beitrag- 261015#HGM_Kurator Edelmann 2

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00:00:00: Die Ausstellung Gewalt, Gesellschaft, Österreich im Zeitalter der Weltkriege, aus dem wir in den letzten Jahren im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien ist eine bewusste Abkehr von früher oft glorifizierenden oder nostalgischen Kriegstarstellungen hin zu einer kritischen Aufarbeitung.

00:00:20: Durch die Vieldeutigkeit und den sparsamen Einsatz der Exponate erhalten Besucherinnen und Besucher gedanklichen Freiraum für eigene Einordnungen und Interpretationen.

00:00:32: Kokorator Thomas Edelman erläutert zu den Kriterien der Auswahl der Objekte bei dieser Ausstellung

00:00:38: Wir haben im Vergleich zur alten Ausstellung, die hier war.

00:00:41: Diese Ausstellung hieß Republik und Diktatur.

00:00:43: Die war von dektausendundneunzig bis zwanzigvierundzwanzig wurde sie geschlossen.

00:00:48: Wir haben stark reduziert.

00:00:49: also waren in der alten Ausstellung meines Wissens an die tausend Objekte.

00:00:54: so sind es jetzt hundert vierundfünfzig physische objekte fünfund achtzig Reproduktionen und zweiunddreißig Medienstationen.

00:01:01: Und es war auch kuratorisch gesehen das Ziel den Objekten auch Luft zum Atmen zu geben, wie man so schön sagt.

00:01:08: Sie auch wirken zu lassen und jetzt nicht zu versuchen dass man die Chronologie zwischen nineteen achtzehn und neunzehntfünfzig durcherzählt.

00:01:16: das ist auch unmöglich.

00:01:17: also das ist eine Ausstellung ist ein anderes Medium als jetzt ein Buch.

00:01:21: es war witzigerweise dann in den Medien kurz vor der Eröffnung.

00:01:24: da war die Headline, dass wir hier eine radikale Reduktion vorgenommen hätten.

00:01:28: Das finde ich ja

00:01:29: würde ich so jetzt nicht sagen radikal über das System der Gewaltgesellschaft.

00:01:35: Aber wir haben einen sehr assoziativen Ansatz versucht, mit dieser Reduktion also wenige dafür sehr gezielt ausgewählte Objekte und wir haben auch bewusst darauf geschaut dass man die Vieldeutigkeit von den Objekten nutzen kann.

00:01:49: Die objekte stehen daher nicht so isoliert für sich sondern es ist uns durchaus darum gegangen zu überlegen wie die Objekta in einer Vitrine sich zueinander verhalten.

00:01:59: Also welche Assoziationen und Bilder können bei den Besuchenden entstehen, wenn sie eine Objektzusammenstellung betrachten.

00:02:08: Das ist so ein Art Nachklang vielleicht – wenn man es nennen mag -, der entsteht, wenn man keine Vollständigkeit vor sich hat.

00:02:16: und je länger der nachklang ist und je tiefer eine Assoziation gehen kann, desto erfolgreicher sind diese Ausstellungen oder die Objektsusammenstellungen.

00:02:24: Exemplarisch

00:02:25: ist zum Beispiel eine Couch, die in der Vitrine schief steht.

00:02:30: Couch soll jene so für ihre Couch sein, auf der Engelberg-Dolfuss gestorben ist.

00:02:36: Wenn man sich alte Fotos mal ansieht vom Bundeskanzleramt dann gab es viele von diesen Benken Dort, die Objektgeschichte ist so.

00:02:45: Das ist mit dem Objekt erzählt auch überliefert das er da gestorben sein soll auf dieser Couch.

00:02:51: An sich kam dieses Objekt von Argentinien nach Österreich dann wieder Es dürfte anscheinend in eine Botschaft geliefert worden sein Nach Argentinian und dann wieder für die ehemalige Ausstellung wenn ich jetzt richtig informiert bin zurückgekommen sind.

00:03:05: Also dass sie es nur hören sagen was ich über dieses objekt auch weiß Und was bei uns in der Datenbank auch vermerkt ist.

00:03:11: Jetzt war es so eine Sache bei dem Objekt.

00:03:13: Wir wollten es zeigen um das Attentatversuch und das gewaltsame Ende von Engelbert Dolphus zu thematisieren, aber es war dadurch dass diese Couch aus jene identifiziert wurde einmal wo er gestorben ist.

00:03:26: Es war schon ein bisschen so die Gefahr dass das Objekt selbst ein Relikt wird in der Präsentation dass es so einer Art wie man sagt so eine Aura besitzt vor allem sozusagen die Luft weg bleibt Und das wollten wir tun nicht vermeiden.

00:03:38: dann war ja die Überlegung Wie können wir das präsentieren?

00:03:42: Und in einer Gruppendiskussion würde ich dann gesagt, ok, dann stellen wir es schief.

00:03:45: Dann war die erste Sache, weil natürlich das dann geheißen hat und wir müssen das irgendwie anders machen, weil

00:03:50: das lege denkt man ist ja auch schief und

00:03:52: es ist lustigerweise so

00:03:54: dass immer wieder

00:03:55: bei Führungen es heißt nicht,

00:03:57: es ist schief wie das leger denke mal.

00:03:59: Uns

00:03:59: ging es darum das Objekt ein bisschen aus der Palaz zurück und vielleicht zu implizieren damit, dass man die Perspektive auf einen Objekt

00:04:08: So weit Thomas Edelmann, Co-Kurator der Ausstellung Gewaltgesellschaft Österreich im Zeithalter der Weltkriege.

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