Aus dem Burgtheater
Shownotes
Die Gesellschaft der Freunde des Burgtheaters Wien feiert ihr 70-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass waren bei der Festmatinee am 27. September 2026 nicht nur Burgtheaterdirektor Stefan Bachmann, sondern auch bisherige Preisträgerinnen und Preisträger des Elisabeth Orth-Preises, wie Mavie Hörbiger und Nils Strunk dabei. In diesem illustren Kreis wurde auch der diesjährige Elisabeth Orth-Preis für die beste schauspielerische Leistung in der Saison 2025/26 an Stefanie Reinsperger verliehen. Chefredakteur Christoph Wellner präsentiert den Mitschnitt dieser Matinée.
Transkript anzeigen
00:00:00: Aus dem Wiener Burgtheater.
00:00:05: Grüß Gott und herzlich willkommen zur elften Ausgabe unserer Senderei, aus dem Wietn-Burgtheater die auf Initiative und in Kooperation mit der Gesellschaft der Freunde des Wieners Burgtheaters entstanden ist.
00:00:17: durch die Sendung begleitet sie wie immer Christoph Wellner.
00:00:21: Sie hören heute einen Mitschnitt vom vergangenen Sonntag, dem siebenundzwanzigsten September.
00:00:26: In der Martinee um elf Uhr hat Heidetänner zahlreiche prominente Gäste begrüßt – immerhin ging es ja auch!
00:00:33: Um die Verleihung des Elisabeth-Ortpreises an Stefanie Reinsperger und das siebzig Jahr Jubiläum der Gesellschaft.
00:00:40: zu Beginn blickte Heidetaner jedoch weit in die Vergangenheit zurück.
00:00:48: Liebe Freundinnen und Freunde des Burgtheaters liebe Gäst.
00:00:54: Zwölften April, nineteenhundertfünfundvierzig brannte das Burgtheater fast vollständig aus nachdem es schon im März von einer Bombe sehr zerstört worden war.
00:01:07: Genauso wie für die Staatsoper fand man ein Ausweichquartier in Ronnacher und dann einige Jahre danach begann der Wiederaufbau im Auftrag des Ministeriums für Handel- und Wiederaufbaue, wie das damals hieß.
00:01:24: Aber es war viel mehr als ein Wiederaufbau in der architektonisch alten hergebrachten Form.
00:01:31: Es war vielmehr, weil schon bei der Gründung durch Josef II.
00:01:37: war ein deutsches Schauspielhaus das wichtigste Theater von wem ein absolutes Novum eine Städte österreichischen Wesens, ein Herzstück Österreichs bis damals geheißen hat.
00:01:51: Und da war dieses Haus wieder ein Symbol.
00:01:55: Ein Symbol für Aufbruch, für widererlangte Unabhängigkeit, für künstlerischen Aufschwung, für eingesteigertes Selbstwertgefühl der Österreicher und für einen von der Regierung doch aus geförderten österreichischen Patriotismus.
00:02:16: Also dieses Haus war immer etwas Besonderes!
00:02:22: Im selben Jahr noch hat sich eine Gruppe von Menschen zusammengefunden, die dieses Haus fördern wollten und unterstützen wollten.
00:02:28: Den Aufstieg den künstlerischen Aufstiege mit erleben wollten.
00:02:33: aber es wäre nicht österreich wenns nicht dann noch eine Weile gedauert hätte bis diese Gesellschaft von der Politik von der Regierung genehmigt worden ist.
00:02:43: angeblich hatten sie damals Angst dass die gesellschaft dem burg der da drein redet.
00:02:50: Wahrscheinlich haben sie von sich auf andere geschlossen.
00:02:53: Aber, da war es dann so weit.
00:02:57: Die Gesellschaft der Freunde des Burgtjaaters wurde gegründet und zu feiern wir heute den siebzigsten Geburtstag.
00:03:05: Es gibt noch mehr zu feieren.
00:03:06: wie Sie wissen verleihen wir schon zum fünften Mal heute den Elisabeth-Ortpreis für die beeindruckendste Leistung auf einer der Bühnen des Burgtheaters in der abgelaufenen Saison.
00:03:21: Sie alle wissen, er geht im diesem Jahr an Stefanie Reinsberger die herzliche Begrüße!
00:03:37: Man wünscht sich ja für solche Veranstaltungen wie heute wünsht man sich ja immer was und manchmal gehen Wünsche in Erfüllung aber manchmal eben auch nur zur Hälfte.
00:03:48: Die erste Gewinnerin des Ortpreises Birgit Minichmeyer ist relativ kurzfristig zu einer Filmpremiere nach München gerufen worden.
00:03:57: Sie ist daher nicht da und gestern Abend hat mich eine Nachricht von Michi Mertens erreicht, er hat sich bei Dreharbeiten einen Infekt geholt und liegt mit Fieber im Bett.
00:04:14: das tut ihm sehr leid.
00:04:15: uns tut es auch sehr leiden.
00:04:16: wir wünschen ihm natürlich gute Besserung aber ich freue mich dass zweiter Gewinner da sind und ich freue mich zu begrüßen in der Reihenfolge des Gewinnens Mavie Hörbiger, die extra angereist ist heute früh.
00:04:41: Und Nils Strunk!
00:04:52: Selbstverständlich begrüße ich auch den Hausherren sehr herzlich Stefan Bachmann.
00:05:02: Und
00:05:03: da Theater ja eine lebendige Kunstform ist, wollen wir heute nicht nur in die Vergangenheit schauen sondern uns von direkt auch ein bisschen was über die laufende Saison erzählen lassen.
00:05:12: Es gibt also viel Programm für heute Vormittag aber jetzt geht es erst mal los mit Musik und Nils Strunk und einem Mädchen von Luis Prima zum Geburtstag!
00:05:33: Oh, when you're laughing Sun comes shining through But when your crying You'll bring on the rain.
00:05:56: So stop your sighing And be happy again When ya
00:06:02: smilein'
00:06:04: When you smilein', oh
00:06:06: The whole world smiles
00:06:09: with you.
00:06:16: I'm just a gigolo.
00:06:18: When everywhere i go People know the price im paying Paid for every dance, selling each romance.
00:06:27: Oh what they say!
00:06:29: There might come a day when youth will pass away.
00:06:33: What would they say about me?
00:06:35: In the end comes I know there's just a cheek alone.
00:06:39: Life goes on without me.
00:06:42: Happy Birthday
00:06:43: to you,
00:06:45: happy birthday to you Happy Birthday!
00:06:50: Lieber Faunert has worked
00:06:51: out of us.
00:07:06: Das war Nils Strunk mit einem Geburtstags-Mädchen für die Gesellschaft der Freunde des Wiener Burgtheaters, live mitgeschnitten am vergangenen Sonntag im Wieners Burgtheater.
00:07:15: Viel Programm
00:07:16: und viele prominente Gäste konnte Heide Tenner begrüßen!
00:07:31: Gulliver's Reisen, Berghindt.
00:07:35: Wir sind noch einmal davon gekommen am ersten November steht auch die Zauberflöte wieder auf dem Programm.
00:07:41: also jede Menge zu tun.
00:07:44: Danke dass sie trotzdem da sind.
00:07:50: Ja nun kommen wir zum Jubiläum zu unserem Jubilän.
00:07:56: Die ständige Veränderung von Theater ist ja ein sehr spannender Prozess Und die Burgfreunde haben das an der Seite von zehn zum Teil sehr unterschiedlichen Direktoren hier miterlebt.
00:08:08: Was der elfte Direktor über uns denkt, würde er uns gleich selber sagen und im Anschluss daran bitte ich dann unserem Präsidenten Peter Jero um seine Worte.
00:08:23: Ja lieber Herr Dr.
00:08:25: Jo liebe Frau Dr.
00:08:27: Tenner liebe Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen.
00:08:30: Es ist mir natürlich eine große Ehre heute zu begrüßen so dieser siebzigjährigen Jubiläumsfeier.
00:08:38: Ja, Siebzig Jahre Freundschaft.
00:08:40: wer den den Merlin schon gesehen hat der weiß dass wir mittlerweile ja auch unter die mittelhochdeutschen oder althoch-deutsche Experten gegangen sind und wenn man so ein bisschen etymologisch nachschaut dann ist das Wort freund kommt von dem alt hoch deutschen Friund, ob ich es richtig ausspreche weiß ich nicht.
00:09:01: Hab ja nicht mitgespielt aber in der ursprünglichen Bedeutung schwingt auch das Wort der Liebende mit.
00:09:08: also Ich glaube sie alle wir alle Wir sind verbunden durch die Liebe zu einem Gegenstand nämlich dem Theater.
00:09:19: Und diese Liebe ist insofern sehr spannend.
00:09:23: Sie haben es eigentlich schon angedeutet, weil die geliebte eine ist, die permanent älter wird aber gleichzeitig auch immer jünger.
00:09:32: Und Sie haben es gesagt, das Theater befindet sich in einem stetigen Wandel.
00:09:37: Es erfindet sich gewissermaßen immer wieder selber.
00:09:40: Das kann für eine Liebe oder für den Liebenden auch herausfordernd sein.
00:09:44: Ja?
00:09:44: Die Veränderung ist ja nicht immer im Sinne aber ich glaube sie gehört einfach dazu sonst würde das Theater sterben.
00:09:53: D.h.,
00:09:54: Sie Freunde des Burgtheaters stellen sich eigentlich immer wieder neu auf uns ein Und im Wesentlichen ist Theater ja sowieso immer, sagen wir mal, im Kern dann doch gleich.
00:10:06: Es gibt eine Schauspielerin ein Schauspiller es gibt einen Text manchmal und es gibt Menschen die zuschauen und dann entsteht die Magie des Momentes wenn man das mal so nennen darf lebendige Menschen.
00:10:23: Das haben wir eigentlich auch in der Inszenierung unter Tieren sehr gut sehen können, wer es schon gesehen hat.
00:10:27: Da gibt's eine Sequenz wo das Theater plötzlich von einer KI gemacht wird.
00:10:34: gruselig und so krank und so tot, dass man eigentlich das Leben hinterher wieder feiert.
00:10:40: Und man ist so froh wenn die Schauspieler wieder auf der Bühne sind und es reicht eigentlich nur, dass sie da sitzen und einer singt ein Lied und man hat schon wieder sozusagen dieses direkte Gefühl.
00:10:52: also ich glaube Theater kann nach wie vor ganz viel und ich finde es toll, dass Sie mit uns befreundet sind.
00:11:00: Ich würde mich natürlich wünschen, dass sie wieder mehr werden.
00:11:04: Ich habe mir sagen lassen die Zahl sich so ein bisschen reduziert.
00:11:08: ich finde es ist nichts Veraltetes und das hat nichts Altertümliches der Freund, die Freundin des Burgtheaters zu sein.
00:11:16: Also ich kann nur sagen bitte machen Sie Werbung!
00:11:20: Es ist toll dass wir sie haben.
00:11:21: Wir haben ja ein schönes Beispiel auch heute in.
00:11:24: die Preisträgerin steht gewissermaßen dafür.
00:11:27: Sie haben uns geholfen damals bei Elisabeth das ist ja eine Aufführung.
00:11:31: Die haben wir eigentlich so relativ spät noch mit ins Programm reingenommen.
00:11:34: Das heißt die war gar nicht so richtig auskömmlich budgetiert wie man so schön sagt und da haben sie uns gehofft und wir konnten dieses wunderbar Kleid kaufen.
00:11:45: Und jetzt haben wir die Preisträgerin und gestern Abend hat hier eine Aufführung stattgefunden, die vom ORF mit gefilmt wurde was ja mittlerweile zu einem absoluten Seltenheitsfall geworden ist.
00:11:58: also ORF war live dabei und sendet... Wir hoffen mal dass das auch zutrifft zur besten Sendezeit irgendwann im September dieses wunderbar Dezember Dezember, dieses wunderbare Abend von Stefanie Reinsperge für den Sie ja heute dann auch zu Recht ausgezeichnet wird.
00:12:20: Also ich wünsche Ihnen oder ich gratuliere Ihnen ganz herzlich zu diesem siebzigjährigen Jubiläum!
00:12:28: Vielen Dank für Ihre Treue.
00:12:34: Liebe theaterbesessene Festgäste sehr geehrter Herr Direktor, Sie sind mein neunter.
00:12:43: Herzlichen Dank für die netten Geburtstagswünsche und auch dir, liebe Heidetänner, für den historischen Exkurs.
00:12:52: Vielleicht darf ich ergänzend noch feststellen, dass damals die unmittelbare Motivation so einen Verein der Freunde zu gründen vor siebzig Jahren ... Die Motivion war, die ein treues Stammpublikum in Krisenzeiten heranzuziehen.
00:13:09: Und wenn ich mich so umschau, das ist gelungen!
00:13:13: Wir verstehen uns als Großfamilie derzeit etwa dreihundertfünfzig Mitglieder zählend, die alle ihre Vorstellungstermine Wochen im Vorlauf kennen immer den gleichen Sitzplatz haben.
00:13:26: Immer die gleichen Burgfreunde treffen und sich über inszenierende und schauspielerische Leistung austauschen.
00:13:33: Und in dem Fall von Schwierigkeiten was Karten betrifft oder Termine auf ein perfekt geführtes Sekretariat verlassen können.
00:13:48: Wenn man fragt, warum soll man jetzt diesem Verein der Freunde beitreten und das Abo über unseren Vereinen akquirieren?
00:14:02: Dann sind es Vormittage wie diese wunderbare Künstlergespräche von Heidel Tenner perfekt vorbereitet und geführt.
00:14:12: In unseren Statuten steht als Zweck des Vereins, dass wir das Brücktheater unterstützen sollen.
00:14:22: Wir sind leider nicht in der privilegierten Situation wie in den Sechziger oder Siebziger Jahren, wo achtzehn Jahre lang der Präsident ein gewisser Herr Julius Meindl war und sein Vizepräsident Herr Mautner-Markov eine Tatsache die Sponsoring im größeren Umfang möglich machte.
00:14:43: Diese Art von Metzenatentum gibt es leider nicht mehr.
00:14:48: Heute sind wir auf Mitgliedsbeiträge angewiesen und obwohl wir abonnahmäßig Vollzahler sind, gelingt es doch die eine oder andere Unterstützung zu leisten amüsanterweise meist in Form von teuren Kleidungsstücken.
00:15:05: Also Nichtchanel!
00:15:09: So haben wir den prächtigen Krönungsmantel des Autochaos aus der ursprünglichen Salzburger Inszenierung dem Brücktheater zur Verfügung gestellt.
00:15:19: Leider war die Kleidung des Rudolf nicht so spektakulär, sonst hätten wir Herrn Merthens natürlich auch eingekleidet.
00:15:27: Besonders stolz, es wurde schon erwähnt sind wir auf das wunderbare Kleid unglaublich der Elisabeth von wegen Chanel, aber es war unglaublich raffiniert.
00:15:43: Ich darf an dieser Stelle auf unsere Feststrift hinweisen, die sie nach dem Ende der Veranstaltung ausgehändigt bekommen.
00:15:51: Unser langjähriges Mitglied, Frau Prof.
00:15:54: Dr.
00:15:54: Brigitte Marschall hat als Theaterwissenschaftlerin in den letzten zwanzig Jahren sehr persönlich aufgearbeitet und Bezug auf etliche Inszenierungen genommen.
00:16:09: Ich darf auch auf unsere Homepage, www.burgtheaterfreunde.at hinweisen.
00:16:15: Bitte nicht Burgfreunde...
00:16:17: Komm!
00:16:17: Entschuldige.
00:16:23: Deshalb seid es nicht hingegangen?
00:16:28: Die meisten schauen unter Burgfreunden.
00:16:30: Atomt landet man dann irgendwo auf einer Burgenkernte die mit Theater nichts zu tun hat.
00:16:41: Diese Homepage wird aktualisiert, es sind auch Kritiken drinnen.
00:16:48: Alles was man sich wünschen kann und unser Vorstandsmitglied Robert Novak der heute als Fotograf.
00:16:55: Ja tätig ist hat das alles auf die Reihe gebracht.
00:17:00: Ich denke dass die meisten hier im Auditorium ein ganz persönliches Theatererlebnis hatten Dass sie mit dem Theatervirus infiziert haben.
00:17:10: Bei mir war das ein Faust.
00:17:13: Allerdings der Faust des Jahres nineteen sieben und sechzig mit Thomas Holzmann aus Faust, Wildquattflieg als Mephisto.
00:17:22: Und wer glauben Sie hat das Gretchen gespielt?
00:17:26: Schau einmal Ja weiss nicht Ich schaue jetzt da mal grad dorthin Nein knapp daneben.
00:17:37: Die Familienkrone haben es nicht eingesteckt Christiane Hörbiger.
00:17:50: Also seit damals hat mich die Theaterleidenschaft gepackt und nicht mehr losgelassen, das geht soweit, dass sogar mein Zahnarzt Thomas Bernhard heißt.
00:18:04: Gebt's wirklich?
00:18:05: Dann kann man gucken!
00:18:06: Das war ein toller Zahnart.
00:18:08: Anfang der Siebziger bin ich dann den Burgfreunden beigetreten, er gattet einen Première-Abernement als Beziehungsnachlass... und habe es seitdem nahezu alle Inszenierungen in Burg und Akademie gesehen.
00:18:21: Das Premieren-Abo mit damals noch Vorhangverbot werden sich etliche noch erinnern können, gab es bis in die Ära Peimann der uns dann – man kann mal über den Peimern ja jetzt viel philosophieren aber das geht sich von der Zeit nicht mehr aus – der uns statt der Premiere jeweils die erste Vorstellung nach der Premiere überlassen hat.
00:18:46: Wenn man nun alte Jahre Revue passieren lässt, bleiben etliche Inszenierungen im Gedächtnis positiv und halt auch negativ.
00:18:55: So wie Theater eben ist!
00:18:59: Man beobachtet die Trends in Darstellern und Dramaturgy Stichwort Regie-Theater, dieses oft positiv aber doch immer wieder auch negativ besetzt.
00:19:11: Man erlebt auch immer wieder Interaktionen zwischen Bühne und Zuschauerraum Wie z.B.
00:19:16: in einer Vorstellung der Medea, die ich gesehen habe im Jahr Triehundachtzig und weil es in dieser Bedeutung gefallen ist, die damals die Medea gespielt hat und regiemäßig musste sie ihre Kinder auf offener Bühne mäucheln oder auf in der zweiten Reihe eine Frau aufgestanden ist schreiend hinausgelaufen ist.
00:19:35: das muss sich mir nicht anschauen.
00:19:37: Ich bin zweifache Mutter aber so fessel- und so packend kann Theater sein Oder auch nicht, wie Frau Reinsberger in einer Lilium-Aufführung, die ich ja auch gesehen habe.
00:19:54: Erfahren musste, wo sie das Spiel unterbrochen
00:19:58: hat?
00:20:00: Eine Zuschauerin, die ständige Handy bedient hat mit aller Emotion ... Das war spürbar!
00:20:07: Bist du gescheit?
00:20:10: Zum Verlassen des Raumes aufgefordert hat, das hatte ich aber dann auch nicht
00:20:14: gemacht.".
00:20:15: Das war aber ruhig.
00:20:19: Wirklich, das sieht man von oben verkehrt wirklich!
00:20:23: Ja
00:20:24: ja ich weiß... Also eine eindrucksvolle Reaktion.
00:20:30: es gab Szenen Applaus Chapeau.
00:20:35: Siebzig Jahre Burgfreunde das heißt doch Danke sagen.
00:20:39: vor allem möchte ich der Person danke sagen Die Jahrzehnte lang mit Leidenschaft, die Geschicke des Vereins lenkte nämlich Hedyrusitschka.
00:20:55: Sie hat immer ummögliches möglich gemacht jedes Mitglied persönlich gekannt und das nicht nur oberflächlich.
00:21:02: immerhin musste man damals in den Hanoschhof pilgern und die Karten persönlich abholen.
00:21:09: dann hat sich das nicht vermeiden lassen dass mal ein Gespräch verwickelt wurde.
00:21:14: Das war wie eine Therapiestunde Und man wundert sich bis heute, wie du das geschafft hast.
00:21:23: Es hat noch keinen PC gegeben?
00:21:25: Nix!
00:21:26: Ja, da festn jetzt Telefon und dann Kopierer glaube ich.
00:21:29: Das weiß ich nicht mehr genau.
00:21:32: Liebe Hede, Ich darf dir im Namen des Vorstands zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft überreichen.
00:21:56: Jetzt darf ich noch den Herrn Dr.
00:21:58: Sattler auf die Bühne bitten bitte.
00:22:03: Ist noch ein Dr.
00:22:04: Sattler im Raum?
00:22:09: Lieber Egon, du hast als Generalsekretär und später als langjähriger Präsident den Verein auch in schwierigen Zeiten Stichwort Finanzkandal ruhig geführt und ihn durch deine guten Beziehungen gerade zur kulturellen Notfallsanitäterin der Nation Frau Karin Bergmann dauerhaft geprägt.
00:22:32: In Deine Mitgliedschaft fällt schon besagte Autokamantel, von dem schon die Rede war.
00:22:40: Und so darf ich hier... Ist jetzt zu Besichtigen im Theatermuseum?
00:22:44: Ja genau.
00:22:45: Dort haben wir ihn überreicht!
00:22:46: Ja und ich darf dir das überreichen auch der Ehrenmitgliedschaft.
00:22:51: Das ist ja rührend!
00:23:04: Bei dir ist dein Name richtig geschrieben, habe es schon geschrieben.
00:23:09: Abgesehen davon freut man sich eine Geschichte ein.
00:23:11: Ich glaube du kannst dich erinnern, ich hoffe ich zitiere sie richtig aus dem Jahr wo wir nach der Vorstellung einer Bondiinszenierung des schnitzlerschen Anatol so ein bisschen geplaudert haben, insbesondere über das erste Malige Auftreten eines Hamburger Schauspielers mit entsprechendem Hamburger Dialekt.
00:23:35: Und wir waren uns einig, dass ein gewisser Herr Mertenz jedenfalls im Schnitzler fehlbesetzt ist und überhaupt, dass aus dem nichts werden wird!
00:23:46: So kann man sich täuschen, es ist schade dass er nicht da ist.
00:23:49: Ein kleines Dankeschön fehlt noch nämlich das an unsere Generalsekretärin Daniela Bucher die in diesem Jahr ihr vierzigjähriges Vorstandsjubiläum feiert.
00:24:06: unglaublich!
00:24:14: Du bist damals als Jugendvorstandmitglied kooptiert worden und bis das eigentlich bis heute.
00:24:24: Ich darf mich herzlich für die Aufmerksamkeit bedanken.
00:24:57: Wir haben ja gesagt, wir wollen auch in die laufende Saison einen kleinen Einblick nehmen.
00:25:01: Die Eröffnungspremiere war wie Sie alle wissen der neue Text von Elfriede Jelinek unter Tieren ein großartiges literarisches und sinnliches Spektakel.
00:25:14: Mavi Hörbiger ist ein besonders wandelungsfähiges Tier.
00:25:20: Ihren Fuchs liebe ich am meisten Und Navi Hörbiger wird uns jetzt einen Text von Elfriede Jelenick vorlesen und zwar nicht aus Untertieren, sondern einen Text der entstanden ist im Zusammenhang mit der Burgtheater-Produktion Burktheater.
00:25:40: Ich werde die Gelegenheit auch gleich ergreifen um Ihnen Danke zu sagen.
00:25:44: Sie wissen alle ich habe ein sehr besonderes Verhältnis zu den Burgtheaters seitdem ich auf der Welt bin.
00:25:52: das sind jetzt siebenundvierzig Jahre.
00:25:54: Die meisten von ihnen haben ein viel längeres Verhältnis zum Burktheater, was ich sehr bewundere und Ihnen auch Danke sagen möchte.
00:26:03: Ich habe mich entschieden für einen Text von Elfriedi Jellinek.
00:26:06: Ich muss kurz dazu sagen... ...ich erinnerte mich dass wir im Zuge von Burgtheater einmal über diesen Text sprachen Und ich habe ihn selber vorgeschlagen und dachte, das ist bestimmt eine fantastische Idee von mir.
00:26:18: Mann bin ich klug!
00:26:19: Nehmen wir doch diesen Text... Ich war jetzt am Wochenende auf dem achtzigsten Geburtstag.
00:26:23: Mein Schwiegervaters haben ja meinen Haus im Sämmering gemietet und hatten es da sehr schön und gestern fiel mir dann ein Oh Gott der Text!
00:26:31: So, dann habe ich in diesem Text reingeguckt und dann dachte ich mehr Achtung Grüne neune ist er kompliziert.
00:26:37: Ach Gott, hoffentlich versteht den überhaupt irgendjemand!
00:26:40: Worum geht es denn in diesem Text?
00:26:43: Also wie oft bei Elfriede Jellinek, wo ich ja jetzt sehr lange also zwei Jahre lang mich intensiv mit beschäftigt habe... Ich verspreche Ihnen und auch mir das wird jetzt für längere Zeit erstmal der letzte Text bleiben.
00:27:01: Aber gehen wir's an Elfriedi Jellinek in einem leeren Haus.
00:27:10: Im Theater habe ich einmal wirklich das Nichts gesehen, was nicht heißt dass sich nichts gesehen hätte.
00:27:18: im Gegenteil Ich konnte alles sehen was sich unten auf der Bühne abgespielt hat.
00:27:24: aber schwer zu sagen!
00:27:26: Ich war sehr hoch oben im vollkommen leeren Burgtheater.
00:27:31: Aber dort im vierten Stock oder so da bin ich gesessen heimlich Damit der Regisseur mich nicht sieht und auch andere sollten ihn, was er mit den Menschen dort unten zu machen versuchte, nicht sehen.
00:27:44: Nur er durfte sehen – die Szenen, die er gerade geprobt hat!
00:27:49: Ich wurde dort oben
00:27:50: in ein Nest
00:27:51: gesetzt, eine Loge, während diejenigen welche unten arbeiten sollten noch Pause gemacht haben.
00:27:59: Und so war das Theater, bevor die Menschen unten in die unendliche Ebene geströmt sind.
00:28:05: Eine Weile vollkommen leer!
00:28:08: Ich bin also dort oben gesessen – eine alte Krähe…in ihrem Plüschnest.
00:28:14: In dass keine Jungen mehr hineinkommen werden, weil ich die Betrachterin ohne etwas, was sie hätte betrachten können, innen ebenso leer war wie das ganze riesige Theaterhaus.
00:28:26: Ohne
00:28:27: Gedanken.".
00:28:28: Und so habe ich während der riesige Leereraum von allen Seiten auf mich eingeströmt ist und sich gleichzeitig vor mir auch wieder zurückgezogen hat, unten jeden Moment eine Bewegung erwartet.
00:28:41: Und indem ich sie in völliger Ruhe die ausgezeichnete Bewegung von allen und vollkommen allein erwartete, hatte es mich andererseits um diese wunderbare Ruhe zu beenden unwiderstillig hinuntergezogen, also der Leere entgegen zu fallen.
00:29:03: Und wenn diese Ebene der Bühne sich jetzt unendlich ausdehnen würde so würden sich auch die Körper unendliche und immer während weiter bewegen!
00:29:14: Ich würde endlich einmal Teil dieser Bewegung sein, die doch vom Regisseur so genau ausgedacht berechnet und angeordnet wäre.
00:29:23: Aber der Autor ist nie Teil... kann höchstens teilen, das sagen die Schauspieler ja auch.
00:29:31: Aber es nützt ihnen nichts!
00:29:32: Wir
00:29:33: sitzen also dort oben.
00:29:34: ich sitze und warte auf die
00:29:37: unvermeidlichen
00:29:38: Eingriffe des Regisseurs ins Leben um mich danach einigermassen wieder zu sammeln Denn ich sehe nicht gerne wie Menschen Befehle erteilt werden.
00:29:49: Ich sehe lieber das Frühlingsgrün, dessen Farbe vielleicht auch gern eine andere wäre und vielleicht nur deshalb ist wie sie ist weil ich Sie halt so gerne habe.
00:30:01: Weißt der Himmel?
00:30:02: Naja, der weiß es ja.
00:30:03: Hier dabei hab' ich dieses Stück doch selbst geschrieben.
00:30:08: Dort unten wird es jeden Moment anfangen dass die Leute angeschrien werden Aber auf mich bezieht sich nichts denn ich bin ja gar nicht da.
00:30:20: Also können sich die dort unten auch nicht aufeinander beziehen.
00:30:25: Ich selbst Hochdroben kann mich so wenig bewegen wie der Dachstein, weil sich ja nichts auf mich bezieht und ich mich also auch auf Nichts das dort unten gleich kommen mag beziehen kann.
00:30:36: Ja da keiner weiß dass ich hier sitze bin ich überhaupt nicht da!
00:30:40: Ich bin herausgefallen aus mir bricht ja nicht einmal ein Ton hervor.
00:30:44: bevor ich mich einen Ton von mir zugeben traue beißt ich mir lieber die Zunge ab.
00:30:51: Die Lehre ist das, was die Natur nicht will.
00:30:55: Sie schaut davor – das ist ihr bekannt!
00:30:57: Und doch bestimmt sich alles nach der Natur der Körper.
00:31:01: Der Stein, der fällt sogar ganz besonders.
00:31:04: Mit ihm hat es angefangen, dass man die Natur berechnen wollte.
00:31:08: Mit meinem Stück hatte es angefangt, dass der Regisseur die Körper berechneten wollte und jetzt entziehen sie sich schon im Vorhinein auch wenn sie gleich kommen werden?
00:31:20: Werden später aber trotzdem länger da bleiben müssen.
00:31:23: Länger ab wann?
00:31:24: Sie müssen immer nachsitzen, müssen Natur sein, Natur bleiben – Aber alles was der Regisseur mit ihnen vorhat ist gegen ihre Natur!
00:31:34: Also wie gut dass ich deren Gesetze alle außer Kraft gesetzt habe Und zwar indem ich mich unsichtbar gemacht und dann ganz verschwunden bin Gerade indem ich mich dort hinein gesetzt habe in dieses leere Haus, ohne dass es irgendjemand weiß.
00:31:50: Ist alles was die dort unten machen werden verfallen wie ich
00:31:53: verschwunden
00:31:54: von der Natur aufgefressen bevor es überhaupt getan werden konnte.
00:31:59: Die Halteseile reißen und wir werden gewiss gleich alle miteinander ins Leere stürzen.
00:32:05: Der Grund dafür besteht darin
00:32:07: das
00:32:08: Indem ich fehle, der Ort, der im Theater sich Bewegenden aufgehoben wird und Sie selbst der Ort werden müssen.
00:32:15: Ja sie werden zum Ort, in dem ich wiederum keinen Platz habe aber indem ich diesen Platz nicht habe nehme mich auch allen die hier agieren sollen den Ihren Zugleich ab.
00:32:26: geben Sie mir einen Platz.
00:32:28: Ich hänge Ihnen der Wallen in die Garderobe!
00:32:31: Ich brauche wiederum kein Raum mehr kann ihn also ruhig verschlingen, weil ich ja weg bin und all diesen Schauspielern – obwohl ich total unwirksam bin – keinen Platz zum Atmen lasse.
00:32:43: Ich war ursprünglich einmal der Weg den diese Schausspieler gehen sollten aber jetzt ist dieser Weg eben weg!
00:32:50: Und alles was der Regisseur noch wollen könnte verschwindet in ihren bodenlosen Staubsäcken mit denen sie ihren Pfad ins Nichts säubern und damit überhaupt erst herstellen sollen.
00:33:02: Der Weg hat sich jetzt in das aufgelöst, was er ursprünglich war – Natur.
00:33:07: Sehen Sie!
00:33:08: Und genau die habe ich ja aus der Kraft gesetzt.
00:33:11: Der Weg hatte sich und sein zielgerichtetes Wollen aufgespult gleich einem Ariatnefaden, der sich zusammen gerollt hat wie ein schlafendes Tier und wurde eine Art Himmelskörper, der Kreise beschreibt also die vollkommen Bewegung schlechthin.
00:33:27: Während alles, was dort unten noch abspielen könnte Nur unvollkommen sein kann.
00:33:33: Gewaltsam, vielleicht gerade... Nein!
00:33:35: Gerade nicht, sondern geradeaus.
00:33:38: In Wien sagt man halt aus Wenn etwas sofort anhalten soll Was überhaupt die Falscheste von allen Bewegungen wäre.
00:33:46: Herzlichen Glückwunsch Stefanie Reinsberg.
00:34:00: Die wandlungsfähige Mavi Hörbiger ist natürlich nach wie vor als Lysistrat dazusehen und natürlich als Berghind, für den sie vor zwei Jahren den Elisabeth Ottpreis bekommen hat.
00:34:12: Herr Direktor...
00:34:14: Jetzt bin ich wieder dran, ne?
00:34:20: Nee aber heute in verkürzter Version.
00:34:22: es wird nicht so arg!
00:34:26: Schon immer sehr streng mit Ihnen, aber ich glaube, mir gefällt das auch.
00:34:31: Naja als Direktor muss man ja ... Durchstehen, ne?
00:34:36: Da müssen wir durch.
00:34:38: Genau!
00:34:40: Wir wollen ja einen kurzen Blick nur auf die laufende Saison richten.
00:34:46: Sie haben
00:34:48: oft
00:34:48: mal sinngemäß gesagt das Burgtheater steht im Zentrum der österreichischen Theaterwelt und muss deshalb kein ganz ausgeprägtes starkes Profil haben sondern muss sich auszeichnen durch eine Vielfalt anformen an Inhalten und damit möglichst viel Publikum erreichen.
00:35:07: Also schauen wir mal auf diese Vielfalt in dieser Saison, die ziemlich beträchtlich ist.
00:35:13: Es gibt eine ganze Reihe von bekannten Stücken aus der jüngeren Literaturgeschichte.
00:35:25: Dodara, Stefan Zweig, Jürgen Mardt, Tschechow Und natürlich König Übü, den Sie selber inszenieren.
00:35:32: Premiere Mitte Oktober mit Stefanie Reinsberger.
00:35:36: Bin schon sehr gespannt!
00:35:37: Es gibt Uraufführungen wie zum Beispiel ein schönes Ausländerkind.
00:35:43: Es gibt wieder eine Stückentwicklung nach einem historischen Thema Die Geburt der Maria Theresia.
00:35:50: aus der Sicht ihrer Arme.
00:35:53: Mal sehen was da auf uns zukommt.
00:35:56: Barbara Freie inszeniert Shakespeare's Make-Best eine bunte Palette.
00:36:02: Nun ist ja die Erstellung eines Spielplans ein großes Puzzlewerk, das Sie immer wieder erzählt haben und wie wir uns auch durchaus vorstellen können.
00:36:11: Klassikerpflege, Neuortoren, wichtige Stoffe, Wünsche von Regisseuren, Ensemblepflege Budget also alles spielt da hinein.
00:36:21: was würden sie sagen ihre persönliche Meinung?
00:36:24: Was ist in dieser Saison an dem Puzzlet besonders gut gelungen Und wo muss sie vielleicht ein bisschen Kompromisse machen, man kann ja nicht alles machen.
00:36:33: Was ist vielleicht auf der Strecke geblieben in dieser Saison?
00:36:36: Persönliche Meinung!
00:36:37: Nicht die ihrer Dramaturgie sondern ihre Meinung.
00:36:45: Das ist wirklich schwer zu sagen weil so ein Spielplan ist irgendwie auch eine Wette also es ist irgendeine Spekulation.
00:36:51: Also man macht diesen Spielplan natürlich und stellt sich was Bestimmtes vor.
00:36:56: Das ist aber manchmal auch ganz schön schwierig, gerade wenn es um Projektentwicklung handelt.
00:37:01: Uraufführung also wir kriegen manchmal die Stücke noch nicht zu lesen und haben sie trotzdem schon angesetzt.
00:37:10: Es ist ein Risiko, da vertrauen wir oder sprechen großes Vertrauen in Richtung AutorInnen dann aus dass das dann schon irgendwie etwas wird.
00:37:18: Aber anders ist es eben mit Untergleiche umzusetzen, weil sonst wäre der Stück denn schon mit so einem zu langen Planungsvorlauf dann zu alt.
00:37:26: Deswegen kann ich eigentlich noch nicht sagen was ich nicht gelungen finde, weil im Moment scheint mir alles gelungen zu sein.
00:37:32: ob es dann gelingt das wird jetzt irgendwie die Spielzeit zeigen und das ist wirklich total interessant weil bestimmte Dinge lösen sich dann doch mehr oder weniger ein wie man sie gedacht hat andere überhaupt nicht ja und wieder andere sind vielleicht eine riesige Überraschung in positiven Sinn viel besser oder toller, spannender oder relevanter ist als man es überhaupt hätte denken können.
00:37:56: Also ich glaube der Spielplan so wie jetzt da steht schon das was wir beste optimale Version hier präsentieren können, dessen was wir sozusagen zu denken, zu organisieren, also zu entwickeln in der Lage gewesen sind.
00:38:16: Und sich leisten können
00:38:18: auch noch?
00:38:18: Und natürlich sich leisen können!
00:38:19: Ich meine da sind wir ja natürlich noch ganz gut aufgestellt am Burgtheater das wir überhaupt diese Anzahl von Produktion bieten können, was ich aber auch wieder total wichtig finde weil je weniger produzieren, desto weniger Zuschauer haben wir auch.
00:38:32: Das ist einfach ein Gesetz am Theater und das was dann als erstes irgendwie eher wegfallen würde wären eben genau die riskanten Geschichten und diese sind aber mitunter die wichtigsten für die Weiterentwicklung des Hauses.
00:38:47: Was interessiert Sie denn an dem König Übü so dass sie beschlossen haben das selbst zu inszenieren?
00:38:52: So wie ich sie kenne reicht es ja nicht dass eine Parodie auf Donald Trump?
00:38:56: Nein, das reicht überhaupt nicht.
00:38:57: Es ist natürlich auch keine Parodie auf Donald Trump sondern es ist wirklich ein Jahrhundertwerk muss man sagen.
00:39:03: Was war's auch immer noch nicht?
00:39:06: Also das ist interessant.
00:39:07: Das ist ja ein Stück was so am Beginn der Moderne steht.
00:39:11: Die uhrführung war in Paris, es war ein Riesen-Skandal.
00:39:15: Der Skandal war auch ein bisschen von Chari dem Autor selber mit inszeniert.
00:39:20: also er hat wirklich Menschen ins Theater geholt bei dieser Uraufführung den er gesagt hat Ihr müsst immer Busch rein und den anderen, ihr müsst immer klatschen.
00:39:29: Also hat da richtig schon sozusagen den Aufruhr im Publikum sozusagen mitgedacht.
00:39:35: aber es geht weiter rüber hinaus.
00:39:38: Es ist einfach, sagen wir mal, ein so vielschichtiges Stück das merken wir jetzt in den Proben.
00:39:43: Es kommt brachial und profan und derb und fekal daher ja und es ist aber unglaublich klug und fein und versponnen und absurd auch und das zu treffen, dass ist gerade eine große Herausforderung.
00:39:58: Das heißt sie haben gesagt ich zinniere das.
00:40:00: ich würde sagen ich versuche das ja wir versuchen das alle zusammen aber es ist ganz toll.
00:40:06: es ist wirklich eine große entdeckung.
00:40:07: der stück immer noch hat so ein bisschen den geruch das ist so keller theater theater.
00:40:12: also das ist immer irgendwo im studenten theater irgendwie noch angesiedelt.
00:40:18: Es ist natürlich, wie Sie sagen schon sehr aktuell, weil wir diesen infantilen Despotentypus leider wieder vermehrt auf dem Weltpaket zu gewärtigen haben.
00:40:32: Insofern ist es schon sehr aktuell.
00:40:33: aber das ist jetzt Trump oder vielleicht viel zu profan?
00:40:40: Weiß
00:40:40: ich bei Ihnen deswegen vor dich ja!
00:40:45: Fünfundfünfzig wird das Burgtheater bereits als Mittel- und Sammelpunkt geistiger Auseinandersetzungen bezeichnet.
00:40:55: Und es heißt darin, die Freiheit des Geistes, die in diesem Haus wohnt seit es steht ist die Tradition der vollendeten Demokratie, die interdiskussion besteht.
00:41:07: Soweit Universitätsprofessor der Historiker Heinrich Benedikt ist die Auseinsetzung mit Inhalten und Sprache Demokratiepolitisch heute besonders wichtig?
00:41:18: oder war es immer wichtig und erreichen Sie dafür das richtige Publikum?
00:41:26: Ich habe gesagt, dass wird streng mitunter.
00:41:31: Und dann wollten sie's auch kurz halten!
00:41:33: Das ist wirklich eine komplexe Frage.
00:41:36: Ja, das ist
00:41:39: immer komplex.
00:41:41: Dann soll man es aber sehr kurz und klar beantworten... Ja, natürlich.
00:41:47: Natürlich ist Theater ein demokratischer Ort und vor allem ist es ein Ort der sich gerade sehr auflädt auch mit Relevanz weil wir das einer der wenigen Orte sind wo wir tatsächlich leibhaftig zusammenkommen und wirklich einen Erlebnis miteinander teilen also nicht im digitalen Raum sondern im reellen Raum.
00:42:10: Wir spüren uns als Gemeinschaft, wir wohnen einer Sache die uns herausfordert, die uns zum Denken anregt.
00:42:23: Die uns vielleicht schockiert, provoziert, inspiriert und uns erfreut.
00:42:30: Und ich glaube das ist eine ganz wichtige Form um sich auch zu vergewissern dass wir nicht alleine sind.
00:42:38: also ich finde irgendwie dieses gemeinschaftsstiftende Moment In Angesichts eines Diskurses der Stadt findet, wo unterschiedliche Positionen verhandelt werden.
00:42:50: Das finde ich wirklich Demokratie-Stiften und das ist natürlich so dringend notwendig wie schon lange nicht mehr, würde ich mal sagen.
00:42:58: War immer wichtig?
00:43:00: Es ist ja auch so das Stadtheater, wie wir es jetzt haben.
00:43:03: Ich will es jetzt Burgtheater nicht als Stadthaater bezeichnen aber sagen wir mal das subventionierte Theater ist ja eine urdemokratische Einrichtung Und deswegen finde ich das auch, es ist so die Demokratie sägt am eigenen Ast wenn sie anfängt an diesen Theater zu sparen.
00:43:22: Es ist einfach wirklich eine grundlegende Säule unserer Gesellschaft.
00:43:27: Wenn wir sie so erhalten wollen also in der Freiheit und in der Diskursfähigkeit dann dürfen wir da nicht
00:43:36: sparen.
00:43:38: Die Eröffnungsprämie war, wie schon erwähnt, Hellenex unter Tieren.
00:43:42: Am nächsten Tag im Akademietheater Merlin oder das Wüste-Land mit Michael Mertens als König Achtus – ein Stück, das es selber schon einmal in Basel inszeniert hat.
00:43:52: Die Kritik war zwiespältig!
00:43:56: In beiden Stücken gibt's viel zu sehen.
00:43:59: Es ist viel los auf der Bühne, viel Humor und viel Musik.
00:44:03: Sinnliches Theater brauchen wir das jetzt wieder vielleicht mehr als so in der Vergangenheit.
00:44:09: Der Trend der letzten Jahre war ja Kopflastigkeit, weniger Sinnlichkeit auf der Bühne.
00:44:17: Vielleicht brauchen wir es jetzt wieder mehr?
00:44:19: Kann das sein?
00:44:19: Also Stichwort Gemeinschaftsgefühl, das ist ja bei beiden Aufhörungen sehr offensichtlich.
00:44:24: Dass das Publikum sehr stark mit einbezogen wird also dass man tatsächlich den Raum sehr stark öffnet da keine vierte Wand einzieht sondern im Gegenteil die permanent durchbricht.
00:44:34: Wenn
00:44:34: Sie Glück haben setzt sich mal wie Hörbiger auf Ihren Schoß
00:44:37: Blutig.
00:44:41: Also ich glaube, das ist im Moment betonen wir das möglicherweise sehr stark.
00:44:46: Dass wir in einem Live-Moment sind und öffnen das gerade sehr stark ja?
00:44:53: Das hat sicher was mit der Zeit zu tun, dass wir da einen Bedürfnis haben uns miteinander wirklich zu verbinden auch also sehr direkt auch zu kommunizieren.
00:45:02: Ich möchte noch mal auf diese Broschüre zurückkommen, nineteenhundert fünfundfünfzig Wie gut es meine Eltern dabei war.
00:45:09: nachher habe ich das jetzt noch Hier drinnen steht, dass der universal gelehrte Hippolith Garinoni ein Zeitgenosse Shakespeares, der in Tirol gelebt hat zur Reinigung des Leibes Sauerkraut und zur Reinigung der Seele Theater verschrieben hat.
00:45:32: Nun haben wir für Ersteres vielleicht ein bisschen differenzierte Möglichkeiten heute.
00:45:37: aber Dass eine Katarsis im Theater möglich ist, das hat schon der Aristoteles Gust.
00:45:43: Also kann uns das heute auch noch helfen?
00:45:47: Eine Katarsism bewirkt?
00:45:50: Ja unbedingt!
00:45:51: Die Katase ist ja vielleicht neudeutsch gesprochen nichts anderes als wir reden drüber.
00:45:55: also Wir haben ganz unangenehme Sachen die wir nicht ansprechen können weil sie uns zu stark wie soll ich sagen Wir denken, sie verletzen uns oder wir halten das nicht aus.
00:46:08: Aber in dem Moment wo es ausgesprochen ist, ist es auch in einer gewissen Weise gebannt.
00:46:13: Das Objektiviert sich ein Stück weit und wir können es angucken.
00:46:16: Ich finde das zum Beispiel bei Untertieren weil Sie das gesagt haben exemplarisch vorgeführt.
00:46:22: Es ist eine wirklich fürchterliche Dystopie die sich im Text ausbreitet.
00:46:30: vollkommen auswechslos, was da beschrieben wird.
00:46:33: Es ist also wirklich sehr, sehr dunkel aber es wird ausgesprochen, das wird bearbeitet man arbeitet ich sehe Schauspieler die sich daran abarbeiten und arbeiten, auch wieder in der Gemeinschaft bilden.
00:46:46: Die unglaublichen Spaß entwickeln und sozusagen einfach... das ist wirklich was sehr Paradoxes, was da passiert oder das Katastrophus im besten Sinne.
00:46:55: also der Schrecken wird ausgesprochen und er wird aber im Moment auch schon wieder überwunden weil sozusagen etwas ganz Positives nämlich der Akt dieser theatralischen Events dagegen gesetzt wird.
00:47:09: Und das ist dann wieder sehr hoffnungsspendend, also das finde ich und so haben wir das natürlich in unterschiedlichen Formen immer wieder im Theater auch dass wir den Schrecken eben bannen um ihn letzten Endes auch vielleicht Ertragung bewältigen und auch bekämpfen zu können.
00:47:26: Hoffnungspenden ist überhaupt ein gutes Wort für Theater hängt auch mit der angesprochenen Katarsis zusammen.
00:47:35: wünschen wir Ihnen alles Gute für die Saison, aber uns auch viele Theateramter, die uns Hoffnung spenden.
00:47:46: Heide Zener im Gespräch mit Burgtheaterdirektor Stefan Bachmann.
00:47:51: Sie hören?
00:47:51: Einen Mitschnitt vom vergangenen Sonntag den siebenundzwanzigsten September neben der Verleihung des Elisabeth-Ortpreises wird auch das Siebzigjahrjubiläum der Gesellschaft der Freunde des Wiener Burgtheaters gefeiert.
00:48:04: Es geht nun wieder zurück ins Jahr nineteenhundert fünfundfünfzig und dann von Mertens zu Strunk.
00:48:10: Die Wiedereröffnung des Hauses neunzehnfünfundfünfzig fand statt mit der Aufführung von Grillpazus Trauerspielkönig Otto Kass Glück und Ende, das ja schon im Burg der Tauur aufgeführt worden war.
00:48:23: Ewald Balsa war Otto Kahr Adela Hörbiger war Rolf von Habsburg.
00:48:34: Heute würden das vielleicht umgekehrt besetzen, aber eine Sicht der Dinge ein Stück.
00:48:39: Das jedenfalls sehr oft hier an Burg der da aufgeführt worden ist.
00:48:43: Sie erinnern sich möglicherweise an das Fünfzigjahr Jubiläum der Wiedereröffnung und die für mich wunderbare Inszenierung von Martin Kuschel mit Michael Mertens als Rudolf von Habsburg, Tobias Moretti als Ottokar, die Namensgeberin unseres Preises Elisabeth Ort.
00:49:07: Die Königin Margarete.
00:49:10: also eine tolle Besetzung.
00:49:16: damit wäre jetzt eigentlich das Stichwort gegeben für Michael Mertens aber der ist ja nicht da.
00:49:24: aber wir haben hier einen der alles kann Und daher springt der Ein für Michael Mertens.
00:49:29: Nils Strunk wird uns jetzt die wunderbare Rede von Max Reinhard über den Schauspieler zum Vortrag bringen.
00:49:42: Wer es eben verpasst hat, ich bin nicht Michael Merten!
00:49:48: Leider...
00:49:50: Ich kann natürlich versuchen ein bisschen zu machen.
00:49:54: Soll ich's machen?
00:50:08: so alt sind wie zum Beispiel sie.
00:50:12: Und das hoffe ich natürlich, deswegen müssen wir natürlich irgendwie gucken, wie Sie weiter Mitglieder finden und da muss ich immer daran denken dass das Wort Abonnentin und Abonent angeblich ja altmodisch scheint.
00:50:26: aber wenn man heute irgendwelche Abos abschließt versehentlich auch dann ist man ja auch abonnent.
00:50:34: Vielleicht schaffen Sie es, dass viele mehr Menschen versehentlich Freunde des Bugtheaters werden und dann da drin hängen.
00:50:40: Und ausversehen die fourneuenneunzig jeden Monatzahlen?
00:50:44: Ich glaube so kriegt man die meisten Mitglieder.
00:50:46: das haben die amerikanischen Unternehmen vorgemacht.
00:50:49: Nur so ein Hinweis!
00:50:52: Ja ich versuche das jetzt.
00:50:53: Die Rede über den Schauspieler Max Reinhardt.
00:50:59: Das Theater ringt heute um sein Leben.
00:51:03: Nichts so sehr aus wirtschaftlicher Not... ...die allgemein ist.
00:51:08: Es krankt viel mehr an der Armut des eigenen Blutes.
00:51:12: Weder durch die literarische Nahrung, die ihm lange fast ausschließlich zugeführt wurde noch durch rein theatralische Rohkost ist ihm aufzuhelfen.
00:51:22: Die Gegenwart hat eine verschwenderische Fülle starker Schauspieler auf den Sand geworfen.
00:51:28: Noch stehen sie in wunderbarer Blüte Aber das einzig belebende Element theatralischer Dichtung sickert dünn Und unsere wahrhaft dramatische Zeit spiegelt sich nur schwach in ihr.
00:51:42: Die menschliche Schöpferkraft strömt jetzt durch andere Betten im Augenblick, aber wir leben in diesem Augenblick.
00:51:52: Das Heil kann nur vom Schauspieler kommen!
00:51:55: Denn ihm und keinem anderen gehört das Theater – alle großen Dramatiker waren geborene Schausspieler.
00:52:01: Gleich viel ob sie diesen Beruf auch tatsächlich ausübten... Shakespeare ist der größte und ganz unvergleichliche Glücksfall des Theaters.
00:52:10: Er war Dichter, Schauspieler und Direktor zugleich.
00:52:15: Das Theater kann von guten Geistern verlassen das traurigste Gewerbe die armselieste Prostitution sein.
00:52:25: Aber die Leidenschaft Theater zu schauen Theater zu spielen Ist ein Elementartrieb des Menschen Und dieser Trieb wird Schauspieler und Zuschauer immer wieder zum Spiel zusammenführen, und jenes höchste alleinselig machende Theater schaffen.
00:52:42: Denn in jedem Menschen lebt mehr oder weniger bewusst die Sehnsucht nach Verwandlung!
00:52:50: Wir alle tragen die Möglichkeiten zu allen Leidenschaften, zu allen Schicksalen, zu allem Lebensformen in uns.
00:52:59: Nichts Menschliches ist uns
00:53:00: fremd!".
00:53:02: Wäre das nicht so, wir könnten andere Menschen nicht verstehen weder im Leben noch in der Kunst.
00:53:09: Der normale Mensch empfindet gewöhnlich einmal im Leben die ganze Seligkeit der Liebe.
00:53:16: Einmal den Jubel der Freiheit!
00:53:19: Er hasst einmal gründlich?
00:53:21: Er begrebt einmal mit tiefem Schmerz ein geliebtes Wesen und stirbt am Ende einmal
00:53:27: selbst?!
00:53:29: Das ist zu wenig... für die uns eingeborenen Fähigkeiten zu lieben, zu hassen, zu jubeln und zu leiden.
00:53:37: Wir tonen täglich um unsere Muskeln, unsere Glieder zu stärken damit sie nicht einschrumpfen.
00:53:43: aber unsere seelischen Organe die doch für eine lebenslängliche Arbeit geschaffen sind bleiben ungebraucht untrainiert und verlieren daher mit der Zeit ihre Leistungsfähigkeit.
00:53:55: Und doch hängt unsere selische geistige ja sogar unsere körperliche Gesundheit, auch von der unverminderten Funktion dieser Organe ab.
00:54:06: Wir spüren unverkennbar wie ein herzliches Gelächter uns befreien, ein tiefes Sturzen uns erleichtern und einen Zornenausbruch uns erlösen kann!
00:54:15: Ja wir suchen oft mit unbewusster Begierde solche Ausbrüche.
00:54:21: Wir haben uns auf eine Reihe allgemeingültiger Ausdrucksformen geeinigt die zur gesellschaftlichen Ausrüstung gehören.
00:54:29: Diese Rüstung ist so steif und eng, dass eine natürliche Regung kaum mehr Platz hat.
00:54:34: Wir haben ein oder zwei dutzend billiger Phrasen für alle Gelegenheiten.
00:54:38: wir haben gebrauchswertige Minen der Teilnahme, der Freude, wer würde?
00:54:43: Und das Stereotyp Grins in der Höflichkeit.
00:54:46: bei Hochzeiten, Kindestaufen, Preisverleihungen Begrätnissen wird aus händischen Verbeugungen, Stirnrutschen, Lächeln ein gespenstisches Theater gemacht dessen Gefühlswere erschreckend
00:55:01: ist.
00:55:03: Der gesellschaftliche Kodex hat selbst den Schauspieler, also den berufsmäßigen Gefühlsmenschen korrompiert!
00:55:10: Wenn man Generationen zur Unterdrückung der Gemützbewegungen erzieht bleibt schließlich nichts mehr was zu unterdrücken oder gar zu erlösen wäre.
00:55:19: die Natur verleiht jedem Menschen ein besonderes Gesicht.
00:55:23: Es gibt ebenso wenig zwei Menschen, die einander vollkommen gleichen wie es an einem Baum zwei Blätter von absoluter Kongrollens gibt.
00:55:31: Aber im schmalen Flussbett des bürgerlichen Lebens vom Alltag hin und her gestoßen werden die Menschen schließlich so abgeschliffen wie runde Kieselsteine.
00:55:42: Einer sieht wieder andere aus.
00:55:44: Sie bezahlen diesen Schliff mit ihrer persönlichen Physiognomie.
00:55:50: In den Kindern spiegelt sich das Wesen des Schauspielers am reinsten wieder.
00:55:56: Ihre Aufnahmefähigkeit ist beispiellos und der Drang zu gestalten, der sich in ihren Spielenkund gibt, ist unbezähmbar und wahrhaft schöpferisch.
00:56:07: Sie wollen die Welt noch einmal selbst entdecken, selbst erschaffen.
00:56:11: sie sträuben sich instinktiv dagegen Die Welt durch Belehrungen in sich aufzunehmen, sie wollen sich nicht mit den Erfahrungen anderer vollstopfen.
00:56:19: Sie verwandeln sich blitzschnell in alles was sie sehen und verwandlen alles in das was sie wünschen.
00:56:25: Ihre Einbildungskraft ist zwingend!
00:56:28: Das Sofa hier?
00:56:31: Eine Eisenbahn schon knattert, zischt und pfeift die Lokomotive schon sieht jemand beglückt durch das Coupé Fenster die zauberhaftesten Landschaften vorbeifliegen.
00:56:38: Schon kontrolliert ein strenger Beamter die Fahrkarten und schon ist man am Ziel.
00:56:42: Ein Gepäckträger schleppt kreuchend ein Kissen ins Hotel und da saust bereits der nächste Sessel als Automobil geräuschlos dahin.
00:56:49: Und die Fußbank schwebt als Flugzeug durch alle sieben Himmel!
00:56:54: Was ist das?
00:56:56: Theater, idealstes Theater und vorbildliche Schauspielkunst – und dabei dass klare immer gegenwärtige Bewusstsein, dass alles nur
00:57:08: Spiel ist.
00:57:10: Ein Spiel, das mit Heiligen Ernst geführt wird Das Zuschauer fordert, Zuschauer die Stumm ergeben und andächtig mitspielen.
00:57:18: Dasselbe ist beim Schauspieler der Fall.
00:57:21: Es ist ein Märchen das der Schausspieler jeden Zuschauer vergessen könnte.
00:57:26: Gerade im Augenblick der höchsten Erregung stößt das Bewusstsein dass tausende ihn mit atemloser Zitter in der Spannung folgen Die letzten Türen zu seinem Inneren auf.
00:57:37: In der frühesten Kindheit des Menschen ist die Schauspiegkunst entstanden.
00:57:44: Nach dem Ebenbilde Gottes erschaffen sind, dann haben wir auch etwas von dem göttlichen Schöpferdrang in uns.
00:57:53: Deshalb erschaffen wie die ganze Welt noch einmal mit der Kunst – mit allen Elementen!
00:57:58: Und am ersten Schöpfungstage als Krone der Schö Pfung erschaffen wir den Menschen nach unserem Eben bildet.
00:58:06: Ich glaube an die Unsterblichkeit des Theaters.
00:58:09: Es ist der seligste Stupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf- und davon gemacht haben um bis an ihr Lebensende weiter zu spielen.
00:58:21: Die Schauspielkunst ist aber zugleich die Befreiung von der konventionellen Schaus Spielerei des Lebens Denn nicht die Verstellung ist die Aufgabe des Schausspielers sondern Enthüllung.
00:58:33: Wir können heute über den Ozean fliegen alles hören und sehen Aber der Weg zu uns selbst und zu unseren Nächsten ist Sternenweit.
00:58:41: Der Schauspieler ist auf diesem Weg!
00:58:46: Es ist derselbe Prozess, den Shakespeare beschreibt wenn er sagt dass der Schauspieler sichtlich Miene Gestalt Haltung das ganze Wesen verändern Und ein fernes oder ertichtetes Schicksal Weinen und Weinen machen kann.
00:59:02: Vielen Dank liebe Freunde des Bogdianters
00:59:15: vorgetragen von Nils Strunk anstelle des verhinderten Michael Mertens.
00:59:20: Weiter geht es mit der Jubiläumsmatineter-Gesellschaft der Freunde des Wiener Burgtheraters vom vergangenen Sonntagund zu Stefanie Reinsperger.
00:59:29: Ich habe vorhin den König Ottokar erwähnt, der vor zwanzig Jahren hier stattgefunden hat und er Präsident hat das ja schon gesagt.
00:59:40: Wir haben als Burgfreunde eine ganz besondere Beziehung zu dieser Produktion, weil wir diesen Grönungsmantel der übrigens eine echte Nachbildung eines Grünungsornats damals finanziert haben.
00:59:52: Das erlaubt mir jetzt einen sehr eleganten Übergang zur Stefanie Reinsberger!
01:00:01: Weil wir eben auch dieses monströse, irrsinnige schwarze Kleid, dass sie als Elisabeth trägt, finanzierte haben.
01:00:10: Das hat sich ausgezeugt.
01:00:13: Das muss man wirklich sagen.
01:00:15: Außerdem wurde schon erwähnt, dass der ORF das ja aufgezeichnet hat... Ich habe vorhin zu Stefanie Reinsberger gesagt Es ist ja schon lang her, dass ich leider in der Kultur im ORF war aber da gab es noch viele Theateraufführungen die aufgezeichnen wurden.
01:00:30: Das wird international nicht mehr gemacht Und daher ist es so toll, wie ich gehört habe in der Programmpräsentation das ein Theaterstück heuer aufgezeichnet wird.
01:00:40: Und zwar die Elisabeth.
01:00:41: Großartig!
01:00:48: Ja und damit sind wir jetzt bei der Verleihung des Elisabet-Ortpreises.
01:00:52: wieder haben die Mitglieder der Burgfreunde abgestimmt wer sie auf einer der Bühnen des Burgtheaters in der abgelaufenen Saison am meisten beeindruckt hat und aus den fünf am häufigsten genannten Namen hat dann wieder eine Fachschirie die Gewinnerin gekürt.
01:01:12: Die Jury bestand in diesem Jahr aus Angelika Hager vom Profil, Ronald Pohl vom Standard, Susanne Schwarzer vom ORF – wo ist sie?
01:01:21: Ich habe gesagt Sie kommt!
01:01:23: Nein?
01:01:23: Gut Wolfgang Kralicek von Korea und mir für die Freunde des Burgtheaters.
01:01:33: Die Jury hat sich für Stefanie Reinsberger entschieden, vor allem wegen ihrer Solo-Programme Elisabeth und Selbstbezichtigung.
01:01:41: Ich möchte Ihnen gerne die Begründung der Jury für diese Entscheidung vorlesen.
01:01:47: Stefanie Rheinsberger schaffte selbst als Solistin auf der Bühne das Haus unter Strom zu setzen.
01:01:53: Sie setzt eine Energiefrei, die niemandem kalt lässt.
01:01:57: Ihre Virtuosität bei der Aneignung selbst der sprötesten Kunstsprache, die sie zu Ihrer eigenen Macht zeigt ihr großes Können.
01:02:05: Sie ist uneitlich in ihrer Rollengestaltung, Naturlichkeit, Leidenschaft, Risikobereitschaft auf die sie sich nicht nur einlässt sondern geradezu zu lieben scheint.
01:02:16: Exzessive Leidenschaft und korrigierte Dreistigkeit fast bis zum Punkt der Vulgarität zeichnen ihr
01:02:22: Spiel aus!
01:02:33: Ich hoffe ich habe Ihnen jetzt nicht Text weggenommen.
01:02:35: Ich bitte nun Christina Czariski Regisseurin und gute Freundinnen von Stefanie Reinsberger um ihre Ladazio.
01:02:47: Als ich vor zwölf Jahren hier am Burgtheater Regieassistentin war, da gab es ein hochpräsantes Kantinenthema.
01:02:54: Da kommt eine neue Junge zu uns ins Ensemble – eine Österreicherin die Warmseminar!
01:03:01: Jetzt war sie im ersten Engagement in Düsseldorfer Schauspielhaus und in Düsseldorf.
01:03:04: Da hat sie immer mit den Technikern auf den Tischen getanzt bis in die frühen Morgenstunden.
01:03:11: Ganz schnell wurde diese junge Frau vom Kantinentema zum Stadtgespräch und weiter rüber hinaus weniger wegen deinen legendären Kantinentisch-Tanzkünsten-Steffel, sondern wegen dem Ereignis das du auf der Bühne bist.
01:03:24: Die spielt ein Monologue des Ur-Arks, was hast Du noch nicht gesehen?
01:03:29: Gleich zur Spielzeit der Öffnung, ist es in den letzten Jahren, als zumalischer Pirat Ultimo Michel Pussi in Wolfram Lotz die lächerliche Finsternisse in der Regie von deinem bis heute vertrautesten und wichtigsten Regisseur.
01:03:43: Und wahrscheinlich der künstlerischen Liebe deines Lebens, Lucian David Paryschek.
01:03:48: Jeder, der dich damals im Publikum gesehen hat Hat dich heute noch immer vor Augen Im Ohr und in Mark und Beinen Und kann vielleicht sogar noch etwas zitieren aus deinem Monolog.
01:03:59: Das ist es doch was die Waren großen Ausmacht.
01:04:02: Hat man sie einmal gesehen wird man sie nicht mehr los.
01:04:05: Sie griechen uns in unser System und sind ab diesem Zeitpunkt Teil von unserer Biografie, von unserer Identität.
01:04:13: Fast wie ein Parasit besetzt deine schonungslose Schauspielkunst einen ab dem Zeitpunkt, ab dem man ihr begegnet ist und man lebt von da an insombiose mit ihr – man hat keine andere Wahl!
01:04:26: Aber natürlich hatte das nicht gereicht.
01:04:29: Mit die Unverheiratete hast du wieder zusammen mit einem famosen Frauen-Assemble und diesmal in der Regie von Robert Borgmann nur drei Monate später den nächsten Banger hingelegt.
01:04:39: Eine Produktion, die auch eine sehr schöne künstlerische Begegnung mit Elisabeth Orth hervorgebracht hat.
01:04:46: Du hast in dieser Spiel, im Jahr zwei Tausend vierzehn, fünfzehnt zu Recht alles gewonnen was man gewinnen kann.
01:04:51: Den Elisabet Orthpreist gab es damals noch nicht Unter anderem den Nestor als beste Nachwuchsschauspielerin.
01:04:56: Beide Abende wurden zum Berliner Theater-Treffen eingeladen, du bist meines Wissens nach noch immer die einzige Schauspielerin, die als beste Nachtwuchsschauspielerin und als beste Schauspielerin von Theater heute ausgezeichnet wurde.
01:05:08: zeitgleich Kritikerinnen haben sich in Hymnen überschlagen Und dann hast du etwas sehr überraschendes gemacht.
01:05:18: Die Vienerkantinengespräche sind einfach nicht zu ruhig gekommen mit dir.
01:05:21: Du hast nach einer Spielzeit das Burgtheater wieder verlassen, bist über den Ring spaziert und ins Volkstheater-Assemble hinein.
01:05:28: Na ja, ob da seine gescheite Idee ist von der?
01:05:30: Na ja sie wird sich schon was dabei gedacht haben!
01:05:34: Dieser biografische Moment in jungen Jahren ist total interessant finde ich und er lässt große Rückschlüsse ziehen auf dich als Mensch.
01:05:42: Es geht und ging dir immer um die richtigen Arbeitszusammenhänge Um die Menschen mit denen man Theater macht Und nicht um Film oder Prestige.
01:05:52: Und du wolltest als Frau eine Frau unterstützen.
01:05:54: Nämlich die Intendante Anna Badora, die damals das schwere Erbe des Volkstärters angetreten ist.
01:06:01: Diese Haltung und diesen Mut zu haben, das gemachte Nest zu verlassen und als sechsundzwanzigjährige Berufsanfängerin seinen Bauchgefühl zu vertrauen – obwohl man weiß dass es ein Zeitpunkt ist in dem sich die gesamte Karriere in die eine oder andere Richtung bewegen kann – dafür braucht man ein sehr starkes Fundament auf den man steht!
01:06:22: Und jeder, der deine Eltern Helga und Peter kennt – und sich vielleicht auch schon mal ein bisschen Ersatzelternschaft ergaunert hat kurzzeitig – weiß dass sie dieses Fundament für dich gebaut haben.
01:06:34: Sie haben dir in deinem Aufwachsen den Selbstwert und die bedingungslose Liebe den kompromisslosen Rückhalt gegeben, der dich so frei gemacht hat, in die höchsten Höhen des Theaters fliegen zu können!
01:06:52: Die Volkstheaterzeit springen wir hier, wie wir am Theater sagen.
01:06:55: Ich denke die wurde bei der Verleihung des Dorothea Neffpreises an dich im Volksthater ausgewicke besprochen.
01:07:00: auch der Ruf aus Berlin und deine enormen Erfolge an Berliner Assemble unter anderem als Grusche in Michael Thalheimers Inszenierung vom Kodkaasischen Kreidekreis, bei Ersan Montag als Baal, als Theatermacher in der Regie von Oliver Reese, als Truffoldinho in Dina II.
01:07:15: Herrn von Antonunes.
01:07:17: Alles Regisseure, die sie natürlich ja auch vom Puck Theater kennen In Federer's Liebe, gemeinsam mit Robert Borgmann und in Jelenex Schwarzwasser.
01:07:24: In der Regie einer damals noch jungen aufstrebenden Regisseurin.
01:07:32: Und natürlich dann Frau Mauler letztens wieder vereint mit Duschern in die heilige Johanna der Schlachthöfe waren denke ich Teil der Lodatio des Helene Weiglpreises, den wir die Freunde des Berliner Assembles verliehen haben.
01:07:44: Wichtig für uns heute hier ist du bist endlich wieder zurück an der Burg!
01:07:48: Zurück in Wien und wie du zurückgekommen bist.
01:07:53: Kannst ich noch erinnern, als wir gesagt haben das Burgtheater hat so ein großes Repertoire da spielt man nicht so viele Vorstellungen.
01:07:59: Da habe ganz viel Zeit uns zu sehen.
01:08:01: Wer hätte gedacht dass Du das halbe repertoir sein wirst?
01:08:06: Gleich zu Beginn als Lilium hast Du diese schwierige Vielschichtige Rolle So verletzend Wie auch verletzt gezeigt.
01:08:15: Jeder der nicht unter einem Stein gelebt hat die letzten eineinhalb Jahre hat von dem Pop-Ereignis Elisabeth gehört und wenn man wirklich schnell war, also wirklich wirklich schnell sogar eine Karte ergattert.
01:08:29: Selbstbezichtigung dein unfassbares Solo das du seit elf Jahren spielst und mit diesem Text erwachsen geworden bist.
01:08:36: Volksvernichtung wir sind noch einmal davor gekommen jetzt auch noch König Übü.
01:08:41: wann treffen wir uns mal wieder?
01:08:42: Wann sehen wir uns immer wieder?
01:08:45: Alle Superlative die man über eine Künstlerin denken kann wurden über dich von der Presse aufgeschrieben.
01:08:52: Sensation des Abends, brillant, spektakulär.
01:08:56: Reinsberger schon nicht, niemals!
01:09:00: Stefanie Reinsberger kann alles – das ist nicht von dieser Theaterwelt.
01:09:04: Es gibt keinen Moment in dem sie das Publikum nicht
01:09:06: fesselt.".
01:09:08: Man kommt mit Verben gar nicht hinterher, charmieren, drohen, locken Rasen, jammern, sinnieren, auftrumpfen.
01:09:15: Tobendes Zentralgestirn und Ereignis.
01:09:19: Man steht erschlagen vor dieser Volldampf-Virtusität diesem achterbaren fahrenden Schauspiel-Superlativismus, der noch jeden Satz jede kleine Geste steigen und stürzen lässt.
01:09:30: Der überall und alles zugleich sein kann – die größte Kraftschauspielerin, die wir im Moment in deutschsprachiger Theater haben!
01:09:40: Oft wird deine Stärke, Kraft, Deine Wucht, Energie, dein Rahmensprengendes Spiel und die Naturgewalt, die du auf der Bühne bist bejubelt.
01:09:48: Und jeder, der dich schon einmal spielen gesehen hat weiß welchen Gefühl hier versucht wird einen Namen zu geben.
01:09:55: Und all das ist wahr.
01:09:57: aber ich persönlich muss sagen Ich liebe am meisten deine große Weichheit und Zartheit.
01:10:01: wenn deine Figuren und mit ihnen Du ganz schwach und klein wirst wenn du uns in den großen Schmerz rein schon lässt, dessen Boden nicht auszumachen ist.
01:10:12: An diesen Punkt der Durchlässigkeit zu gehen das mehr als tausend Menschen pro Abend zur Verfügung zu stellen – Das braucht Mut!
01:10:21: Und ich bin mir sicher dass es das ist diese unsichtbaren Fäden die Du erzeugst und die sich zwischen Dir und dem Publikum fortspinnen die die Bühne und den Zuschauraum in eins morfen lassen was die Menschen diese tiefe Nähe zu dir empfinden lässt, die sie so tief berührt und derartig starke Reaktionen in ihnen hervorruft.
01:10:41: Als Halte Tanner mich angerufen hat um mich für dieser Laudatio offiziell anzufragen waren wir uns in einer Sache sofort einig Elisabeth hätte es so gefeiert dass du diesen Preis bekommst.
01:10:51: dennoch ihr benannt ist Denn ihr hattet etwas gemeinsam das alle Waren großen gemeinsam haben eine enorme Arbeitsethik Integrität einen freundlichen und wertschätzenden Umgang mit allen Mitarbeiterinnen des Hauses, und an erster Stelle Haltung.
01:11:09: Haltung auf der Bühne – und Haltung abseits von der Büne.
01:11:12: Haltung als politischer Mensch in dieser Gesellschaft.
01:11:16: Herrin Bergmann hat einmal in einer Laudatio-Felisabeth Ort gesagt Sie verstand den Beruf im schillerischen Sinne Und das Gleiche sage ich heute über dich Du bist niemanden der die Haltung beim Partier abgibt.
01:11:27: Das ist was eine Burgschauspielerin letztendlich ausmacht So befremdlich dieser Status für viele von außen oft sein mag.
01:11:35: Es ist ein Bewusstsein über die gesellschaftliche Funktion, die man in dieser Stadt und diesem Land trägt – über den Einfluss, den man hat!
01:11:44: Das Bewusstsein was das für eine Bühne ist und wie weit sie strahlt.
01:11:48: Du formst und prägst dieses geschichtsträchige Haus nachhaltig mit und deshalb anerkennst du deine Verantwortung über die Geschichten, die du erzählst.
01:11:59: Es ist eine Förderantwortung, die du in dein Privatleben rein nimmst.
01:12:02: Wenn du am Sonntag noch halb im Pyjama beim Bäcker um ein Selfie gebeten wirst!
01:12:08: Oder wenn einer junge Schauspielstudentin oder einer dies noch werden will, all ihren Mut zusammennimmt und demizit an der Stimme und Tränen in den Augen sagt Du sei es der Grund warum sie sich überhaupt traut diesen Wunsch zu träumen Und wenn du eine ältere Fanin beim Ventilator kaufen am heißesten Tag des Jahres im gesamten Geschäft verfolgt und dich achtmal begrüßt.
01:12:33: Die Verantwortung, die du auch in deinen familiären Beziehungen übernimmst – auch wenn du gerade ein Stück probst zwei andere Stücke gleichzeitig in verschiedenen Städten spielst parallel an Film drehst und eigentlich einen anderen schreibst und produzierst für deine Familie oder Freundinnen da zu sein.
01:12:50: So richtig!
01:12:52: Du bist eine Supporterin, tiefer ankert in deinem Sein.
01:12:55: Du bist Dozentin aus Überzeugung am Potenzial der Jugend.
01:12:58: du bist Body-Positivity-Aktivistin und stellst dich wieder und wieder mit deinem eigenen Körper und deinem eigenen Sein als Stellvertreterin für so viele Frauen in die Öffentlichkeit.
01:13:08: Alle Frauen hier im Raum wissen was das kostet.
01:13:12: Du bist eine Feministin und zwar eine von TiefInnen.
01:13:15: Wann immer über eine Frau in deiner Gegenwart schlecht gesprochen wird, auch wenn du sie gar nicht kennst oder vielleicht sogar gar nicht magst, erhebst du deine Stimme!
01:13:23: Du unterstützt Autorinnen die noch nie fürs Theater geschrieben haben und eine Bühne bekommen weil du ihre Themen relevant findest.
01:13:31: Du hilfst jungen Regisseurinnen, die noch keine große Bühnenerfahrung haben dass ihnen für ihre Vision genug Raum zur Verfügung gestellt wird Um eine unserer derzeitigen Lieblingsphilosophinnen zu zitieren Rebecca Walton aus der Serie Ted Lasso.
01:13:46: Starke Frauen stehen für sich selbst ein, stärkere Frauen stehen for andere ein.
01:13:52: So jetzt rede ich schon lange und habe noch überhaupt nichts gesagt zu deiner Filmkarriere und deinem Buch und übers Wandern und über die Wichtigkeit die du für meinen Sohn hast Und über Mandalas und den Tatort und über Designsburger Festspiele und über Postkarten und über Kraftsport.
01:14:05: und die Kamera liebt dich aber du liebst das Theater.
01:14:08: Wir müssen, glaube ich einfach mit dem nächsten Preisteil zwei machen, Steffi.
01:14:12: Herzlichen Glückwunsch zum Elisabeth Ortpreis!
01:14:17: Christina Czaricki mit der Laudazio auf die mit dem Elisabet-Ortpreis ausgezeichnete Stefanie Reinsberger.
01:14:26: Die eigentliche Verleihung nimmt nun der Präsident der Gesellschaft der Freunde des Wiener Burgtheaters Peter Jirufor.
01:14:33: Und das was sich in der Hand habe ist der Elisabettortpreis von der Künstlerin Dorothea Golds geschaffen und von der Stiftung Johannes Stromeyer unterstützt.
01:14:49: Und
01:14:49: das ist schwer, ich darf Ihnen das
01:14:52: mit
01:14:53: einem
01:14:55: herzlichen Dank für Ihre Tätigkeit, es ist wunderbar wenn Sie auf der Bühne sind.
01:15:01: wir knien nieder.
01:15:18: Es gibt auch noch eine Urkunde dazu.
01:15:20: Ich war jetzt nicht ganz sicher, ob das meine Promotionsurkunde ist.
01:15:23: Die Herr Schadt genauso
01:15:24: alt?
01:15:25: Dankeschön!
01:15:30: Es ist urschön an einen Tag zu kommen und man weiß schon, man kriegt den Preis.
01:15:35: Man isst nicht die ganze Zeit so oh mein Gott, oh mein God sondern... ...man kann das so genießen und wirklich zuhören und danke euch auch dass ihr den Abend so künstlerisch nochmal aufgewertet habt.
01:15:49: Es ist so ein tolles Haus.
01:15:52: Ich gehe hier schon so lange hin und meine Oma hat mir damals, da war ich so zwölf-dreizehn.
01:15:58: Da hatte ich mein erstes Burgtheater Abo und das war seitenlosche zweite Reihe Bandschäbenfall inklusive weil ich mich erinnere eben man musste da immer.
01:16:07: ich habe immer alle Vorstellungen so geschaut Und ich fand es so toll und es ist für mich jetzt in einer Produktion wieder vorgekommen zu spielen, wo ich mit Menschen wie Barbara Petritschelisabeth-Augustin Prankos Samarovski auf der Bühne stehen darf.
01:16:24: Jetzt eine Produktionskönigübü zu proben mit einem Kollegen wie Martin Schwab – das ist mein kleines Ich backt das immer noch nicht!
01:16:33: Es sind hier so viele Kolleginnen und Kollegen, die meinen Wunsch zu dem was ich gerne machen will geformt haben.
01:16:42: Ich jetzt sagen darf hier, wir sind ein Ensemble und wir spielen zusammen.
01:16:46: Es ist für mich immer noch sehr, sehr unwirklich!
01:16:50: Und ja dann war ich mal kurz da und da war glaube ich meine kleine Seele noch nicht so ganz bereit für das alles weil es ist einfach echt arg, es ist echt viel was mit diesen Räumen ist wirklich irre.
01:17:02: und dann habe ich mir gedacht ich mache zehn Jahre Deutschland, ich mach zwölf Jahre Berlin und mach genau das Gegenteil.
01:17:08: und es ist so schön wieder hier zu sein.
01:17:11: wirklich keinen Ort, wo Theater so geliebt wird wie hier vom Publikum von der Stadt, wo Taxifahrer wissen, wo das Theater ist.
01:17:20: Wenn man sagt, man möchte zum Theater... In Berlin musste man immer sagen wenn ich gesagt habe in das Berliner Assembly waren die immer so wohnt und ich gesagt beim Friedrichstadt-Balast weil wir das nicht wussten.
01:17:30: Das ist schon sehr besonders hier.
01:17:33: Ich bin mir dieser riesen Riesentradition bewusst.
01:17:36: Es wurde heute schon mal gesagt Gott sei Dank einmal mit Elisabeth Ort spielen.
01:17:42: Das war ganz, ganz besonders, das war generell eine besondere Produktion.
01:17:49: Ich durfte Elisabet über die Bühne tragen.
01:17:52: ich war so jung und aufgeregt weil ich da schon dachte jetzt trägst du die ganze Burgtheit der Geschichte sie darf dir nicht es darf niemals was um Gottes Willen Und Es War Eher alles Urlock.
01:18:06: so schön, weil sie mich so vertraut hat.
01:18:08: Und wir waren mit dieser Produktion beim Theater treffen und Elisabeth und ich hatten... Wir haben das nie ausgemacht aber es war immer dass vor dem Stück sind wir ohne miteinander zu reden, immer so über die Bühne gegangen also alle waren auf ihren Positionen und während im Einlass sind wie immer so ...über die Büne getigert!
01:18:25: Wir hatten es ohne abzusprechen dasselbe Ritual und dass wir beim Theater Treffen waren aufgeregt.
01:18:32: Ich hab wirklich gedacht, ich speibe weg.
01:18:34: ist was so schlimm?
01:18:35: und dann habe ich gedacht ich muss jetzt kurz einmal mit ihr Kontakt aufnehmen und dieses Ritual kurz ja verändern und hab irgendwie gesagt ich bin so nervös ich weiß nicht wie das heute wird und da hat sie meine Hand genommen mich angeschaut nur gesagt was glaubst du mein Kind?
01:18:51: Ich scheiß mich an!
01:18:55: Und dann dachte ich so okay Urkohl es kann nichts passieren.
01:18:58: das war so toll.
01:19:10: Ich fand das so toll, als junger Mensch von einer gestandenen Spielerin zu hören.
01:19:15: Ich habe Angst und ich glaube wir Spielerinnen wissen es gibt diese unproduktive Angst die lehnt und es gibt die Angst die ganz dicht einher kommt mit Demut und sich da jeden Abend darauszustellen.
01:19:31: Es wurde heute schon öfters gesagt, das kostet so viel Kraft.
01:19:35: Es kostet Ur-Vilmut!
01:19:36: Es ist auch urgeil aber es ist jedes Mal ein sehr verwundbarer Machen und in der Form von seinem Freundeskreis Menschen zu haben... die fördern das auch und sind so da, weil ihnen das doch noch mal ein bisschen mehr und anders bewusst ist.
01:19:53: Vielen vielen Dank dafür!
01:19:55: Ich weiß mein erster bewusster Kontakt mit Ihnen war über Sekretariat.
01:19:59: nach besagter Lilium Vorstellung kam dann eine Nachricht im Namen des Freundeskreises wo gesagt wurde Die Dame mit dem Handy war nicht eine von uns.
01:20:12: Das war so die erste richtige für mich Kontaktaufnahme, das habe ich mal gedacht.
01:20:20: Danke dass Sie das machen, danke dass sie diesen Preis ins Leben gerufen haben.
01:20:25: Danke Stefan, dass du mich gewohlt hast!
01:20:28: Danke, dass Du mit Deiner Leitung.
01:20:32: Wahnsinnig war es, wie ich zu sagen.
01:20:34: Elisabeth Fritzi-Wartenberg, Marajke Falvickl keine Ahnung macht man super!
01:20:39: Ich weiß noch als ich mit Fritzie Wartenberg in einer Berliner Basas und gesagt habe geil komm wir machen das.
01:20:45: und dann machen wir so Westi Bühl und irgendwann mach mal was im Casino und vielleicht in der Akademie.
01:20:50: und sie schaut mich an und sagt na du die wollen das auf der großen Bühne?
01:20:57: ist schon jetzt so zurückzukommen als die Spielerin, ich bin noch als die Frau.
01:21:02: Dass sich vor allem diesen Abend hier spielen darf der ist mir so wichtig und dass ihr uns diesen Raum gegeben habt das sie alle kommen und immer wiederkommen bedeutet mir Ur viel.
01:21:16: Ich hoffe, Sie sind dann irgendwann im Oktober auch dabei.
01:21:19: Wir haben noch eine große Reise und Suche vor uns!
01:21:23: Viel Angst, viel Demut, viel Aufregung aber das gehört irgendwie dazu.
01:21:27: ich liebe das auch.
01:21:29: und ja vielen vielen Dank für den schönen Vormittag.
01:21:32: und ja Danke Freunde des Burgtherters danke Lisabet Ort
01:21:41: Ganz persönliche Dankesorte Und humorvolle Erinnerungen der Preisträgerin des Elisabeth-Ortpreises Stefanie Reinsberger.
01:21:49: Der Jubel schien kein Ende zu nehmen.
01:21:52: Apropos Ende?
01:21:54: Es ist noch nicht
01:21:54: aus!
01:21:57: Ich habe noch ein paar kleine Hinweise für Sie, zwei Hinweise möchte ich Ihnen noch geben.
01:22:03: Die heutige Matinee wird heute in einer Woche um vierzehn Uhr im Radoklassik Steffansdom zum Nachhören gesendet am Freitag drauf, dann noch einmal um zwanzig Uhr.
01:22:15: Außerdem wollte ich Sie darüber informieren, dass unsere nächste Martinee im November die hier stattfindet mit der neuen Duyenne des Hauses sein wird – mit Barbara Petritsch gemeinsam mit Marie-Louise Stockinger.
01:22:31: Außerdem wollt ich mich nochmal bedanken.
01:22:35: wie.
01:22:35: wir haben den Yeleneck Text großartig verstanden.
01:22:41: Dank ihrer Interpretation, es hat sich ausgezeigt dass sie den Text nochmal in die Hand genommen haben.
01:22:52: Zum Abschluss unserer Martinee kriegen wir jetzt noch einmal unseren wunderbaren Nils Strunk zu hören.
01:23:00: Ich habe ja gesagt er kann alles.
01:23:08: Ein Lied über Geld und Zufriedenheit hat er mir gesagt von Duke Ellington.
01:23:14: Und im Anschluss,
01:23:17: bleib da!
01:23:18: Bleib da.
01:23:21: Steh immer hinter dir.
01:23:23: Ja das ist gut und im Anschluß daran laden wir sie alle zu einem Glasekt.
01:23:32: einstoßen Sie mit uns an auf den siebzigsten Geburtstag und natürlich auf die Preisträgerin der Elisabeth Ortpreises.
01:23:40: Ich möchte zu dem Elisabet-Ortpreis nur was sagen ich habe sie jedes mal angerufen um mir mitzuteilen, wer den Preis gewonnen hat.
01:23:48: Weil sie natürlich immer besorgt war.
01:23:50: Sag mal bitte, wer gewinnt ob ich da auch einverstanden bin?
01:23:54: Und die hat sich über alle gefreut.
01:23:58: jetzt lebt sie nicht mehr um das zu bestätigen aber ich weiß dass es sich wahnsinnig gefreud hätte über ihren Erfolg.
01:24:06: Das wollte ich noch gesagt haben.
01:24:07: und nun viel Vergnügen
01:24:17: Für Steffi Reinsberger von Duke Ehrlington für dich geschrieben How many time have I heard someone
01:24:36: say
01:24:40: If i had money,I would do things my
01:24:47: way.
01:24:51: Little I know that it's so hard to find One rich man in ten with a satisfied
01:25:11: mind.
01:25:15: Money can't buy back your youth.
01:25:22: when
01:25:22: you're old
01:25:27: Your friends or your lovers do yours
01:27:29: Strunk mit einem Lied über Geld und Zufriedenheit von Duke Ehrlington.
01:27:35: Das war ein Mitschnitt vom vergangenen Sonntag, den siebenundzwanzigsten September aus dem Wiener Burktheater im Rahmen unserer Senderei aus dem wiener Burg Theater die auf Initiative und in Kooperation mit der Gesellschaft der Freunde des Wieners Burk Theaters entstanden ist.
01:27:51: Moderiert hat Heide Tenner.
01:27:53: Christoph Hellner bedankt sich herzlich fürs Zuhören.
01:27:55: viel Vergnügen mit dem weiteren Programm hier auf.
01:27:58: Radio Klassik Stephansdom
01:28:04: Künstlergespräche der Gesellschaft der Freunde
01:28:07: des Burgtheaters
01:28:08: moderiert von Heide Tenner.
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