per- 2609022#Missbrauchsexperte Hans Zollner

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00:00:00: Es begrüßt Sie zu den Perspektiven Stefan Hauser.

00:00:04: Heute haben wir ein hartes Thema aber wie die vergangene Woche zeigte, ein leidlich immer aktuelles Thema.

00:00:11: es geht um sexuellen Missbrauch bei uns in dieser Sendung.

00:00:15: wir beschäftigen uns um den sexuellem missbrauch und dessen Aufarbeitungen der römisch-katholischen Kirche.

00:00:22: daher einige Vorbemerkungen.

00:00:25: bis in die zweitausender Jahre wurden Missbrauchsfälle meist nur durch Einzelfälle und Skandale öffentlich, wie um den Wiener Erzbischof Hans-Hermann Groa.

00:00:36: Wie in Deutschland begann Zwei-Tausendzehn eine breitere Aufarbeitungswelle mit zahlreichen Meldungen.

00:00:42: Heute arbeiten Pfarrn und Diözysen vermehrt Vorwürfe auf.

00:00:47: Ein Meilenstein dabei war auch die Einrichtung der Ombudstellen für Opferschutz in den Diöziesen.

00:00:53: Hier bei den Österreich-Kardinal Christoph Schönborn gemeinsam mit der ehemaligen steirischen Landeshauptfrau Waldrat Glasnik als Opferschutzbeauftragte federführend.

00:01:04: Vorsitzende der nunmehrigen unabhängigen Opfeschutzkommission ist Caroline List.

00:01:10: auf Einladung dieser Institution weilte vergangene Woche Jesuitenpartner Hans Zollner in Wien.

00:01:17: Er ist Theologe und Psychologe, gilt als einer der führenden kirchlichen Fachleute auf dem Gebiet der Prävention von sexuellem Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche.

00:01:29: Zollner hat kirchliche Mitarbeiter und Führungskräfte in zahlreichen Ländern in Verfolgung und Vorbeugung von sexueller Missbraucht geschult.

00:01:38: Der gebürtige Regensburger ist seit nineteen neunzig Mitglied des Jesuit Narns.

00:01:44: In Rom leitet Zollener das Institut für Anthropologie, interdisziplinäre Studien zur Menschenwürde und zur Sorge für Schutzbefolene.

00:01:53: Dieses ist angesiedelt an der päpstlichen Universität Gregorianer.

00:01:58: Seine Ausführungen bei einem Gespräch mit Journalistinnen und Journalisten stehen im Mittelpunkt dieser Sendung.

00:02:05: Zu Beginn gibt Pater Hans Zollner Einblick in sein Wirken – und da ist demzeit beinahe über ein Vierteljahrhundert Tätigen folgendes wichtig.

00:02:21: Mit diesem Begriffswechsel wollen wir anzeigen, dass es nicht nur darum geht etwas Böses nämlich Missbrauch zu verhindern was man durch Prävention und Schutz macht.

00:02:58: Das gehört natürlich dazu aber das ist bei Self-Garding um einen positiven Ansatz geht um etwas das ich helfe das Menschen Kinderjugendliche aber auch Personen in vulnerablen Situationen sich entfalten können, dass sie wachsen können und dass sie das leben können was ihr Recht und ihre Wörter ist.

00:03:23: Also es geht beim Self-Garing nicht nur um etwas zu verhindern sondern dazu zu helfen dass etwas aufgebaut wird ermöglicht wird für Menschen besonders jene die besonders vulnerable sind und das sind in erster Linie Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene.

00:03:40: Die zweite Veränderung, die Partner Hans Zollner sieht ist der Diskurs über das Thema Missbrauch in der Öffentlichkeit.

00:03:47: Also in der Gesellschaft, in den Medien aber auch in der Kirche weg von einer Konzentration vorwiegend auf Kinderschutz also Schutz von Minderjährigen hin zu einer Aufmerksamkeit und einem Engagement vor allem mit Blick auf jene Gruppen, die wir als vulnerable bezeichnen.

00:04:08: Das hat auch dazu geführt, dass das Jahr zwanzig neunzehn eine neue Gesetzesgrundlage in der Kirche geschaffen worden ist um besonderen Schutz nicht nur Kindern und Jugendlichen angedeihen zu lassen sondern eben auch vulnerablen Personen sowie im Gesetzestext der Kirchen auch heißt.

00:04:29: Leider ist dieser Begriff meines Erachtens viel zu breit und auch im Kirchenrecht viel zu Breit definiert sodass letztlich eigentlich alle drunter fallen.

00:04:40: Und das macht es dann schwer zu sagen, wer ist denn jetzt besonders Schutzbedürftig oder wer ist besonders vulnerable?

00:04:46: Also um diesen Begriff wird seit einigen Jahren jetzt auch gerungen und wissenschaftlich werden Definitionen vorgelegt.

00:04:53: Ich bin noch nicht überzeugt dass wir da an einer guten Stelle sind, um sagen zu können so Wer sind diese vulnerablen Gruppen?

00:05:03: Mir gefällt besser der Ausdruck Personen in vulnerablen Situationen, sodass nicht von vornherein gesagt wird weil du zu dieser Gruppe gehörst.

00:05:13: Also meinetwegen Menschen in Ausbildung in der Kirche deshalb bist du automatisch vulnerable.

00:05:21: also das wäre ja würde nicht ernst nehmen wer diese Personen sind und dass sie auch einen freien Willen haben und wird sich auch in gewisser Weise meines Erachtens jedenfalls geringer einschätzen als Sie tatsächlich sind.

00:05:34: Auslöser dessen war die Mitteubewegung.

00:05:38: Eine weltweite soziale Bewegung gegen sexuelle Belästigung, sexuelle Gewalt und Machtmissbrauch.

00:05:45: Das was erwachsene Frauen Hollywood und beim amerikanischen Sport damit wirklich als Lawine losgetreten haben und was seitdem auch eine größere Öffentlichkeit bewegt das ist auch in der Kirche angekommen vor allem nicht nur aber ausschließlich oder nicht ausschließlich mit Blick auf die Ordensfrauen.

00:06:05: Das ist jetzt für unsere Breiten im Mittel-Europa nicht ein so drängendes Thema, weil die Zahlen deutlich nach unten gehen aber in Afrika, Asien und Teilen der Amerikas ist es eine sehr wichtige Frage also Schutz, Safeguarding von Ordens

00:06:22: Frauen.".

00:06:23: Und Patr Zollner benennt eine dritte Bewegung beziehungsweise Entwicklung.

00:06:28: mehr und mehr ein Verständnis entwickeln, dass es letztlich bei allen Missbrauchsformen nicht nur sexueller sondern physischer, psychischer finanzieller Missbrauch.

00:06:40: Dass das immer auch mit Machtmissbrauch verbunden ist beziehungsweise wie das viele Betroffene vom Missbraucht formulieren, dass am Anfang des jedes Missbrausgeschehens

00:06:51: Machtmessbrauch

00:06:52: steht also dass jemand in einer bestimmten Rolle ist in einer bestimmten Position in einem Alter oder mit einer anders ausgestatteten Eigenschaft, die diese Person dazu führt, dass sie andere auf verschiedene Arten und Weisen missbraucht für die eigenen Bedürfnisse.

00:07:10: Für die eigenen Wünsche und da Grenzen überschreitet, die Würde verletzt und die Freiheit unter gewissen Spielraum von Leuten einschränkt oder sehr stark

00:07:21: stört.".

00:07:21: Und das betrifft ein weiteres Thema, was in den vergangenen Jahren aufgekommen ist – geistlicher und spiritueller Missbrauch.

00:07:46: Menschen in ihrer Würde und in ihrer Gewissensfreiheit und Entscheidung eingeschränkt werden oder so unter Druck gesetzt werden, dass sie etwas tun was gegen ihr eigenes empfinden ihren eigenen Wunsch ihre eigene Selbstbestimmung geht.

00:08:01: Also anders gesagt ein Beispiel wenn ich sage du musst das tun weil Gott dir das sagt weil ich Gottes Stimme für dich bin.

00:08:10: Und wenn es auf Personen trifft die sowieso abhängig sind, die sich sowieso stark genug sagen finden dem zu widersprechen.

00:08:20: Die aus irgendwelchen Gründen so religiös eingestellt sind dass jedes Wort das zum Beispiel aus dem Mund eines Priests kommt für Gottes Wort halten dann ist natürlich die Freiheit sich selber zu bestimmen und selbst das eigene Leben in die Hand zu nehmen sehr eingeschränkt.

00:08:36: es kann zu Traumatisierungen führen Angstzuständen führen.

00:08:41: Das kann zu einer großen inneren Krise führen und das ist eine Diskussion, die in den letzten drei vier Jahren auch im wissenschaftlichen Bereich geführt wird wobei auch hier für mich sehr schwer eine juristisch tragfähige Definition zu erreichen sein wird weil jeder Mensch das was ein anderer ihm sagt auch im geistlichen Bereich anders auffasst, wie soll ich messen?

00:09:07: Wie soll ich objektiv darstellen was jetzt ein Geistlicher Missbrauch ist.

00:09:13: Das wird jeder anders empfinden was er in der Predigt hört oder im Beichgespräch oder von einem Priester in der geistliche Begleitung oder von einer Ordensfrau in einem Kommunitätsleben erfährt.

00:09:25: das ist für jeden und für jeden in bestimmten Situationen anders einzuschätzen und deshalb ist ganz klar, es gibt geistlichen Missbrauch.

00:09:35: Es gibt ihn vermutlich deutlich mehr als wir bisher realisiert haben.

00:09:40: Auf der anderen Seite ist es schwer außerhalb von konkreten Beispielen es so objektiv zu beschreiben dass das auch zu einem meiner wegen einer Strafverfolgung Urteilung führt.

00:09:53: Es gibt es, es hat solche Verfahren schon gegeben aber das geht immer von konkreten Fällen aus in denen eine betroffene Person beschreibt was sie als einem missbräuchliche Übergriffigkeit durch eine Oberin oder einen Bischof oder was auch immer erfahren hat und dass auch zu einer Gegenüberstellung geführt hat und letztlich zu einer Verurteilung oder einer Bestrafung.

00:10:19: Im März, im Jahr ist der Deutsche Jesuit und Missbrauchsexperte Pater Hans Zollner aus Protest die päpstliche Kinderschutzkommission in Wattikan.

00:10:29: Er erläutert diese auch.

00:10:46: die Bedingung geknüpft hatte, dass es eine Übergangslösung sein sollte.

00:10:53: Im Jahr twenty-two bemerkt das sich Dinge in der Kommission entwickelt hatten, die ich nicht mehr mittragen konnte.

00:10:59: Die auch gegen das gingen was wir zweizig neunzehn mit dem Kinderschutzgipfel im Vatikan erreichen wollten nämlich Transparenz, Compliance und vor allem Accountability Rechenschaftspflicht.

00:11:11: Also es ging da um Dinge der Transparenz, was das finanzielle innerhalb der Kommission anging.

00:11:17: Es ging bei Compliance um welche?

00:11:21: Compliance und Accountability – wie werden Rollen beschrieben?

00:11:24: Wie werden rollen innerhalb der Commission ausgefüllt?

00:11:28: Wie sind die Abgrenzungen zwischen zum Beispiel Angestellte Mitglieder so wie ich eines war und Experten, die dann hinzuoptiert wurden?

00:11:38: Für mich waren nicht mehr einsichtig Wer wann was zu sagen hat und wer für was dann Verantwortung übernimmt.

00:11:45: Allerdings ist Hans Zollner weiterhin in verschiedenen Beratenden- und Lehrendenfunktionen im Vatikan tätig, zum Beispiel für das Dikasterium der Evangelisierung.

00:11:56: Das

00:11:56: ist eine sehr erfreuliche Sache, dass dieses Ministerium Wert darauf legt, dass es auch in entsprechender Breite und Tiefe angegangen werden kann.

00:12:08: vor einer Woche wirklich positiv beeindruckt war, dass zum ersten Mal in all den Jahren, in denen ich da involviert bin – das sind jetzt vielleicht zwölf Jahre oder so.

00:12:19: Ich den Eindruck hatte, dass es nicht darum ging diesen neu ernannten Bischöfen aus Afrika Asien und Teilen der Amerikas etwas aufzudrücken von dem sie nicht überzeugt sind, sondern es war das erste Mal so, dass ich gemerkt habe, dass auch in diesen Ländern die mit dem Thema Missbrauch, Kinderschutz, Selfguarding nicht an erster Stelle befasst sind oder waren über die letzten Jahre.

00:12:46: Dass sie wirklich auch vorbereitet waren und dass Sie das Thema sehr positiv aufgenommen haben, begrüßt haben, dass Sie diesen Tag hatten mit uns und zum ersten Mal Erfahrungen aus ihren ersten Monaten oder Jahren, die sie jetzt bischenfür sind schon auf den Tisch gelegt haben und klar gesagt haben das ist kein nur westliches Problem.

00:13:11: Das ist nicht nur eine zentrale europäische oder amerikanische Sache sondern es gibt auch bei uns in den verschiedenen Konstellationen, die da anders sind als in einem mittel-europäischen Land aber es war eben keine defensive Haltung, sondern es war wirklich das Interesse da was beizutragen und mit nach Hause zu nehmen.

00:13:34: Pater Zollner sagt, dass es gelingt immer mehr Menschen einzubinden um ein Bewusstsein für die Thematik Prävention zu schaffen

00:13:42: Das was aufbaut Und was ich auch in den letzten Jahren verstärkt hervor stelle weil es offensichtlich nicht so selbstverständlich ist wie ich mir das gedacht habe Dass diese Art von Engagement aus dem Evangelium selber kommt.

00:13:58: Jesus macht das vor.

00:14:00: Er ruft die Kinder zu sich, er sagt sie sollen bei mir sein können ohne Furcht.

00:14:07: Sie sollen uns zeigen, sie soll ein Vorbild für uns sein.

00:14:12: Er sagt werdet wie die Kinder?

00:14:15: Das sind diejenigen denen das Reich Gottes gehört weil sie offensichtlich so einen Vertrauen haben.

00:14:20: nun wenn dieses Vertrauen zerstört wird auch Menschen in der Kirche oder draus außerhalb dann ist die wichtigste Grundlage Reich Gottes zu empfangen, den Glauben leben zu können eingeschränkt oder zerstört.

00:14:33: Und deshalb betone ich sehr stark – und ich werde die nächsten Wochen auch darüber in anderen Nachbarländern Österreichs nochmal ausführlich dazu reden was die spirituelle Grundlage des Self-Garning ist!

00:14:46: Wo kommt das her?

00:14:47: Warum soll man da so motiviert

00:14:49: sein?!

00:14:49: Nicht einfach nur doch weil die Medien drauf auf die Kirche einhauen oder weil die Öffentlichkeit sich abwendet von der Kirche und das Vertrauen verliert, oder weil Leute aus der Kirch austreten.

00:14:59: Alles verständlich!

00:15:00: Und alles gerechtfertigt angesichts dessen wie hoch die moralische Fallhöhe der Kirchen und ihrer Vertreterinnen ist.

00:15:08: Sondern weil es in unserem Evangelien, in unseren Grundlagen Text steht und weil Jesus selber der ist, der uns dazu nicht nur ermutigt und das Modell ist sondern auch dazu beauftragt und das klarzumachen, dass es nicht um ein extra, ein aufgebürdetes Extra geht.

00:15:30: Wo wir uns nochmal extra anstrengen müssen, sondern dass es eigentlich in allem was Kirche ist im sozialen, im edukativen, im pastoralen, dem spirituell einen Element ist indem wir das sind!

00:15:43: Was wir als Christinnen und Christinnen sind wenn anderen Menschen dieses Safeguarding, sich sicher fühlen und in der Würde bestärkt werden ermöglichen.

00:15:54: Pater Hans Zollner leitet das Institut für Anthropologie interdisziplinäre Studien zur menschenwürde und zur Sorge für Schutzbefolene an der päpstlichen Universität Gregorianer.

00:16:06: An dieser gibt es einen Kurs, der sich mit dem schon erwähnten Safeguarding beschäftigt.

00:16:11: Also allen Maßnahmen und Richtlinien zum Schutz von Gesundheit, Wohlbefinden und Menschenrechten vom Kindern, Jugendlichen- und Schutzbedürftigen Erwachsenen.

00:16:21: Wir haben einen Semesterkurs auf Englisch.

00:16:26: Das nennt sich Diplom in Self-Gardening.

00:16:28: das ist auf amerikanischer, sagt man, ein Certificateprogramm.

00:16:31: wir haben einen Masterstudiengang im Selfguarding, der ist zwei Jahre in den Rom und dann haben wir die Doktorate.

00:16:38: Also aus Österreich, wenn ich mich nicht täusche waren es drei Personen, die über die letzten zehn Jahre teilgenommen haben und ich bin sehr froh dass die Frau Neuholt grad vor vierzehn Tagen ernannt worden ist zur Safeguarding-Stelle Leiterin bei der österreichischen Ordenskonferenz.

00:17:02: Die hat ihre Lizenz, ihren Masterstudiengang erfolgreich an unserem Institut vor ein paar Monaten beendet und ist jetzt in diese Stelle geholfen.

00:17:11: Das ist so was wir uns wünschen und wo auch die Zielrichtung unserer Ausbildungsprogramme ist dass die Leute, die wir ausbilden, in diese Position kommen.

00:17:22: Deshalb ist ein Auswahlkriterium für die Kandidatinnen und Kandidaten Dass sich die entzende Organisation oder Institution dazu verpflichtet, dass die Personen, die bei uns den Abschluss machen mindestens fünf Jahre nach Abschluss auch in diesem Bereich arbeiten.

00:17:38: Wir haben für dieses Jahr zwei weitere Österreicher im Programm.

00:17:43: Ich bin sehr froh drum und ich hoffe sehr, dass das noch für andere Diözösen oder andere Ordensgemeinschaften Institutionen.

00:17:54: Wir wollen ja auch über den Kirchlinienbereich hinauswerken, interessant ist weil es halt um einen Ausbildungsgang geht, den es sonst anders nicht nur in Europa nicht sondern auch in anderen Teilen der Welt gibt diesen Masterstudiengang indem es um Self-Garding in allen seinen Dimensionen geht.

00:18:12: also wir reden ja nicht nur um wie gesagt Präventionsmaßnahmen oder Kinderschutzrichtlinien zu schreiben sondern es geht darum besser zu verstehen, auch im Gespräch mit Betroffenen was Betroffene erleben.

00:18:27: Dann auch zu besser einordnen zu können wer Täterinnen oder Täter werden können und warum?

00:18:35: dann der ganze Bereich Institution.

00:18:38: wie sollen wir können Institutionen die Erzösen Ordensgemeinschaften Schulen Fakultäten was auch immer aufgebaut sein so dass Transparenz und Compliance, und Accountability Grundlagen für das dortige Zusammenleben und Zusammenarbeitnis.

00:18:54: Es geht natürlich auch um diesen Mentalitätswandel der nur darin besteht dass man auch merkt dass unsere Welt so wie wir sie auffassen halt nicht die einzig möglich ist.

00:19:05: Das ist für uns Standard.

00:19:08: also wir bilden Menschen aus der ganzen Welt aus.

00:19:12: Wir haben an unserer Uni hundertvierzig Nationen vertreten unter unseren Studierenden, das ist jetzt bei unseren Studiengängen in denen wir höchstens etwa zwanzig pro Studiengang pro Studienjahr zulassen nicht immer repräsentiert.

00:19:26: aber wir sind für die Weltkirche und für die welt da und Das ist auch wichtig zu auch für die vorigen Fragen zu beachten.

00:19:37: Wir können als westliche und in Europa angesiedelte Institution etwas aus unserem Wissenschaftsstand, also an unseren Erfahrungen weitergeben.

00:19:46: aber wir müssen auch ständig lernen weil andere Kulturen auch etwas Positives dazu beizutragen haben.

00:19:52: zum Beispiel ich habe vorhin sehr wiederholt darauf abgehoben, dass wir in dieser individualisierten westlichen Gesellschaft bestimmte Vorstellungen haben.

00:20:03: Ich glaube es würde uns gut tun wenn wir etwas von mehr kommuneorientiertem, gemeinschaftsorientierten Gesellschaften wie aus Ostasien oder aus Afrika lernen würden.

00:20:14: welche Co-Verantwortlichkeit.

00:20:18: Wir haben gemeinsam jede und jeder an seinem ihrem Ort, jede und Jeder in seiner ihrer Verantwortlichkeit.

00:20:25: das ist nicht für alle gleich.

00:20:27: Es gibt Unterschiede, notwendigerweise.

00:20:29: Aber wenn es uns gelänge mehr einzubinden dann würde dieser Mentalitätswandel von dem ich gesprochen habe schneller und effektiv vor allem effektiver vor sich gehen weil solange das nur auf Gesetzestext der Rechtlinien und spezialisierte Ämter abgeschoben wird, wird sich an der grundlegenden Situation wenig ändern.

00:20:50: Wenn Fälle von sexuellen Missbrauch in katholischen Schulen und Heimern bekannt werden, sich ob vermelden geratten Priester unter Verdacht.

00:20:59: Schnell kommen Erklärungsversuche auf der Pflicht.

00:21:02: soll die Barzeitschuld an der Misere mutmaßen viele doch Bartranszollner selber Geistlicher will dem nicht geistigen Vorschuss leisten.

00:21:13: Ja diese Frage kommt bei jedem solchen Gespräch.

00:21:17: meine Antwort ist Alle wissenschaftlichen Berichte, alle Gutachten, die von Nicht-Kirchenleuten genauso wie von Kirchenleute angefertigt wurden sagen.

00:21:28: Der Zulibat führt nicht zu Missbrauch.

00:21:32: Ich kann Ihnen tausend Stellen nennen in diesen Gutachten.

00:21:37: Der zulibart an sich führt nicht zum Missbrauchen.

00:21:43: Anders könnte man sicher auch nicht erklären dass zum Beispiel die Prävalenzraten also die Häufigkeit wie missbraucht zum Beispiel in den evangelischen Kirchen Deutschlands nachgewiesener Maßen stattgefunden hat, genau so hoch sind wie bei katholischem Priester.

00:22:00: Bei verheirateten protestantischen, luterischen oder reformierten Fahrern in Deutschland sieht die Prävalenzraten genauso aus.

00:22:07: Sie können sie nachlesen in der sogenannten Forumstudie, die die EKD vor zweieinhalb Jahren veröffentlicht haben.

00:22:13: Oder bei den Ortodoxen oder bei den Rabbis oder hinduistischen Religionsführern.

00:22:23: Die Prävalenzrate ist von dem, was wir wissen gleich.

00:22:28: Der Zöli Bart – das sage ich auch immer – wird dann zu einem Risikofaktor wenn er dazu führt dass Sexualität von Priestern die Zölibat hier leben nicht gut genug und reif genug integriert wird und andere Faktoren eine Rolle spielen zum Beispiel Überarbeitung, Einsamkeit.

00:22:53: Keine guten Tragfähigen Freundschaften.

00:22:59: Gute Freundschafte die nicht zu Abhängigkeit führen sondern wie man sich gute Freundschaft vorstellt.

00:23:06: Dann wird Zollibar so einem Risikofaktor der nicht dazu führt dass alle zollibatären per se Missbrauchstäter werden.

00:23:14: sonst wären alle zillibatär lebenden automatisch schon in dieser Kategorie.

00:23:18: das ist nicht der Fall.

00:23:20: es führt bei bestimmten bei einer bestimmten Anzahl von Leuten dazu, dass sie dann vor allem nach Jugendlichen und dem Kontakt mit Jugendlichen sexuellen Agieren sich sehnen.

00:23:36: Das ist jetzt eine psychologische Aussage um auch etwas in sich zu finden was Sie halt in Ihrem normalen zelebatern Leben nicht finden nämlich Erfüllung angenommen sein.

00:23:49: menschliche Nähe.

00:23:50: so Der Anteil von denen die Kinder missbrauchen, also die im strengen psychiatrisch definierten Sinn Pädophil sind ist in der Kirche nicht höher als in anderen Gesellschaftsgruppen, Lehrer, Polizisten, Journalisten.

00:24:09: Das sind wenn es sich um echte psychiatrisch diagnostizierbare Pädophile handelt.

00:24:17: das sind kranke Leute.

00:24:19: Es ist so, der Großteil der Missbrauchstäter in der Kirche ist aus psychiatrischer Sicht weder Pädophil noch im strengen Sinn der Medizin krankhaft.

00:24:31: Dass da krankhafte Elemente dabei sind keine Frage aber kein Psychiater wird einer der Jugendliche missbraucht und nur deshalb in die Kategorie pathologisch stecken weil es diese Definition in der Psychiatrie nicht gibt.

00:24:51: Pädophilie ist was anderes.

00:24:53: Es geht beim Zollibat, nicht nur um sexuelle Übergriffigkeit.

00:24:58: es geht um ein Gesamtbild und eine Gesamtwirklichkeit wie Lebenpriester heute.

00:25:04: Und da muss ich sagen das sind sehr viele Faktoren an denen man etwas verändern könnte.

00:25:09: zum Beispiel Wie wird Gemeinschaft unter Priestern gelebt?

00:25:14: Der Unterschied zwischen dem wofür sie im Priesterseminar ausgebildet werden und dem, was sie in der Pfarrei erleben.

00:25:22: Was sehr oft zwei verschiedene Welten sind.

00:25:26: Wie ist das?

00:25:27: Wie Sie unterstützt werden – welche normalen Unterstützungsmaßnahmen gibt eine Diözese oder einen Orden den Priester mit?

00:25:42: Wie werden ihre Arbeitsbedingungen evaluiert?

00:25:46: Also so wie wir jetzt vor allem auch im Mitteleuropa zu einer immer größeren Arbeitsüberlastung für die immer weniger werdenden Priester kommen, ist absehbar dass es da zu entweder Burnout kommt oder zu einem Verständnis dessen das ich als Priester der ja für Seelsorge eigentlich da bin ständig mit Bürokratie und Administration zu tun habe.

00:26:09: Weil die Pfarrgebilde werden immer größer Die angestellten Zahlen werden immer grösser.

00:26:15: Ist das das wofür ich ausgebildet bin?

00:26:16: Und ist es das worauf ich auch mich vorbereitet habe und wohin wollte.

00:26:22: Noch mal, Celebrat als solches ist nicht der Grund aber in der Konkretisierung des zelebateren Lebensstils können Risikofaktoren

00:26:30: sein.".

00:26:31: Soweit ein Auszug aus einem Gespräch mit Pater Hans Zollner – mit Journalistinnen und Journalisten in Wien vor einer Woche.

00:26:38: An dieser Stelle sei noch einmal die unabhängige Opferschutzanwaltschaft erwähnt.

00:26:43: Alle Informationen zu ihr im Internet unter www.opfer-schutz.at.

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