Stück Vieh an den Grundherren abgeben.

00:05:33: Diese Belastung zerstört zu manche bäuerliche Existenz.

00:05:38: Viele Bahnen leben in Leib-Eigenschaft, das heißt sie sind die Untertanen und Diener ihres Grundherrn und müssen ihm gehauchen.

00:05:45: Eigene Rechte haben sie kaum!

00:05:47: Zum Beispiel dürfen Sie Ihren Wohnsitz nur mit Erlaubnis des Herrn wechseln und nicht einfach heiraten wenn Sie wollen.

00:05:53: Auch vor Gericht ziehen die Bahnen oft den Kürzerinnen – und Ihre Gemeinde dürfen Sie auch nicht selbst verwalten.

00:05:59: Fünfzehnzwanzig veröffentlicht der ehemalige Mönche und Kirchenkritiker Martin Luthers ein Werk von der Freiheit eines Christen Menschen.

00:06:08: Darin schreibt er unter anderem, ein Christenmensch ist ein Freier Herr über alle Dinge und niemand untertan.

00:06:14: Viele Bauern füllen sich durch Luthers Worte unterstützt in ihrer Forderung nach einem Ende der Leibeigenschaft.

00:06:20: Doch das ist ein Missverständnis!

00:06:22: Luther bezieht sich nicht auf das Leben auf Erden sondern auf das leben nach dem Tod.

00:06:27: Er meint mit Freiheit die Freiheit des Menschen, der vor Gott von seinen Sünden erlöst wird – nicht die Befreiung.

00:06:35: Denn Luther ist der Meinung, dass weltliche Forderungen nicht mit der Bibel begründet werden dürfen.

00:06:40: Er sieht zwar die Probleme der Bauern aber trotzdem sollen sie seiner Meinung nach ihren Herrn gehorchen.

00:06:45: Also

00:06:45: Luther hat fifteenhundertzwanzig bei den drei großen reformatorischen Schriften – das ist die Babylonische Gefangenschaft der Kirche an dem christlichen Adl-Deutscher Nation und eben die dritte kürzeste von der Freiheit eines Christenmenschen ist begegierig aufgenommen worden.

00:07:02: Das Stichwort der Freiheit war etwas, das für die bäuerliche Bevölkerung ganz besonders wichtig war – also für Männer wie Frauen natürlich und besonders für die, die unter Verhältnissen leben mussten, wo die Leib-Eigenschaft noch gegeben war.

00:07:17: Die Leibeigenschaft hat ja ganz massive Auswirkungen gehabt auf die Lebensbedingungen.

00:07:22: Die Menschen mussten um Erlaubnis fragen, ihre Grundherren um Erlaubnisfragen, wenn sie geheiratet haben.

00:07:28: Es wurde noch ihrem Tod, noch eine Orte Sterbesteuer von den Nachkommen eingehoben und sie wurden zur Arbeiten verpflichtet.

00:07:35: also es war wirklich ein Zustand der Unfreiheit die sehr verständlich macht das plötzlich das Wort Freiheit ganz oben steht und auf dem Fahnen steht und das bezieht sich auf Luthers Schrift.

00:07:50: Rom treu geblieben waren, haben auch sehr schnell den Verdacht geäußert Luther ist an dieser Aufruhr schuld.

00:07:58: Er hat mit seiner Schrift und überhaupt mit dem Gedanken der Reformation die Türe geöffnet dass diese aufruhr möglich geworden ist.

00:08:05: Und vielleicht hat Luther aus diesem Grund besonders heftig das von sich gewiesen, diesen Vorwurf und besonders massiv einen anderen Schuldigen gesucht.

00:08:15: Nämlich den Saatern von Allstedt, Thomas

00:08:18: Münzer.".

00:08:18: Im März, im März von zwanzig, treffen sich Vertretungen vom Bauanschaften aus dem Allgäu Oberschwaben und dem Bodenseeraum in der Freien Reichstadt Memminge.

00:08:28: Sie gilt als Hochburg der Reformation, also der Bewegung die von Martin Lutter angestoßen wurde und eine Umgestaltung unter Neuerungen der katholischen Kirche fordert.

00:08:38: Die Vertreter der Bahnschaft wollen das göttliche Recht einführen – sie fassen ihre Beschwerden in zwölf Artikeln zusammen, die sie mit der Obrigkeit verhandeln wollen.

00:08:46: Ein zentraler Punkt ist natürlich die Aufhebung der Leibengenschaft!

00:08:50: Die Bahnen wollen aber auch ihrem Fahrer frei wählen dürfen um sicher zu sein dass er auch wirklich ihre Interessen

00:08:57: verdritt.".

00:08:58: Sie fordern bessere Lebensbedingungen, das recht auf Jagd und Fischfang.

00:09:01: Sie möchten an der Abholzung der Wälder teilhaben – und die Frontdienste an den Herren sollen reduziert

00:09:06: werden.".

00:09:07: Die evangelische Theologe Michael Bömker führt dazu aus.

00:09:11: Der erste Artikel ist so typisch Reformation, würde ich mal sagen.

00:09:14: Das Recht dem Fahrer zu wählen und wenn er predigt die rein und lauter nur das Evangelium verkündigt.

00:09:21: Da sind lauter Dinge, die wir aus der Reformation von anderen Orten oder von anderen Kreisen auch kennen.

00:09:26: Aber dann kommen typische Punkte, die das bäuerliche Leben betreffen Und da ist es Jagdrecht und das Weiderecht und Fischereirecht natürlich ganz oben zu sehen.

00:09:37: Die Leibengenschaft wird... wird eigentlich infrage gestellt.

00:09:42: Und das auch mit einem religiösen Hintergrund, Christus hat uns durch sein Blut alle erlöst in gleicher Weise und dieses Blut teilen wir sogar in der Eucharistie.

00:09:52: evangelisches Verständnis, haben auch den Kälch für alle.

00:09:58: Das spielt da eine große Rolle und insofern sind diese Memmingen Artikel Nicht nur ein frühes Dokument von Grund- und Freiheitsrechten, vielleicht so etwas wie einen Vorläufer dem späteren Menschenrechte.

00:10:11: Sondern auch ein Artikel, was man aus religiöser biblischer Überzeugung an Folgerungen ziehen kann für das Zusammenleben der Menschen – insofern sind sie schon

00:10:21: revolutionär.".

00:10:22: Er

00:10:22: kämpfte für soziale Gerechtigkeit zuletzt mit dem Schwert Für deinen Wort Thomas Müntzein Aufrührer schwärmer ja gewalttätiger Irrer Für die anderen ein Vorläufer des Sozialismus und Anwalt der Menschenrechte am Beginn der Neuzeit.

00:10:37: Vermutlich gegen Ende XIV, XIX, wird Münzer im Harz als Sohn eines Handwerkers unter der Bäuerin geboren – ein Durchläuft erfolgreich die klassische Bildung!

00:10:47: XVVI schreibt er sich an der Fakultät in Leipzig ein.

00:10:51: Ab XVII studiert er in Frankfurt an der Odertheologie und Philosophie.

00:10:55: ab XVIV ist der Priester in mehreren Orten in Mitteldeutschland.

00:11:00: Schon früh bekommt Münzer Kontakt zu den Ideen der Reformation.

00:11:04: Fünfzehn, siebzehn und achtzehn als Luther seine fünfundneinzig Thesen veröffentlicht studiert er zeitweise in Wittenberg.

00:11:10: ab.

00:11:10: etwa fünfzehneunzehn gilt er als Lutterana.

00:11:13: Fünftenzwanzig wird auf Empfehlung Luthers Prediger in Zwickau.

00:11:17: Dort lernt Münzer die sozialen Probleme einer damaligen Großstadt kennen und trifft auf schwärmerische Erweckungsbewegungen, die religiöse Vision mit scharfer Sozialkritik verbinden.

00:11:28: Münzer liebt sein Leben wie im Zeitraffer.

00:11:31: Als Zwickau wieder als unruhe Stifter verjagt, er macht Stationen in Prag dann wieder Wittenberg.

00:11:36: Ab fünfton-dreirundzwanzig wird der Prediger in Allstedt.

00:11:39: Dort gründet er mit der früheren Nonne Ottilie von Gersen eine Familie.

00:11:43: Noch vor Luther reformiert Münzer den Gottesdienst, verdeutst die lateinische Messe und erneuert den Gemeindegesang.

00:11:50: Das Volk soll zu seinen Predigten geströmt sein Die evangelische Altbischof Michael Böncker mit seiner Entschätzung zu Thomas

00:11:59: Münzer.

00:12:08: Schriften gibt es einige von ihm, ja.

00:12:10: Aber wenn man davon abseht was Martin Luther und Philipp Medanchton unmittelbar nach dem Scheitern des Bauernkrieges also nach dem Frühjahr fünftundzwanzig an Verteufelung des Domas Münzer betrieben haben er war plötzlich der Bauernführer der Schuld wäre an all diesem was da geschehen ist.

00:12:31: Was ja so pauschal nicht stimmt dann Da taucht er eigentlich erst wieder auf, im Zuge der maksistischen Deutung des Bauernkrieges.

00:12:41: Friedrich Engels schreibt das Buch Der Deutsche Bauern Krieg Mitte des neunzeiten Jahrhundertes.

00:12:46: Plötzlich wird es ein Vorläufer der späteren Revolutionen und dann beginnt dieses Interesse an dieser Auflehnung die letzte große Auflehnung, die sie in späteren deutschen Ländern gegeben hat.

00:13:02: Und besonders im zwanzigsten Jahrhundert wird dann die Deutung der Person Thomas Münzers besonders umstritten.

00:13:08: Erns Bloch schreibt, der Theologe der Revolution, die DDR verklärt ihn quasi als den Anführer der sogenannten frühbürgerlichen Revolution.

00:13:19: also er wird plötzlich kriegt plötzlich eine Rolle und eine Funktion, die in allen Seiten wahrscheinlich übertrieben ist.

00:13:27: Sowohl die Verteufelung, die Frühe durch Luther und andere wie auch die Verklärung durch Engels, Bloch und DDR sind wahrscheinlich gar nicht zutreffend.

00:13:38: Thomas Mützers Mystik und seine Äußerungen im Allgemeinen sind für seine Zeit gewagt.

00:13:42: Seine Theorie des Erlebens des Gotteswortes weit über Luthas Solars Kriptur hinaus entfremdet den jungen Predigerzeitig von seinem einstigen Vorbild Luther.

00:13:52: Es vermischt sich stets mit seinen politischen Ansichten und ergibt so einen eindringlichen und eskatologischen Ruf zur Umkehr, nicht nur im religiösen, sondern betont auch im weltlichen Bereich.

00:14:03: Münzer kann sich so in einem Anschluss an den Bauernaufstand in den Fünfzehnzwanzigerjahren nicht erwehren – und dies ohne das lutarische Protektorrat!

00:14:11: Münzer war der festen Überzeugung, dass der Unbruch im Inneren der Seele entscheidend ist und das Gott zu uns nicht nur durch die Schrift und durch die Worte der Bibel spricht, sondern auch durch Träume, Prophezeiungen, Eingewungen im Inneren der Seele typisch mystisch.

00:14:31: Er war ein Apokalyptiker.

00:14:33: Das heißt er erwartete das herannahende Weltende morgen lieber früher als später und er war dann letztlich auch ein Revolutionär weil ihm Klar war, dass dieser innere Umbruch in der Seele des Menschen dort wo Gott den Menschen quasi neu macht.

00:14:52: Dass das nicht ohne Folgen sein kann für das politische und soziale Zusammenleben.

00:15:00: Also Luther und Münzer haben ja vieles gemeinsam gehabt.

00:15:04: Das muss ich jetzt gar nicht aufzählen.

00:15:06: Das Wichtigste was sie gemeinsam hatten, sie hatten beide wenig Ahnung vom Leben der Bauern weil sie standen beide aus dem Bergbaumilieu und das war eine andere Welt als die, die die Bauern hatten.

00:15:18: Sie hatten auch noch weiters gemeinsam dass sie ihre Forderungen mit der Bibel begründet haben.

00:15:24: Luther forderte den Gehorsam unter der weltlichen Ofrigkeit mit biblischer Begründung.

00:15:30: Münzer begründete ein Widerstandsrecht gegen die Ofrigkeit mit biblischer Begriffung.

00:15:34: Das heißt die biblischen Begründungen sind immer zu diskutieren und immer in Frage zu stellen Das Münzer sich relativ spät den aufständischen Bauern angeschlossen hat.

00:15:47: Das hängt natürlich mit seiner Biografie zusammen, also das heranahende Weltende war ihm so bedrängend dass er gemeint hat Das würde jetzt durch diesen Aufruhr, durch diese Empörung befördert.

00:16:02: Und er schließt sich dann eigentlich erst in Allstedt, und zwei Jahre vor seinem Tod, diesen Bewegungen anerbesucht an die Haufen der Bauern – wie sie genannt wurden – die Haufe in Nürnberg und Schwaben und auch in der Schweiz.

00:16:19: Und dann, wie er in Mühlhausen ist, dann ist es endgültig, dass er auch selber zur Beteiligung an diesem Aufstand aufruft.

00:16:27: Auch zur Gewaltaufruft und sich den Bauernhaufen in Frankenhausen anschließt mit drei Hundert Leuten aus Mühlhause und dort diese schreckliche Niederlage erleben

00:16:38: muss.".

00:16:38: Der Baunaufstand war keiner der extrem armen, sagte evangelische Altbischof Michael Pünker.

00:16:43: Die Bauern waren nicht in einer schrecklichen existenziellen Notsituation, aber sie waren unfrei.

00:16:50: Und diese Unfreiheit ist plötzlich wohl auch durch die Reformation, aber nicht nur vielleicht auch durch den Humanismus und durch andere Bewegungen, die die damalige Zeit völlig umgedreht haben... Diese Unfreiheit, als besonders bedrückend empfunden worden und aus der herauszukommen haben sich die Bauern organisiert.

00:17:09: Und haben begonnen eine Gesellschaft wie man so will anzustreben wo es nicht mehr diese Herrschaftsinstanzen gibt.

00:17:18: Sie richten sich besonders gegen die Klöster am Anfang.

00:17:21: Es waren ja über sechshundert Klöstar geblündert.

00:17:25: Das geschieht meistens auch ohne Gewalt.

00:17:28: Der sogenannte Bauernkrieg war weit hin nicht mit Gewalt gegen Menschen verbunden.

00:17:34: Das werden Schlösser und Burgen angezündet, ja aber bis auf diese Blut Ostern von Weinsberg sind schreckliche Gewaltdaten gegen die Ade liegen oder gegen Klosterleute gar nicht überliefert.

00:17:48: Umgekehrt natürlich schon.

00:17:49: also die Fürsten waren in ihrer Gewaltlättigkeit gegenüber den Bauern wirklich nicht simperlich.

00:17:53: es sind ja mehr als hunderttausend ums Leben gekommen also gedötet worden Bauern, Bauersleuten, Männerfrauen und auch Kinder.

00:18:04: Also es war glaube ich dieses Freiheitsversprechen das war das Entscheidende und das spielt ja in den Zwölffartikeln, in die Memmingartikel noch eine ganz zentrale Rolle.

00:18:14: und das hat gezündet.

00:18:16: und dann kommen die sozialen und politischen und wirtschaftlichen Missstände und Ungerechtigkeiten dazu, die sicherlich schlimmer waren als sie heute sind.

00:18:26: aber Es hat sich schon vorher Bauernaufstände gegeben, den armen Kornrad und den Bundschuhn.

00:18:32: Das zieht sich ja so ein bisschen durch durch mehrere Generationen.

00:18:36: Dieser Bauernkrieg scheitert im Frühjahr, in den deutschen Ländern, in Österreich gibt es dann noch späte Ausläufer bis ins siebzehnte Jahrhundert, sechzehnhundertzwanzig oberösterreichischer Bauern.

00:18:48: Krieg also das war immer wieder auch zu spüren.

00:18:52: aber letztlich kommt die Bauernbefreiung erst im neunzeiten Jahrhunderte.

00:18:55: In Frankenhausen kommt es im Mai-Fünfzehn, Fünfundzwanzig zu einer der bedeutendsten Schlachten während des Bauernkriegs.

00:19:01: Hier werden die Aufständischen unter Thomas Münzer durch ein Fürsten her vollständig besiegt.

00:19:06: Ein besonderes Charakteristikum dieses Krieges ist sein versetzter Ablauf.

00:19:10: In manchen Regionen ist der Bauern Krieg schon beendet, während er woanders erst beginnt.

00:19:15: Luther spricht sich am Höhepunkt auseinandersetzungen für die Fürsten und gegen sie – wir nennen rasenden Hunde aus!

00:19:22: Hat Luther damit die Bauern verratten?

00:19:24: Also, die letzten Äußerungen zum Bauernkrieg wieder.

00:19:28: Die mörderischen und träuberischen Rotten der Bauern aus dem April-Fünfzehn-Fünfundzwanzig.

00:19:34: Das gehört sicher zu den Schattensseiten.

00:19:36: Der große Reformator ist ja für uns kein Heiliger.

00:19:39: Er hat seine deutlichen Schattenseiten.

00:19:41: sein Teufelsglaube gehört dazu oder der Antisemitismus gehört dazu aber auch dieser Unmäßige Gewaltoffruf gegen die Bauern und die Legitimation, dass die Fürsten wie einen tollen Hund soll man einen aufständischen Menschen erschlagen.

00:19:56: Luther hat einfach gar nicht verstanden und akzeptiert das die Freiheit von der er spricht, die Freiheit eines Christenmenschen, dass sie auch sich im weltlichen Leben... alltäglichen Leben niederschlagen sollte.

00:20:09: Das hat er nicht akzeptiert, das ist ihm vorgekommen als würde man sie ganz ins Fleisch ziehen also ganz wie soll man sagen materialisieren und das war im Ganz zu Wider.

00:20:20: Also es ist wirklich interessant wie massiv Luther hier polemisiert.

00:20:25: gegen diese Tendenz der Memminger Artikel muss man sagen.

00:20:29: Das hatte der Münzer nicht getan, das waren die Memminge Artikel die das gemacht haben.

00:20:33: und deswegen dieser Aufruf.

00:20:35: Die Adeligen Herren waren sich dann letztlich alle einig, ob die noch Rom treu waren oder schon reformatorisch.

00:20:41: Der Philipp von Hessen war schon, wenn man so viel evangelisch.

00:20:45: Aber der Georg von Sachsen und vor allem die Grafen von Mansfeld, die waren ganz rom treu.

00:20:51: Und die waren sich da ganz einig mit ihren Panzerreitern.

00:20:55: Sie schlachten diese Leute einfach ab!

00:20:59: Das muss man sagen.

00:21:00: das ist ein gutes Stück auch dem Luther zuzuschreiben.

00:21:06: Schwer auch ohne ihn geschehen, aber er hat es nicht nur nicht verhindert sondern auch noch befördert.

00:21:12: Die Unterlegenheit der Bauern hat gewisse Gründe.

00:21:14: sie sind unerfahren im Kampf und den Rittern auch in ihrer Ausrüstung hoffnungslos unterlegen.

00:21:19: Mit umgearbeiteten Arbeitsgeräten ziehen sie in den Krieg mit Dreschpflegeln und Sauspießen gegen Rüstungen Schwierter und Kanonen.

00:21:27: Zwar gählen das dem Bauern hin und wieder Kanonen zu obern.

00:21:29: diese können sich aber nicht richtig bedienen.

00:21:32: außerdem sind sie schlecht organisiert Sie sind sich nicht einig in ihren Zielen und es fehlt an einer übergeordneten Leitung.

00:21:38: Die Führsten

00:21:39: verfügten über Söldner Heere, die Sölden waren plötzlich frei und quasi arbeitslos nachdem dort in Italien die Sache ausgekämpft war und Kalder Fünfte in Bavaria also Rom besiegt hatte, die Päpstlichen und Italiener.

00:21:54: Die Franzosen kamen in diese Söldnerhäre zurück und standen zur Verfügung, wenn man so will.

00:22:00: Der Schwäbische Bund war der erste Zusammengeschluss von Fürsten gegen die aufständischen Bauern.

00:22:05: Er wird von Georg von Walzburg kommandiert den sogenannten Bauerjörg ein besonderer Bluthund.

00:22:12: Und der hat sich sehr geschickt verhalten, wenn diese Bauernhaufen zu groß waren!

00:22:17: Wenn das über sechstausend Leute waren, was ja manchmal der Fall war, dann hat er sich aufs Verhandeln verlegt.

00:22:22: Wenn sie aber in einer überschaubaren Größe waren, hat er ganz brutal zugeschlagen und... Die Söldner-Häre waren einfach waffentechnisch völlig überlegen.

00:22:32: Die Bauern haben sich in so Wagenburgen zurückgezogen und haben versucht, die zu verteidigen.

00:22:36: Und die Gepanzertenreiter mit ihren Lanzen und den Schwertern sind da einfach durchgebrochen und haben diese ... die Bauern scharen einfach zersprengt und ja erschlagen und umgebrocht Wenn sie militärische Führer hatten, es gibt ja diese berühmte Episode mit dem Götz von Perlich Hingen und Florian Geier und anderen.

00:23:00: Zum Teil haben wir wohl auch militärerfahrene Leute auf Seite der Bauern sich engagiert oder gekämpft.

00:23:07: Dann hat die Sache schon ein Stück anders ausgeschaut.

00:23:10: Waffen beschafften Sie sich indem Sie die Schlösser und Burgen ausgeblündet haben.

00:23:16: Ob sie mit diesem Waffengut umgehen konnten, ist ja die Frage.

00:23:18: Das war sicher ein Ungleichgewicht in der Bewaffnung.

00:23:21: Man kann jetzt nicht wirklich von einem symmetrischen Krieg sprechen, sondern es war ein Aufstand einer weitgehenden zivilen Bevölkerung, die sich halt irgendwie... Die waren halt unterwegs, die Paaren sind da von Ort zu Ort gezogen und von Kloster zu Kloster haben die Viehsteiche leer gefischt und die Keller leer getrunken.

00:23:38: Ja das wars mehr oder weniger Münzer und Luther und alle Reformatoren waren sich einig, der Klerus soll nicht mehr herrschen.

00:23:47: Dass die Klöster derartig viel Eigentum haben war ihnen allen ein Zuwider und hat ja auch zu großen Sekularisierungswellen geführt.

00:23:57: Münzer war allerdings auch der Meinung dass die Herren – die großen Hansen wie er sie nennt also die Adeligen – net sich darauf verlassen können das Sie immer die Herrschätten sein werden.

00:24:09: Sondern er sagt ja in der Fürstenpredigt, in der sogenannten, vom Juli, fifteenhundertzwanzig.

00:24:15: Er sagt da ihnen Ja Sie können sich nur darauf verlassen dass sie an der Macht bleiben wenn sie das Evangelium einhalten und Wenn sie das nicht mehr tun sollten wird Gott ihnen quasi das Schwert nehmen.

00:24:29: Das heißt der Münzer hat dieses dreifache mittelalterliche Schema mit den drei Ständen schon aufgebrochen Und das war sicherlich etwas was die adeligen Herrn, nicht nur seine größten Feinde die Grafen von Mansfeld sondern auch der Philipp von Hessen.

00:24:48: Das haben sie nie akzeptiert, dass da jemand ihre Position infrage stellt letztlich und das hat er mit so schon getan insofern ist die Bezeichnung ein Revolutionär, nicht ganz aus der Luft gegriffen im Unterschied zu Luther.

00:25:01: Luther hat die Adeligen die Herrschaft nicht angedastet.

00:25:05: Die entgültige Befreiung der Bauern liest noch mehr als zweihundertfünfzig Jahre auf sich warten.

00:25:10: Erst achtzehnhundertsieben wird die Leib-Eigenschaft in Preußen abgeschafft, während der Besatzungszeit durch den französischen Herrscher Napoleon.

00:25:18: Was blieb und bleibt von Thomas Münzer und der Vision der Baueren?

00:25:22: Die evangelische Theologie im Bündner dazu?

00:25:24: Also ich glaube von ihm bleibt Das kann man jetzt nicht geradlinig sagen.

00:25:29: Der hat von Demokratien und nichts gewusst, das war auch nicht sein Thema.

00:25:34: Es gibt von ihm keine Verfassung für den Staat wie von Michael Geismair oder so.

00:25:39: Das hat es im Bauernkrieg ja gegeben aber vom Münzer gibt's das nicht.

00:25:43: Von Münzer gibts Visionen wie die Welt untergehen wird.

00:25:47: Auf indirekten Weg hat er schon auch beigetragen dazu, dass es letztlich zu einer Demokratie gekommen ist.

00:25:53: Und die Demokratie ist ja bei uns nicht vom Himmel gefallen und uns geschenkt worden, sondern die wurde.

00:25:58: er kämpft!

00:25:59: Das ist schon ein Erbe von Leuten wie Thomas Münzer – eher nicht allein aber viele andere.

00:26:04: Ich finde das beeindruckend, daß es in Mexiko ein kleines Dorf gibt im Chiapas, d.h.

00:26:11: Thomas Münzern, primär Agrarista Thomas Münza.

00:26:17: als Ahnherr der Bodenreform genommen, einer der sich für die Anliegen der bäuerlichen Menschen, bäerliche Gesellschaft einsetzt.

00:26:26: Spielt die Baumbefreiung eine Rolle für die Möglichkeiten und Grenzen der Reformation?

00:26:30: Also ich würde heute sagen man sagt nicht mehr Luther oder Münzer sondern sagt man braucht Was wir Martin Luther verdanken natürlich genauso wie die Öffnung zur Welt und das Engagement auch aus dem Glauben heraus, dass wir letztlich Thomas Münzer verdanken.

00:26:48: Wir lehnen bei Beiden die Gewaltverherrlichung ab.

00:26:52: Münzer hat am Schluss die Gewald verheerlicht, Luther hat die Gewalvorherrlicht, die die Fürsten ausüben sollen.

00:26:58: also das lehneln wir heute auf jeden Fall ab.

00:27:01: Niemand verteidigt mehr Gewalt als religiösen Gründen.

00:27:04: Man kann sagen, dass beide auf ihre Art unterschiedlich mitbeigetragen haben dazu.

00:27:09: Dass sich in Europa so etwas entwickelt hat wie eine Demokratie, wie Menschenrechte und diese Form von Zusammenleben – wie wir es heute kennen.

00:27:20: Das glaube ich kann man schon mit Einschränkungen natürlich auch ein bisschen als Ahnherrn dafür bezeichnen werden.

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