per- 260414#Für Pessimismus ist es zu spät
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00:00:00: Viele derzeitige Entwicklungen, Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Kriege, aufgehende Schere zwischen Arm und Reich geben Anlass zu ernster Sorge.
00:00:12: Es gibt also gute Gründe, pessimistisch zu sein aber noch bessere sich dieser lebenden deaktivierenden Stimmung nicht hinzugeben.
00:00:21: Warum das so ist?
00:00:22: Dazu wollen die heutigen Perspektiven Antworten geben.
00:00:26: Stefan Hauser begrüßt sie dazu.
00:00:29: Die Expertin zum Thema Klimawandel stellt sich nun kurz vor.
00:00:33: Mein Name ist Helga Krom-Kolb, ich bin von meiner beruflichen Ausbildung her eine Meteorologin und war in den letzten Phasen meiner berufen Tätigkeit an der Universität für Bodenkultur, also die Universitätsprofessoren tätig und habe mich in den vergangenen zwei Jahrzehnten primär mit Klimawandeln beschäftigt und seinen Auswirkungen aber natürlich auch seine Ursachen.
00:00:56: Erstaunlich viele Menschen spielen die Folgen des Klimawandels herunter oder wohl nicht sehen, dass er primär von unserer Spezies verursacht wurde.
00:01:05: Warum ist das so?
00:01:06: eine Hypothese lautet?
00:01:08: Dass diese Fehlwahrnehmungen auf Selbsttäuschung zurückzuführen sind!
00:01:12: Es lebt sich einfach leichter mit den eigenen Klimaverfehlungen wenn man glaubt, dass alles schon nicht zu schlimm werden wird.
00:01:19: aber dies ist eine Tatsache auch beim Heuer der Winter wieder einmal seinem Wort entsprach.
00:01:25: Wer hat sich bei Helga Komp-Kolb ihr Interesse zur Thematik entwickelt?
00:01:31: Also, wie ich angefangen habe zu studieren dieses Fach Metrologie war es eigentlich weil ich mich mit der Natur beschäftigen wollte.
00:01:37: Weil ich sehr gerne bergsteigen wandern war und da eigentlich mit der natur etwas machen wollte.
00:01:42: Biologie war ein bisschen überlaufen und Metrologien nicht und daher ist die Metrologier geworden.
00:01:49: aber Ich bin inzwischen überzeugt dass das Ganze gar ist in welche Richtung als einen verschlägt, wenn man mit dem Herzen dabei ist dann wird alles interessant und wird alles sinnstiftend.
00:01:59: Und dann ist er in der Metrologie geworden und in der Meteorologie war für mich schon wichtig was sind die Sachen?
00:02:05: Die Themen, die gesellschaftlich relevant sind?
00:02:08: also ich wollte nicht rein wissenschaftliche Erkenntnisgewinn haben sondern ein Erkenntniss Gewinn der auch für die Gesellschaft relevant ist.
00:02:17: das ist letztlich jeder.
00:02:19: aber Klimawandel ist halt sehr unmittelbar.
00:02:21: Und es war ursprünglich was die Luftreinhaltung, aber es ist dann bei der Luftreinhaltung sehr viel passiert.
00:02:27: also es sind viele Probleme gedöst worden und aufgekommen ist zunehmend die Problematik dass wir einen Schadstoff nicht nur nicht beseitigen sondern immer mehr in die Atmosphäre einbringen nämlich das CO²- und andere Treibhausgase.
00:02:41: und das war dann der Schwerpunkt der letzten Jahrzehnte.
00:02:45: Helga Gromp-Kolb, eine der renommiertesten Wissenschaftler in Österreichs ist Meteorologin und Klimaforscherin.
00:02:52: Sie gründete das Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit und zählt zu den international prägensten Stimmen der Klimaforschung.
00:02:59: Bis Problematiken was generell die Umwelt anlangt erkannt werden und auch verstanden werden dauert es immer wieder
00:03:09: Immer das Problem, sozusagen es dauert eine Weile bis etwas verstanden aufgenommen wird und sozusagen je mehr wirtschaftliche Interessen gegen die das Wahrnehmen dieses Problems sprechen, desto länger dauert es.
00:03:24: Und das ist mit glaube ich ein Grund warum die Klimaproblematik sich so lange hinzieht weil einfach sehr viele wirtschaftlichen Interessen aber auch interessende Allgemeinbevölkerung gibt.
00:03:36: schon noch eine Frage Bequemlichkeit, die da angesprochen wird.
00:03:41: Und das dauert eben leider sehr lang und die Frage ist ob wir lange genug Zeit haben?
00:03:46: Das ist für mich große Frage
00:03:48: derzeit.".
00:03:49: Für Pesimismus ist es zu spät – Wir sind Teil der Lösung!
00:03:54: So lautet das aktuelle Buch von Helga Kramkolb erschienen im Moldenverlag.
00:03:59: Klimaschutz wird nur dann gelingen wenn alle an einem Strang ziehen.
00:04:04: Wir brauchen in die Wirtschaft die Politik im Grunde genommen alle Und das ist gut so.
00:04:10: Es schafft Gemeinschaft, wenn wir zusammen an der Lösung eines Problems arbeiten – es bringt uns eine Gesellschaftsform in der alle ein besseres Leben haben
00:04:19: können."
00:04:20: Heißt es im glatten Text des Buches.
00:04:23: Seit über fünfzig Jahren spricht Helga Komp-Kolb über die Klimakrise, sodass es möglichst viele verstehen.
00:04:30: Vor allem die berechtigten Ängste und Sorgen der Jungen nimmt sie auf….
00:04:34: …und lässt aber den erhobenen Zeigefinger stecken!
00:04:37: Die bekannteste und engagierteste österreichische Klimaforscherin erzählt in diesem Buch ihre ganz persönliche Geschichte, ihre Beziehung zur Natur und zu den Menschen.
00:04:48: Und sie beschreibt den Klimawandel im Schnelldurchlauf.
00:04:52: Also wenn ich das Buch beschreiben soll laden Sie so dass ich zuerst versuche die historische Entwicklung meiner Lebenszeit so wie ich sie wahrgenommen habe wiederzugeben, dass da sein Auf- und Ab ist zwischen Hoffnung Dann wieder Rückschlag, Wiederhoffnung.
00:05:10: Und dann versuche ich zwei mögliche Zukunftsschienen darzustellen.
00:05:14: Das eine ist die Katastrophale.
00:05:16: Wir tun so weiter wie bisher und wir laufen in eine Klimakatastrophe hinein aber eben auch Division.
00:05:23: Wie könnte es besser sein?
00:05:24: Und das Spannende daran finde ich, dass es eben nicht nur darum geht, dass wir die Katastrophe vermeiden können.
00:05:31: Sondern dass wir im Zuge dieses Vermeidens wirklich eine bessere Welt schaffen können wo Menschen unserer Generation auf dem ganzen Planeten aber auch künftiger Generationen dann wirklich eine liebenswerte Zukunft haben.
00:05:44: Wichtig ist Helga Gromp-Kolp – Die Unterscheidung zwischen Klimabandl und Klimakrise.
00:05:49: Im Grunde genommen ist es ein bisschen zeitliche Abfolge.
00:05:53: Das Klimawandel sich ja jetzt schon seit fünf Jahrzehnten und am Anfang wurde es überhaupt nicht das Krise oder Katastrophe wahrgenommen.
00:06:01: Inzwischen ist es glaube ich vielen bewusst, dass wir wirklich in einer Krise stecken und für manche Menschen ist es schon längst zur Katastrofe geworden.
00:06:09: Und zwar nicht nur irgendwo in Pakistan wo dreiunddreißig Millionen von Überschwemmungen betroffen sind sondern auch in Niederösterreich wo sie eben eine oder andere Haus weggerissen hat oder auch irgendein Bauernhof wo die Trockenheit einfach dazu führt, dass das was bisher gepflanzt wurde dort nicht mehr wächst.
00:06:27: Also ich glaube es ist für viele Menschen schon zur Katastrophe geworden.
00:06:31: Ich unterscheide zwischen dem was in der Natur passiert also in der Atmosphäre passiert, das nenne ich Klimawandel und wo immer es Menschen betrifft.
00:06:41: wenn wir darüber reden was sie mit Menschen zu tun haben dann rede ich von Krise oder Katastrophen.
00:06:46: aber das ist kein allgemein akzeptierte Unterscheidung.
00:06:51: Kollegen und Kolleginnen wollen gar nicht mehr vom Wandel reden, weil sie sagen das klingt so harmonisch, so angenehm direkt genauso wie man von der Erwärmung oft nicht mehr spricht.
00:07:02: Weil auch das warm ist gut ungefähr und eigentlich geht es um Hitze hier.
00:07:07: Es ist ein bisschen schwer im Winter dann von der globalen Erhitzung zu reden.
00:07:12: also wir haben sprachlich ein bisschen Problem wirklich das zu vermitteln, was eigentlich vermittelt werden sollte.
00:07:18: Nämlich eine Krise die von Tag zu Tag bedrohlicher wird und wir nicht mehr wissen können wir sie überhaupt noch in den Griff bekommen oder nicht?
00:07:31: Und das vermittlt keiner dieser Begriffe
00:07:33: wirklich.".
00:07:34: Die Europäische Union fördert angesichts der Krise der Energie auch durch den Iran-Krieg
00:07:45: Ja, also ich glaube an diese Rückkehr nicht.
00:07:48: Es hat natürlich einen Rückschlag gegeben aber gerade jetzt mit dem Iran-Krieg zeigt sich wieder dass das eigentlich keine sehr gute Lösung ist weil wir sehr stark abhängig sind von wenigen Lieferanten, von wennigen Straßen durch die das in dem Fall Meeresengen durch die es transportiert werden muss.
00:08:07: und ich glaube das wird jetzt noch einmal die Augen öffnen dass eigentlich erneuerbare Energien die dezentral über den ganzen Welt verteilt sind und wo jeder Staat irgendwelche Teile davon hat, dass die, die viel bessere und letzten Endes auch die friedbringendere Lösungen sind.
00:08:24: Also daher glaube ich nicht das jetzt in den nächsten Jahren der große Druck bleiben wir beim Öl, bleiben wir bei dem Gas, dass der so groß sein wird?
00:08:33: Ich glaube es wird zurückgehen!
00:08:35: Und bei der Kernenergie Ich habe schon so lange Ihre Wiederauferstehung erlebt und sie erstellt nicht wieder auf.
00:08:41: Sie ist zu teuer, sie ist zu riskant.
00:08:44: Die Länder die sie am dringendsten bräuchten, die Energie nämlich sind die wo wir gerade keine Kernkraftwerke sehen wollen.
00:08:52: also ich glaube nicht dass sie stattfinden wird.
00:08:55: ja es wird hier oder dort ein Kernkraftwerk gebaut werden aber eine wirkliche Wiederauverstehungen.
00:09:00: Ich hab neulich nachgeschaut In den zwei Jahren Fortschernobyl sind pro Jahr dreiunddreißig neue Kraftwerke ans Netz gegangen.
00:09:09: Und in den letzten fünf Jahren zusammen sind gerade mal dreiund dreißig ans Netz gegangen, also das ist ein dramatischer Rückgang seit Tschernobyl.
00:09:18: dann noch einmal einen Rückschlag nach Fukushima und von denen die ans netzgegangen sind stehen auch schon wieder einige im Kriegssohnen kann man keine Kernenergie betreiben.
00:09:29: Wir brauchen Wasser für die Kernenergie, das wird zunehmend ein Problem werden mit dem Klimawandel.
00:09:34: Die ursprünglichen Finanzierung bei der Kernenergy ist die Eingangsfinanzierung unheimlich hoch.
00:09:41: Man braucht am Anfang sehr viel Kapital und hofft dann wenn das Ding lange in Betrieb ist dass sich allmählich wieder hereinkommt die Kosten.
00:09:49: Das tut es oft nicht weil aus irgendwelchen Gründen technischen gründen oder politischen Gründen das Kernkraftwerk viel früher abgeschlossen wird.
00:10:00: Das heißt, es spricht eigentlich nichts außer der dualen Nutzung der Forschung zugleich auch für die Waffe, für die Kernenergie.
00:10:10: Das ist eigentlich der einzig wirklich nachvollziehbare Grund warum man Kernenergi propagiert und das ist nicht etwas was man wünschen kann.
00:10:19: Und da glaube ich, dass wird nicht reichen um die Kern-Energie wieder aufleben zu lassen.
00:10:26: Es gibt Energiealternativen.
00:10:28: Wasserkraft, die Umwandlung der Bewegungsenergie des Wassers in elektrische Energie.
00:10:33: Dabei wird entweder die Strömungsenergie von beispielsweise Flüssen oder auch die Höhenenergie in Stauseen verwendet.
00:10:41: Die Windkraft der Wind setzt die einzelnen Rotorblätter des Windrades in Bewegung und treibt so einen Generator an, den unermüdlich sauberen Strom produziert.
00:10:51: Oder die Photovoltaik, die funktionsweise beruht auf Solarzellen diese wandelnde Stahlungsenergie in elektrische Energie um.
00:11:00: Sie lassen sich zu Motoren verbinden und auf Dächern an Fassaden oder auch Freien Flächen installieren.
00:11:07: Wir brauchen wieder Genüksamkeit, wir brauchen Effizienz und darüber wird kaum geredet.
00:11:11: Wir reden immer nur woher kriege ich die Energie von der wir ständig mehr brauchen?
00:11:16: und in Wirklichkeit vergeuden wir sie.
00:11:19: Und wir müssten wirklich uns darum bemühen dass wir effizienter werden.
00:11:22: im einen allein die Mobilität nicht.
00:11:24: da fahren zwei Tonnen herum um irgendwelche seventy Kilo zu transportieren das ist verrückt.
00:11:29: und es nur weil wir so schnell fahren wollen damit wir dann bei Unfällen irgendwie noch drin ein halbwegs sicher sind.
00:11:34: Das ist einfach eine Fehlentwicklung und das kann man auch anders lösen.
00:11:38: Und wir brauchen Genügsamkeit, und ich glaube es ist kein Zufall dass alle Religionen der Welt genügsamkeit als eine Tugend prägen.
00:11:46: Das haben wir völlig verloren.
00:11:47: was brauchen wir wirklich?
00:11:48: Was brauchen wir um glücklich zu sein?
00:11:51: Das ist nicht der große Fernsehschirm und das ist auch nicht jedes Jahr ein neues Handy, das ist nicht das was uns glücklich macht.
00:11:58: und diese Überlegung...was brauchen wir eigentlich für ein gutes Leben?
00:12:03: Die müsste wieder viel stärker in den Vordergrund rücken und dann kommt man auch mit viel weniger Energie aus.
00:12:08: Ja, wir brauchen trotzdem mehr Erneuerbare aber nicht so sehr für uns in den westlichen Ländern sondern für die dritte Welt.
00:12:16: dort brauchen wir sie Und dort ist sie im Großen und Ganzen auch reichlich vorhanden.
00:13:18: Und ich sah einen Zaun, wo es früher nur Freiheit gab.
00:13:25: Ich sah grauen
00:13:26: Beton, wovor
00:13:29: kurzem die
00:13:30: Wiese
00:13:31: lag und ich
00:13:33: sahinen Strand der ganz schwarz war
00:13:37: von Öl und Herd
00:13:40: und ich seine Stadt in
00:13:43: der zähteter Mensch nicht mehr.
00:13:47: doch ich sah auch ein Tal das voll blühender Bäume war Einen einsamen See, wie ein Spiegel so hell und klar.
00:14:01: Und ich sah auf die Uhr fünf Minuten vor
00:14:06: zwölf.".
00:14:12: Fusenote dieser Musikausschnitt stammt von Udo Jürgens aus dem Jahr twoundachtzig also von vor mehr als vier Jahrzehnten.
00:14:22: in den Perspektiven heute die Klimapionierin Helga Komp-Kolb.
00:14:26: Anders ist die Aktuelles Buch für Pessimismus zu spät und dazu spricht sie auch am Mittwoch, den Theologischen Kursen in Wien.
00:14:36: Im Sonntag der Zeitung der Ärzte Zöser-Win finden Sie ein längeres Interview von Redakteur Stefan Grundhaler das Grundlage dieser Sendung ist.
00:14:46: Mehr unter der sonntag.at.
00:14:49: Wir kommen zu einer weiteren Begrifflichkeit der ökosozialen Marktwirtschaft.
00:14:53: Dies ist ein Wirtschaftsmodell, das wirtschaftliches Wachstum soziale Gerechtigkeit sowie Klima- und Umweltschutz gleichberechtigt verbindet.
00:15:02: Sie erweitert die soziale Marktwirtschaft um ökologische Nachhaltigkeit, fördert Umwelt- und Klimaschutz durch wirtschaftliche Anreize statt Verbote – und zielt auf langfristige Stabilität und Lebensqualität ab.
00:15:15: Dazu sagt Helga Komp-Kolb
00:15:17: Es wurden Ansätze vor Wirklichkeit?
00:15:20: Es war schon ein Versuch, das ökologische und soziale zusammenzubringen.
00:15:24: Eine Politik zu verfolgen, die das ermöglicht.
00:15:27: Aber sie ist gerade in den letzten zehn Jahren wieder total verloren
00:15:34: gegangen.".
00:15:34: Helga Gromkolb fasst die nachhaltigen Entwicklungsziele folgendermaßen zusammen – Ein gutes Leben für alle unter Einhaltung der ökologistischen Grenzen unseres Planeten.
00:15:46: Ich glaube dazu gehört ein Denken dass wir ein Teil unserer Natur sind.
00:15:52: Also, wir sind nicht sozusagen die Herren über die Natur und können sie in dem Ausmaß verwenden wie es uns gerade richtig erscheint sondern Wir sind ein Teil dieser Natur und wir leben von dieser Natur.
00:16:04: Wir als Menschen und auch unsere Haustiere haben uns enorm vergrößert in unserer Anzahl.
00:16:11: Das heißt, die frühen Menschen am Beginn des Holocens – also das ist die Phase wo wir ungefähr gleiche Temperaturen eine lange Periode, Zehntausend Jahre ungefähr gleicher Temperatur hatten – an Beginn dieser Phase gab es fünf bis zehn Millionen Menschen.
00:16:28: Und jetzt sind wir acht Milliarden.
00:16:29: Die fünf bis zehn Millionen tun können, was sie wollen.
00:16:33: Also da hat man nach Herzenslust jagen können oder Kräuter sammeln oder sowas.
00:16:38: Wenn man irgendein Gebiet zu stark ausgenutzt hatte, zu viel gejagt hat und zu viele Kräute abgerissen hat dann konnte man in ein anderes wandern wieder Raubbau betreiben, aber das erste Gebiet konnte sich erholen.
00:16:53: Das können wir nicht mehr!
00:16:54: Wir haben nicht mehr die Freiheit beliebig neue Stellen zu suchen.
00:16:59: Die Natur kann sich nicht mehr holen.
00:17:01: Wir über-exploitieren sie weltweit.
00:17:04: Das heißt ein Umdenken gehört dazu.
00:17:06: Ein wirkliches Umdenkens.
00:17:08: Was kann ich der Natur... entnehmen?
00:17:10: und was darf ich hier nicht entnehmen?
00:17:12: Und was kann ich auch in der Natur ablagern, im Sinne von zum Beispiel Abgasen.
00:17:16: Was kann sie noch verkraften?
00:17:18: oder was kann sie nicht verkraftet?
00:17:19: Die Natur nimmt z.B.
00:17:21: ungefähr die Hälfte unserer CO-Zweihemissionen.
00:17:24: Der Menschen gemachten CO-zweih nimmt die Natur auf.
00:17:27: Wenn wir sie weiter zubetonieren, die Morhe trocken legen dann wird sie weniger aufnehmen.
00:17:32: wenn wir sie renaturieren wird sie mehr aufnehmen.
00:17:34: das heißt dieses Zusammenleben ist etwas was wir einfach wirklich verinnerlichen müssen.
00:17:40: Und dann gehören natürlich eben solche Sachen wie Suficienz, das spricht Genüksamkeit dazu.
00:17:44: Da gehört Effizienz dazu und wir müssen eigentlich mehr noch als Effizience Resilienz.
00:17:50: Wir haben jetzt vom wirtschaftlichen Denken her versuchen wir alles so effizient wie möglich zu machen im Sinne von so preiswert oder so billig wie möglich Und das macht uns sehr störanfällig für irgendwelche unerwarteten Ereignisse, wie man jetzt gerade wieder seht.
00:18:08: Es ist völlig klar – es zeigt auch die Natur selber!
00:18:11: Wenn ich gegen Störungen widerstandsfähig sein will, dann muss ich großzügig vorher sein.
00:18:17: Also ich muss wesentlich mehr Samen als Baum oder als Pflanze aussehen und wirklich nachwachsen, weil eben manche gefressen werden, andere landen auf Steinen.
00:18:29: Ich muss großzüglich sein!
00:18:31: Und wir haben diese Großzügigkeit verlernt.
00:18:34: möglichst genau das zu produzieren oder in der Bildung weiterzugeben, was man genau für diesen Zweck braucht.
00:18:42: Und dann hat man für Unerwartetes keine Reserven.
00:18:46: und das ist das, was wir wieder lernen müssen, dass man den Kauf nehmen muss, dass Manches nicht so effizient geht.
00:18:53: aber Dafür sind wir gegen Störungen stärker gewappnet und der Klimawandel wird immer mehr Störung bringen, von denen wir vielleicht vorher gar nicht wahrgenommen haben dass sie im Zusammenhang mit dem Klimawandel auftreten können.
00:19:05: Das heißt einerseits Verständnis dafür das wir Teil der Natur sind andererseits Verständnis dafür man eine gewisse Großzügigkeit braucht, um mit Störungen umgehen zu können und letzten Endes schon auch ein Gefühl des Füreinanderverantwortung-Tragens.
00:19:24: Und zwar nicht nur innerhalb der Familie – da ist es irgendwo selbstverständlich, sondern da wir eine globalisierte Welt haben geht's eben sehr wohl auch um Menschen in anderen Teilen der Welt aber auch zukünftige Generationen Und das finde ich immer ganz erstaunlich, dass man so wenig daran denkt wie übergeben wir unsere Welt der nächsten und der übernächsten Generation.
00:19:47: Wenn man da mehr darüber nachdenken würde dann könnte man den Raubbau nicht betreiben.
00:19:52: denn wird erzeitbetreiben?
00:20:28: Die Übernutzung des globalen Ökosystems, oft als Raubbau oder Überschreitung der Planetan belastungsgrenzen bezeichnet ist ein Zustand in dem die Menschheit mehr natürliche Ressourcen verbraucht als die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann.
00:20:43: Dieses Phänomen führt zu einer dauerhaften Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen und gefährdet die Biodiversität.
00:20:50: Dazu die Klimaforscherin und Meteorologin Helga Komp-Kalb im Folgenden.
00:20:55: Es gibt eine ganze Reihe von Beispielen, wo wir in die Natur eingreifen zu unserem Vorteil aber ohne Rücksicht darauf aus das für die Natur, aber auch für andere Lebewesen oder andere Menschen bedeutet.
00:21:09: Wir haben schon einmal sehr stark eingegriffen wie wir die Ozonswichts zerstört haben mit unseren Treib Gasen, also nicht Treibhaus sondern Treibgasen und Kühlgasen.
00:21:20: Also die Gase, die verwendet werden in Kühlschränken oder die verwindet wurden früher um Parfait zu sprayen oder Schuhpasta zu sprayn hat das Leben vereinfacht wenn ich die SchuhPasta nicht mehr auftragen muss, sondern sprayen kann.
00:21:33: aber die Gases, die dafür entwickelt wurden an sich völlig logisch waren Gase mit fast nichts reagiert haben d.h.
00:21:41: sie waren langlebig herunten In unseren Strahlungsbedingungen nahe der Erdoberfläche, aber wenn sich die langsam durch die Atmosphäre nach oben auch ausgebreitet haben dann sind sie halt in eine Region gekommen wo die Strahlung viel intensiver ist.
00:21:58: Wo die UV-Strahlung eben dann auch diese Komponenten zerlegen kann.
00:22:02: und dann waren sie plötzlich sehr wirksam und haben dort das Ozone zerstört.
00:22:07: Und das Ozon ist sozusagen eine Schicht mit hoher Ozonkonzentration in der höheren Atmosphere die ultraviolette Strahlung eben von uns herunten fernhält und das über die ganze Evolution.
00:22:20: Das heißt, wir haben nie gelernt mit hoher UV-Strahlung harter kurzweiliger UV-Strahlung umzugehen.
00:22:26: Unser Körper ist nicht darauf eingestellt und daher hat es dann zu Hautkrebsen und allen möglichen Folgeerscheinungen geführt.
00:22:34: Und da ist es uns gelungen diese Gase, die Produktion dieser Gase zu stoppen damit die Ozone Schicht sich wieder erholen kann.
00:22:42: Das war jetzt ein vergleichsweise einfaches Problem aus zwei Gründen.
00:22:46: Zum Ersten, weil die Produktion dieser Gase auf wenige große Produzenten beschränkt war.
00:22:52: Das heißt wenn sie gezwungen werden umzustellen haben wir das Problem weitgehend gelöst.
00:22:57: beim CO² sind wir alle mit beteiligt an der Produktion von CO² also da ist es weniger leicht umzustellen.
00:23:05: Und der zweite Grund ist, dass das ein rein physikalisch-chemisches Problem ist und da es keine Biologie involviert in der Ozone Schicht.
00:23:13: Sobald biologisches mitbetroffen ist, ist das mit rückgängig machen nicht so ganz einfach.
00:23:19: also wenn ein Tier oder Pflanzenart ausgestorben ist dann kann ich nicht einfach sagen ja jetzt habe ich die Lebensbedingungen wieder geschaffen wie die früher hatte jetzt kommt sie wieder Sie wird nicht wieder kommen.
00:23:29: Die Schere zwischen Arm und Reich geht laut Studien in Österreich seit Jahren weite auseinander, wobei das Vermögen der Reichsten stark steigt während ein Fünftel der Bevölkerung von Armut bedroht ist.
00:23:42: Hohe Inflationen steigende Lebenshaltungskosten und ungleiche Vermögensverteilungen verstärken diese soziale Luft die das gesellschaftliche Vertrauen gefährdet um zu politischer Instabilität führen kann.
00:23:55: Es gibt inzwischen glaube ich gute Belege die zeigen dass völlig abgesehen von allen ethischen und moralischen Aspekten, die die Frage hat.
00:24:05: Es auch rein wirtschaftlich und ökologisch nicht gut ist wenn dieser Schere groß ist.
00:24:10: Der Wirtschaft tut es nicht gut weil sozusagen die Kaufkraft nicht da ist die sehr viel haben, gar nicht so viel kaufen können wie sie Geld haben.
00:24:21: Und was tun Sie?
00:24:22: Sie investieren es dort wo es noch mehr Geld dafür gibt und das sind typischerweise nicht die Sachen die naturfreundlich oder klimafreundlich sind.
00:24:30: Das sind also lange Zeit sind das die fossilen Brennstoffe gewesen.
00:24:34: im Moment sind's die Waffen und das kann nicht der Sinn sein dass Menschen soviel überflüssiges Geld haben dass sie Interesse daran haben dass Waffen produziert werden und die werden umso mehr produziert je mehr Kriege wir haben.
00:24:46: Also das geht in eine völlig falsche Richtung, sowohl für die Menschen als auch für die Umwelt.
00:24:50: Weil Kriege zerstören noch die Umwelt ganz massiv.
00:24:53: und der zweite Grund ist er dass auch dazu gibt es wissenschaftliche Experimente die zeigen dass Menschen durchaus zufrieden sind mit dem was sie haben also zum Beispiel einer kleinen Wohnung solange der Nachbar nicht eine größere hat.
00:25:08: Das heißt, wenn ich den Menschen ständig vorführe, dass man auch viel verschwenderischer, viel großzügiger leben kann dann werden sie unzufrieden mit dem was Sie haben.
00:25:19: und wir brauchen aber Genüksamkeit und das heißt ... Wir sollten diese... Und es hat natürlich auch mit Medien zu tun die das... ununterbrochen wieder uns vorführen.
00:25:28: Also der ist jetzt dorthin gejetet und er hat den Urlaub, weil sich in der Antarktis verbracht und so.
00:25:33: Und dann muss ich halt auch in die Antarktes, obwohl mich eigentlich gar nichts dort hinzieht und ich mich gar nicht einmal informiert habe was da eigentlich ist dieses Wecken von Bedürfnissen, die eigentlich nicht dar sind das ist das was unsere Umwelt mit zerstört und was unsere Ressourcen erschöpft.
00:25:48: Weil dafür braucht man natürlich immer wieder irgendwelche materiellen Grundlagen.
00:25:53: Lauder Tossi, italienisch für gelobt seist du ist der Titel Der Umweltentzückler vom Papst Franziskus.
00:26:00: Veröffentlich wurde sie im Jahr Zwei-Tausend Fünfzehn.
00:26:03: Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Umwelt und Klimaschutz.
00:26:07: Der Papst trifft dabei zu einer ökologischen Umkehr auf und betonte dass die Zerstörung der Umwelt untrennbar mit sozialer Ungerechtigkeit verbunden sei.
00:26:17: Der Schrei der Erde und der Schrei den Armen.
00:26:20: So, Franziskos Helder Komp-Kolb findet sich sehr gut in dieser Enzykliker verhaftet.
00:26:27: Also, mir gefällt diese Enzykler sehr gut und ich zitiere sie auch sehr oft weil der Papst hier eigentlich in einer sehr klaren Sprache die Probleme der Zeit anspricht also dass wir eigentlich das unsere Politik eigentlich getrieben ist von der Finanzwirtschaft und der Technologie, nicht mehr von den Bedürfnissen der Menschen.
00:26:50: Und dass wir in einer ständigen Beschleunigung leben, wo man gar keine Zeit mehr hat darüber nachzudenken.
00:26:55: was soll das Ganze eigentlich?
00:26:56: Wozu bin ich eigentlich da?
00:26:58: Wohin führt diese ständige Beschleumigung?
00:27:00: Er spricht das sehr deutlich und sehr klar aus.
00:27:03: Er spricht aber auch sehr deutlich aus zu sagen jeder Einzelne sich dagegen wehren muss.
00:27:08: Dass es nicht geht, dass wir warten darauf, dass irgendeine Regierung oder irgendeinen Diktator daherkommt die Sachen wieder in Ordnung bringt, sondern das ist unsere aller Verantwortung.
00:27:19: Nicht nur unsere aber auch unsere und das ist glaube ich etwas was eben auch wenig angesprochen
00:27:25: wird.".
00:27:25: Helga Grahm-Kolb schreibt im Buch für Pesimismus ist es zu spät dass Maßnahmen zum Klimaschutz wie Neujahrsvorsätze sind?
00:27:34: warum?
00:27:35: Ja da sind wir glaube ich bei der Politik die das klimafreundliche Handeln für den Einzelnen viel attraktiver machen müsste.
00:27:44: Also wenn ich bei jedem Wohnungsbau in Wien dafür sorge, dass es eine Tiefgarage gibt wo ich trockenen Fußes von der Wohnung direkt ins Auto einsteigen kann dann ist es unwahrscheinlich dass die Leute die hundert Meter bis zur Straßenbahnstation gehen.
00:28:00: solche Sachen muss man verändern.
00:28:03: Wenn ich in einem Elektrohandelgeschäft weil sich Waschmaschine kaufen will.
00:28:09: Und da gibt es Effizienzkategorie A++ bis hinunter zu G. Und der Verkäufer sagt mir, nehmen Sie die G, die ist billiger und sagt mir nicht über die Dauer oder über die Lebensdauer brauchen sie mehr Energie und sie ruinieren die Umwelt damit sondern er sagt nur, sie ist billig.
00:28:28: dann werden die Menschen die Billigare kaufen und nicht die Effizientere.
00:28:33: Da kann die Regierung schon einen Riegel vorschieben oder die Politik wenn man das so will gewissen Effizienz wird überhaupt nichts mehr verkauft.
00:28:42: Das wird einfach nicht importiert und dann ändert sich allmählich auch das Denken in der Wirtschaft.
00:28:47: Solange alle Anreize in der falschen Richtung gehen, kann ich nicht erwarten dass der Großteil der Menschen ständig die teurere unbequemere Lösung wählen nur weil sie langfristig besser ist wenn Sie selber keinen Unmittelbaren Vorteil dabei haben.
00:29:05: Noch einmal der Hinweis auf das Buch von Helga Gromp-Kolb.
00:29:08: Es lautet, für Pesimismus ist es zu spät.
00:29:12: Erschienen im Wolkenverlauern und sie können auch bei den theologischen Kursen in Wien hören – und zwar Mittwoch, Zweiundzwanzigsten April!
00:29:22: Und verwiesen Sie auf das Interview mit Ihr in der Zeitung des Sonntags der Ärztin Susabine.
00:29:28: mehr unter der Sonntagathe.
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