Die Talenteschmiedin

Shownotes

Adele Neuhauser, Manuel Rubey, Regina Fritsch, Karl-Heinz Hackl, Ernie Mangold, Oskar Werner, Angelika Niedetzky, Georg Friedrich und Valerie Huber sind nur einige der berühmten Absolventinnen und Absolventen der Schauspielschule Krauss. Die renommierte Schule in der Wiener Innenstadt wird seit 38 Jahren von Michaela Krauss-Boneau geleitet - mit enormem Einsatz, Engagement und Herzblut.

Für ihre Verdienste wurde Michaela Krauss-Boneau am 10. September der Berufstitel Professorin verliehen.
Wir würdigen unsere langjährige Wegbegleiterin mit einem Porträt.

Auf radio klassik Stephansdom war und ist Michaela Krauss-Boneau immer wieder zu hören, etwa in unserer Sendereihe Unser Beethoven oder in unserer Adventserie Im Ohrensessel. Ihre Stimme und ihre Zeit stellt sie uns ehrenamtlich zur Verfügung.

Michaela Krauss-Boneau ist auch als Fotografin erfolgreich und unterrichtet an der LIK Akademie für Foto und Design.

Transkript anzeigen

00:00:03: Perspektiven.

00:00:04: Interviews, Reportagen und Hintergründe.

00:00:07: Zu dem Perspektive begrüßt sie Monika Fischer Adele Neuhauser Manuel Rubay Regina Fritsch Karl-Heinz Hackel Ernie Mangold und Oskar Werner.

00:00:20: Das sind nur einige der erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der Schauspielschule Kraus.

00:00:26: Die renommierte Schule in der Wiener Innenstadt wird seit fast vierzig Jahren von Michaela Krausbono geleitet, mit enormem Einsatz, Engagement und Herzblut.

00:00:40: Für ihre Verdienste wurde Michaela Kausbono letzte Woche am zehnten September im Künstlerhaus der Berufstitel Professorin verliehen.

00:00:50: Auch Radio-Klassik Stefansdom verdankt Michaela Chaosbono

00:00:54: viel.

00:00:55: Die ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auch ich haben bei ihr die Sprechausbildung absolviert.

00:01:02: Selbst zu hören ist Michaela Krauss-Bonot immer wieder auf Radio Klassik Steffernsturm – zum Beispiel während des Beethovenjahres zehntausendneunzehn in der Reihe Unser Beethoven.

00:01:15: In unserem Frauen-Sharepunkt Female Impact e.V.

00:01:20: und seit mehr als zwanzig Jahren in unserer Adventserie im Ohrensessel.

00:01:25: All das tut Michaela Krausbono ehrenamtlich!

00:01:31: Sie hören jetzt ein Gespräch mit Michaela Kausbono, wir haben es vor ihrer Ehrung mit dem Berufstitel-Professorin aufgenommen.

00:01:40: Sie erzählt von einem Fechtkurs der ihr Leben verändert hat – von einer schweren Entscheidung Und auch davon, was Empathie mit dem Schauspiel zu tun hat und inwiefern jeder Mensch von einer Schauspelausbildung profitieren kann.

00:01:58: Es begleiten uns in dieser Sendung die Cello-Suite von Johann Sebastian Bach gespielt von Heinrich Schiff.

00:02:33: Michaela, die Schauspielschule Kraus

00:02:35: hat

00:02:36: dein Großvater gegründet.

00:02:38: Dein Vater nach ihm geleitet.

00:02:40: War es dann schon klar, dass du die Schausebelschule übernehmen wirst?

00:02:45: Nein das war gar nicht klar!

00:02:47: Mein Großvaters die Schule gegründe der Warburg-Schauspieler.

00:02:51: Der hatte sie fünfzehn Jahre geführt und dann ist er gestorben.

00:02:54: und mein Vater war damals Jußstudent und hat die Schule übernehmen müssen.

00:02:59: also er stand einfach da mit dem ganzen... mit dem Lehrplan und den Lehrerinnen.

00:03:05: Es gab einen künstlerischen Leiter, das heißt die Schule konnte weiterlaufen und mein Vater als junger Mann hat sich halt weitergeführt.

00:03:14: Und die Schule wurde nie in den Vordergrund gestellt in unserer Familie weil meine Eltern waren eben vom Beruf Richter und da war es eigentlich der Wunsch dass wir alle meine Schwester nicht eine akademische Ausbildung machen und die Schule war halt so nebenbei.

00:03:31: Meine Eltern hätten es niemals gewollt, dass ich Schauspielerin werde.

00:03:35: Aber als so vierzehnjährige war gerade im Gymnasium hatte ich den Wunsch fechten zu lernen.

00:03:42: und ja man könnte sagen mein Vater wollte Geld sparen.

00:03:46: oder vielleicht gab's damals auch keine Fechtkurse für Mädchen?

00:03:49: Ich weiß das nicht ehrlich gesagt aber er hat mich an die Schauspilschule gesteckt für eine Fechtkurs.

00:03:54: da gab es also einen Fecht Kurs

00:03:56: Da gab es eine Fechtkurs für aber Bühnenfechten, also nicht Sportfechten.

00:04:00: Und dann war ich in der Schauspielschule als vierzehnjähriges Mädchen und das war umwerfend.

00:04:06: Also ich bin reingekommen und habe sofort das Gefühl gehabt, wow da fühle ich mich wohl!

00:04:12: Da bin ich zu Hause.

00:04:13: die Menschen, die Ausstrahlung, die Stimmung, die Energie... Es war einfach irrsinnig schön Ich war ja schon ein Kind manchmal in der Schule Aber ich hab das ganz anders wahrgenommen.

00:04:24: Und dann war ich in dem Fächskurs und dann war ein bisschen enttäuscht, weil wir haben eigentlich nicht so viel gefochten.

00:04:29: Mehr Atemkörperstimme gemacht.

00:04:33: Okay interessant aber was ist mit den Fechten?

00:04:37: Also ein paar Stellungen geübt und so... Aber diese Atemübungen und die Stimmübung haben dazu geführt dass ich Töne von mir gegeben habe, die ich nie von mir gekannt hab.

00:04:49: Dazu muss man sagen, ich war eher ein Schüchternis-Mädchen.

00:04:52: Also in der Schule wenn es nicht mal was lesen musste wird lauter, lauter!

00:04:57: Ich hab das nicht so... Ja, mich habe ich nicht so getraut und mit diesen Übungen habe ich dann plötzlich eine Töne entwickelt und eine Stimme bekommen und war über mich selbst überrascht wie laut ich geworden bin.

00:05:10: also dann habe ich gelesen in der schule und gleich laut und die Lehrer richtig erschrocken, ich selbst bin erschrockt

00:05:18: Das kam so automatisch.

00:05:19: dann mit diesen Übungen?

00:05:22: Ja, es wurde geschult und die Stimme wurde stärker.

00:05:26: Die gestützt... Es waren Körperübungen mit Stimme dabei.

00:05:30: Also das war wirklich das was Schauspieler halt lernen müssen.

00:05:35: Und es war großartig!

00:05:36: Dann wurde ich auch selbstsicher dadurch.

00:05:39: Und das war großertig.

00:05:42: Das würde ich auch jedem raten, dass man an seiner Stimme arbeitet, an seinem Atem.

00:05:50: Wir haben dann auch gefochten, aber ich habe das wirklich so geliebt.

00:05:52: Ich hab das drei Jahre gemacht neben meiner Gymnasiumzeit.

00:05:55: Das ist eine lange Zeit?

00:05:56: Ja, eine lange.

00:05:57: Aber ich habe es sehr gerne gemacht und das hat mich an die Schule gebunden, dass ich auch die Ausbildung machen wollte.

00:06:03: Ich habe es so gefallen daran gefunden in einem Schauspiel.

00:06:09: Dann habe ich die Ausbildung gemacht und noch mal drei Jahre fechten gemacht!

00:06:15: Da bin ich reingewachsen und meine Eltern konnten dann gar nicht nein sagen, dass ich das mache.

00:06:20: Weil sie sind da selber schuld, dass sie mich dorthin geschickt haben!

00:06:25: Und während meiner Ausbildungszeit habe ich natürlich auch festgestellt, naja ein bisschen veraltet ist es jetzt aber schon auch teilweise was da passiert weil mein Vater natürlich auch nicht als Schauspieler tätig war oder auch gar nicht so das Wissen haben konnte was gebraucht wird und sich auf die Lehrenden verlassen hat, die damals an der Schule waren.

00:06:45: Und die Wand hat teilweise schon noch Zeit meines Großvaters.

00:06:49: Keine schlechten Lehrer aber halt ein bisschen veraltert.

00:06:52: das Theater entwickelt sich ja auch ständig weiter.

00:06:55: also wenn mich als Beispiel geben darf da hat eine Lehrerin muss ich gesagt zu jeder Person, die diese Rolle gespielt hat.

00:07:01: Und da geht es nach hinten und dort hebst du jetzt die Hand.

00:07:04: Nein, nein, ne linke Hand!

00:07:05: Neid nicht die Rechte und das gehst davor.

00:07:07: Und jetzt gibst du dir meinen Kuss in ein kleines Becker nur an die Wange und jetzt drichst dich sofort um und gehst wieder

00:07:12: ab.".

00:07:13: Also das waren so... Jeder hat das dann gleich gemacht.

00:07:16: Das waren wirklich so Cookie-Katter.

00:07:17: Ich meine natürlich hat das Talent des Einzelnen das ausgefühlt Auch dann verändert.

00:07:24: Natürlich, es waren wunderbare Schauspieler geworden, aber die Form des Theaters war halt ein bisschen veraltert.

00:07:31: Es weiß die eine Lehrerin und ich spreche nicht von allen so.

00:07:34: Aber da wusste ich, das gehört auch aufgefrischt mit moderneren Techniken

00:07:39: usw.,

00:07:39: und habe ich meinen Vater immer wieder vorgeschlagen.

00:07:41: Tutti und die Leute.

00:07:42: Da bin ich als Reiner-Seminarin, habe mir Leute angeschaut und habe gesagt, engagiert?

00:07:46: Weggangaschiert!

00:07:48: Nein, nein.

00:07:48: Das haben Sie zusätzlich gemacht natürlich.

00:07:52: Und dann haben die bei uns auch unterrichtet.

00:07:56: Und so hat sich das ein bisschen vermischt.

00:07:58: Es hat sich vermisht, die eigene Ausbildung zur Schauspielerin und das eigene Bestreben du wolltest ja auch Schauspielerin werden und gleichzeitig hast du aber in der Schule was du schon involviert hast geschaut.

00:08:11: wen könnten wir da noch reinholen?

00:08:13: wie könnten wir die ausbildung noch spannender machen noch besser machen.

00:08:17: Genau, ich hatte das natürlich auch viele Kolleginnen und Kollegen nennen.

00:08:21: Wir hatten einen großen Spaß zusammen und die haben ja auch Ideen gehabt.

00:08:25: Und wir haben uns gemeinsam auch teilweise wie mich beeinflussen lassen gesagt, ich kenne den und er ist gut und das eine Workshop usw.

00:08:32: So haben wir uns in meinem Vater einfach Sachen vorgestellt.

00:08:37: Das war kein Schulführer in dem Fall aber es hat schon mit dem Lehrplan zu tun gehabt dass man sich beschäftigt was gut für die Ausbildung ist.

00:08:45: Natürlich habe ich dann auch mit Lehrenden gesprochen und die haben mir gesagt, schaut aus.

00:08:50: Und das passt jetzt nicht gut weil... Also es ging jetzt so als hätte man da so locker Leute engagiert.

00:08:57: Das hat schon bei einer Struktur gehabt natürlich.

00:09:02: Aber es hat halt begonnen.

00:09:05: Dann hat sich das wirklich mehr vermischt, weil mein Vater hatte multiple Sclerose Und war Richter, das heißt er hatte wirklich nur mehr wenig Möglichkeiten auch in die Schule zu kommen.

00:09:16: Weil wir sind ja im Dach geschost.

00:09:17: Es gibt zwar einen Lift aber Stufen zum Lift und es war alles ein bisschen umständlich... ...und der kam sowieso immer nur vorbei und hat das meiste telefonisch gemacht und hatte eben diese Lehrenden, die schon lange da waren, die auf alles aufgepasst haben.

00:09:33: Die aber auch nicht wirklich wollten dass neue Leute kommen.

00:09:38: Es war dann so, dass ich Und damals war man mit Ninzehn erst volljährig und da habe ich die Geschäftsführung übernommen, also mit neunzehn Jahren.

00:09:48: Ja dann hab' ich schon einige Sachen mehr gemacht... ...und dann war's aber so, ich hab' neunund achtzig die Abschlussprüfungen gemacht.

00:09:56: Also der Abschluss- prüfung

00:09:57: für Schauspieler und habe dann die Möglichkeit gehabt einen Angerschmarr in Deutschland anzutreten.

00:10:05: Also ich hab zu dem Zeitpunkt in Wien ein bisschen gespielt, den eher so oft Theatern und Fernsehen und so Sachen.

00:10:11: Hat mir riesen Spaß gemacht.

00:10:12: aber dann war ihm die Möglichkeit einen zwei-Jahres Vertrag an einem Stadttheater in Deutschland, an einem Renommierten mit schönen Rollen zu beginnen.

00:10:23: Das war natürlich eine harte Entscheidung weil da war die Frage was mache ich jetzt?

00:10:26: Jetzt habe ich schon so viel mich eingebracht in der Schule.

00:10:29: mein Vater war schon richtig glücklich dass er entlastet wurde Und ich wollte weder die Schule alleine lassen, noch wollte ich das Engagement aufgeben.

00:10:41: Also es war sehr schwierig.

00:10:43: Aber ich habe mich letztendlich entschieden für die Schule und gegen meinen Traum... ...und hab dann, in dem Jahr bin ich da, die Schule komplett übernommen.

00:10:56: Aber dann ging's wirklich um.

00:10:57: Dann habe ich alle Lehrenden ausgetauscht und alles umgestellt.

00:11:02: Wenn schon, dann ordentlich!

00:11:33: Du hast gesagt, du hast deinen Traum Schauspielerin zu sein aufgegeben.

00:12:11: Hast du das jemals bereut?

00:12:14: Ich habe es nicht ganz aufgegeben und das hätte mir garantiert einen anderen Weg beschert.

00:12:21: also wenn man ein zweijahres Vertrag in Deutschland Renovierten Stadttheater hat und es hätte teilweise wirklich wundervolle Rollen gehabt.

00:12:27: Das hätte mich geprägt, da hätte ich viel gelernt und diese Chance wusste ich die kommt nicht mehr.

00:12:33: Ich habe auch in Österreich nicht viel annehmen können.

00:12:36: Ich konnte nur in Wien etwas machen im Wirklichkeit weil ich natürlich durch die Umstellung gar nicht von Wien weg konnte.

00:12:43: Und dann verliert man aber auch den Absprung, also es war dann ja Fernsehen und Sprechertätigkeiten und so Sachen habe ich gemacht.

00:12:52: Aber nicht mehr viel Theater.

00:12:55: Aufgegeben habe ich's nie, also ich mache immer heute auch immer noch was.

00:12:58: Hast du diese Entscheidung jemals bereut?

00:13:02: Ich hatte Momente wo ich gezweifelt hab wenn es auch wirtschaftlich schwierig war oder wenn man das gefühlt hat Es dankt einem eigentlich niemand Man macht das ja nicht.

00:13:14: Man bedankt, aber man hat manchmal das Gefühl, man wird einfach nicht verstanden wie viel man eigentlich leistet und kritisiert dann womöglich.

00:13:23: Und das waren schon Momente, wo ich dachte warum mache ich das eigentlich?

00:13:27: Aber dann geht man in sich und weiß ganz genau... Deswegen mache ich es nicht, dass ich die Anerkennung anderer bekomme.

00:13:33: Sondern das ist halt ganz ein anderen Grund.

00:13:35: Das ist wirklich eine Lebensaufgabe und das wurde es mehr und mehr.

00:13:39: Und je länger ich's mache, desto überzeugter bin ich, dass es da nichts zu bedauern

00:13:43: gibt.".

00:13:44: Jetzt sind schon thirty- acht Jahre, die du die Schauspielschule Kraus leitest.

00:13:48: Zwei Dinge hast du worden angesprochen?

00:13:50: Dass eine die wirtschaftliche Situation, dass andere die Wertschätzung, die manchmal auch dann eben

00:13:56: nicht da ist...

00:13:59: wird so ein schönes Zeichen einer Wertschätzung bekommen.

00:14:03: Am zehnten September wird der Berufstitel-Professorin verliehen, das ist eine schöne Auszeichnung und man muss dazu auch vielleicht sagen was wichtig ist zu wissen dass die Schauspielschule Kraus die einzige private Schauspilschule Österreichs mit Öffentlichkeitsrecht ist, die aber sich völlig selbst trägt.

00:14:24: also vom Staat fließt da kein Geld

00:14:29: Wir kriegen keine Subventionen, werden nicht gefördert.

00:14:31: Wir erhalten uns selbst über Schulgeld und das können wir auch nicht zu hoch stecken.

00:14:38: also arbeiten wir alle mit einem sehr geringen Einkommen.

00:14:42: Also sehr viel Idealismus ist natürlich notwendig aber es gibt dann ja doch Zeiten wo was einem da nicht so gut geht weil man möchte auch gut leben können wenn möglich.

00:14:53: Ja wir liegen dem Staat nicht in der Tasche.

00:14:56: niemals bringen aber jedes Jahr enorm viele großartige Künstlerinnen und Künstlern raus, die in Österreich bleiben.

00:15:05: Und die wirklich in der österreichischen Kulturlandschaft sehr viel leisten.

00:15:09: Also darauf bin ich ganz besonders stolz auf unsere großartigen Absolventen und Absolventinnen, dass sie eine riesige Bereicherung sind für Kunst- und Kultur.

00:15:20: In den Achtundsiebzig Jahren, das es die Schauspielschule Kraus nun schon gibt Das sind wirklich große Namen dabei, sehr bekannte Namen.

00:15:28: Möchtest du ein paar nennen die bei euch die Ausbildung gemacht haben?

00:15:33: Zu meines Großvaters zeigten wir zum Beispiel der Oscar Werner, der Karl-Heinz Böhme, die Annie Mangold, dann Regina Fritzsch, die Almer Seidlering bekommen hat, Burgtheater Schauspielerin, Karl-Hins Hackel, Uli Beimpolt, Adele Neuhauser... Georg Friedrich, Manuel Rubey, Angelika Niedetzky, Valerie Huber, Tobias Reinthaler die Susanne Wieckens.

00:15:57: Sie sind überall.

00:15:58: manche kennt man vom Namen vielleicht nicht so sehr aber man kennt die Gesichter.

00:16:02: sie sind im Film, im Fernsehen und Theater überall in Österreich in Deutschland auch.

00:16:08: Es gibt auch Leute, die in den Theater leitern geworden sind.

00:16:10: Matthias Straub ist in Koburg seit vielen Jahren Intendant und die Claudia Rohnefeld leitet jetzt das Gloria-Theater Ernst Kurt Weigl oft Theater Ich meine dann war Thomas Schweigen der künstlerische Leitung im Schauspielhaus

00:16:24: Nicht nur eben auf dem Bühnen sondern auch hinter den Kulissen als Regisseurinnen und Regisseure.

00:16:31: Intendanten.

00:16:32: Ja, die Schauspillehre Regine Friedschirm im Rheinland-Ziminar.

00:16:36: Es ist einfach viel, Moderation, ein Drehrander Zartel, Mordmoderation und Gilliganeteske Kabarettistin.

00:16:43: Ein Schauspieleriner der Soko Linz.

00:16:46: Also es ist wahnsinnig viel!

00:16:49: Wirklich viel ja?

00:16:49: Ja.

00:16:49: Das ist schon eine große Bereicherung die die Kulturlandschaft Österreichs der Schauspilschule Kraus zu verdanken hat kann man sagen.

00:16:57: Ja absolut

00:16:58: Und freust du dich über diese Auszeichnung mit dem Profisoren-Titel?

00:17:05: Ja, ganz ehrlich.

00:17:05: Ich freue mich sehr!

00:17:07: Es ist mir der Titel an sich nicht wichtig aber die Anerkennung ehrt mich unglaublich.

00:17:14: es ist die Anerkennung dass das was ich in Wirklichkeit still und leise geleistet habe weil das ist mir geblieben ich war als Kind schüchtern bin zwar dann bisschen Vorlaut auch geworden und lauter, aber trotzdem habe ich mich nie ins Rampenlicht gestellt.

00:17:35: Ich sage immer es gibt Menschen die ihr Berufsleben im Rampennicht verbringen und es gibt Leute die dafür sorgen dass andere auf die Bühne kommen.

00:17:44: und ich durfte einer dieser Menschen sein.

00:17:47: Und jetzt freue ich mich das sich eine Anerkennung bekommen

00:17:53: Dass das auch gesehen wird.

00:17:54: Ja genau, dass es gesehen wird und geschätzt wird.

00:17:58: Ich meine, es wird geschätzt.

00:17:59: Das wäre falsch wenn ich sage, es wurde nicht geschätzter.

00:18:02: Aber es gab schon Momente wo ich das Gefühl hatte Es wird missverstanden Weil wenn man bedenkt wie das wirtschaftlich aussieht dass ist einfach immer ein Nachzählen.

00:18:13: Man versucht so viel möglich zu bieten und achtet halt immer aufs Geld Wirtschaftlich mal sehr knapp.

00:18:22: Ja es gibt keine Subventionen oder Sponsoren Kann man noch nicht verlangen, dass das andere bezahlen finde ich ganz ehrlich.

00:18:30: Ich bin halt der Meinung... sich selber auch darum kümmern muss, dass man das Geld dafür aufbringt wenn man etwas leisten möchte.

00:20:51: Wir haben vorhin gesprochen darüber, dass du einiges neu gemacht hast gleich zu Beginn als du mit neunzehn Jahren die Schauspielschule Kross übernommen hast Als Geschäftsführerin, zweier später dann als Direktorin.

00:21:04: Auch die Schauspielerei verändert sich.

00:21:06: Die Anforderungen, die es gibt auch die Menschen, die zu euch kommen haben sich in den fast vier Jahrzehnten, die du jetzt schon die Leitung hast verändert.

00:21:16: Was ist dir denn wichtig oder was waren so Neuerungen in der letzten Zeit, die Du vorgenommen hast?

00:21:22: Also wie gesagt ganz zu Beginn habe ich einmal die Lehrenden ausgetauscht also das war halt wirklich sehr veraltet und frischen Wind eingebracht.

00:21:33: Dann wurde aus dieser damals Nachmittagsschule eine Ganztagsschule.

00:21:37: Das heißt, der Stundenplan wurde über den ganzen Tag verteilt und es war viel mehr Unterricht.

00:21:43: Ich habe Fächer eingeführt die ich als notwendig empfunden habe.

00:21:47: Es waren viel mehr Körperunterricht das war vielmehr Stimmbildung.

00:21:51: Ja wie ich war.

00:21:52: natürlich durch das was ich erfahren habe Durch den einen Umtritts habe ich vermehrt mit anderen Unterrichtsformen, dass halt mehr Körper mehr Stimme mehr sprechen gemacht wurde.

00:22:05: Dass das Handwerk wirklich gut gelehrt wird und dass auch ganz klar ist, wie man an eine Rolle rangeht, dass es nicht einfach ein Text lernen ist und man spielt das jetzt sondern dass auch die Schülerinnen und Schüler verstehen, dass wir den Menschen darstellen und da müssen wir auch den Menschen lernen.

00:22:28: also wir müssen Empathie für den Menschen bekommen und uns genau anschauen, warum handelt der so?

00:22:35: In welcher Situation befindet sich die Rolle jetzt.

00:22:37: Das ist ja ein Mensch, dem wir darstellen.

00:22:41: Und das müssen wir verstehen.

00:22:42: Da sind natürlich teilweise Situationen- und Lebensumstände, die wir überhaupt nicht verstehen können oder die uns gar nicht nahe sind.

00:22:52: Und da müssen wir es aber reinversetzen.

00:22:55: Da gehört viel Beobachtung, viel Verständnis... auch lesen und recherchieren, Erfahrungen sammeln.

00:23:03: Aber vor allem viel Empathie.

00:23:05: Und das wird halt auch geschult und man muss den Menschen noch darstellen.

00:23:09: Das finde ich eine ganz wichtige Schule, die jeder der Schauspielmacht durchgeht.

00:23:15: Da sage ich immer, ich finde jede Person sollte Schauspielenunterricht nehmen um das zu erfahren weil dann würden wir uns gegenseitig besser verstehen.

00:23:23: Der Gedanke ist mir jetzt auch gekommen, dass Empathie sagt man oft fehlt in unserer Gesellschaft.

00:23:28: Das nimmt immer mehr ab.

00:23:30: die Fähigkeit sich in andere hineinzuversetzen andere mit zu bedenken das wäre doch eigentlich was für alle gut wäre.

00:23:36: Genau

00:23:37: jeder sollte Schauspiel machen und mit Tieren arbeiten.

00:23:42: Ja das ist auch eine gute Schule.

00:24:59: Dein Großvater Michaela der die Schauspilschule graus gegründet hat Helmut Krauss Burgschausspieler Du hast ihn nicht mehr gekannt.

00:25:08: Nein, er ist fünf Jahre vor meiner Geburt gestorben.

00:25:11: Aber er hat dein Leben doch irgendwie geprägt?

00:25:14: Ja sehr stark!

00:25:16: Zu Hause war er ja nicht der Gründer der Schule – da war er der Opa.

00:25:22: Ich habe ihn nicht gekannt aber er war trotzdem der Opar Kraus oder der Vater meines Vaters.

00:25:27: im Freundeskreis meiner Eltern war der Helmut.

00:25:31: Aber draußen in der Theaterwelt mit der ich dann zu tun hatte war immer der Professor Klaus, der Herr-Professor.

00:25:39: Und das war ganz interessant wie mit Erfurcht jeder auf den Herrn Professor geschaut hat und für mich war auch das Wort Professor so, so ganz was Unerreichbares, Erfurtbringendes also wirklich ganz stark.

00:25:54: deswegen war für mich auch der Professoren Titel etwas Unerreichbares und eine außergewöhnliche Lebensleistung bringen und was ganz besonderes leisten.

00:26:03: und das stimmt ja auch.

00:26:05: Und jetzt denke ich mal, ich bekomme den Titel selbst und das merke ich so wow!

00:26:12: Ich habe das geleistet.

00:26:36: Die Schauspielschule Kraus befindet sich im ersten Bezirk sehr nahe von unseren Studios von Radio Klassik Steffansdom und in der Anfangszeit kann mich noch erinnern dass auch meine Sprechausbildung bei dir gemacht habe, wie einige andere die schon so lang da sind.

00:26:56: Eure Schule ist im Dachgeschoss und es ist eine ganz eigene Atmosphäre wenn man da hineinkommt durch diese Türe.

00:27:04: Wie erlebst du das?

00:27:05: Du gehst ja doch jeden Tag hin, ist das für dich auch noch immer etwas Besonderes?

00:27:10: Es ist ganz besonders was besonderes wenn ich als erst in die Schule komme Also wenn ich die Tür aufsperre, durch die ich schon als vierzehnjähriger gegangen bin Und dann schalte ich den Hauptschalter ein Und dann halte ich so inne und nehmt den Geruch wahr.

00:27:25: Die Schule hat einen ganz eigenen Geruch, den wahrscheinlich nur ich rieche und sonst niemand weil ich den schon solange kenne.

00:27:33: Dann bleibe ich stehen und atme tief ein und dann denke ich mir wirklich sehr oft Danke Opa!

00:27:39: Danke Herr Professor Krauss.

00:27:42: Es ist ein Ort an dem Ich gerne bin, an dem ich das mache was ich liebe.

00:27:49: An dem jede Person die hier an der Schule ist, dass macht was sie liebt und das ist etwas ganz Besonderes.

00:27:56: Jeder macht es freiwillig natürlich aber jeder möchte Schauspieler werden und sich den Traum verwirklichen und macht mit einer Begeisterung, mit einer Freude und einer irrsinnprositiven Energie.

00:28:08: Und das ist wunderschön!

00:28:09: Das spüre ich ganz besonders in der Früh.

00:28:47: Sie hörten ein Gespräch mit Michaela Kaus Bono.

00:28:51: Sie leitet seit fast vier Jahrzehnten die Schauspielschule Kraus in der Wiener Innenstadt.

00:28:57: Außerdem ist sie Fotografin, mehr Informationen finden sie auf radio-klassik.at.

00:29:04: in der Podcast Rubrik Perspektiven.

00:29:08: Wir von Radio-Klassik Stefan Stumm gratulieren unserer langjährigen Wegbegleiterin sehr herzlich zur Verleihung

00:29:14: des Berufstitels

00:29:16: Professorin und freuen uns auf viele weitere gemeinsame Radioprojekte.

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