Lebenswege mit Künstler Elias Franziskus Grüner
Shownotes
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00:00:10: Diese Klänge kommen mir entgegen, als ich das Atelier von Künstler Elias Franziskus Grüner betrete.
00:00:17: Es ist das Live-Programm von Radio Classic Stefan Sturm.
00:00:22: Elias Fransiskus Grüner arbeitet gerne in Begleitung unseres Senders und heute dürfen wir bei ihm zu Gast sein.
00:00:31: Einige seiner Werke aus dem Zyklus Manifestus waren vor Kurzem in der Jesuitenkirche in Wien ausgestellt.
00:00:38: In die Schlagzeilen gekommen sind sie leider deswegen, weil sie von einer unbekannten Person teilweise zerstört worden sind.
00:00:45: Den Grund kennen wir nicht – dazu aber später!
00:00:49: Zurück ins Dachgeschoss eines Hauses am Neubau-Gürtel.
00:00:53: Wir sind im siebten Bezirk am Gürtl beim Wespernhof und im Hinterhof unter dem Dach in einem ehemaligen Trockenraum.
00:01:05: Heutzutage hat jeder sein Wäscheständer irgendwo in der Wohnung rumstehen.
00:01:10: Aber meine Mutter wohnt noch in einem Haus, im Dresden und da ist der Trockenraum also unter dem Dach.
00:01:16: das ist noch in Verwendung.
00:01:18: alle Bewohner hängen darum ihre Wäsche auf und haben dann Platz in der Wohnungen.
00:01:25: Und ja hier bin ich jetzt schon seit einiger Zeit und Bin ganz froh
00:01:32: Obwohl es hier oben durchaus ein paar Herausforderungen gibt.
00:01:37: Ja, ich habe hier oben Gott sei Dank ein WC aber kein Wasseranschluss.
00:01:42: Deshalb wenn ich Wasser brauche geht es in den Erdgeschoss.
00:01:46: Da gibt's noch ein altes Basen und da hab' ich meine kleinen Eimerchen.
00:01:50: hier Fühle ich mein Wasser auf und dann wirds wieder die Stiegen hochgetragen.
00:01:57: Und für die ganzen Dinge die man im Alltag macht muss ja doch immer wieder irgendwo hin was einkaufen Kleinigkeiten, gestern habe ich da eine Goldschmiedewerkstatt gleich ums Eck die viel Werkzeug hat was ich brauche.
00:02:17: Aber es ist jeden Tag drei vier mal hoch und runter und vor allem wenn's dann Ausstellungen gibt mit dem ganzen Transport.
00:02:24: Es gibt ja die Steinbilder die wiegen auch ihre zehn fünfzehn Kilo oder was?
00:02:30: Und das ist immer doch eine Arbeit.
00:02:39: Heizung sehe ich auch nur so eine kleine?
00:02:42: Ja, also eine kleine Gas-Ölheizung.
00:02:45: Aber ich muss ehrlich sagen seit ich hier bin hatte ich es nur einmal an weil ich einen Auftrag hatte mit Bildern und die mussten trocknen Und dann hatte ich ein paar Tage andere mit den Bilder trocken aber für mich hatte ich sie noch nie an.
00:02:58: Also jetzt ganzen Winter die ich hier war das ist immer was zu tun und man ist in Bewegung.
00:03:04: Ich habe auch Zuhause keine Heizungen.
00:03:07: Du bist hart im Nehmen.
00:03:09: Ja, wo die Preise gestiegen sind habe ich alles abgestellt und seitdem habe ich mich dran gewöhnt.
00:03:15: Der
00:03:15: Künstler ist hart im nemen.
00:03:18: Die Radioredakteurin hat ehrlich gesagt ein wenig gefroren.
00:03:22: Dafür ist es hier oben mit Blick auf den Innenhof trotz Lage am Gürtel erstaunlich leise.
00:03:30: Man hört sogar die Vögel zwitschern Wenn gerade kein Radio-Klassik
00:03:35: läuft.
00:03:35: Ja, der Frühling kommt langsam und dann ist der Innenhof begrünt.
00:03:40: Das sind zwei große Bäume.
00:03:44: Und da ist viel anfügeln da!
00:03:47: Jetzt waren viele Kränen noch da aber es gibt eine gotische Kirche.
00:03:50: irgendwie zieht ihr die Kräne an?
00:03:54: Die sind hier rum geflattert und jetzt mit der Zeit kommen dann die ganzen Gesänge wieder.
00:04:01: Elias Franziskos Gröner klingt so schön.
00:04:05: ein Künstlername?
00:04:07: Nein, weiß ich.
00:04:12: Dank an die Mutter und den Vater.
00:04:15: Ich fahre immer Elias hier in Wien.
00:04:17: Dann war ich zwei Jahre in Amerika und konnte mein Name nicht aussprechen.
00:04:25: Und dann hatte ich eben meinen Mittelnamen nochmal genannt und dann waren es Francis und Franziskus.
00:04:31: Es war viel den leichter und da hatte ich das in Verwendung fand ich das einfach schön, dass das einfach was Rundes ist und... Ich bin Elias unter Menschen.
00:04:44: Der Name passt jedenfalls zu dem jungen Künstler der auch ein besonderes Aussehen hat.
00:04:50: Er trägt Bart und Anzug aus Wollstoff auf doch einen Stecktuch.
00:04:55: Ich glaube das kommt dann doch von der mitterlichen Familie.
00:04:59: Es sind auch alles so schöne Menschen, man ist im Leben.
00:05:01: Aber es ist irgendwie noch so dieser Zugang zu dem Schönen und das ist einfach was man hat und was man lebt und tut.
00:05:08: Das ist ein bisschen eine Fürsorge auf der Schöne aber nicht dass es jetzt zugespitzt auf etwas ausführen muss.
00:05:15: Und gibt ja viele die in der Kunst da ewig für irgendwas rumtuschen... ...aber dann sagt ihr auch Adler wird Stifter.
00:05:23: so schön!
00:05:24: In der Vorrede zu bunte Steine war der Anlass für die Bilder.
00:05:29: Wenn es etwas Gutes ist, was er schreibt, dann wirkt's.
00:05:33: Und wenn nicht?
00:05:34: Dann kommt man eh nicht drum herum!
00:05:35: Dann kannst du noch versuchen wie du willst aber das passiert nix mehr und... Das ist so irgendwie auch den Kiefer so sehr der auch aufgewachsen ist im Schutt und das sind alles für ihn Bausteine und alles was er macht ist ein Spiel aufbauen und es ist alle stimmig.
00:05:51: Es passt weil es gibt zu einem Mensch oder eine Seele, die dann sie so den Ausdruck hat und einfach daraus lebt.
00:05:59: Und formt und tut und macht und alles ist nicht immer perfekt und gerade aber es ist einfach irgendwie aus einem Bewusstsein das für sich irgendwie das gefunden hat.
00:06:08: als Auslass war einer Kindheit aber nicht immer so.
00:06:12: er hat dann auch von meinem Bruder die an sie Sachen bekommen.
00:06:16: meine Mutter hat eingekauft und das war ja mal ein bisschen unstimmig vorher es auch nicht so schlimme sachen waren Aber es war jetzt für mich nicht so was ich jetzt anziehen würde.
00:06:27: Und jetzt auch was so plastisch und es ist auch.
00:06:30: also trage ich halt ungern, weil es riecht und das ist irgendwie unangenehm und deshalb lieber voller Stoff und sagen wir alleine oder was ist... Jetzt heutzutage ist wieder sowas ganz auffälliges, aber das ist ja, so haben wir gelebt ewig lange hat funktioniert
00:06:55: Und
00:06:56: es ist dann auch wieder so ein gewisses, sich in die Natur setzen.
00:07:01: So einen gewissen Sinn als Mensch und als Umgebung.
00:07:05: wie werden sie produziert?
00:07:06: Wo kommen die her?
00:07:07: Was sind die Schritte?
00:07:08: Das ist ja auch die Arbeit.
00:07:10: Deshalb die Pigmente sammeln ich selbst.
00:07:12: Wenn ich sie nicht an den Orlissial steine, dann zerschlag' ich sie und binde sie selbst.
00:07:17: Die Streuselige flüten die Bienen, suche ich zusammen und alles Möglichst... Verständnisvoll, was die Produktionskette und das alles eingeht.
00:07:25: Und so gehe ich auch das Leben an oder auch das Mensch sein.
00:07:29: Das ist ja ein bisschen wie ein Arzt, der mal seine Diagnosen stellt.
00:07:33: Man guckt, dass sind da die Ursachen?
00:07:35: Was ist Symptomatik?
00:07:37: Aha!
00:07:37: Und wie kann man es behandeln?
00:07:40: Und ein gewisses Verständnissen.
00:07:42: Man merkt, der Künstler macht sich viele Gedanken... ...ist dann philosophie Musik, Spiritualität und Religion interessiert Aber auch an Umwelt und Nachhaltigkeit, man könnte sagen dem großen Ganzen.
00:07:55: Und vor allem und grundsätzlich dem Mensch sein.
00:08:00: Dieses Interesse das sich tiefer beschäftigen können und wollen allein sein hat schon in der Kindheit begonnen.
00:08:08: Als Kind war sehr zurückhaltend.
00:08:12: Ich
00:08:12: bin der zweite.
00:08:13: ich war immer mit meinem Elternbruder Der war auch immer sehr aktiv und wir haben immer viel gemacht und dann kamen noch zwei weitere etwas los und vielleicht daraus dem habe ich mich eigentlich immer zurückziehen wollen.
00:08:26: Und da bin ich sehr meiner Mutter dankbar, dass sie uns als wir noch klein waren, fast jedes Wochenende irgendwie Natur herausgefahren hat und gesagt hat, ja... Sehr freizügig.
00:08:40: meine Eltern also das war noch weiß nicht wie es sonst ist aber wir waren dann auch immer in den Sommermonaten.
00:08:48: Also es war immer fix drei Wochen in Kern oder vier.
00:08:54: Und da war dann noch eine befreundete Familie, da war auch so alt wie ich ein Sohn und einer so alt wieder mein älterer Bruder der Julius und die haben uns einfach laufen lassen und am Ende des Tages mussten wir halt zum Abendessen kommen und sonst... Das hat mich doch sehr geprägt dass ich immer dann teilweise alleine war und teilweise auch tun konnte was ich wollte und in der Tour war.
00:09:19: Dann haben meine Eltern mir eine ganz kleine, nicht wichtige Digitalkamera geschenkt.
00:09:27: Weil sie gemerkt haben, ich gucke da mal so rum und das war der erste Befreiungsschlag, dass ich gesagt habe, ich geh fotografieren und es war für mich nicht ausredig.
00:09:37: Ich hab natürlich Fotos gemacht aber es war in erster Linie... ...ich bin jetzt einfach für mich und ich guck jetzt einfach mal und habe die Raupen fotografiert und irgendwas und da und dann und da.
00:09:48: Was so hängen geblieben ist, ist immer der Versuch in die Natur und einfach so irgendwie herum gucken und betrachten und rumsitzen.
00:09:57: Und dann in der Volksschule im vierten Bezirk Sankt Elizabeth Schule gab es einen Maler, der dort um Eck in der Argentiner Straße sein Atelier hatte Florin Leibitzeder und da hat er mal die Kartoffeln geritzt, daraus Stempel gemacht und dann haben wir alle so ein Bild gemacht.
00:10:24: Und dann hat er gemerkt das ist die Kinderfreude.
00:10:26: und dann hatte er angeboten in einem Atelier jede Woche kann man kommen malen und da war ich dann ziemlich lange also der zweiten dritten Vollschulklasse bis zu noch ins Gymnasium.
00:10:40: eigentlich jede Woche oder jede zweite Woche war ich bei ihm hab der gemalt, Akrül mit Tieren und Landschaften und so was.
00:10:49: Und dort auch immer alle machen lassen und wenn Fragen waren dann ja okay und so.
00:10:55: Zuhause habe ich auch mal gezeichnet, wenn ich nichts zu tun hatte, einen Hörbuch angemacht, noch ein CD-Player und dann gezeichnete es und das war meine Ruhe.
00:11:05: So irgendwie hat sich da schon angebahnt und umso älter man wird, umso mehr merkt man, was da alles los war
00:11:11: eigentlich."
00:11:16: Ist immer noch wichtig für ihn und natürlich für sein Arbeiten?
00:11:20: Ja, gerne.
00:11:24: Also nicht nur!
00:11:25: Ich bin auch immer wieder ein sehr geselliger Mensch und gibt immer viele lustige Sachen.
00:11:34: aber ich habe kein Problem und ich brauche auch immer die Zeit.
00:11:40: Ja, vor allem mit der Kunst das ist ja wenn man dann achtsamt wird so alles was man tut und macht fließt er dann ins Unbewusste ein und was man dann schlussendlich tut.
00:11:52: Alles, was man erlebt und tut und den man sich auch öffnet findet Einfluss denn auch in einen selbst umwas man auch wieder gibt.
00:12:00: Und deshalb eine gewisse Einschränkung.
00:12:04: Aber das finde ich danach für der Schöne an einen Klöstern.
00:12:07: Also dass es dann doch wieder dieses Rückzugorte gibt und gab Wo man sich wirklich für das hingehen kann.
00:12:15: Auch die Kunst Das ist so mein Rückzugsort hätte ich das nicht.
00:12:24: Ja, schwierig!
00:12:49: Auf jeden Fall einer ganz großen Favoriten da gibt es die Niederländische Bach-Society.
00:12:57: Ich bin auf Borginstrumenten und die vertonen... Das wird Ziel alles zu vertonen jede Note von Bach.
00:13:01: Es ist einfach nicht zugänglich und wunderschön.
00:13:04: Und ich habe selbst elf Jahre Geilge gespielt.
00:13:08: und jetzt bin ich an der Partita II am
00:13:11: Boden.
00:13:12: Die erste Seite geht HALKX
00:14:01: Partita Nr.
00:14:02: II für Violine von Johann Sebastian Bach, ein Lieblingsstück von Künstler Elias Franziskus
00:14:57: Grüner.
00:14:58: Vor Kurzem waren einige seiner Werke in der Jesuitengirche in Wien zu sehen, korrektiert von Künderseelsorger und Jesuit Gustav Schörkofer.
00:15:07: Ja, Elias Grüner ist mir zuerst in einem Seminar begegnet.
00:15:12: Dann haben wir irgendwie Kontakt gefunden Arbeit gezeigt einmal mit Tieren.
00:15:22: Und zwar sind eben Tierpräparate, die er dann noch sorgfältig überarbeitet – mit Gold, Gips und so
00:15:34: kostbare
00:15:35: Objekte draus macht, die mich erinnert haben an den Reliquien bei uns.
00:15:41: Also das ist ja auch so bei den Relikwen, dass sie ja auch Reste von Körpern der Heiligen die dann sorgfältig eingefasst werden und mit Klosterarbeit umgeben werden.
00:15:54: Klosterarbeit ist dieses Gespinst aus Metall, Draht und Blumen, Gold, Silber.
00:16:05: Anderes hat mich das erinnert und dann hat mir sehr gefallen eigentlich die Art und Weise wie da diesen umscheinbaren Tieren nicht eine Ente oder so, das sind jetzt nicht die Glanzlichter in der Tierwelt eine Ehrfurchte erwiesen wird.
00:16:20: Das hat mir sehr gefallen und wir haben gedacht, vom ganzen Erscheinungsbild passt es gut im Kontext dieser Reliquienkästen die wir in der Kirche haben.
00:16:32: Und das war auch wirklich sehr gut!
00:16:35: Es hatte ihm sehr entsprochen.
00:16:38: Und es hat auch Gustav Schörkofer persönlich sehr angesprochen?
00:16:42: Na ja, persönlich ist es so ich habe eine starke Neigung zu Dingen.
00:16:46: Mir ist er mal aufgefallen Eine Freundin von mir, das ist schon sehr lange her.
00:16:52: Das war eine Franziskarneterziarin aus Südtirol.
00:16:55: Bergbauantochter, die dann dort ins Kloster gegangen ist und die hat in Salzburg Psychologie studiert.
00:17:01: Und wir sind seitdem befreundet.
00:17:05: Die hat einen starken Bezug zu Menschen, menschliche Beziehungen und alles.
00:17:10: Da ist es mir aufgegangen aber ich habe mit ihr geredet, dass meine Beziehung sehr stark zu Dingen ist.
00:17:16: Sehr stark!
00:17:18: Und deswegen ist auch beim Elias Grüner diese Art, wer mit Dingen umgeht.
00:17:26: Etwas das mich sehr anspricht Das gefällt mir einfach, dass man Dingen wirklich so ehrfurchter weist Dass man sie als kostbar entdeckt und als kostba behandelt.
00:17:37: und es fehlt ja.
00:17:39: Es fehlt in unserer Zeit ja eh nicht.
00:17:41: Wir leben ja in einer Verbrauchergesellschaft wo die Dinge verbraucht und weggeworfen werden in der Regel.
00:17:48: Das ist ja auch das Elend, die Müllberge wachsen, wachsen... Da wird aber anders umgegangen.
00:17:57: Insofern hat er etwas sehr stark, was gesellschaftskritisch ist – das muss man schon sehen!
00:18:03: Insofernt als er mit Dingen sorgfältig umgeht und auch mit Tieren wobei diese Tiere sind ja Tierpräparate Da wird ja nichts getötet, das halte ich schon für wichtig.
00:18:17: Also Manifesto-Serie ist ja ein Teil davon.
00:18:21: Es gibt Abwandlungen aber es ist im Grunde eigentlich auch das Werk mit den Bildern die Steine ausgegraben werden und das ist alles was die Natur zu geben hat und schöpft zu nehmen und das Schrittweise weiterzuführen auf eine Art, um zu zeigen dass es ein Organismus etwas Weltliches gibt aus dem wir bestehen.
00:18:53: Aus dem wir kommen und was wir sind.
00:18:57: Und gleichermaßen gibt es aber doch eben eine Kraft die das dann doch im Unsichtbaren betreibt.
00:19:06: Das ist eben die Darstellung dessen, dass man das organisch nimmt.
00:19:09: Das heißt jetzt hier in der Form der Biene, die überschüttet wird mit Marmomehl und Hautleim und dann klassische Vergoldung mit entweder Ölmixion oder eine Anliegemilch vergoldet wird, mit Blattgold.
00:19:25: Oder in weitere Linien mit konservierten Tieren die teilweise setziert werden, die Filterorgane werden entnommen natürlich und dann eben mit Messing.
00:19:41: also wenn ich Geld habe jetzt Gold aber zurzeit es ist Messing das geschmolzen wird einen kleinen Ofen, der ist wahnsinnig laut.
00:19:52: Ja um zu zeigen dass die Körper sterblich sind aber das was eigentlich das Leben vorantreibt eben etwas ist was in den Körper geht aus dem Körper geht und sich ja eigentlich formlos.
00:20:08: aber in der Kunst muss man mit Formen und Begrenzungen ins Jahr in der Welt arbeiten und das war sozusagen Kurz gesagt, weshalb und warum?
00:20:22: Elias Franziskos Grüner über seine Serie Manifestus.
00:20:27: Teile davon waren in der Jesuitengere ausgestellt und sind zerstört worden.
00:20:33: Gustav Schörkofer
00:20:34: Das waren ja Vitrinen darin die Objekte also eine Ente ein kleiner Vogel einen Graspücheln mit Bienen und drei Mäuse.
00:20:47: Eine Woche nachdem diese Installation eröffnet wurde, ist und wir haben gerade davor an dem Nachmittag die Kirche geputzt.
00:20:56: Und ich gehe am Abend hinüber und ein Mitbruder ruft mich an dass da irgendwas passiert sei in der Kirche und der hat eh schon die Polizei verständigt.
00:21:05: und dann habe ich halt dieses Malheuer gesehen nicht das man alle Vitrinen auf dem Boden geschmissen hat, die waren wirklich total in Scherben und zwei der Objekte, drei der Objekt auch am Boden waren.
00:21:24: Und die Ente ist als einzige noch auf dem Alltag standen was immer da war.
00:21:30: Ich weiß nicht warum.
00:21:32: Es kann sein es hat sich gezielt nur gegen diese Kunstwerke gerichtet weil sonst gar nichts war zum Glück An und für sich.
00:21:43: Mein Gott, möglicherweise hat jemand irgendwie einen Rappel bekommen und ist ganz aggressiv geworden.
00:21:53: auf jeden Fall Es ist nicht sehr deutlich ersichtlich.
00:21:56: warum muss ich sagen Und wenn ich mir was reime darauf ist es halt mein Reim.
00:22:03: Also zum Beispiel dass jemand gestört hat das auf einem Altar Diese Objekte standen, die jetzt nicht heilige Dinge sind.
00:22:11: Wobei diese Altäre seit Jahrzehnten... ...nicht mehr verwendet werden?
00:22:19: Keine Ahnung!
00:22:20: Das Faktum war das halt wirklich so eine Zerstörung in der Kirche war und dass es immer sehr schmerzhaft
00:22:27: ist.
00:22:27: Ja ich hatte schon sehr mitgenommen also immer noch denke ich drüber nach und dann auch froh, dass der Schalkofer jeder auch ein bisschen zugesprochen hat.
00:22:42: Aber es ist ein kirchlicher Raum, der hätte ich mir so etwas nie vorstellen können und war so früh über die Ausstellung und den Schwerkurfer.
00:22:53: Das war ja auch als ich die Arbeiten geplant hatte schon länger her.
00:22:59: Die Manifestesserie war eigentlich der Kirchliche Rahmen der passende Ort oder mehr als passend.
00:23:06: Und jetzt bin ich bisschen verunsichert oder hoffe zumindest dass in Zukunft nicht dann andere Ausstellungsmöglichkeiten sagen, ja wir machen das nicht weil wir haben Angst dass noch etwas passiert.
00:23:25: Das zeigt sich und er war anscheinend so wirkungsvoll, dass sich jemand dachte er muss vier Vitrinen viel Altabel zerstören.
00:23:36: Und da hört man raus, dass Elias Franziskus Grüner einer ist der dann doch von einem großen Vertrauen getragen ist.
00:23:44: Auch wenn er sich schon immer wieder die Frage stellt wie es weitergehen wird und ob er auch als Künstler wird leben können?
00:23:52: Ja ja jetzt in letzter Zeit tagtäglich.
00:23:58: Klar das beschäftigt einen.
00:24:01: Dann ist es aber auch wieder erstaunlich ist dann aus dem Nichts plötzlich wieder was gibt, was dann wieder weitergeht.
00:24:09: Dann kommt wieder jemand und dann etwas von vor zwei Jahren ... Und irgendwie geht's!
00:24:18: Es ist doch ein tiefes Vertrauen auch aus der Familie.
00:24:23: aber das war diese Erfahrung vom Leben.
00:24:28: Wenn man sich aufgibt oder sich dem Leben gibt... Man darf nicht ganz blöd sein und alles von sich gelaufen.
00:24:37: Mit einem gewissen Vertrauen hat es irgendwie funktioniert und bis jetzt funktioniert's immer noch.
00:24:43: Und das ist dann so im Untergrund unterschwellig, wo man sagt, dass wird schon...
00:24:51: ...und auf die Frage was er gerne, wenn er nun in seinem Lieblingsradio zu hören sein wird, noch sagen möchte?
00:24:58: Dass man sich die Zeit nimmt, aufs Sicht zu hören sich ein bisschen zu beruhigen und dass diese vielen Dinge, die jetzt passieren und was alles auch sonst so reinprasselt.
00:25:11: Dass man das auch verorten kann also, dass man die Ruhe hat damit umzugehen weil sonst ja es ist ein Chaos und das tut keinen gut.
00:25:21: Das
00:25:22: kann ich jetzt sagen als Künstler der sozusagen jetzt auch sich die Freiheit genommen hat und dass dann funktioniert das halbwegs der Menschen, Abschnitten sind, aber trotzdem gibt es immer wieder die Möglichkeiten wo man sich dann auch wieder beruhigt fühlt und sich hinsetzt.
00:25:40: Und ja das könnte ich nur sagen dass etwas ist dem man Wertschätzung geben sollte und auch Wertschädzung geben darf.
00:25:51: und es gibt einiges zu entdecken und es ist sehr schön!
00:26:04: Und es ist auch sehr schön.
00:26:06: Auch wenn Kunst nicht immer schön sein muss, aber das ist ein anderes Thema.
00:26:12: Heute in den Lebenswegen waren wir zu Gast bei Künstler Elias Franziskos Grüner.
00:26:16: Sie finden ihn unter www.eliasfranciskosgrüner mit oe geschrieben.at und auf Instagram.
00:26:24: Wir schließen mit einem weiteren seiner Lieblingsmusikstücke.
00:26:28: Die Rosenkranzonaten von Heinrich-Ignatz Franz Biber passen zur Oste.
00:26:33: Oktaf natürlich die Auferstierung.
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