Perspektiven: Schweigen-Sprechen-Spielen mit Claudia Mönius

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00:00:24: Herzlich willkommen zur Perspektiven-Sendung am zwanzigsten Dezember, also kurz vor Weihnachten.

00:00:31: Mein Name ist Veronica Ponelli und ich schlage

00:00:33: vor –

00:00:34: gehen wir es langsam an!

00:00:38: Die letzten Tage vor Weihnacht sind bei vielen Menschen eh mit Stress und letzten Besorgungen in überfüllten Innenstädten verbunden.

00:00:47: Und auch wenn man selbst eigentlich ganz gut organisiert ist kann man sich so einer gewissen Hektik fast nicht entziehen oder doch?

00:00:55: Ich lade sie jetzt ein zu einer Begegnung mit der Autorin Claudia Mönius und ich wage, zu versprechen dass die innere Gelassenheit und Drohe diese ausstrahlt auch durchs Radio abfärben könnte.

00:01:21: Die Lebensfreude, von der ich schreibe.

00:01:24: Das ist auch nicht das was mit Pfannen umschrieben wird.

00:01:27: Ich glaube Pfanne und Spaß und so... ...das ist etwas, was man eher im Außen sucht.

00:01:32: Und diese Freude die von innen kommt Das ist was ganz anderes und genauso finde ich das mit der Stille.

00:01:39: Also, ich kann auch manchmal in einem belebten Umfeld ganz still werden oder auch sehr bei mir sein.

00:01:45: Ich schreibe auch gerne im Caféhaus.

00:01:46: Das war übrigens auch ein Grund, hierher zu ziehen weil ich diese Café-Hauskultur so schätze Und es gibt eine Form von Belebtheit um mich herum.

00:01:55: Die führt mich ganz in die Innerlichkeit und zwar manchmal mehr, als wenn es ganz still zu Hause ist.

00:02:01: Und ich bin ganz allein und habe das Gefühl, boah!

00:02:04: Das wird ganz tot um mich herum.

00:02:06: Mir kommt die Energie abhanden.

00:02:09: Dann kann auch ein bisschen belebtes Umfeld im Außen sehr dazu führen dass ich innerlich zur Ruhe komme.

00:02:15: Und das glaube ich so wichtig, dass wir da selber unseren eigenen Weg finden.

00:02:20: was tut mir denn da gut?

00:02:23: Unterschied, ob ich mich dann einsam fühle wenn ich allein bin zum Beispiel oder ob ich auch in meiner eigenen Einsamkeit zum Beispiel gut beheimatet fühle.

00:02:40: Innerer Stille finden.

00:02:42: Wir sprechen mit Claudia Möniers über ihr Buch.

00:02:45: Schweigen Sprechen spielen Dreiglang für mehr Leichtigkeit und Lebensfreude Klingt nach guten Inkredienzien auch für das Gelingen der Weihnachtszeit.

00:02:56: Claudia Mönius ist Kulturwissenschaftlerin, hat viel im sozialen Bereich gearbeitet.

00:03:02: Seit zwanzig Jahren ist sie selbstständig als Mutmacherin tätig.

00:03:07: Sie begleitet Menschen im Bereich Persönlichkeitsentwicklung und Spiritualität.

00:03:12: Sie kommt ursprünglich aus Nürnberg, lebt seit zwei Jahren aber in Wien – ein mutiger Schritt!

00:03:18: Mein Mann und ich haben uns vor einigen Jahren eine Auszeit genommen und haben erst überlegt, man könnte den Sommer irgendwo im Süden verbringen.

00:03:27: Und dann sind wir durch glückliche Umstände auf was ganz anderes gekommen nämlich tatsächlich mal einen Winter in Wien zu verbringen und haben uns dann so in diese Stadt verliebt mit ihrer Vielfalt und all den Angeboten also gerade auch im Bereich Kultur Kunst Aber auch im Bereich der Spiritualität.

00:03:49: Und dann waren wir jedes Mal, wenn wir hier wieder weg mussten so traurig dass irgendwann gesagt haben Mensch Wir haben die Möglichkeit, wir arbeiten beide frei beruflich.

00:03:57: Wir können den Wohnsitz wechseln und haben zwar noch einen Standbein in der Nähe von Nürnberg ein kleinen Wohnsitze aber in erster Linie leben wir mit großer Begeisterung hier in Wien.

00:04:09: Und ja, es ist schon ein Schritt.

00:04:11: Weil es ist natürlich was anderes, ob ich zum Studium wohin gehe und dann ganz selbstverständlich neue Menschen kennenlerne... ...und im ersten Jahr mal auch gedacht, hm, hoffentlich wird das was?

00:04:22: Weil so schön eine Stadt auch ist!

00:04:24: Es ist nicht alles das Stadtbild sondern wir leben auch von Beziehungen und auch vom tiefen Austausch mit Menschen, nicht nur mit Smalltalk.

00:04:33: Das reicht uns nicht aus.

00:04:35: Und da ist im zweiten Jahr ganz viel passiert, dass wir ganz viele Kontakte gewonnen haben.

00:04:40: Die sich mehr und mehr vertiefen, sodass wir auch wirklich von Freundschaften sprechen können.

00:04:46: Das ist für uns ein ganz großes Geschenk, das wir es hier so erleben

00:04:49: dürfen.".

00:04:50: Geschenke aber auch Entscheidung – nämlich dafür aktiv auf Menschen zuzugehen, sich zu öffnen, jemanden kennengelernt zu wollen.

00:04:59: Vielen Menschen fällt das schwer?

00:05:01: Was braucht es dafür?

00:05:03: Ich glaube, es braucht Offenheit Und es braucht Neugier und es braucht vielleicht auch mal eine Portion Mut, so Menschen anzusprechen.

00:05:15: Ich weiß, ich erinnere mich als Kind habe ich mich manchmal geschämt für meine Oma weil die immer die Menschen außen angesprochen hat einfach so mit ihnen ins Gespräch.

00:05:22: Da ruht Gott, Oma wie peinlich!

00:05:25: Und ich merke, ich hab was von ihr... Und jetzt bin ich diejenige, die draußen Menschen anspricht und einfach Fragen stellt und zuhört oder auch mal was sagt.

00:05:34: Selbst wenn man weiß in dem Supermarkt bei der Kassiererin, wenn man mal sagt, oh ja, Mama hat eine schöne Ohringe drin!

00:05:41: Das ist vielleicht erstmal nur Smalltalk aber die reißt oft ganz weil sie sich so freuen das sind sie gar nicht gewohnt... ...und dann kann aber etwas entstehen.

00:05:50: natürlich entsteht da draußen nicht mehr jetzt keine Freundschaft.

00:05:53: es wäre vermessen.

00:05:55: Es schafft überhaupt die Basis, dass ich jemanden anschaue und versuche mit ihm in Kontakt zu kommen.

00:06:02: Und das ist auch etwas, was mir sehr wichtig ist.

00:06:04: Das verlieren wir zum Teil ein bisschen unserer Gesellschaft.

00:06:07: Wenn nicht so viele Menschen dann sehen, die mit riesigen Kopfhörern rumlaufen und am Handy wischen ... Dann wird es schwierig, in Kontaktzukommen.

00:06:16: Da sind wir alle aufgerufen und eingeladen, was anders zu machen.

00:06:21: Und dann ist es wunderbar!

00:06:22: Ich sag auch manchmal so... den grandigen Wiener, ich kenne ihn kaum.

00:06:28: Ich erlebe hier unheimlich viel Offenheit und ganz viel auch Interesse an

00:06:32: uns."

00:06:33: Wo kommt ihr her?

00:06:33: Warum seid ihr

00:06:34: da?".

00:06:35: Das ist schön!

00:06:36: Und schon sind wir mitten im Thema ihres Buches.

00:06:39: Man könnte sagen es geht genau darum wie komme ich in Kontakt mit mir selbst, mit anderen und vielleicht auch mit Gott oder einer spirituellen Ebene.

00:06:50: Sprünglich kam der Impuls aus der Predigt eines Jesuiden.

00:06:54: Das war in Nürnberg, der Partakal Kern.

00:06:56: Der wurde versetzt nach München und hat in seiner Abschiedspredigt drei Ratschläge quasi gegeben für gelingendes Leben.

00:07:05: Und da sagte er geht in die Stille redet miteinander und spielt mal wieder.

00:07:15: Das ist viele Jahre her, diese Predigt und das hat mich ganz beschäftigt und verfolgt.

00:07:19: Ich dachte, ich habe das Gefühl da steckt viel tiefe Weisheit drin.

00:07:23: Es kommt so einfach daher und ich hab immer wieder das in mir wirken lassen Stille geschrieben, wobei sprechen natürlich nur ein Teil ist.

00:07:51: Sondern die ganze Kommunikation und dieser spielerische Aspekt der vielleicht eher ungewöhnlichste oder unerwartete auch in diesem Dreiklang ist.

00:08:01: Schweigensprechend spielen beginnen wir bei der Stille.

00:08:06: oft wird sehnsuchtsvoll über sie gesprochen aber wenn es dann tatsächlich mal ganz still ist Greifen wir doch wieder schnell zum Handy oder einem Buch, weil Stille zwar schön aber irgendwie auch schwer ist.

00:08:20: Ich glaube die Stille auszuhalten verlangten Übungsweg, weil wir sind sie ja gar nicht mehr gewohnt, selbst wenn Menschen im Wald unterwegs sind dass sie dann auch noch ihre Oerstöpsel drin haben und sich irgendwelche Podcasts anhören oder so.

00:08:36: Und ich glaube, man kann es ganz langsam aufbauen.

00:08:39: und zunächst mal wieder so beschreibe ich das auch im Buch dass ich erst einmal wieder bewusst wahrnehme und dann auch bewusst die Stille wieder auf suche.

00:08:48: und das muss nicht gleich eine halbstündige Meditation sein.

00:08:51: Das würde jemanden überfordern Denn wenn ich in die Stile gehe Dann kommen auch vielleicht Anteile in mir mal zu Wort, die eher unangenehm sind.

00:09:03: Also es merkt man wenn man mal länger in die Stille geht, ich sag mal stichwort Exerzitien oder moderner formuliert Retreats.

00:09:09: Exerzeitschen darf man ja schon kaum mehr sagen weil das so rückständig klingt und dann finden sie alle ganz schick!

00:09:14: Wenn Sie von Retreat sprechen ist aber das gleiche.

00:09:18: Und da merkt man, dass ja wenn man mal ganz im Schweigen ist tagelang was sich da alles meldet das kann höchst unangenehm werden.

00:09:25: Deswegen braucht es auch zwingend Begleitung dazu.

00:09:27: Aber man kann ganz sachte anfangen.

00:09:29: zum Beispiel wie ich so ein Buch beschreibe Ich bin in einem sehr beliebten Platz In dem Fall war das der Kirchenplatz vor der Servitenkirche und ich nehme erstmal ganz aufmerksam die verschiedenen Geräusche wahr.

00:09:40: Was hör' ich denn dann?

00:09:42: Und dann gehe ich die paar Schritte hinein in die Serviten-Kirche wo's plötzlich ganz still ist.

00:09:48: Und ich nehme den Unterschied wahr, wie fühlt sich denn das an wenn es so still um mich herum ist?

00:09:53: und plötzlich merke ich da wird meine Atmung ruhiger.

00:09:56: Ich komme zu mir und so finde kann man das ganz langsam aufbauen mit so kleinen Oasen der Stille die man auch in der Stadt aufsuchen kann.

00:10:08: Im Erzbistum Wien gibt es Tausend Vierhundert Kirchen und Kapellen.

00:10:14: Und da spreche ich mal jetzt nur von den katholischen, dann gibt's dann also noch mehr!

00:10:17: Man kann hier nicht sagen dass man keine Orte der Stille findet.

00:10:35: Es

00:10:47: war bei Klienten oder auch sonst in meinem Umfeld das viele verzweifelt ihren Selbstwert im Außensuchen.

00:10:55: Ich glaube, dass wir ihn letztlich in uns finden unseren wahren Wert unseren Selbstwert, wenn wir immer wieder in diese Tiefe gehen und immer wieder im Urgrund des Science.

00:11:11: Also ich glaube auch dass wir das Göttliche oder Gott nicht im Außen finden sondern letztlich in uns selbst und Gott hat uns alle geschaffen mit diesem Wert Im Laufe des Lebens.

00:11:25: durch verschiedene Umstände kommt einem das oft abhanden, durch schwierige Umständen.

00:11:30: Dadurch dass wir zu wenig Anerkennung bekommen oder was es auch immer ist und ich kenne Menschen die sich so im Außen anstrengen viele und ich habe das selbst auch lange so gemacht ja!

00:11:40: Und noch ein Studium und noch eine Ausbildung und noch ne Weiterbildung und dann gehst nach Wien und dann hast du irgendwie das falsche Studium weil du bist gar kein Magistrat sondern hast bloß ein Diplom und denkst da wieder boah ich bin so klein?

00:11:50: Ich bin nix Ich bin nix.

00:11:54: Das ist ja auch eine Stimme, die wir haben.

00:11:57: und ich merke so je mehr ich in diese Stille gehe und in dieser Innerlichkeit mich versenke desto mehr komme ich auch an diese anderen Stimmen, die mir sagen du bist genau richtig wie du bist und du brauchst im Außen gar nichts zu suchen sondern hier ist dein wahrer Wert.

00:12:19: uns mit unserem eigentlichen oder tieferen Ich verbinden.

00:12:23: Aber Stille und Alleinsein kann auch Schwere es oder Unangenehmes an die Oberfläche bringen.

00:12:30: Es gibt kein Patentrezept, da muss sehr vorsichtig sein Menschen zu raten weil ich kenne Einsamkeit sehr gut.

00:12:38: Ich habe sehr viele Jahre allein gelebt Und das war oft sehr unangenehme und ich habe mir dann wirklich auch Hilfe holen müssen.

00:12:46: Auch in einzelnen Momenten, wo ich wirklich sage, boah ich muss jetzt jemand anrufen!

00:12:49: Ich hab' oft gebetet, äh innerlich bitte schick mir jemanden und noch ein klingelndes Telefon.

00:12:55: Also auch so, ähm es ist nicht immer der Schlüssel zu sagen, ich zwing mich jetzt in die Einsamkeit, ich Zwinge mich in die Stille, dass kann sehr ungemütlich werden... ...und da glaube ich gilt's fein hinzuspüren was für mich jetzt dran?

00:13:10: Andererseits kenne ich es eben auch, wenn ich mich bewusst eingelassen habe auf dieses Alleinsein.

00:13:18: Dann konnte ich oft das All-Eins sein spüren.

00:13:22: also steckt in diesem allein ja drin.

00:13:26: Ich erinnere mich an einen Heiligabend.

00:13:29: Da hab' ich bewusst entschieden allein zu bleiben, weil es für mich einfach nicht mehr gepasst hat das fest mit Freunden oder mit Geschwistern zu verbringen.

00:13:39: Also ich habe schon sehr lange keine Eltern mehr, die sind früh verstorben.

00:13:42: deswegen war ein Familienfest auch mal ausgedünnt und ich hab bemerkt ne?

00:13:47: Ich möchte nicht nur praktisch schön essen und Geschenke im Vordergrund stehen haben sondern für mich ist der Heiligabend dann zutiefst spirituelles Fest.

00:13:57: Und dann habe ich mich bewusst dafür entschieden, allein zu bleiben und hab mir ein Baum geschmückt.

00:14:01: Hab mir alles schön gemacht, mir schönes Essen bereitet.

00:14:05: Ich hatte schon auch Respekt vor dieser Situation, wenn ich die Kerze an den Baum jetzt entzünde... ...und ich bin hier allein, boah wird das unangenehm!

00:14:12: Und plötzlich kam mir wirklich dieser Geist des Blitzes-Eingebung für jeden der Menschen, die für mich wichtig waren in meinem Leben und die schon verstorben sind eine dieser Kerzen zu entzünden.

00:14:22: Dann haben wir das in großer Achtsamkeit getan Und es war fast wie ein kleines Wunder, dass genau als alle Kerzen am Baum entzündet waren.

00:14:31: Hatte ich alle die ich auch bei längerem Nachdenken mir überlegt hätte.

00:14:35: für jeden dieser Menschen brannte eine Kerze und dann habe ich mich davor niedergelassen und Ich hab mich so beheimatet und zugehörig gefühlt.

00:14:46: Es war als wären die alle da!

00:14:48: Ich mag jetzt wenn ich davon erzähle das ist nicht wirklich sauber noch so berührt in der Erinnerung weil ich glaube selten, weniger einsam und allein gefühlt und eingebetteter als an diesem Heiligabend.

00:14:59: Es war so eine wahrhaft stille Nacht.

00:15:02: Von außen betrachtet hätte es ganz anders gewürgt jeder der da drauf geguckt hätte, die arme junge Frau, die sitzt ja ganz alleine in ihrem

00:15:08: Baum.".

00:15:59: Einsam, stille nacht.

00:16:01: Katrin Haag und Thomas Mahl.

00:16:04: Wir sprechen heute mit Claudia Mönius über ihr Buch Schweigen-Sprechen spielen.

00:16:10: Vom Schweigen jetzt also zum Sprechen!

00:16:12: Der zweite Ton im Buch ist also das Sprechen und damit meine ich den ganzen Bereich der Kommunikation.

00:16:18: Und zum einen mal die Frage, worüber sprechen wir eigentlich?

00:16:23: Mir ist es so wichtig, dass wir auch wieder lernen über Wesentliches zu sprechen.

00:16:27: Ich habe tatsächlich hier in Wien in der Pfarrer namen Jesu eine Predigtmarke hat.

00:16:33: der Pfarer gesagt er hätte von seinem Vater gelernt zu unterscheiden zwischen dem wichtigen und dem wesentlichen.

00:16:42: Ich finde, wir reden ganz oft miteinander auch eher über ganz Unwichtiges und manchmal vielleicht bestenfalls über Wichtiges.

00:16:50: Und ganz selten über Wesentliches.

00:16:55: Also es fängt vielleicht erst mal an, wie sprechen wir miteinander?

00:17:00: Wie frage ich auch.

00:17:01: Wie geht's dir?

00:17:02: Wie gehts mir also auch über die eigene Befindlichkeit sprechen und nicht immer nur über Dritte ist.

00:17:07: Nicht nur darüber wo kann man gut essen gehen und wo fahren wir im Urlaub hin sondern einfach über die Innerlichkeit und über das was uns wirklich bewegt.

00:17:17: Das finde ich schonmal wichtig.

00:17:19: Und dann eben auch die Themen, wann zum Beispiel können wir mal über unsere Weltbilder sprechen.

00:17:26: Wann gibt es die Gelegenheit drüber zu sprechen?

00:17:28: Was trägt mich?

00:17:30: Wofür lebe ich?

00:17:31: Wo rauslebe ich all diese Dinge?

00:17:33: Ich finde das wunderbar sich darüber auszutauschen.

00:17:36: also das ist mir was ganz wichtig so in der privaten Kommunikation.

00:17:42: und dann spreche ich auch schon über Kommunikations im öffentlichen Raum.

00:17:46: eben wie gehen wir da miteinander um?

00:17:48: Einig ist ja schon erwähnt, wie aggressiv es ist.

00:17:52: So viel Aggressivität finde ich auch unterwegs.

00:17:55: ganz leicht explodieren Menschen wegen Kleinigkeiten im Straßenverkehr zum Beispiel oder so zu schauen Wie wollen wir als Gesellschaft miteinander umgehen?

00:18:05: Wie sprechen wir miteinander?

00:18:07: Auch

00:18:07: da bietet sich die Weihnachtszeit das Übungsfeld doch an!

00:18:16: Worüber reden wir beim Weihnachtsessen?

00:18:19: In den Begegnungen während dieser Tage oder mit der Familie zu Hause.

00:18:23: Wie geht es dir, was bewegt dich?

00:18:26: Wie war Weihnachten als du jung warst?

00:18:29: Erzähl doch mal!

00:18:54: Verließen Navidad hier gesungen von Celine Dion mit einem Großteil ihrer Familie.

00:18:59: für mich eine Aufnahme die ganz besonders viel Fröhlichkeit vermittelt.

00:19:03: und damit kommen wir beim dritten Ton unseres Dreiglangs

00:19:07: an.

00:19:10: Ja, das Spielen bedeutet für mich dass wir in eine gewisse Leichtigkeit finden und auch in gewisser Weise wieder etwas kindhaftes.

00:19:20: Also als Kinder haben wir diese Selbstvergessenheit in der wir spielen und diese Versunkenheit und es gibt wunderschöne Experimente dazu wie das ist wenn sich Erwachsene auch mal wieder daran erinnern was habe ich denn als Kind gern gespielt?

00:19:36: und auch mal wieder das sogar noch einmal hernehmen oder das nochmal spielen.

00:19:40: Und ich beschreibe im Buch einfach ganz verschiedene Spielkontexte, die man sich aufsuchen kann.

00:19:46: Und da meine ich zum Beispiel auch wenn wir miteinander feiern können wir auch mal was Spielerisches einbauen.

00:19:52: also in der Gemeinschaft auch etwas Spielerisches miteinander zu erfahren finde ich auch was sehr verbindungsstiftend ist.

00:20:00: Und nicht zuletzt, dass man auch mal wieder herzlich lacht.

00:20:03: Ich finde wir lachen in unserer Gesellschaft ziemlich wenig.

00:20:05: Wenn man sich im öffentlichen Raum umschaut, es wäre schön wenn wir da mehr Heiterkeit auch irgendwie reinbrechen.

00:20:12: und ich meine mit dem Spielerischen auch Rituale... ...ich glaube das wir dringend Rituelle brauchen in dieser Gesellschaft.

00:20:20: Das religiöse bringt ja auch viele Rituaale mit sich und manche suchen die aber auch nicht mehr auf.

00:20:26: und da können wir auch gucken ob wir nicht entweder Wir stehen die Rituale auch im Kirchenraum wieder nutzen oder ob wir sagen, ja ich entwickle selbst was mir gut tut.

00:20:37: Was mich stärkt.

00:20:38: Was sich zum Beispiel Tag für Tag eben wiederholen kann.

00:20:41: Zum Beispiel unser Sonnengebet, das wir täglich machen ist ein Rituaal und es hat zugleich etwas spielerisch leichtes und trotzdem Tiefe.

00:20:50: Und das finde ich... Die Verbindung ist mehr so wichtig dass Spiel nichts Seichtes sein muss sondern leicht sein kann.

00:20:58: Und da spannen wir nochmal den Bogen zum bevorstehenden Weihnachtsfest mit all seinen Ritualen, Bräuchchen und Gewohnheiten.

00:21:06: Ich glaube, dass das Wichtigste erstmal ist, dass man diese Bräuche so hinterfragt und beleuchtet.

00:21:12: Und sich fragt was ist denn eigentlich der tiefere Sinn davon?

00:21:15: Nicht nur einfach als Hülse das irgendwie mitzumachen sondern sich zu überlegen, was ist die Essenz, was sind die Perle, die da drin steckt?

00:21:23: und wie kann ich diese Perle so leben oder die Hülle vielleicht auch irgendwie so gestalten, dass es für mich passt wer fällt spontan des Räuchern ein?

00:21:34: Jetzt kann ich sagen, gut für mich passt es die Heiligen Drei Könige quasi zu bestellen.

00:21:38: Die dann ja kommen und hier erlebe ich das ja noch dass die Pfadfinder da auch sehr engagiert sind und mal heilige drei Könige viel unterwegs sind.

00:21:46: Dann vielleicht passt es aber für einen selber nicht und denkt sich nee, das ist mir jetzt irgendwie weiß man vielleicht zur Kirchen nah oder so.

00:21:52: Dann kann ich auch selber räuchern.

00:21:53: Es ist ursprünglich auch ein heidnischer Brauch.

00:21:56: Aber zu schauen, Bräuche, so was zum Beispiel wie das Räuchern.

00:22:02: Dass ich mir das auch nach Hause hole und dass ich schaue, boah!

00:22:05: Ich kann unser eigenes Wohnzimmer zum Beispiel räucheren.

00:22:08: Ich kann dabei beten zum Beispiel und einfach um den guten Geist hier beten und schauen, dass das, was ich nicht mehr haben will, was aus dem alten Jahr vielleicht schief gelaufen ist.

00:22:18: Dass sich das rauskomplimentieren und mir etwas Neues und Frisches da reinholen.

00:22:23: Das ist zum Beispiel einer dieser Bräucher Und es gibt so viele Möglichkeiten, sich auch dieses Fest schön zu gestalten.

00:22:30: Auch gehe ich denn zur Weihnachten in eine Christmätte?

00:22:33: Mache ich das und wenn ja wo?

00:22:36: Ich habe einmal versucht hier im Stefansturm an der Christmette teilzunehmen und war entsetzt weil das halt eher ein touristisches Programm ist die alle dann oder ganz viele Touristen einfach nach dem Einzug auch gegangen sind, weil sie ihnen schon gereicht hat hier mit ihren Tablets den Einzug zu filmen.

00:22:52: Dann wurde es leer.

00:22:53: also ich fand's großlich.

00:22:55: das ist sicher nicht mehr meins.

00:22:57: Und im letzten Jahr zu Heiligabend habe ich mich wirklich richtig von der inneren Stimme führen lassen und bin gelandet am Augarten in der Kirche, tatsächlich eigentlich in der Kinderchristmette.

00:23:09: Die war so wunderbar gestaltet für Jung- und Alt- und Meditativ.

00:23:16: Ich war wirklich hin und weg und es war eine ganz tiefe Weihnachtserfahrung!

00:23:20: Das meine ich.

00:23:21: wir haben so viele Möglichkeiten hier das so zu gestalten, wie es uns selbst gut tut.

00:23:27: Und freilich wenn man es alleine oder nur mit dem Partner macht ist einfach.

00:23:31: aber vielleicht findet man auch in der Familie des dass man sagen kann Es passt für uns alle und wir können diesen tiefen Sinn den Weihnachten ja bildt, nämlich dass dieses göttliche Mensch wer oder sich inkarniert oder sich zu uns herablässt wie auch immer man das formulieren will.

00:23:50: Dass wir das spüren und wahrnehmen können und dass es in uns Wirklichkeit

00:23:54: wird.".

00:23:55: In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest!

00:23:59: In der vollen Bedeutung des Wortes.

00:24:01: möge es Sinn erfüllt sein und mit allen Sinnen erlebt und genossen von Musik bis Weihnachtsschmuck, gutem Essen und natürlich schönen und tiefgernen Begegnungen.

00:24:16: Das Buch Schweigen sprechen Spielen von Claudia Mönius kann sie auch durch die Zeit zwischen den Jahren begleiten oder ist vielleicht noch ein guter Tipp für einen Last-Minit Geschenk.

00:24:28: Infos auf www.radio-classic.at.

00:24:32: Froher Weihnachten!

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