Perspektiven: Wie viel Erinnern braucht die Vetmeduni?
Shownotes
Während der NS-Zeit war die Wiener Tierärztliche Hochschule eine nationalsozialistische Hochburg. Seit 2015 arbeitet die heutige Veterinärmedizinische Universität Wien ihre eigene NS-Geschichte intensiv auf. Unter anderem mit dem Podcast „Remember NOW!“ zur Erinnerungskultur. radio klassik Stephansdom überträgt die ersten drei Folgen. Gestaltung: Marlene Groihofer.
Folge 2: Wie viel Erinnern braucht die Vetmeduni?
Wie geht man als Universität verantwortungsvoll mit seiner NS-Vergangenheit um? Und wie kann eine lebendige Erinnerungskultur heute gelingen? Vetmeduni-Rektor Matthias Gauly und die ehemalige Rektorin Petra Winter sind sich einig: Sensibilisierung, das Gespräch suchen und Selbstreflexion sind essentiell.
In dieser Folge von Remember NOW! sprechen Petra Winter und Matthias Gauly über eigene Erfahrungen im Umgang mit der NS-Vergangenheit während ihrer Studienzeit, darüber, warum es wichtig ist, Aufarbeitung wissenschaftsbasiert zu betreiben und über die Verantwortung, sich als Uni-Leitung der eigenen Vergangenheit zu stellen.
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00:00:00: Jahrzehnte lang hat Schweigen darüber geherrscht.
00:00:03: Heute arbeitet die Veterinärmedizinische Universität Wien ihre eigene NS-Geschichte intensiv auf, unter anderem mit einem eigenen Podcast.
00:00:12: Radioklassik Stefan Sturm überträgt in diesem September die ersten drei Folgen der Sendereihe namens Remember Now.
00:00:20: Heute in Folge zwei sprechen der Wettmetuni-Rektor Matthias Gaulie und die ehemalige Rektorin Petra Winter darüber, wie eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur gelingen kann.
00:00:51: Heute und morgen.
00:01:03: Die NS-Diktatur fällt ja nicht vom Himmel, sondern sie wird gerade im akademischen Bereich
00:01:09: vorbereitet."
00:01:10: Sagt Historiker Alexander Pinwinkler, der in der letzten Folge von Remember Now zu hören war.
00:01:16: Er hat zur NS-Vergangenheit der Wettmet-Uni geforscht – und er betont wie gerade gehört das NS-Regime ist gerade im Akademischenbereich vorbereitet worden auch an der heutigen Wettmeth Uni.
00:01:30: Es wird
00:01:30: gesagt, dass die Tierärztliche Hochschule stark deutschnational-konservativ
00:01:35: geprennt gewesen ist und das
00:01:38: aus diesem Hintergrund heraus betrachtet der Übergang in den Nationalsozialismus
00:01:43: auf institutioneller Ebene ein ziemlich friktionsloser
00:01:46: gewesen ist.
00:01:47: Wenn der Übergang zum Nationalsozialismus an der Uni damals friktionslos funktioniert hat wie kann man dann als Wett mit Uni heute?
00:01:57: dafür sorgen, dass das nicht eines Tages in anderer Form noch einmal passiert.
00:02:02: Darüber sprechen wir jetzt und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Remember Now!
00:02:09: Mein Name ist Marlene Krojhofer ich bin Journalistin und die Gestalterin dieses Podcasts.
00:02:20: Universitäten haben das Nazi-Regime mit vorbereitet.
00:02:24: Sie haben es gestärkt und unterstützt, das hat bedeutet dass es Zensuren gegeben hat an den Unis, dass die Rassenlehre verbreitet worden ist, dass es antisemitische Forschung gegeben hat, dass jüdisches Personal, jüdische Studierende vertrieben worden sind – und das sind nur einige Punkte!
00:02:43: Und auch die heutige Wettmet-Uni war daran beteiligt.
00:02:47: Rückwirkend wird sie von Historikern auch als nationalsozialistische Hochburg bezeichnet, weil es hat Angriffe gegeben auf dem Campus – auf jüdische Studierende….
00:02:57: … und einige ehemalige Rektoren der Wettmet-Uni waren überzeugte Nationalsozialisten zum Teil schon vor und nach dem Krieg.
00:03:15: Das führt zur Frage, was soll und was muss Erinnerungsarbeit heute leisten.
00:03:20: Und wie kann eine Uni – wie die Wettmet-Uni – dazu beitragen, dass sie als Institution und ihre Studierenden und ihr Personal nie wieder eine so menschenverachtende Geschichte schreibt?
00:03:34: dass wir darüber reden und sensibilisiert sind.
00:03:37: Wir bilden jungen Leute aus, wenn diese Reflektion auch die Selbstreflexion von uns nicht ausgeht.
00:03:43: Wer soll sich dieser Aufgabe annehmen?
00:03:44: Dazu hören wir in der heutigen Folge den Rektor David mit Uni Matthias Gaulie und die ehemalige Rekturin Petra Winter.
00:03:55: Da war das Studium anders, da ist man anders behandelt worden und je nachdem wie man behandelt wurde hat man schon irgendwie einen Rückschluss möglicherweise diverse Einstellungen ziehen können.
00:04:06: Petra Winter hat ab Mitte der neunzehn-achtziger Jahre selbst an der heutigen Wettmet-Uni studiert.
00:04:11: Neun Jahre lang war sie bis zu Jahrtausendfünfundzwanzig später Rektorin in der Wettmeth Uni und ist heute Professorin an der Klinik für Wiederkäuer.
00:04:20: Außerdem ist sie Präsidentin der EIEVE, der Europäischen Vereinigung der Tiermedizinischen Ausbildungsstätten.
00:04:28: Sie kennt die Uni also gut und lang, und sie weiß auch, dass über den Nationalsozialismus hier lange nicht geredet worden ist.
00:04:37: Als ich an der alten Uni im dritten Bezirk studiert habe, dann hatten wir wahrscheinlich als Studierendekorte ganz oft das Gefühl, dass die Wände ganz viel wissen aber nicht in der Lage waren es auszusprechen und es wurde ja auch nicht darüber gesprochen.
00:04:52: Es war eine univolle Geschichte, aber ohne Sprache.
00:04:56: Ein Beispiel war einfach, dass der Umgang mit den Studierenden an manchen Orten total höflich und respektvoll war.
00:05:02: Und dann anderen halt einen sehr rauer Umgang, möglicherweise weniger inklusiver Umgang – was Frauen betrifft ja sowieso noch ein... weniger inklusivere Umgang.
00:05:15: Es hat zu ihrer Studienzeit in den Achtzigerjahren Lehrkräfte gegeben, bei denen man inoffiziell gewusst hat die vertreten nationalsozialistisches Gedankengut.
00:05:26: Man hat auch gewusst dass in bestimmten Disziplinen an der Universität besonders viele Nazis oder ehemalige Nazis zu finden waren.
00:05:35: Es
00:05:35: war die Gönäkologie, die Chirurgie und auch die Wiederkäuer.
00:05:41: Auch Matthias Gaulie hat aus seinem Studium der Agrarwissenschaft in Bonn bestimmte Fachbereiche als besonders NS belastet, in Erinnerung.
00:05:50: Da waren
00:05:50: tatsächlich auch bei uns einige Fachbereichen auffällig, auch in den Agrar- wissenschaften.
00:05:55: Da ist zum Beispiel auch die Zucht zu nennen.
00:05:57: Die sind schon auffältigt gewesen und das ganze Bereich Tier ist relativ auffädigt gewesen.
00:06:01: aber auch die Ökonomie, die Vertreter der Ökonomie waren nicht alle aber schon eine ganze Reihe vollbelastet.
00:06:09: Seit Jahrzehnte ist Matthias Gaulie Rektor der Wett mit Uni.
00:06:13: Auch er hat in den Neunzehn-Achzigerjahren studiert, Agrarwissenschaft und Veterinärmedizin – in Bonn und in Gießen.
00:06:21: Zumindest seine Studienerfahrung in Bonnn war nicht nur von einem Stillschweigen geprägt.
00:06:26: Bonn
00:06:27: war damals Bundeshauptstadt und da waren die Studierenden viel aus der Geisteswissenschaften.
00:06:31: Da hat man sich also getroffen, die waren extrem politisch aktiv.
00:06:34: Das heißt, man hat die Themen nicht nur die aktuellen Themen sondern auch die alten Themen aufgegriffen.
00:06:39: Die sechzehrjahr war zwar um wo die großen ersten Protestbewegungen der Studierenden da waren und wo das Thema ja auch aufgekommen ist aber es hatte in Bonn noch nachgewirkt.
00:06:48: Es war wirklich anders Aber wir haben schon relativ schnell mit bekommen dass Bedauerlicherweise genau die zwei Fachbereiche, in denen ich mich dann adaptiert habe.
00:06:58: Nämlich die Agrarwissenschaften und Veterinärmedizin doch relativ stark und stärker als andere Fakultäden außer der juristischen vielleicht mit Nationalsozialisten durchsetzt waren.
00:07:08: Es war mir nicht doof.
00:07:09: wir konnten ja rechnen wer wie alt ist und konnten abschätzen werden welcher Zeit auch groß geworden sein muss Und haben das dann auch so ein bisschen versucht, den Eingang zu blicken.
00:07:17: Manchmal ist es leider gelungen mit den Vorstellungen der damaligen Zeit.
00:07:22: Insofern ist bei uns schon das Bewusstsein gereift.
00:07:24: Wer könnte denn aus dieser Zeit noch da sein?
00:07:27: War sehr auffällig!
00:07:28: dass auch die Leute, die man leicht doch damals schon recherchieren konnte, dass sie nach wie vor vererrt wurden an den Universitäten.
00:07:35: Da waren also Hörsehle danach benannt – das ist übrigens heute so noch in manchen Fakultäten und Universitäten in Deutschland – da waren Hörserle benannt.
00:07:43: Und man hat eigentlich alles klein geredet was im Nationalsozialismus geschehen ist und hat die wissenschaftliche Leistung nach vorne gestellt.
00:07:50: Die Gynäkologie ist ein schönes Beispiel.
00:07:52: Die Frau Winde hat vollkommen recht.
00:07:54: Da gibt es leider einige, die auffällig waren Die bis heute auch noch zum Teil verehrt wurden, die hatten Lehrbücher geschrieben.
00:07:59: Man hat aber das über alles gestellt und hat weniger kritisch gefragt was ist denn eigentlich sonst noch da passiert?
00:08:06: Und ich glaube dass die Felder in denen wir da arbeiten leider wahrscheinlich stärker vorbelastet sind als viele
00:08:13: andere.".
00:08:20: Obwohl der Bereich der Tiermedizin ein Feld mit starker NS-Belastung war oder vielleicht gerade weil das einmal so war, hat es nach dem Krieg Jahrzehnte gedauert bis die heutige Wett mit Uni ihre Geschichte aufgearbeitet hat.
00:08:35: Ins Rollen gekommen ist die Erinnerungsarbeit, mit dem Zweihundertfünfzig-Jahrjubiläum der Universität.
00:08:42: Damals war Sonja Hammerschmidt noch Rektorin Petra Winter, Vizerektorin.
00:08:47: Sonja Hammer Schmidt hat als Rektorian die Aufarbeitung der NS seit an der Wettmet-Uni im Vorfeld des Zwei-Hundert-Fünfzig Jahrjubiliums initiiert.
00:08:56: Das ist dann ein Zeitpunkt, wo man darüber reflektiert, feiern wir zwei Hundertfünftig Jahre und blenden wie fünfzig Jahre oder ... Blenden wir einen gewissen Zeitraum aus, wie das leider die tierstlichen Berufsverbände alle machen.
00:09:12: Die blenden das alle aus – ich glaube nicht dass da schon jemand was aufgearbeitet hat, sie blenden einfach diese Zeit aus.
00:09:18: und da entsteht dann die Idee, dass mein Forschungsprojekt einreicht, damit es wirklich wissenschaftlich angeht.
00:09:24: und das Forschungsprogramm ist bewilligt worden und dann hat er seinen Lauf genommen.
00:09:28: Beim erwähnten Forschungsprojekt handelt es sich um die Arbeit der Historikerin Lisa Rettl.
00:09:34: Sie hat ab dem Jahr von den Jüdischen Studierenden im Nationalsozialismus geforscht.
00:09:45: Zwei Bücher sind daraus entstanden.
00:09:47: Und die waren der Auftakt zu einer Erinnerungsarbeit, die bis heute nicht abgerissen ist.
00:09:53: Mittlerweile hat Historiker Alexander Pinwinkler auch die NS-Vergangenheit der Rektoren erforscht.
00:09:59: Lisa Rettl hat außerdem eine Ausstellung zur ehemaligen jüdischen Studierenden erarbeitet.
00:10:05: Es gibt eine Arbeitsgruppe Erinnerungarbeit an der Uni und jetzt zum Beispiel diesen Podcast Und im Sommersemester zwanzig hat schon die zweite Ringvorlesung zum Thema gestartet.
00:10:18: Dann haben wir irgendwie analysiert, was könnte man denn machen?
00:10:20: und dann habe ich gesagt wenn wir haben möchten das es nachhaltig ist und dass es eine Wirkung hat.
00:10:24: dann sagt man nicht, mein Buch ist gut aber dann sollte man irgendwas machen was in den Alltag der Universität integriert werden kann.
00:10:33: Und dann sind wir relativ schnell dazu gekommen Mit einer Ringvorlesung starten, damit wir mal wirklich das Offen machen.
00:10:41: Die Leute zusammenholen und jeder der Interesse hat teilnehmen kann.
00:10:46: Deswegen auch im Nachmittag.
00:10:47: Dann haben sie so Arbeitsgruppen aufgestellt und dann war ja ... Das Ende dieser Ringvorläsungen war ja, dass man überlegt wie kann man denn das jetzt wirklich an die Uni implementieren?
00:10:56: Und was für Möglichkeiten gibt's?
00:10:58: Sondern da gab es sehr coole Ergebnisse!
00:11:00: Ich finde es super, dass die Studierenden dabei sind und dass sie auch so engagiert sind weil Wir nennen Sie ja immer unsere Zukunft, aber in Wirklichkeit sind sie die Gegenwart und in Wirkigkeit beauftragen wir sie mit dieser Aktivität Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.
00:11:53: Widerstand ist Petra Winter in ihrer Zeit als Rektorin mit dem Thema Erinnerungsarbeit nie gestoßen.
00:12:00: Sie weiß aber von einem Ihrer Vorgänger dass das bei ihm unie intern sehr wohl der Fall war.
00:12:06: er hat ihr erzählt?
00:12:08: Da bin ich dann auch von einem Rector angesprochen worden, der Rektor an der Wettmethune war und irgendwie gemeint hatte dass es gut ist das jetzt angesprochen ist weil er wollte das eigentlich auch schon ansprechen in seiner Amtszeit aber da hat's schwere Widerstände gegeben.
00:12:28: Und dann wurde er beratend sein zu lassen
00:12:33: etwas das heute so nicht mehr passieren wird.
00:12:36: Für Rektor Matthias Gaulich steht außer Frage, dass sich die Wettmet-Uni dem Thema auch weiterhin intensiv widmen wird.
00:12:43: Ich glaube das ist letzte Rektorat insofern Vorbild ist, dass er sich dieses Themas angenommen hat und will nicht sagen, dass wir ein Vorreiter dadurch geworden sind.
00:12:53: aber wir sind ziemlich weit vorne in dem was wir tun glaube ich verglichen jetzt mit anderen Fakultäten aus dem Veterinärmedizinischen Bereich und deswegen glaube ich doch kann man Vorbild sein.
00:13:02: man kann Zeichen setzen mit Aktivitäten Man kann Ringvorlesungen anbieten.
00:13:07: Das scheint vielleicht nicht viel, aber ich finde es ist ziemlich
00:13:09: viele.".
00:13:22: Mitstand, nineteenhundertfünfundvierzig haben an der Tierärztlichen Hochschule zweihundertvier Personen gearbeitet.
00:13:29: Rund achtundzwanzig Prozent davon waren NSDAP-Parteimitglied.
00:13:35: Jüdisches Personal hatte man gar keines eingestellt.
00:13:39: Außerdem waren schon vor neunzehnachtunddreißig zehn Prozent der Wettmet-Unistudierenden illegal Nazis.
00:13:46: Die Tiererstesschaft an sich war sehr stark vom Nationalsozialismus durchdrungen.
00:13:51: Was denken Matthias Gaulie und Petra Winter über die Gründe dafür?
00:13:55: Das ist eine Frage, mit der sich viele von uns beschäftigt haben.
00:13:59: Es gilt auch für die Landwirtschaft.
00:14:01: Und ich glaube, die Erklärung ist dass die Studierenden zumindest früher aus beiden Berufsgruppen eher aus dem ländlichen Umfeld gekommen sind ein eher konservatives und aufkonservativen Werten basiertes Umfeld Und ich fürchte und glaube, das ist heute nicht anders als es damals war.
00:14:19: Gerade diese Gruppen sind extrem empfänglich für bestimmte Stimmen.
00:14:24: Die Dinge wie Familie, die Einheit und Nation betonen.
00:14:30: Diese konservativen Gruppen sind diesbezüglich empfänglich.
00:14:33: Petra Winter sieht weniger die ländliche Herkunft als einen Grund dafür warum mit dem Nationalsozialismus sympathisiert worden ist.
00:14:42: Sie sieht eher strenge Familienstrukturen zum Beispiel aus dem Adel als möglichen Einfluss dafür oder auch Gruppendruck der unter Studierenden und Wissenschaftlern vom Land geherrscht haben könnte.
00:15:19: diverser als zu Zeiten des Nationalsozialismus und dadurch in Summe wohl weniger konservativ.
00:15:27: Wenn wir jetzt auf die Studierenden uns beziehen, kommen sie wesentlich stärker noch auch aus urbaren Regionen.
00:15:34: Wir haben immer noch einen hohen Teil aus ländlichen Regionen aber es kommt auch ein großer Teil tatsächlich aus städtischen Regionen glaube ich mit einem politisch gefärbten und einem anderen Wertevorstellungen als die Leute, die vielleicht aus dem ländliche Raum kommen.
00:15:47: Und da ist dann die Mischung.
00:15:49: etwas finde ich sehr Heilvolles weil sie Positionen austauschen.
00:15:53: Das sind weder die konservativen Grundsätzlichfalls noch die linken Positionen grundsätzlich falsch, aber ich glaube der intellektuelle Austausch macht den Wert und ich glaube da kommen heute mehr Studierenden aus verschiedenen Schichten in verschiedenen Gruppen mit verschiedenen Herkunften
00:16:07: zusammen.".
00:16:08: Außerdem hat sich das geschlechter Verhältnis sehr geändert.
00:16:12: Frauen waren an der tierärztlichen Hochschule erst ab zehnt neunzehn zum Studium zugelassen und erst neununddreißig hat die erste Frau ihr Studium an der heutigen Wettmet-Uni abgeschlossen.
00:16:24: Heute sind rund achtzig Prozent der Studierenden an der Wettmeth Uni weiblich.
00:16:30: Wenn es darum geht zu verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt dann sollte man dabei die Rolle von Diversität nicht unterschätzen sagt Petra Winter
00:16:41: Glaublich.
00:16:42: wichtig, dass in der Studierendengehorte eine Vielfalt an Menschen ist die unterschiedlich sozialisiert worden sind.
00:16:50: Die aus unterschiedlichen Netzwerken kommen, die unterschiedliche Erwartungshaltung haben Erfahrungen, unterschiedliche formuläre Verhältnisse haben genauso wie in der Professorinnen und Professoren schafft und unter den Lehrenden weil dann ist es einfach leichter dass Leute aufbegehren können.
00:17:08: Deswegen ist es so wichtig, dass man beim Aufnahmeverfahren auch wirklich Schausengleichheit macht.
00:17:17: Dass man aus einer bestimmten Schichte kommen muss damit man sie irgendwie nachhilfe leisten kann und dann... Man muss da wirklich Schausegleichheit das höchste Gut sein.
00:17:28: Ferne ist natürlich untransparenz aber Schausungleichheit, unabhängig woher man kommt dann schafft man quasi schon durch die Diversität einen Raum, wo man kritisch diskutieren kann unterschiedlicher Meinung sein kann und wo man sehr ausprobieren kann.
00:17:44: Und das ist glaube ich auch Aufgabe einer Universität, dass man sich ausprobiert aber gleichzeitig... die Werte lebt, damit man ein gutes Miteinander hat.
00:17:52: Aber nicht nur die Diversität sei ein wichtiger Faktor wenn es darum geht die Universität vor jeglicher Form von radikalem Gedankengut zu schützen auch die akademische Freiheit sei etwas das man im Blick behalten sollte.
00:18:07: immerhin ist sie im Nationalsozialismus durch die Wissenschaft selbst massiv missbraucht worden
00:18:13: und deswegen glaube ich halt einfach die akademische Freiheit sollte bestehen bleiben und das ist das höchste Gut, weil sie Basis für neues Wissen schaffen.
00:18:23: Aber gleichzeitig muss man natürlich an den Werten arbeiten, dass man diese Werte einhält und dass man dann aufgekehrt, wann die Werte nicht eingehalten werden.
00:18:32: Sonst kann sich auch eine andere Seite haben, wenn jeder seine akademische Freiheit so interpretiert wie er es interpretieren möchte, dann kann natürlich sowas ausserkommen als da passiert
00:18:42: es.".
00:18:45: Manche, die die akademische Freiheit im Nationalsozialismus missbraucht haben waren Wissenschaftler, die an der Uni Spitze gestanden sind.
00:18:54: Acht ehemalige Wettmet-Unirektoren werden heute als stark NS belastet gesehen.
00:19:01: Das zeigt ein neues Forschungsprojekt von Historiker Alexander Pinwinkler Rektor Matthias Gaulie.
00:19:07: So
00:19:07: wie es bewegt, sich aktiv mit den Opfern auseinanderzusetzen, bewegt es auch ganz anders, sich aktiv mit Tädern auseinandersetzen und einige der Rektoren muss man so nennen wenn sie nicht nur verhindert haben das jüdische Kolleginnen und Kollegen überwiegend Kollegen zu jeder Zeit abtransportiert worden sondern die haben das teilweise sehr aktiv betrieben und sind deswegen auch Täter.
00:19:28: Viele haben nach dem Krieg trotzdem ihre Karriere an der Uni fortsetzen können Und noch heute sind ihre Namen in Goldschrift auf der Rektorentafel in der Aula im Festzeigebäude zu finden.
00:19:42: Wie man damit jetzt umgehen wird, ist in Überlegung.
00:19:45: Wir können uns gut vorstellen so wie es Antoneversitäten gemacht haben dass wir bei einigen diese Goldschrift Züge wegnehmen aber auch deutlich dann den Link machen sodass jeder sagen kann warum is der nicht mehr in Gold?
00:19:56: Warum ist Anderfabich dargestellt?
00:19:58: Warum haben wir ihn so eingeordnet?
00:20:00: oder vielmehr gesagt die der Jurist so eingeordinate beziehungsweise die Historiker also eingeordnete Sodass jeder auch nachvollziehen kann warum wir Veränderungen vorgenommen haben.
00:20:09: Außerdem ist eine Ausstellung zum Thema angedacht.
00:20:13: Mir persönlich wäre es sehr wichtig, dass wir bei den Besuchern der Ausstellungen, die wir initiieren und aus einer Ausstellung sein, die Wir dauerhaft hier haben, interaktiv sich jeder die Frage stellt wie hätte ich mich verhalten?
00:20:25: Ich finde das eine der schwersten Fragen.
00:20:27: Abgesehen von persönlichen Fragen, die sich jeder für sich selbst zum Thema stellen kann steht die Uni wie bei den schon erwähnten Ehrungen auf der Rektorentafel vor ganz praktischen Überlegungen.
00:20:41: Was macht sie?
00:20:42: Mit Ehrenzeichen, die sie einmal an Nazis verliehen hat?
00:20:45: und was tut man mit belasteten Namen, die noch aktiv in der Lehre angewendet werden?
00:20:51: Manche medizinischen Geräte-und Handgriffe sind nämlich
00:20:55: z.B.,
00:20:56: nach wie vor benannt, nach NS belasteten Rektoren.
00:20:59: Wie Franz Benisch und Otto Überreiter.
00:21:02: Das eine ist ein Naht – ich weiß jetzt gar nicht ob die Nuss unterrichtet wird aber wir haben die noch gelernt, der hat eine spezielle Harnblasennaht damit sie gut zusammengenäht werden kann und das war auch eine Naht nach Überreiten.
00:21:14: Und beim Benisch gibt es ein paar so geburtshilfliche, unterstützende Instrumente, die nach Benish benannt sind.
00:21:21: Es war ja so, dass die mit wirklich deutlicher nationalsozialistischer Vergangenheit die Sonne dann über ihren wissenschaftlichen Output wieder integriert worden.
00:21:29: Und deswegen sind es so prominent bei denen natürlich darauf geschaut haben das sie unter einem positiven Licht bekannt werden.
00:21:37: eine Schlussfolgerung könnte sein, dass man sich sowieso überlegt ob das noch zeitgemäß ist, dass wir ein Instrument nach dem Erfinder benennt.
00:21:47: Da könnte man auch eine diplomatische Lösung finden, generell in der Veterinärmedizin wird jetzt Wien alleine nicht schaffen weil dann müsste man irgendwie gemeinsam zumindest im deutschsprachigen Raum ein Verständnis entwickeln dass man sagt okay die jungen Menschen kennen die Personen immer mehr also Wir benennen die einfach nach dem Zweck möglicherweise, dass man da gemeinsame Strategie entwickelt.
00:22:09: Eine Strategie wird es auch im Umgang mit Ehrungen brauchen weil ehemalige Nazis sind an der Wettmet-Uni auch mit Ehrenzeichen gewürdigt worden.
00:22:19: Heute sind diese Auszeichnungen ein weiterer Punkt, den man angehen will.
00:22:23: Es gibt noch extrem viel aufzuarbeiten.
00:22:26: also wir hatten nicht nur Rektoren sondern wir haben zum Beispiel tatsächlich sehr viele die Ehrenzeichen auch erhalten haben gerade während des Nationalsozialismus.
00:22:33: das waren auch Menschen die nur indirekt mit der Veterinärmedizin etwas zu tun haben.
00:22:37: aber da finden sie in der Liste so ziemlich jeden deren Nazivergangheit in dieser Zeit in Wien im Großraum hat dass aufzuarbeitet wird eine Challenge die abzuerkennen, auch im Nachhinein vielleicht wenn es dann hundert Jahre später ist.
00:22:51: Das muss so sein!
00:22:52: Denn wir wollen so ihr Zeichen wieder vergeben.
00:22:55: ich persönlich möchte keine Zeichen tragen wie viele Neonazis vor mir hier getragen haben oder Altenazis in dem
00:23:01: Fall."
00:23:01: Sagt Rektor Matthias Gaulie.
00:23:03: Besonders wichtig ist ihm dass die Aufarbeitungsarbeit, die jetzt an der Wett mit Uni passiert wissenschaftlich fundiert ist.
00:23:11: Ich habe das für ganz besonders wichtig, dass da Historiker eingebunden sind.
00:23:15: Dass wir es nicht selber aufarbeiten weil es einfach valide und wissenschafts passiert ist Und sie sehr schön auch in der Dokumentation erkennen können wo dann da steht hier gibt es keine validen weiteren hinweise punkt Und da ist ein Spielraum für Interpretation, aber der Wissenschaftler sagt das kann nicht belegen.
00:23:32: Diese Aussagen gibt es, diese Dokumente gibt's und das ist extrem wichtig.
00:23:36: Alles andere würde dann dazu führen, dass Spekulationen entstehen, dass etwas so hinterfragt wird.
00:23:41: Es muss Wissenschafts passiert sein und das sind gut investiertes
00:23:45: Geld.".
00:23:52: Das war Remember Now!
00:23:54: Der Podcast der Wettmit-Unit zur Erinnerungskultur.
00:23:58: Marlene Koihofer sagt Danke fürs dabei sein.
00:24:06: Remember now war das.
00:24:08: Heute mit dem Wettmet-Unirektor Matthias Gaulie und der ehemaligen Rektorin Petra Winter.
00:24:14: Nächste Woche, am Montag den XXI.
00:24:17: September geht es an dieser Stelle um heilsame Erinnern – ein Spurensucher die die Historikerin Lisa Rettl vom Wetzmet-Uni Campus in Floridsdorf bis nach Israel geführt hat!
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