Georg Simbruner

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00:00:02:

00:00:18: Ich erlebe das immer wieder, wenn ich in der Straße gehe und ich sehe dann Menschen mit motorischer Behinderung.

00:00:25: Denke ich mir meine Güte!

00:00:27: Wäre er doch... später zur Welt gekommen hätten wir ihm mit unserer Hypothermotherapie das Leid oder die Behinderung ersparen können.

00:00:37: Also es ist ein wunderbares Gefühl, ein gutes Gefühl dass man etwas gewagt hat was ja damals neu war.

00:00:48: Der Arzt und Universitätsprofessor Georg Simbrunner erzählt uns in dieser Sendung von seinem Leben und seinen Erfahrungen seiner Zeit in Südafrika.

00:00:59: Und drei Wegen zu Gott!

00:01:03: Mein Name ist Monika Fischer, ich freue mich dass Sie zuhören.

00:01:07: Musikalisch begleiten uns Kompositionen von Jeruma gespielt von Jeroen van Vien.

00:01:47: Geboren und aufgewachsen ist Georg Simbrunner in Oberösterreich.

00:02:18: Leiterin eines kleinen Postamptes sind Taufkirchen an der Tradnach geworden, wo sie als Chefin auch mit uns beiden Kindern das gut managen konnte.

00:02:29: Weil sie könnte auch ein Darfall hinhängen und komme gleich.

00:02:32: Naja... Und ich habe dort natürlich viele Striche wie man sagt ausgeführt.

00:02:39: zum Beispiel der Kaufmann hat mir einen Lippenstift gegeben oder zwei Und ich habe mir gedacht, na super!

00:02:46: Da werde ich jetzt die Kirchenstufen alle wunderschön mit lauter Männchen und lauter Ding bemalen.

00:02:53: Hab die ganzen Stufen da bemalt am Samstagabend damit am Sonntag.

00:02:58: Wenn die Leute kommen, alle dort schauen und dann zu spät in die Messe kommen... Der Pfarrer hat dann geschimpft, wie so kommen heute alles zu späht?

00:03:07: Na ja, dann ist das natürlich aufgeflogen.

00:03:11: Wer kann das nur

00:03:11: sein?!

00:03:12: Es kann nur der Sohn von der Frau Postmeister sein.

00:03:15: Na ja, dann habe ich viele andere Streiche gemacht.

00:03:19: Verkehrsschilder aufgehängt hier noch fünfzehn Kilometer nach Moskau oder hundert Kilometer noch in Becken und die Leute haben gesagt... naja also viele derartige Strecke.

00:03:31: Im Gymnasium bin ich dann in Ried zur Schule gegangen Und war in einem sogenannten Konvikt wo Salesiana-Pater die Erziehung übernommen haben.

00:03:44: Dort habe ich mich sehr wohl gefühlt, ich bin begeistert von zu Hause weggegangen.

00:03:50: dort gab es eine Riesenbibliothek, konnte alle Karl-Meier Bücher lesen und so weiter Und hab aber dann doch auch einen Konflikt gesehen darin dass wir jeden Tag täglich in der Früh zur Messe gehen mussten und gestört hat mich nicht das Gehen sondern das Müssen.

00:04:10: Und dann habe ich eine Partei gegründet gegen den Messzwang, was den Vater, den verantwortlichen Vater zur Hochglut gereizt hat und sofort meine Mutter angerufen hat, ich muss aus dem Haus weg.

00:04:29: Ich bin ein ruhiger Störer

00:04:31: usw.,

00:04:32: aber zum Glück wieder einmal mein Onkel war mich schon nahe an Salisiana.

00:04:39: Das war dann doch ein gewisser Schutz, das er sich noch einmal überlegt hat.

00:04:45: Und während dem meine Mutter anreiste, konnte ich ihn überzeugen dass es nicht richtig ist so was zu erzwingen sondern er soll's freiwillig machen.

00:04:56: Darauf wurde es freiwilliger.

00:04:58: Ich bin dann freiwillige jeden Tag gegangen aber eben freiwilliges.

00:05:02: Also schon damals haben sie ihre Meinung vertreten und sind aktiv geworden?

00:05:07: Ja

00:05:07: Das ist etwas, kann man sagen was ich durchzieht bei Ihnen.

00:05:10: Ja in dem Sinn habe ich nicht irgendwo dann einfach was hingenommen sondern immer auch mit einer Initiative reagiert.

00:05:21: Als Student schließt sich Georg Simbrunner eine Gruppe an die sich für das Ende der Apartheide einsetzte – das rassistische System der Unterdrückung in Südafrika.

00:05:32: Davon hören wir später noch.

00:05:53: Am Ende seiner Schulzeit kommt Georg Simbrunner die Idee, Medizin zu studieren.

00:06:00: Ich habe während meiner ganzen Gymnasie alzer bis zur Matura immer gemeint ich müsste sowas machen was Modernes, Atomphysik, Biochemie, Evolutionsbiologie oder sonstwas und hab den Gedanken an Medizin vollkommen ausgeblendet.

00:06:22: Aber ein paar Tage vor der Matura, in einer nächtlichen Stunde ist plötzlich der Gedanke eingeschossen.

00:06:32: Warum hast du nicht Medizin in Erwägung gezogen?

00:06:37: Und dieser Gedankel hat mich so fasziniert dass ich am nächsten Tag schon, jetzt werden sie lachen zu einem Fleischhauer gegangen bin und mir Kuhaugen geben habe lassen die so galertig sind, habe sie aufgeschnitten ob mir das eh nicht zu grauslig ist.

00:06:53: Und am nächsten Tag war ich schon bei einem praktischen Arzt und hab gefragt wie ist es wenn man Arzt ist?

00:07:00: Naja dann war das praktisch schon entschieden dass ich Medizin mache und ich habs nie bereit.

00:07:06: Für das Medizinstudium kommt Georg Simbrunner nach Wien.

00:07:10: Prägend in diesen Jahren ist für ihn die katholische Hochschulgemeinde.

00:07:16: Ich kam als Oberösterreich ist ein Maturant, in der wir nach Wien sind.

00:07:23: Und ich habe natürlich dann auch Anschluss gesucht irgendwo mit dabei zu sein.

00:07:31: Ich habe im Pfeilheim gewohnt.

00:07:34: Dort gab es auch Studentengruppen aber ich habe dann doch zu dieser katholischen Hochschuljugend in der Ebendorfer Straße acht gefunden und dort gab es Menschen die sehr weltoffen waren, die sehr wissenschaftlich gedacht haben.

00:07:55: Und ich möchte hier betonen dass die katholische Hochschuljugend eine Art Gegenbewegung oder Konkurrenz zu diesem Kartellverband oder Kartellverbänden war, der ja sehr auf Protektionismus und Gemeinschaft und jeder Schütztin an und so weit geht und hilft ihm Währenddem die Hochschuljugend sozusagen in dem Sinn Welt offen war, der Bessere wird sich durchsetzen.

00:08:22: Wir brauchen keine Protektion!

00:08:24: Wir sind für Leistung, für Wissenschaft und Offenheit allen Gruppierungen

00:08:30: gegenüber.".

00:08:32: Und es gab dort eben auch den Monsignore Strobel, den Gründer der Hochschulejugend, der ein junger Priester aus... dem Weinviertel aus Poistler war, der eine ganz besondere Gabe hatte die Menschen immer sozusagen herauszulocken als ihrer Reserve und sie zum Erzählen zu bringen.

00:08:57: Und er hat dann immer gesagt aber geh!

00:08:59: Aber geh!

00:09:01: Und das war sozusagen für alle ein Signal.

00:09:04: ich muss noch mehr erzählen.

00:09:07: Und diese Hochschuldjugend hat natürlich auch viele Aktionen durchgeführt.

00:09:14: Ich habe zum Beispiel eine Aktion durchgeführte Bücher für Gefangene, hab Bücher gesammelt und die haben wir dann den Gefangenen ins Gefängnis gebracht.

00:09:24: unter anderem ja also es war auch viel geistige auseinandersetzung mit der Frage Gott und Evolution und viele andere ähnliche gelagerte Themen wurden diskutiert.

00:09:38: Und haben Sie das dann auch in Ihren Beruf sozusagen mitgenommen, wo sie ja auch sehr eben mit Leben und Tod konfrontiert waren immer?

00:09:47: Ja ich glaube schon dass mich diese Arzt des Fragens.

00:09:53: Dass dort geübt wurde in der katholischen Hochjugend weiter hin geleitet hat in all meinen Dingen Ich bin ja dann auch an der Forschung sehr tätig gewesen darf sagen, dass ich mich zu dem puristischen Forscher zähle.

00:10:10: Also nicht die, die schauen was am besten ankommt sondern das zu machen was vielleicht wirklich ursprünglich und neu ist.

00:10:20: ja ich habe dann auch als Forscher eine ganz große europäische Studie in Gang gesetzt bei der man untersucht hat inwieweit Neugeborene die unter den Geburt zu wenig Sauerstoff für das Gehirn geliefert bekommen haben, wie man die noch möglichst retten kann vor einem Zerepalen also vor einer Hirnschädigung.

00:10:45: Indem man sie kühlt und zwar ziemlich stark kühelt die Baby-Slehmia mit neununddreißig Grad im Mutterleib und wir haben sie dann für drei Tage auf dreihunddreißig Grad abgekühlt, haben aber dadurch die Schädigung des Gehirns von neunzig Prozent auf zehn Prozent runtergedrückt und dann noch mit einer Hormontherapie Erythropoethin auch weiter senken können.

00:11:13: Und diese Gesamtaröspäische Studie ist doch heute noch unter allen Meta-Analysen, die das beste Ergebnis liefern.

00:11:22: Also, ich will nur sagen... Diese Wurzel des Fragens uns des Ringens um Neue Innovative Ideen haben vielleicht schon ihren Anfang da in der Hochschuljugend gehabt.

00:11:37: Mit der europäischen Studie zur sogenannten Hyperthermie-Behandlung Neugeborener hat Georg Simbrunner schon sein späteres Fachgebiet angesprochen, die Neonatologie.

00:11:50: Hier geht es um die medizinische Betreuung von zu früh oder mit einer Krankheit oder einer Behinderung geborenen Babys.

00:11:57: Zunächst arbeitet Georg Simbrunner als Turnusarzt in der Geburtshilfe, und zwar in Südafrika.

00:12:05: Weil dort sein Onkel, der schon erwähnte Salisianer-Pater lebte.

00:12:09: Deshalb habe ich mich dort beworben mit der Idee da habe ich meinen Onkel dort den ich ja sehr bewundert habe, der ein Mann von Welt war mit allen Menschen reden konnte, der immer sehr viel Geld, das wäre was für eine Spendenaktion gewesen.

00:12:25: Sehr viel Geld eingesammelt hat für seine Kirche die er mit einem Schwarzen selbst gebaut hat und das ist heute ein nationales Monument Die Kirchenabbingen ja.

00:12:37: dann habe ich immer bewundert auch seine ganzen Geschichten wie er mit Schwarzen gekämpft hat und Schlange auf das Dach gefallen usw.

00:12:48: Das war der Grund, dass ich mich dann in Südafrika um einen Arbeitsplatz beworben habe.

00:13:03: Ich

00:13:17: habe dann die Stellung angetreten in Südafrika, in der Universität von Stellenbosch und habe innerhalb von zwei oder höchstens drei Monaten so gut Afrikans gesprochen.

00:13:29: Und auch geschrieben dass die Nationalisten, Afrikan Nationalisten begeistert waren das ich das so schnell erlernt habe ihre Sprache.

00:13:41: und ich hab natürlich dort weiterhin kritisiert, dass der Bartelt falsch ist.

00:13:51: Das war der Grund, dass mich dann der Professor, der mich angeheuert hat nach einem Jahr entlassen hatte gesagt George du bist ein großartiger Arzt aber du bist einfach zu liberal.

00:14:04: ich will nur loyale afrikanische Ärzte in meinem Team.

00:14:09: Du musst woanders einen Job suchen.

00:14:12: und wie ist es im Leben?

00:14:14: Eine Tür geht so.

00:14:15: Wie ist er, wie geht die Andere auf?

00:14:18: Das Departement der Pädiatrie war von Engländern.

00:14:21: Die alle gegen der Partei waren und der Professor gesagt, na wunderbar kommen Sie zu uns!

00:14:28: Und so bin ich ein Pediater

00:14:30: geworden.".

00:14:31: Ein Pediator – ein Kinderarzt.

00:14:34: Georg Simbrunner betreut die kleinsten der kleinen, frühgeborene Babys und Neugeborene mit Beeinträchtigungen.

00:14:42: Es ist eine herausfordernde und gleichzeitig schöne Aufgabe.

00:14:47: Und Georg Simbrunner ist mit vollem Engagement dabei.

00:14:51: Natürlich habe ich sehr viele Gespräche mit den Eltern geführt, und deshalb eine spezielle Sprechstunde mit den Eltern eingeführt.

00:15:01: Immer am Freitag-Lachmittag, am Ende der Woche, habe ich den Eltern, immer Vater, Mutter und auch zum Teil Verwandte mitgekommen.

00:15:10: bei ausländischen Familien war das üblich, dass da alle dabei waren erklärt was in der letzten Woche anders geworden ist.

00:15:18: Was besser geworden ist und dann gesagt was werden wir nächste Woche erwarten?

00:15:25: denn Eltern haben vor allem das Bedürfnis zu er wissen was wird passieren nicht so sehr was ist die Diagnose und was wird therapiert und so.

00:15:35: aber was läuft?

00:15:38: Und diese Gespräche waren sehr wichtig und haben auch einen Bezug zu den Eltern hergestellt.

00:15:45: Ich habe dann auch meine private Telefonnummer gegeben für den Fall, dass sie irgendwann am Abend Fragen haben und mich noch fragen möchten.

00:15:53: Und das hat großes Vertrauen geschaffen!

00:15:57: Die Eltern werden für mich immer eingestanden.

00:16:00: Selbst wenn was passiert wäre mit dem Baby hätten Sie immer gesagt, der Herr Prof.

00:16:06: Simprun hat das richtig gemacht.

00:16:08: Also diese Beziehung zu den Eltern und die erläuterten Gespräche waren besonders wichtig.

00:16:16: Und da habe ich natürlich auch schon als Seelsorge gewirkt, weil – ich Ihnen sagen konnte – auch meinem Bebe dann gestorben ist.

00:16:26: Sie sind Vater- und Mutter!

00:16:28: Auch wenn das Bebe nicht mehr da ist….

00:16:30: Das Bebe hat ihnen die Mutterschaft und Vaterschaft geschenkt und ihr bleibt verbunden Und das hat vielen Menschen auch sehr geholfen, sozusagen zu wissen ja wir sind Vater und Mutter auch wenn das Baby jetzt nicht mehr mit uns ist.

00:16:49: Sie haben sehr viel Leid gesehen bestimmt als Arzt.

00:16:53: und gerade die Frage nach dem Leid und umso mehr wenn das Unschuldige, wenn das Kinder ganz kleine Kinderbabys betrifft, die lässt viele Menschen mit Gott sehr hadern.

00:17:08: Wie war das für Sie?

00:17:10: Ja, das Thema Leid und Gott hat natürlich mit dieser berühmten THC-Frage zu tun.

00:17:19: Wie kann Gott das zulassen?

00:17:22: Und in meinem Fachbereich war immer viel stärker noch die Hoffnung der Eltern da Weil Neugeborene eine unglaubliche Regenerationskraft hatten im Unterschied zu älteren Erwachsenen, die wenn sie sich was brechen schon dem Tode nahe sind.

00:17:48: Wenn die Neugebornen eine unglaublichere Regeneration Kraft haben da kam einmal ein Baby mit einem Oberarmbruch zur Welt weil man bei der Geburt das gebrochen hat.

00:18:00: wir haben eine Überweisung an die Orthopäden geschrieben.

00:18:04: Bis der nächsten Tag kam, war das schon zugeheilt.

00:18:06: Da musste er erst wieder brechen und korrigieren.

00:18:10: Und andere Babys, wo eine halbe Gehirnhälfte sozusagen durch einen Infarkt, also einen Verschluss der Gefäße zugrunde gegangen ist... Dieses Baby kam ein Jahr später zur Nachuntersuchung und ich habe dem Arzt nichts gesagt und da hat es aus ganz normal beurteilt Und habe ihm dann nachher gesagt, wie der Ausgangszustand war.

00:18:37: Unglaubliche Wunder sozusagen!

00:18:40: Deshalb war für die Eltern und für die Ärzte in der Nähe natürlich immer sozusagen die Hoffnung es wird gut gehen stärker als das Leid über einen Zustand.

00:18:54: Man kann sagen sie haben sehr sehr vielen Menschen ein besseres Leben ermöglicht.

00:19:00: Was ist das für ein Gefühl?

00:19:03: Das ist ein großartiges Gefühl und ich erlebe es immer wieder, wenn ich in der Straße gehe.

00:19:12: Und ich sehe dann Menschen mit motorischer Behinderung – denke ich mir meine Güte!

00:19:18: Wäre er doch später zur Welt gekommen hätten wir ihm mit unserer Hypothermotherapie als Leid oder die Behinderungen ersparen können.

00:19:30: Wunderbares Gefühl.

00:19:31: Ein gutes Gefühl, dass man etwas gewagt hat was ja damals neu war und bei den ersten Patienten die wir gekühlt haben ist mir oft selber das Herz ein bisschen stehen geblieben.

00:19:45: wenn man sieht durch die Kühlung sinkt die Herzfrequenz immer weiter ab von hundertvierzig auf hundertzwanzig auf hundred auf achtzig Und dann isst man eben schon sehr In Unruhe, hoffentlich geht das jetzt alles gut.

00:20:02: Aber das gehört immer auch dazu zur Hypothermie.

00:20:05: aber das Erleben war trotzdem besonders aufregend.

00:20:39: Pionierarbeit auf dem Gebiet der Neonatologie hat Georg Sinbrunner in Stellenbosch Südafrika geleistet.

00:20:48: nach seiner Hochzeit zieht er aber zurück nach Österreich.

00:20:53: Ich war in Abbathät gegen und es war klar, ich werde dort nie Karriere machen.

00:20:58: Ich war auch schon bei der Polizei sozusagen notiert als einer der gegen die Abbathed ist und sie haben mich auch schon beobachtet.

00:21:07: was mache ich bei den schwarzen Krankenschwestern am Sonntag Nachmittag, die ich besucht habe weil es mich interessiert hat wie die da leben bin auch dann vorgeladen worden, was mache ich dort und so.

00:21:20: Das waren lauter Hinweise dass es eigentlich besser ist wenn ich zurück nach Österreich gehe.

00:21:27: Interessanterweise wurde ich trotzdem wieder eingeladen und zwar an die Universität von Blumfonteen.

00:21:35: Die haben einige Jahre später eine Abteilung für nahegeborene Medizin gegründet Und haben jemand gesucht der sozusagen das sie in die Gänge bringt, in die Höhe bringt.

00:21:47: Und dann haben sie mich als Visiting-Professor eingeladen, weil ich Afrikaans sprechen konnte.

00:21:52: Weil ich Südafriker kannte und so war ich auch ein halbes Jahr in Blumfontaine als Professor

00:22:00: Tittig.".

00:22:02: In vielen Teilen der Welt ist Georg Sinbrunner im Laufe seines Lebens unterwegs – als Gastprofessor etwa in den USA, Saudi Arabien und China.

00:22:13: Längerstation macht er an der Universitätskinderklinik Wien, der Ludwig-Maximilian-Universität München und der Universitetskinderklinik Innsbruck.

00:22:24: Georg Sinbrunner forscht erfindet medizinische Neuerungen unterhält zahlreiche Auszeichnungen Weil im Austausch und Weiterbildung ein Anliegen sind, gründet er die internationale Postgraduate-Organisation Ipocates.

00:22:40: Und eine Dachorganisation unter der fünfzig nationale Neo-und Perinatologien agieren – es ist die größte Organisation in Europa und möglicherweise sogar weltweit!

00:22:55: Während seiner Zeit in Innsbruck erfährt der sechsfache Vater, dass er lebensgefährlich erkrankt ist.

00:23:02: Diese Erfahrung prägt ihn nachhaltig und führt ihn in ein vollkommenes Gottvertrauen.

00:23:09: Krankheit ist für Georg Simbruna einer von mehreren Wegen zu Gott.

00:23:15: Es gibt mindestens drei verschiedene Ansätze wie man Gott sich irgendwo nähern kann.

00:23:24: Das eine ist, dass man an einen Schöpfergott glaubt.

00:23:28: Dass man weiß das die Welt irgendwo einmal entstanden sein muss, dass jemand verantwortlich sein muss dafür.

00:23:35: und wie die Astrophysik auch gezeigt hat dieser Urknall war ja ein Erreignis das von einem Wesen initiiert worden ist.

00:23:44: Das ist der eine naturwissenschaftliche Ansatz.

00:23:48: Der andere ist von der Spieltheorie her.

00:23:51: Bläsbaskal hat ja diese berühmte baskalische Wette gemacht, die sagt na wenn es Gott gibt und ich mache alles was er will dann bin ich gut dran.

00:24:03: Wenn's ihn nicht gibt – und ich mach das habe ich nicht viel verspielt aber umgekehrt!

00:24:09: Wenn's ihm gibt und Ich mach' das nicht, da bin ich der große Verlierer.

00:24:14: also rein spiel.

00:24:15: theoretisch glaube ich an Gott und mach' was er Willen.

00:24:21: Dann natürlich gibt es diese ganz persönlichen Ereignisse, wie zum Beispiel Krankheit.

00:24:28: Die einem dann sozusagen vor die Wahl stellt.

00:24:33: soll ich dem Schicksal vertrauen dass mir Gott jetzt sozusagen zugeteilt hat oder soll mich dagegen auflehnen?

00:24:43: Und ich hatte selber Krebs und nach der Diagnose ging ich damals so betroffen von der Aussage, ich habe Krebs und bin lebensgefährdet ging ich damals in die Jesuitenkirche in Innsbruck.

00:25:00: Und hab gesagt lieber Gott Ich gebe dir jetzt mein Leben in die Hand!

00:25:07: Ich bin nicht mehr für mein Leben verantwortlich du bist es.

00:25:11: Und es ist deine Sache ob ich überleben soll oder wie ich leben soll Ist nicht mehr meine Sache und das hat mir so unglaublich geholfen.

00:25:21: Wie Sie merken, bin ich immer noch da und bin auch ganz gesund.

00:25:26: Es ist alles gut ausgegangen.

00:25:29: also das sind Erfahrungen.

00:25:32: auch diese führen zu Gott.

00:25:35: Wenn man so eine lebensbedrohliche Erkrankung hat ändert sich ja manches im Leben.

00:25:40: was würden sie sagen war Abgesehen von dem was sie gerade erzählt haben?

00:25:44: Was war so eine große Veränderung bei ihnen?

00:25:49: naja Ich war dann wirklich vollkommen beruhigt, in einer inneren Ruhe alles hingenommen.

00:25:59: Operation, Führigkeiten, alles hingenommen und das war eben wirklich eine der besonderen persönlichen Stärkungen meines Glaubens an Gott und seine Vorsehung dass man eben auch noch da bleiben muss für bestimmte Aufgaben die ich ja schon ausgeführt habe, die ich übernommen habe.

00:26:34: Nach seiner Erkrankung und seiner Emeritierung studiert Georg Simbrunner Theologie, und wird Vortragender bei den theologischen Kursen in Wien.

00:26:44: Er initiiert die Vorlesungsreihe Religionen im Krankenhaus im Wiener AKH und organisiert während der Corona-Zeit Internetkurse zu den Themenfeldern Philosophie, Theologie und Christentum.

00:26:58: Die Motivation war, dass ich als Kleibiger Gottkleibiger muss man dazu sagen, Mensch doch immer das Bedürfnis hatte und Gott gebeten habe er soll mir einen Weg zeigen wie ich ihn in der Welt heute gegenwärtig werden lassen kann.

00:27:20: Und da kam mir eben die Idee Ich hab ja sehr viel Fortbildungsinitiativen schon begonnen gehabt, wie Ipokrates das auf der ganzen Welt Fortbildungskurse für Ärzte anbietet.

00:27:34: Auch heute noch habe ich gedacht dann muss sich in dieser Welthalt was Theologisches hineinbringen.

00:27:42: Daraufhin habe ich gesagt na gut jetzt mache ich einen eigenen Internetkurs philosophisch-theologisch und das war dann der Beginn.

00:27:52: Der erste Kurs ist ja ausgerichtet Rein philosophische Themen von Aristoteles bis de K. oder Heidecker, der zweite war mir ein besonderes Anliegen.

00:28:05: weil Frauen in der Philosophie wirklich vollkommen unterbewertet und unterbelichtet sind habe ich gedacht da musst du jetzt einen Kurs machen bedeutende Frauen in die Theologie und Philosophien.

00:28:21: Und das ist mir geglückt auch doch gute Rednerinnen zu gewinnen, zum Beispiel die Frau Prof.

00:28:28: Marianne Schlosser, die ja auch im Wartekan ihren Sitz unter den Vierzig besonderen Beratern hat.

00:28:37: und der Dritte war dann dem Erkennen gewidmet – und zwar nicht nur dem philosophischen Erkennung sondern auch einandererkennen in geschlechtlicher Vereinigung Und im Anschluss dran auch die Haltung der verschiedenen Religionen zur Sexualität, die ja sehr unterschiedlich ist.

00:28:57: Ja selbst innerhalb der christlichen Glaubensgemeinschaft sehr unterschiedliche es nicht und besonders erstaunlich.

00:29:05: Thomas von Aquin ein Mönch um twelvehundertfünfundzwanzig bis fünfundsiebzig hat damals schon angemerkt Ein Geschlechtsverkehr der Erzungen wird kann Nicht Sein.

00:29:20: Also er als Mönch hat das vorweggenommen, was heute nur ein Jahr ist, ein Jahr isst im Mittelalter aus Mönchs schon

00:29:29: gefordert.".

00:29:30: Die Vortragsreien sind nach wie vor auf YouTube abrufbar.

00:29:35: Einen Link finden Sie auf radio-klassik.at im Artikel zu dieser Sendung mit Georg Simbruna.

00:29:47: ist er ein wacher, engagierter Mensch voller Ideen und durchsetzungsstarker Tatkraft.

00:29:58: Vor vielen Jahren hat er sich gegen die Apartheid in Südafrika eingesetzt – vor zweiunddreißig Jahren, nineteenhundertvierneunzig wurde diese offiziell abgeschafft.

00:30:09: Als Arzt, Universitätsprofessor und Vortragender hat sich Georg Simbruna jahrzehntelang für das Wohlergehen von Menschen eingesetzt.

00:30:19: Auch für die Umwelt engagiert er sich, etwa durch erneuerbare Energie.

00:30:25: Nicht zuletzt versucht er damit seine vielen Flugreisen auszugleichen – denn nach wie vor führen ihn seiner vielen Tätigkeiten und Initiativen rund um die Welt.

00:30:35: Mein CO²-Footprint ist sehr hoch!

00:30:38: Deshalb habe ich ja jetzt auch sehr viele Photovoltaikanlagen eingerichtet.

00:30:43: an unserem zweiten Rundsitz.

00:30:46: Die Wohnung, die wir mieten habe ich am Dach dieses Gebäudekomplexes, das dem Stiftheil in Kreuz gehört.

00:30:56: Eine große Photovoltaikanlage installiert und zwar weil Babs Franziskus ja eine enzyklikale Autosie geschrieben hat wo drinnen steht jeder Möge nach besten Willen und Möglichkeiten alternative Energiequellen errichten Und mit diesem Brief an den Abt, mit diesen vielen Zitaten aus La Tatousie hat der Abter gesagt naja dann machen sie halt ihre Fotovoltaikanlage.

00:31:28: Habe ich dann umgesetzt.

00:31:30: Mir war Papst Franziskus sehr ein wichtiger Papst und auch der Jetzige ist mir auch ein sehr wichtiger Papster weil Papst Fransiskus war ein ungewöhnlicher Mensch nicht der in einem Viert zur Urno-Vollversammlung fährt.

00:31:49: Und wer jetzige Barbst ist, auch in seiner Art gewöhnlich – er hat wieder viele Dinge eingeführt -, aber ein sehr politischer Barbst, was mir sehr gefällt in dieser Situation, dass er sich äußert und selbst mit Trump durchaus anlegt, ist falsch.

00:32:11: Aber gut!

00:32:13: antwortet und standhaft seine Meinung beibehält, spricht Dinge sehr deutlich an.

00:32:19: Unmissverständlich!

00:32:20: Dort hört die Leiter nicht, die Blut an den Händen haben.

00:32:24: Könnt's beten so viele Wolze?

00:32:26: Die Gebete kommen nicht

00:32:27: an.".

00:32:29: Die klare Linie.

00:32:30: pappst Leos des Vierzehnten gefällt Georg Simbrona.

00:32:33: Er selbst hat seit seiner Jugend immer klar dargelegt was er denkt und ist für seine Position eingestanden.

00:32:42: Georg Sinbrunner interessiert sich aber auch dafür, was andere Menschen denken.

00:32:47: Das ist ein Grund warum ihm seine ehrenamtliche Arbeit als Krankenhaussillsorger so viel Freude macht.

00:32:54: Seit drei Jahren besucht Georg Sin Brunner kranke Menschen im Wiener AKH.

00:33:00: Ich bin ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der katholischen Seelsorge und habe den Vorteil dass ich Arzt bin als Seelsorger da ankommen.

00:33:14: Und das erleichtert mir den Gesprächseinstieg natürlich besonders gut, weil ich gehe in die Zimmer wie einer der was verkaufen möchte und sage ja guten Morgen!

00:33:26: Ich bin der Dr.

00:33:27: Simruna ein Kinderarzt und sie fallen gar nicht mehr in meine Kategorie.

00:33:34: also komme ich aus einem anderen Grund.

00:33:39: Heute ist es kostenlos oder fünfzig Prozent reduziert, wie sie das möchten.

00:33:45: Wer möchte kann mit mir sprechen?

00:33:48: Ja und da gibt es Menschen.

00:33:49: so Nein, nein brauche ich nicht meine Säle sind in Ordnung Und sage ja alles im Ort haben Sie es verkauft ihre Säler was haben sie dafür bekommen?

00:33:58: und dann kommt man ein Gespräch das dann gleich eine dreiviertel Stunde oder stund anhält.

00:34:05: ganz besonders gerne sprechen Agnostiker Und Artheisten mit mir.

00:34:12: Die reiht sozusagen meine Position einerseits als Wissenschaftler und als Dialoge zum Gespräch, und das ist hochinteressant dass ich hier mit Menschen eine Art persönliche Beziehung aufbaue.

00:34:28: obwohl wir diametral unterschiedlichen Menschen sind vom Lebensstil her von der Welteinschauung vom Glauben spürt jeder, irgendwie ergänzen wir einander in der unterschiedlichen Position.

00:34:44: Ein Mann, der jetzt gerade mit mir immer Diskussionen führt und der dann auch so liebenswürdige Weise gesagt hat na vielleicht schaffe ich es noch dass sich sie zum Atheismus bekehre habe ich gesagt das wird der liebe Gott nicht zulassen.

00:35:22: In den Lebenswegen hat der Arzt und Universitätsprofessor Georg Simbrunner aus seinem Leben erzählt.

00:35:30: Nähere Informationen, einen Buchtipp und den Link zur Vortragsreihe auf YouTube finden Sie auf radio-klassik.at.

00:35:39: slash podcast.

00:35:41: Die Musik zur Sendung hat Yeruma komponiert und Jérôme van Veen gespielt.

00:35:47: Monika Fischer wünscht Ihnen einen schönen Abend.

00:35:51: Ich freue mich auf unser nächstes Wiederhören!

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