Systemsprenger und Heiliger
Shownotes
Franz von Assisi ist einer der bekanntesten und beliebtesten Heiligen. Er war ein junger Lebemann aus reichem Haus, feierte mit seinen Freunden und verprasste das Geld seines Vaters. Eines Tages aber entdeckte er etwas, das ihm kostbarer war als alles andere und sein Leben von Grund auf veränderte.
Vor 800 Jahren, am 3. Oktober 1226, starb der Patron der Armen, Strafgefangenen und des Umweltschutzes. Heute kann er immer noch Vorbild sein, meint der Autor Alois Prinz, er hat hinter auf Hochglanz polierten Heiligengeschichten den Menschen Francesco entdeckt.
Eine Sendung von Monika Fischer.
Buchtipp
Alois Prinz, Franz von Assisi. Der friedliche Rebell, Insel Verlag
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00:00:03:
00:00:17: Um den wahrscheinlich bekanntesten und beliebtesten Heiligen geht es heute in den Perspektiven Franz von Assisi.
00:00:25: Er lebte ihn saus-und
00:00:27: braus
00:00:28: bis er etwas entdeckte, das ihm kostbarer war als alles andere und dass sein Leben radikal verändert hat.
00:00:37: Vor achthundert Jahren, am dritten Oktober zwölfhundertzechsundzwanzig starb der Patron der Armen, Strafgefangenen und des Umweltschutzes.
00:00:48: Noch heute kann er uns vorbild sein, meint der Autor Alois Prinz.
00:00:53: Er hat hinter auf Hochglanz polierten heiligen Geschichten den Menschen Francesco entdeckt.
00:01:01: Er erzählt uns von Francescos Lebenswende, von den Frauen in seinem Leben und parallel zu Minimalisten- und Umweltschützern.
00:01:13: Musiker aus der Missa Sancti Franzisi Assisiensis von Damian Motschnick wird uns durch diese Sendung begleiten.
00:01:22: Mein Name ist Monica Fischer – schön dass Sie zuhören!
00:02:04: Unter diesem Titel sind Alois Prinzens Erkenntnisse über den Heiligen im Inselverlag erschienen.
00:02:11: Wenn man ein Buch über jemanden schreibt, der seit achthundert Jahren tot ist dann birgt die Recherche viele Herausforderungen.
00:02:25: wirklich von ihm sind, welche authentisch es ist.
00:02:27: Es gibt Texte von ihm wo man weiß die gehen sich auf ihn zurück zum Beispiel sein Testament oder bestimmte Briefe aber es ist immer sehr schwierig dann herauszufinden was ist später hinzugefügt worden und was wollen sie selber?
00:02:41: Und erst wenn mein Gesamtbild hat wo man sich eine Vorstellung machen kann Ein Eindruck davon was zu ihm gehören könnte und was nicht.
00:02:50: Aber die Schwierigkeit besteht darin noch, dass dann Biografien geschrieben wurden, Schriften über ihn, die ihnen schon darstellen als Heiligen.
00:02:59: Die also nicht so sehr interessiert sind am seinem wirklichen Leben sondern in einen Pressen in ein bestimmtes Bild wie ein heiliger sein soll.
00:03:07: Das ist mit dem Namen Thomas von Gellane verbunden bei dem es vieles drin war.
00:03:11: auch wirklich stimmt aber vieles auf drinnen was ein Bonn-Nurl des Bilder ins Heiligen.
00:03:16: Dann kommt hinzu, dass seine Texte später verboten wurden.
00:03:21: Man sollte sie verbrennen und vernichten, weil dann eine Biografie von einem gewissen Bonaventura geschrieben wurde Francis von Assisi.
00:03:32: herzlich wenig zu tun, dass es eine Kunstfigur, die man geschaffen hat.
00:03:35: Also die Figuren des Heiligen.
00:03:37: So ist es sehr schwierig im Abstand von achthundert Jahren durch diese Schichten hindurchzudrängen.
00:03:41: Schicht um Schicht und Schicht muss man abtragen bis man dahin kommt mal ne Vorstellung zu haben wie dieser Mensch dann auch wirklich war.
00:03:50: Es geht eben nur wenn man sich mit allem befasst hat was es über ihn gibt aber gleichzeitig auch sehr skeptisch an die Sachen rangeht viel Übermalungen wegnimmt und dann auf einen Menschen trifft, den man auch in einem Buch so darstellen kann.
00:04:08: Dass er Leser oder Leserin auch trifft und dass die das Gefühl haben mit einem wirklichen Menschen zu tun zu
00:04:14: haben.".
00:04:15: Francesco hat das Leben in vollen Zügen genossen – oft und ausgiebig mit seinen Freunden gefeiert und dabei viel Geld verpasst.
00:04:25: Armut und Elend fürchtete der Spross aus gutem Hause.
00:04:30: Dann aber passierte etwas, das ihn von Grund auf veränderte und gerade das suchen ließ wovor sich zuvor gefürchtet und geegelt hatte.
00:04:42: Bei so Figuren wie dem Franz von Assisi die ja gewöhnlich als heilige bezeichnet werden oder als herfraume christliche Figuren spielt immer ein Bekehrungserlebnis eine gewisse Rolle Und bei Franz von Assisi hat auch so eine Bekehrung erlebt, aber allerdings hat sich die über sehr lange Zeit hingezogen und man muss immer im Auge haben dass er im Grunde genommen zwei verschiedene Leben gelebt hat oder zwei verschiedene Hälften des Lebens.
00:05:06: Die erste Phase des Lebens dauerte fast bis zu seinem fünfundzwanzigsten Lebensjahr.
00:05:11: Er war der Sohn eines reichen Tuchhälders, der sehr einflussreichs war und sein Vater Pedro Bernadone, der ihn anscheinend sehr geliebt hat, seinen Sohn hat ihm alles durchgehen lassen.
00:05:21: Der Franz war ein Lebenemann, kann man sagen.
00:05:24: Ein Playboy hat es ziemlich krachen lassen mit seinen Freunden jeden Abend gefeiert Geld hinausgeworfen alle eingeladen Wein essen gutes Wein.
00:05:31: wahrscheinlich auch Frauen haben der Roller gespielt.
00:05:33: also ein ziemlich verwirrendes Börschlein muss er gewesen sein der Träume hatte einen großer Ritter zu werden und das hat er dann auch mal gemacht.
00:05:41: er ist dann auch in den Krieg gezogen ist ein Jahr lang im Gefängnis gewesen Und dann hat sich irgendwas verändert bei ihm.
00:05:48: diese Veränderung die ging ganz langsam voran.
00:05:51: Einmal hatte er einen Traum gehabt, die hat ihm zu denken gegeben.
00:05:54: und dann gibt es aber ein Erlebnis das anscheinend Ausschlag geben war für seine Veränderung.
00:05:59: Er hat mit seinen Leuten gefreiert, mit seinem Freunden und ist dann plötzlich als sie durch die Stadt zogen stehen geblieben.
00:06:05: Und wie ein Träumer, wie ein Somnabula oder Schlafhandler hat er plötzlich gesagt, er hat so eine kleine Vision gehabt und alle Freunde haben sich über ihn lustig gemacht.
00:06:16: Und er hat plötzlich entdeckt etwas in sich, was er genannter Dolcezza, also Süßigkeit.
00:06:22: Und dieses Gefühl wollte ja unbedingt auch wieder haben.
00:06:25: und das Gefühl hat dazu geführt dass er Experimente gemacht hat zum Beispiel sich als in Roma als Bettler verkleidet hat und später genau diese Situationen aufgesucht hat von denen der Angst hatte oder vor denen geegelt hat Vor allen Dingen die Aussätzigen die rund um sie gewohnt haben.
00:06:43: und so hat sich langsam etwas in ihm gewandelt, sodass alles was er vorher als schrecklich, als unangenehm, als ekelhaft, als abstoßen empfunden hat plötzlich ihn angezogen hat.
00:06:54: Als dem Bitteren wird Süßigkeit hatte er gesagt und er hat immer versucht Worte dafür zu finden Und so hat es sich langsam bei ihm etwas gedreht.
00:07:04: Das ist eine ganze Weltauffassung.
00:07:05: seiner Einstellung hat sich gedreet, sodas er das Leben, das er vorhin geführt verlassen hat und dann ein ganz neues angefangen
00:07:13: hat.
00:07:14: In diesem Wunsch aus seinem oberflächlichen Leben rund um Geld und Ansehen auszubrechen, und in seiner Suche nach dem Gefühl wirklichen Lebendigseins ist Francesco sehr heutig.
00:07:29: Hinter dem Minimalismus unserer Tage den vor allem junge Menschen zu leben versuchen steht auch die Sehnsucht nach mehr Leben, mehr Lebendigkeit indem wir Besitz reduzieren, weil er uns beschwert und vom Wesentlichen abhält.
00:07:47: Hier parallel zu ziehen über die Distanz von immerhin achthundert Jahren Hält Alois Prinz für schwierig?
00:07:54: Man
00:07:55: muss sehr vorsichtig sein, weil die Distanz zu dieser Welt in der Franziskus gelebt hat ist sehr groß.
00:08:02: Einerseits muss man das immer wieder betonen und es nicht so einfach ist zu verstehen wie die Menschen damals gedacht und gelebt haben auch Franz.
00:08:08: Aber gleichzeitig muss man immer auch sagen dass etwas ist was über die Zeiten hinweg bestehen kann.
00:08:14: Das kann man andeuten und auch aktualisieren Und da gibt es dann tatsächlich gewisse Ähnlichkeiten, so wie man heute bei vielen Jugendlichen oder insgesamt in der Bevölkerung auch so ein Bewusstsein da ist.
00:08:29: Dass es nicht mehr so weitergehen kann wie jetzt und dass ein gewisser Verzicht oder eine Reduktion von Nöten ist um etwas zu verhindern heute ja also zu verhindern beispielsweise das Planet einfach zu überlastet ist Klimakatastrophe und solche Dinge.
00:08:48: Das war natürlich für Franz nicht gegeben, aber er hat eben zu seiner Zeit schon entdeckt und dabei muss man immer im Hinterkopf haben dass er vorher sehr reich war um mit dem Geld umgeschmissen hat und sich alles leisten konnte das wenn auch etwas verzichtet das kein Schaden ist oder deswegen unglücklicher wird sondern dass es ein Zuwachs an Leben ist also weniger zum leben zu haben um mehr für das Leben zu haben.
00:09:14: So kann man es vielleicht ausdrücken und das ist ein Beispiel, dass wieder heute sehr ins Bewusstsein getreten ist und insofern habe ich da Franz auch jemand hingestellt die vielleicht als Vorbild dienen kann wie man verzicht lernen kann ohne dass man unfrei wird oder auf lebenseinschränkend wirkt, sondern genau umgekehrt.
00:09:37: Das verzichtet ein Gewinn an Lebensintensität und an Lebensglück sein
00:09:43: kann.".
00:09:44: Das Franz von Assisi als Umweltheiliger gilt ist für Autoralys Prinz Stimmich mit Vorbehalt.
00:09:53: Auch hier muss man wieder bedachten das Umwelt etwas ist was ihr nicht kannte.
00:09:57: Diese Art von Naturauffassung wie sie heute kennen ist eben sehr verschieden zu seiner.
00:10:02: Die Industrialisierung war damals erst in den Anfängen.
00:10:05: Er kam aus einer bürgerlichen Familie, wo Handel und Geld und Leistung an große Werte waren.
00:10:12: Also man kann sagen es waren die Anfänge einer börgerlichen Welt und einer Industrialisierung wie sie heute natürlich in ganz anderen Maße ausgeprägt ist.
00:10:19: aber was bei ihm völlig neu ist und das ist etwas von vielen Experten und von Franziskus Kennern auch immer wieder betont ist dass seine Auffassung von Natur und überhaupt von Schöpfung Also nicht nur Tiere, sondern auch unbelebte Wesen.
00:10:35: Er hat ja auch Wasser Feuer Wolken Sterne mit einbezogen etwas völlig Neues damals war.
00:10:43: und dieser Schöpfungsgedanke also dass unsere Umwelt mit allem ein Spiegel des göttlichen ist und deswegen bewahrt werden muss das ist ein Gedanke der damals völlig neu war der später nicht wieder aufgenommen wiss und er heute vielleicht verständlicher als damals weil geht es ja auch darum, dass wir Schöpfung bewahren.
00:11:03: Dass wir sorgsamer umgehen und das Natur- und Umwelt nicht nur für uns da ist und wir gebrauchen können, um touristisch sie auszuschlachten oder industriell sich auszusklachten sondern etwas ist vor dem man herforcht haben muss so wie später dann Albert Schweizer das gesagt hat.
00:11:19: Das ist ein Grundgedanke der heute wenn wir ihn nochmal aktualisieren ganz wichtig wäre um eine andere Einstellung zu unserer Umwelt zur Natur auch so unbelebten vielleicht einstellen zu haben.
00:11:31: Und aufgrund dessen könnte vielleicht viele Probleme, die wir inzwischen geschafft haben über die Hunde, denen weg wieder teilweise gelöst werden oder eine anderes Bewusstsein dazu führen, dass vielleicht vieles was wir falsch gemacht haben noch mal rückgängig
00:11:44: gemacht werden
00:11:44: kann.".
00:12:13: Sie hören Radio-Klassik Stefan Stohm – In den Perspektiven geht es heute um Franz von Assisi.
00:12:21: Der Autor Alois Prinz hat ein Buch über Franziskus Leben geschrieben.
00:12:25: Es trägt den Titel Franz von Assisi, der friedliche Rebell.
00:12:30: Laut Alois Prins hat Francesco eine Warnung ausgesprochen nämlich vor Menschen die von Gott erzählen dabei aber nur an Ruhm und Ansehen denken und innerlich kalt und leer werden.
00:12:45: was hinter dieser Warnungen steckt erklärt uns Alois Prince.
00:12:49: Von uns hat sich ja selber als Idiot bezeichnet, das muss man auch wieder etwas erklären.
00:12:55: Weil er ja ein sehr gutes Verhältnis zu bestimmten Theologen hatten.
00:12:57: also die Leute die gelehrt waren Auch eine Universität oder die in einem Studium hatten ja sehr verehrt, aber gleichzeitig hat Wert darauf gelegt dass in seinem Orden keine Lehranstaltende gegründet werden.
00:13:11: Wahrscheinlich weil er Angst hatte das es etwas ist was mehr wegführt von Glauben als hin führt.
00:13:18: also ich hatte Gefahren des Gelehrzeins und das Wissen Sie über Gott ist sehr klar gesehen und hat sich darum selber und seinen Anhänger auch befohlen in einer gewisse Ja, wenn ich so sagen kann, Dummheit zu bewahren.
00:13:30: Eine Einfachheit!
00:13:32: Das war sehr wichtig und es hat bei ihm dazu geführt dass er zwar eine sehr spirituelle Natur war aber auf andere Dinge wertgelegt hat zum Beispiel das er eben ein Spaßmacher war, einen Buffone wie er selber sagt.
00:13:47: also man kann sich das gut vorstellen bei ihm gibt's ja einige Zeugnisse davon die Leute belustigt hat, rumgesprungen ist oder wenn er geredet hat das oft wenn er die Worte nicht mehr gewusst hat angefangen hat zu tanzen.
00:14:01: Oder einfach nur Spaß gemacht hat.
00:14:04: also einer der sich selber nicht so ernst genommen hat und darauf bedacht war dass man nicht nur durch kluge Worte unter Studium eine gewisse Gottesnähe herstellen kann sondern auch mit der großen Einfachheit und vor allen Dingen mit dem Beispiel Leben würde sagen dass seinen Argument was ein Leben Das bedeutet auch nach hinein, dass es keinen Wissen gibt oder kein Wissen geben darf das nicht gelebt werden kann.
00:14:31: Reines Wissen ist für ihn immer zu wenig sondern es gibt für ihn nur gelebtes Wissen und dieses gelebte Wissen muss immer Ausdruck finden in der Art und Weise wie man sich verhält, wie man lebt und das war für ihn das wichtigste.
00:14:44: Und auch wenn er mit Theologen umgangen hatte oder wenn die ihm bestimmte Sachen erklärt haben, theologisch war das für ihnen in Ordnung.
00:14:52: Die Konsequenz daraus, du musst das auch leben.
00:14:54: Ohne dieses Leben ist es Null und Nichtig und Schal und
00:14:57: Rauch.".
00:15:12: Franz von Assisi hatte eine besonders enge Verbindung zu einer Frau – zu Chiara der Heiligen Clara.
00:15:20: «Die beiden standen sich sehr nahe», sagt Alois Prinz.
00:15:24: «Es ist auch wieder so etwas in die Schicht durch dich man erst mal durchstoßen muss weil zu dieser Zeit war es einfach undenkbar dass jemand ja als heiliger verehrt wurde und ihr selber hat sicher wirklich nie erzeitlicher gesehen hat, das ihm abgewährt.
00:15:38: Dass so jemand auch Verbindung zu Frauen hat und er hatte Verbindung zum Frauen also nicht nur zur Kiara.
00:15:43: aber Kiara war eine und es geht aus verschiedenen Zeugnissen die später dann auch bei seiner Heiligsprechung gemacht worden ist in dir anfangs verliebt war.
00:15:53: Es war ne Liebesgeschichte anfangsch.
00:15:55: Kiara ist von zuhause ausgerissen.
00:15:57: wahrscheinlich dachte sie ich gefest davon aus dass ihr das dachte dass sie auch mit Franz rumziehen kann und sein Leben führen kann Nicht das Leben, dass ich als junge Frau bevorstand, nämlich eingesperrt zu Hause zu sein.
00:16:10: Um mit jemandem zwangsverheiratet zu werden.
00:16:12: Das wollte sie nicht.
00:16:13: Sie wollte dieses freie Leben haben aber das ging natürlich nicht weil dann wäre sofort Franz und seine Erwägung verfolgt worden vom Papst als Herätiker dargestellt worden.
00:16:23: Es ging nicht.
00:16:23: also musste es ihnen einen eigenen Gluster untergebracht werden ein Glustern Damiano bei Assisi.
00:16:28: Aber es gibt eben legendarische Darstellungen Und diese Legenden sind zwar merchenhaft, aber die haben doch immer ein bisschen was in Wahrheit und lassen vielleicht andere Dinge aufscheinen bei ihm als jetzt die offizielle Geschichtsschreibung.
00:16:42: Da wird eben oft berichtet wie sie sich getroffen haben wieder an die ganze Hütte gebrannt hat also mit sehr bildreher Darstellung auch noch mal diese Liebe dargestellt haben.
00:16:52: und ich bin mir ganz sicher wenn ich alles zusammen nehme, was da an legendarischen Darstellungen auch an Hinweisen da sind dass die beiden ein liebes Paar waren nur das sie eben diese Liebe nicht leben durften.
00:17:04: Die Chiara war in ihrem Kloster durfte sich manchmal auch treffen mit Franz aber eine dauerhafte Beziehung gab es nicht.
00:17:12: aber das war etwas was sie durch ihr Leben durchgehalten haben die beiden.
00:17:16: Sie haben sich nie aus den Augen verloren und ich glaube diese Liebe die sie hatten ist auch nie erkaltet oder Zerstört worden.
00:17:25: Eine tiefe Freundschaft verband Francesco mit einer weiteren Frau, sie hieß Jacoba.
00:17:32: Nach ihr ließ Franz von Assisi schicken als er im Sterben lag.
00:17:37: Jakobas war eine reiche Dame, adelige Dame aus Rom und es wird nur so kurz mal hingewiesen dass er immer wenn er in Rom war besucht hat.
00:17:46: also er war auf den Rom und dann hat sich anscheinend öfter besucht.
00:17:50: Und so wie ihr über sie gesprochen habt, bereits zum Schluss muss es eine sehr intensive Freundschaft gewesen sein.
00:17:56: Die war Witwe!
00:17:58: Und es heißt auch immer wenn er zu ihr kam, hat sie ihm eine besondere Süßspeise gemacht.
00:18:02: Also allein dass er eine Freundin hatte, eine Frau die er sehr gerne mochte, sagen wir mal so war damals schon ein Riesenskandal.
00:18:10: aber es gibt eben Hinweise darauf.
00:18:12: und also im Sterbenblab wollte ihr schreiben oder hat seinen Leuten befohlen ihr zu schreiben?
00:18:17: Sie sollte doch bitte kommen und eigeniges mitnehmen unter anderem auch diese Süßspeise.
00:18:21: Man kann sich vorstellen, was das bedeutet.
00:18:23: Eine Heilige der im Sterben liegt und man kennt ja diese Darstellung und plötzlich kommt eine Frau.
00:18:27: in den letzten Stunden umbringt ihn dann Gegenstände in Kisten und Kerzen
00:18:31: usw.,
00:18:31: eben auch dieses Süßspeise.
00:18:34: Da wussten die Biographen gar nichts damit anzufangen aber für ihnen war es okay und ganz normal.
00:18:39: Ich glaube er hat ein sehr entspanntes Verhältnis zu Frauen obwohl bei einigen Schriften eben eine große Abwehr und sehr, ja fast schon ein gewisser Frauenhass zum Tragen kommt.
00:18:50: Aber ich glaube das ist etwas was ihm später dann angedichtet worden ist.
00:18:54: wenn man zu Franz wie er wirklich war kommt dann ist es ein ganz anderes Verhältnis und auch in der Hinsicht war ja einer der vielen nicht dementsprochen hat was man von einem heiligen erwartet wird Und im Sinne war er auch ein System-Springer.
00:19:08: Das kann man wirklich sagen
00:19:14: Er war auch ein Friedenstifter und als solcher sogar im Orient unterwegs.
00:19:37: wollte man immer als Orden in die Kirche einfügen, dass sie eine geistliche Begleitung dorthin machen.
00:19:44: Was genau die Beweggründe waren für Franz lässt sich einfach nicht mehr sagen aber auf alle Fälle ist er dort hin bei einem Kreuzzug und ist dann in Damjet gelandet.
00:19:52: Das ist eine Stadt in Ägypten wo sich das Kreuz ja gesammelt hat um dann auf das heilige Land loszuziehen.
00:19:57: Und er hat Schlachten erlebt, er hat blutiges Gemetzel erlebt und er hat sich damals... und es ist verbürgt!
00:20:05: Das weiß man weil es Verbriefe gibt von Leuten, die dabei waren.
00:20:08: Hat sich getroffen damals mit dem Sultan al-Malik al-Kamil hat er geheißen ein sehr mächtiger und sehr weiser und gebildeter Mann.
00:20:17: Das muss ja dramatische Begegnung gewesen sein weil erst wurde er einmal verbrügelt weil man dachte das ist bestimmt ein Spitzel und dann hatte aber den Kontakt anscheinend hergestellt zu diesem Sultan wie auch immer wie es gegangen ist auch sprachlich und spricht vieles dafür dass er von diesem Sultan sehr geschätzt wurde.
00:20:34: Das wurde dann später ganz anders dargestellt, als ob Franziskus den bekehren wollte.
00:20:38: Was er bestimmt nie wollte weil das es später auch in seinem Briefen so geschildert hat.
00:20:42: In der großen Toleranz.
00:20:44: und er hat aber auch, und das weiß man nicht was er gemacht hat danach anscheinend Palästina bereist also das heilige Land bereist um dort Leute kennenzulernen, also quasi eine Friedensmission.
00:20:55: Ganz anders als die Kreuzritter, die da mit dem Schwert eingefallen sind und die Ungläubigen hingemetzt haben ist er hin und hat sich die Gegend angeschaut, hat Leute kennengelernt.
00:21:07: Und anscheinend wollte sogar die Gewohnheit des Moezins von einer Kirche runter zu beten, wollte sogar ins Christentum mit übernehmen so heißt es jedenfalls.
00:21:19: Aber er war da ein Friedenstifter.
00:21:22: Und nicht nur im Heiligen Land, sondern auch zu Hause hat er immer wo auch Fäden ausgebrochen sind, wo Bürgerkriege waren, zu vermitteln gesucht.
00:21:32: Das ist auch verbirgt und es gibt dann auch diese schöne Geschichte mit dem Wolf von Kubio, wo er dann auch nicht nur Frieden stiften war gegenüber Menschen, sondern gegenüber
00:21:43: Tieren.".
00:22:07: Am Ende seines Lebens musste Francesco miterleben wie er aus seiner eigenen Gemeinschaft gedrängt wurde und sich diese Gemeinsschaft in eine Richtung entwickelte, die seinen Intentionen widersprach.
00:22:21: Regeln, Rangordnungen, Besitz – das alles hatte Franz von Assisi abgelehnt.
00:22:27: Dieses Leben oder diese Art von Spiritualität und Bewegung, die er vorhatte ist im Grunde genommen unvereinbar mit dem System der katholischen Kirchewios damals bestand.
00:22:37: Aber er hat ja immer, und das war der Zwischbald seines Lebens.
00:22:40: Und auch der Zwischenbald des ganzen Ordens, der später entstanden ist, die Nähe zu Kirche gesucht.
00:22:46: Wenn er es nicht gemacht hätte, wäre er zum Heretiker erklärt und verfolgt worden und dann hätte seine Bewegung diese Ausmaße annehmen können.
00:22:54: Also einerseits war er eine der Ideen hatte von Zusammenleben von einem Leben ohne Besitz, von einem leben Obdachlos, vom Leben ohne Hierarchie die für die damaligen Verhältnisse sensationell waren.
00:23:08: Aber andererseits wollte er das im Rahmen der Kirche machen was eigentlich nicht ging weil er ein Rahmensprenger war und natürlich musste dann dass die Bewegung größer wurde tausende umfasst hat muss eine Organisation aufgebaut werden Und es war ein Protektor, der zur Seite hatte.
00:23:24: Nämlich ein gewisser Hugulino, der dann später auch Papst wurde und der das in die Hand gepackt hat.
00:23:27: Also wir haben mit Franz einen, der ganz großartige Ideen hatte, neue Ideen hatten, sehr menschenlieb war.
00:23:35: Wir haben einen anderen, der sich eben auskannte wie man eine Sache mal organisiert und vor allen Dingen wie man sie im Rahmen der kirchlichen Rechte und der Kirchlichen Hierarchien organisiert weil es eben so eine große geworden ist Und irgendwann musste das mal zu einem Konflikt kommen.
00:23:53: Der Konflik bestand darin, glaube ich oder so habe ich es jedenfalls auch gesehen und so dargestellt dass man Franz immer mehr an den Rand gedrängt hat ihn zwar noch als Heiligen verehrt hat was ja auch eine gewisse Art ist in unschädlich zu machen und das was er angestoßen hat seine ganze Bewegung langsam zum Orden zu machen mit Dingen, die er eigentlich abgelehnt hat, nämlich Besitz und Hierarchie.
00:24:17: Also das ist der Zwischball seines
00:24:19: Lebens.".
00:24:34: St.
00:24:34: Achthundert Jahre hat es gedauert bis sich ein Papst den Namen Franziskus ausgesucht hat.
00:24:42: Im Jahr Zwei-Tausenddreizien wurde der argentinische Jesuit Koche Mario Bergoglio zum Papst gewählt.
00:24:49: Papst Franziskos war der Erste seines Namens.
00:24:53: Es ist aber bemerkenswert, dass es eine lange Geschichte der Päpste gab und bestimmte Namen immer wieder aufgetreten sind.
00:25:00: Johannes Paulus war oder Benedikt war oder andere.
00:25:03: Manche kamen ja x-mal vor oder haben sich nach x mal nach bestimmten Heiligen genannt.
00:25:07: Aber er war der erste, der sich nach Franziskos genannt hat was ein großes Wagnis ist.
00:25:12: Wahrscheinlich haben das frühere Päppster einfach vermieden weil der Anspruch damit verbunden ist.
00:25:18: Ein ganz vehementer ist und eigentlich der Name Franziskus schon auch hat, was mit dem System der Kirche nicht übereinstimmt.
00:25:27: Also es war schon sehr mutig, dass Papst sich zu Franziskus genannt hat und alles was er auch getan hat geht auch in die Richtung von Franziskuss.
00:25:35: Schon allein wenn er zum Beispiel kein brotziges Auto hat oder mit so einem kleinen Wagen rumfährt.
00:25:40: Wenn er z.B.
00:25:40: nicht die Ornamentik hat wie sie z.b.
00:25:43: ein Papst Benedikt gehabt hat.
00:25:45: Wenn man bedenkt mit welchen Kleidern sich der angezogen hat dann wird er nach außen hin aufgetreten ist.
00:25:50: Der ja auch sehr bescheiden daher kommt eben nicht in großen Wohnungen wohnt in Vatikan sondern eine kleine Wohnung hat Der auch sehr bescheiden ist im Auftreten nach außen hin.
00:25:59: Und der, das muss man auch sagen von seinen Botschaften her, auch sehr ähnlich Franziskus ist.
00:26:06: Man denkt nur an die Entzüglichkeit seiner Umweltvorstellungen und seine Vorstellung von Nachhaltigkeit und Umweltpolitik ganz deutlich genannt hat, die sehr ähnlich dem sind was Franziskos gemacht
00:26:20: hat.
00:26:20: Sagt Alois
00:26:21: Prinz
00:26:22: An den Anfang seines Buches über Franziskuss den Heiligen nicht dem Papst, hat er Worte des Theologen Adolf Hohl gestellt aus dessen Werk der letzte Christ Franz von Assisi.
00:26:36: Hohl nennt Francesco eine Sehnsuchtsgestalt die eine Art ziehenden Schmerzes bei uns auslöse und uns an andere Lebensmöglichkeiten erinnere wie ein verloren gegangener Heimat.
00:26:50: Alois Prinz sieht folgende Möglichkeiten diese Heimat zu finden
00:26:55: Da gibt es ja schon Beschreibungen, also gerade Jugendliche und junge Erwachsene.
00:27:00: Wir versuchen ja auch in der Richtung, in die Franziskus gedacht hat etwas zu machen.
00:27:06: Was betrifft Verzicht, Reduktion und Lebensverhältnisse weniger CO-Verbrauchen nicht mehr zu fliegen, nicht mehr Auto zu fahren bestimmte Umweltverschmutzungen zu vermeiden das sind alles Dinge die in die Richtung gehen.
00:27:22: ich habe gesagt dass bei Franziskuss was davon ausgehen kann, dass er nicht auf etwas hin will.
00:27:29: Auf ein Ziel das in der Zukunft liegt, sondern auf etwas, was zurückliegt.
00:27:33: Auf etwas so wie wir gedacht waren oder die Welt ursprünglich auch gedacht war und es ist eine gewisse Sehnsucht, die in uns drinnen ist.
00:27:42: also ob wir uns vergaloppiert hätten als ob wir einen Weg eingeschlagen hätten der weg geht von dem was eigentlich Leben bedeuten soll oder was wir mit unserer Welt anfangen sollen.
00:27:52: Und diese Utopie ist ja immer noch in den Köpfen drinnen und es ist deswegen auch schmerzhaft, weil wir eben spüren diesen Schmerz dass wir etwas falsch gemacht haben.
00:28:02: Dass wir mit unseren Fähigkeiten oft zur Umentschlichkeit verdammt waren und das wir zwar eine Entwicklung gemacht haben die uns zu mehr Wohlstand geführt hat und vielleicht so einem Wohlstand zum Luxus der weltweit überhaupt nicht vertreten werden kann und dass wir möglichst schnell auch eine Umkehr machen müssen zu etwas hin.
00:28:20: Und da steht die Figur des Franziskus, der viel von dem schon vom Weg genommen hat und der uns das lebensweltlich vorgeführt hat – nicht theoretisch!
00:28:28: Also er hat ja keine großen Schriften hinterlassen, fast gar keine, sondern er hat es einfach nur vorgelebt.
00:28:34: Er hat es uns vorgelegt und Leben heißt, es funktioniert, es geht.
00:28:39: Die Frage ist nur wie wir das heute in Politik umsetzen können?
00:28:43: Es gibt ja diese ganzen Diskussionen weg von dem, aber wir sind halt heute ein ziemlich verwöhnter Haufen.
00:28:50: Es ist schwer aus einem König einen Bettler zu machen und es geht aber nicht anderes.
00:28:56: Franz Dixkoth hat auch vorgelebt dass es eben nicht verzicht nicht nur in Behrung sein kann sondern eben ein ganz neues etwas sein kann was man gerne macht weil das zu einem besseren Leben führt.
00:29:08: Insofern kann man den Jugendlichen die Heute gut wäre natürlich manchmal auch sehr stark kritisiert wie die verschiedenen Umweltkleber, aber es sind Leute, die in die gleiche Richtung wollen und denen man da unterstützen muss.
00:29:23: Und denen man auch mitnehmen muss und deren Ideen man auch einbringen muss und ernst nehmen muss und auch in der Politik ernst nehmen müssen.
00:29:31: Das ist gut dass sie solche Leute sind, die provozieren so wie auch Franz provoziert hat weil Sie hindeuten auf eine Lebensform die uns verloren gegangen ist, die aber wieder gefunden
00:29:42: werden muss.
00:30:19: Der Autor Alois Prinz hat über den heiligen Franziskus recherchiert und das Buch Franz von Assisi der friedliche Rebell geschrieben.
00:30:29: Die Musik in dieser Sendung hat Damian Motschnick komponiert.
00:30:33: Sie hörten Ausschnitte aus seiner Misser-Sanktifanzissie Assisiensis, in einer Aufnahme mit dem Sand Jacobs Chamber Choir und dem Streichersamble der Königlichen Musikhochschule Stockholm unter der Leitung von Gary Grayden.
00:30:49: Monica Fischer wünscht Ihnen einen guten Abend.
00:30:53: Ich freue mich auf unser nächstes Wiederhören und wünsche Ihnen weiterhin viel Freude mit dem Programm von Radio-Klassik Stefans Dom!
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