WIKIPEDIA · ZIONISMUS-BEGRIFF · WAHL BULGARIEN
Shownotes
Im Fokus stehen drei zentrale Artikel der neuen Ausgabe des Libratus Onlinemagazins: Der Begriff "Zionismus" wird von Jan David Zimmermann betrachtet, die Wahl in Bulgarien von Boris Kálnoky analysiert und die Mechanismen von Wikipedia unter die Lupe genommen. radio klassik-Chefredakteur Christoph Wellner befragt dazu Libratus-Herausgeberin Gudula Walterskirchen.
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00:00:02: Grüß Gott und herzlich willkommen zu Libratus on Air.
00:00:12: Das ist unsere monatliche Sendung im Zusammenarbeit mit dem Libratussmagazin, die Gründerin, Herausgeberin, Chefredakteurin Gudda Walterskirchen ist wieder zu Gast bei uns im Studio.
00:00:23: Herzlich Willkommen!
00:00:24: Gestern ist die aktuelle Ausgabe vom Libratus erschienen.
00:00:29: Jan-David Zimmermann hat einen ausführlichen Artikel zum Begriff Zionismus geschrieben, ein Thema das vor allem in den letzten Monaten nicht einfach zu behandeln ist.
00:00:43: Schreibt Jan David Zimmermann etwas was man vielleicht noch nicht weiß?
00:00:49: Ja, also sein Spezialgebiet ist die Begriffsgeschichte.
00:00:52: Das ging jetzt wahnsinnig trocken auf den ersten Blick aber wenn man sich in die Sache vertieft es ist sehr sehr präsent geworden.
00:01:00: ich meine wir als Österreicher haben natürlich zu diesem Bereich immer eine besondere Beziehung und eine besonderen Sensibilität und das ist auch sehr gut und nachvollziehbar.
00:01:11: Aber er konstatiert da, und er beobachtet jetzt schon einige Zeit hier eine Verschilbung.
00:01:16: Und er meint das durch die aktuellen Ereignisse speziell über Fall der Hamas-Gaserkrieg auch Irankrieg eine gewisse Strömung sich durchsetzt und überhand nimmt Wo er meint, das hätte man eigentlich schon glaubt, dass es nicht mehr gibt.
00:01:35: Und hier konstatiert er eine Zusammenhang bzw.
00:01:38: eine Gleichsetzung mit Zionismus und Antisemitismus.
00:01:44: Das ist ja Hochumstritt.
00:01:45: Man muss den Staat Israel kritisieren dürfen, das ist auch nicht gleich Antisemitismus.
00:01:50: Das ist natürlich richtig.
00:01:51: eine sachliche Kritik muss immer erlaubt sein.
00:01:54: und gerade in so schwierigen Zeiten wo auf beiden Seiten aber natürlich auch von israelischer Seite sehr viel Unrecht geschieht.
00:02:01: Auf der anderen Seite wird es auch instrumentalisiert dass man sagt naja es ist quasi wieder sehr lohnfähig auf das Existenzrecht Israels jetzt infrage zu stellen bzw.. Israel, es ist gleich Juden wieder loszugehen.
00:02:15: Und da bringen da einige sehr prägnante Beispiele und die also auch von renommierten Journalisten, also die auch in der Öffentlichkeit stehen bzw.
00:02:25: sie eigentlich zur Differenzierung fähig sind oder sein sollten – und die hier alles in einen Top-Werfen.
00:02:32: Das ist eine sehr interessante Dynamik, die er hier aufzeigt.
00:02:37: Inwiefern interessant?
00:02:39: Insofern interessant, dass sich hier ein Diskurs loslöst auch von den historischen Ereignissen.
00:02:45: Und er verweist auch noch einmal was der Zionismus eigentlich ursprünglich war und das hat ja wieder sehr viel mit Wind zu tun.
00:02:51: Wir wissen vielleicht alle Theodor Herzl, der in Wien als Journalist tätig war in der Zeit der Monarchie.
00:02:57: Der hat ihm gemeint die Juden brauchen eine Heimstadt irgendwo auf der Welt.
00:03:02: Er war ja der Begründer dieses sogenannten zionistischen Gedankens.
00:03:07: Der ist dann recht populär geworden in kürzester Zeit, also lange noch vor Adolf Hitzler und da gab es aber nicht die Idee wo das sein könnte.
00:03:16: Das hat sich als wir wissen später herauskristallisiert auch mit Zuge der Shoah bzw.
00:03:21: des Holocausts.
00:03:23: Und dieser ursprünglich-zionistische Gedanke hatte jetzt überhaupt nichts mit Religion zu tun sondern Pioniere quasi dieser zionistischen Bewegung waren ganz im Gegenteil.
00:03:32: Das waren eher linksorientierte, aufgeklärte nicht wahnsinnig oder gar nicht religiöse Juden die auch dann Israel beziehungsweise das heutige Israel-Palestiner besiedelt haben.
00:03:45: also auf das hinzuweisen glaube ich ist schon noch wichtig dass er das tut damit man auch diesen Connex hat Und auch diese Differenzierung, dass es auseinanderhalten leichter fällt.
00:03:55: Also das heißt die Gleichsetzung, die von mancher Seite natürlich bewusst auch von israelischer Seite vorgenommen wird sagt also wir sind jetzt der Judenstadt und alle die da nicht reinkönnen fliegen raus wie es auch die radikalen Siedlerbewegungen oder die radikaale Siedlers Bewegung in Israel auch praktiziert und immer wieder lautstark auch fordert.
00:04:13: Das ist eigentlich in den Ursprungen nicht so angelegt gewesen.
00:04:17: Ein weiterer sehr interessanter Aspekt ist auch, dass gerade jetzt und auf das Weistjahn David Zimmermann auch hin in diesem Artikel von links-aktivistischer Seite – wir haben ja sehr viele Demonstrationen überall gesehen im Zuge dieser schrecklichen Ereignisse im Nahen Osten und speziell auch Gaser.
00:04:36: die auch dieses Argument instrumentalisieren und sich manche sogar dazu versteigen, dass Vorgehen des Iran der schon seit Jahrzehnten mit der Vernichtung Israels droht.
00:04:49: und dem man sagt Zutra, dass es einmal umsetzen wird wenn er kann.
00:04:52: Also dass man auch selbst dieses Muller-Regime damit versucht zu rechtfertigen.
00:04:57: Und da meint er also das ist eine Entwicklung die war ja noch vor einiger Zeit oder eine Argumentation eine öffentliche die vor einigern Zeit noch undenkbar gewesen wäre.
00:05:05: Das ist jetzt nur sein kleiner Ausschnitt aus diesem sehr wirklich finde ich sehr interessant und vielschichtigen Text der schon eine gewisse Tiefe und Bedeutung hat die über den Tag hinaus geht
00:05:17: Sagt Gudula Walterskirchen über den Artikel, über Zionismus.
00:05:21: Den Begriff des Zionismus von Jan David Zimmermann seit gestern online auf libratus.online.
00:05:30: Wahlen in Europa haben in den letzten Wochen, in den Letzten Monaten eine Bedeutung erreicht die man lange Zeit so nicht gekannt hat.
00:05:39: an erster Stelle ist da natürlich Ungarn zu erwähnen und Libratus das Magazin hat ja einen Ungarn-Korrespondenten Boris Kalnocki, der auch schon über Ungarn geschrieben hat.
00:05:53: Aber in der aktuellen Ausgabe widmet er sich einem anderen Land nämlich Bulgarien.
00:05:57: dort hat es auch eine Wahl gegeben die vielleicht nicht ganz so viel aufsehen für soviel Aufsehen gesorgt hat aber dennoch mit einem deutlichen Sieg von Roman Radeff geendet hat.
00:06:09: Ja, wir sind zwar ein personell kleines Magazin aber wir haben den Luxus gleich mehrere Korrespondenten in verschiedenen Ländern zu haben und Boris Kalnoky, den kenn ich schon aus meiner Zeit von der Presse.
00:06:20: Da war für die Presse damals als Korrespondente dieser Weltgegen unterwegs erlebt auch in Ungarn und das ist ein großer Vorteil.
00:06:27: er hat auch ungarische Vorfahren Und er ist darüber hinaus viel am Balkan unterwegs und den haben wir ja ein bisschen aus dem Fokus verloren in den letzten Jahren, um nicht zu sagen fast schon Jahrzehnten.
00:06:38: Und immer wieder poppten so eine einzelne Nachricht auf und das es immer sehr gut jemandem zu haben der dann auch die zusammenhängende Hintergründe kennt und der auch dort ist und mit den Menschen auch spricht.
00:06:51: Das hat Boris Karnocki für diesen Beitrag für Libratus getan.
00:06:56: Er war in Bulgarien, er hat mit den Leuten gesprochen hat sich die Hintergründe angesehen und es ist schon sehr interessant, dass sie natürlich auch einen Zusammenhang mit der ungerischen Wahl verkürzen.
00:07:07: Denn er sagt das im Vorfeld der Wahl in Ungarn war ja riesige Aufregung.
00:07:11: also von allen Seiten hat man befürchtet Wahlbeinflussungen und Betrug und wenn das nicht anerkennen würde so undemokratische Vorgänge hat man vermutet und es hat sich dann zum Glück herausgestellt was Leute, die näher die Umstände kennen auch genauso angenommen haben dass egal wie es ausgeht dann die Umstände demokratisch abgehandelt werden.
00:07:35: Und in Bulgarien war es dahingehend interessant weil das ja noch nicht auf einem anderen bisschen anderen Kurs ist.
00:07:43: interessanterweise Ungarn hat den Vorrind und die vulgarische Währung der Leif wurde Anfang des Jahres erst mit ersten, ersten sechsundzwanzig aufgegeben und sie sind in der Eurozone beigetreten bzw.
00:07:56: durften beitreten.
00:07:58: Das war ja lange ein Thema, Bulgarien war ja wirtschaftlich ziemlich am Boden und Probleme mit Inflationen und auch mit einer massiven Korruption.
00:08:07: und das war auch eines der Stichworte die sich der jetzige Wahlsieger Roman Radev zum Nutze gemacht hat und mit diesen Argumenten, mit diesem Versprechen auch gewonnen hat.
00:08:19: Also hier war wieder das Thema Korruption ein ganz großes und wichtiges Und er ist in Bulgarien kein Unbekannter denn er war ja auch Präsident schon dieses Landes.
00:08:28: Er hat auch seinen politisch sehr interessanten Entwicklung durchgemacht.
00:08:32: Der war eigentlich ursprünglich Sozialist und die vulgarischen Sozialisten sind die offizielle Erbe oder Nachfolger der kommunistischen Partei, die in Bulgarien ja auch ziemlich gewütet hat in der Zeit des Vashua-Pakts unter Diktaturen Und die Sozialisten sind eigentlich mittlerweile völlig von der Bühne verschwunden.
00:08:52: Radef war sich dann nach der Wende auch als parteiunabhängig stärker deklariert und ist jetzt mit einer eigenen ganz frisch gegründeten Bewegung angetreten, hat sich da relativ politisch weit entfernt von den Ursprüngen.
00:09:07: Und dahingehend war es ein bisschen absurd, als man im Vorfeld wieder mal Riesenpanik macht.
00:09:12: Also jetzt kommt die brorosische Kurs und die werden halt seine Marionette installieren.
00:09:17: also das kommt oft von Menschen, die historisch wenig bewandert sind und nicht bedenken was diese Länder ja in der kommunistischen Diktatur mitgemacht haben.
00:09:27: Man hatte das ähnliche in einem Umgang gesehen bei aller Kritik an einzelnen Parteien oder auch Personen.
00:09:34: aber Die dort gibt es faktisch auch keine Sozialisten.
00:09:37: Derzeit, die sind verschwunden wurden von den Leuten nicht mehr gewählt und nicht mal gewollt.
00:09:43: und die Erfahrungen mit Russland sind auch eindeutig obwohl das natürlich nicht gleichzusetzen ist weil das war damals ja noch die Sowjetunion.
00:09:50: aber das prägt ein Land und das hat diese Länder zutiefst geprägt und dahingehend sind diese vor schnellen Warnungen völlig übertrieben.
00:10:00: Aber Radeff ist offensichtlich auch ein Pragmatiker.
00:10:03: Das hat er auch schon angekündigt.
00:10:05: Darum war wieder ein bisschen palig in den Etagen der EU-Behörden beziehungsweise im Brüssel, weil er sagt, dass wir schon sehr wohl das russische Öl haben.
00:10:15: Einfach aus rein finanziellen und wirtschaftlichen Gründen ein relativ armes Land, auch wenn es vom Protosozialprodukt aufgeholt habe.
00:10:24: Ein geringeres Defizit im Prozent haben wir aus Österreich, also die Staatsverschuldung.
00:10:27: Aber das kann man jetzt nicht eins zu eins vergleichen.
00:10:30: Aber wenn natürlich die Leute wenig zur Verfügung haben mehr und die Euro-Einführungen auch zu einer gewissen Teuerung Begründerungsmitteln und dem alltäglichen Leben geführt hat.
00:10:40: aber da muss man natürlich auch rechnen was können sich die Menschen leisten?
00:10:45: Diese Moral- und Anführungszeichen, die meint Radev können wir ins Licht leisten in Bulgarien.
00:10:50: Sondern wir wollen sehr wohl günstige Energie nehmen – also eigentlich so pragmatisch und einfach funktioniert die Welt letztlich!
00:10:57: Und wo wir hinschauen, wahlen werden dort gewonnen oder verloren, wo sich die Menschen einen Vorteil oder ein Nachteil ausrechnen?
00:11:03: Das gilt ja für jedes Land.
00:11:06: So pragmatische und einfach erklärt Gudula Waldeskirchen, Chefredakteurin und Herausgeber von Libratus Magazin.
00:11:14: Wenn ich jetzt richtig nachgerechnet habe, gibt's Libratus jetzt ziemlich genau eineinhalb Jahre.
00:11:20: Wie geht es dem Magazin?
00:11:23: Ja, also wir sind exakt mit dem dreißigsten August vor zwei Jahren.
00:11:28: Also im Jahr zwanzig-vierundzwanzig online gegangen und es ist... Wir haben mittlerweile ziemlich uns ausgeweitet nicht nur von unseren Mitarbeitern wie ich überwähnt habe dass wir uns da schon mittlerweile international aufgestellt haben sondern auch jetzt was unsere scheinungsweise betrifft.
00:11:48: Also online gibt's ja seit Beginn jede Woche neue Artikel Und es gibt aber auch jetzt seit dem Herbst vorigen Jahres ein zusätzliches Printmagazin.
00:11:59: In diesem PrintMagazin findet man ganz andere Artikel als Online.
00:12:04: Also viele glauben, das ist ja quasi im Best-of, dass alle Vierteljahre erscheint – es ist nicht!
00:12:09: Sondern wir haben immer einen Schwerpunkt der nächste Schwerpunkte.
00:12:12: Das Heft geht jetzt gerade in Druck.
00:12:14: Das neue Heft wird sich dem Thema Europa widmen.
00:12:17: Ich darf so viel verraten.
00:12:19: Der Titel steht schon fest, da sind so ein Generalthemen behandelt.
00:12:22: wie jedes Mal und diesmal lautet das Europa Selbstzerstörung oder Selbstbesinnung.
00:12:29: Es wird in circa drei Wochen dann erscheinen Und da deklinieren wir bei diesen Generalthemen die Fragestellungen durch.
00:12:37: Also das ist der Gegentrend eigentlich zu unserer schnelllebigen oberflächlichen Nachrichtenwelt, wo man halt irgendwas schnell hinschmeißt und dann zum nächsten weiterhoppelt sondern wir wollen bestimmte Themen eingehend und wirklich gründlich durchleuchten und von allen Seiten betrachten.
00:12:53: Den großen Themen muss man auch groß aufziehen und genau überlegen, weil das sind unsere Schicksale und unsere entscheidenden Themen für die Zukunft.
00:13:02: Und so gesehen merken wir dass das auf eine große Akzeptanz stößt obwohl sage ich jetzt wie ein Bezahlinhalt sind.
00:13:12: also uns gibt es nicht gratis oder nur einzelne Artikel weil einfach die Erstellung von einem hochwertigen Content natürlich auch was kostet.
00:13:21: Aber wir sind moderat in den Preisen, versuchen es zumindest.
00:13:26: Und was mich besonders freut ist, dass wir seit dem letzten Magazin auch im Einzelverkauf auflegen – das heißt an allen Bahnhöfen in Österreich und Deutschland gibt's diese Buchhandlungen, diese spezialisierten die sehr viele Magazine anbieten, lagen wir und liegen wir ganz prominent, ganz vorne.
00:13:48: Man muss uns eigentlich nur mehr mitnehmen und drin lesen.
00:13:52: Das wäre so das Ziel!
00:13:53: Und dann uns hoffentlich auch ein Fit begeben damit wir weiter dazulehren.
00:13:58: Jetzt kommen wir zu einem Medium, das fast unendlich viele Mitarbeiter hat.
00:14:03: Das gratis verfügbar ist nämlich Wikipedia lange Zeit als der online Brock House bezeichnet von der Idee her wirklich revolutionär und wird von vielen Menschen praktisch allen Menschen die sich im Internet bewegend täglich genützt.
00:14:20: da hat sich aber jetzt etwas getan.
00:14:23: der eigene Erfinder steht plötzlich kritisch dem Medium Wikipedia gegenüber.
00:14:29: auch das ist auf Libratus online zu finden?
00:14:33: Ja, ich beschäftige mich persönlich natürlich schon sehr lange mit Wikipedia.
00:14:36: Ich komme noch aus einer Zeit und einer Generation wo man ohne Online-Medien ausgekommen ist und auch dahingehend ohne Online Enzykol bei die.
00:14:45: also ich habe noch damals eben in den Bibliotheken der Universitäten pilgern müssen und die dortigen Handlexika unter Nachschlagewerke zurate ziehen Und ich weiß auch natürlich, wie solche Dinge entstehen.
00:14:58: Brockhaus gibt ja immer noch eine ganze Schaf von Fachredakteuren die bestimmte Artikel bearbeiten und das wird dann nachher nochmal überprüft und am Schluss noch einmal lekturiert.
00:15:10: Das geht doch mehrere Hände bis es in Druck geht bzw.
00:15:14: es gibt dort schon eine Online-Ausgabe.
00:15:16: Das kostet allerdings was wenn man dort nachschlagen will – und es deckt nicht alles ab!
00:15:22: Das ist die Welt, aus der ich noch komme.
00:15:24: Ich fand auch diese Idee als ich das erste Mal von Wikipedia gehörterbestechend bin.
00:15:29: Bin aber dann relativ rasch draufgekommen weil ich ja auch Historikerin bin wenn ich in den Beiträgen nachgesehen habe wo ich mich besonders gut auskenne.
00:15:38: Das war ein österreichischer Zeitgeschichte dass es mit den Jahren immer mehr tendenziös geworden ist.
00:15:46: Und also gewisse Lücken, die klarerweise auch entstehen wurden immer größer und größer.
00:15:52: Man hat einfach eine Schlagseite gemerkt.
00:15:55: Und gewisse Quellen wurden nicht angegeben, obwohl sie eigentlich essentiell werden – so richtige Standardwerke zu einem Thema – wurden nicht genannt für irgendwelche Zeitungsartikel die halt irgendwer geschrieben hat, die aber einfach so viele falsche Dinge enthalten haben.
00:16:12: Also Dinge, die objektiv falsch waren, dass sie ja gar nicht als Quelle ungeeignet sind.
00:16:16: und wenn man wissenschaftliches Arbeiten gelernt hat dann dreht es einem da halt den Magen um.
00:16:20: Und ich dachte zuerst naja gut das sind irgendwelche Leute die das zusammenstellen oder die halt irgendwo hineinstellen und keiner überprüft das.
00:16:27: Und auch ich wusste nicht, dass es da im Hintergrund sehr wohl Redakteure gibt die man aber nicht kennt und die letztlich entscheiden, welche Teile beiträge von irgendwelchen Bürgern kommen.
00:16:41: Man hat ja auf die Schwammintelligenz gesetzt – das war so damals die große Idee -, dass diese ja wohl entscheiden, was nämlich in einen etwas nicht.
00:16:49: Und die offensichtlich einen so großen Einfluss ausüben mit der Zeit immer größer werden, dass es sogar dann für den unbedaften Beobachter schon immer augenfälliger wird.
00:17:02: Dann kam noch dazu, dass WGB, der auch immer mehr dazu übergegangen ist, Einträge über Personen.
00:17:08: So wie das frühere Hues-Hu – wenn man sich mancher vielleicht noch daran erinnert – da wurde diejenige, die dorthin vorkam, vorher der Titel noch vorgelegt und auf Richtigkeit überprüft.
00:17:20: Damit war auch garantiert, dass sicher nichts Ehrenröhriges herabwürdig ist oder beleidigendes drinnen stand.
00:17:26: Also weil ich die bestreifende Person noch mitreden lasse.
00:17:29: Vielleicht was manchmal auch wirklich geföhnt das kann schon sein aber bei Wikipedia ist es ja völlig anders und da hat man auch bemerkt und auch ich persönlich, dass da immer wieder ganz seltsame Dinge hinein gekommen sind.
00:17:43: Das am Anfang wurde einfach beschrieben.
00:17:44: das ist daher sowieso diese Ausbildung Man hat doch selbst gar keinen Einfluss drauf, ob ein Eintrag über einen selber reinkommt oder nicht.
00:17:53: Das ist auch ganz interessant und das ist immer wieder dazu übergegangen Wärtungen einzuschliessen.
00:17:59: D.h.,
00:18:00: der Bereichkritik wurde dann bei manchen Persönlichkeiten immer länger und da auch wirklich teilweise Quellen hineingenommen die diese Person diffamieren.
00:18:10: Und das Interessante ist, dass es offensichtlich nicht nur den Benutzern auffällt sondern auch dem Gründer Simon Schörner wehnt Larry Sanger der das ja mitgegründet hat und auch diesen Namen erfunden hat.
00:18:22: Der hat eine Richtlinie damals herausgegeben die zur Neutralität verpflichtet damit ihm genauso was nicht passiert dass eine Person dann quasi heruntergemacht wird oder eben ein gewisses Thema noch von einer Seite beleuchtet wird und nur bestimmte Quellen genannt werden und er sagt selber dass es immer voreingenommener wird, dass diese Neutralitätsleitlinie zunehmend massiv verletzt wird und das bewusst gewisse Quellen bevorzugt werden.
00:18:50: Also zum Beispiel gewisse Zeitungen und andere nicht vorkommen.
00:18:54: Das heißt er spricht von schwarzen Listen aus denen man quasi keinesfalls zitieren darf.
00:18:59: also wenn das kommt hineinkommt irgendjemand nennt das als Quelle wird sofort hinausgeschmissen von den Redakteuren Und das ist ein Problem Weil dieses Wikipedia oft missverstanden wird, eben als eine Art Online-Brockhaus.
00:19:13: In den Schulen werden die Schüler immer wieder auf Wikipedia verwiesen, jeder schaut nach und das ist natürlich massiv beeinflussend.
00:19:21: dann weil zum Beispiel jungen Menschen aber auch erwachsen nicht damit rechnen sondern dass der manipuliert ist, sondern darauf vertrauen, dass er schon seine Richtigkeit haben wird.
00:19:31: Also das wächst sich aus zu einem riesen Thema und darum haben wir beschlossen, dass wir auch uns diesen Thema widmen weil seit eigentlich fast jeder nützt.
00:19:40: Ich selber nütze es immer noch.
00:19:42: wenn ich zum Beispiel ein Geburtsdatum eines Musikers nachschauen will vertraue ich auch auf Wikipedia.
00:19:47: Meistens stimmt's!
00:19:49: Sagt Gudula Walterskirchen und es würde mich jetzt interessieren wie viele unserer Zuhörerinnen und Zuhörer jetzt gerade beim Computer sitzen und ihren eigenen Namen... in Wikipedia eingeben.
00:20:00: Gurula Walterskieren, danke für diese ausführlichen Informationen und Danke für den Besuch bei uns im Studio!
00:20:05: Sehr gerne!
00:20:06: In einem Monat kommt es dann zur nächsten Ausgabe.
00:20:10: ich nehme an da wird vor uns schon das neue Magazin liegen und wir uns intensiv mit Europa beschäftigen.
00:20:19: Libratus on Air – der monatliche
00:20:22: Talk
00:20:22: zum Zeitgeschehen.
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