Arizona Lady

Shownotes

Cowboys, Pferderennen und die ganz großen Gefühle! Das alles und mehr bringt die letzte, posthum uraufgeführte Operette Emmerich Kálmáns auf die Bühne der Oper Graz. Wer kennt schon das Werk Arizona Lady? Marion Eigl hat mit dem Regisseur Christian Thausing, der mit Kai Tietje eine gründliche Überarbeitung vorgenommen hat, und mit der Sopranistin Corina Koller (im Stück Nelly Nettelton, im Bild rechts mit rosa Hut) über das Stück und die Produktion gesprochen.

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00:00:03:

00:00:11: Herzlich willkommen, meine Damen und Herren!

00:00:13: Zu dieser Ausgabe unserer Senderei mit der Oper Graz begrüßt sie Marion Eigel ganz herzlich.

00:00:20: Wir sprechen über die wohl einzige Western-Operette der Musikgeschichte Emmerich Karlmanns Arizona Lady, derzeit zu erleben an der Oper Gratz.

00:00:32: Eine Operette in zwei Akten aus dem Jahr nineteen vierund fünfzig auf ein Libreto von Alfred Grünwald und Gustav Bier.

00:00:42: In einer Bearbeitung von Kai Tietje, eine Inszenierung von Christian Tausing ist Kallmanns Western-Operette zum ersten Mal seit nineteen vierunfünfzig seit dem Uraufführungsjahr wieder in Graz zu erleben.

00:00:59: Starke Frauen, Cowboys, Pferderinnen.

00:01:01: Eine Ranch und ganz große Gefühle!

00:01:05: Ich habe für diese Sendung den Regisseur Christianthausing und Nelly Natilton Corinna Koller getroffen.

00:01:14: Dazu gibt es natürlich Musik.

00:01:16: Wir bringen in der Sendung Ausschnitte aus der Orchester-Hauptprobe.

00:01:20: Mein Name ist Corinna Colla.

00:01:21: ich bin Sopranistin hier im Haus In dieser Produktion über die wir heute reden, Nelly Nettleton.

00:01:29: Die Supretta in Arizona Lady!

00:01:32: Ich bin gebürtige Leomnerin aber im Jahr twohntausend neun nach Graz gezogen um hier Kunstgeschichte zu studieren natürlich immer auch mit einem Aug Richtung Gesangsstudium und ich war auch lange Statistin am Haus weil ich unbedingt im Opernhaus arbeiten wollte.

00:01:48: Die Oper ist mein Zuhause.

00:01:49: seit ich in Graz lebe ist es mein zweites Zuhauses.

00:01:53: Ich bin seit fünf Jahren aus Hommelmitglied.

00:01:56: Direkt vom Studium auf die Bühne, das war ein großes Geschenk ist es immer noch... Das passt auch immer noch?

00:02:03: Es passt sehr gut!

00:02:04: Es werden die Rollen immer spannender und neue Herausforderungen.

00:02:07: Man lernt jede Spielzeit dazu man entwickelt sich als Sänger natürlich weiter Und ich finde es schön dass hier unterstützt wird und dass ich sozusagen hier aufgebaut werde Vom Stadtist ins Opernstudio zum Aus-Hommel mitglied Hauptrollen in schönen Opernproduktionen.

00:02:23: Also alles dabei!

00:02:25: Mein Name ist Christian Tausing, bin der Regisseur des Stücks.

00:02:29: Genau.

00:02:30: Wie erkennen Sie vom Spitzentuch der Königin natürlich?

00:02:33: Ja das hoffe ich war auch eine tolle Sache.

00:02:38: das Straußjahr zu eröffnen und das vor allem wieder renovierte Theater an der Wien damals wieder zu eröffnen hat sehr viel Spaß gemacht und war eine toller Produktion.

00:02:47: Auch Christian Tausig ist so wie Corinna Koller ein steirisches Gewächs.

00:02:52: Ja, mich verbindet nicht nur sehr viel mit Graz und auch sehr viel der Grazer Opa.

00:02:55: Meine Mutter war hier bei den Grazer Philharmonikern und ich bin quasi in der Dirigentenloge oft zwischen geparkt worden.

00:03:03: in den Vorstellungen habe so sehr früh schon sehr viele Inszenierungen und sehr viel Opa und Operette und Musical mitbekommen.

00:03:11: Ich bin dann aber selber nach Wien gegangen zum Studieren, dann in die Schweiz.

00:03:16: Meine ersten Jobs waren in der Schweiz und ich bin mit meiner Familie wieder zurückgekommen nach Graz und habe als Fixenjob, als Brotjob quasi Regiersisterin und Spielleiter hier an der Oper Graz gemacht und habe so das Handwerk hier in Graz noch mal gelernt von der PK auf wirklich tollen Regisseuren assistieren dürfen.

00:03:36: Und seit einigen Jahren mache ich meine eigenen Produktionen und es ist immer schön, das Opernhaus Graz an die Oper Graz zurückzukehren als Regisseur und hier eine Produktion zu machen.

00:03:45: Was war die letzte Produktion von Ihnen?

00:03:48: Das war auf der Studiobühne Kriegstelle.

00:03:50: vorwähre hier eine Jugendoper von Felix Marius Lange.

00:03:55: sehr relevant finde ich ein tolles Stück und davor war Anna Tefka auf der Hauptbühne.

00:04:02: Übrigens mein erstes Stück auch an der Oper GraZ Sozusagen verbindet mich und den Christian sehr, sehr viel.

00:04:10: Ich war die Zweitbesetzung.

00:04:10: von Hodel wurde aus dem Uni angerufen dass ich jetzt mit der Zweit-Besetzung mitproben soll und so haben sich unsere Wege damals schon gekreuzt.

00:04:20: Wollte dazu sagen muss das unsere wege sicher schon sehr lange kreuzen denn wie die Corinna gesagt hat sie kommt ja aus Leoben und ich mache seit zehnt zwölfzehn am Stadthärter Leoben dort Operetta.

00:04:30: wir haben die Operettentradition dort wieder aufleben lassen Und die Corinna war unsere erste Rosalinda.

00:04:36: Wir haben mit Fledermaus damals begonnen und seitdem haben wir jetzt, glaube ich, acht, neun Produktionen zusammengemacht?

00:04:43: Erst meinen stammen Regisseur Christian!

00:04:46: Ich habe von ihm sehr viel gelernt...und ich glaube es ist...ich lerne immer noch sehr viel.

00:04:55: Die Stimmung passt in unserer Gesprächsrunde Zeit für einen ersten Ausschnitt.

00:05:00: aus Emmerich Kahlmann's Arizona League Mach ich Keilmann?

00:08:13: Arizona Lady, die wohl einzige Western-Operette in der Musikgeschichte derzeit zu erleben an der Oper Graz.

00:08:20: Der Regisseur Christian Tausing und die Nerle Nettleton Corinna Koller sind zu Gast.

00:08:26: Sprechen wir doch über das

00:08:28: gar nicht

00:08:30: leichte Genre-Oparette!

00:08:33: Ich persönlich komme ein bisschen aus der Filmecke auch und muss sagen, dass ich sehr gerne Dialoge arbeite.

00:08:39: Dass ich das Sprechtheater auch sehr schätze-und sehr liebe.

00:08:43: Und die Kombination eben aus Sprechtheater und Musiktheater ist Operette und Musical Und da liegt mir die Operette sehr nah, weil ich ja mit diesen ganzen Filmen auch aufgewachsen bin aus der Zeit ein bisschen so und ich finde es ist nach wie vor relevant.

00:08:58: Vielleicht nicht politisch relevant oder auch politisch irrelevant aber vor allem gesellschaftlich relevant sind eigentlich immer die gleichen Themen um die wir sich seit Jahrhunderten anscheinend im Kreis drehen und vor allem der große Spaß daran.

00:09:10: also es muss Spaß machen und findet die Arbeit.

00:09:13: Ich arbeite natürlich auch gerne an einem Wottseck oder an zeitgenössischen U-Aufführungen, auch an ernsten Themen.

00:09:22: Aber wenn man dann denkt, man hat sechs Wochen Operette, irgendwann wird das ganze Leben schon zur Operette!

00:09:29: Da muss man wieder mal ein Break machen.

00:09:31: aber im Grunde genommen mache ich sehr gerne und liebe die Genre und möchte einfach dass sich Leute gut unterhalten und vielleicht noch was mitnehmen.

00:09:40: Ja, aus Singersich kann ich hundert Prozent sagen es ist das Schwierigste was man machen kann.

00:09:44: Also... Ich tanze wahnsinnig gern!

00:09:46: Ich wollte mal prima Ballerina werden Das war's dann nicht.

00:09:48: Aber ich verbinde gerne meine Tanz, meinen Gesang und mein Sprechen.

00:09:54: Ich spiel gern auch die unterschiedlichsten Charaktere Und in der Operette finde ich das alles wieder.

00:10:00: Ich stelle aber schon fest dass es mir mehr abverlangt jeden Abend eine Operette zu spielen Mehr ab verlangt als zum Beispiel für Deligi zu singen auf die Größe der Rolle, auf die Schwierigkeit vom Mozart eigentlich absurd ist.

00:10:13: Aber die Verbindung zwischen aus einer Dialogszene in den Gesang zu gehen verlangt das Stimme so viel ab und auch körperlich ganz anders etwas darstellen zu müssen weil man von der Operette mehr Leichtigkeit verlangte oder mehr Bewegung verlangtt.

00:10:28: In einer Fertilitarie in der zweiten legt man irgendwie gefühlt drei Minuten mal am Boden dann steht man langsam auf und geht zur Rampe vor.

00:10:35: also In keiner Operettenaarie bin ich jemals am Boden gelegen und dann nur gestolziert.

00:10:40: Schade, es wäre leichter.

00:10:42: Kann ja noch

00:10:43: kommen!

00:10:43: Wer weiß, was noch kommt?

00:10:45: Die lustige Alte...

00:10:47: Ich glaube das ist vor allem eines der Unterschätzersten Genres.

00:10:50: Also unterschätzt die Operettendarsteller.

00:10:54: Es gibt ja diesen Operettendarsteller, da gibt's ja nur noch ganz wenige, die diese Kunstform auch wirklich gerne ausüben und auch ausreichend damit Jobs quasi bekommen.

00:11:03: Könnten Sie gewinnen?

00:11:09: Also ich finde, es gibt einen den ich auf jeden Fall nennen muss.

00:11:11: Ist auch ein großer Erfolg Gott sei Dank jetzt gefällt mich persönlich sehr.

00:11:14: für ihn ist der Janosch Mischuretz.

00:11:16: Das ist so eine richtige Operettendarsteller.

00:11:18: Alte Schule Operettentarsteller

00:11:20: Ja aber eben nicht nur alte Schule sondern eben auch ein heutiger Schauspieler Der sich Gedanken macht Aber eben kein reiner Schauspiller Kein reiner Sänger Sondern eben genau das was die Operette braucht und was es früher viel gegeben hat Was jetzt ja natürlich abgelöst wurde durch Musicaldarsteller.

00:11:38: Es ist etwas anderes.

00:11:39: Es ist von der Stimmlage her anders, es ist vom Stimmvolumen her anders.

00:11:42: Es sind doch näher am Schauspiel als an der Musik natürlich auch sehr musikalisch oder klar.

00:11:50: Ich glaube das Wichtigste ist der Cast bei einer Operette wie in Filmen Und das wird oft unterschätzt auch, glaube ich.

00:11:56: Also ich glaube es ist wichtig, dass man eben gute Dialogsprecher hat die aber dann auch über des Melodramen... Das ist ja finde ich die Meisterkunst in der Operette, dass sie dieses Melodrahmen erarbeiten sowohl von den Musikern vom musikalischen Leiter als auch dann Regie und den Darstellern, Sängerinnen wo das dann alles ineinander übergeht und im Idealfall auch mit Choreografien wo man nicht erkennt, also da gibt noch die Rheo-Barrette klar getrennt ist.

00:12:23: Auf mir wie der Allfall, ist es ein großes Melange, ein großes Miteinander und ein großes Inneneinanderfließen von allen möglichen darstellenden Künsten?

00:12:33: Ich glaube wir reden auch im besten Fall davon.

00:12:35: Es ist nicht immer möglich dass mir klar die Produktionen werden moderner aber in bestem Fall reden wir davon das es auch unverstärkt stattfindet.

00:12:41: also die Technik zu sprechen ist einfach eine andere.

00:12:46: Und es wird nie so intim wirken, wenn ich unverstärkt auf einer Bühne versuche über ein Orchester zu sprechen und das muss diese Natürlichkeit behalten dass es nicht ein Aufgesetz des was wir auch kennen von früher Einfach ein Nassales Rufen ist.

00:12:59: Das ist halt heutzutage der Zeitgeist nicht mehr, da kann man sich auch nicht mehr erlauben.

00:13:04: Bei euch

00:13:04: ist Unverstärt.

00:13:05: Nein Ich glaube in Graz ist eigentlich immer Verstärkte... Ich kenn's aus den meisten Häusern eigentlich nur mehr verstärkt Was schade ist eben.

00:13:11: Aber für eine Regie Das wird dann mal mit verstärkt natürlich.

00:13:16: Was für die Regie natürlich manchmal ein Segen ist, weil du kannst auch nach hinten sprechen und andere Szenen bauen Aber es fehlt dann natürlich auch ein bisschen, was das schon braucht finde ich.

00:13:27: Die Operette ist ein bisschen dieses Artifizielle, ein bisschen das drüber, dieses exaltierte... Es darf nur nicht kippen!

00:13:32: Das ist der schmale grad zwischen Klamauktan und eben das, was du vorher angesprochen hast, dass diese Nasale drüber rufen, dass keiner mehr hören will aber trotzdem braucht's trotzdem ein bisschen ausgestellt hat.

00:13:43: sonst ist es zu direkt zu eins zu eins und zu der Zunahmschau Spittland, glaube ich.

00:13:49: Ich glaub erstens kommt es auf die Musik an.

00:13:51: wir haben jetzt natürlich ein Arrangement weil das ist nicht vorhanden.

00:13:55: also so wie wir das heute aufführen wäre es nicht aufführbar was von Kalman übrig geblieben ist.

00:14:00: Es geht bei uns jetzt eher ins Musical.

00:14:02: Das ist wahnsinnig fantastisch orchestriert.

00:14:05: Du hast keine Chance das unverstärkt zu singen hier in dieser Bühne, in dieser Größe wo das Orchester sitzt.

00:14:11: Aber als ich das erste Mal eine Mikro an die Wange geklebt bekommen habe, hab' ich auch jeglichen Gesangstlehrer konsultiert um zu fragen was ich jetzt auf einmal tun soll.

00:14:21: Weil ist jetzt auf einem alles anders und der Grund denor war nein du sprichst genau so wie du sprechen würdest und die verstärken das was sie brauchen Und das ist auch das was ich glaube.

00:14:32: man darf sich auf kein Mikro verlassen.

00:14:33: ein Mikro verstärkt nichts was nicht vorhanden ist und wenn ich es nicht brauche und sie mich abdrehen dann gut für Sie gut für mich Aber ich hab's halt mit für alle Fälle, falls ich doch nach hinten singen möchte.

00:14:46: Sopranistin Corinna Koller, Ensemblemitglied an der Oper Graz und in Emmerich.

00:14:52: Karlmanns Arizona Lady, die Nelly Natterton.

00:14:56: Regie führt Christian Tausing.

00:14:58: Ich habe mich sehr mit Karlmann schon beschäftigt ja und wusste dass es eine Operette noch gibt namens Arizona Lady.

00:15:04: Wie der Inhalt und was es damit auf sich hat, ist mir dann natürlich erst in der Arbeit oder nach den Vorschlägen das Stück zu machen.

00:15:11: Er ist bewusst geworden und haben mich dafür mehr interessiert.

00:15:15: Ich finde dieses ganze Western Genre und dieses Cowboy Wild-Wild West hat ja sehr viel positive Assoziationen.

00:15:22: Damit hatte die amerikanische Filmenindustrie in den Fünfzigerjahren sehr viel richtig gemacht.

00:15:29: Dementsprechend Ein super Stück eigentlich.

00:15:33: Kalman war ja ein großer Western-Fan, in seiner Exilzeit in Amerika hat er glaube ich viele Western gesehen.

00:15:40: damals noch Roy Rogers war der große Western Star ein singender Cowboy kein Revolver hält sondern eben ein singende Cowboy der auch jodelt mit seiner Gitarre aus seinem Pferd und mit sich selbst glücklich ist.

00:15:54: Es gab ja eine Ruhrführung im ersten Jänner in den Bärischen Rundfunk, das war nur Konzert-Hand.

00:16:02: danach ein Monat später in Bern und danach ist es eigentlich wieder verschwunden in den Nachhiefen oder in den Notenkammern und bei der Arbeit sind wir draufgekommen.

00:16:14: Ja, es hat der Sohn von Kallmann scheinbar fertig komponiert, fertig arrangiert aber es war eigentlich schon ein unfertiges Stück, weil es waren viele Dinge unthertral aufgelöst.

00:16:24: Also die Dramaturgie hat gar nicht funktioniert.

00:16:27: Es waren viele Figuren in den ersten Nacken eingeführt und dann im zweiten Nack gar nicht mehr vorkommen.

00:16:31: Plötzlich kommt aber eine Frauschfigur auf einmal taucht irgendwie auf wirklich original Fledermaus.

00:16:37: Zitate drinnen sind.

00:16:38: also er hat vieles genommen, vieles ist aufgeploppt weniges zu Ende erzählt worden.

00:16:44: Es fehlte irgendwie der rote Fahren, es war auch ellenslang mit ganz vielen Handlungsorten auch immer schwierig in der Theaterpraxis.

00:16:51: dann also man hat gesehen er hat schon sehr sehr filmisch gedacht viel mir einfach mit vielen Schnitten kann man Ortswechsel ja sehr schnell darstellen.

00:16:59: und Was er aber trotzdem beibehalten hat und was da war, waren diese unzähligen Kalman-Melodien.

00:17:08: Diese Diamanten die da gefunkelt haben aus den Kisten zwischen den Noten und den ganzen Blättern.

00:17:15: Da waren einfach wirklich tolle Melodien es war sehr viel... ungerische Wiener Operette war da drinnen.

00:17:22: Es waren aber auch ein Square Dance, hat sich daran versucht, Square Dance und Line-Dance, amerikanische Einflüsse.

00:17:29: also es war einfach echt ein Potpourri.

00:17:31: Und mit Kai Didier haben wir dann den Dirigenten gefunden der sich dem angenommen hat Der da auch auf der Suche war mit mir gemeinsam.

00:17:41: Wir haben sehr viel gesucht tolle Sachen gefunden Aber es gab zum Beispiel kein Finale.

00:17:45: Es gab keinen Finale II, also es war einfach... ist das ausgeplätscht irgendwann?

00:17:52: Ja wir haben dann die Musik, die hier war aufgewertet teilweise wiederverwendet, teilweise zu Ende komponiert neu arrangiert und eben ein Finale III nach aus heutigen Gesichtspunkten, aus traumaturgischen Erzählstrukturen heraus.

00:18:11: Versuchte den Finale II zu bauen mit einem großen Showdown am Ende.

00:18:15: und ja also da war der Cadet auf jeden Fall der richtige Partner.

00:18:18: Der ist da voll dabei.

00:18:19: ein Theater-Tier auch.

00:18:21: Ein Musiktheater liebhaber und er lebt dafür.

00:18:24: Diese Öffnungsmusik ist so episch, so Ennio Morricone bei nahe einen Vorläufer von Ennio morricone.

00:18:30: Große der Song de Prairie oder das Lied nur an dieser einen Stelle zu beginnen und dann nie wieder.

00:18:37: Und das war total schade darum, weil es einfach wundervolle Musik war und die haben wir dann auch versucht immer wieder – also wie es in der Operette auch so ist – es gibt irgendwie gewisse Motive, die dann halt wiederkehren, Liebestuerte, die aber dann auch in den Themen wieder aufgegriffen werden.

00:18:50: Sollen man das versuch musikalisch schon mal aufzupeppen quasi?

00:18:53: Das würde ich mal sagen!

00:18:54: Und dann auch ein roter Fahne in der Geschichte zu finden und so daraus eine Abend zu bauen

00:21:04: Zwischen Puster und Prairie, das war ein weiterer Ausschnitt aus Emmerich Kalmans Arizona Lady.

00:21:11: Übrigens die Arizona Lady – es ist ein Rennpferd!

00:21:14: Die Grazophilharmonika unter der Leitung von Kai Tietje hat gemeinsam mit Regisseur Christian Tausing dieses Werk einer umfangreichen Bearbeitung unterzogen.

00:21:29: Diese Version kann man also derzeit nur so an der Oper Grazer leben

00:21:35: Absolut.

00:21:35: Und das war auch die Herausforderung, finde ich bei einer Probenarbeit Die Aufmerksamkeit, Spanne verträgt keine vier Stunden-Operate mehr heutzutage.

00:21:44: Der Stück ist aber halt mal aus der Zeit und es ist... Wir haben wirklich versucht zu verknappen wo's noch geht bzw.

00:21:50: kompakt zu halten Aber die Erzählsstruktur leuchtet weibbar.

00:21:53: fünfzig Minuten Pause fünfzig minuten gelingt halt nur wenn man's neu schreibt und da sind halt gewisse Dinge die da sind.

00:22:00: Die Fassung ist extra für Graz gemacht, auch arrangiert und komponiert.

00:22:06: Am Text haben wir uns natürlich am Stück orientiert, das ist alles aus dem Stück aber wir haben gewisse Figuren weggelassen andere Figuren hinzugefügt oder verändert oder die Namen verändert um so irgendwie eine heutige Geschichte, die heute funktioniert zu basteln.

00:22:21: Die Kurz-Version es ist eine Maritza, die in Amerika spielt.

00:22:25: Nein!

00:22:26: Es geht ums Pferd, es geht aber auch um meine Frau.

00:22:30: Eine Ranch-Besitzerin hat Angst um ihre Ranch, dass sie sie verliert.

00:22:34: Ihr Pferd muss gewinnen damit sie ganz viel Geld verdient.

00:22:36: Am Ende gewinnt das Pferde.

00:22:38: Darf ich das sagen?

00:22:38: Spoiler Alarm.

00:22:39: es geht gut aus.

00:22:40: Keiner stirbt

00:22:43: Obwohl geschossen wird

00:22:45: Die Frauen schießen Es gibt zwei Frauenfiguren Zwei parallele Liebesgeschichten wie wir's halt kennen.

00:22:50: Aber es geht um diese Ranch Dass die Ranch erhalten bleibt Sie das Pfert behalten kann Und am Ende glücklichen den Sonnenuntergang reitet mit ihrem Cowboy.

00:22:57: Jetzt

00:22:58: kommt der Spoiler.

00:23:02: Gibt es einen Sonnenuntergang?

00:23:03: Es gibt einen Sonne-Untergang, ein Sonnenaufgang, eine Nacht, ein Tag... Es gibt einiges und das aber nicht mit Video sondern wir haben einen wunderschönen handgemalten Prospekt als Hintergrund, bisschen CinemaScope.

00:23:14: also wir haben versucht viele dieser Westernbilder, diese Klischees auch die wir kennen, die sofort aufgebloppt sind als wir mit meinem Ausstellungsteam uns an die Arbeit gemacht haben bedient auch und versucht wirklich in diesen Fünfziger, Sechziger-Siebzigerjahre Western Ästhetik auch einzutauchen.

00:23:34: Aber natürlich mit deatralen Mitteln und deatralen Übersetzungen und nicht mit eins zu eins Bildern.

00:23:40: Auf jeden Fall gibt es einen Sonnenuntergang!

00:23:57: Corinna Koller, umwerfend mit Rosenhut, Kalt, Boots und Glitzerkleidt.

00:24:05: Und Ivan Orestanin

00:24:07: Ich glaube es ist Theater.

00:24:09: also was ich jetzt so von der Seite sehe und wenn ich draufstehe Es ist einfach Theater wie man's sehen möchte So fühlt sich für mich an Es fühlt dich handfest an.

00:24:18: Stehen Sie was ich meine damit?

00:24:19: Also es ist nicht so ein Aufgesetz Es ist so...es ist Holz und da steht Ein Bühnenbild, das bespielt werden kann.

00:24:26: Man kann nach oben gehen und es verändern sich Stufen.

00:24:30: Und es ist irgendwie so Theater zum Anfassen und nicht nur alle laufen in einem Plastikbogen rum und hinten dreht sich – ich sage jetzt was – ein Waldweiter.

00:24:39: Da steht eine Kulisse!

00:24:40: Und so liebe ich Theater die man bespielen kann wo man raufgehen kann, was sich anführt wie wenn sie einen Haus auf eine große Bühne gestellt hätten.

00:24:47: Das kann die Oper Graz, weil wir auch eine Drehbühne haben.

00:24:51: Einfach wirklich schön, sich in dieser kleinen Ranch auf der Bühnefahrt zu bewegen.

00:24:57: Spaß macht.

00:24:58: Ich glaube ganz wichtig bei der Operette ist natürlich immer die Ausstattung und da habe ich mit meinen Ausstellern besonders Glück, mit Timo Tendler und Ocarina Peter, die immer gemeinsam das ganze quasi erschaffen einen Kosmos erschaffen.

00:25:10: wir versuchen immer ein Universum zu schaffen indem dann in dem wir dann die Figuren quasi also die Darstellereien werfen und wie man mitbekommt fühlen sie sich da drehen meistens wohl und es ist sehr bunt.

00:25:21: es ist kitzelt wie eine Operette muss kitzeln.

00:25:24: es muss bunt sein für uns ein Cosmos sein, der uns Spaß macht und das ist den beiden diesmal auch wieder richtig gut gelungen.

00:25:32: Wir haben eine Western-Maschine auf der Bühne die sich verwandeln kann, die aber eigentlich nur eine Wand ist aus drei verschiedenen Ebenen und die können wir dann ineinander verschachteln.

00:25:42: Das machen eben bei uns die Lucky Luchs und so entstehen dann eher in der Assoziation beim Zuschauer.

00:25:49: Ist es da mal ein Stahl?

00:25:50: Dann ist es einen Saloon, dann ist es mal die Weiteprärie, Die Pferderennbahn.

00:25:59: Genau, natürlich lebt Operette immer auch vom Tanz und da die Eva-Maria Meier, die Choreografie in dieser Produktion sich auch wieder hineingefuchst in Square Dance, in Line Dance und sie findet das immer so.

00:26:14: Sie sagt immer es ist ein Privileg für sie dann auch neue Tänze kennen zu lernen und die dann auch für uns in der Operette theatral umzusetzen.

00:26:22: Es wird natürlich viel getanzt und es ist sehr bunt, lebendig.

00:26:27: Man kann viel Spaß

00:27:52: haben!

00:28:47: Christian Tausink.

00:28:48: Ich glaube, was man kriegt ist ein eigenes Genre.

00:28:51: Das gibt es so nicht.

00:28:53: Auch wenn das Arrangement und die neue Komposition oder die Neufassung sehr nah am Musical sind, aber es ist eigentlich zwischen Musical und Operetta, würde ich sagen.

00:29:02: Und es ist eine Western-Operette.

00:29:04: Es gibt Western-Musicals, Oklahoma Showboot... Crazy for you?

00:29:10: ...gibt Stücke in diese Richtung.

00:29:13: Aber es gibt keine Western-operette!

00:29:15: Da muss man sich auch darauf einlassen.

00:29:16: Es ist ein bisschen Spielen mit das Lied vom Tod, Intro vielleicht auch.

00:29:22: Genau!

00:29:23: Also Western lebt auch von dieser Langsamkeit manchmal und dann aber wieder zieht es richtig an.

00:29:27: und ja also ich glaube wenn man selber western affin ist, dann wird man sehr viel widererkennen.

00:29:33: Es sind sehr viele Zitate.

00:29:35: Wir haben alle sehr viel Spaß gehabt an der Erstellung, an der Probenarbeit dann auch Und ich glaube das Publikum hat bis jetzt auch richtig viel Spaß.

00:29:43: Ja kleine Spoiler.

00:29:44: Man sieht Lackey Luke's.

00:29:45: Ich glaub dass es Ganz wichtig für meine Generation zum Beispiel.

00:29:49: Ich bin jetzt nicht Western auf ihn, aber Lucky Luke habe ich auch geschaut und ich freue mich jedes Mal wenn ich den Lucky Luke sehe!

00:29:56: Und warum sollte man sich das jetzt nicht hier anschauen?

00:30:00: Wer weiß ob mein Arizona Lady überhaupt jemals wieder wo sehen kann in dieser Größe und dieser Gigantomanie?

00:30:07: Sag nur so gigantisch halt!

00:30:16: Die Sendereihe der Oper Graz.

00:30:22: Danke fürs Zuhören,

00:30:23: sagt

00:30:23: Marion Eigel.

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