per- 261013#Andreas Batlogg_Bücher_Domverlag_Herder
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00:00:00: Ich begrüße im Radioklassik Steffan Storm Studio Pater Andreas Badlock Jesuit und Publizist seit Langem.
00:00:09: In dieser Funktion hat Pater Badlock wieder neue Bücher verfasst, geschrieben.
00:00:15: Wir sprechen zu Beginn über jenes, das im Tirolia und dem Wiener Domvorlage schienen ist.
00:00:22: Es lautet für euch Bischof mit euch Christ Josef Grünwidl Erzbischof von Wien.
00:00:28: Das ist das erste Buch über den Wienern ErzBischof bei der Badlog vielleicht einmal eingangs.
00:00:35: wie ist es denn zu diesem Buch gekommen?
00:00:38: Ja danke für die Einladung Herr Hauser!
00:00:41: Das Buch war eine Anfrage an mich, es ging die Initiative von Gottfried Kompatscher aus dem Chef von Tirolja Und es wurde dann im Laufe der Zeit eine Verlagskooperation mit dem Dom-Verlag und die hat auch ganz funktioniert.
00:00:53: Das war einfach die Anfrage, machen wir was über den Neuernannten Erzbischof?
00:00:57: Der neu ernannte Wiener Erzbeschiff, Josef Grünwidl wird hier in einer Abfolge dargestellt.
00:01:03: Wer ihn näher kennenlernen möchte findet hier viele Texte über ihn.
00:01:07: Welcher Zugang zu ihm war Ihnen denn wichtig für dieses Buch?
00:01:11: Butter Butler?
00:01:12: Ich kannte ihn nicht.
00:01:13: ich bin ja erst seit Mai zwanzig fünfundzwanzig in Wien Und habe mitbekommen, dass er zum apostolischen Administrator ernannt wurde.
00:01:21: Ich habe mich da durchaus gewundert, das Domkapitel nicht wählen konnte, sondern dass der Papst einen apostolischem Administrator ernannte.
00:01:31: Aber das hat ja Otto Friedrich neulich in der Herderkreuspondenz ein Husaren-Stück genannt und auch geschrieben.
00:01:38: Schönborn hatte Grünwidl schon länger im Blick und dadurch, dass sie eben vom Papst ernannten wurde, kam man sozusagen auf die Bühne, außerhalb der Diözese war er ja relativ unbekannt.
00:01:49: In der Diozese als Fahrer, als Bischofsvika, als Vorsitzender des Priesterrates sehr bekannt.
00:01:56: Naja und da es die Anfrage kam können Sie sich vorstellen daran Buch daraus zu machen habe ich mich natürlich für ihn interessiert seinen Werdegang.
00:02:05: Wir sind uns auch begegnet.
00:02:06: kurz vor seiner Ernennung zum Erzbischof weil er was von mir wollte Da gab ich ihm einen Korb Und also dann ernannt war war ich von ihm für eine ganz kleine Klausur eingeladen.
00:02:19: und dann entwickelt sich das eben so.
00:02:21: Und im Laufe der Erarbeitung des Buches hatten wir zwei, drei Treffen wo ich ihn aber einfach auf biografische Stationen ansprach.
00:02:28: War es denn so?
00:02:29: Stimmt es dann so?
00:02:31: Ja und dann habe ich eben viele Interviews geführt mit verschiedenen Leuten um halt auch biographisch und inhaltlich weiterzukommen.
00:02:39: Das Ergebnis ist das Buch.
00:02:41: Es beschreibt den Lebenslauf von Josef Grün wieder.
00:02:44: Allerdings auch interessant und Sie haben sie jetzt schon angesprochen, dieser lange Weg zu einem neuen Wiener Erzbischof.
00:02:51: Das nimmt im Buch sehr viele Seiten ein.
00:02:55: wenn wir das kurz ansprechen wo sehen Sie denn da Punkte warum es für Wien so lang gedauert hat dass ein Neuer Erzbeschiff ernannt wurde?
00:03:04: Also Josef Grünwidl ist der Erzbischof, der es nicht werden wollte.
00:03:09: Er hat hier lange gezögert und er hat ja auch mehrmals betont hat, fester mitgerechnet dass er nach einer gewissen Übergangszeit wieder in die Seelsorge zurückkehren kann.
00:03:19: Er war zuvor Bischofsvika im Vika-Jahr ZÜD Und er ist ja ein gestandener Pfarrer und ein passionierter Seelsorger, was hier im Übrigen auch in seiner Selbstbezeichnung – ich bin Seelsorgern, Brückenbauern, Teamplayer zum Ausdruck kommt.
00:03:33: Was zu meiner großen Überraschung sich sogar im Ernennungs-Dekret von Papst Leo XIV findet.
00:03:39: Es gab Viele Namen, die kursiert sind.
00:03:42: Bischöfe, die sich vorstellen hätten können von da nach Wien zu wechseln.
00:03:47: Ordensleute – das ist das übliche Name-Dropping und es war ja fast eine unerträgliche Spannung am Schluss schon.
00:03:54: Was is denn jetzt?
00:03:56: Und man hatte von außen den Eindruck Josef Grünwidl ziert sich.
00:03:59: Es haben ihm offenbar viele zugeredet vom Kardinal Schönborn abwärts.
00:04:05: Wenn ich's recht interpretiere... haben diese neun Monate, diese symbolträchtigen neun Monate dazu geführt dass er sich einfach entschieden hat so viele trauen mir das zu.
00:04:17: Der Papst traut mir das zur der Nuncius Cardinal Schömbarn.
00:04:21: jetzt muss ich das eigentlich machen und das fand ich auch ehrlich und er hat es ja dann auf diese schöne Formel gebracht.
00:04:29: Ich bin nicht perfekt!
00:04:30: Ich weiß um meine Grenzen aber ich bin verfügbar.
00:04:34: Und dann hat er ja auch dieses berühmte Augustinus-Wort aufgenommen, das Kardinal König bei seiner Abschiedsmesse, Ninzehn, Fünf und Achtzig oder Sechsund Achtzig verwendet hat von Augustinos.
00:04:47: Für euch bin ich Bischof mit euch, bin ich Christ.
00:04:50: Das heißt auch wenn ich Vorgesetzter bin – Bischoff bin!
00:04:54: Ich möchte diesen Weg mit Euch als Christ gehen und die Taufe, die gemeinsame Taupe ist das Wichtige und da kommt der Theologe Josef Grünwidl für mich zum Vorschein, die gemeinsame Taufe und nicht ob ich dann in der Hierarchiebischof oder Erzbischoff dekane oder Pfarrer oder was auch immer bin.
00:05:13: Das was natürlich viele verwundert hat ist es war ja bekannt wann Kardinal Christoph Schoemper seinen Rücktritt einreicht und er musste dann weiter dienen und das dauerte eben so lange bis man einen Erzbeschuh für Wien hatte beziehungsweise einen Administrator Beim Konklave, wer hier als Erzbischof genannt wird, wird es nicht werden.
00:05:36: Naja... Wer als Papst in Skonklavi reingeht, kommt das Kardinal heraus sagt man und so war es ja auch beim neuen Erzbischof von Wien.
00:05:44: Es sind viele Namen kursiert.
00:05:46: Natürlich Erzbschoff von Wynn könnte es naheliegend sein einen Bischof der sich schon irgendwo in einer Dietsöse bewährt hat zu nehmen und zum Erzbeschiff von Winn zu machen.
00:05:58: Ich nehme dem Josef Grünwidl wirklich ab dass er in die Seelsorge zurückkehren wollte aber diese Symbol trächtigen neun Monate haben in ihm schon etwas bewirkt, das ist das eine.
00:06:09: Das andere was sie ansprechen lässt sich auch schwer vermitteln denke ich.
00:06:13: Man wusste seit fünfundsiebzig Jahren wann Christoph Schoenborn fünfundsiebsig wird, wann er achtzig wird und das war ja dann ein... sich dahin ziehen.
00:06:21: und Christoph Schönborn hat es selber mal gesagt, natürlich hat er manche Dinge nicht mehr entschieden um seiner Nachfolge nichts zu priorizieren.
00:06:29: Und so blieben natürlich vieles liegen auch Personalien aus Strukturentscheidungen die jetzt Josef Grünwidl abarbeiten muss.
00:06:37: Der Vorteil daran ist jetzt wieder dass er ja ganz aus der Ärztiozöse kommt Kaplan war, Jugendsellsorger war, Sekretär von Schömborn war.
00:06:47: Zweimal Pfarrer, beide Male Dächern, Bischofskvika und eben am Schluss apostolische Administrate.
00:06:54: Und das heißt ja auch dass es eigentlich keine Einarbeitungszeit braucht sondern dass es in dem Sinn einen fließenden Übergang gab.
00:07:03: Josef Grünwidl ist dreiundsechzig, der kann also nicht wie Kardinal König oder Kardinal Schönborn dreißig Jahre im Amt sein.
00:07:10: Aber zwölf Jahre Erzbischof in dieser Zeit sein!
00:07:13: Mit schrumpfenden Zahlen, mit Kirchenaustritten auch mit schrumpingem Geld.
00:07:19: Mit großen personellen Umwälzungen.
00:07:21: über die Hälfte des Kleros wird in den nächsten zehn Jahren pensioniert und die fallen nicht vom Himmel – die Nachwuchspriester.
00:07:28: Das sind ganz andere Herausforderungen wie von fifty-sech bis eighty-fünf.
00:07:33: oder wie in der Ära Schömborn.
00:07:36: Insofern wird er keine Ära schaffen können, denke ich.
00:07:39: aber es ist eine ganz andere Herausforderung eben heute Bischof oder eben Erzbischof von Wien, der größte Nürze Österreichs zu sein.
00:07:48: und wir sehen ja immer nur die Stadt Wien und das hat Josef Grönwidl auch immer betont.
00:07:54: große Teile niederösterreichs gehören hier zum Erzpistom.
00:07:57: darum gibt's ja die drei Vika-Jate Nord wo Weil Bischof Tornowski, Bischoff's WK ist Stadt und das WK Jahr ZÜD.
00:08:06: Wo jetzt der Pfarrer von Perchtolzdorf Richard Kager auch Bischoffs WK geworden ist ein Amt, dass Josef Grünwidl als Administrator ja kaum mehr wahrnehmen konnte.
00:08:15: Das ist natürlich eines... Da bin ich jetzt schon auf Josef-Grünwidler gekommen aus dem Nordwickareat war aber auch im Südwickareate tätig Und jetzt muss er in der Stadt Wien sozusagen als Bischopf sein Amt führen.
00:08:27: welches Profil würden Sie den Wiener Erzbischoff da noch zubiligen.
00:08:32: Es ist ja auch das bekanntste Wahlspruch, nehmt Gottes Melodie in Euch auf!
00:08:37: Ja er ist ja gelernter Musiker, kann Orgel und Klavier spielen und dieses Bischofs-Motor sagt wirklich etwas über ihn aus.
00:08:46: Er ist am siebzehnten Oktober ernannt worden Gedenktag des Ignatius von Antiochien, der auf dem Weg als Bischof von Antyochien nach Rom ins Martyrium verschiedene Briefe geschrieben hat und verschiedene Gemeinden in Ephesus und anderswo.
00:09:02: Und da kommt eben dieses Wort vor.
00:09:04: Nehmt Gottes Melodie in euch auf.
00:09:06: Melodia am Dei Rezipite.
00:09:07: Ich habe mich dann gewundert.
00:09:09: wie kann man das auf einen kurzen lateinischen Spruch bringen?
00:09:13: Melodia Am Dei Recipitae.
00:09:15: Und was Josef Grünwidl aus meiner Sicht damit sichtbar macht, ist wo und wie kommt die Melodie Gottes in unserem Alltag vor?
00:09:24: In meinem Leben vor.
00:09:26: Das eine ist, was wir am Sonntag alles bekennen.
00:09:29: Das andere ist wie bewährt sich und bewahrheitet sich das im Alltag von Montag bis Samstag.
00:09:36: Glaube muss alltagstauglich sein, krisentauglich seien, intellektuell belastbar seien.
00:09:41: Und da hat er dieses schöne Wort gefunden.
00:09:44: und ich habe neulich mich noch zuerst gewundert dass der neue Presse-Sprecher der Ärztdiözese Benedikt Neumeier nach einer Klausur des Erzbischofs mit seinen engsten Mitarbeitern sagt, wir wollen wachsen.
00:09:56: Die Kirchenmitgliedszahlen die nehmen ab.
00:09:59: aber was er damit meinte?
00:10:00: Wir wollen wachsen in der Gottesbeziehung und in der Freundschaft mit Jesus und das hat aus meiner Sicht Josef Grünwidl oft jetzt auch deutlich gemacht.
00:10:09: Es geht in erster Linie um unsere Gottesbeziehung, um die Freundschaft zu Jesus.
00:10:14: Strukturreformen sind wichtig, Pastoralpläne sind wichtig aber wir müssen Gott ins Spiel bringen und das macht sein Bischofs-Motto Gottesmelodie zum Klingenbringen eben auch deutlich und ich denke es spricht viele Menschen auch an.
00:10:30: Sie, Bart Andreas Bartlock und auch Erzbischof Josef Grünwidl sind altersmäßig sehr knapp beieinander.
00:10:37: Es ist ein Jahr Unterschied.
00:10:38: was beschreibt denn den Seelsorger der aus den neunzehnsechziger Jahren kommt also in den frühen neunzen sechzige jahren geboren ist?
00:10:48: Ja wir haben beide im september nineteinundachtzig unser Theologiestudium begonnen und damals gab es einenhundert drei Neuanfänger in allen neuen Diözösen.
00:10:58: das ist ja heute eine Zahl.
00:11:00: Es werden alle Seminaristen in allen sechs Jahrgängen, in allen Diözösen zusammen.
00:11:04: Das war eine ganz andere Zeit und da deckt sich eigentlich oder zeigt sich schon in unserer Lebensgeschichte und Glaubensgeschichte wie sehr sich Kirche verändert hat.
00:11:15: Auch wenn ich daran denke, dass es damals Patriarchenbischöfe eben wie Franz König oder Paulus Rusch oder Bruno Wechner oder Franz Zauner gab die dreißigvierzig-fünfzig Jahre im Amt waren.
00:11:27: Auch wenn Ich dran denke das es in den neunzehnachtiger Jahren Bischofsanennungen gab In Wien, in Fälkirchen Salzburg Die sozusagen eine Kurskorrektur von Rom sein sollten.
00:11:40: Sankt Bülten auch grandios schief gegangen würde ich sagen.
00:11:44: Josef Grünwidl wurde von Christoph Schömborn als Diözisan Jugendsellsorger abgelöst zu seinem Sekretär gemacht.
00:11:51: In der ärgsten Zeit, als die Enthüllungen über Kardinal Groa ans Tageslicht kamen Titelblattes Profil also.
00:11:59: da hat sich schon in seinen ersten Priesterjahren ja ganz viel verändert und wie er selber sagt wir werden weniger immer weniger aber nicht weniger wichtig.
00:12:10: Auch die Katholikenzahl in Wien wird vermutlich unter fünfzig Prozent rutschen und das ist natürlich anders, wie wenn man achtzig oder eighty-fünf hat.
00:12:19: Es ist der ökumenische Dialog sehr wichtig mit den anderen christlichen Konfessionen.
00:12:24: es ist der interreligiöse Dialog wichtig mit muslimern und mit juden.
00:12:30: Da hat ja auch der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig einen Rat der Religionen eingerichtet und da habe ich den ersten Monaten schon gesehen, dass ist Josef Grün-Widdle alles wichtig.
00:12:41: Der Wieners Erzbischof ist jetzt nicht der Oberkuro der über allen Religionen schwebt das geht nur im Miteinander.
00:12:49: die gesellschaftlichen Herausforderungen Die Polarisierungen, die Gereiztheit, die Aggression Auch die Instrumentalisierung von Religion durch bestimmte Politikerinnen und Politiker, nicht nur in den USA sind eine große Herausforderung.
00:13:06: Also wer mit der Bibel heutzutage herumwedelt und meint ich könne päpstlicher als der Papst sein wie das zum Beispiel der amerikanische Präsident oder der Vizepräsident tun die Papst Franziskus und jetzt auch Papst Leo meinen Belehren zu können im Theologices.
00:13:23: Also von diesem Virus ist Josef Grünwidl sicher nicht befallen.
00:13:28: und der Weis, es braucht ein Miteinander.
00:13:31: Ein faires Miteinander auf Augenhöhe unter christlichen Konfessionen mit anderen Religionen zusammen und da lädt er sicher dazu ein die richtigen Koalitionen und Allianzen zu schmiedern.
00:13:43: Und da hat er aus meiner Sicht auch keine Berührungsängste weil er weiß, ja Resin heißt heute ich muss nah bei den Menschen sein!
00:13:50: Ich muss wissen wie die ticken.
00:13:53: Und da ist er ja anders als Christoph Schömborn, der aus der Wissenschaft kam.
00:13:57: Der sich am Anfang wahnsinnig schwer tat einfach weil er wenig Pastorale oder fast keine pastorale Erfahrung hatte.
00:14:04: Da tut sich Josef Grünwidl natürlich viel leichter und er ist andererseits auch ein Realist aber er nimmt diese Herausforderung aus meiner Sicht auch an.
00:14:13: Sie beide – jetzt bist du auf Josef-Grünwidler und sie Partner Bartlock sind eigentlich Entschuldigen Sie, wenn ich das so sage, Kinder des zweiten Vortikanums.
00:14:22: Was hat sie da geprägt?
00:14:24: Was haben Sie sich damit bis heute mitnehmen
00:14:26: können?".
00:14:27: Ich habe als Kind nie einen Priester mit dem Rücken zum Volk erlebt weil ich eine Woche vor Konzilsbeginn geboren wurde und in einer Pfarre groß wurde die während des Konzills gebaut wurde Nicht mit zwei Bankreihen, Männerreihe, Frauenreihe sondern mit einer Parlamentsanordnung.
00:14:46: Erst im Kindergarten und in der Volksschule in Riedenburg bei Sakri Kürschwestern habe ich dann eine andere Kirche sozusagen auch erlebt dass es auch anders riecht das es zwei Bankreien gibt.
00:14:56: mich hat das Konzil sehr Geprägt, weil das ja der Versuch war, das Gespräch mit der Moderne aufzunehmen.
00:15:03: Das Stichwort bei Johannis dem XXIII.
00:15:06: hieß Argyonamento a jurbringern.
00:15:08: Hier riecht es kein Museum – wir wollen nicht nur immer gegen was sein sondern mit der Welt sprechen.
00:15:14: und die sechzehn Konzilsdokumente, die entstanden sind zwischen nineteen zweiundsechzig und neunzehntfünfundsechszig, gelten bis heute.
00:15:22: Es waren natürlich nur eines von einundzwanzig ökumenischen Konzilien aber die anhaltenden Streitigkeiten, Polarisierungen – das gibt nicht nur in Sachen Liturgie mit den Piosbrüdern.
00:15:34: Die zeigen doch dass da viel Brennstoff drinnen liegt und die Knackpunkte sind ja gar nicht so sehr Liturgies sondern Ökomene, Unitatis ret integratio, Gewissensfreiheit, dignitatis humane überhauptes Verhältnis zur Welt, die Pastoral-Konstitution auch das Kirchenverständnis.
00:15:54: Und dagegen wird von manchen kleinen, aber sehr lautstarken Gruppen bis heute polemisiert.
00:16:00: Das Konzilsbuch das ich geschrieben habe mit dem Titel aus dem Konzilgeboren drückt es ja aus.
00:16:07: Sie haben schon recht Grünwidl und Ich wir sind in dieser Nachkonziljahrenkirche aufgewachsen.
00:16:14: Es war ein großer Aufbruch damals.
00:16:16: Es gab den Versuch eines unübersehbar, des Versuchs eines Rückbaus.
00:16:21: unter Johannes Bald.
00:16:22: im zweiten Benedikt hat sich das dann nochmal verschärft, weil er ja zusammen mit Karl Rahner ein sehr aufgeschlossener Konzilstiologe war.
00:16:30: Aber dann in seinen anderen Funktionen als Prefekt der Glaubniskonfiguration und als Papst Benedikt die nachkonsiliare Debatte ja sehr majorisiert hat.
00:16:41: Es gab einen Aufbruch unter Papst Franziskus, der selber gesagt hat wir müssen Das Konzil erst ausschöpfen ganz das Potenzial.
00:16:51: Und jetzt haben wir einen Papst, der nach dem Zweiten Weltkrieg geboren ist, der als junger Mann das Konzil erlebt hat und auch die Nachkonziliaren werden.
00:17:00: Der Kirchenrechtler ist aber aus meiner Sicht die Impulse oder die vielen Dinge, die Franziskus auf den Weg gebracht hat – jetzt auch absichert.
00:17:09: Thema Synodalität.
00:17:11: Thema Armut, der mit seiner ersten Enzykliker einen grandiosen Aufschlag machte weil er eben sich KI zugewendet hat und wie Leo der Dreizehnte seinerzeit, achtzehn-einundneunzig Industrielle Revolution einen Epochenwandel eigentlich sehr scharfsinnig mit seiner Enzyklika Magnifika Humanitas angenommen hat.
00:17:32: Ja in dieser Kirche steckt der neue Erzbischof, in der stecke ich und gleichzeitig nehme ich schon wahr das für junge Studierende die heute mit Theologiebeginn des Zweite Vatikanum eine ferne Kirchengeschichte ist, einfach weil es sechzig Jahre zurückliegt.
00:17:49: Es deckt sich mit meiner Lebensgeschichte und ich möchte nicht dass es eine Rolle nach rückwärts gibt das wir liturgische Nostalgiker werden.
00:17:58: aber da braucht's eben auch vermittelnde Personen Persönlichkeiten die versöhnen können Und ich denke so jemand ist Josef Grünwedel und deshalb denke ich dieser Erzbischof ist ein Segen Ein Glücksfall für die Kirche in Wien und darüber hinaus für ganz Österreich.
00:18:27: Am achtzehnten November gibt es da um siebzehn Uhr in der Tirolia Buchhandlung eine Signerstunde mit beiden.
00:18:35: Wir wollen die Gelegenheit nützen auch auf ein zweites Buch zu sprechen.
00:18:39: Zu kommen, das ist bei Herr Der Erschienen lautet Heiligsein zwei Punkt Null Christliche Lebenskunst im einundzwanzigsten Jahrhundert.
00:18:49: Warum ist Heilig sein heutzutage etwas was uns interessieren kann?
00:18:54: Also das Buch ist die Folge eines ganz kleinen Artikels, den ich in der Zeitschrift Christi in der Gegenwart verfasst habe.
00:19:01: Wo ich an ein Projekt von Martin Wehlen dem früheren Abt von Einsiedeln, der jetzt Probst in St.
00:19:07: Gerold vor Alberg im großen Walzertal ist geschrieben habe.
00:19:11: und Martin Wehrlen musste die Probsteis St.Gerold renovieren.
00:19:15: Und dabei kam ihm die Idee, die Heiligen stehen immer auf Säulen.
00:19:19: Die haben heiligenschein.
00:19:21: Die muss man ins Leben
00:19:22: zurückholen.".
00:19:23: und diese Aktion, die auch viel Aufsehen erregt hat, auch Widerspruch erzeugt hat – die habe ich beschrieben.
00:19:30: Und dann kamen die Anfrage vom Verlag Herder, können Sie ein Buch daraus machen?
00:19:35: Also das Thema lag mir jetzt außerhalb dieser Aktion noch nicht so nahe.
00:19:39: Und trotzdem ist ja die Frage was heißt es heute im XXI.
00:19:42: Jahrhundert Christ zu sein?
00:19:45: Was heißt christliche Lebenskunst?
00:19:47: Und wo kommen da heilige
00:19:49: vor?".
00:19:50: Und mit Heiligkeit oder Heiligen verbinden wir natürlich Verstorbene.
00:19:54: Verbinden wir sozusagen den Olymp des Christentums, mit Heiligen verbinden wir herausragende Gestalten, sozusagen spirituelle oder theologische Überflieger- oder Übermenschen und dadurch werden sie aber schon aus meiner Lebenswelt und aus meiner Glaubenswelt eigentlich herausgehoben.
00:20:12: Und da habe ich natürlich als einer, der sich intensiv mit Papst Franziskus beschäftigt hat schon auch wahrgenommen dass ja Papst Fransiskus einen eigenen Gedenktag für die Heiligen von nebenan eingeführt hat.
00:20:25: Unglücklicherweise würde ich sagen am neunten November weil das bei uns natürlich mit dem Reichsprogramm nach zusammenhängt und mit den Gedenken an die NS-Zeit sehr verbunden ist.
00:20:36: Aber Papst Franziskus hat gesagt, es gibt nicht nur die großen Prominenten Heiligen.
00:20:41: Therese von Avila, Franz von Assisi dessen achthundertsten Todestag wir gerade begehen.
00:20:47: Ignatius von Loyola, die Ordensgründerin und Ordenskründer.
00:20:50: Es gibt die Heiligen von nebenan übersehene Menschen.
00:20:55: Und da hat er gesagt das kann meine Großmutter sein Das kann meine Mama sein.
00:20:59: Das kann jemand sein der sich selbstlos einfach in Anspruch nehmen lässt.
00:21:04: Und das hat natürlich mein Interesse geweckt.
00:21:07: und so ist dann dieses Buch zustande gekommen mit seinen zwanzig Kapiteln, die man auch getrennt oder unabhängig voneinander lesen kann.
00:21:18: Wo da natürlich auch Kapitel drinnen sind wie eben... Reliquien oder wie funktioniert eine Heilig-Sprechung, wo ich mich bestimmten heiligen Zuwände zum Beispiel Mutter Teresa nach deren Tod ganz erstaunliche Dinge ans Tageslicht bekommen sind nämlich ihre Gottesfinsternis.
00:21:37: Wo ich über fröhliche Heilige wie Philippe Neri berichte aber auch problematisiere was heißt das wenn man junge Burschen aus den Orden Heilig spricht, wo ich mich mit Carlo Akuttis beschäftige.
00:21:51: Dem ersten Millennial wie es heißt von dem es auch ganz fragwürdige oder problematische Seiten gibt der bei ein Hero geworden ist und der heutigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen einfach sagt das könnte auch ich sein.
00:22:04: Das ist einer von uns wo ich über heiligen Verehrung auch spreche.
00:22:09: Problematisiere, was sind Heldenbiografien?
00:22:12: Und das ist eben auch in der Geschichte des Christentums etwas, dass manche heiligen Biografien ja Helden-Biografien sind.
00:22:19: Hageographien die wenig mit deren Leben eigentlich zu tun haben.
00:22:23: Naja und das ist alles in dieses Buch gepackt und ich denke schon, dass es den einen oder anderen Anstoß geben kann zu überlegen, was heißt es für mich heute, Christ zu sein?
00:22:39: Da bringe ich es in den letzten Kapiteln eben auch auf die Formen Christian Life Matters.
00:22:44: Es kommt auf christliches Leben an, Auf Echtheit und Authentizität Und nicht auf die Sucht oder Sehnsucht.
00:22:52: Ich muss etwas ganz Besonderes tun Elmer Mitterstieler der Spiritual von Josef Grünwidl im Priester Seminar Der hat oft betont zuerst müssten wir mal Menschen sein Christen sein.
00:23:06: und ob ich dann auch mal eine heilige werde oder ein heiliger das muss sich anderen überlassen.
00:23:11: Und das andere, was auch sehr stark mir gefallen hat bei Parts Franziskus Das ist der Auftakt oder des Motto um heilig zu werden Muss man nicht die Augen verdrehen Oder in Gesicht wie auf einem heiligen Bildchen machen.
00:23:25: Nein nein das ist nicht notwendig.
00:23:27: Parts Fransiskus hat ja Dinge sehr Knapp auf einen Punkt bringen können Und es hat mir gefallen und ich hoffe, dass das Buch auch Leserinnen und Leser findet.
00:23:38: Herr Badlok Sie haben natürlich eine prägende Persönlichkeit in diesem Buch untergebracht, zitiert – das ist Karl Rana dessen Archiv sie über einige Jahre auch geleitet haben der große Konzilsteologe.
00:23:50: da lautet ein Titel Heiliger als Helfer bei der Einübung ins Christentum.
00:23:56: Wie können diese unterstützen?
00:23:59: Vorbilder brauchen wir.
00:24:00: Menschen zu denen ich aufschauen kann, braucht es.
00:24:04: Und Heiligsprechung heißt ja auch der oder die.
00:24:07: bei denen ist das ganz gut gelaufen.
00:24:10: Das heißt nicht dass Heilige nicht auch Sünderinnen und Sündern waren überhaupt nicht.
00:24:15: aber sie haben sich nichts ständig um sich selber gedreht.
00:24:18: Sie haben nicht gewartet.
00:24:20: erst dann wenn ich perfekt bin heiligmäßig bin Wenn alles klappt fange ich an sozusagen aktiv zu werden.
00:24:28: Kalrana hat in seinem Weihekurs öfters Predigen zu Jubiläen gehalten und damals fast ironisch gefragt, können wir noch heilig werden.
00:24:38: Priester- und Ordensleute wurden ja früher heilige Männern und heilge Frauen genannt.
00:24:43: Auch der fragwürdige Titel Hochwürden kriegt jetzt noch E-Mails wo es heißt hochwürdigste Herren und hochwürdigte Herren wenn's um Beichtinst im Stefansturm gibt.
00:24:54: Also diese Terminologie ist eigentlich einfach vorbei.
00:24:57: Ich glaube, das Anliegen bei Karl Rahner genauso wie bei Params Francisco – sie ist einfach heilig werden!
00:25:03: Ein heiligmäßiges Leben ist eine Option, ein Angebot für alle und nicht nur für eine kleine außerwählte Kaste.
00:25:13: Und es gibt eben nicht nur Mittelmaß im Christentum sondern auch Exzellenz und die kann jeder leben und an den Heiligen erleben wir das auch.
00:25:24: Bei der Bad Luxi war ich ja auch jahrelang Chefadaktor der Stimmen der Zeit, ein wesentliches Schriftum in der Römisch-Katholischen Kirche im deutschen Sprachraum.
00:25:36: Wie haben Sie denn eigentlich für sich selber erkannt?
00:25:38: Ja, da schreiben ist es meine!
00:25:41: Ich bin nach meiner Promotion im Jahr zweitausend nach München geschickt worden.
00:25:45: Ein Jesuit sucht sich ja seinen Standort nicht so ohne weiteres selber aus, sondern es gibt Anfragen und das fragten Provinzial kannst du dir das vorstellen.
00:25:55: Ich kannte die Stimme der Zeit weil ich schon nach meinem Novitiaten-Issens, siebenundachtzig, achtundachtsigmal im Schriftstellerhaus der Deutschen Jesuiten war.
00:26:03: bei Geist und Leben ist eine spirituelle Zeitschrift.
00:26:06: Wir mussten dieses Haus leider im Jahr, im Jahr two-thausend drei aufgeben.
00:26:10: Also das Milieu der sogenannten deutschen Schriftsteller war mir bekannt.
00:26:15: Die Stimmen der Zeit sind eine Kulturzeitschrift die älteste noch erhalten gebliebene katholische Kulturzeit schrift im deutschen Sprachraum.
00:26:23: Ich habe immer wieder auch Vorlesungen gehabt als Lehrbeauftragter und es gab dann schon noch die Frage, ob ich mich habilitiere.
00:26:31: Aber dann wäre ich Professor geworden oder hätte Professor werden müssen.
00:26:34: deshalb habe ich meine Habilitation abgebrochen weil ich gemerkt hab das Schreiben liegt mir am meisten Und es gibt natürlich dann auch verschiedene Genere, ob eine Meditation schreibe ein editorial schrei be eine wissenschaftliche Abhandlung schrei Be.
00:26:51: Das sind verschiedene Dinge.
00:26:53: Naja, in den letzten dreißig Jahren hat sich das einfach so entwickelt und jetzt ist es eigentlich so wenn ich auf meine letzten vier Bücher schaue.
00:27:00: Das waren alles Anfragen von Verlagen.
00:27:03: Ein Buch schreiben ist ja noch mal was anderes, wie ein Artikel von zehn Seiten oder eine Editorie des zwei Seiten hat.
00:27:09: Und da tue ich mich jetzt natürlich nach vielen Jahren schon leichter als ganz am Anfang.
00:27:14: auf der anderen Seite sehe ich mit einer gewissen Sorge dass die Digitalisierung natürlich auch dazu führt das immer mehr weniger gelesen wird jedenfalls in buchform.
00:27:25: Ich bin ein haptischer... Ich habe einige Zeitschriften die ich als PDF-Format kriege aber ich möchte einen Buch, eine Zeitsschrift handhalten und da stecken wir jetzt natürlich in einer gigantischen Revolution.
00:27:38: KI kommt dann noch dazu.
00:27:40: Man wird ja auch manchmal gefragt, haben sie das selber geschrieben oder hat es KI geschrieben?
00:27:44: So war's bei meinem Buch über Papst Leo, dass innerhalb von zwei Wochen nach seiner Wahl entstanden ist.
00:27:51: Da stammt jede Zeile von mir.
00:27:53: aber natürlich hat wegen der Eilider verlag mir das ja zugearbeitet.
00:27:57: also wohin das alles läuft weiß ich nicht.
00:28:02: Liebesgedichte oder Gedichte, Lyrik das kann ich nur lesen.
00:28:06: Das kann ich mir nicht irgendwie aus den Fingern saugen oder vorlesen lassen.
00:28:10: Ich denke es wird immer Menschen geben die zu Büchern und zur Zeitschriften greifen Aber sie ist ja oft auch eine Kostenfrage natürlich Und auch eine archivarische Frage.
00:28:22: der Gedächtnisspeicher der Menschheit Ist unerschöpflich natürlich.
00:28:27: aber alle Bibliotheken haben das Problem Blumen wohin mit den vielen Büchern, mit dem Bücher speichern?
00:28:32: und KI ist ja offenbar eine gigantische Revolution.
00:28:37: Neulich hat unser Bildungsminister gesagt mein Matura-Wissen hatte früher eine Halbwärtszeit von vierzig Jahren.
00:28:45: KI veraltet nach vier Monaten.
00:28:48: also da erschreck ich schon.
00:28:50: aber das wirft natürlich auch die Qualitätsfrage auf.
00:28:53: was es seichte, softe ...spirituelle Literatur, das ist genauso wie mit Theologie in der Auster Neuschollastik, die in den Regalen steht und halt überhaupt nicht mehr anspricht.
00:29:05: Es wird immer anspruchsvoller und auf der anderen Seite die große Konkurrenz sind eben die schnellen Sager-Podcasts passiert natürlich auch viel Unsehen.
00:29:14: Also die Frage der Qualitätssicherung ist schon eine Frage.
00:29:18: Unsere mehr Danke, dass Sie uns zur Verfügung gestanden sind für das Interview!
00:29:22: Ich möchte hier noch nachliefern Heiligsein II.
00:29:25: Null Christliche Lebenskunst im XXI.
00:29:29: Jahrhundert von Andreas Bartlok ist bei Herder erschienen und das erste Buch war eben für euch Bischof mit euch Christ.
00:29:36: Josef Grünwidel, Erzbischof von Wien erschienen bei Tirolia und dem Wiener Domverlag über das wir heute gesprochen haben.
00:29:43: Herzlichen Dank Bartler-Bartlok fürs Gespräch!
00:29:45: Danke für die Einladung.
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